Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 81 (9.10.1934)
- Date
- 1934-10-09
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Die ״Judenklassen״ in Wien flbwchrakiion der KuUusgcmeinde Von unserem Berichterstatter. r. Wien, Anfang Oktober. Einen Tag vor dem Vcrsöhnuiigsfcste haben die jüdischen Fitem eine peinliche Uebcrrascliting erlebt: Nach dem ersten Schult,•!f!c im neuen Unterrichtsjahre erzählten die jüdischen Mittelschüler, man hätte sie zu Beginn des Unterrichts in ein/.einen Klassen z.usammciißcfaßt, in manchen waren ausschließlich jüdische Schüler, in anderen wieder waren den jüdischen die konfessionslosen Schüler zugcteilt, während in anderen Klassen wieder die katholischen und evangelischen Schulkinder zusnn1im׳ngef.1ßt wurden,- Der jüdischen Eltern aller Kreise bemächtigte sich über diese Maßnahme eine große Erregung, die in spontanen Eltern Versammlungen ihren Ausdruck fand. Deputationen erschienen beim Kultus- Vorstand mit der Bitte um sofortige Intervention. Die Maßnahme der Unturrichlsbehö^lcn gründete sich auf einen im Verordnungsblatt des Wiener Stadtschulrates vom 15. September 1934 erschienenen Erlaß des Buirdcsnünbteriuins für Unterricht, der verfügte, daß auf Oruiul ״schulpraktischer Erwägungen“ bei Teilung von Klassen In Parallclzii^c in Mi״- kunft die 11 f c 111 k a t h o 1 i s c h c n Schüler ln je einer Klassenahtciliing vereint und nicht mehr in zwei oder alle Parallelziigc einer Klasse aufgeteilt werden. Diese Maßnahme wurde von der jüdischen Bevölkerung bis dem ü t i g c 11 d c Absonderung der jüdischen Kinder empfunden. Von den assimilierten Kreisen, die auf die Simultanschtile schwören, bis zu den Zionisten, die die jüdische Schule seit Jahr und Tag fordern und propagieren, wurde diese Maßnahme ahgelchnt, als eine, die lediglich die in c - chanische Absonderung der jüdischen Schiller bczweckt, ohne den geringsten sachlichen und positlvcn Grundgedanken dabei verwirklichen zu wollen. Die Einmütigkeit in der Ablehnung wuchs, als mau inzwischen erfuhr, daß analoge Erlässe für die Volks- und Hauptschulen erfolgt seien. Aus den Mitteilungen der Eltern- und Schülerkreise konnte man entnehmen, daß die vom Wiener Stadt- Schulrate getroffene Anordnung offenbar weiter gehe als. der erwähnte Erlaß des Ministeriums für Kultus und Unterrieht. In einzelnen Klassen waren Aus- und Umschulungen jüdischer Kinder auch an Volks- und Hauptschulen erfolgt. Gleichzeitig erschienen in einigen großen Tageszeitungen Mitteilungen, die offenbar offiziösen Charakter trugen. Nach diesen sollen keinesfalls konfessionelle, sondern lediglieh ״sehulpraktische Erwägungen“ für den Erlaß maßgebend gewesen sein. Schließlich wurde darauf verwiesen, daß es sich hier gar nicht um einen neuen Erlaß handelt, sondern um eine Wiederherstellung eines bereits im Schuljahr 1920;21 bestandenen und bewährten Zustandes. Man war in den Kreisen des Unterrichtsministeriums von der Wirkung des Erlasses auf die jüdische Bevölkerung peinlichst berührt und sichtlich bestrebt, den Eindruck von der Schaffung von Klassen nach konfessionellen Gesichtspunkten zu ver• wische 11. In der Tat konnte man den Eindruck gewinnen, daH die maßgebenden Faktoren die Folgen der Durchführung des Erlasses nicht vor» 11 «gesehen und daß der Erlaß in der Durchführung weit über das gesteckte Ziel hiiiaiisging. Doch all diese offiziösen Auslassungen beruhigten keinesfalls die jüdische Bevölkerung, zumal da an einzelnen Mittelschulen die Absonderung nicht in der Weise erfolgte, wie cs der Erlaß vorsieht, sondern jüdische und konfesaionslose Schüler in einem Parallclzug, die katholischen 11 n a protestantischen ln anderen Parallelklassen vereinigt wifrdcn. Nun griff der Vorafnnd der Kuitusgemelnde < ein, indem er in den letzten Tagen zu einer öffentlichen Plenarversammlung zusninincntrat, in welcher gegen den Erlaß über die Errichtung von Parallelklassen nach konfessioncllen Gesichtspunkten Stellung genommen wurde. P r ii s i d c 111 D r. Friedmann stellte ln seinem ausfiihrlich erstatteten Referat vor allem fest, daß die Kultusgemeinde erst am 18. September durch die Veröffentlichung iin Verordnungsblatt des Wiener Stadtschulrates von dem Erlaß und dessen gleichzeitiger Durchführung in Kenntnis gesetzt wurde. Mit reichem dokumentarischen Material widerlegte Dr, Fricdmann die Argumentation der Unterrichlsbchörden, daß schon früher ein ähnlicher Erlaß zur Durchführung gelangt wäre. Wohl sei im Jahre 1 SSO rin diesbezüglicher Erlaß hcrausgcgcbcn, doch habe schon damals der Wiener Kultusvorstrinil dagegen Stellung genommen und im österreichischen Abgeordnetenhaus erklärte der damalige Uiderrichtsminister Graf B y l a n d t ־ R h c i d t die Durchfiiliriing eines solchen Erlasses als nicht statthaft. Tatsächlich ist dieser Erlaß niemals generell zur Anwendung gekommen und die Kulfusgemciiidc hat nie hierzu ihre Zu- Stimmung gegeben und werde es auch heute nicht tun. In der Tat nahm schon im Juli d. J. das Gesamtnrä siilium durch eine Vorsprache beim jetzigen Bundes- Kanzler für. v. Schuschnigg, in dessen scincrzcitigcr Eigenschaft als Unterrichtsminister, als die ersten Gerüchte von der Einführung von Parallelklassen an Wiener Mittelschulen nach konfessionellen Gesichtspunkten durchsickerten, die Gelegenheit wahr, zu erklären, daß die Kultusgcincindc einer Scheidung der Schulkinder nach konfessionellen desichtspnnkten nicht zu stimmen könne. Das Präsidium hatte iiarli dieser Vorsprache die Ucbcrzctigung, daß die Schulbehörden ihre Airsichten nicht zur Ausführung bringen werden. Trotzdem erschien der Schulcrlaß. An das mit größter Zustimmung des gesamten Vorstandes aufgenomniene Referat des Präsidenten Dr. Friedmann knüpfte sich eine längere Debatte, die durch’die einmütige Ab• I e 11 n u n g des Erlasses nls einer Demütigung und Zurück- Setzung der jüdischen Kinder und die gleichzeitige ihre eigenen nationalen Ziele verfolgten, denen die Juden ganz fremd gegcniihcrslandcn. Ilic Sonderstellung der Juden in der Nalionnlitätcnlx*u׳cgung Osteuropas war ihr tragisches Schicksal." In diesen Sätzen zeigt sich eine zutreffende Er« Kenntnis des Charakters der Juden frage, deren besondere Schärfe im Vergleich mit den sonstigen Minoritätsproblemen auf dem Mangel einer nationalen Heimat der Juden beruht. Allerdings scheint Tiander nicht Gelegenheit gehabt zu haben, mit den zionistischen Vertretern des russischen Judentums in der Zeit seiner politischen Tätigkeit enger zusammenzuarbeiten. Die von ihm genannten russisch-jüdischen Führer gehörten im wesentlichen den demokratischen Gruppen im alten Rußland an und vertraten vielfach eine durchaus russisch-zentralistische Meinung. Aus dieser Unkenntnis dürfte sich auch die Ansicht des Verfassers erklären, nach der die Juden den nationalen Be- Strebungen der anderen Minoritäten fremd gegenüberstan• den. Der Zionismus mit seiner klaren Erfassung der Besonderheiten der Judenfrage hatte vielmehr stets Verständnis für die nationalen Aufgaben und Forderungen der anderen Volks* gruppen. Er erkannte auch, daß die Erlangung von Mindcrheitsrcchtcn für die Juden in der Diaspora nur dann wirklich sinnvoll sein könnte, wenn damit Hand in Hand die Schaffung eines nationalen Zentrums in Palästina geht, das geeignet ist, die in der Zerstreuung lebende Judenhrit zu stärken und ihr die für jede Volksgemeinschaft erforderlichen kulturellen Energien zuzuführen. Die besondere Lage der Juden im Rahmen des Rechtskampfes der Minoritäten kommt noch mehrfach in der gesclüchtlidien Darstellung Tiamlcrs zum Ausdruck. So war cs zwar ohne weiteres möglich, in einem S a m m e I b u ch, das im Jahre 1915 zur Frage des Umhaus des russischen Reiches im Sinne einer Befreiung der auf seinem Territorium lebenden Völker Stellung nahm, Proben der hebräischen und jiddischen Literatur abzudrucken, — aber als iin weiteren Verlauf des Krieges dann ein Komitee geschaffen wurde, das aus den Vertretern der die nationale Autonomie anstrebenden Volker bestand, war cs nicht möglich, jüdische Vertreter daran tciincluncn zu lassen, weil es den Juden in Rußland an einem Gebiet fehlte, in dem die Autonomie zu verwirklichen war. Und auch als die Sowjetunion daran ging, durch die Schaffung autonomer Republiken und Gebiete für die einzelnen Völker Rußlands eine Lösung des National!' tätenproblcms zu finden, machte die Stellung der Juden bcsondere Schwierigkeiten und konnte zunächst nur durch die Bildung sogenannter ״nationaler Sowjets" geregelt werden, die für die zahlenmäßig überall in der Minderheit lebenden Juden eine Art von personal-kultureller Autonomie bedeuten, wie sic im alten Oesterreich von verschiedenen Theoretikern schon früher gefordert worden war. Hinzu trat dann die Bildung nationaler Rayons für die Juden, die sich auf dem Lande in bestimmten Bezirken Si'tdrußlands bxw. (}»(Sibiriens angesiedelt haben. Tiander vermeidet cs, rin endgültiges Urteil über die Regelung der Volkstumsfragcn in Sowjetrtißland abzugeben. Er erkennt den Fortschritt an, der darin liegt, daß kaum 20 Jahre vergangen sind, seitdem man in Osteuropa deshalb verfolgt werden konnte, weil man eine andere Muttersprache als Russisch anwenden wollte. Mag diese Feststellung auch für die meisten Nationalitäten Rußlands Geltung haben — für die Juden trifft sie nur bedingt zu. Wohl ist die Zeit der Pogrome vorüber, deren Unvereinbarkeit mit dem Christentum Prof. Tiander gelegentlich konstatiert, dafür werden aber 5m Namen des in Rußland heute herrschenden Dogmas die wahren nationalen Bestrebungen des Judentu ms verfolgt, und das Hebräische Ist heute noch eine Sprache, deren Anwendung und Verbreitung unter Strafe gestellt Ist So offenbart sich die Besonderheit der jüdl- »chen Minderheitsfrage auch dort, wo mit den Mitteln einer mächtigen Staatsgewalt der Versuch gemacht worden ist, eine generelle Lösung dieses Fragenkomplexes zu finden. Dieser Ausflug in die Geschichte zeigt uns also die ganze Schwierigkeit eines Versuches, die Stellung der Juden im Lehen der Völker schematisch und ohne Eingehen auf ihre Besonderheit zu regeln. Für das westliche Judentum kommt noch hinzu, daß ihre kulturelle Verbindung mit den Werten der jüdischen Vergangenheit schwächer ist, als im Osten. Trotzdem gilt cs heute, sich über die Tendenzen der Entwicklung, die ohne unser Zutun vor sich geht, klär zu Werden und auch die Kräfte ln uns atiszulftscn, die gceignet sind, diese Entwicklung glücklich zu beeinflussen. Wenn die Träume von der menschlichen Verbrüderung und von einer gewissen Ausgleichung der bestehenden Unterschiede zerronnen sind, muß man den Tatsachen ins Auge schauen und sich nicht von den Dingen treiben lassen. Allzulange waren wir deutschen Juden im Grunde nicht Herren unseres Schicksals, sondern fügten uns willig den Strömungen ein, die die Umwelt hervorgebracht hatte. Wir haben verg essen, daß nur der vor der Ocachichte beite* hen kann, der sein Haus aus Eigenem zu bcstellen weiß. So erlangten wir zwar jene äußere Freiheit, die für uns auch heute und in aller Zukunft leben sno׳twendig ist, aber wir opferten ihr ein Maß an innerer Oes t a 11 u n g s k r a f t, das weit über jenes Ocschenk Europas an uns lunausging. Darum gelang cs dem Jüdischen Volke als ganzem bisher noch nicht, aus seiner eigenen Art heraus der Welt das abzustatten, was seiner historischen Tradition entsprechen würde. Vom Standpunkt der Umwelt nus betrachtet Ist der Zionismus mit seinem Werke des Aufbaus In Palästina der große Versuch des In der menschlichen Freiheit lebenden jüdischen Volkes, seinen eigentümlichen Beitrag zur kulturellen Fortentwicklung der Welt zu liefern. Wir glauben, daß Entscheidendes hierfür in Palästina getan werden wird. Aber auch das Judentum außerhalb seiner nationalen Heimstätte ist berufen und verpflichtet, sich in diesen Prozeß des Schaffens aus eigenen Quellen einzuordnen. Wenn cs überall damit beschäftigt ist, in einer sich politisch und sozial neuordncmlcn Welt die äußeren Lebensbedingungen zu schaffen, die erforderlich sind, so wird cs bd der Auscinamlcrsctzung mit der Umwelt auf diese neue Funktion seines Lebens hlinveisen müssen. Man hat von jüdischer Seite aus oft genug versucht, unserer Existenz als Juden einen Sinn untcrzulcgen, der über das Judentum hinauswies und den Juden Aufgaben für die anderen Völker stellte. Die Umwelt hat vielfach auf diese Tendenzen damit reagiert, daß sie uns Juden als ״Element der Zersetzung״ und unerwünschte Eindringlinge In Ihren eigenen Bereich bezeichnete. Nun, wir glauben nicht daran, daß irgendein Volk eine andere Aulgabo zu erfüllen habe, als sich selbst getreu zu lcbcnl Nur so vermag rin Volk den Sinn zu erfüllen, der Im Plan des Weltgeschehens begründet liegen mag und der aus dem Zusammenspiel der verschiedenen Kräfte das Ganze der Schöpfung hervorgehen läßt. Dies gilt auch für das jüdische Volk, und alle großen Leistungen des Judentums sind in der instinktmäßigen Beachtung dieses Grundsatzes verwurzelt Die Zeit, in der wir leben, ist äußerlich für viele Juden schwer. Was sie erträglich macht, ist die Ocwlßhcit, daß die Rückkehr zu uns selbst fortschrcltct, daß wir die Herrschaft über unser eigenes Leben wiedergewinnen, und daß wir die Grundlagen für schöpferisches Tun neu legen. Nicht heute und vielleicht morgen, aber gewiß im Zuge der Entwicklung wird all dies auch unsere Beziehungen zu den Völkern der Welt auf eine neue, bessern Basis stellen, K. L. Forderung nach Ausbau der jüdischen Sek gekennzeichnet war. Positive Stellungnahme zum p, J sei unerläßlich. Da׳» war der Kernpunkt In den Redtjf1 zionistischen Mandatare. <1 Bei aller Aufrechtcrlialtung der alten zionistischen t mg nach Ausgestaltung der rein jüdischen Schul. Schul* *nt hi« il »t!• dem diese Forderung ist allerdings besonders nacii'iirücklk'h in den letzten Jahren gestellt und propagiert worden größter Propagator und erster Verwirkliclicr war unvergeßliche Wiener Obcrrabbiiicr Prof. Chajes d ־ Verdienst cs ist, die ersten Bausteine zu einer iü(S' Schule in Wien, durch Schaffung des ״Chajei g 5 g y m n a s i 11 m s, gelegt zu haben — müssen a״rh i' Zionisten diese durch den Erlaß bezweckte Absond» ahlchncn. Darin liegt kein innerer Widerspruch, denn? Teilung der Schüler nach Konfessionen ist mit der rinricht konfessioneller Schulklassen nicht identisch. Weile? Unterricht in der Religion, noch der in den profanen Furt nimmt auf besondere konfessionelle Bedürfnisse der"- sehen Kinder Rücksicht. Die jüdischen Parallelklassen Jf' stehen ebenso wie alle anderen Schulklassen weder der v wnltung noch der Beaufsichtig״!!(: jüdischer Instanzen wird der Unterricht von luchtjudischen Lehrern erteilt' I n n c r j ii d i s c h aber kann heute die Fra -e der!ז״ז sehen Schule nicht mehr aus der Diskussion verschwind Amtliche Modifizierung des Schulerlasscs. In den letzten Tagen erfolgte eine neuerliche |«t« vcntion des Präsidiums der Kulhrsgemeindc iin Unlerrirf mmistcrium, bei welcher Gelegenheit die vom Vorst einmütig gefaßte Resolution gegen den Erlaß der 0btä£ Unterrichtsbehörde zur Kenntnis gebracht wurde. ~ Als Ergebnis dieser Vorsprachc ist unmittelbar darr! in der Tagespresse die amtliche Verlautbarung einer Mn* fi/iertmg dieses Erlasses erfolgt. Fs wird zunächst bedw!•* daß die Durchführung des Erlasses zu Folgerungen eduu die nicht beabsichtigt waren und fcstgcstelit dH eine Trennung der Schiller nach konfessionell!, Gesichtspunkten nicht beabsichtigt war p etwaigen Schwierigkeiten zu begegnen, hat das UnterricK mmistcrium in einem weiteren Erlaß den Wiener StadtschuVr ermächtigt, die Klagen der Eltern zu überprüfen und ״. eignete Vorkehrungen zur Milderung zu treffen. 1 Die amtliche Verlautbarung wird von der jüdische Bevölkerung mit Genugtuung mitgenommen. Fi »'!. mit Befriedigung zur Kenntnis genommen, daß die Regier.- erklärt, kein Schulghctto schaffen zu wollen, glöi, zeitig wird von dein überwiegenden Teil der jüdische- (}Öffentlichkeit die Forderung nach der Schaffung von!* Staatsmitteln erhaltenen und mit jüdischen Lebt-, besetzten jüdischen öffentlichen Schulen mit einem er sprechenden jüdischen Lehrplan erhoben, nie w. zige jüdische Volks- und Hauptschule, sowie das C ha je!. Realgymnasium mußten jetzt aus Platzmangel »V reiche Schüler abweisen. Daraus geht klar hervor - » wird von zionistischer Seite mit Recht gellend gemacht dalf hei einem großen Teil der jüdischen Eltern das Et■ dtirfnls besteht, Ihre Kinder in jüdischen Schulen hms bilden zu lassen, in denen auf die Pflege der jüdisch«; Geschichte, der hebräischen Sprache und des Relijkw. Unterrichtes ein besonderes Gewicht gelegt wird. Der übe• wiegende Teil der jüdischen Elternschaft wünscht daher Einführung der jüdischen Schule, die aus Staatsmitteln dote und mit jüdischen Lehrern besetzt ist, Es Ist In diesem Zusammenhang auf die kürzlich vom Sit der Stadt Wien, Dr. Jakob E h r 1 i c h, der auch de! Ci mann des Klubs zionistischer Kultusmandatare Ist, gcmadilt* Mitteilungen hlnzuwciscn, daß gegenwärtig unter 5000 stad!:• sehen Lehrern mir 12 Juden sich befinden, von desa überdies 2 bereits pensioniert sind. Beim Wiener Sh‘ schulrat sollen zahlreiche Ansuchen von Juden um Aufnähme in den Schuldienst anhängig sein. Mit einer giinstja Erledigung könnte etwaiger Mangel an jüdischen Lekr mit einem Schlage aus der Welt geschafft werden. SchlkJ• lieh darf auch daran erinnert werden, daß die Fordern«; nach der fakultativen jüdischen Schule auch in k österreichischen Verfassung begründet ist. RambanvFeicrlichkcifen in Wien In einer von der tlistadruth Iwrith cinbcrufencn Knnlerffll der Rabbiner, Lehrer und Kantoren wurde nach Anhörtn ii j Referate der Herren Dr. David Rotliblum, Obcrrabbinntt R | Fcuchtwang, Professor Dr. H. Papo und Oberkantor Mfe beschlossen, den 80״. Geburtstag des Ratnbam (Maimoiwl״ folgendermaßen zti begehen: l Es wird rin Rnmbam-Monat proklamiert. Alle biner Wiens werden Predigt-Zyklen in den Tempeln •M halten über Moses Maimonidcs, den Juristen, Philoso?««■ I Arzt usw. F>ie Rcligionslchrcr in den Schulen werden«! Schüler über Persönlichkeit und Schaffen des Ramham belenf« I Es werden auch volkstümliche Referate über Maimoimk* * allen Bczirksscktloncn, Vereinen und Anstalten gehalten »'*1 ־ den. Außerdem wird eine große Zcntralfcier iin OroBoi Sjk | des Wiener Konzerthaiisos stattfinden. Es besteht ferner die Absicht, R a m ba m־Semi!',tj| In den Unterrichtsanstnltcn und Vereinen, sowie b*J ";־ Bczirkssektionen und Jugendgruppen zu gründen. SchlitKM wird beabsichtigt, mit dem Mainionidcs-Zentralfeslkmni!« Kairo zwecks einer populären Volksausgabe aller Rand» Werke in Verbindung zu treten. . L Zur Ausführung dieser Beschlüsse wurde ein 1'?״ komitcc, bestehend aus Obcrrabbiiicr Dr. Fcuchtwang, fcssor S. Kraul und Dr. David Kothblum gebildet• Zionistische Beratungen London, 5. Oktober. (JTA.) Die Zionistische cutive hat beschlossen, die auf der letzten Aktionseom litzung in Jerusalem gewählte ״politische Stuu ■ Commission“ für Mitte Oktober nach London w irtcrung politischer Fragen, insbesondere iin Zusammc nit dem geplanten Legislative Council, etnzu»*״ , \n der Sitzung werden Kommissionsmitgliedcr aus c md Palästina teifnehmen. Bezüglich der in der Sacn -cgislativc Council zu treffenden Maßnahmen wird 01* 1... ische Kommission an Stelle des Aklions-Comnct» ichridungcn treffen. .!5 Gleichzeitig kündigt die Exekutive offiziell *,ן ״,«״ «ei 1. Oktober die V erhandlungen mit den ei«1* fpe zionistischen Gruppen zwecks Sicherung e* . . lens innerhalb der Bewegung beginnen. Die , 5. "bjcl sprcchungcn mit den Gruppen sollen bis Monatscnae\ ־ schlossen sein. Dann erst soll die Frage entschieden * j(, ob eine gemeinsame Konferenz »lief Vl rinberufen wird. cjtmrt In einer In Jerusalem abgehaltenen gemeinsam* der In Palästina anwesenden Mitglieder der ExeK ״ des Aktlons-Comltccs wurde beschlossen, an der Gegnerschaft zum Plan eine• Leg»1 j Council festzuhalten.