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Jüdische Rundschau · 1934-10-12 · Heft 82 (12.10.1934) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 82 (12.10.1934)
Date
1934-10-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 82, 11 X. Boykott und Wirtschaft In der letzten Zeit hat sich iu der polnischen Presse eine interessante Kontroverse abgespielt, die ein Licht auf die wahren Hintergründe der Boykott• Bewegung wirft. Es handelt sich dabei insbesondere um die Stellung von Danzig, das bekanntlich eine national• sozialistische Regierung hat. Die Blätter der polnischen Nation,-ildemokratic, die sich sonst in der Judenfrage in Beweisen der Zuneigung zurrs nationalsozialistischen Deutschland überbieten, werten den jüdischen Kaufte uten in Polen nicht mehr und nicht weniger vor, als daß sie den gegen die deutschen Häfen verhängten Boykott nicht einhaltcii! Der jüdische Großhandel in Polen arbeite so erklärt die Rechtspresse - nach wie vor mit Hamburg und Danzig, während er gleichzeitig nach außen hin vorgebe, das nationalsozialistische Deutschland Wirtschaft• lieh zu bekämpfen. Die polnische Presse unterstreicht diese Angriffe mit der Feststellung, daß die jüdischen Wirtschaft«- kreise in Polen zu wenig Anteilnahme für die Entwicklung Odin ge ns bekunden, wo sie zwar in einzelnen Wirtschaftszweigen maßgebend sind, sonst aber sich zurückhaltend zeigen. Die polnischen luden ständen nach wie vor in ,ausgedehntem Geschäftsverkehr mit dem nationalsozialistischen Danzig, «Ins sic keineswegs hoykottiereu, sondern dem sie vielmehr Unterstützung in 'seinem wirtschaftlichen Kampf gegen Gdingen angedeihen ließen. Im Anschluß hieran weist die polnische Rechtspresse auf den wachsenden Umschlag Danzigs hin, der gerade während des Boykotts gegen die deutschen Häfen aufsteigende Ent- Wicklung zeige, bei gleichzeitigem Rückgang des Gdinger Hafenumsehlagcs. Aus diesen Darlegungen ergibt sich senr instruktiv, in welcher Weise die antideutsche Boykottparole im Wirt- Schaft «kämpf verwendet wird. Dies ist geeignet, die m.inrhma! in Deutschland verbreitete Anschauung, als handle es sich liier um eine ausschließlich jüdische Angelegenheit, zu widerlegen. In Wahrheit sind die Konkurrenten Deutschlands die wahren Interessenten des Boykotts. Was im übrigen Dan/ig betrifft, so hat die Dnnzigcr Regierung bekanntlich erklärt, daß für das Wirtsclinftslcbcn die Rassenlehre keine Rolle zu spielen habe. Als sich in jüdischen Kreisen Polens infolge verschiedener Vorkommnisse eine Abkehr von Danzig nnziibahnen sciiien, schickte die Regierung Dr. Rauschning Beauftragte nach Polen, um darzulegen, daß Danzig nicht gegenüber den Juden diskriminiere. Es wurden auch jüdische Journalisten nach Danzig eingeiaden. A11I־ der anderen Seite kann man verstehen, daß auch jüdische Wirtschaftskrise Polens der Propaganda, die zu• grinsten von Gdingen gemacht wird, nachgehen. In der Argumentation, die man zugunsten Gdingens gegen Danzig verbringt, spielt der Vorwurf des Antisemitismus eine be• Vlchtliciu! Rolle. Das kommende Beamtengeseiz fn Heft 4 der ״Zeitschrift der Akademie für Deutsches Recht“ äußert sich Ministerialrat Seel vom Reichsministerium des Innern über die kommende Bcamtcn-Gesctzgcbung. Wenn, so führt Seel u. a. aus, in1 § 18 des ״Berufsbeamtengesetzes“ fcdgcstellt werde, daß die für das Benifsbeamtcntum gelten• den allgemeinen Vorschriften nach Ablauf der int ״Berufsbeamtengeset?“ bestimmten Fristen wieder voll wirksam werden sollten, so könne das selbstverständlich nicht etwa dahin verstanden werden, daß nunmehr alle vor dem 7. April 1033• geltenden beamtenrcchtlichcn Bestimmungen unverändert wieder in Kraft träten. Gemeint sein könnten mir die beim Ablauf des BBG. geltenden Vorschriften, also einschließlich jener Ab• änderungen, die inzwischen schon bestimmt worden seien, und solcher, wie sie künftig noch geschaffen würden. Das ergäbe sieh auch daraus, daß der nationalsozialistische Staat auf Forderungen, die sich aus der Staatsauffnssung und dein Programm der NSDAP ergäben, z. B. auf Durchsetzung des Führerprinzips, auf a r i s c h e Abstammung und politische Zuverlässigkeit unter keinen Umständen und zu keiner Zeit verzichten könne. Im Alter von 70 Jahren ist in ist am hui der jüdische Marinearzt Dr. Victor Bcy G a I i m i d 1 gestorben. Er war Inhaber sämtlicher türkischen Tapferkeits-Auszeichnungen. Die Wertung des jüclbclien Arzics in Esset! findet gegenwärtig ein Abtreibungs-Prozeß gegen zwei jüdische Aerzte statt. Der Staatsanwalt nahm in seinem Plaidover nach Meldung der ״Frankfurter Zeitung“ Gelegenheit, die Stellung der jüdischen Aerztcschaft in Deutschland zu erörtern. Er erklärte, dal! ln der Vcr- (׳niigcnlicit eine Verzerrung des Arzthegriffes ciugclretci! war. Aus dem ärztlichen Helfer sei der Geschäftsmann geworden. Damit sei dem Eindringen solcher Personen in «len Arztberuf Vorschub geleistet worden, die weder ethisch noch rassisch d a f ü r geeignet gewesen seien, die vielmehr im Arztberut eine geschäftliche Angelegenheit und eine Kapitalsanläge gesehen hätten. Es könne nicht geleugnet werden, daß die wissenschaftliche und praktische Aerztcschaft schon rein zahlenmäßig durch die jüdische Rasse iu Deutschland beeiiituillt worden sei, Damit soll«* nicht bestritten werden, daß auch hervorragende wissenschaftliche Taten von Angehdrlgen jüdischer Rasse vollbracht worden seien. Die Frage, oh «Ile jüdische Rasse grundsätzlich schlechter sei als die der deut• scheu, könne vielleicht überhaupt nicht entschieden werden. Sicher sei die jüdische Rasse aber anders, und das beweise sie ganz besonders auf dem Gebiete der Sexualität, auf dem die jüdische Rasse den unheilvoll! teil EinllufS ausgeübt habe. Der Staatsanwalt berührte in diesem Zusammenhang die Lehren des ״berüchtigten Forschers Freud“ und «las Wirken von Magnus I firschfckl und bemerkte, «laß liier Verbrechen Vorlagen, durch die etwaige gute Leistungen jüdischer Aerzte hundertmal aufgewogen würden. Hier seien auch die psychologischen Wurzeln für die Vergehen der Angeklagten zu suchen. 4! Die ״Münchener Medizinische Wochen• schrift“ vom 5. 10. veröffentlicht folgende Notiz: ״Dir rinfliidri'iclir Tugv-zniung ״f)Hitziger Vorposlrn“ hat ca ferlig gebracht linier «lern Moll» dos nngrliliehrn Worten eines Juden- Itihtcrs: ״Macht eure Kinder in Acriten und Apothekern, damit sic den Chri.ten (las 1.eilen nehmen“, gegen Forscher ■wirr Ehrlich, llcliring, ('ulmeito, Nclßcr, Wassermann und die von »«ildien Lehr, meistern ״vcrtuluh:“ cleutsrln: Medizin zu helzell. Das Danz. iger Aerzte bl ult nimmt g1*!:cn diese kr.1 v Unwissenheit und VoruotworUingslosigkcit eines Schriftleiter» mit scharfen Worten Stellung und sagt u. a.r ״... Hs geht über das Muß dessen liinntis, was die Aerzte •rhaft »lillselnvcigeiid liitmehmen darf, wenn eilt großer «leutscher Mediziner zum Juden gestem|H’lt wird, um zusammen mit weithrriitimlen Forsch,■rti, die zwar jüdischen Blute», aller eine Zierde der deutschen Wissenschaft waren, verächtlich gemacht zu werden. Wenn auch Deutschland sieh augenblicklich in einer Art Belagerung»- zustnml durch «Jas Wcltjudeiituin befindet, ist es doch nicht angängig, die ungeheuren Verdienste IChrüclis oder Wassermanns in Abrede tu Mellon, eben sowenig wie zur Zeit lies Weltkrieges «li«' w-issenseliaftliehe r.rül’c l’aslcnr.» oder I.istcrs oder l’awlows geleugnet wurde. Da. mit erfreut inan nur die (iegner in aller Welt, die darauf lauern, daß wir uns Milche Blößen geben.“ Wir stellen mit Genugtuung fest, daß hier die wissensrhnltlichc Bedeutung großer jüdischer Aerzte und Forscher anerkannt wird, glauben aber, daß der an ge führte Vergleich mit dem Weltkrieg nicht stimmt, da man schwerlich die Position der deutschen Juden in eine Reihe stellen kann mit der Position feindlicher Ausländer im Weltkrieg. Ein Wohltäter der Menschheit. Ein Leser schreibt uns: In der letzten Nummer der medizinischen Fachzeitschrift ״Die Medizinische Weit“ vom 2f). September heißt es in einem Artikel ״Praktische Winke für die Einführung in die Tronenniedizin“ von Prof. Dr. Ol pp, Ttiltingcn: ״Man macht die Erfahrung, «laß gewisse Tropcnkranklieiten sich weiter ausbreiten, während z. B. die Frambüslc (eine Südsee• tropenkrankheit. — Der Einsender) durch Behandlung mit Ncosaivarsnn cingcdammt wird oder in vielen Gegenden schon ansgerottet ist. Auf Java z. B. sind Millionen von Menschen von diesem Leiden bereits befreit. In Stid-Prcanger aut Java haben Tausende von dnnkbaren Patienten am Abend des OchaiulUmgstagcs spontan eine Stclnnyramldc zu Ehren Ehrlichs errichtet, Indem jeder Kranke einen Feldstein herbcischieppte (Ch. F. W. Winkei).״ — Ei handelt sich um den großen Juden Paul Ehrlich. Der Maler Isaak Israels (geb. 1865), der Führer der holländischen Impressionisten und Sohn des berühmten Josef Israels, ist an «len Folgen einer Verletzung, die er bei einem Autounfall erlitten hatte, gestorben. Die Rowina wieder auf der Bühne Tel-Awiw, Anfang Oktober 1034. Keine Premiere der Hahitnäh — trotzdem ist das Theater schon zwei Tage vor der Vorstellung so gut wie ausverkauft. An den Plakatsäulen ist ein außergewöhnlicher Anlaß nicht zu entdecken. Man spielt den ״Ewigen Juden“, jenes — dichterisch nicht eben sehr starke — Drama in zwei Akten, eines der ersten _ Repertoire-Stücke der Truppe, das den ewig nach dem Messias sich sehnenden und suchenden Ahasver zeigt, wieder einmal betrogen um die Hoffnung, am Ziel seiner Wanderung angelangt zu sein. Was die Aufführung heute noch — wie vor acht Jahren, als man sie uns Sn Berlin zum ersten Male zeigte — zu einer der sehenswertesten der Habimah macht, ist die wirkliche E11seinbickunst, die sie fumJamentiert, der schöpferische, befruchtende Kollektivismus, wie er sieli etwa am reinsten im ״Dybuk“ präsentiert. Menschen und Kolorit des Orients werden lebendig und einprägsam gestaltet wie kaum ein zweites Mal auf der hebräischen Bühne; freilich unter An- Wendung eines Stils der Sprache, Maske und Gebärde, der stellenweise einer verflossenen Dramen- oder besser Opern- *poche aiigehört und der uns heute nur noch sehr bedingt akzeptabel erscheint. Diesmal aber zog nicht die Aufführung des wohlbekannten Stückes allein die Zuschauer ins Theater. Jeder Habimah-Besucher wußte — trotz Vermeidung aller Re- Marne —, daß nach einer mehr als einjährigen, durch Krankheit bedingten Pause Ghana Rowina zum ersten Male W'icder auftrltt. Sic erscheint In unveränderter, königlicher Haltung und wird mit minutenlangem Applaus empfangen von ihrem Publikum, dem sic nach langer Wartezeit zurückgegeben Ist. In den Purim-Tagen dieses Jahres, als das Befinden der Patientin zu den allerernsteslcn Befürchtungen Anlaß gab, war «Ic Festesfreude weitester Kreise in ganz Palästina — keinesvegs nur bei den ihr persönlich Nahestehenden — überschattet von der Sorge um ihr Wolil. Das Fluidum, das beute vom Parkett zur Bühne strömt, heißt: Dankbarkeit und Liebe. Aber nicht allein der Zuschauer ist ergriffen und bcglü« zugleich. Man merkt der Rowina, die nun selbst ei junge Mutter — hier eine junge Mutter darstcllt, an, v «s ihr bedeutet, wieder auf diesen Brettern zu stehen, wie« ihre Stimme ausströmen lassen zu können. Und wenn Gesicht, immer klarer und strahlender werdend, danke zum Himmel sich hebt, so lag in dieser Theater-Geste E!״mrr1 « ,c'nc private Geste, so menschlich 11 voll Einfachheit, wie sie nur den Qroßcn in den Bezirk der Kunst gelingt. Manfred Geis Der Film vom »Jud Süfj" Und etwas über jüdische Hlm-Themen Es hat seit der Entstehung des Films noch nie so viel Filme mit jüdischen Themen, die den Juden als Helden und sympathisch schildern, gegeben, wie augenblicklich. Es ist, als 011 sich in Amerika, England und Frankreich, vermutlich durch eine richtige Berechnung der Wünsche ihres Publikums, die Wcltproduktion verschworen hätte, dies Thema als ״modern“ zu Tode zu hetzen. Nun können dieser Schwung von Sympathie und diese Fülle jüdischen Stoffes als Tatsachen allein für eine objektive Kritik noch nicht als positiv gewertet werden. Ueberaus wichtig ist schließlich das ״Wie“ der Behandlung. Die Glorifj/.icrungcn allegorisch-symbolischer Art, wie sie sich etwa im ״Ewigen Juden“ fimleti, oder die konventionelle Stoff-Bcarbcltung «les ״Rothscl1iI(l״-Fjln1s sind, für den Geschmack eines zeitnahen jüdischen Zuschauers, wenig befriedigend. Aut ihn, der, heute selbstbewußt wie noch nie, eine tiefere, weniger billige Auffassung des Judenproblcms verlangt, machen solche Filme geringen Eindruck, Wie anders wirkt da etwa, trotz allzu starker Anlehnung an den russischen Stil und Montage-Schnitt von der palästinensische Tonfilm ״Sabra“. lind wenn er auf etwas gespannt ist, so ist er es z. B. auf «lieVcrfilmung von Joseph Roths ,41101)“, zu der Friedrich Koliner und Ossip Dymow eben das Textbuch geschrieben haben. Gespannt war der Referent also auch nicht auf die Vcrfihmiiig des ״J ud Sii ß“, die in England ln Anwesenheit des Prinzen von Wales und der rumänischen Ex-Königin Maria ihre Premiere erlebte, und überall, wo sic hinkommt, einen überraschend starken Erfolg hat. Uchcrraschcnd stark, weil im Grunde dicsi'r Joseph Siin Oppenheimer keine 80 sehr begeisternde Figur aus der jüdischen Historie ist. Was war eigentlich dieser ehrgeizige Junge aus dem württeinbergischen Ghetto, der durch die Gnade des vcrschwen« dorischen Fürsten Karl Finanzdiktator wurde, viel mehr als ein vvilicnsstarker Streber? Als kleine Motte aus dem ewigen Halbdunkel des Judcnvicrtcls in den Lichtcrglanz des fiirstliehen Schlosses taumelnd, spielte er eine, zwar durch die historische Situation erklärbare, aber heutigem Empfinden urianprnehme Rolle. Der Fürst, sein Freund, gehörte zu jenen jovial-brutalen deutschen Kleinstaat-Diktatoren, die ihre Soidaten verkauften, um ihre Mätressen parfümieren zu können.־ Joseph Süß Oppenheimer half ihm die Kasse füllen. Er War ein Mann mit Ehrgeiz, aber ohne sittliche Kraft. Dann aber kamen die Dichter über ihn. Seine ungewöhnlkhc Laufbahn vom Paria zum hohen Staatsmann und das unglückliche, aber voraussehbare Ende unter dem Galgen lockten. Von Hauff bas F<uchtwangcr hat man Jud Süß legen• 1934 Nichtarischc Mitglieder der NSDAP Die ״N a tion a I ze i tu n g“, Essen, berichtet ״ eine Sondertagimg der Parteirichter der NSDAP V •׳ Rcichslcitcr Bucli Mitteilungen über die künfti״’, °?> gerichtsbarkeit machte. Am Schluß des Berichtes** heißt'1'1' ״Bcoiidfrs sott di,■ Partei m Znk'mit von nicht*,; * und freimaarr ri sehen Einflüssen I r c i ״, h' n erden,!’mlcigcno-sci», ihren nie 11!»rische A b k u n |\ M, sollen jcduih nie hl uus der Partei 1u1.j;rseldojw■״ »trjr's'יי! Jleslridmig liir einen Zu-Umd. den der fiel redende nicht r 'י lial, wäre sinnlos. 111 diese״ Fällen wird die Aulnitmic heschl mäßig für nichtig erklärt, sofern der Betruiio» ״■ wider besseres Wissen *eine «riwlie Abkunft behauptet hat“ Die Börnesfratle 10 Frankfurt wird nmbcnuB| ln einem Interview des ״Frankfurter Volksblaffn« 1 I der Frankfurter Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Kreht der Frage einer etwaigen Umbenennung der Börimtt.*1 und de» Bö r 11 cpl .11 z cs folgende Erklärung ״Wir haben gar keinen Grund, das Andenken de*!^ 1 Daruch besonders hoch zu halten, der sich später (»׳־ »einer Taufe) Lmlsvig Borne nannte und Vorkampf״ a* jüdischen Emanzipation wurde. Mir liegt auch bereit! 7' 1 Antrag auf Acnderung des Namens vor.“ Die BörnMni ist der nördlichste Teil der Jahrhunderte alten Frankfurt״! Judcngassc, in der das Geburtshaus und ein Teil des g,,? geh,indes der Rothschilds noch heute stehen. Die Umhe»״ i fiung der ״Judcngasse" in ״BorncstraBc“ und des frühem ״Juden!»,irktcs“, wo sich der alte, nicht mehr benutzte » «fische Friediiof befindet, in ״Börncplatz“ erfolgte zum denken «les hier geborenen Dichters in den achtziger j1hrf,'! Ein Denkmal; das übrigens entfernt wurde, ist Hörnt ,״j der Stadt in den Frankfurter Anlagen schon im Jahn Ug gesetzt worden. Der neue Name der beiden Straßen 11,1.! noch nicht fest. Die Amnestie. Wie die ״Bayerische Voikszcifung״ ft!״, borg, meidet, hat die Große Strafkammer beim Landgerkh N ü r n b c r g- F fl r t 11 ln einer Strafsache gegen rfnt *•י׳-ז j verschiedener kleinerer Delikte (Entwendung von Buche״ aus der väterlichen Buchhandlung) angeklagte Frau lolmg Entscheidung gefällt: ״Da die Verdachtsgründe in wie»]!’linkten der Anklag׳' für eine Verurteilung nicht ausreicher« j sind, könnte eine jo, .he nur in den anderen Punkten erfolg!! Es müßte dabei fiir die noch nicht vorbestrafte Angdhr auf eine Strafe unter 6 Monaten erkannt werden. Da nun <׳! i Wohltaten der Amnestie des Führers auch den iß di. sehen Staatsbürgern des Deutschen Reichn! zugute kommen, wird das Verfahren gegen R. cingestelh, und cs «׳erden die Kosten der Staatskasse überbürdet* ' Das Amsterdamer jüdische Hilfskomitee für aus Dnifvk land ausgewanderte Juden, von dem vor kurzem RcmcWc wurde, cs werde seine Unterstützungstätigkeit cinstelicn «4 nur noch ein Informationsbüro aufrcchtcrhaltcn, teilt nunntür mit, daß cs im Hinblick auf die große Zahl aus - . I ü h r c n. ״Zu Mantua in Banden,..“ In diesen Wo!! in Tirol die Erinnerung an die Frciheitskhmp! '■׳! iahren gefeiert. Und ein Lied stieg dabei immer! Himmel, das auch i«1 Deutschland eines der popi 11 vorigen Generation war: ״Zu Mantua in Banden“ weiß, daß sein Verfasser der im sächsischen V• ’ borene Julius Mosen, eigentlich Moses,; gehörte zu jener Schicht deutscher Juden, die ei 1 Kontakt mit ihren deutschen Mitbürgern gefun';׳ und die dies auch iu ihren populären Liedern! So hat z. B. sein ״Trompeter an der Katzbach" erlebte als Zwölfjähriger den Sfurm da־ Freihel1; ׳ überall ein tausendfaches Echo gefunden, im übrig׳ »׳ diesem Zusammenhänge noch darauf hingewiesen wert« daß der einzige Verteidiger, den Andreas flofer in Mm׳» fand und der den Tiroler Rebellen in seinem hoff«- losen Prozeß zu vertreten wagte, der jüdische AJvoki: B a s e w i war, 'der nach der Hinrichtung nach Mailand i(wsiedelte und dort als Vorstand der Advokaten-Kammcr »fl« bedeutsame Schriften, darunter eine Anzahl für die Ai>- Schaffung der Todesstrafe, verfaßte. darlsicrt. Geheimnisvoll wölbt sich der Weihrauch liefe״׳| Deutung um den dicken Karl und den ausgezehrten jo*p, deren Lcbensschicksale blutig und mörderisch ineinander w* filzt und verflochten waren. Der Film ist in England hcrgestellt. Das TradifiomspW'1 im Angelsachsen liebt die Juden als Volk der Bibel. IW innert nicht, freilich auf einer Ebene höchsten politischen Pfolge» und einer makellosen Moral, das Verhältnis des 1 <• jniers Disraeli zur Queen ein wenig an die ferne süddeuac״« j Historie? Englisch ist auch der breit malende, gcmäklchafte des Films (Regie: Lothar Mcndcs), der von den modernen1 lisch cn Filmen von Korda bis Dean nichts weiß. Aber HoQi'-L und Düsternis des Pogroms mischen sich wirkungsvollu I Darsteller selbst sprechen im Stil der Königsdramen, n«1-r aus ihnen ragt und!nacht den Film besonders in zweiten Teil cinilrucksstark: Conrad Vcidt. f Conrad Veidt spielt seit einiger Zeit jüdische Seine hohe Gestalt, seine Noblesse und die Lckicnscnjn . I Darstellung sichern ihm überall Sympathie. Hier im >1 J Süß“ hat er jene magisch wirkende Intensität, die diese/ M' | lier des Leidens um! des Untergangs braucht. Wenn sich >- Schicksal dem Ende nähert, wenn sich der Hofmann 1־ ״ Rächer, der Rächer in den Verratenen lind der Verrate״ . j dem zum Richtplatz Geschleiften verwandelt, gellt eine 1«י I von Mitleid und Atemlosigkeit durch das Publikum• Dabei ist fcst/ustellcn, daß den nichtjüdischen der Film mehr rührt als den jüdischen, weil, in Chicag״ oder Edinburgh oder Lyon Schicksal und Not des Volkes eigentlich nur vom Hörensagen bekannt sind, wan ן jeder Jude in seiner Almcnrcihc durch die Jahrhunderte ■ .1 diesen, bald jenen Vorfahren als Heros des nach uIuck 1 Ehren bcreingcbrochenen Judcnlcides kennt. . 1rf| Das wirkliche Problem heutiger jüdischer Filme C j dies: das Judentum sowohl ln der Besonderheit seines J sals, als auch in der Abhängigkeit dieses Schicksals v״״ ״״fJ Bchnftlichcn und anderen Entwicklungen zu zeigen. *״ ,!fJ läufig auf der Leinwand zu sehen ist, trägt meist den J reiner Spielfilme, die sich an die tiefer liegenden 0ף«> j nicht hcranwagen. ״• •' Die Schauspielerin Rosa Bertens, die vor einig״ T,^| gestorben ist, stammte aus russisch-jüdischer ־(S genoß ihre schauspielerische Ausbildung bei dem F jüdischen Schauspieler Sonncnthal. Rosa Bertens « ״ *itl« großen Epoche des Berliner Theaters an, an der » ßff|1 Juden Anteil haben, die freilich oft das Judentum Als an der Jahrhundertwende unter Führung n-t«# Reinhardt eine neue Theaterkunst entstand, schuf ״1<ן**ייף« unvergeßliche Gestalten, insbesondere in modernen *■״

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