Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 82 (12.10.1934)
- Date
- 1934-10-12
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2651273-2653452-2653527--25873-2683036- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 12 i Rothschild in Film und Theater Wir haben in Nr. 61 der ״Jüdischen Rundschau“ einen Bericht aus London über den R o t h s c h i 1 d - F i 1 m veroff entlieht, der monatelang eine der grollten Attraktionen des Londoner Lichtspieltheaters war. Der Film beschreibt eine bestimmte Epoche europäischer und englischer Cieschichte und gibt zugleich einen Ausschnitt aus der jüdischen Geschichte aus dein mm ahgclaufcnen Zeitalter des auf. steigenden Kapitalismus. Altgesellen von der allseits gerühmten außerordentlichen künstlerischen Leistung des Regisscurs und der Darsteller, gibt ein solcher Film natürlich auch Anlaß zu prinzipiellen Betrachtungen. Ein jüdischer Film In dieser Zeit ist immer auch ein halbes Politikum. Es scheint, daß die Veranstalter den jüdischen Hauptfiguren nicht ohne Sympathie gegenüberstanden und jedenfalls ihre menschlichen Qualitäten voll zur Geltung kommen lassen. Dem modernen Juden jedoch wird, wie der Berichterstatter in der ״Jüdischen Rundschau“ seinerzeit hervorhob, auch bei dieser Gelegenheit bewußt, daß die Wege und Wertmaßstäbe des Judentums der bürgerlich-kapitalistischen Auf- Stiegsepoche nicht mehr die unseren sind und unser jüdisches Ideal ein anderes ist. Während der erwähnte Film soeben in Wien mit froßem Erfolg aufgeführt worden ist und damit auch in litteleuropa Resonanz findet, ist in Deutschland ein Drama aufgeführt worden, das denselben Gegenstand behandelt. Die deutschen Zeitungen berichten über die Uraufführung eines Dramas ״Rothschilds Sieg bei Waterloo“ von E. W. Mo eil er, das gleichzeitig in Weimar und Aachen aufgefülirt wurde. Fine Berliner Zeitung überschrcibt ihren Bericht mit den Worten ״Shylock auf dem Schlachtfcld". Dem Drama liegt eine längst als völlig unliistorisch widerlegte Anekdote zugrunde, wonach Nathan Roth- Schild an der Schlacht bei Waterloo als Beobachter teilgenommen habe, dann im rasenden Tempo an die Londoner Börse geeilt sei und dort unter Verbreitung der falschen Nachricht von Napoleons Sieg eine Börsenpanik verursacht habe, die ihn instand setzte, an einem Tage ein ungeheures Vermögen zu erwerben. Es ist erwiesen, daß sich die Sache ganz anders verhalten hat und daß Rothschild nicht in Waterloo gewesen ist. Aber dennoch hält der Autor es für richtig, diese Geschichte, von der er sich offenbar einen populären Erfolg verspricht, zu dramatisieren. Die Figur Nathan Rothschilds wird hier zum Symbol des ״jüdischen Kapitalisten“, der in skrupelloser Weise nur auf seinen materiellen Vorteil sinnt, während die Soldaten der Völker für ihre nationalen Ideale sterben. In dem Juden inkarniert sich der Materialismus. Die Kritiken der deutschen Zcitun- . gen, die den künstlerischen Wert des Stückes nicht hoch einschätzen, unterstreichen z. T. diese beabsichtigte Tendenz, die wohl als ein Zeichen der Zeit gewertet werden kann. Auskunft über Palästina. Soeben ist das neue amtliche Informationshett des Palästina-Amts Berlin ״Ali iah“ in 6. Auflage und erweiterter Form erschienen. Das Heft ist vorzüglich aus gestattet und sehr übersichtlich geordnet. In einer Reihe von Artikeln «׳erden in erschöpfender Weise fast alle Fragen bchanfeit, die man zur Infor• mation über Palästina stellen kann. Die Vorbereitung für Palästina wird eingehend dargclcgt; alle für die Uebersiedlung wissensnotwendigen großen und kleinen Dinge werden mitgetcllt; eingehend wird über das L a n d und seine Verhältnisse gesprochen. Ein besonderer Abschnitt gilt dem Leben und der Arbeit in Palästina; ein anderer der palästinensischen Wirtschaft und ein letzter der Landwirtschaft. Es gibt wohl keine wichtige Tatsache, die in diesem Heft unerwähnt geblieben wäre. Zum Schluß findet sich ein Vorschlag für eine vierwöchige Reise durch Palästina, der manchem Touristen willkommen sein wird. Wie uns das Palästina-Amt noch mittcilt, sind die Angaben in der bisherigen Auflage der Alijah zum großen Teil überholt und daher nicht mehr gültig. Eine ausführliche Besprechung erfolgt demnächst. Theatron Had.ish (״Neues Theater“, Tel-Awlw). Für die am 25. Oktober in der ״Opera Mougrabi“, Tel-Awiw, erfolgende Premiere des ״Theatron Hadash“, die Alfred Wolf sehe Inszenierung von ״Jotirncy's End“ des Engländers R. C. Sherriff, besorgte Nathan A11 e r m a n n die Uebertragung in die hebräische Sprache unter dem Titel ״Soff Ha’massa“. (In Deutschland wurde das Stück unter dein Namen ״Die andere Seite“ bekannt.) - - Bühnenbild: Ludwig Donath. — Die nächsten Aufführungen finden, ebenfalls in der ״Opera Mougrabi“, Tel-Awiw, am Mozej Schabbath, den 27. Oktober, und atu Montag, 29. Oktober, statt, Erinnerungen eines Berliner Juden Von Arthur Eloesscr (3. Fortsetzung) Jüdische Feste Als wir den dreizehnjährigen Sohn des benachbarten, aber mit dem unseren nicht zu vergleichenden Flaushesitzcrs kcnncnlcrnten, zog er uns Kinder wie auch die Söhne des Kutschers auf den väterlichen Hof, wo eine Hütte gezimmert, mit Tannenzweigen umwunden und innen mit uns fremden Sträuchen! südlichen Aussehens geschmückt wurde. Als sie endlich fertig war, wurden wir mit reichlichen Näschereien aufgcnoinmcn, und, was noch feiner war, mit einem süßen Wein; wir wurden Stammgäste in der Sukkah und versprachen sehr bereitwillig, «las nächste Jahr wicdcrzukoinmcn. Als ich meinen Vater nach der Bedeutung dieser sehr angenehmen aber, wie mir schien, etwas spielerischen Einrichtung fragte, nannte er das ״Zuckes“ oder Laubhiittenfest, aber seinen Sinn vermochte er mir nicht recht nahezubringen. Zu Hause in Ostpreußen hätten sie das auch schon nicht mehr gehabt. Dieses ״Auch schon nicht mehr“, obgleich meine Eltern durchaus Juden sein wollten, möchte ich als charakteristisch für die Zeit meines Aufwachsens bezeichnen; ich mußte dieses Wort als die Bestätigung eines Fortschritts verstellen, der aber gefühlsmäßig keinen Verlust hinter sich zu lassen schien. Das Ansehen des Nachbarsohnes, den wir zuerst nicht ohne scharfe Prüfung in unsere etwas rauhe Kameradschaft aufgenommen hatten, stieg nach einem halben Jahr noch einmal und ließ das unsere sinken, als PelJach herankam. Wir Freunde aus dem Vorder- und Hinterhaus teilten alles, was wir voreinander voraus hatten; wir genossen die Freuden des Stalles, durften wenigstens auf einem Arbeitswagen aufsitzen, auch einmal mit den Pferden zur Schwemme reiten, wofür wir aus unserem reicheren Haushalt mit und ohne Wissen der Eltern ahgaben. Wenn es Süßigkeiten gab, wurde, wozu auch etwas Charakter gehörte, gleich zurückgelegt; dann pflegten wir die Beute an langen Bindfaden aus dem Fenster unseres Kinderzimmers herabzulassen, wobei es vor dem Genüsse erst ein kleines Zappeln und Schnappen nach dein Begehrten gehen mußte. Einmal an einem Sonntag um Ostern herum schienen die ansehnlichsten Tortenreste die volle Erwartung nicht su befriedigen, und immer dringender erscholl von unten her jüdische Rundschau Nr. 82, 12, X, #־/# 1׳ fj/ß tJ• יי יוון •4 TTr,. Krebsforschung oder Aufbau? Tel-Awiw, im September. »■IE 7KWIIH A4INCV *Oft. •4 •׳»*״T|N| W 15t Meinekestr. 10. Telephon; j 1, Bismarck * Postscheckkonto! Berlin Nr. 16708. *1«/H Sehr geehrte Redaktion I Es wird berichtet, daß von einem bisher ungenannten Spender die Summe von 40 000 pal. Pfund zur Errichtung eines Instituts für Krebsforschung an der Universität Jerusalein gespendet worden sind. Eine besondere Kommission ist eingesetzt worden, um die Pläne lür die Errichtung de» Institutes ausziwirheiteii. Es ist mir vollständig unbekannt, wer der anonyme Spender und seine Berater sind. Ich zweifle nicht, daß alle von der edelsten und menschenfreundlichsten Absicht geleitet werden. Es scheint mir aber notwendig, deutlich auszusprrchcn, daß mit dieser Art von Philanthropie einmal Schluß ge- 111 a c 111 werden muß. Dem Lande ist mit einem solchen Institut in keiner Weise gedient. Wir haben hier auf dem Gebiete des Oesumlheitswesens ganz andere Sorgen. Da ist zunächst der große Mangel an Krankenhausbetten im Bezirke von Tel-Awiw und Umgcbitng, aber auch in Haifa. Die hygienischen Bedingungen in den landwirtschaftlichen Bezirken sind nach wie vor äußerst unzulänglich. Eine systematische Bekämpfung der Infektionskrankheiten, der Mngcn-Darmkranklmten, der Hautkrankheiten könnte die Cicsamtlagc vieler Sicdlungsputikte wesen 11 ich verbessern. Auf dem Gebiete der Arbeitshygiene, des Unfall- Schutzes geschieht sehr wenig; dabei ereignen »ich In Tel- Awiw allein in der letzten Zeit wöchentlich mehr als 190 U11fälle, unter ihnen zahlreiche ernster Art; mehr als die Hälfte der Betten der chirurgischen Station sind mit Unfaltkraiiken belegt. Ein Institut für Unfallschutz, das die Ursachen der Unfälle auf Grund des statistischen Materials erforscht, Vorschritten für Unfallschutz ausarbeitet, die Stadtverwaltung, die Unternehmer und die Gewerkschaft berät, könnte viel Gutes leisten. Wenn also schon Philanthropen Stiftungen machen wollen, dann haben sic eine ganz reiche Auswahl, um »ich nützlich zu machen und zugleich dem Aufbau des Landes zu dienen. Die Erforschung der Krebskrankheit ist kein besonderes Problem Palästinas, sondern ein Problem der Internationalen Medizin. Es gibt dafür Forschuugsstiittcn in allen Ländern der Welt; wir werden mit den großen Instituten der europäischcn Länder, Amerikas, Japans nicht konkurrieren können, wir müssen auch in unserem kleinen Lande Raum für große wissenschaftliche Probleme haben; aber Wissenschaft und Kunst müssen organisch mit unserem Leben in Verbindung stehen, sic dürfen nicht künstlich aufgepfropft sein. Sonst gleichen wir einem Manne, der barfuß mit zerrissenen Kleidern gellt und einen nagelneuen Zylinderhut trägt. 40 000 pal. Pfund sind kein Pappenstiel. Mit diesem Oelde könnte auf dem Gebiete des öffentlichen Gesundheitswesens sehr viel geleistet werden. Wir können uns nicht leisten, nationales Kapital auf solche Weise zu vergeuden. Dr. F. NoacK. Die Berichterstattung de» ״Berliner Tageblattes** Aus Berliner Leserkreisen erhalten wir nachstehende Zuschrift: Einer besonderen Zensur wird seit längerer Zelt die Wiedergabe der Reden offizieller Persönlichkeiten im ״Berlincr Tageblatt“ unterzogen. Alles, was jüdische Leser unangenehm berühren könnte, w׳ird aus den Reden fort* gelassen. So hat das ״B. T.“ aus der Rede des Herrn Reichs- Kanzlers auf dein Biiekeberg, im Oegensatz zu allen anderen Zeitungen, seinen Lesern die Sätze unterschlagen, iti denen der Reichskanzler von seinem Kampf spricht, den Ocist jüdischer Intelligenzler aus Deutschland auszurotten. Ebenso wurde im Schlufiahsatz der Rede zur Eröffnung des Winterhllfswcrkcs die Stelle, ln der das Wort jüdisch vorkam, vom ״B. T.“ wegge lassen. Durch «liese höchst unangebrachte Zensur wird den Juden, von denen man nunlmmt, daß sie nach wie vor das ״B. T.“ lesen, dauernd die Kenntnis wichtiger Programmpunkte der führenden Männer entzogen. Das unbewußte frühere Sichahschlicßcn der Juden in einem künstlichen Ghetto wird so bewußt wicderliergestellt. Ihm war cs zuztisclireiben, daß die meist jüdischen Leser des früheren ״B. T.“, die von der in weiten Kreisen des deutschen Volkes herrschenden Stimmung nichts ahnten, von der Macht der atitiiüdischeii Richtung so überrascht wurden und aus den Wolken fielen, in die sie die Lektüre des ״B. T.“ dauernd gehüllt halte. I)a sich viele luden damals dabei wohlgefühlt haben, sucht sie das ״B. T.“ anscheinend jetzt durch Rückkehr zu denselben Methoden wiederzugewinnen. Dr. St. der Ruf nach Märze! — Haben wir nicht! —י Was, ihr «׳ollt Juden sein, kam cs im stärksten Berlinisch herauf, lind habt keine Mazze! Daun gehen wir nebenan zu Jakob. Die haben! ■— Mit einiger Verspätung muß ich diese Kritik und diesen Anspruch als berechtigt anerkennen. Trotz diesem Mangel an religiöser Ucherlleferung — das Familienleben war im guten alten Sinne ״jüdisch“, cs bewährte sich in der Sorgfalt der Erziehung, für die bei sonstiger Sparsamkeit kein Opfer zu hoch war, in der selbstvcrsliindliclicn Autorität der Eltern, die jeden offenen Widerspruch als undenkbar atisscldoß, in ihrem glücklicherweise unscnthnentalcn aber doch seelisch nahen Verkehr mit den Kindern, in der Hilfsbereitschaft für die weitere Familie, wenn es auch bei zu naher Wiederholung der Ansuchen einige Seufzer kostete. Dann war der wirklich nahe Verkehr der Erwachsenen ein rein jüdischer, war cs wenigstens im Laufe der achtziger Jahre geworden. Man hatte, meistens aus der Junggesellenzeit im Kegelklub, am Stammtisch, Im politischen Verein, der immer die Fortschrittspartei bedeutete, auch germanisclic Freunde gehabt, aber die waren mit dem Anwachsen der Familie, durch das immer dichtere Zusammeinvachscn der allmählich Nachgczogencn, bis auf wenige Begegnungen heim sonntäglichen Frühschoppen allmählich in eine neutrale Ferne gerückt. Obgleich icli im Gymnasium neuen Umgang fand und auf der ״flohen Schule“, wie meine Freunde von Hof und Straße es nannten, lauter unnützes Zeug lernte, habe ich doch den Verkehr mit ihnen bis zu meinem Auszug aus der Prenzlauer Straße, und die Freundschaft, soweit sie sich nicht bis Amerika und auch sonst unauffindbar verstreuten, bis heute hcibehalten. Ob sie übrigens etwas von mir gelernt haben, miuß ich bezweifeln! «laß ich viel von ihnen oder an ihnen gelernt habe, steht für mich fest. So lebte ich in zwei Welten, in einer der überlieferten Bildung, und in einer volklmften, die mir außer einer natürlichen Sicherheit im Berlinischen — und die Sprache wirkt auch wieder aut das Gefiihlsvcrlialtcn zurück — manchen Stoff für Vergleiche, manchen Maßstab für menschliche Wertsetzungen einbr,achte. Diese Erfahrungen habe ich später auf sehr verschiedenen, voneinander entlegenen Gebieten verwerten könneu, vor allem auf dem der Moralfragcn, wenn Ich mit allzu besorgten Erziehern und Gesetzgebern in Meinung»- austaiisch geriet. Die Religio» oder die Kirche spielte, ähnlich wie bei «ns, in ihrem Dasein nur eine geringe Rolle, ,Wie von «nt Sprechstunden Täglich mit Ausnahme von Sonnabend und Sonnt,״ 9,30 bis 12 Uhr. Sprechstunden der juristischen Berit״״! Montag bis Donnersine zwischen!0 und 12 Uhr. Auii«״** Besucher, die in Berlin Auskunft einholcn weilen «,/> gebeten, der betreffenden Abteilung vorher schriftlich i. Mitteilung zu machen. ״t" Sprechstunden der Juristischen Abteilungen Im Interesse der Durchführung der laufenden 1u.11' wird erneut darauf hmgewiesen, daß die Sprechstunden!! Juristischen Beratungsstelle de* Palaslina-Amtes Berlin « von Montag bis Donnerstag am Vormittag von 10-12 d i sind. Es ist zweckmäßig, sich rechtzeitig vorher anzumeld Diese Sprechstunden müssen inncgchalten werden, di «?i für Auswärtige Ausnahmen nicht gemacht werden köntm In das Arbeitsgebiet der Juristischen Abteilung 1.11״ Insbesondere: * wtä 1. Devisen- und steuerrechtliche Fragen, die Auawtnd, rung nach Palästina betreffend. 5'י 2. Transfer-Fragen, Insbesondere Anträge aut Ethik», von Bescheinigungen für Sonderkonto II. ™י 3. Beschaffung von Kapitalistcn-Viscn der Kategorie AL I 4. Erteilung von Bescheinigungen für die Touristik ja» Erw erb von Hotel-Gutscheinen). ** I 5. Dringlichkcitsbcscheinigungen. Erweiterung der Handwerker>AIIJah In der letzten Nummer Ist mitgetcllt worden, daß die Ein»׳!«, derung gemäß Kategorie A3 insofern erleichtert worden ist,!, zu den bisher /!!gelassenen Berufen neue hinzutreten. Dcmni -, können Anträge in dieser Kategorie von Angehörigen E. gender Berufsgrupprn gestellt werden: Tischler, Betomrbdt» , Elektrotechniker, Maler, Polsterer, Rohrleger, Glaser, Fei-.' ] mechaniker, Optiker, Motorincchaniker, Vulkanisetire, Salti;- Lederarbeiter, Polierer, Buchbinder, Buchdrucker. Von;.. Setzung Ist der Besitz eines Kapitals von mindestens £P jy, über das der Antragsteller frei verfügen muß, und m« I Betätigung im Fach von mindestens vier Jahren in der hin»! ׳ Zeit. Anträge können durch Vermittlung des Palastina-Amlr* Abteilung Handwcrkcr-Alijah, bearbeitet und weitergekis i werden. Beschattung der Kapitalistenvisen für Kategorie Al Im Einverständnis mit der British Passport Control Olfe Ist das Palästina-Amt bereit, die Besorgung von Kapitalist Visa der Kategorie A I (CP 1000) gegen mäßige Besorg!!«{!• gebühr zu vermitteln. Interessenten erhalten auf Anloracnir; eine Aufstellung der beizubringenden Unterlagen. Anlugci sind an das Palästina-Amt Berlin zu richten. ״Blau-Weiter Expreß״ Wien •Haifa auf dem Landweg In vier Tagen Nach langen Bemühungen Ist es einer Wiener rionM« sehen Gesellschaft gelungen, mit «lein Ocstcrrclcliischen Verkchrsbüro eine feste Abmachung betreffend Herstellung tiirr direkten Bahnverbindung Wien Palästina zu treffen. Es hsadelt sich um Sonderzüge der Orient-Expreß-Linie, die über Ungarn, Jugoslawien, Bulgarien, Türkei, Syrien und Mt״• potainicn in etwas mehr als vier Tagen nach Haifa geführt werden »ollen. Berührt werden die Städte Budapest, Belgui Sofia, Konstantinopel, Adana, Aleppo und Damaskus. Pit Züge sollen Schlaf- und Speisewagen mit koscherer Ktk1•! führen und mit Radio-Empfangs- und Sendestalion «״ gestattet sein. Die Fahrpreise inklusive Verpflcgs״; Wien Haifa betragen für Chaluzim 209 Schilling, «l״t Verpflegung 195 Schilling, für Passagiere dritter Klasse inkiu• sive Verpflegung und Durchreisevisa 290 Schilling, Passagier« zweiter Klasse 460 Schilling. Der erste ״blau-weiße Zug“ soll am 17. November w Wien abgelicn. Fs sollen auch Lasten- Sonderzüge tu• gerichtet werden, die die Ueberführung von liochwerl!;׳; Waren von Furopa nach Palästina sowie von pala'twr:׳ sischen Produkten, die keinen langen Transport verträte z. B. Frisehgemüse für Wien und andere europäische 51!״״ bewerkstelligen. der Rabbiner bei größeren Anlässen in der Familie kF lieh herangezogen wurde, so brauchte man dort den I l zur Taufe, zur Hochzeit, zum Begräbnis, mindesten! "M während der achtziger Jahre, In denen die Armen du j Proletariat für sich noch nicht anwandten und kaum m_"| ten. Trotz, früher Richtung auf Literatur lind Sprachen, ׳ ״:J unendlichem Schmökern, fuhr ich fort, in jener »'״;! leben, gegen die ich, wie so oft gegen meine intercsscM״ Schulkameraden, gar keinen Hochmut des Gebildeten «״KJ den konnte. Die vom Hofe und von der Straße ״"•*י freie Weise, und auch nicht ohne Ucbcrljcferung, י°י sie sein mußten, und wenn In der ״Bcl-ctagc“ etwa5 Roheit an ihnen bemängelt wurde, traf es mich als!! billigkcit, die mich allein aus einer verstockten Zuru« י׳_״ timg und Schweigsamkeit aufstören konnte. Ich entsinn' * daß ich aus solcher Veranlassung kaum fünfzehnjahriß ן י ersten und wohl zum einziger! Male mir einen 01 Widerspruch gegen meinen Vater erlaubt habe. M'i 1־ mehrere Jahre älterer Freund Emil von den Kutschers•‘“;1 der bei ״seinem Juden“ die Wäsche ausgetragen und 4 schon zu einem tüchtigen Stelhnachcrgcscllcn gebracht >;ן war in einen Wirtslvausstreit geraten, bei dem **,m vtn ,־ scidcl atif den Kopf geschlagen wurde; er verhcinihcm Verwundung, um seine Mutter nicht zu beiinruhufי (״ starb nach wenigen Tagen an einer Blutvergiftung• ׳' ^,j am späten Nachmittag vom Begräbnis *iirückkchrten, »ein Vater, während die Frauen nach Hause ginge«• Destille uns gegenüber: Nun wollen wir aber einen ״). ׳־j trinken! — Der prächtige Mann, den ich sehr ryspe , musterte mich als «len Jüngsten, besonders meinen J tagsanzug mit den ersten langen Hosen, fand rwen j wohl annähernd erwachsen und entschied: Du kan1^ ■״ mitkommen. — Wir tranken stumm und ließen uns j J Stammgästen die Hände drücken. Als ich meinfWa(y »•irdf den ich einen Kranz, überbracht hatte, erklären mußן ׳ " ich erst gegen Abend nach Hause gekommen war, ״ «hrf! Das , ist ja hübsch, nach dem Begräbnis schnapsen » 4,״ Darauf erwiderte ich: Wenn bei uns so was vomo1"״' ein Glas Rotwein getrunken. Die Leute haben 1 * ז»״גC und kaput waren sie auch. — Nach dieser Antwort י Vlt(t aut manche» gefaßt, was aber nicht geschah. Me״׳ (f5t־J sah mich ganz freundlich an und, wohl auch Male, als einen beinahe Erwachsenen. . ״! ״״id) (FortKtruog ן ׳■‘*"י