Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 82 (12.10.1934)
- Date
- 1934-10-12
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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'JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 3 ״*f!2. X. 1934 lOBUSLll ר"" ן,; \זי *, -ri ו ן *p; i 11 11 11 i, \ 1k...ia 1 3^ U״.# Die Forderungen an die Mand&tarmacht Von Prof. S. Brodctsky, ,. ן t)cr Exekutive der Jewish Agency In London ״.״ ,״■hlidgenden Ausführungen sind ein Teil des poli• D* ‘Ins ‘Irr Teiler der Politik der Jewish 1^ /״ f,״ndon bei der Konferenz der English /,innist . ״m ", Oktober, 1Iber die wir schon kurz berichtet Mrr" ,.,!,/■getragen bat. Die Darlegungen betreffen die drei »*1J1״״ von der ״Times" in ihrem letzten Artikel Pf ],■!!ן Ihmdschari' Nr. 81) als die drei Punkte der /,'hen Politik" Palästinas bezeichnet wurden. llcd. ״ "״je widitigs*1'11 mit Palästina und dem Jüdischen Natio- . verbundenen Probleme sind Einwanderung, An• 1;J düng a u f dem Lande und Verfassung»• 1|ic‘. c Struktur. Ohne Menschen und ohne Boden kann י , Palästina kein jüdisches Heim gehen und ohne ver• ״. 1 'יsmältigc Grundlagen, die die Kollektivrcchic und den '1'tTlalen Status des jüdischen Volkes als Gesamtheit in Pa• fiina sichern, kann ein solches Heim nicht als Nationalheim ^dehnet werden. Das Bodenproblem Gegenstand des vielleicht schwersten und am längsten totccführtcn Angriffs gegen das Jüdische Nationalheim. Er Latin »ach den antijüdiseben Unruhen des Jahres 1929; und Sfll1l durch amtliche Untersuchungen der Regierung ein- Urei fcstgestellt worden war, daß die gegen die Juden erhobene Beschuldigung, sie verdrängten Araber von ihrem poden und aus dem Lande, völlig unbegründet ist, hat dieser Feldzug doch zu einer Menge einschränkender (jcscizcsbestim• ttiiingcn und Vcrwaltungstnaßnahmen geführt, die zusammen II cjmr verrückten und verbrecherischen Konkurrenz und Spekulation von Juden selbst dazu der Anlaß waren, daß in L letzten vier Jahren nur 92 000 Dunam Borten durch Juden fnmrbe!1 wurden, drei Fünftel davon durch den Jüdischen jutionalfomls. Das Problem, Boden in genügendem Ausmaß für jüdische Siedler zu beschaffen, vor allem in großen, der heutigen verhältnismäßig stärkeren [iiwamlcrung angemessenen Komplexen, muß ohne Aufschub tu Angriff genommen werden. Dfc Frage der Verfassung Palästinas tit in den letzten Wochen viel Sorge bereitet. Während die Juden 1923 nur etwa 12 ״/״ und 1931 17 ״/o der Gcsaintbcvöllerung Palästinas ausmachten, bilden sie jetzt 23 ״/#, und bei der gegenwärtigen Einwandcrungsstärkc steigt der Prozent- *atz der Juden alle zwei oder drei Monate um ein weiteres Prozent. Ein in diesem Augenblick eingesetzter Legislative Council würde den Gegnern des Jüdischen Nationalhcims ein scrlasstingsinäßiges Instrument in die 11.1ml gehen, von dem tun mit gutem Grund aniichmcn kann, daß cs benutzt wer• den würde, um die Entwicklung des Jüdischen Nationalhcims zu hindern und damit auch den er- Migcndcti wirtschaftlichen Fortschritt zu be* enden, der für die Geschichte Palästinas in den letzten jjaliren bezeichnend war. '1Die Juden können unter den heutigen Verhältnissen der Einsetzung eines Legislative Council nicht zustimmen. Deshalb sind dfc zionistische Bewegung und die Jewish 'Agertcy gegen den geplanten Legislative Council und erachten ein Abkommen zwischen Juden und Aral>crn, das die Erfüllung der Mandatsbestimmungen in bezug tuf das Jüdische Nationalhcim, sowie die allgemeine Zusamtnenarbeit der beiden Volksstümmc sichert, als Vorbedingung & jegliche durchgreifende verfassungsmäßige Aendcrung in Palästina. 1 _ Bas dritte Problem, das der Einwanderung, liegt den Wdi'n bereits erwähnten wichtigen Problemen zugrunde. Bcrlsuci lieber weise muß fcstgestellt werden, daß die Auf* [יahm c f ä h i g k ei t Palästinas nicht voll, ja nicht einmal «״igermaßen befriedigendem Ausmaß ausgenutzt wird. Pa• 1«tina kann Tausende von Juden mehr aufnehmen, als es jetzt geschieht. Das Land schreit 11 ac 11 mehr jüdischen Arbeitskräften. Der Mangel an jüdischen Arbeitern hat J״d1 einen Mangel an arabischen Arbeitern nach ®1י gezogen, denn viele Tausende palästinensischer Araber «her! Arbeitsplätze besetzt, die für Juden in Betracht kommen °זז1י früher tatsächlich von Juden besetzt waren. Der Arbeiter• "1מיוג ist so groß, daß vor kurzem aus ausgesprochen arabitc«n Landcstcilen gemeldet wurde, daß dort nicht genügend 8׳abischc Arbeitskräfte zur Einbringung der Ernte vorhanden!md. bas jn Palästina geschaffene Arbeitsvakuum hat Tausende V0" Arabern von außerhalb Palästinas, aus Traiisjordanicn, und *0?זי aus Aegypten und Syrien, besonders aus dem Hauran, '"gezogen. Der Mangel an jüdischer Arbeit gefährdet unsere; cllu״g jn t|cr Landwirtschaft. Tausende von Arabern sind in jüdischen Orangenpflanziingen an die Stelle von Juden getre- Ic"> "as dazu führte, daß große Gebiete, dem Namen nach ,■Mische״ Landwirtschaft, nur aus einigen wenigen jüdischen "tcrnchmcrn und Tausenden arabischer Arbeiter bestehen. lr *Hc sind der Meinung, daß *In Jüdisches Nationalhcim eine Im Boden verwurzelte jüdische Bauernschaft bedeuten muß. 18 Vor zwei Jahren machte die Einwurzclung jüdischer ״,uernschaft auf dem Boden Palästinas ständige Fortschritte. 5 ."111 beiden letzten Jahren nahm die Entwicklung einen um• ’ L.r,e" Verlauf; Tausende von Juden wurden vom Boden Welche Unkenntnis grundlegender Dinge be-; *nd Palästina verbreitet ist, zeigt folgende Frage, die an. und von Persönlichkeiten, die besser informiert!ל לגי"'«•. gelegentlich hört: Wenn die jüdische Bevölkerung dan <*urc'1 Einwanderung vergrößert werden soll, warum 1 »(*.!!ז•mc''* aucl) die arabische? Diese Frage zeigt ein voll• 9 f) '^cs Verkennen des Wesens des Mandats. 1 de* ■P!fdM gründet sich auf die ״historische Verknüpfung 1 lour AC*’cn Volkes mit Palästina“ und auf die In der Bai• §« öm •?'!‘laration verkündete Palitik der Errichtung 1 dhch»dische״ Nationalheims. Das Mandat bestimmt, daß jü• ■ Einwanderung durch die Mandatarnucht ermutigt wer* den soll; selbst wenn das Mandat diese Bestimmung nicht enthielte, wäre sie eine natürliche und logische Folgerung aus dem Gedanken der Errichtung eines Jüdischen Nationalheims; denn ein Nationalhcim in Palästina können die Juden natürlich nur nufbaucn, wenn sie dahin gehen; eine an gemessenc jüdische Einwanderung nicht zu sichern, würde bc■ deuten, das Jüdische Nationalhcim unmöglich zu machen. Ein arabisches Nationalhcim in Palästina ist im Mandat nicht vorgesehen. Für ein ״arabisches Nationalhcim“ in diesem Lande besteht kein Bedürfnis. Es gibt keine ״Araberfrage“, die sich mit der ״Juilenfragc“ vergleichen läßt; cs gibt keine arabisch« Zerstreuung, wie cs eine Judeiizcrstrcuung gibt; es gibt keine Arabernot, wie cs eine Judennot gibt. In den großcu Gebieten, in denen Araber leben, sind sic als Einzelne und als Völker zu Hause. Wir aber sind in den meisten Ländern als Einzelne und in keinem Land als Volk zu Hause. Palästina soll die persönliche Heimat so vieler Juden werden, als sich dort niederlassen können und das National heim der jüdischen Nation; darum muß jüdische Einwanderung ermutigt, jede Möglichkeit jüdischer Einwanderung genutzt werden. Außerdem ist jüdische Einwanderung nach Palästina nicht die Folge eines wohlwollenden Akts seitens einer Regierung noch eines Akts der Gastfreundschaft seitens unserer Nachbarn in Palästina. Sic ist die Folge unserer Anstrengungen während mehr als einem halben Jahrhundert, Anstrengungen, die in der Nachkriegszeit verdoppelt und In den letzten beiden Jahren verdreifacht und vervierfacht wurden. Einwanderung war die Folge jüdischer Unternchtnungslust, jüdischen Kapitals, jüdischer Tatkraft. Sie war Begleiterscheinung einer noch nie dagewesenen Willensanstrcngiing eines zerstreuten und schwer geschlagenen Volkcs. Diese Einwanderung und die durch sic herbeigeführte Entwicklung Palästinas haben das Land auf seine jetzige Höhe gebracht, cs für neue Einwanderung bereit gemacht, ihm eine bevorzugte Stellung unter allen Ländern des Mittleren Ostens gesichert. Jüdische Einwanderung war das wichtigste und entscheidende Moment bei dem raschen Aufschwung Palästinas, bei dem phänomenalen Anwachsen seiner arabischen Bevölkerung, bei der Erschließung des Reichtums seines Bodens und seiner Quellen. Diese Einwanderung hat Wüsteneien fruchtbar gemacht, Sümpfe getrocknet, Krankheiten aus gerottet, den Ertrag der Landwirtschaft erhöht, eine Industrie geschaffen, den Handcl erweitert, den Lebensstandard erhöht, den Schatz der Regierung bereichert und damit die arabischen Fellachen zum größten Teil von ihrer Steuerlast befreit. Ein Zustand, in dem Juden Einwanderungsmöglichkeiten nach Palästina schaffen und diese Möglichkeiten von außerpalästinensischen Arabern ausgenutzt werden, ist bestimmt widersinnig. Was die Araber in Palästina selbst betrifft, so möge einfür allemal gesagt sein: Die Juden haben niemals Boykott arabischer Arbeit g c p r c d i g t und werden cs niemals tun. Wenn wir vom Orumlsatz der jüdischen Arbeit in Palästina sprechen, so meinen wir damit nicht eine Politik der Ausschaltung ara« bischer Arbeit aus jüdischen Unternehmun« gen. Es bedeutet eine besondere Ironie, wenn man uns des Boykotts arabischer Arbeit in einem Zeitpunkt anklagt, da tatsächlich arabische Arbeit jüdische Arbeit in Tausenden von Fällen und in einem fundamentalen Bereich unserer Wirtschaft, der Landwirtschaft in der Scharon ebene, verdrängt, in Nachbarländcrn Palästinas ist der Wunsch nach Investierung jüdi• sehen Kapitals geäußert worden. In vielen Fällen mit dem bezeichnenden Zusatz, daß jüdisches Kapital, aber nicht jüdische Arbeit erwünscht sind. Das Jüdische Nationalhcim ist kein H e i m für Kapital. Es ist ein Heim jüdischer Leiber und Seelen, die an der Arbeit sind, ein Volk aus der Er• starrung zu erlösen. Wir freuen uns, wenn wir anderen Vorteil bringen, und wir freuen uns doppelt, wenn dieser Vorteil unseren Vettern, den Arabern, zugute kommt, Nachfahren derjenigen, die unter unserer Mitarbeit die großen Kulturen Nordafrikas und Wcstasiens geschaffen haben. Aber wir wünschen, daß in Palästina die Früchte unseres Werkes dem jüdischen Volk reifen. Das ist es, was wir mit dein Grundsatz jüdischer Arbeit meinen. Wenn die Verwendung arabischer Arbeit dazu führt, daß jüdische Arbeit fcrngehaltcn, unsere Einwanderung verringert, ein so wichtiges Gebiet unserer Landwirtschaft wie der Scharon von Juden entblößt wird, dann müssen alle Zionisten, alle Juden, sich im Kampf gegen diese Gefahr zusam* menschlichen. Vor kurzem wurde in der Mandatskommission gefragt, ob nicht die Gefahr bestehe, daß in Zukunft eine Lage geschaffen werde, in der die Juden die Klasse der Handelsleute und Intellektuellen in Palästina bilden, während die Araber mir Arbeiter sind, und ob ein solcher Zustand den Gegensatz zwischen Juden und Arabern nicht verschärfen würde. Die Antwort des Vertreters der Regierung ging dahin, daß die Politik, jüdische Arbeit für jüdische Un• tcrnchm ungen zu verwenden, ein wirksames Mittel zur Verhütung eines solchen Zustandes sei. Das eben ist cs, was wir wollen, wenn wir auf dem Grundsatz der jüdischen Arbeit bestellen. Man erzählt Geschichten über die gefährlichen Fol• gen dieses Prinzips. Man sagt, in jüdischen Pflanzungen muß• ten Orangen an den Bäumen verfaulen, weil inan keine Araber beschäftige; eine Untersuchung der Regierung hat ergeben, daß dies nicht zutrifft. Man sagt uns, daß jedes Jahr 2000 bis 3000 jüdische Kinder auf den Arbeitsmarkt Palästinas kommen und doppelt soviel arabische Kinder. Aber Tatsache ist es, daß diese Kinder vom Arbcitsmarkt aufgenommen w׳ur״ den und daß trotzdem der Arbcitcritiangcl ein gefährliches Ausmaß angenommen hat. Die Zukunft Palästinas wird In hohem Maße von der Zusammenarbeit und der Verständigung zwischen drei Faktoren abhängen, die im Lande bestehen, der Mandatar״ macht, den Arabern und den Juden. Diese Zusammenarbeit und Verständigung kann nicht auf der Grundlage künstlicher oder politischer Begrenzung der jüdischen Einwanderung erfolgen. Wir verlangen von der Regierung der Mandatarmacht eine Politik, die eine wahre Zusammenarbeit zwischen Regierung und uns auf dem Gebiet der Einwanderung bedeuten und zu einer künftigen Zusammenarbeit zwischen Regterung, den Arabern und um auf der Grundlage der unangczweifeltcn Rechte sowohl der Juden ■wie der Araber in Palästina führen wird. Aus dem Wodienabschnitt für Sonnabend, den 13. Oktober 1934. Gott sprach zu Noach und seinen Söhnen mit ihm, sprach: Ich aber, wohlan, ich errichte meinen Bund mit euch und mit eurem Samen nach euch und mit aller lebenden Seele, die bei euch ist, Vogel, Herdentier und allem Wildlebenden der Erde bei euch, allen die aus dem Kasten zogen, von allem Lebendigen der Erde. Meinen Bund errichte ich mit euch: nicht werde nochmals gerottet alles Fleisch von Wassern der Flut, nicht geschehe nochmals Flut, die Erde zu verderben! Gott sprach: Dies ist das Zeichen des Bunds, den ich gebe zwischen mich und euch und alljede lebende Seele die mit euch ist auf Weitzeit- Geschlechter: meinen Bogen gebe ich ins Gewölk. 1. Duck Moses, Kapitel 9 Vers 7—13־ Um den Bürgermeister von Jerusalem Von unserem Berichterstatter. h. Jerusalem, 5. Oktober. Nachdem Nashashibi gefallen ist, ist die Frage, wer den Bürgermeisterposten in Jerusalem einnchmen wird, olfen. Im ersten Augenblick haben einige jüdische Zeitungen die Wahl von Dr. Clialdi vorausgesehen, obzwar noch zwei innere arabische Kandidaten für diese Stellung erschienen sind, nämlich: Jacob Faradsch, der ehemalige christliche Vizcbiirgcrmcistcr der Stadt, und Chassan Zadki El Dadschjani, ein moslemischer Kandidat, der eine Unter- Stützung auch von jüdischer Seite erwartet hat, da er bei zwei Gelegenheiten: bei dem allgemeinen Chaulfeurstrcik in Palästina und bei der Aktion der jüdischen und arabischen Schuhmacher um einen Schutzzoll für die im Lande produzierten Schuhe mit Juden zusammengearbeitet hat. Das Problem hat sich jedoch grundsätzlich dadurch geändert, daß die jüdische Gemeinde beschlossen hat, ihren Anspruch auf einen jüdischen Bürgermeister geltend zu machen. Es werden folgende Argumente zur Unter- Stützung dieses Anspruchs ins Feld geführt: 1. Die Juden bilden die tatsächliche Majorität in der Stadt, obzwar sie nur die Hallte der Wählerzahl ausmachen. 2. Die jüdische Liste kann als einheitlicher Ausdruck und bis repräsentative Vertretung der gesamten jüdischen Gemeinde gelten, während die arabischen Kandidaten^ Vertreter einiger sich bekämpfenden Gruppen der arabischen Bevölkerung Jerusalems sind. Die Frage wurde bei den Verhandlungen mit der Regierung auf die Tagesordnung gestellt, als der Distrikt- Commissioncr in Jerusalem sich an jüdische Vertreter mit der Forderung wandte, den Namen ihres Kandidaten für einen jüdischen Vizebürgermeister zu nennen. Die politische Bedeutung der Sache wird in palästinensischen Kreisen und in der Presse viel besprochen. Die Stellung der Regierung zu dem ganzen Fragenkomplex, der dadurch aufgeworfen wird, ist noch nicht bekannt. Beniwidi antwortet der ״Times״״ Zu dem am 5. Oktober in der Londoner ״Time s“ erschicncncn Aufsatz ״Jurten und Araber“, über den wir in unserer letzten Nummer ,insführlich berichteten, nimmt in einer Zuschrift in der ״Times“ vom 9. Oktober Norman Ben t wich Stellung. Die Behauptung des Aufsatzes, daß die Pächter auf Boden des Jüdischen Nationalfonds nur Juden sein können, bezeichnet Bentwich als inkorrekt. Der Jüdische Nationalfonds braucht Araber nicht von der Landverpachtung auszuschließen und hat tatsächlich solche Verpachtungen an frühere arabische Pächter z. B, in der Ebene Jcsrcel oder in Scharon vorgenommen. Seit die Zivilregicrung eingesetzt ist, verlangt die Landübcrtragungsvcrordnung, daß im Falle eines Verkaufs von Ackerland, das verpachtet war, der Grundbuchbcaiute sich davon überzeugen muß, daß jeder Pächter genügend in dem Distrikt oder wo anders Land bekommt, das für seine tim! seiner Familie Erhaltung ausreicht. Es sei auch unrichtig, daß es kein beträchtliches Ausmaß bebaubarer Staatsländcrcien gehe. Vielmehr betragen die Bcisan-Ländereien allein 1 000 000 Dunam (gegenüber einem jüdischen Gesamt-, besitz von I 250000 Dunam). Was die Einwanderung betrifft, so seien die Besehwerden vielleicht etwas übertrieben worden, aber die fairness erfordert, sich die Sachlage klarzumachen. Die Beschwcrdc geht dahin, daß die Einwamlcrungsquotc nicht gemäß der tatsächlichen ökonomischen Kapazität des Landes für Neucinwandcrcr bemessen worden sei. Es wird geltend gemacht, daß Arbcitermangel bestanden hat, daß die Löhne abnorm gestiegen sind, und daß daher eine größere Zahl von Arbeitern hätte hereinkommen können. Dies habe auch die Regierung durch die Nachtragsbewilligung von 1200 Zertifikaten anerkannt. Von jüdischer Seite wird behauptet, daß die gewährte Quote ungenügend war und die sich schnell verändernden Verhältnisse des Landes nicht berücksichtigte. Ferner sei cs nicht notwendig, wie die ״Times“ auf die Tage Josuas zuriickztigehcn, um eine gleiche Anzahl jüdischer Einwanderer zu finden wie 1933. Abgesehen von der persisehen, griechischen und römischen Epoche seien auch im Jahre 1925/26 die offiziellen Einwanderungszahlen größer gewesen als 1933. Wauchopes Plane? Die arabische Zeitung ״Al Dschamije al Islam“ ver« öffentlicht den Brief eines ״führenden Engländers“, der den Arabern freundlich gegen überstellt. Der Schreiber führt aus, daß der gegenwärtige High Commissioncr, Sir Arthur Wauchopc, im Gegensatz zu seinen Vorgängern sich nicht mit Zwischenlösungen begnügen werde, sondern eine endgültige Lösung des politischen Problems Patästinas zu finden bestrebt ist. Auf seine Reise nach lonekin habe er ein großes Dossier mit Berichten, Memoranden und Vorschlägen mitgenommen. Insbesondere sei er entschlossen, eine drastische Lösung des arabischjüdisehen Problems zu finden, die mit den nationalen Aspirationen beider Völker teilweise in Einklang steht. Dies würde, so fährt der Schreiber fort, bedeuten, daß p«f lästlna In zwei Teile geteilt wird, einen jüdisehen und einen arabischen Teil. Die Frage sei aber sehr kompliziert, weil es eine klare, geographische Scheidung*- linic zwischen den Bevölkerungen nicht gibt. Der vorge« schlagene Legislative Council sei nur ein Provisorium, da auf die Dauer eine parlamentarische Körperschaft mit ao beschränkten Vollmachten nicht bestehen könne.