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Jüdische Rundschau · 1934-10-16 · Heft 83 (16.10.1934) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 83 (16.10.1934)
Date
1934-10-16
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 JÜDISCHE RUNDSCHAU Das Ma'asse-Buch in englischer Uebersetzung Der Altmeister der jüdischen Folklorcforschung, Dr. Mo• fces (last e r in London, hat, vielleicht als einer der ersten, der alljiddischcn Literatur mit ihrem reichen und ungchobe. tien Lolkloreschatz das größt.׳ Interesse cntgcgengebracht und liiert!her eine Reihe werlvollcr Arbeiten geliefert, l'.s ist also nicht verwunderlich, wenn ihm seine eingehende Forscliertätigkcit auch dem altbekannten Gcschlchtcnbuchc zuführle, das unter dem Titel ״tta'ass c - B u c h“ in Ba• sei 1(1(12 erschienen ist. Lr hat cs nunmehr in einer englischen Uchcrsdzung (Ma’aseh Book. Book of Jewish Tales and Legcmls translatcd from ilic Jndco-Gcrman by Moses Oaslcr, 2 Bde. Philadelphia 1031) in der ,,The Schiff Library of Jewish Classics“ in Philadelphia herausgebracht. Diese eigentümliche altjiddischc Märchen- und Legenden- Sammlung weist, obwohl spät im Druck erschienen, ein weit höheres Alter auf. Der volkstümliche, ungekünstelte und ge• mütlichc Ton der überlieferten Geschichten wirkt noch heute erfrischnul auf uns. Sic sind weniger einer künstlerischen Bearbeitung erlegen und stellen deshalb ein unerschöpfliches Gut urwüchsiger Volkstümlichkeit dar. Ihr folkloristischer Wert ist sehr groß und so manche Erzählung des Ma’asse• Buches gewahrt uns einen Ein bück in Lehen, Sitten und Bräuche des mittelalterlichen Ghetto-Judentums. Seine 25t Geschichten enthalten neben vielem talmudischcn und mittel• altcrlichcn (int, besonders aus dem jüdischen Leben Deutschlanils, noch eine grolle An/;1hl von Fr/.nlilimgcn und No• Vellen, deren Motive dem abendländischen Kulturkreis entlehnt sind, und die schon im Hinblick auf ihr eigentümlich• jüdisches Kolorit eine wahre Fundgrube für den Forscher bedeuten, 1111 Laufe von einigen Jahrhunderten war das Ma'asse- Buch eines der meistgelesensten Volksbücher im Ghetto. .Es wurde nicht nur gelesen, sondern zerlesen, so daß cs eine große Anzahl von Neuauflagen erlebt hat. Seine Popularität ■erstreckte sieh aller nicht nur auf die jüdische Gasse, sonder« es war ebenso bekannt linier den Niclitjuden, und im Jahre 1(112 hat cs der (iießener Theologe C. Itclvicus in einer deutschen Uebersetzung unter dein Titel ״Jüdische Historien1‘ hcrausgchrachf. In neuester Zeit haben sich auch namhafte Gelehrte der Erforschung des Ruches zugewandt, ti. a. Stci nsch 11 c i d e r und Max <1 r ii 11 b a u m. Vor einigen Jahren hat Bertha Pappen 11 eim eine deutsche Uebersetzung aus einer allerdings späteren Ausgabe des Ma’asse-Buchcs (Am- Stcrdam 172!) angefertigt. Gast er* Verdienst beruht nicht so sehr in seiner meisterhaften Uebersetzung mul vorzüglichen Beherrschung des Stoffes, wie in der ganzen Anlage seines Ruches. Er hat ihm vor allem eine zwar knappe, aber nicht minder instruklive Einführung in das altjiddischc Schrifttum und in das Wesen der attjüdisclicn Erzählung vorangcscliickt. Am Schluß des II. Bandes gibt Gastcr eine kurze Quellenangabe für jede einzelne Geschichte, wodurch das Buch auch als eine wissenschaftliche Anleitung gebrauchsfähig wird. Es lag aber in der Intention des Ucbersctzers, die englische Ausgabe des Ma’assc-Fluchcs nicht allzu sehr mit wissenschaftlichen An* merkungen zu belasten, um cs somit, gemäß seinem volks• tütnliehen Charakter, einem weilen Leserkreis zugänglich zu machen. Kommt der wissenschaftlich Interessierte nicht ganz auf seine Kosten, so will man doch hoffen, daß das Buch in der jüdischen ()Öffentlichkeit, besonders bei der englisch• sprcdicndcn jüdischen Jugend, einet! starken Widerhall fin* den wird. ________ Dr. Mei11is. ״Die Schwarzhandel! und Englands wirtschaftlicher Aufstieg ln seinem neuen, hei Ernst Rowohlt erschienenen Buch sucht H. R. Knickerbocker sich mit der faschistischen Bewegung in England aiiseinandcrzusctzcn. Aber er macht es sieh zu leicht. Seine brillante Art, einen Problcmenkrcis aus Immiert Perspektiven zugleich zu beleuchten, verläuft sich diesmal an der Oberfläche. Man kann die Schwarzhcmdcnbcwcgung. Englands nicht kennzeichnen, indem man Sir Oswald Mosley und seinen Gegenspieler Herbert Morrison auftreten läßt und ein paar Reportagen von Versammlungen bringt. So kristallisieren sich zwar die drei Bedingungen einer jeden faschistischen Revohilion heraus: die Pauperisicrung des Mittelstandes, die angebliche oder tatsächliche bolschewistische Gefahr und der Leerlauf des Parlamentarismus, aber von den spezifisch englischen Widerständen — der demokratischen Tradition, der wirtschaftlichen internationalen Verbundenheit — ist kaum die Rede. Oberflächlich und sprunghaft berührt Knickerbocker die Stellung Sir Oswald Moslcys zum Antisemitismus. In dem Bericht über eine Sciiwar/Iiemdeu-Vcrsaminhing ln der Colstou Hall in Bristol schreibt er: ״Der Beifall wuchs. Noch mehr nahm er zu bei Moslevs antisemitischen Anspielungen. Er sprach niemals ausdrücklich von den Juden, sondern gebrauchte Phrasen folgender Art: ,Einige britische Patrioten aus dem Orient, die gewaltige Vermögen an der Effektenbörse machen‘, oder ,Jene Patrioten mit ausländischen Namen in der City von London‘, oder ,Jene großen Interessen in der City von London, die zu einem guten Teil in den Händen von Männern ruhen, In deren Adern kein Tropfen britischen Blutes fließt'.“ 1111 Anschluß an die Versammlung beantwortete Mosley Fragen aus dem Publikum: ״Wir sind nicht antisemitisch, aber wir werden die Juden nach Maßgabe ihrer Verdienste als Briten beurteilen.“ Ein andermal sagt er: ,׳,Juden werden in unsere Partei nicht aufgcnomuieu, weil sic sich als unsere Gegner erklärt haben, und nur ein Narr würde erklärte Gegner in seine Reihen mifnehttieti.“ Eine Entschuldigung 1 gäbe es für Knickerbockers wirre Darsfellmig der Juden• trage: daß sie sich Sit Oswald Mosley selbst nicht weniger ,wirr darstcilt. Der zweite Teil des kleinen Buches ״Englands wirtscliafllicher Wiederaufstieg" bringt eine Menge neuen und ׳ lebendigen Materials. ׳ Herbert ־Friedcnthal. ft Dr. rned. Arthur Czctlitr.cn Mein Stammbaum. Eine grnca• logische Anleitung für deutsche Juden. Berlin 1934, Philo• Verlag, Der verdiente Vorsitzende der Gesellschaft für jüdische F a in il i c n f a r s c 11 u n g, über deren zehn* jähriges Jubiläum im Juni 1934 die ״Jüdische Rundschau“ berichtet hat, gibt auf 32 Seiten eine gedrängte erste An• Weisung für faniilienknndlichc Forschung, die mit unter dem Einfluß von Uniwcltsströmungcii nun auch unter den den(• sehen Juden verstärkten Auklang fand. Der Titel .״,Mein Stammbaum“ selbst ist ein Zugeständnis an ncnriigewinnende Forseluingshcflisscne; denn die strenge Wissenschaft verpönt sowohl das darstellerische Bild als auch den Begriff des ״Stammbaums“ zugunsten einer rein zahlenmäßig gegtiederten Darstcllumrswcisc von Äszendcnz. (Vorfahren eines Probanden) und Deszendenz (Nachkommenschaft eines Stammvaters). Rein arbeitstccluiisch wäre hier vielleicht noch eine Empfehlung des Alincntafclvordrucks, herausgegeben von der Zentralstelle für deutsche Personen- und Familiengeschichte c. V., Leipzig, von Nutzen gewesen. Auch der Begriff einer Anleitung ״für deutsche Juden“ bedart der Erklärung. Er gilt insofern, als nur für den Bereich des deutschen Vorkriegsterritoriums die (staatlichen und jüdischen) Quellen dgr Pcrsoncnforschimg aufgcfiihrt werden. Dem Arzt als Verfasser der Broschüre darf man Dank dafür wissen, daß' er laicnvcrstäncllichc Anweisungen zu biologisch-rrbkiimllkilcn Aufzeichnungen gibt. Der soziologisch Interessierte wird Vorschriften zum Verzeichnis von Wohnsitz und Berufs,»usiibiing, ferner von Mischehen und Austritten vermissen, die das Entwicklungsbild jeder deutschjüdischen Familie mitbcstlmmt haben. Dem geneigten Leser der übersichtlich angeordneten Anleitung wäre zu wünschen, daß er das häufig aiinttreffende Vorurteil des ״unnütz Erinncrns“ bei ihrer Befolgong bald verliere, Ist doch dem deutschen Juden die Anknüpfuug an das Erbgut der Väter das einzige ״Real- Geistige“, das ihm verblieb. Was dem nur negativ bestimmten ״N i c 111 a r i c r“ noch als nicht gcrümpel erschien, entfaltet sich bei Besitz, den wicdcrzucrwerbcn da* kehrer-Juden ausmacht. Dr. verwertbares Wissensnäherer Bemühung als Wesen des Helm- Hanns Reißner. Ein Wegweiser. Das Interesse, den eigenen Vorfahren nach zuspüren und somit sich selber kcnncnzulcrncn, ist in unserer Zeit in weiten Kreisen wachgeworden und regt auch Juden vielfach zur Beschäftigung mit Ihrer Familiengcscii ichte an. Da die Schwierigkeiten, bet solchen Forschungen über die vierte Generation hinauszukommen, oft recht beträchtliche sind, so ist ein Wegweiser auf diesem Gebiete nicht unerwünscht. Das Buch von Paul MichHgk ״Almeiiforscliuiig -- leicht gemacht" (Industricvcrlag Spaeth ft Linde, Berlin, 1934) erfüllt alle Anforderungen, die der Familienforsclicr stellen muß. Es zeigt die Qucllcnortc und Archive, hei denen man Material sammeln kann, und zeigt auch in einem interessanten Kapitel, wie die Familien- und Vornamen zur Erkenntnis der Vorfahren führen können, ln einem Abschnitt dieses Kapitels erläutert der Verfasser das Zustandekommen jüdischer Namen und die Umtaufe ton Juden durch die Kirche, die beim Wechsel der Religion auch Wert auf einen neuen Namen legte. •nn. Ein Roman aas £cm Vorkrlegs-München Anette Kolb, ״Die Schaukel“ (S. Fischer-Verlag, Berlin). In formstrenger Sprache malt Anette Kolbs neuer Roman ״Die Schaukel“ Menschen und Landschaften des Vorkriegs- München, mit pastellencn Farben, die süddeutsche Wärme seiner Salons, die beschwingte Musikalität jener Tage, ln die — bei aller Bereitschaft zur Lockerung der Form — Exklusivität der Gestalten, die der erste Luftzug einer aufziehenden Zeit dahinrafft, stellt die Autorin auch eine Jüdin, die Baronin James; ihr bedeutendstes Merkmal war, ״wie der meisten Juden von überragendem Typ, die Entschiedenheit ihres Qualitätsgefiihls“. Niemals besucht die Baronin eine Gesellschaft — denn sic möchte den Gaslgcbcrn die Peinlichkeit des Placicrens ersparen. Am Rande der durchsichtig-ästhctisicrcnden Atmo Sphäre des Romans hält sic ihr eigenes Cercle, geschätzt und viel besticht, zu dem auch Menschen kommen, die, ״man muß cs wohl sagen, in ihren Umrissen an frühgotische Gestalten erinnern und deren so unverinischt abendländische Beschaffenheit sie ihrerseits empfänglich macht für die heimliche Attraktion, die geistige Spannung, die mm einmal zwischen unvermischt morgenländischer und unvcrmischt abendländischer Wesensart auf der Lauer liegt“. An dieser Stelle macht die Verfasserin eine Anmerkung. ״Vom Tage an, da die Juden im geistigen Leben zu Einfluß gelangten, machten sich in der gefähradden Existenz des Künstlers gewisse Chancen fühlbar, daß er nicht mit einer Mühsal wie bisher, die subjektiv gesehen nur zu oft einem Auf-dcr-Strccke-BIciben glciclikam, sich diirchzuringcn hatte; mit anderen Worten und retrospektiv gesehen: daß ein Hölderiin vielleicht davor gewahrt geblichen wäre, den armen Hauslehrer zu spielen, Franz Schubert vielleicht nicht so jung und als ein derart armer Teufel gestorben wäre. Wie dem auch sei: wir sind heute in Deutschland eine kleine Schar von Wesen und Leben der Beduinen Das im vorigen Jahr erschienene Buch ״Als ßc<|u!״ unter Beduinen“, von Dr. Ludwig Ferdinand Clan.! (im Verlag Herder ft Co., Freiburg i. B.), welches hcrejt nach seinem Erscheinen bei uns kurz besprochen worden ist, ist nunmehr in zweiter Auflage herausgckoninicn.!)״ Buch hat auch heute von seiner Aktualität nichts eingcbuBi und ist für jeden Zionisten wie überhaupt für jeden, t|cr Sj l mit den Problemen des Orients befaßt,י von Wichtigkeit gJ voller belehrender Einzelheiten. Clauss ist ein sehr objtt, tiver Beobachter und hat eine eigene, vielleicht von keinem anderen R.isscnforschcr der Gegenwart erreich!, Methode, das Wesen und die Besonderheiten einer mcosch• liehen Gruppe im Bild sowohl als auch im Wort festzuhalten* So «ind denn sowohl die ausführliche Schilderung (W Lehens des Beduinen-Stammes, als auch die zahlreichen eindrucksvollcn Bilder außerordentlich aufschlußreich und geh״ einen wirklichen, und nicht nur einen oberflächlichen Eindruck, wie er zuweilen von flüchtigen I hirchrciscndcn «, geben wird. Die Datier der Zeit, während welcher sich C|a*(j bei den Beduinen steh aiifgehnlten hat, und die Intensität, m,t de׳• er sich in die Seele dieser Menschen cingelcbt hat, möglichten es ihm, einen tieferen Finhlick in ihre seelische Struktur zu vermitteln. Wenn er schon auf den ersten Seit«! des Buches z. B. fest stellt: ״Ich ahnte damals, daß im M0r• g c n 1 a n d c alles darauf ankommt, Nachbar «ein. Fs ist für den, der nicht seihst als Blutsverwandter, alt Glied einer Sippe dem Lande /!!gehört, der ein z 1 g c U' t« Ins Vertrauen der Bewohner. Der Weg ins Vertrau(* führt über die Ocwolrnheit, und die Gewohnheit will Ztjt. Wer sich die Zeit nicht nimmt, ein Gewohnter m werden, du bleibt fremd. Der Nachbar aber gehört fast zur Familie du Nachbarn,“ so erscheinen uns diese Sätze gerade in der heutigen Situation, in der es darauf ankommt, in Pal ästim den Weg zum arabischen Nachbarn zu finden,!1! ein wertvoller Fingerzeig zur Uchcrwindung der bcslchei. den Spannungen. Abseits der polnischen Erkenntnisse, die sich au* dm . ... inen, insbesondere in die Stellung der Frauen im Stamm. Die bestehenden patriarchalischen Sozialverhällnisse bedeut«, wie bei allen Nomadcnvülkcrn, eine starke Knechtung der Frau und eine tiefe Geringschätzung ihrer Persönlichkeit Auch in die Beziehungen der Stammcsgciiosscn untere*!, ander erhalten wir einen Einblick, indem mit erfrischender Realität die Rivalitäten der einzelnen Beduinen geschildert werden; und diese Rivalitäten sind um so stärker, als cs bei den Beduinen keine fest verankerte und überragende Macht eines Herrschers gibt, sondern der Scheich nur der ״prinua Inter parcs“ ist. ______ N. Von den Juden Yemeni Wir veröffentlichten an dieser Stelle (s. ״Jüd. Rundschau' Nr. 70) bereits einen kurzen Hinweis auf die in der Bücherei des Schocken-Vcrlagcs vor kurzem erschieneneAntho• logic von S. O. F. G o i t c > n. die sich mit den Juden Ycmcns beschäftigt. Wohl selten ist es in einem Mate gelungen wie in diesem knappen Büchlein, in den (leist und das reale Leben einer Volksgruppe cin/uführcn und diese« weit versprengten Stamm des jüdischen Volkes auch dem Leser nanczubringen, der bisher über Yemen und seine Juden nichts oder nur wenig wußte, ja nicht einmal he• solideres Interesse Dir volkskundliche Dinge besaß. Nicht mir, daß wir hier an llaud von Ucbcrsctzungcti aus dem Schrifttum der Ycmeiiitcn und auf Grund von Mitteilungen, die wollt von In Palästina lebenden Juden aus dem Yemen stammen, Geschichte und Sage der Juden Ycincns kennen• lernen, auch die Form ihres Lebens im inncrjüdftchen Krei'e lind ihre Beziehungen zu den arabischen Nachbarn »erd« lebendig. Einige der Erzählungen stellen literarische Kost• tichkcitcn dar, an denen jedermann besonderes (ielallen hita muß. Wir nennen liier nur: ״Die Geschichte vom mannhaften Mädchen“ und ״Ein Taugenichts“. Mit dwsem Band ist die Schocken-Büchcrä um ein wertvolles Glied vermehrt worde«, lind man darf den Wunsch aussprcclicn, daß auch in weitem derartigen Anthologien der Versuch gemacht wird, Teile de! jüdischen Volkskürpcrs dem deutschsprachigen Leser in 0«״ so unterhaltenden und zugleich belehrenden Form bekannt«■ machen. Dem Verfasser ist für die geschickte Auswahl u״l die vorzügliche Uebersetzung besonderer Dank zu sagen. Die Wahrheit Uber den Revisionismus. Von S. Schmitt und H. Braniicr. Herausgegeben vom Zionistischen £!־ tralvcrband für die Tschechoslowakei, Mährisch-Oshi«. Preis: Kc. 4,50. Diese kleine Broschüre stellt ein vorzügliches Ko«• pcmlium in dein so notwendigen geistigen Kampfe gegen « revisionistische Ideologie und politische Praxis dar. Fs ist otn Verfassern gelungen, die gefährliche Entwicklung der rcvi»• nistischcn Bewegung seit ihrem Entstehen auf/mfcckert « die ganze Unlumiicrtheit ihrer politischen Ansichten zu »11• ren, Ucbcr die Kritik am Revisionismus hinaus stellt Broschüre zugleich eine positive Darlegung des nistischcn Programms dar. Bes Rand gegebenen Inliallsliinwcisc, Broschüre sehr erleichtern. onders angenehm sind die w die die Benutzung « Christen, die sich ihrer über bewußt bleibt.“ Fußnote 1934. Dankesschuld dem Judentum jjegen- Herbert Frieden thal. Vor kurzem erschien in einem vom Zionistischen Zentralbiiro, London W. C. I, licrausgcgcbcncn Sonderdruck das Re!erat von Elazari-Volcani (Wilkansky) ״Planmäßige landwirtschaftliche Kolonisation in P 9 I ä - *tina“. Liner der besten Sachkenner Palästinas gibt hier leine Anschauung über die verschiedenen iandwiztschaftliehen Wirtschaftszweige und die Möglichkeiten des Landes. In Jerusalem erschien vor kurzem ein neues Buch in 11 ebräisclicr Sprache von Mcdzini ״Die ztonUlischc Politik vom Beginn bis zum Tode Her/Is“. Mcdzini hat bereits vor einigen Jahren ein Buch ״Zehn Jahre Palästina- Politik", gleichfalls in hebräischer Sprache, veröffentlicht. Das offizielle Organ der Zionistischen Exekutive ״New Judäa“ hat ihren 10. Jahrgang begonnen. Aus diesem Anlaß veröffentlichte Prof. Broaetsky in der letzten Nummer der Zeitschrift eine Würdigung der Bedeutung diese* offiziellen Uiformationsorgans. Gegen die Mischungen der antisemitischen Literatur. Die Hochflut der antisemitischen Literatur in der letzten Zeit hat eine entsprechende Abwehrreaktion unter den Juden er/euct. Nachdem die Antiritualmordhroschiirc des Vereins zur Wall• rung der Interessen des orthodoxen Judentums vor kurzem erschienen ist, gibt jetzt der Leiter des jüdischen Seminars in Danzig, Sami Glücksmann, eine Broschüre ״Die Fälschlingen der antisemitischen Literatur“ (Verlag Jakob Lange, Danzig) heraus, In der er die einzelnen Verleumdungen hi ihrem Ursprung aufweist und die fatschen Zitate richtigstem. Auch diese Broschüre kann uns im Kampf um die Wahrheit eine Hilfe sein. Die Tschechische Akademie der Wissenschaften und Künste hat einen von Prof. Dr. K. Wcigncr redigierten Sammelhand erscheinen lassen ״Die Gleichwertigkeit der europäischen Kassen und die Wege zu ihrer Vercillting“. In der Veröffentlichung gelangt die tschechische Wissenschaft zu folgenden Ergebnissen: es gibt kein rassenreines europäisches Volk; alle europäischen Rassen sind körperlich und geistig gleichwertig; eine Reinzucht der europäischen Rassen ist in dem heutigen Zustande der Vermischtmg unmöglich; eine einseitige rassenmäßige Zuchtwahl ist biologisch nicht wünschen wert; wünschenswert ht jedoch die Veredelung der Rasse auf dem Wege der Eugenik. ״Der Morgen“. Philo-Vcrlag, Berlin W 15, Jahrgang י Heft 0/7. — Das September ( )kfober-Hclt des erscheint als Doppelheft zur religiösen Frage. Her einlfiK"/, Aufsatz von Ludwig F c 11 c 111 w a 11 g c r ״Religio״ ncuie stellt diese Frage in ihrer ganzen Schwere und Tiefe: g1״. für den deutschen luden von heute außerhalb der l1״ doxic und ׳ außerhalb der idealistischen rein persönj11 und subjektiven Frlehnis-Rctigiosität einen festen l״l'p J, Glauhensslandort? Um die gleiche Frage kreisen die ™ von Max Dien em an 11 ״Gedanken über ,£ייי , /ctJ Synhcdrion“ (11. 11. über die Frage neuer Autorität u״ J‘1‘ ״ tum), von Oskar Wolfsbcrg über ״Geistige und Führung", Frust Simons ״Zwiesprache mit Marlin Bu Günter F r i cd I ä n d c r s ״Jugend auf der Suche“ um . Hirsch s ״Drcifnge-Jtiden“. Die gedankliche Bemüh«, eine neue Religiosität (oder wenigstens den Weg zu in L , giiiizcn die Stimmen, in denen religiöses Erleben u1׳n״ zum Ausdruck kommt: Margarete Susman führt *** . . wirklichen ״Trost", die aphoristischen ״Sätze“ von 1• ' Strauß packen religiöse Wirklichkeit in den kleinen ■ K, Rudolf Flat los nachgelassene Arbeit über ״Die Wissenschaft vom Judentum“ stellt dem wechselnden » Judentums, wie es im Wandel der Zeiten von außen cn* dessen eigenen Inneren Begriff von sich selbst gegen״(* Emanuei bin Oorion würdigt Ismar □bogen * Meister solcher Wissenschaft von heute, Den ־ן 'ח'ג hohen Feste deuten Worte von Franz R 0 1״ן ״ * י: Die Pr cs sc sch au ״Religiöse Bewegung um uns p,, .den Blick über. den. Rahmen des . Judentums nUM״*!! Werk der Jubilar« Ernst Cassircr, Kart Wolfskehl un #־ Schönberg würdigen David Baumgardt, Bertha ß und Anneliese Landau; Glossen und Buchbespft schließen »ich. in. .")■Yv Ki\ Mfi, k

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