Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 85 (23.10.1934)
- Date
- 1934-10-23
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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crwaili״( ״,ן, oilrr v״,Sffc״t11cmc is״״.k Memel zum hundertste״ Srtsl*Rc "'״ Moses Mnnk-fiorc cm Ucdicht, worin der leilankc nach hebräischem Muster variiert wird riiic J1 ubsche Parallele las ich einmal In einer deutschen" fton1e<'orr״־ls‘:raph,A 1*3. w'rt* .cr/ahlt, dal] Mehemcd Ali, C Vi/ckünig von Aepptcn, seinen Sohn in London unter 1 picht Moses Montefiores erzielten ließ. Hierzu macht der n cranli tl׳c nilercssaittc Bemerkung: ״Eine ägyptische Prin-?!־in erzog ernst einen Moses, jetzt erzog ein' Moses einen Vvniischen Prinzen.“ ,״,Fs war also gewissermaßen literarischer Krauch, Moses uoniefiore stets mit eurem andern großen Moses der jü. jjsclicn Geschichte nt Parallele zu bringen. Ich respektiere ls011 Brniich, indem ich folgende Schrifterklärung hierher- ״,ge, Dem Vers Exodus 2, 11: ״Als Moses groß war, ging a״s 7״ seinen Brüdern“ gibt der Midrasch dadurch eine «innige Deutung, daß er den Satz umstellt und liest: ״Als Ws zt! seinen Brüdern ausgmg, war er groß“. Dieser Aiisspriiclr ist auf Moses Monte limanwendbar. Moses Monitfiore batte viele Titel, bekleidete viele Ehrciistellcn, besaß .;derlei Orden und Auszeichnungen, wurde von der Königin Viktoria zum Ritter ernannt, dann zum Baronct erlnben, er wurde von Kaisern und Königen ausgezeichnet; indes, jilcl und Auszeichnungen mache״ einen ztim großen Mann, nicht aber auch zum großen Mensche״. Moses Mantcfiare ward ein großer Mensch, da er zu seinen Brüdern ausder Wahrheit die Ehre: Außer dem Namen /in ״ ־*.י״•1*׳ •' ■״״* ״— ■• UVIH 1 «1111v.11 Moses Mmitcfnrc mit den drei Moses der jiidisrhcri ...... .1,1.(. ד] ״;״״.״״. ,,.■r.* I,״;.. _‘ ■r 1. . Montefiorc » .. יי״" J״11״״״׳״M»| 'J'«(’ VI י Montefiorc war eine Größe nach eigenem Maß.!tat. Mos« vielleicht hat, wie; 1, die er . י!,' kam, j in sich f iiher die lichtung. . e er m deich in; ml emc > ak- ■Irfahren, n diesen Grolle Idee bc- 111, weil rbnndcn gliclikcit Lehens dee der las jiidi- ׳.elhcifen ־ Weise nliclikcit ristisclie behütet ckt. 8 fern 1 ersten Die Parallelklassen in Wien Wien, 21. Oktober. Wie bereits berichtet, erfolgte vor etwa 14 Tagen auf fmiinl der Intervention des Präsidiums der Wiener jüdischen öcmeintle bei den Unterriclitsbehörden. in der Frage der Parallelklassen ein neuer Erlaß des Unterrichtsministeriums, nach welchem der erste Erlaß über die Parallelklassen einer mvissen Modifizierung unterzogen werden sollte. In diesem modifizierten Erlaß au die Schulleiter wurden diese trmaclitißt, etwaige Beschwerden der Elternschaft zu prüfen und für die Schüler aus dem ersten Erlaß resultierende Schwicrigkriten nach Möglichkeit zu vermeiden. Das Einlenken der Schulbehörden in der Form dieses Erlasses wurde damals von der jüdischen Bevölkerung im großen und ganzen gutgeheißen in der Erwartung, daß dieser zweite modifizierte Erlaß auch in der Praxis zur Durchführung gelangen und bewirken wird, daß die Härten der Absonderung jüdischer Kinder aus den! Wege geschafft* w׳erdc11. Es kam selbst!׳«■• stanilücli, wie immer in solchen Fällen, nicht so sehr auf den Inhalt und Text des Erlasses, als vielmehr auf dessen Durchfiihrung au. Leider hat sich in der Zwischenzeit praktisch nichts geändert. Im Gegenteil, aus manchen Eltcrnkreiscn laufen noch immer an die zuständigen jüdischen Stellen Klagen ein, nach denen ihre Kinder nach wie vor in separierten Judenklassen zusammengefadt werden, in maneben sogar mit evangelischen lind konfessionslosen Kindern zusammen. Wie verlautet, wird das Präsidium der Wiener Kultusgemeinde in den nächsten Tagen in der Schulangclegenheit vom Bundeskanzler Dr. v. Schuschnigg empfanget! werden. In den dem Präsidium der Kultusgemeimlc nahestehenden Kreisen gibt man sich der Hoffnung hin, daß dieser Aussprache du wesentlicher Erfolg bcschicdcn sein wird. 0 r i t ä t 11 heute rte in inzelncn ie jiidi• m In einer Kundgebung des ״Jüdischen Volks b’undes für Oesterreich“ in Wien hielt dessen Präsident Robert Stricker eine Rede, in der er u. a. folgendes ausliihrtc: der c r and ו cn, alästina 1 und in " roanpli* immer < tleiidci! •.׳ iir das ganzen /ouicr• js der!eiligen atorität; K.L? lel ge• lie wir;rollten ioliclit 1r 11 na־ ,Sonne, efiore• 1011 in Moses ieneiic worin), 1111 er, alirtffl: rtoiiie* re ad kiberg ״Scliir;ehrfi* Kurz: Mos« rlatueiß 1 ver• 1 von ־. daß ״Wir müssen den Umsland zur Kenntnis nehmen, daß Oesterreich sirli in einem Umbau .seiner politi .« heia, sozialen und kullurelli.ווי Formen befimk'l, woliei es um den naliotial•religiösen Uoilankcii gellt. Wir jüdische* Bürger dieses Slaates verstehen die Zeichen dir Zeit. Wir sind uns bewußt, daß der deutsch-christlichen Majori• tat dieses ,Slaates das Recht zusicht, für eine deutschchristliche Erziehung ihrer Kinder zu sorgen. Damit ist nichts gegen unsere 0 I c i c 11 be r c c 111 i gu 11 g gesagt, so wie ich auch glaube, daß weder der Srlmlcrlnß Ix’lrciis der I’inllelklass,n noch elie sonstigen, dem deutsch-christlichen Ucdtiikcn dicnemlon Erlässe einer Diffamierung der jüdischen ftc- »ölkerung oder einer Schmälerung ihrer Keehtc bewußt dienen. Aber so wie die national eingestellten Juden Oesterreichs diese״ Standpunkt der Regierung würdigen, so verlangen sie als tleirhlicrci leigte Staatsbürger für ihre Kinder die gleiche, d. h, ebenfalls eine n a t i o n a I - r c 1 i g i ö s e Erziehung. Picht Wunsch kann nur so in die Tat umgesetzt werden, wenn dm Juden ein öffentliches jüdisches Schul werk mit Staatlider Förderung und üHcntlichcn Mitteln zugehilligt wird, ״onn (|ü; jüdischen Kinder unter Erziehung seitens jüdischer Lehrer zn Ireueit Juden und treuen Ocsterrcichcrn hcrangcbildet verelcn. Die vedksbewußte Judenschaft Oesterreichs verlangt die jüdische־ .Schule.“ Iw Anschluß an diese Versammlung veröffentlichte die wiener ״R e i c h s p o s t“, die bekanntlich als offiziöses Re- Peru ngsorg,111׳ gilt, einen Aufsatz, worin darauf hingewiesen "to, daß sowohl die Orthodoxen als auch die Zionisten an- *weinend in der Sclmlfrage k eine so ablehnende Haih)nj» einnehmen wie die offiziellen Organe de ׳ Judenschaft, war seien die Zionisten gegen den ' Schule'iß, weil sie Won ״)!״begreiflicherweise eine Diffamierung der jüdischen aclitifcr befürchten“, sie sollten aber nicht übersehen, daß ״'«er Erlaß ״wohl noch nicht die Erfüllung ihrer Forderung, «״er doch eine Vorbereitung der Erfüllung bedttrtep*. Die konfessionelle Schule itclfe jeder Religions• eonemsrhaft zu ihrem Recht. , Zu diesem Aufsatz der ״Rcichspost“ haben verschiedene jüdische uml zionistische Führer Stellung genommen, die sich jnJßc5amt j:cgcn die Auffassung der ״Rcichspost״ wenden, interessant ist die Erklärung des Präsidenten der Kultus- Ipmeindc, Dr. Friedman 11 (Zionist), der darauf hinwies, , 10 ,österreichischen Nationaljudcn nicht eine staatliche »nclerhcHs-Schulc gefordert hätten, sondern ein. fakuiatives jüdisches Schulwesen, das von den jüdischen In- 1«uzen geleitet und vom Staat subventioniert wird. &1na!1me des palästinensischen Toarislenverkein h den ersten sechs Monaten des Jahres 1934 hat sic L’,'. news“ der Touristenverkehr nach Pa 4,״י der entsprechenden Vorjahreszeit gegenüber b< 1»״ theh erhöht. Die Zahl der in Palästina ankomtnendc *oufisten ist von 42 897 im ersten Halbjahr 1933 auf 49 9f e5״״rutcn Halbjahr 1934 gestiegen. Die Steigern״ bcintVt dem Vorjahr macht also 16,5 0/0 aus, und zw; tistrü, f,c S0W°I'I den jüdischen wie nichtjüdischen Tot von Ähr• D׳e Zahl der jüdisch en Touris< en Stic 1271t015? auf 34 908, die Zahl der nicht jüdisch e n vc auf 15091, י. 4 '• 1 1t '־»,D’&J» I'W> Der hier reproduzierte Slich, der uns vom Jüdischen Museum, Berlin, fremulliehst zur Vertonung gestellt wurde, gibt ein Bild daeon, wie in zeitgenössischen Darstellungen das Wirken Montefiores behandelt wurde. Derartige Bilder waren in fast jedem jüdischen llaus Europas zu linden, ln der Mitte des unteren Teils ist das Wappen Montefiores reprodu• ziert, das die Aujschrijt trügt ״Thinlt and thanh" (denke und danke) und mit npei Fahnen versehen ist, die die bebrüt• sehe Aufschrift ,Jcruschalajim" tragen. Die Besprechungen zwischen Zionistischer Exekutive und Allgemeinen Zionisten Das Zionistische Hauptbüro veröffentlicht folgcntlcs C o tu in u n i q u e: Die Besprechungen zwischen der Exckut i v e der Z i 0 11 i s t i s c 11 c n Organisation und dem Wcltvcrband der Allgemeinen Zionisten wnrden in Anwesenheit der Mitglieder der Exekutive, D. Ben Gurion und B. Locker und des Sekretärs des Organisations- Departements, Dr. A. Lauterbach, als Vertretern der Zionistischen Organisation und der Herren F. Bcrnslcin-Rottcr* dam, Kurt Blunienfdd-Jerusalcm, Dr. Martin Roscubliifh-London. Dr. E. Schmorak-Lcmberg und Dr. J. Schwartzbard- Krakau als Vertretern des ,Wclivcrltandes der Allgemein en Zionisten beendet. Volle U c b c r e i n s t i m n! tt n g wurde erzielt 111 bc- 7.11g auf die Vorschläge, durch die unzulässige Methoden in den Beziehungen zwischen den Parteien ausgeschlossen wer* den sollen und in bezug auf die zur Wahrung der zionistiselten Disziplin beabsichtigten Maßnahmen. Die Exekutive legte einen Plan für die Reform der Organisation vor und man kam überein, die Vorschläge betreffend eine Reform des Schekels und der Kongrcßordittmg der Zionistisehen Organisation nach Rücksprache mit den übrigen Parteien anztmchnien. Die Vertreter des Weltvcrbandes der Allgemeinen Zionisten gaben ihrer vollen Zustimmung zur politischen Arbeit der Exekutive sowohl in bezug auf die allgemeine politische Linie, als auch betreffend die Mc* tliodcn ihrer Arbeit Ausdruck. Line gründliche Aussprache fand auch über die Ar• b c i t s v c r 11 ä 11 tt i s s c in Palästina statt, sowohl hinsichtlich der Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arheitnehmern, als auch bezüglich derjenigen zwischen den Arbeitern selbst. Man kam überein, einen Beschluß in dieser und einer Reihe anderer /Angelegenheiten solange auf zuschieben, bis der Wcltvcrband der Allgemeinen Zionisten nach Beratung mit seinen palästinensischen Mitgliedern seine überprüfte Meinung werde bekanntgeben können. In der Schlußsitzung, deren Vorsitz B. Locker führte, dankte Ben Gurion den Teilnehmern für ihre Mitarbeit und sprach die Hoffnung aus, daß die weitere Erwägung der während der Verhandlungen berührten Probleme zu gegenseitigem Verstellen und harmonischer Zusammenarbeit aller konstruktiven Kräfte in der Bewegung führen werde. Dr. Schwartzbard, der namens des Weltvcrbandes antwortete, versicherte die Exekutive des guten Willens der Allgemeinen Zionisten und ihres Wunsches, auf Grund eines gemeinsamen Arbeitsprogramms zu einer völligen Einigung zu gelangen. _ Kongreß für soziale Moral An dem I. Internationalen Kongreß für nziale Moral, der nach viertägiger Dauer in Budapest geschlossen wurde und an dem Vertreter sozialer Vcrcini* gütigen aus 17 Länden! tcilnahmcn, haben sieh attclt Delcgierte jüdischer Vereinigungen beteiligt. Repriisentautin der Jüdischen Vereinigung zum Schutz junger Mädchen, Frauen und Kinder (London) war Frau Dr. Marccll Baracs (Budapest). Der Jüdische Frauenbund von Hollattd war durch Frau Polak- Rosenberg vertreten. Zum Thema ״Mädchen־ und Fraucnschutz“ schilderte Frau Dr. Baracs die Tätigkeit der Londoner jüdischen Vereinigung. Frau Julius von Buday-Go'fdbcrgcr, die Leiterin der israelitischen Schut/aktion ״Emtiuah“, behandelte die intcrkonfessionelle Patronagenrhcit zugunsten der den Gefahren der Straße ausgesetzten Lehrmädchen, Die Beerdigung des Verlegers Samuel Fischer fand am 18. d M. unter starker Teilnahme in Weißensee statt. Die religiösen Funktionen vollzog Oberkantor Davidsohh. Unter den Anwesenden war auch Oerhart H a u n t m a n n, der von dem verstorbenen jüdischen Verleger in Deutschland durchgesetzt worden ist. Oskar Loerke und Manfred Hausmann hielten Ansprachen. Daß man die — an sich selbstverständliche — Anwesenheit und Mitwirkung arischer Schriftsteiler bei dieser Feier als bemerkenswert empfindet, ist ein Zeichen der Zeit. Die Relchsvertretung Echo der Beirats Sitzung Die Sitzung des Beirates der Reichsvertretung hat in den jüdischen Zeitungen Deutschlands ein lebhaftes Echo gefunden. In allen Würdigungen wird -- ebenso wie in dem Artikel der ״Jüdischen Rundschau“ vom 16. Oktober ־— hervorgehoben, daß die Tagung erfüllt war vom Oeiste gesamtjüdischer Verantwortung und einen wichtigen Markstein auf dem Wege der organisatorischen Neugliederung des deutschen Judentums darsLilt. Bei der Würdigung des angenommenen Antrages Max Warbnrg meint die ״C. - V. Zeitung" die ״Jüdische Rundschau" dahin berichtigen zu sollen, daß die angenommene Resolution keinen i in p c r a t i v e n Auftrag an die eingesetzte Kommission enthält. Dies ist attclt von uns nicht behauptet worden. Vielmehr sagten wir nur, daß der Antragsteller Max Warlmrg seine Meinung in diesem Sinne geäußert hatte und daß die Ansicht, inan solle den harmonisch zusammeiiarbcitcmlcn Neuner-Ausschuß nicht erweitern und dadurch nicht neue Komplikationen schaffen, unzweifelhaft der Meinung der Mehrheit der Ver- Sammlung entsprach. Auch die ״C.-V.-Zeiltmg“ berichtet, daß ״oft und von gewichtiger Stelle“ iit der Debatte gegen die Erweiterung Stellung genommen worden ist. Unbegreiflich wird jedem Teilnehmer der Versammlung der Bericht des Berliner G c m c i nd e b I a 11 es vom 20. Oktober scheinen, der zunächst einmal überhaupt verschweigt, daß dem Präsklial-Ausseluiß der Rcichsvertretung von der Versammlung ein hcr/liches Vertrauens- Votum erteilt worden ist. Der Bericht des Gcmeindeblattcs erzählt nur von dem ״zweiten Teil“ des Antrags Max Warburg und überläßt es dem Leser, sich auszumalen, wie wohl der verschwiegene erste Teil des Antrags beschaffen sein mag. Diese Berichterstattung ist um so unbegreiflicher, als der Vorsitzende der Gemeinde, Herr Stahl, nicht nur selbst Mitglied des Präsitlial-Atisschttsses ist, sondern auch in der Sitzung ein klares, von eler Versammlung lebhaft akklamicrtcs Bekenntnis zur Rcichsvertrctiing abgelegt hat. Wenn das Ocmcindcblatt am Schluß unter Bezugnahme auf den Artikel der ״Jüdischen Rundschau" neuerlich in Fettdruck erklärt, daß im Falle einer Ablehnung der Er- Weiterung des Präsidiums ״der Jüdischen Gemeinde Berlin und anderen Großgemciuden die Mitarbeit in der Reichs- Vertretung unmöglich gemacht“ wird, so muß man sagen, daß diese Erklärung allerdings in einem scharfen Widerspruch zu der in der Tagung des Beirates herrschenden Stimmung und zu dem Geiste jüdischer Gesamtvcrantwortung steht. Der Organisations-Ausschuß wird eine umfassende Arbeit zu leisten haben. Ls ist selbstverständlich, daß niemand Vorhersagen kann oder will, zu welchen Ergebnissen dieser Ausschuß gelangen wird. Die Organisation der deutschen Juden in diesem Zeitpunkt, wo ihrer so neuartige und schwierige Aufgaben harren, ist ein konstruktives Problem. Fragen der Zweckmäßig k e i t, der möglichsten Kräfteückonomie und der praktischen Notwendigkeiten sind zu verbinden mit der Sorge um den rechten Geist, von dem alles Gelingen abhängt. Die Kontroverse, die sich leider in der Organisationsfrage mit der Berliner Jüdischen Gemeinde ergeben hat, bezieht sich einesteils auf Fragen der Zweckmüßigkeit lind Arbeitsfähigkeit, wohei jedermann die Notwendigkeit eines engen Zusammenwirkens zwischen den Zentralstellen und den Gemeinden anerkennt, andererseits bekam sic ihren prinzipiellen Charakter durch den cigcntüm« liehen Umstand, daß die heutige Gemeindevertretung, die se! st, obwohl lange vor 1933 eingesetzt, für sich eine zeitgemäße Umbildung a b I c h n t, ihrerseits von der au3 den revolutionären Ereignissen des Jahres 1933 hervorgegangenen Reichsvcrtrctung eine Umbildung fordert. Wir sind im übrigen überzeugt, daß den deutschen Jude« selbst diese Streitigkeiten ziemlich gleichgültig sind. Dia Massen der deutschen Juden wollen Führung und würdige! Vertretung ihrer Interessen, sie wollen auch sachliche ArbeitJ für das Parteienspiel besteht wenig Verständnis. Zum Oencralgouverneur der italienischen Kolonie So« m a I i I a n d ist der venezianische Jude R a v a s ernannt worden.