Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 80 (5.10.1934)
- Date
- 1934-10-05
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 4 :JÜDISCHE RUNDSCHAU politische Erziehung■ des Mittels(,indes zu einer vcr.mtwortungsbewußten Gruppe einen politischen Faktor Iteranzubilden, der als staatstragende Schicht der Arbeiterschaft an die Seite treten kann. Gerade diese Debatte zeigte aufs stärkste, daß in der Zionistischen Vereinigung für Deutschland das Bewußtsein der zionistischen Einheit über alle trennenden Grenzen der Partcigruppicrungcn hinaus lebendig ist. Diese Schulungawochc hat allen Teilnehmern erneut das Gefühl vermittelt, wie stark unsere Bewegung in Deutschland ist, und daß an die Steile unserer zahlreichen bewährten Mitarbeiter, die den Weg nach Palästina gefunden haben, «in einsatzbereiter, arbeitswilliger und begeisterter Kreis neuer Kräfte zu treten beginnt. Es steht zu hoffen, daß die geistigen und seelischen Anregungen, welche die Schuhingswochc vermittelt hat, in der zionistischen Arbeit des kommenden Winters zu fruchtbarer Auswirkung gelangen werden. Cypern als Einwandcrungsland? Von unserem Berichterstatter. h. TcDAwlw, 20. 9. 34. Die Frage nach der Bedeutung Cyperns als Einwandc• rungsland wird jetzt ziemlich oft von Einwanderern aus Deutschland gestellt, und es scheint insbesondere gegenüber irreführenden Meldungen geboten, Aufklärungen zu geben, um Enttäuschungen wild Vergeudung von Kräften und Kapital vorzubeugen. Die Insel Cypern, die ungefähr ein Drittel des Gebietes von Palästina und eine Bevölkerung von 330 000 Seelen hat, war wohl nie ein Einwandcrungsland. Dieses kleine Land kommt als Arbeitsstätte für arbeitende Einwanderer, Mitglieder freier Berufe und K a 11 f I e u t c oder Industrielle keinesfalls in Betracht. Die einheimische Arbeit in Cypern ist so billig, daß eine Existenz für die an europäischen Lebensstandard gewöhnten Einwanderer durch Lohnarbeit unmöglich erscheint. Der Bericht der englischen Regierung über die soziale und wirtschaftliche Entwicklung von Cypern gibt den Arbeitslohn• tarif wie folgt an: Eisenbahnarbeiler: 20,5 cvpr. Piaster pro Tag für qualifizierte Arbeiter, 17,5 cvpr. Piaster pro Tag für nkiitqualifizierte Arbeiter; öffentliche Arbeiten: 27 cvpr. Piaster pro Tag fiir qualifizierte Arbeiter, 10,5 cvpr. Piaster pro Tag für nichtijualifizierte Arbeiter. (9 cypr. Piaster glei• chen einem engl. Schilling.) Diese Angaben genügen, um die Aussichtslosigkeit einer Arbeitcrcinwamlcrung in Cypern klar vor Augen zu führen. Bei einer rückständigen Bevölkerung von 350 000 Seelen gibt cs selbstverständlich keine nennenswerten Möglichkeiten für freie Berufe, und im Handel ist die Konkurrenz mit griechischen Kauflcutcn, die durch ihre Tüchtigkeit bcrühmt sind, kaum möglich. Uchrigcns ist der Außenhandel Cyperns und auch der Binnenhandel im Rückgang. Der Import ist von 1912 bis 1933 um 6,5 ״.« und der Export um 3,5 ׳״n ziirückgcgangcn. Bei einer Bevölkerung von 350 000 Seelen ist auch an die Entwicklung einer Industrie für den Binnenmarkt nicht zu denken, und die Fxportuiüglichkeilen sind bei den jetzigen Zollvcriiältuisscn stark beschränkt. Das einzige Feld für Investitionen in Cypern bilden die Zitruspflanzungen, Es handelt sich liier ausschließlich um kapitalistische Einwanderung, aber auch dieses Feld der Betätigung fiir private Initiative scheint nicht sehr aussichts* reich zu sein. Es ist eine bekannte Tatsache, daß die Entwicklung der Zitruspflanzungen überhaupt Gefahren in sich birgt. Es wird in Palästina, Cypern, Afrika (Aegypten usw.) gepflanzt, und cs ist keine Sicherheit gegeben, daß die Aufnahmefähigkeit der Märkte in demselben Maße steigen wird, wie sich die Zitruspflanzungen und der Zitrusexport entwickeln. In Pa• 1 ä s 11 n a ist diese Gefahr kleiner als in Cypern. Die jüdische Wirtschaft ist im Lande gut organisiert. Sowohl die Zitrus* pflanzcr als auch die Exporteure sind zusammengefaßt, der größte Teil des Exportes geht durch Kooperativen. Bei einer Wirtschaft, die so organisiert ist wie die jüdische, ist auch eine teilweise Umstellung auf andere Kulturen möglich. Das hochentwickelte Kreditwesen, die verschiedenen Volkswirtschaftlichen Instanzen würden eine Krise a!)schwächen und die Umstellung erleichtern. In Cypern, wo cs sieh um ein rein kapitalistisches Unternehmen handelt, in dem jeder auf eigene Faust arbeitet, ist eine solche Umstellung sehr schwer, und wenn man die besonderen Bedingungen Cyperns, den Mangel an inneren Märkten usw. in Betracht zieht, fast unmöglich. Die Vorteile der Anlage von Pflanzungen in Cypern scheinen jedoch auch vom rein kapitalistischen Standpunkte ziemlich zweifelhaft zu sein. Es ist zwar nicht zu bestreiten, daß Arbeit und Boden in Cypern billiger sind als in Pa• lästina und daß Cypern als britische Kolonie die Begünstigung zollfreier Einfuhr auf den englischen Märkten genießt, dem• gegenüber sind aber auch einige Nachteile vorhanden, die in Betracht gezogen werden müssen. Die Bodenflächen, die sich für Zitrusüanzungen eignen, sind in Cypern stark beschränkt. Die Insel ist von allen Seiten zum Meere offen und starken Winden ausgesetzt. Dazu kommt noch die Feuchtigkeit in der Nähe der See, wo sich die meisten anbaufähigen Flächen befinden. Nach Meinung von Experten haben die Erfahrungen in Kalifornien und Palästina den nachtciligcn Einfluß dieser Faktoren auf die Frucht erwiesen. Es wird auch auf die Gefahr der Mitfelmccrfliegc und auf die Wassrrarmut der betreffenden Gebiete bingewiesen. Der Geschmack der cyprischcn Frucht soll deshalb der palästineusischcn nachstchcn. Diese Probleme müssen von Kapitalisten, die in Cypern Kapital zu investieren beabsichtigen, gründlich untersucht werden. Während aber die Frage einer kapitalistischen In* vestition in Cypern von einer solchen Untersuchung durch Sachverständige abhringen müßte, kann über Cypern als Einwandcrungsland schon heute ein Urteil gefällt werden. Ein Einwanderungsland ist Cypern nicht, weil es dort an einer sich schnell erweiternden Wirtschaft fehlt. Cypern ist ein kleines, landwirtschaftlich rückständiges Land, das unter einer schweren Krise leidet und keine Aufnahme• fähigkeit für neue Einwanderung haben kann. Ein verbotener Palästinafilm? Die ״Licht-Bild-Bühne“, Berlin,.vom 2, d. M. berichtet: Der lange erwartete Palästina• film ״Traum eines Volkes“, der im vergangenen Jahr mit dem großen Kantor ״Jossele“ Rosenblatt, kurz vor dessen Tode, gedreht wurde, Ist vor wenigen Tagen von der palnstincnsisehen Filmzensur verboten worden. Als Begründung wird angegeben, daß die Lage der Juden in Palästina einseitig schlecht dargestellt sei, außerdem die Araber unfreundlich behandelt würden. Nr. 80, 5. X.!934 ך—ן ך^ו ^־־r מ י' v־־': n די־׳ 1 n 74 1, Die im ״Angriff'' unter der Uebersdirift ״EI n Nazi fährt nach Palästina“ erscheinende Serie von Reiseberichten, deren Ankündigung die ״Jüdische Rundschau" hercits besprochen hat, wird nunmehr alltäglich im ״Angriff“ fortgesetzt. Der Berichterstatter ״Lim“ gibt eine lebendige Reiscscliildcrung, worin er zunächst die Seltsamkeit des Autoreisens irt einem orientalischen Land, das zwar teilweise ausgezeichnete Straßen besitzt, teilweise aber noch sehr* große Anforderungen an den Fahrer stellt, beschreibt. Ein jü* Bischer Tankwart hatte Ilm vor der Straße Tulkerem -Tel* Awiw gewarnt, ela sie sehr schlecht sei und eine Päiiberbände dort ihr Unwesen treibe. Tatsächlich gerät Lim auch in eine Autofalle. In dieser ungemütlichen Situation sicht er «inen Lastwagen herannahen. Er erlebt folgende Szene: ״Fs iä das Lieferauto einer jiidhehen Siedlung, Der Chauffeur hält sofort, kommt heran. Hier gleich ein iiligeiminen Wort über die K.imerailsrhalt auf der Landstraße in t’nlästina. Irl 1 fand sie stets vorbildlich, uiK'igcimiitziß bis zum leizti 11, einerlei ob bei Arabern oder Juden, .Meine Retter maehen weiter gar kein Aufhebern, Imlen ihren großen Wagenheber, zwei Araber, die mit auf dem Wagen saßen, helfen, und in fünf Minuten ist der Wogen lirrau■ gri1nln:n. It'li fahre etwas zurück um) umgehe die .Stelle, Den Juden kann ich nicht bewegen, ein Entgelt fiir seine Hilfe arroimhmtn. So laßt für die Araber ein besonderes Hak»! low 11 ab.“ Der Verfasser fährt dann in Tel -Awiw ein, nicht ohne zuvor noch eine Verkehrsstockung durchgemacht zu haben. Tel-Awivv, so schreibt er, ״ist beispiellos", ״Hier wohnen nur Juden, arbeiten mir Juden, handeln, baden, tanzen nur Juden. Alle• Aufschriften sind hebräisch, alte Zeitungen“. E* wird dann die ״Bausucht“ Tcl-Awiws geschildert, die Heberfülltheit der Stadt, die Wohnungsnot mit ihren Schattenseiten, der Schabbath am Strand. Nur am Badestrand sei in dieser unruhigsten Stadt Palästinas, die ein Klein-Amerika ist, Ruhe und Erholung zu finden, und hier trifft man, schreibt Lim, Berlin W wieder, ״während das übrige Tcl-Awiw vom Ar• beiter mit Bluse und Mütze beherrscht wird.“ ״Man kann vci-Uhen, daft das jüdische Herz höher schlägt, wenn cs in dieser Stadt schlugen darf. Kindliche Freude daran, daß das!dies Juden gebaut haben, Juden bearbeiten, Juden teilen! Was man kauft, haben Juden gemilcht, ln iter Freude (larülxrr vergißt mau l!mgc die Kritik, vergleicht nicht, will nicht vergleichen, tiewußl nimmt man manche Minderwertigkeit, manchen Ifeberprcis in Kauf. Trotz«lein: diese junge Industrie birgt fiir Europa in den Landern des Nahen Orients eine schwere Konkmicnz. Noch ist sie in den Kinder schulten, aber sie wachst von Tag zu Tag.“ Im Anschluß daran betont der Berichterstatter Detltschlands wirtschaftliches Interesse nt! dem Aufschwung in Palästina und weist darauf hin, daß trotz, allen antideutschen Boykottversuchen die Zionisten in Palästina wichtige Abnehmer deutscher Industrie -Prod u k t e bleiben und sich im Jahre 1933 der deutsche Export nach Palästina um 25 «0 gegenüber dem vorangegangenen Jahre liehet! konnte. Bei der Schilderung des Purim-Umzugs wird auch der ״deutsche Drache" erwähnt, der im Festzug neben midcreu Figuren marschierte, wobei fcstgcstcllt wird, daß diese Karikatur nicht besonders geistreich war. Der Berichterstatter hat eine Reihe jüdischer Kolo* nie» besucht, darunter — laut den bisher erschienenen Berichten — Tel Mond, das Kinderheim Ben Schemen, die Kwuzah Giwath Brenner, und gelangt dann nach Jerusalem, ln dem Artikel werden die Probleme der fiir Palästina »O wichtigen Orangcnkultur aufgczcigt. Besonderes Interesse erregt die Entstellung von Giwath Brenner, wo die Pionicr,arheit einer jüdischen Chaluzgruppe aus primitivsten An• fangen unter großen äußeren und inneren Schwierigkeiten diesen Siedlimgspunkt geschaffen hat. Der Berichterstatter ließ sich über die Arbeitsweise der Siedler informieren und beobachtete auch, wie die Eltern am Abend nach der Arbeit ImJ fei»sl Im ־יי»■ Ihre Kinder iin Ktiidcrhau« besuchen. Er nimmt in H,m , fachen Mahl im Kollektiv-Spcisehaus teil und schilHxrtj folgende Szene: um ״»m ״An der Rück »eite des Sank» sium zwei hin« t״a.. sirlifrr jri«tr*r» n#»< 11 <li״ III;..,«, «1״*. «*.!. . *** (jush ]!!er zeigen 11*4111 die )Masse 11er inndi dien Sudt/Uiu* br.Hing!וז*1!ח״!;ןיז Gepulten <kr ander״ lallen äie mloti t?!,'lilircr* »das sind zwei Ucutxdve. Hie. sind cr,t vor י* י' .sag! ״״her ״־■ ־ ־־ ־ : . ״,״.י»"*• ־'•■־ ־־י* viai vor Warben in um gekommen. Es Gilt ihnen mehl leicht, 4ich itigiwohmu. Aber sic werden «* schon schuften," <0. Ls folgt die Beschreibung des Völkergemischei I.. י V c 'יי * u"d der Ligenart dieser geschichtlich so bedeut״, vollen Stadt, wobei auch ein Besuch an der Klägern»״״ «f gestellt wird. ‘ ״י*• In der achten Fortsetzung (4. Oktober) wird der fW!״ einer Reise durch das Enuk J c s re e I geschildert 12 erzählt, wie die Malaria alle menschlichen Siedler aus di* Sumpfgcbict vertrieb, bis die Juden kamen, die es ,״» nahmen, den Sümpfen zu Leibe zu gehen, In zehn ],£! aus dem Stcppcnland wieder Kulturboden zu machen r. beschreibt dann die Wirtschaftsweise von Kwuzah’Jj Moschaw und gibt schließlich ein Gespräch mit dem FSh,״ der Kwuzah Gewa wieder, der ihm die Vorzüge der Kwu״h und die umwandetnde Kraft, die sie auf ihre Menschen«™, übt, auseinandcrsctzt. "*י Der ״Angriff“ hat sich am 29. September Im Leit, artikcl seines Chefredakteurs Schwarz van Berk mit de! Ausführungen der ״Jüdischen Rundschau“ beschäftigt. Wir n V-c״• **ic Meinung geäußert, daß die jüdische Leistung k Palästina auch einem nationalsozialistischen Beobachter ei« anderes als das bisher übliche Bild vom Judentum vertu« teln könnte. Der ״Angriff“ schreibt dazu: ״Die Jude• (!frage i»t «ine politische Frag« fntea Hanges, und nie kann von um aus mir politisch, nicht *1*j girlii li-moralisrit vom Standpunkt eines Fi meinen ן)ן,^ werden, der Erfahrungen mit e 1 n z c I n c n Juden gemacht h«e Wir wissen natürlich, daft viele Berliner Juden mit hidut W«i nichts zu tun halien wollten, und die jüdischen Juristen m Motiv hallen schon frühzeitig Snrgc um seinen tiröftenwahn, der *t sicher tu l׳n!l bringen und sie alle blamieren wütile. Wir gd*g gerne zu, «laß cs jüdische I’iivaltlorenlen gellen mag, die sich «5 politische Dinge ihr Leben laug nicht gekümmert halsen, •her <nt garantiert uns denn, daß nicht deren Sohne einen ganz indem höchst (Kilitischcn und höchst bedenklichen Typus darstcllcn, dn wir in den letzten fünlzig Jahren zur (,,einige kennen gelernt ttilxii) Das Judentum i*.| in Deutschland nicht assimilierbar. Ei mj europäische Volker gehen, eiie .sich mit den Juden «hfinden ml »ie völlig in ihren vülki-chrn Ik-stand hereinnelinicn. In 11 cutick, land ist die Frage entschieden: ob gute otler achlechte, kkalhtivl exirr materialistisch, sozial oder asozial, der Jude ist Itir alle Zeiten au» der deutschen Setueksahhahn »ti'geschieikn Vforiral Kr möge sich beispielsweise in Palästina eine neue llciauutit suchen. Wir halsen das immer begrüßt. Unsere SA würde nt Freude Fahrkarten nach lei.Awiw zur Vertilgung sielten. Judn unter »ich — dagegen haben wir nie etwas einzuwendeu gehabt, lenser lferichtorslalter Lim ist nach Palästina gefahren, tun n beobachten, wie sieh die Auswanderer eiort unten zurecht traiH Es ist höchst hitcrcs-ant zu sehen, eil) und wie all jene Züge des . Judentums sielt dort unten wieder finden, die wir in Europa 11 ihnen entdeckt haben, oh der l>taube der Zionisten, ihr ,Bi*, und Boden'-Drang sich IkwuIiiI, wobei die entscheidende Etage natüdich sein wird, nicht oh ehemalige Literaten Otir^n pflanzen oder Konfektimisliandler Zement rühren lernen, Kxiiint ob die Juden der Scholle lat säsldii h auch die Kultur, das geuuji Letten, die ölfcntlichu Meinung und s<׳ldicftlich die polituä* Autonomie, ihre» Landes bcdiumien werden.“ Die Artikelserie im ״Angriff" wird noch weiter fort• gesetzt. Paläsiinarcgicrung erlä§i Steuern Jerusalem, 27. September. (JTA.) Gemäß einer vom High Contntissioncr Sir Arthur Wauchopo vor seiner Abreise erteilten Order bat die Paliistinarcölcrung 130000 Pfund von den insgesamt fälligen 245 000 Pfund Zehent-Steuern den Landwirten für die Winter- und Sommerernte erlassen. Dieser Stcucrnachiaß kommt im wesentlichen arabischen Landwirten zugute, die Infolge der Mißernte In eine besondere Notlage geraten sind. Die aniijüdische Welikonferenz in Brüssel Ueber die ״A n t i j ii d i s eh e Wcltkonfcren z", die ursprünglich für Nürnberg geplant war, jetzt aber in Brüssel stattfinclct, berichtet die ״F ränkischc T ages» Zeitung“, Nürnberg, u. ■a. folgendes: Der eiste Tag der ״Aut!jüdischen Wellkonferenz für Frieden, Freiheit, Arbeit“ verlief reibungslos. Zwei deutsche Delegierte, die diesbezüglich nicht zcitgcrcclit genug hatten verständigt, werden können, werden vom Präsidium der O!guni»:uions-Komnn>slon herzlieh begrüßt, gleichzeitig aber gebeten, am Kongreß nicht trilzunehmen. Da die jüdischen Agitatoren in allen Ländern versuchten, ,,dies völki'ilu' Kr wachen atz deutsches Gewächs und jeden iür sein eigenes Volk Kämpfenden als ״llitler-Agenlcn", als ״l’angcrnianiikn" hei seinem Volke sehleclitzuiuuchen, wolle der Kongreft der Wett zeigen, daß der auf alten Gebieten aller 4.ander unerträglich gewordene Uehennut de» Judentums eine überall spontan emporgewachsene antijüdisehe Gegen- und Abwehrbewogung herbeigdührt habe, und tlaß die natürliche Reaktion darauf von dem Geschehen in Deutschland vollkommen unabhängig ist. Die Deutschen verlassen den Kongreß und ziehen außerdem die ihnen zugebilligten Berichterstatter zurück. Die Berichterstattung in den einzelnen vier Kommissionen übernehmen für Deutschland vier andere Lander. Praß, 27. September. (JTA.) Die Polizei verhaftete den Chauffeur Ernst Sternkopf aus Marienbad, der der Mitschuld au dem vor einem Jahr begangenen Mord an Prof. Theodor Lessing dringend verdächtig ist. Der verhaftete Chauffeur wurde dem Bezirksgericht in Marienbad eingeiietert. Amerika auf den Olympisdien Spielen Das amerikanische Olympische Komitte trat am Mittwoch vergangener Woche in New York zu ein« Sitzung zusammen, um tincr tlie Frage der T cllnahme an den Olympischen Spielen 1936 In Berlin zu wt• scheiden. Der Führer der amerikanischen Leichtathleten tu• richtete über die Eindrücke auf seiner thirop,•»reise. Nach Ent• cgcnnalinie des Berichts von Brundage beschloß das Komitee, ie deutsche Einladung zur Teilnahme an den XL Olympisch« Spielen 1936 in Berlin anzunehmen. Nach einer Meldung der United Preß wurde dem K׳ »ebluß nur die eine Klausel a n g e f ii g t, daß die ״*• einigten Staaten sich von den Olympischen Spielen wiede zuriickzichcn würde 11, wenn von Deutschland du hinsichtlich der Behandlung der n I c h t a r i sehe« Olympia Teilnehmer abgegebenen Zusicherung« nicht eingchalteii werden sollten. Anläßlich des fünfjährigen Todestages von Louis Mif• shali hat die amerikanische Zeitung ״The American Hehre* eine Gedenknummer hcratisgegebcu. Marshall ist bekannt״״ vor fünf Jahren unmittelbar nach der Gründung der ver• einigten Jewish Agency in Zürich, die die Krönung Lehenswerkes war, in der Schweiz gestorben. Bei « Züricher Tagung hat er noch in seinen großen dem Gedanken der Einigkeit im Judentum und der gcntis;( Erneuerung durch die jüdische Verjüngung in ',a, V. das Wort geredet. Seit! Tod war der stärkste Schlag 'ur,״' Jewish Agency, deren nichtzioiiistischcr Teil dadurch *tl״l bedeutendsten Führers beraubt wurde. ״Tbc American * brew“ weist darauf hin, welchen gewaltigen Verlust »j* nur für das amerikanische Judentum, sondern für das u ׳ samtjudentum cs bedeutet, daß gerade in dieser so entseno• dungsvollen Zeit die Stimme Marshalls nicht mehr vernomm wird. Führende Persönlichkeiten des amerikanischen Ju« tu ms entbieten in kürzen Botschaften dem Andenken verstorbenen Führers ihren Tribut. Aus zionistischen K״' steuert Louis Lipsky einen längeren Beitrag bei, in . er Marshalls Entwicklung zum Palästina-Gedanken scniW* Louis Gradner, ein Führer der südafrikanischen M heit,'ist zum Bürgermci 11er v0n Kapstadt »'ca gewählt worden. SCHIßÄS und HOSSÜL bis zu aa *4aacm 50 KARADJA DiS ZU fc״ SOJdMiia i | ן••! ■V tm (i % :a i■ - /,,'//*•/As‘ ׳*»iit'&ük’äk linset* läget• echten mSM-Teppiche aller Provenienzen enlhältSlücke 1 In ollen Größen von seltenen &UnncUfr^ SthÖ״he,T^ff 'pandaujr I S ^4. mm. mS Deuffdifandt Facfmühaftf»KPPtl^2 Möbelstoffe,(tQwtö*1* s ■A :4 i1 i l| 1 i! i י; 11 i