Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 84 (19.10.1934)
- Date
- 1934-10-19
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 3 M jjf, 64, 19. X. 1934 JÜDISCHE RUNDSCHAU ild Tcl-Awiw, Anfang Oktober 1934. Das Strafloibild Tel-Awiws am Simchath Thora ״״) insbesondere am Vorabend des Festtages hatte in früheren ijtircn sein eigenes *iiöehtc man sagen: seinen Lenen «'"״• ,!' Massen, welche an diesem Abend die Lgogen besuchten, gönn en sich mir eine kur« Ruhepause .t״ Abendessen, um alsbald die Straßen wieder zu bekern. Aber nicht allem, da bis in die spute Nacht hinein •m Singen kleinerer oder größerer Onippcn hörbar war, nicht n״f daß an a^e4 ״'tr Staut und insbesondere auf den r - י־־' יו* ריח /1 ן ״). i■״! .J iteij 4# .* 'Jk 4m t# י"" ו ידן ä» * Jäw».» ■ ו-׳י*»*^ ״Bereu l'lät/en man _ I form tanzende hinge Menschen an- |db I:; •jpdi- >l'״B :lulier;®c her 'i *f fwor• I <״ II her*!nach f b״- feien |W0. |lt;ci. ‘;!eines M•;Zion!ן um { Ent- Jjdiil• #a5־er J sagt Jlfkefl I Eng-; *len l ent•? c 11 e rlrhn« f tiiura teigen t'zigcn 01t e; nncr• {freies* 1 cnim t;*1'11’׳ i Oll t; aates } dlich l aus• ' dlich';!ritte j ialed der Die bis I i so cd cs ich‘ eder sich , die neue *lern rtrk- »die, seihe *r in daß Die Vcr- und Jimnach und •iger er• Ihrt. 11 in echt, alle;lafft eren «der ätzt :linfj der das dem so ist und erimft itidc itef in |uer icn. des nga Soffen konnte, um ilic sich ein mich I!linderten und Tausenden ״hicmlerZiiscliaucrkreis versammelte, der nicht weniger enthudismicrt war - cs gehörte vor allem auch zur Tradition «s Abends ein Debileren unübersehbarer Massen zum Hjtuc von C h •1 i in Nach ni a n B i a I i k, dessen I laus und flirten an jenem Abend allen geöffnet war, vielleicht ein tvmbol für diesen Mann Bialik, der für alle ein Ohr hatte und jedem, der seines Rates bedurfte, mit einer nie erlahmenden Qcduld zur Verfügung stand. Auch im vorigen Jahre zog man 1״ des Dichters Haus. Aber die Fenster waren dunkel, und jfr, auf den man wartete, erschien nicht. Bialik, der damals *hon sehr mit seiner Krankheit zu kämpfen hatte, hatte sich j, (in Tel-Awiwer Hotel zuruckgezogen. Er fühlte sich nicht mehr widerstandsfähig genug, um mit der scheinbaren Elastiziyt die man in der Oeffcnthchkeit bis zuletzt an ihm bc- ,lindern konnte, jedem ein gutes oder heiteres Wort zu sagen, dne Legende oder eitlen Witz zu erzählen. Seinen Wohnsitz Mite er um jrnc Zeit schon nach dem ruhigeren Vorort Ramat 0m verlegt, wo er wenigstens in der Essens- und Schlafenswt einigermaßen ungestört war. Das überlaute Getriebe Tel-Awiws, dessen Einwohnerzahl die Achtzigtausend über- Khrittcn hatte, und das sieh wie eine Millionenstadt gebärdete, ,1r ihm bei allem Lokalpatriotismus, dessen er fähig war, rtfhaßt. Besonders unsympathisch war ihm das öffentliche und lärmende Getrielw am Scliabbath, bei dem oft taktlose Verletzung der Tradition vorkommt. Demi liialiks Judentum »airzelte - bei aller Toleranz — im Traditionellen, in der Thora, in deren Elementar-Begriffen von Sozialismus und [tl.il F.s war ebensowenig Zufall, daß man ihm am Feste der Freude über den Empfang des göttlichen Gesetzes Huldipngc!1 darhrachtc, wie es kein Zufall war, daß Bialik 111• spirjtor der wöchentlichen Schabbath-Feicr wurde, zu der er rtgelmäflig viele Hunderte von den Straßen fortlockte, um ihnen far wenige Stunden die Besinnung auf ihr besseres, geistiges Ich zu vermitteln. Das eine wie das andere war tief in seiner einzigartigen Persönlichkeit verwurzelt. Zum ersten Male seit vielen Jahren feierte Tel-Awlw das Smchath-Thora-Fcst und den Oneg Schabbat h, dessen Versammlungen traditionsgemäß am Scliabbath ßcrcschith nach einer Ferienpause wieder beginnen, ohne seinen geistigen Führer. An den Plakatsäulen las man während der Sukkoth- Feiertage eine Bitte der Stadtverwaltung, mit Rücksicht auf fcc Tatsache von den sonst üblichen Kundgebungen in den Straßen Tel-Awiws in diesem fahre abzusehen. Daher bot das Straßcnbild nur seinen normalen feiertäglichen Anblick. Wer jedoch zu außergewöhnlichen Eindrücken gelangen wollte, konnte solche in überreicher Fülle vermittelt erhalten beim Besuch der interessantesten Bcthäuscr Tel-Awiws, deren vcr• *diicdcnartige Besucher-Elemente symptomatisch sind für die Zusammensetzung der Judenheit in Palästina. Wir betreten zunächst die ״Große Synagoge“, in repräsentative Gotteshaus Tel-Awiws. Der Raum ist über* Mit, wie an diesem Abend und au dem darauf folgenden Tage jedes Bethaus der Stadt bis hinunter zum kleinsten ״Stübr, iss sich vielleicht einige Thora-Rollen, die cs heute zu feiern filt, atisgclichcn hat. Hier füllen etwa zwcicinhalbtausend Menschen den Raum, die in großer Zahl erschienenen Kinder wten in bewundernswerter Ruhe und Disziplin das feiert;!g- Wie Abendgebet ah, dessen Vorbetcr der Kantor Rawitz ist. Tenn jedoch der Umzug und der Tanz der Thora-Rollen beginnt, ist es auch mit ihrer Selbstbeherrschung zu Ende. We Erwachsenen geben ihnen den Weg frei, und sic drängen ■ dichten Scharen mit großen, brcnncnccn Augen zum Alme* wr und dem Heiligen Schrank hin, vor dem zu den sieben 1tagen das Auswcchscln der Thora-Träger erfolgt. Auch » der Empore des mit Recht berühmten Synagogcn-Chorcs, wder junge Rawitz, ein Dirigent von seltenen Graden, seinen Taktstock schwingt, herrscht heute nicht die sonst sclbstvcr* stündliche Disziplin, Man singt während der Umzüge nicht ™ז die traditionellen Strophen von der ״Thora, die der Baum s^Scn auf und reißen alle aus ihrer tiefen Trauer in einem •«Mschrciblichen Glücksgefühl empor. An diesem Abend stand Wein auf den Tischen, plötzlich *'«en der östliche und der westliche Tisch zusammengerückt, öldclT ^c£cnssPru<־fr gesprochen wurde. Alle empfanden das Plötzlich entdeckte mail, daß sich in einer Ecke des Saales 50eh eine neue Gesellschaft niedergelassen hatte. Es waren fjj"He Männer und Frauen, kräftige, schongcwachscnc Gc- «»Iten, und in dem Ausdruck ihrer Gesichter war eine solche 11toekümmerte Sicherheit, in ihren Bewegungen eine so unbe* »werte, fast herausfordernde Lebenslust, daß sie in diesem Miimc der Heimatlosen fast fremdartig wirkten. Wer waren ״!« neuen Gäste? Sie sprachen nicht deutsch, nicht polnisch, jiddisch. Sind cs vielleicht gar keine Juden? . Es sind Palästinenser, und sie sprechen hebräisch, Jf£c Arbeiter und Arbeiterinnen, die als Motorradfahrer zu "1חז großen Sportfest nach London gekommen sind. Es sind!ג"' Hc״, die Juden des Galuth, der ewigen Wanderschaft «™ז'ח י*'* mehr ähnlich in ihrem Typus, sondern schon ״™gewandelt in erdhafte, fest in sich ruhende Menschen. sind die einzigen Menschen in diesem Raum, die ihre r-״.״!!״ gefunden haben. Auch sie wanderten vor Jahren aus j l״c11 aus, und sie eroberten sich ihren Platz in der Welt, ' 1"״en Arbeit und Würde verlieh. J3«* mm ist plötzlich der westliche und östliche Tisch ,;.־,,na1״lerRcTiickt, und zwischen ihnen und dem palästmcn- «.,n!1 'י'TT• der Raum der Ferne, der zwischen den Juden Hl; |läspora und den Juden des neuen Palästina noch bestellt. Rehen hinüber und herüber, kritisch, beobachtend, und "יי.."־* wollten sic eine unsichtbare Brücke bauen. Hier ist a.,glP,S(• Sehnsucht ohne jüdische Erde mit den Mangeln , 01״?tlosigkeit, dort ist Verwirklichung auf jüdischem dort,11' mit den Gefahren der zu schnellen Erfüllung, und 18> es schließlich nur ein und dasselbe jüdische Gesicht, di? a?rWnt vom Tisch der Polen die Melodie der Hatikwah, listin, scl,en Juden fallen ein, und dann singen die Pader Jr r in einem neuen Ton des Trotzes und der Kratt, H1,J?'S” Lied zu einer nationalen, aufbrausenden Hy י«״״- Atisw^f*' singen jetzt keine polnischen oder westlichen 0«W'Ärcr mehr, es singt ein Volk sein Heimatlied. Und!ich ו. j.<er“> das Obdach der heimatlosen Juden, verwandelt zur w״ j cn Augenblicken in eine jüdische Heimstätte, wird *tatrbaren Oase in der Wüste der Wanderschaft. des Lehens ist“, soiulmi mau gellt auch über zu Volksweisen, ja zu einer .Horm-Melodie, die mit Händeklatschen begleitet wird. Von hier läßt sich der Strom der Besucher leicht überscheu. Es sind meist nschkciiasische Juden, die, aus allen Landern Europas kommend, gute Tel-Awiwer Bürger geworetc 11 sind und hier ihr religiöses Zentrum (gefunden haben, ohne von den zahlreichen kleinen Scpiiratgcincindcn, deren Mmhagim ihnen vielleicht heimischer wären, sich cinfangcn zu lassen. Auch hier ist die Aussprache des Hebräischen die sefardische, jedoch spurt man, daß sie nicht von Kindheit auf vertraut war, sondern erlernt wurde. Wir vcrla sseu die ״Große Synagoge“ und begeben uns zu den Chassiclim, deren _ Ekstase sich ebensowenig von jener unterscheidet, wie 'vir sie in den cliassidischen Bethäusern aller Gnluth-Ländcr finden, sowie auch das Aeiißcre, was Kleidung, Sprache und Gebärde aiilaugt, sich weder bei den Alten, noch bei den Jungen verwandelt hat. Auch hier ist cs übervoll. Wir vcrweilen nicht lange, um wenigstens noch einen Bruchteil des jemenitischen Gottesdienstes zu erleben, der an jenem Abend besonders für den Europäer von großem Interesse ist. Aut dem Wege ins Jemenitcn-Viertcl, das in Mccrcsnähc und etwa eine gute Viertelstunde Fußweg entfernt liegt, machen wir kurze Abstecher in die Synagoge des Altersheimes ״Maschaw Sckcnim“, wo cs, wie immer, würdevoll und gemessen zugclit. Beim Verlassen der Chnssidim-Schule tönt uns noch auf der Straße das emphatische, gehämmerte ״W'ssamaclita B’chagccha“ (״Und Du sollst Dich freuen mit Deinem Feste“) nach. Unweit des ״Moschaw Sekcnim“ hat neuerdings eine Gemeinde von deut* scheu J 1111 c 11 sich niedergelassen. Die Kinder beteiligen sich dort, wie inan cs von zu Hause 11er gewohnt war, am Umzuge mit ihren Fahnen, unter denen man auch die bekannte Ealmc eines Berliner jüdischen Vereins bemerkte, die noch vor einem Jahre den Zug der Kinder in einer orthodoxen Berliner Gemeinde anführtc. Bei den Jemeniten! denen ein großer sogenannter ״Zrif“, eine Holzbaracke, die mit unzähligen Birnen illuminiert, schon von weitem sichtbar ist, als Betramn dient, ist man schon heim Einheben der Thora-Rollen, die eingebettet sind in cmlklappbarc hölzerne Gchänse, welche bei der Thora-Vorlesung aufrecht gestellt und nicht gelegt werden. Man fühlt sich in diesem Kreis von rassigen Gesichtern, denen die Olivenfarbe der Haut tind die brennend großen, dunklen Angen ein besonderes Gepräge geben, wie in eine andere Welt versetzt. Aber auch hier sind cs die gleichen Rollen der Heiligen Schrift mit dem gleichen Inhalt vom ersten bis zum letzten Wort, deren Anerkenntnis die Judenheit der ganzen Erde untrennbar vereint. Auch hier wird gesungen und getanzt, aber der Rhythmus des Tanzes ist ein wahrhaft orientalischer, und die Sprache, die doch das gleiche Hebräisch ist, scheint in den ersten Minuten nichts zu tun zu haben mit den Lauten, die vorher an unser Ohr drangen. Der Dialekt der Jemeniten ist ein merkwürdiges Gemisch, zwischen den Dialekten der Aschkcnasim wie der Scfardim liegend, mul erhält durch gutturale Tongebungen — beeinflußt durch das Arabische, dessen ehe Jemeniten sich im Privatleben auch in Palästina noch zum grollen Teil bedienen — ein besonderes Kolorit. Auch am nächsten Morgen zieht cs uns wieder in *liese einfachste der Synagogen, man lauscht den Wcchselgesäugcn, bei denen regelmäßig drei oder vier Besucher beteiligt sind, man bewundert die Ekstase der Jugend, die, schon europäisch gekleidet, ihren Vätern in charakteristischem Aussehen, Geschmeidigkeit und Grazie der Bewegung nichts nachgibt. Das Gehet um Regen hat für diese permanenten Bewohner des Orients möglicherweise eine noch tiefere Bedeutung als für den europäischen Juden, der erst, nach Palästina hcimgekelirt, gelernt hat, was Wassernot für den ganzen Lebensstandard eines Volkes bedeuten könne. Dieses ״Geschein-Gebet“ ist im Machsor der Jemeniten — wie übrigens auch der Scfardim — vor das Mussaf-Gebet verlegt, während die morgendlichen Thora-Umzüge und -Tänze ganz am Ende des Gottesdienstes stattfimlcn, der in wiiriligcr Ruhe verläuft. Noch am spaten Abend finden bei den Jemeniten Feiern statt, bei denen die Gesctzcsrollen nicht fehlen tind bei denen nach Dunkelwerden auch ein vcritablcs Orchester in Erscheinung tritt. Erst nach Mittcr* nacht wird cs still im Jcinenitenvicrtel. Den Nigun ihres ״Mipij El Jitbnrach Jisracl“ (״Aus dem Mund Gottes empfängt Israel seinen Segen“) finde« wir wieder in der architektonisch schönen Synagoge der Scfardim! in der gleichfalls zur Zeit des Sternenaufgangs, nach dem Maariw-Gcbct, das schon den Wochentag wieder cingeleitet hat, noch rege Festesfreude herrscht, Die Umhüllungen der Thora-Rollen, die dort die gleiche Form aufweisen, wie bei den Jemeniten, sind zum Teil unendlich kostbar, aus reinem handgearbeitetem ornamentiertem Silber. Die Konvention, die dort wohl am stärksten von allen palästinensischen Gemeinden fühlbar wird, wird heute durchbrochen. Mail sicht an der Spitze der langen Reihe von Thora-Rollen die dekorative Gestalt «es sefardisclien Oberrabbiuers Usiel im gelblichweißen Gewand und *lern blau umrandeten Barett tanzend einlicrschreiten. Der Raw Pupitar jedoch, der im Volksmimd der ״Chacham B’clior“ genannt wird, ein alter würdiger Herr mit weißem Bart, im schwarzen Talar und Barett, läßt ' sich von zwei jungen Männern auf die Schultern heben und dirigiert mit der Lebhaftigkeit und Ausdauer eines Jung* lings den Chor der singenden begeisterten Gemeinde. Die erste Veranstaltung des Oneg Schabbat 11 fand am Scliabbath Bereschit, wenige Tage nach dem Fest der Freude über das empfangene Gesetz, im Oliel Sehern in Tcl-Awiw statt. Wenn sclion am Simchat Thora das Aus* strahlen der Persönlichkeit Bialiks aufs tiefste vermißt wurde, um wieviel mehr in dieser Versammlung, deren Haupt er war, in der seine Stimme zu hören so selbstverständlich war, wie seine Gestalt und sein Lächeln ewig unvergessen bleiben werden, wenn er am Ausgange des Scliabbath dem von ihm gedichteten Loblied der Arbeit immer wieder intensivst lauschte, das aus reinen Knabcnkchlcn kommend, tief in die Herzen aller Hörer drang und ihnen Mut gab für das schwere Werk der kommenden Wochentage, Nach Sch mar* ja 1111 Lewin s feiner geistreicher Rede, die ohne in den ausgetretenen Weg der üblichen Gedenkreden hinabzuglciten, doch vom ersten bis zum letzten Wort dem Andenken dieses einmaligen Mannes galt, sang der regelmäßig bei diesen Nachmittagen mitwirkenclc Chor den ersten Absatz der Scliöpfunprsgeschichtc. Und wir glauben mit Alexander Süßkind Ramnowitsch, dem Nestor der palästinensischen lebenden Dichtergencration, daß wir als Zeitgenossen dieses Großen unseres Volkes die Verpflichtung haben, aufbauend und schöpferisch zu arbeiten in seinem Sinne; erhaben über Parteihader, Bruderkampf und seichte Assimilation für den Aufbau und die Regeneration unseres Volkes und Landes und. für die Erhaltung einer Tradition, aus der Thora und Scliabbath nicht fortzudenken sind. Manfred Gei«• ■ I י Aus der Haftarah für Sabbat, den 20. Oktober 1934 Warum sprichst du, Jaakob, redest du, Jifsrael: Verborgen vor IHM ist mein Weg, mein Recht entzieht sich meinem Gott?! Erkanntest du es noch nicht oder hörtest du es noch nicht: der Urzeit-Gott, ER, Schöpfer der Ränder der Erde, er ermattet nicht, er ermüdet nicht, unousforschlich ist seine Entscheidung. Er gibt dem Ermatteten Kraft, dem Ohnmächtigen vielfaltißt er Kernhaftigkeit. Jünglinge ermatten, ermüden, Rüstige straucheln und straucheln, aber die SEIN harren tauschen Kraft ein, wie die Adler treiben sie Schwingen, sie rennen und werden nicht müde, gehen zu und werden nicht matt. Jcschaja, Kap. 40, Vers 27/31 Ein Feisal- Denkmal in Haifa Am 8. Oktober fand in Haifa die feierliche Enthüllung eines von der Uaifacr Moslemischen Vereinigung errichteten Denkmals für den verstorbenen König Fcisai von Irak statt. Die Zeremonie wurde von dem stellvertretenden High Coniniissioncr, Cliefsckrctär Hall, vorgenommen. Das Denkmal hat die Form einer Säule, deren oberer Teil abgebrochen ist. Für diese Form gab einer der Redner der Zeremonie, Ali Bcy Tamimi, namens der Hailaer Moslemischen Vcr« cinigung folgende Erklärung: ״Das Denkmal ist ein Symbol für das ruhmreiche Werk Ecisals für die Unabhängig* k c i t und Vereinigung der arabischen Länder, Das Mal ist nicht vollendet, weil der Tod auch ihn vor der Vollendung hinwegraffte.“ Der stellvertretende High Comtnissioner hielt eine Rede, aus der wir nachstehende interessante Stelle wiedergebem ״Wir kommen heute zusammen zu Ehren eines großen Soldntrn, eine, großen Staat •manne« und großen Pairioien. Es tilgt sieh gut, daß die Stadl Haifa, welche die. Verbindung zwischen Ost und West, zwischen Arabien und Europa ftarsIcHl, die •cm bedeutenden arahiw-hen König ein dauernde» Denkmal srtic. König I׳'ci‘-.d war nicht nur ein Visionär, er war ,ein praktischer Idealist. Sein Eifer war gezügelt durch Weisheit. V.t wiiiüe, daß der kürzeste Weg nicht immer der s e h 11 c I I s l c und sicherste ist und dal! auch, wenn das Ende des Weges im Augenblick nicht erreichbar Ist, es besser ist,wenigstens ein Stück vorwari-zukoiiimcn, als siehcnzubleibcn." Außer dem bereits erwähnten Ali Bcv sprach noch der Bürgermeister von Haifa, Hassan Schukri, der erklärte, das ganze Lehen des Verstorbenen sei dem Ruhm des Arabertu ms und der Wohlfahrt der Menschheit gewidmet gewesen, im Sinne Fcisals müsse vorwärtsgegangen werden, bis die Geschichte sich wiederhole und die arabische Kultur wieder zur Blüte kommt. Auf der Säule ist eine Inschrift angebracht, worin cs heißt: ״Die Unabhängigkeit ist uns genommen und nicht wiedergegeben. Die Freiheit der Nation ist in ihrer eigenen Hand." Der Platz in der Nähe der Bahnstation, aut welchem das Denkmal steht, erhält den Namen Fcisai Square. Unter den Gästen der Feierlichkeit befanden sich Emir Abdullah von Transjordanien und Exkönig Ali, beide he* kanntlich Brüder Feisals. Ferner nahmen eine Anzahl englischer Beamten und viele arabische Notabel!! (darunter der Mufti von Jerusalem) an der Zeremonie teil. Die Stadtverwaltung von Haifa war vollzählig anwesend. Die Jcvvish Agency war durch den nolitischrn Dezernenten Schertok vertre* tcn. Auch der Waad Leumi war vertreten. Eine Reihe wichtiger Ausgrabungen wurde in Gezer (südöstlich von Haifa), dem auch aus den Makkabäer- Büchern bekannten Ort, gemacht. Die Ausgrabungen werden von dem Palcstinc Exploration Fonds unter der Leitung des Archäologen Allan Rowc aut einem *lein Baron Rothschild gehörigen Gebiet durchgeführt. Die Mittel wurden von dem verstorbenen Herbert Bcntwich gestiftet. In Gezer wurden schon früher Teile der alten kanaanitischcn Königstadt ausgegraben und die neuen Entdeckungen geben wichtige Er* gänzungen. Auf der Rückfahrt nach Palästina Ein Leser unseres Blattes, der mit der ״Pilsna“ Endo September nach Palästina gefahren ist, ßhersendet uns cino Reihe von Bildern, die er an Bord gemacht hat. Die hier wiedergegebeaen Bilder zeigen Dr. Ruhpin, Leiter des Sicdlungswcrkes fär die deutschen Juden, Dr. MagnCs, Kanzler der Universität Jerusalem, und J, Grünbaum, Mit• gUed der. Palüslinu-Exekutive, ' ־ ‘ *•