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Jüdische Rundschau · 1934-10-05 · Heft 80 (5.10.1934) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 80 (5.10.1934)
Date
1934-10-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
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/ I 34 Nr, BO, 5. X. 1934 0 ן D1S € H E RUNDSCHAU Seite 3 סוו A *•׳׳ 'w1 U, i V *0 ״.י#’» . --ר-׳) ך ״ ,. ..J <i.. J i . J ר־׳ V«״ ןוו׳1 e ilir ■ und! Ufri,, 1 f1!r! ltm!,|! 1: c. »1 ׳11) }ן<ז ihr( 1. Vr,|, ihren f <' 1,! e scher Ni. nu k, h die ״ in uH'nc *dien he. nilels an k. «11c ' Be• 5 Sir live , daß :re j. M ׳! 1.111,1־h hkelt ז kauch 11 ו,111 icucii nkret P. •pibr. Pa. iahen *uui M)1 liesir panv 1032 1111m i mit!cucfür italil״ ittcln r an 00 1 :halt, 1111• ilicn, iverand :lits״ r in ierin ni• ms vor״ 1latieit. ung irftc 1eniralc Sd1ulu11<j$woche ו der Z. V. 1. D. in Lehnitz nie Zeiten, in denen die Lektüre der Schriften I ierzls und J .״״׳hiis sn'vic c״״ßcr Koi’fgrdiprotokollc aiisreirhtcu, um; Zionisten in allen jeweils auf tauchenden Frauen der 0 «cL'tmf 1'i״er r,cl,!iKen Urlcilshildimg 1״ befähigen, sind ־ TUst vorbei. Nicht erst seit gestern und heute gibt cs eine 1 t■[,sC11S c 11 a f t v o m Zioins m 11 s“, sondern seit 'unsere | ״״,friiiiR i» Beziehung und Auseinandersetzung mit den natioj ,len Bewegungen anderer Volker trat, spätestens reit Baij hiMk-kbraljon, Mandat und dritter Alijah, seit der Gang :: (|ie kolonisatorische Wirklichkeit angetreten wurde, ergab j 1;.ן, (|jo Nötigung, Kenntnisse aut de ו verschiedensten Gc- I opn moderner Kultur zu erwerben, um die zionistischen Pro- I;f״|C wit Mich erfasse״ mul bewältigen zu können. Bis zu 1 ־'n l'reigiiisseii des Jahres PB3 konnte sich die Zionistische | c(rcj11ig11i1g für Deutschland auf einen grollen Stamm hejlirtcr Mitarbeiter stutzen, die langsam mit dieser Entwick- *!׳ ו mitgegangen waren. Die große Auswanderung nach Ercz l"1ad hat diesen Stamm so sehr dezimiert, daß heute die L,c der Iler ,1 n b i I d 1111 g eines N a c 11 w 11 c 11 s c s, der!;rch wissenschaftliche Vertiefung unserer politischen ErkenntjjKC Träger der zionistischen Arbeit werden kann, schlechtweg Lebensfrage der ZVfD. ist. Aus der Einsicht in diesen Tatbestand entsprang der Oczinke, für den Kreis von Menschen, der erst in der letzten 2;jt zu zionistischer Aktivität gekommen ist, Schuluiigs• l)״cr zu veranstalten. Die Gruppenverbände haben insgesamt gd derartige Lager im Hochsommer dieses Jahres durch- ״•liilirt, und am 21. September begann, als Krönung der ganzen |1n:1e, die R e i c h s s c 11 u I u n g s \v o c h c der Z V I I). in j£1״ «.clumcn Heim des jüdischen Frauenbundes in Lehnitz die p-1 Berlin, insgesamt waren 70 SO (icsimiungsgenosscn aus galin und allen Teilen des Reiches zusammcngctroflcn, um Woche lang zu lernen, sich zu orientieren, sich auseinimlcrzusctzcn, um Grundlagen zionistischer Erkenntnis zu er- *trlien, zu befestigen, zu erneuern, t lerausgehohen aus dem Aiiiag, in engem gemeinschaftlichen Leben, konnten die Teil- ((hmcr in einer sonst unerreichbaren Weise sich auf die 11m bewegenden Fragen völlig konzentrieren. Gerade dieses ttildn.indcrsein durch eine Reihe von Tagen hindurch war 10n liöchsti'in Wert. Die Leitung kam in engsten Kontakt mit den Mitarbeitern im Reich. Bei den Mahlzeiten, aut den 5p!7iorgäiigen 111 Haus und Garten, im Walde und am See (gab sieh ein fortdauernder Austausch von Erfahrungen. Mit jede in Tag mehr wuchs die Schar der Teilnehmer zu einer (!riiniimchaft zusammen, die sich in dem Bewußtsein ihrer lioai'-timinn Verantwortlichkeit auf das engste zusanunengc-!;lilosen fühlte. 111 der harmonischen Stimmung, der herzteilen Atmosphäre dieses Gemeinschaftslebens von Jüngeren w.ii Adtt reu erwuchs in allen ein Gefühl für die Größe der Ni-tischeu Bewegung, und die straffe Ordnung und geistige Leitung des Ganzen durch Herrn Benno Cohn wurde von 1311 .׳ willig akzeptiert in dein Bewußtsein, daß eben sic jene staatliche Formung symbolisierte, ohne die auch eine vor• wiimiidi kulturell ausgerichtete Nationalbcwcgung nicht gcdtihen kann. Bei diesem Versuch, für acht Tage eine zionistische Hoch-?;lulle zu improvisieren, war von vornherein klar, daß eine iuurfutHnmg mit Vorträgen vermieden und auch Gelegen• Luit .11׳r Entspannung gegeben werden mußte, wenn die Hörer Ni zum Schluß aufnahmefähig bleiben und der eigentliche Zweck, die Schulung, wirklich erreicht wertlen sollte. In diesem Sinne war cs besonders wertvoll, daß ftir das gemein* same Singen hebräischer Lieder in der Person des Herrn Julius (io I d 11 c r g ־- Lehrer au der Jawneschuic in Köhl — du besonders befähigter Leiter zur Verfügung stand, und das Bedürfnis nach Heiterkeit und fröhlichem Lachen aurh nach den Anstrengungen der eigentlichen Sclmlungsarbeit kam M die-eit musikalischen llehmigen auf seine Kosten. Die Feiertage fanden das Seminar in einer Sukkah versammelt, in ftr in tiaditioueller Weise die Mahlzeiten eingenommen wur■ >im. Zur besonderen Freude aller Teilnehmer gab an einem Afcrml Rabbiner Dr. Joachim Prinz eine lebendige Schildeniigi der Sukkotli-Eestbrauche im alten Israel. Ls ist völlig unmöglich, in diesem Bericht den Inhalt!kr an/cliicn Vorträge und Aussprachen auch nur andcutungs- »dse vvicderziigeben. Man kann nur versuchen, sichtbar zu machen, welche wesentlichen Probleme der zionistischen Bc- "(Ri"!!: behandelt worden sind. Nach wie vor ist die P s y e!1 o I o g i c und Soziologie ״« deutschen Judentums ein Gegenstand zionistischer Ikutiaijisversiielie. Dr. Franz Meyer zeigte, wie die Struktur ״«Judentums durch viele Jahrhunderte eine wesentlich gleichförmige gewesen Ist, 1md wie sie seit etwa 150 Jahren einen völligen Umbruch erfahren hat. Er wies auf, wie weit in die Geschichte des jüdischen Volkes alle jene Erscheinungen zurück/uver•folgen sind, die, wie Individualismus und Vcrstädtc* riiug, heute 11 ie Entscheidung zum Zionismus erschweren. Im einzelnen befaßte sich dann das Referat mit den Erschci- ח »!!gen mul Problemen der jüdischen Wanderung. Daß es möglich ist, das aus einer Summe atomisiertcr Individuen bestehende deutsche Judentum zu einer organisierten An* streugung zur Bewilligung seiner Lebensnöte zu bewegen, verdeutlichte das Referat Adler-Rudels über jüdische Sozialpolitik, insbesondere Berufsumschichtung, licbcrhaupt wurde aus beiden Referaten offenbar, daß im deutschen Judeiituin soziale Wandlungen sich vollziehen, die sein gesellschriftliches Bild erheblich verändern. Dr. Mcchncr demonstrierte die Lehr e n der M a s s e 11 p s y c 11 o 1 o g i c und die Anwendung moderner Piopagaiulamctliodcii aut unsere Werbimgsarbcit. Die organisatorischen Probleme der zionistischen Bewegung in Deutschland, vornehmlich bei dem Aufbau und den Aufgaben der Ortsgruppen, behandelte ein Referat voll Tscliertok. Palästina stand iin Mittelpunkt der geistigen Bemühung. Jene Nahe des deutschen Zionismus zu Erez Israel, die in vergangenen Zeiten oft schmerzlich vermißt wurde, ist heute vorhanden. Dieser Licbenstcin analysierte in ausführlicher Weise den gesellschaftlichen Aufbau der beiden groben Bevölkerungsteile des Landes, der Araber und des jüdischen Jisclmw. Eine historische Darstellung der britischen Palästina-Politik im Zusammenhang mit der Orientpolitik überliaupt, die Dr. Robert Welt sch vortrug, gab dem großen Komplex der vorher gewonnenen soziologischen Erkenntnisse dann den notwendigen außenpolitischen Rahmen. In einem groß angelegten Referat Dr. Enzo Serenis über die Gcschichte des Zionismus war zu bemerken, daß von der heutigen gewaltig gesteigerten Bedeutung Palästinas im jüdischeu und zionistischen Leben her ganz neue Auffassungen der zionistischen Geschichte, neue Bewertungen zionistischer Schriftsteller und Politiker sich anbahnen, und schon der Umstand, daß Dr. Screni außerdem einen zweiten Vortrag zur Geschichte der Palästina-Kolonisation hielt, bewies offensichtlieh die völlige Veränderung des zionistischen Geschichtsbildes, in dem bislang die Geschichte der Palästina-Kolonisation als ein nicht gerade pfleglich behandelter Anhang zur Geschichte des politischen Zionismus existierte, die aber bei Scrcni methodisch verselbständigt wurde und von der auf die allgemeine jüdische Geschichte schon des frühen 10. Jahrhunderts ganz unerwartete Lichter fielen. Dr. Arthur Prinz verfolgte «ingehend die Entwicklung und die Abwandlungen der modernen Nationalbewegung von ihren Anfängen an, und in natürlicher Weise wurde versucht, die aktuelle Debatte über die Entwicklung der zionistischen inneren Politik auf dem Kongreß und im Jisclmw, an die bereits Liebenstein angeriihrt hatte, zu fuhren auch auf Grund der Einsichten, die Dr. Prinz durch vergleichende Betrachtung europäischer Entwicklungen dargeboten hatte. Die Rolle der hebräischen Sprache im Prozeß der nationalen Renaissance, ihren Streit mit dem Jiddischen und den europäischen Kultursprachen, ihre unendlich große Bedcutung für die Rcjudaisicrung der nach Palästina wandernden Oaluthjudcn, und für die Wiederherstellung unseres geschieht* liehen Lcbcnszusammenhangcs sowie die Probleme der Wiedcrcrwcckung der hebräischen Sprache und Ihrer fundierten Erlernung schilderte Dr. Ernst Simon. Die Spiegelungen des PaListina-Aufbaus in der hebräischen Literatur Palästinas fanden durch Dr. Kaliko ihre Darstellung, und die Aus* spräche nach diesen Referaten offenbarte, daß der deutsche Zionismus bereits in viel engeres Verhältnis zutn Hebräischen getreten ist, als es früher der Fall war. Am letzten Tag der Schnlungswochc referierte Dr. Schloßberg über das Thema: ״Der jüdische National{«- 11111s in seiner geschichtlichen Entwicklung und gegenwärtigen Situation״. Der Redner zeigte, aus welclrcn Wurzeln die jii- «fische Nationalbcwcgung erwachsen ist, wie hier die alte Zionslicbe des jüdischen Volkes und der Einfluß des ettropäischen Nationalismus zusammengewirkt haben. Dann stellte er kurz die innerpolitische Entwicklung der zionistischen Bewegutig und die Probleme ihres gegenwärtigen Verwirkliclumgsstadiums dar. Das Referat von Rabbiner Dr. Wiener ,,Die Juden im Zeitalter der Emanzipation“ führte in die religiöse Problematik des nicht mehr selbstverständlich in der Tradition lebenden emanzipierten Judentums ein. In der nachfolgenden Aussprache wurde eingehend die Frage behandelt, welche Rolle in der nationalen Erneuerung des jüdischen Volkes die religiöse Ucberlicferung und das Gesetz zu übernehmen hätten. Wichtige und schöne Dinge, für die am Tage keine Zeit mehr blieb, konnten an den Abenden geschehen. Ein Konzert, Aus der Haftarah für Sonnabend\ den 6. Oktober i934 Von Zeiten her hob ich geschwiegen, ich bin taubstumm, ich gewaltige mich, der Gebärenden gleich will ich noch stöhnen» schnaufen und schnauben zumal, öden will ich Berge und Hügel, oll ihr Kraut trocknen lassen, Stromlend umsetzen zu Küsten, Teiche trockne ich aus,- . aber ich gängle Blinde auf einem Weg den sie nicht kennen, auf Steigen die sie nicht kennen bewege ich sie hin, Finster mache ich ihnen zum Licht und das Holperige zur Ebene . .. Jesaja 42, Vers 1S/10 Ueberseitung Ruber - Rosenzweig gegeben von den Herren Dr. Hans Nathan und Dr. Leo Barezinsky, vermittelte dem Seminar einen Einblick ■n modernes jüdisches Musikschaffen. Eine ,,Plauderei an zionistischen Kaminen“, hei der Fräulein Frankenstein aus der Vorkriegsgeschichte des deutschen Zionismus, Benno Cohn über den Blau-Weiß mrl S. T schertok über den Haschomcr Hazair in der Ukraine während der russischen Bürgerkriege erzählten, führte besonders die große Zahl der neugewonnenen Mitarbeiter in die reiche Welt persönlicher Traditionen, die der zionistischen Bewegung immer eine so charakteristische Physiognomie verliehen haben. Mit den Vertretern der Ortsgruppen und den Sekretären der Oruppenverbände besprach Dr. Franz Meyer unsere Stellung in der Rcichsvertretuug und im Zcntralausschuß für Hilfe und Aufbau, sowie die Fragen der zionistischen Gcmcindepolitik. Eine sehr fesselnde Darstellung von Dr. Enzo Scrcni über die Problematik des kibbuzischcn Lebens in Palästina führte hesonders in den pädagogischen Bereich. Die Aussprache darüber, wie man unsere Ghaluzim zu Landarbeitern erziehen könne, ohne sic dabei von den Kulturgütern der modernen Welt abzuschnciden, beschäftigte noch bis tief in die Nacht einen Kreis von Menschen, die gerade diese Frage für eine der schwierigsten und dringlichsten unseres gesamten Auf* bauwerks halten. Ein Abend brachte ״Gesprochene Zeitung in hebräisch“ (חי Jinyi» bei der die Herren Dr. Ka- I e k o, Borodianski, Jacobsohn und F. hrenkran z Probleme des palästinensischen und deutsch-jüdischen Lebens in sehr lebendiger Weise veranschaulichten. Die Schuhsngswochc schloß mit einer Abschiedsfeier, in der Benno Cohn den umfassenden Schulungsstoff unter hestimmten Gesichtspunkten zusammenfaßte und eine Auswirkung des Gelernten in intensiver persönlicher Arbeit aller Teilnehmer der Schulungswoche forderte. Während der ganzen Zeit, die doch vornehmlich der Scliu- 11111g, der akademischen Unterweisung gewidmet war, brach Immer wieder, in jeder Debatte, der politische Impetus der zionistischen Bewegung durch. Mit Recht wurde immer wieder der Versuch unternommen, von der wissenschaftlichen Erkenntnis zur politischen Entscheidung vorzudringen. Eine jüdisch-politischc Bewegung wie die zionistische kann sieh nicht damit begnügen, daß ihre Mitarbeiter lediglich Erkcnntnissc sammeln; sic verlangt vielmehr, daß sie dazu dienen, den Willen zu befestigen. Dies bedeutet nicht Vergewaltigung der reinen Wissenschaft, wohl aber, daß sic kein beziehungsloses Dasein fuhren darf, sondern in der Arbeit der nationalen Erneuerung, die unsere große Aufgäbe ist, ihren rechten Ort finden muß. Auf der anderen Seite verdankten wir nicht zuletzt diesem Et 110s des wissenschaftlichen Strebe 11s nach Wahrheit, daß die Aussprache auch über schwierigste Probleme von den Vertretern aller zionistischen Richtungen in vornehmer Form geführt wurde. Das wurde doch immer wieder klar: gleichviel, welcher innerzionistischeu Richtung der Einzelne angehörte, in allen lebt das Bewußtsein der gemeinsamen zionistischen Verantwortung, die Empfindung, daß wir miteinander den Weg suchen, auf dem der Aufbau so vollzogen werden kann, daß er dem nationalen Gcsamtintcrcssc am ehesten entspricht. Au ii von seiten des i leclialuz wurde anerkannt, welche große Bedeutung den Bemühungen des Allgemeinen Zionismus zukommt, durch Organisierung und , | ich, r de. 1 * 1;lere 1 .... ן 1 1 in ו licht 'eise als!mal ichfort für ic p r*1 *S« i» 11 cn und mir vird die :cm in m.״ und im im ißt.!ich!eh* % ich. I Jen ini der ade 11 S3 11 taff i| zort der L s 4 ith* |! || 11 1•:. AV 11"gen. Die Menge brüllte: ״ä bas licrriot!“, sic johlte: ״'lvc l’oincarc!“ Ein Zcitungsvcrkäufcr schrie mit lauter >111111110 einen Satz aus dem Leitartikel seines Blattes, der Hcrriot gemünzt war: cs könne doch kein Zufall sein, die Seine am Palais Bourbon vorbeifließe. Plötzlich ltlc״ «lieh Jacobson an und fragte leise und ganz nahe an «iciiein Ohr: ״Riechen Sie etwas?“ Ich verneinte verwundert. hagle er noch einmal: ״Riechen Sie nicht, daß diese ”״״Re, wenn die Krise noch ein wenig steigt, und wenn »<)r einer beginnen wird, wieder ״mort aux juifs“ rufen wird N in den l agen von Dreyfus?" - - Es war wie Hypnose: 1״ו,«״ Male spürte ich, daß ich auch liier, auely unter!1«m französischen Menschen, die ich liebte, auch in_ der ״aumeriKleu, flirrenden mul berauschendsten Stadt dieser tfue em Gast blieb — und ein Jude im Exil... . t Vieler Jacobson lächelte; er sah, wie betroffen ich war. 11.111 ץ in meine Hand: ״Aber die Erkenntnis von der U11- 11,'"i'iharkeit der judenfragc ist noch gar nichts“, sagte .r• »Schicksal erkennen, kann noch sehr bitter sein. Sem ״״icksal liehen: das ist erst das Glück. II faut ainier le «!,Israel, il faut aimer la Palcstine; ii Gut avoir amor populi Judacorum! Et il faut croire ä l’avciur, .יי^ ■ן nächsten Tage ging ich durch die Straßen rings um jC 'Jaee de la Republiuue, gewissermaßen durch die Rue y5,,'J:fenadiers (sie heißt aber anders), und sah: jüdisches H. Id! sah cs> ״äher dem Ursprung, ein paar Monate Fiia m Algier, und ich sprach mit Juden in einem kleinen nicht weit von jener Stadt Constantinc, in der es , ' C11״gcn Wochen, unter einem französischen Gouverneur, usagen wieder eine Judenfrage gab. Sie fragten mich, «״״.״״ Jude aus Deutschland — nicht fromm, assimiliert, ,׳8 ' ■״ehtbare Sorgen — eigentlich nötig hätte, Zionist zu Kl״^ erzählte ich ihnen von Victor Jacobson dem und Gütigen, der nicht nur ein Botschafter des demCi-c1? Volkes, vor dem Krieg in Konstantinopel und nach hi«™ 5r'eg in Genf, sondern der in jeder Minute sc,u*® tJ'^cnen und diensterfüllten Lebens ein Botschafter des «״«*he״ Hmeng war> Vom int crnaiionalcn Musilcfesi in Venedig Bericht für die ״Jüd, Rundschau" Das III. Internationale Musik fest, das alle zwei Jahre in Venedig stattfindet, brachte auch diesmal neben den großen repräsentativen Veranstaltungen, die für die Heranziehmig eines breiteren Publikums unerläßlich sind, erfreulicherweise — wenn auch mit recht unterschiedlichem Erfolg -- eine Reihe Uraufführungen junger in o d e r 11er Autoren. Höhepunkte bildeten die beiden Gastspiele der Wiener Staatsoper (Dirigent Clemens Krauß) mit ״Cosi fan tutte“ und der hinreißenden Aufführung der ״Frau ohne Schatten“ (mit Rose Pauiy als Färbersfrau); ein seltenes Erlebnis bedeutete Verdis unvergängliche ״Messa di Requiem“ auf der Piazza San Mareo, einer vicltausendköpfigen Menge in glanzvoller Wiedergabe durch Maestro Tullio Scrafin und mit üigli unter den Solisten dargeboten. Während auf Einzelheiten der Veranstaltungen, von denen noch ein Symphoniekouzcrt der Wiener Philharmoniker (Dirigent Weingartner) müt die Uraufführung dreier Operneinakter (u. a. einer mythologischen Parabel Krcncks) unter der Leitung Schcrchens zu erwähnen sind,, im Rahmen dieses Berichtes nicht näher ciitgegangen werden kann, sei noch über den Anteil jüdischer Musik und jüdischer Künstler an dem diesjährigen Musikfest referiert. Issay Dobrowen, den Berliner und Dresdener Musikfreunden in gutem Angedenken, dirigierte ein Konzert, das unter dem Titel ״Nordische Musik“ Uraufführungen neuerer skandinavischer und russischer Komponisten vereinigte. Do* browen ist in Italien seit dem Vorjahr durch sein temperamcntvolles Musikcrtum zu rascher Beliebtheit gelangt; den an ihn gelangten Einladungen, in Palästina zu konzertieren, wird er übrigens wegen amerikanischer Verpflichtungen in diesem Jahr nicht entsprechen können. — Im Erötfnungskonzert, das den jungen Komponisten und Dirigenten gewidmet war, hörte man des Italieners Lodovico Rocca ״Psalm Davids 57“ (״Erbarme dich Herr“), als Kantate für Bariton, kleinen Chor und Kammerorchester gestaltet. Dieser Komponist hat sich schon in seinen früheren Arbeiten Nblischcn und jüdischen Stoffen zugewandt, 11. a. existiert eine Vertonung der Sprüche Salonions; im Vorjahr gelangte an der Mailänder Scala sein Opernwerk ״Dybuk'‘ (nach Ans-ki) zur Aufführung. Schließlich dirigierte in einem Konzert der Komponistcii• Dirigenten, in dem auch Strawiusky ein neues Capriccio für Klavier und Orchester und gleichzeitig seinen Sohn als Träger des Soloparts vorstellte, der repräsentativste jüdische Komponist Frankreichs Daritis Milhaud eine Orchester-Suite aus seiner vor zwei Jahren in Paris zur Aufführung gelangten Oper ״Maximilian“ (nach Franz Werfels Tragödie), fünf kurze Stücke, von denen namentlich ein scharf rhythmisierter, barbarischer Kriegs* marsch kennzeichnend für den Komponisten ist. Ich hatte Gelegenheit, in Venedig mit Milhaud über die Frage zu sprechen, welche Bedeutung er selbst seinem Judentum für sein künstlerisches Schaffen b c i in i ß t. Er, der sich seihst als gesetzestreuen strenggläubigen Juden bezeichnet, empfindet sein Judentum und den Einfluß auf sein Werk als rein religiös. Von dem Maß dieses Einflusses legen die Werke Zeugnis ab: acht Pot nies juifs, sechs volkstümliche hebräische Melodien, drei Gebete für den Gottesdienst der Juden des Comlat Venaissin, die Liturgie Comtadinc, zwei Psalmen für Bariton und Orchester, einer für A-capella-Chor, die Hymnen ״Zion“ und ״Israel lebt“ und schließlich eine komische Oper ״Ester de Carpcntras“. Milhaud stammt aus dem Comtat Venaissin in der Provence, dessen Juden schon vor der christlichen Zeitrechnung in Südfrankreich wohnten, später zum Kirchen* Staat gehörten und noch heute einen mit hebräischen Worten durchsetzten provcncalischen Dialekt sprechen. Man kann den Wunsch nicht unterdrücken, daß sich auch die jüdisch-musi* kalischen Kreise in Deutschland mehr als bisher der Werke eines der wesentlichsten jüdischen Komponisten der Gegenwart annehmen mögen. Milhaud ist ja gerade in Berlin durch die Aufführungen des ״Christoph Columbus“ und des ״Armen Matrosen“ an der Berliner Staatsoper kein Unbekannter mehr, und vor allem seine Lieder (unvergeßlich in der Interpretation von Madeleine Orey und Vera Janacopulos) verdienen weiteste Verbreitung. .! Dr. Altred Frankenatein.

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