Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 82 (12.10.1934)
- Date
- 1934-10-12
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 Jairlc Residiert. Später wurde diese Wahlkuric *1s ״Wahl• Ghetto" empfunden, und es gelang den fortgesetzten jüdlsehen Bemühungen, die Beseitigung der Wahlkurie zu erreidien mit dem Ergebnis, daß die Juden an den allgemeinen Wahlen tcihu'hmen können und keine jüdischen Abgeordneten mehr gewählt werden. Nun hat sieh die Frage der jüdischen Wnhlkurie in Saloniki zu einem richtigen Zankapfel der griechischen Politik entwickelt. Während die Reglerungspartei den heutigen Zustand aiifrechtcrhalten will, verlangt die Partei der Vcnizclistcn die Wiederherstellung der eigenen Wahlkuric. Dabei ist wohl nicht nur eine theoretische Anschauung maßgebend, sondern die Tatsache, daß durch die Teilnahme von Juden an den allgemeinen Wahlen der veni/clislisclic Block geschwächt wird. Die Mandate von Saloniki sind für die Mciirheitsbiklting ausschlaggebend. Datier das Interesse an der Juden frage. V c 11 i z e 1 o s selbst bat sich gegen den Vorwurf des Antisemitismus, der ihm von ver• schicdcncn Seiten gemacht wurde, verteidigt uiul seine Stcl• lutig zur Frage der Salouikicr Wahlkuric wie folgt begründet: ״L’nser Kumpf mit den Juden HalcmtU» in dieser Frage knnri nhlit einem «igcimimlen niitisriiiiti.sclien. Gefühl bei mir zn^i'-rhrli lien werden. Die Juden Altgrjrchrnliuid« wissen, wie IreundM-hnlllirli meine Udülile ihnen gigcniiHer f.ind. Niemals habe ich uulgchürl, die Tilgende» Israels amueikeniten und zu verkünden, und wahrend der langen Jahre meiner Regierung habe ich «lies Mdgliclic getan, um die gerer liiferligien An-priiebe rler Juden Sido• nikis zu Ix friedigen ... Als ich vur einigen Tugen eine jüdische Abordnung empfing, betonte ich dir gegenüber, daß «8 untula wig bei, die Ire ׳armiere Wnhlkurie als pohli-clics (jlictlu 1u bezeichnen, denn die Juden hätten lie-onderc Privilegien, die Ihnen durch den Mlntlfrltrtlcnvrrlrng garantiert dnd, und ich war erstaunt, daß Mit• glieder dieser Abordnung in Unkenntnis dieser Privilegien waren ... Das Judentum ist nieht nm׳ eine Religion, sondern eine Nati01m1it.it 1״ N'iemimd kann den Juden einen Vorwurf daran’‘ machen, daß tue slolz sind auf ihre Vergangenheit, und jeder (Iriirhc bat volles Verständnis für tlieses flclüld ries Stolzes. Aber unsere jüdischen Mitbürger in Saloniki müssen mit größerer Folgerichtigkeit denken. Da sic eine Minderheit bilden, nicht, nur in religiösem, sondern *rieh in imtiemaiein Sinn, so müssen sic sieh mit jener Verl r e t u 11 g in den Kammern begnügen, auf die sie ihrer zahlen, milfugon Stärke enNprci'lM'nd Anspruch haben. Sie mögen da» Schicksal des Landes nicht in höherem Maße zu bcciidlujscn wiinsehen, •ats cs dieser zahlenmäßigen Stärke entspricht. Ks wäre be• Uauerlieli, wenn sio selbst jene wenig zahlreichen Leute ermutigen Würden, die in Griechenland einen akuten Antisemitismus zu erzeugen sieh bestreben. Damit würden sic sowohl dem Lande, dessen Bürger sie sind, als auch sieh selbst einen sehr schlei hlen Dienst erweise!,; auch würden sie damit die sehr herzliehen Beziehungen der Juden in <len übrigen Teilen (!riet lienlantls zu den anderen Hrvölkmingsedcnientcn in die Gefahr bringen, ver• gittet zu werden.“ Die Juden in Alt-Griechenland betrachtet Venizelos als ״Griechen jüdischer Konfession“; denn sie spielen politisch kaum eine Rolle. Leider wird ja die Sache unter rein oppor״ tunistisclicn Erwägungen der griechischen Politik bettr* teilt. Wir aber können die Sache nur von der jüdisch prin* zipicllcn Seite selten. Würde man den Juden von Saloniki k c i 11 e Vertretung ztthiliigcn oder sie gänzlich aus dem politischen Leben ausschaltcn wollen, dann wäre dies ein Zeichen eines Bruches des Prinzips der Gleichberechtigung. Wenn sic aber ihre eigenen Abgeordneten wählen, die die Aufgabe haben, die spezifischen Interessen der jüdischen Gemeinschaft in den zentralen Körperschaften des Staates zu wahren nnd darüber hinaus als Staatsbürger an dem allgemeinen politi* sehen Leben des Staates Anteil nehmen, dann können wir darin kein minderes Recht sehen. Es könnte hierdurch eine sec* I i 8 c h c Entlastung cinfretcn, die geradezu förderlich für die reibungslose Eingliederung der Juden in das Staats* Volk sein könnte; viel eher als wenn die Juden in jenen Sphären, die die Griechen als national betrachten, ohne jede Distanz mitwlrkcn. Das odiose Wort ״Wahl-Ghetto“ ist also nicht ohne weiteres berechtigt. Zu denken gibt auch der Streit um das Wiener ״Schul• Ghetto“. Ls ist durchaus verständlich, daß die Wiener Juden nervös sind und jeden Akt praktisch .,r Judenpolitik mißtrauisch betrachten. Denn die Vermutung liegt nahe, daß — womöglieh unter Wahrung eines harmlosen Augenscheins — die Regicrung dem wachsenden Antisemitismus Konzessionen machen will. Auch mögen sich — so muß man annehmcti — bei der Durchführung dieses Wiener Schukrlasses im einzelnen pein• liehe Vorgänge ereignet haben, die als Demütigung der jü• dischen Schulkinder gewirkt haben mögen. Aber wenn wir von solchen Erwägungen abschcn, ergibt sich folgender Tat• bestand: In Oesterreich ist das Schulwesen in zunehmendem Maße katholisch, sowohl in den äußeren Formen als auch im (leiste des Unterrichtes. Die jüdischen Schüler nch• men an diesem Unterricht teil. Es würde eigentlich nahe• liegen, daß jüdische Eltern, bzw. die verantwortlichen jikli• sehen Instanzen selbst die Forderung erheben, daß den jiidi* sehen Schülern eine Sonderbehandlnng zuteil wird. Denn inner• halb der katholischen Klassen werden sie entweder verführt,!nitzutun oder aber sich in einer Weise, die weder pädago• gisch noch menschlich förderlich ist, zu distanzieren. Wenn nun die Regierung die nichtkatholischen Schüler dort, wo die Zahl es möglich macht, in eigene Klassen zusammenfaßt, so ist nicht zu sehen, wieso dies eine Beleidigung der jüdischen Kinder sein muß. Daß es in der Praxis bei Taktlosigkeit von Lehrern solche Folgen haben kann, wurde schon erwähnt. Natürlich haben die zionistischen Protestredner recht, wenn sie sagen, daß eine negative Absonderung ohne jeden posl״ tiven jüdischen Inhalt des Schulwesens keine Lö* sttng darstellt. Diesen positiven Inhalt zu schaffen, muß das Bestreben der jüdischen Gemeinschaft sein, und wir können nicht glauben, daß eine Regierung, die auf die religiöse Er• Ziehung ihrer eigenen Jugend so großen Wert legt, den Darlegungen des Bedürfnisses einer jüdischen Erziehung für jüdische Kinder verständnislos gegemiberstünde. . Den Juden nur ihren bisherigen Platz nehmen und ihnen keinen neuen gehen, ist ein Verfahren, das die Juden irritieren muß, und wie sich, in Wien zeigte, sind auch die Nationaljtidcn, die ja den pädagogischen Vorteil rein jüdischer Gruppen begreifen, nicht bereit, eine Absonderung dieser Art hinzunehmen. Die Einsicht, daß die Judcnfrage nur durch Einräumung einer autonomen Lebenssphäre für die Juden gelöst werden kann, scheint in Oesterreich in maßgebenden Kreisen Vorbau• den zu sein. Aufsehen erregte kürzlich ein Artikel des Organs der ״Ostmärkischen Sturmschären“ (OSS.)t deren Begründer und oberster Führer der gegenwärtige Bundes• kan zier Dr. Schuschnigg ist. Die Zeitung versucht, ein Bild der Judenfrage zu geben, Indem sie zunächst deren historische Wurzeln untersucht. Die ״OSS", so heißt es wcl• tcr, körnte als katholische Bewegung sich den Rassenamtl- »emitismus nicht zu eigen machen, Das Blau führt: dann «ui, in welcher Weise •Ich dl« OSS. mtt dem Judentum *wwinandeausetsen haben, ln erster Linie JÜDISCHE RUNDSCHAU Tagung der flclcluvcrirelung Die Rcichsvertrcfnng der deutschen Juden teilt mit: Am Sonntag, dem I I. d. M., findet in Berlin die zweite Tagung des Beirates der Reichsvertretung der deutschen Juden statt. Die Tagesordnung sieht außer einer Kundgebung des Präsidenten der Rrichsvcrtrctung, 1 lerrn _ Rabbiners Dr. Fco Hacek, sowie den Berichten de» PrlisltJinlausschttsscs über die einzelnen Arbeitsgebiete der Reiehsvcrtrctimg, ein Referat des gcschäftsführciuicn Vorsitzenden des Präsidial• ausselmsses, Herrn Ministerialrats Dr. Otto Hirsch, über ״Die innere Lage des deutschen Judentums und seincr'Organisationcn" vor. sei eilte klare Trcimung vorztiitclnnen zwImIich Jener Jinleiist liaft, 1110 111 s volks- 11111.1 r c I i g i o 11 s g c l> u n <1 e n <• 1. i!> 11 < i t il.i-lelil und innerhalb einer jeden Nation ihr Erde eine Minorität dar aellt, und jenen A-si111il11ti11״-.j11de11, die ilirem Viiiergluulien und ihrer ViiUt Sille fremd gewtmlen sind 11ml, die ererbten I ■ gmsein111111־ ilircs Stammes iiiisiiuliciid, zur furcht baren Gefahr innerhalb eines jeden gesunden Volk »körpern werden müssen. ״Diese sind cs auch, die während de» geschielt!!״dien Alllaufes der Jahrhunderte die primitive, aber in ihrem Wetcnskern gesunde Abwehrstellung der »betidlnmUschen Völker lurvorgeriifen halrcn.“ Zum ScliInlS wird von der Notwendigkeit von Staalsgcseiren gesprochen, bei deren Schaffung die Juilctt selbst, der ״Volksbewußte“ Teil der JudeiistlmÜ, initlielfen!-ollen. Ks seien ״kluge und cmvrrstii ndiielr erarbeitete Slimtsgosctze1* nimislreben, ״Daß solche Staatsgeseiic in gerechter Form miigliehst bnUl ergehen, müssen die UXS. immer und immer wieder!ordern. Ls ist wlbitverständlich, daß jedes Wirtsvolk die KxNciii eines Gustvolkcs auf die Dauer nur dann ertragen kann, wenn das Zusammcnletren nieht idlrii große Keibinigsfliielien bietet. Solelio Rcibungsfliiehen werden dann r.u große und zu viele, wenn ckn Kindern des eigenen Landes und Volkes Lebens- und Esistenziiicigliglikeiteu entzogen oder briahgrdiiiikt werden, weil du» GiMvulk den Produktion»• faktor K11|1ital nahezu ausschließlich in •lleinigc Verwaltung Ubernominell hat.“ Die Verwirrung, die in der Behandlung jüdischer Dinge noch immer vorherrscht, findet teilweise auch ihren Niederschlag in diesem Artikel. So z. B. ist die Behauptung, daß das Kapital ״nahezu ausschließlich in jüdischer Verwaltung sei", aus dem populären Legendenschatz des Antisemitismus her• übcrgcnominen. Trotzdem kann man nicht verkennen, daß fn dem Artikel richtige Gesichtspunkte, die zu einer würdigen gegenseitigen Aussprache führen können, enthalten sind. Denn die Erkenntnis, daß der jüdische Bevölkertiitgsfeil für die Gcsnmthclt des Stnntsvolke» tim so wertvoller Ist, Je mehr er sielt seiner jüdischen Eigenart und seiner jüdischen Tradition bewußt ist, schafft einen Ausgangspunkt für eine neue Form des Zusammenlebens von Juden und Nlclitjudcn Im Stiate. Ebenso wichtig ist die Anerkennung, daß die Mitwirkung der Juden selbst erforderlich sei. In der Praxis dürften sich freilich sehr viele Schwierigkeiten ergeben. Die Entwicklung einer Reihe von Ländern stellt die Juden hetite vor neue Probleme. Wenn wir ihnen ins Auge sehen, so müssen wir die Angst vor dem ״Qlictto“ überwinden. Wir werden in Europa nicht ins Ghetto zurückkeh• rett; aber wir werden viele Fehler, die wir nach unserem Aus• zur aus dem Ghetto begangen haben, indem wir das jüdische Eigenleben immer mehr liquidierten, wiedergutmachen müssen, Nicht nur im Iniercsse unseres Zusammenlebens mit den anderen Völkern, die ein physfognomlcloscs Judentum noch weniger begreifen und achten können als ein klar seiner Eigen• art bewußtes, sondern in erster Linie in unserem eigenen Interesse, weil wir um unseres Menschentums willen auf den ungeheuren Reichtum jüdischer Gemein schaftswerte und jü• dlschcr Ucbcrllcfcrung nicht verzichten können. Eine neue zionistische Gruppe I!״׳• utut Im Zusammenhang mit dem nachstehenden Bericht, den u'ir ans Jerusalem erhallen, mitgrteilt xeird, hat sieh Kurl Blumenfeld am Taga nach der hier bespra• ehenrn Versammlung nach Landen begehen, um an der Sitzung der Politischen Sludlcnkommtssian der Exekutive teihnnehmen; Herr Blumenfeld wird Anfang November nach Palästina zurilehhchrcn. Es ist, so wird uns weiter geschrlc• ben, beabsichtigt, inzwischen einen möglichst großen, seines Programms bewußten Kreis in der Gruppe ״Kidmah״ zu sammehl, Vor diesem Kreise wird Herr Blumenfeld nach seiner Bilchhchr in mehreren größeren Veranstaltungen berichten, Bcd. Am 2. Oktober fand in Jerusalem die Qründungsvcrsammhing einer neuen Gruppe der Allgemeinen Zionisten statt, die sich ״Kidmah, Chug Zijonim Kl all im" nennt. Der große Saal des Menorah-Kiubs, der ein paar hundert Menschen faßt, war überfüllt, so daß viele der Erschienenen keinen Einlaß finden konnten. Wie der Leiter der Versammlung, Dr, Kroianker, hebräisch und deutsch ausführte, liegt die Gründung der netten Gruppe auf der Linie ähnlicher Veranstaltungen, die im Laufe der letzten Monate im Lande bereits stattgefunden haben. Diese ersten Versammlungen waren nur ein Versuch, eine Heerschau gleichsam darüber, wie es mit den Kräften einer progressiven konstruktiven Mitte irn Lande bestellt sei. Und cs ergab sich, daß neben den deutschen Zionisten, die in der Z.V. f. D. größtenteils schon immer in den gleichen Gedankengängen gelebt hatten, sich die verschiedensten Kreise des Jischuw, darunter auch die allgemein-zionistische Jugend, fanden, die den Versnob der Belebung und Erwcite• rtmg eines fortschrittlichen Allgemeinen Zionismus mit Freu• den begrüßten. Wenn man trotzdem nicht gleich zu einer organisatorischen Form überging, so kam es, weil man einer• seit* vor der Gründung einer neuen ״Partei", die mit Recht als ein ungeeigneter Weg zu der ersehnten Befriedung durch eine starke Mitte erschien, zurückseil reckte, andererseits aber Zweifel hegte, ob in der im Lande bestehenden Vercinigtitig der Allgemeinen Zionisten Platz für die Anschnu* urigen und die frischen Kräfte des fortsctirlttllchen Zionismus sein würde. Dieser Situation hat die Konferenz der Alige* meinen Zionisten in Krakau ein Ende bereitet. Sie hat zwar die Gegensätze zwischen den Gruppen nicht aufgc• hoben, aber sie hat durch allgemeine Formulierungen den organisatorischen Rahmen gefunden, in dem die bisher ge* trennten Gruppen zusammen arbeiten und vielleicht in fruchtbarer Reibung einen gemeinsamen Weg gehen können. Unter diesem Gesichtspunkt wurde also nun die organlsato* rische Zusammenfassung der fortschrittlichen Kräfte in der Gruppe ״Kidmah“ beschlossen, die als solche In den Landesverband der Allgemeinen Zionisten — und zwar mit seiner ausdrücklichen Zustimmung — eintreten soll. Auf diese .Weise ist auf der einen Seite die organisatorische Einheit des Allgemeinen Zionismus gewahrt, auf der anderen bleibt dem fortschrittlichen Zionismus die Möglichkeit, seine Auffassung der allgemeinen Formulierungen von Krakau ge• schlossen zu vertreten. Nach dieser erklärenden Einleitung sprach als erster Redner des Abends Kurt Blumenfeld. Die Oruppe, die Nr. 82, 12. X.!934 sich heute offiziell konstituiert, bestand langem; In Deutschland hieß sie Z. V. I. D. Nun*a*beh'lt *ייי siel» in Palästina mit vielen verwandten Gruppen dcV ןן"\ verbinden können, um zu einem auflmucndcn und bei *1 den Faktor zu werden. Sk ist eine Gruppe, aber sie «;״'?* Ganze sein, d. h. sic wird geleitet von nichts als der öf der nationalen Sache, der wir dienen. Sic kamt zwar e den gegebenen Umständen nicht anders, als *Ich - ־u״ltr auf und Forde P°!itlscber ”Grundlage ziisninmeti/tuehllcßcn des Tages vertreten, aber dahinter steht immer uvl Blickpunkt des allen Gruppen gemeinsamen Ziels. * °“(rt Dies Ziel, zu dem die Wege der politischen Konstrlisti nach wechseln mögen, ist seiner Natur nach unbegrenzt"1 kein Gegenstand der Diskussion. Wesentlich Ist vleWi wer berufen sein soll, die» Ziel zu verwirklichen. E» nur die Organisation unter Führung ihrer gewählten l sein, und deshalb ist nichts stärker zu betonen ö, r Wahrung der Disziplin und die bedingungslose Uni Ordnung unter die jeweilige Leitung, gleichgültig, ״b t (»nippen in allen Teilen sich Immer mit ihren Maßnat״»f einverstanden erklären können. Deshalb ist auch 1״? Krakauer Beschlüssen, In denen diese Disziplin eltichy gefordert wird, eine Strafbestimmung für zuwidcrhimkiJ! Gruppen zu vermissen; ohne solche Bestimmung bleibt (»T diesbezügliche Beschluß eine unwirksame Deklaration tj״,,'! Gruppe ist demgegenüber vorläufig die einzige, die be״, und entschlossen ist, mit aller Schärfe die Konseciucm״ gegen diejenigen zu zielten, die die Kraft und Geschl«״» heit der Organisation durch ihre Ligenmiichtigkcit wühlen. Die Anerkennung der Exekutive als unseres obrrstf." Organs erfordert den Respekt vor Ihr, durch den sie ji,, Autorität erhält. Das ist besonder* bei uns, bei einer 10( Freiwilligkeit beruhenden Organisation erstes Erfordern!! Unsere praktisch wichtigste Forderung ist eine dauernd* starke Einwanderung, die durch keinerlei politmJ Faktoren behindert wird. Aber wenn man das will und <|l׳l natürlich einer möglichst engen und freundschaftlichen Kooperation mit der Mnndatarmacht bedarf, so darf nt!, nicht, wie cs jetzt in einer aktuellen Frii. geschieht, auf eine Politik der Non •Koop*. ratlon lossteuern. Das ist eine Politik mit doppelt(!! Boden, durch die wir uns unsere Chancen nur verderben Wtua Wir haben gerade in der letzten Zeit in der Einwanderung, frage (zusätzliche Zertifikate) einen nicht hinreichend ». würdigten Erfolg erzielt. Ein bedingungsloses Nein aul »nie. rem Gebiet kann uns diesen Erfolg wieder verderben. In bezug auf die Fonds genügt es nicht, zu ujm, daß der Zionist Ihnen gegenüber seine Pflicht zu erfüllen habe. Gerade jetzt, wo Hüten wieder in höherem Mt Mitte! zufließcu, muß man sie neu aufbaticn und vcrvitlfachen. Viele Jahre lang I1at man den Fonds grgenliirr den Primat 11er Privatinitiative verfochten. Mm braucht die Bedeutung der Privatinitiative auf ihrem Feld nicht zu verkleinern und sicht doch gerade heute, so jeder Monat neue Tausende ins Land bringt, wie ander! wir dastünden, wenn das nationale Kapital die Böden zur Verfügung stellen könnte, die gebraucht werden, bn Erkenntnis von der ausschlaggebenden Bedeutung der öflent• liehen Mittel kann unseren Menschen nicht stark genug im Bewußtsein gebracht werden. Vieldeutig Ist der Krakauer Beschluß, der sich auf die Arbeiterschaft bezieht; er ist im Grunde gegen *ie grridilrt. Wir hingegen stehen auf dem Boden der Beschlüsse fa letzten Kongresses, wir fordern eine geschlossene Arbeiter, scliaft. So wenig die Histadrufh unter dem Kommando einer Partei stehen soll, so wenig wünschen wir eine durch neu Ins Leben gerufene Gewerkschaften zerklüftete und »kt«s■ unfähige Arbeiterschaft. Wir haben alles Interesse an eint«! hohen geistigen und materiellen Standard unserer Arbeiter, denn ״nicht der jüdische Proletarier geht nach Palästina, sondern der Zionist wird zum Arbeiter". So sehen wir such als stärksten Garanten der Mitte neben unserer Gruppe d!< Arbeiterschaft. Es ist nicht etwa so, daß wir nicht auch in vielen Eittzclfragcn heftige Auseinandersetzungen mit der Arbeiterschaft haben werden, und daß wir uns nicht in vielmt entscheidend von Ihr abgrenzen müßten, aber in der Fnp« des konstruktiven Aufbaus betrachten wir sic als umttt Bundesgenossen. Der ״Feind“ ist für uns der Zerstör« ta nationalen Einheit von rechts. BUtmcnfelds Rede, die In den Worten gipfelte: »״ werden nur existieren, solange wir uns bewähren"» wwf* mit starkem, wiederholtem Beifall aufgemmtmen, Nach ihm sprach hebräisch Sclimarjahu LewinJ« schon bei seinem Erscheinen warm begrüßt wurde. Seine Reut hatte nichts mit den Forderungen des Tages zu tun; ging um den letzten Sinn unserer Rückkehr ins lim Er schilderte vor den Anwesenden, die doch _ größte«((« von außen her ins Judentum gekommen sind, die innere ujk■ heit und Geschlossenheit, die von jeher seine Welt war. » er entwickelte dabei, wie vor der Festigkeit solcher »׳<*, die sich aus einer lebendigen Vergangenheit hcrleitct. »״ politischen Systeme der Welt verblassen, und wie *ich ״» letztes Ziel unseres Streben» ergeben muß, diese v,f* gangenheit wieder neu von innen 11er beleben und cf!«*‘» zu können. Auch er glaubt nicht an End/icI-Fcstsct/iin*'״* sondern an die unbegrenzte Wirksamkeit jenes Omtt ■ unter dessen Anhauch wir jetzt wieder die ersten Scntw zum Leben tun. Und wenn er sielt der neuen Gruppe nw nur *!!geschlossen, sondern auch aktiv zur Verfügung r steift habe, so deshalb, weil er in dem Kreis der Mensch > die ihre Begründer und Initiatoren sind, die Gewähr für ״ zionistischen Weg sähe, der ihm immer vorgeschwebt t die Belebung unserer Vergangenheit aus dem Gent den Erfordernissen dieser Zeit. Nach den mit wirklicher Anteilnahme ntilgenom!"*^ Worten Schmarjahu Lcwins wurden eine große Menge Beitrittserklärungen zu der neuen Gruppe ״Kidmah gegeben. uni w« •לו Presscschaa Der ״Manchester Guardian" veröffentlicht *® 5. 10. einen Artikel ,Juden und Araber in Palästtna . ׳ י es beißt, daß von neuem eine Spannung zwischen An ־ und Juden entstanden sei, well die Araber sich darüber schweren, daß Tausende von Juden in das Land geschmugs werden, während die Juden behaupten, daß י atue״״* Arabern unkontrolliert nach Palästina kommen. Der Ar ־ bringt dann eine Statistik auf Grund des letzten Zcnoi* . »teilt fest, daß die jüdische Bevölkerung Im letzten J um 20 0/0 zttgenommen hat. Es folgt eine Schilderung wirtschaftlichen Verhältnisse, insbesondere!(Wischen Siedlungen und dann der jüdischen I״dj Dabei weist das Blatt darauf hin, daß in der Industrie . ganze Reihe von Fällen der Zusammenarbeit, ichett Arabern ttftd Juden verkommen, ״(״ 0יף dere bei großen Unternehmungen sei dies der Fan. müsse hoffen, daß auch die kleineren Unternehmung!" ״ mählich *u einer Zusammenarbeit übergehen werden. ״* größte Teil der neuen Einwanderung tn die Städte sf seien Bestrebungen im Gange, eine größere Zahl von ״ Einwanderern auf dem Lande unterzubringen, «joch 5״L|ts •>cH Wer, so schließt der Artikel, gewisse Schwlefie"n bd der Erwerbung von Boden. 1