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Jüdische Rundschau · 1934-09-28 · Heft 78-79 (28.9.1934) · page 16

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 78-79 (28.9.1934)
Date
1934-09-28
Page
– (sequence 16)
Language
German
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ff Wir Kitnl hier jetzt 38 Leute, davon 12 Mädchen. Unser Platz liegt: am Runde Chedcras, aber dicht an den Stellen» wn man ständig zu tim hat: Arbeitsamt, Krankenkasse usw. Wir haben folgende Gebäude In Betrieb: 4 Steinhäuser, 1 I lolzb.•!racke, 3 Zelte, Duschratim, Wäscherei usw. In 3 Stein* hJitiscrn sind je 4 bzw. 3 Zimmer, in der Baracke 2 Die 3, Familien, die es bis jetzt gibt, haben je ein Zimmer für sich, sonst wohnen meist’4 Leute in einem Zimmer, 2 Leute im Zelt. Ilas übrig bleibende Steinhaus enthält die ״öffeutliehen Räume״: Kuelie, Kiisaal, Marhssan, Lesezimmer. Der Ellsanl Ist recht groll. Es stellen Tische und Bänke darin, neuerdings das — überaus wichtige — Grammophon und hoffen( lieh bald auch ein Flügel, Der Macl'.sson ist vom Ellsnal durch die Hmk'rwiiitdc seiner zwei riesigen, durch einen Vorhang verbundenen Schranke abgetremit. Auf diesen Wänden finden Olklerausstcllungcn statt, bisher meist von Photograplm-ii, aber bald wohl noch von richtigen Bildern, Bei der Beleuchtung sind wir meist auf Petroleumlampen angewiesen; Jn den seltenen Fällen ihres (iesiimlselns brennen hier grobe Lnv-I.ainpeii, — Die Hinrichtung unseres kleinen Lesezimmers hat gerade jetzt mit der Aufstellung von 4 Bücherschränken begonnen. Wir lassen uns noch 2 ganz grolie dazu bauen I Wir haben _ ungeheure Mengen von Büchern liier i — Außer all dein sind noch ein kleiner Gemüsegarten in unseren! Besitz sowie Anfänge einer Baumschule. i)emmicl)8t werden auch Esel gekauft. An Arbeitsarten mul! mau vor allem zwei unterscheiden: Die Arbeit in der Eigenwirtschaft (Küche, Marhssnn, Wäscherei, barten, Tischlerei, Reparaturen) und die A u fl e 11,11 b e i t. Unter Eimcchmmg der Kranken ist das Verhältnis von Aullvnarbcit zur Arbeit im Mvsehck durchschnittlicli 55 ״,,u zu 45״/״, Die wesentlichsten Außemirbcik'n für Jungen sind: Pitrdcss, Bau, Bohrung, dazu kommt die Arbeit unseres Lastautos. Für Mädchen: Wäsche, l’ariless, Hausarbeit, Die Verteilung dieser Arbeiten ist die Aufgabe des Siddur Awoda, eins der wichtigsten unserer Kibbnziiiutcr. Die Verteilung der Arbeit geschieht unter lkrücksici1ti!!»mg der im Mcxchck nöiigcii Arbeiten und des Ocsumlheiis/iistandes; die l Irruptfunktioit ist dabei die ullabendlkhc Besprechung mit der Lisciikn (Arbeitsamt) zwecks Erlangung von Arbeit*■ platzen; allerdings haben wir jetzt auch schon einige feste Arbeitsplätze, wo wir nicht mehr auf die Arbeitsvermittlung an jedem Abend angewiesen sind. An sonstigen Aemtern sind vor allem vorhanden: Wirtsehaflslciiung. Dieses Amt, dem alle Einkäufe, Abschlüsse, Berechnungen, Bewilligungen obliegen, braucht eine volle Arbeitskraft, Der O c s u nd h c i 16 / u s t a n d war bisher sehr gut, obschon es doch unser erster Sommer im Lande ist. l)ic 10 0,״ Kranke, die wir gerechnet haben, wurden fast nie erreicht. Hier eine Tageseinteilung: Um 1/ah NVccken, rasches erstes Frühstück. Um 48'!•־ zweites Frühstück für die im Mesehck Arbeitenden, um 12 Mittag für sie. Bis Vj2 Arbeitspause, um 4 Vesper, mn 5 Arbeitssdilull. Ab 5, י kehren die Einzelnen von der Aiillenarbeit zurück, daiin ausführliches Duschen (ein gewichtiger, mit viel Urm und Heiter* keit verbundener Akt!), sonst manchmal um 8 eine *virtschaftlirhc •Siclia, (irummoplumspiel usw. - - Dieses Problem der gemeinsamen Freizeitgestaltung ist recht schwierig. Z.u grundsätzlichen Unterhaltungen ist man im Lmtfe der Woche meist zu müde. Sie finden am Sehnbbat, mich am Freitag• Abend statt. Am Schabhat bleib( der Vormittag frei, ah :1)1 sind jetzt nachciii,imler zwei Bihelkurse (für Anfänger und Fort* geschrittene), dann die grundsätzliche Siclia, Die Umstellung im Lebensstil, die hier von jedem Einzelnen verlangt wird, ist sehr beträchtlich. Sic fängt bei den äußeren Dingen an. Das Essen stellt liier auf einem unvergleichlich ׳ niedrigeren Niveau, als es wohl die meisten von uns gewohnt waren. Die Freizügigkeit ist sehr beschränkt: Man hat wenig Ferien (II Tage im Jahre vielleicht), muß sieh über ihren Termin mit einer dazu eingesetzten Kommission verständigen. Wenn die Uhr oder die Schuhe kaputt gehen, kann man sic sich nicht selbstverständlich sofort reparieren lassen, sondern man entscheidet, ob es im Moment wirtschaftlich möglich ist. Den größten Einschnitt stellt aber doch wohl fiir die meisten der durch die Arbeit bestimmte Lcbensrhythmus dar. Man soll ja darüber nicht zu früh sprechen, daher hier nur eine kurze Andeutung. Die Arbeit in der liier herrschenden Hitze, bei oft langem Weg zur Arbeitsstätte, ist sehr anstrengend. Müdigkeit wird zum Dauerzustand. Fs wird schwer, sich aus ihr liermiszureifien, um ein Buch zu lesen oder ein ernsthaftes Gespräch zu führen, Man muß sieh die dadurch entstellenden Schwierigkeilen mir recht konkret vorstcllen; sie sind sehr beträchtlich. Dazu kommen die Erfahrungen, die man bei der Arbeit macht; dabei wird einem klar, dal) mau jetzt wirklich Arbeiter geworden ist mul mit all den inneren und äußeren Konscqueii- 7en, die das enthält. Eine solche wichtige Folge des heutigen Lebensstiles ist, was einer der unseren mal ״das Lehen in ständiger Oeffcntlielikeit“ nannte, Man loht so dicht, so alltiiglieh zusammen, daß die kleinen, iiiciisdilich-allzimienschlkTitm Schwächen liervortretcn; das bedeutet zwar, daß man nun wirk* lieh und verbindlich im 0 a 11 z c 11 verantwortlich leben midi, also eine Stärkung der Kraft und Bewegung; zugleich aber auch, daß inan sich an allerlei Ecken der anderen stößt, Immer wieder tritt ein primitiver Egoismus in den Meinen Dingen |י er vor — es kann zunächst kaum ,׳Inders sein. Und ständig ist inan in der Gefahr, mit Acrger auf solche Feststellungen zu reagieren; oder wenn man ״sachlich״ kritisiert, eben nur gerade 1die Ucbenvüidtmg der kleinen Sache, an der man sich gerade beim anderen stieß, im Auge zu haben. Es kommt 11 i 11 zu» daß die Möglichkeit, allein zu sein, heute durch die Wohn- Verhältnisse kaum gegeben ist. Wir merken am eigenen Leibe, was diese Wohnfrage, die wir früher gelegentlich in Fest- Stellungen sozialer Art hervorhoben, für eine große Bedeutung bat. — Alle diese Momente, die eine schwierige innere Um■ Stellung verlangen, wirken dahin, die Frage der per so 11• liehen B c z 1 e I! u 11 g e n der Chawerim uutcrcin• ander zu einer zentral wichtigen, aber auch entscheidend schwierigen zu machen. Die Auseinander Setzung damit steht in den letzten Wochen im Mittelpunkt vieler persönlicher und gemeinsamer Unterhaltungen. Unsere Menschen sind hier all den Schwierigkeiten gegenüber innerlich selbständiger, erwachsener geworden. Aber zugleich damit ging auch eine gewisse V er Härtung vor sich. Es gehört, unter den genannten Bedingungen, eine ziemliche Energie dazu, um wirklich purst)!!• lieh an den anderen Imanzitgclien. Man hat viel mit sieh zu ־' tun. So begnügt man sieh — was die gemeinsame Gestaltung angeht — zunächst einmal mit der Sorge um ein rcibungsloses Neben einander. Es herrscht eine bestimmte Atmosphäre allgemeiner Kameradschaft, aber die ganz persönliche Verbindung mit dem anderen, ciiuclncn fehlt weithin. Man hat inzwischen wohl allgemein eingesehen, daß diese Lage nur ein — vielleicht schwer vermeidbarer — Ucbcrgaiigs/.ustand sein kann; daß gerade für das von uns mit dem Gemeinschaft«• aufbau Gemeinte die Frage der Beziehungen der einzelnen von entscheidender Wichtigkeit ist. Die Aufgabe, die vor uns steht, ist nicht leicht; es ist weit schwerer, im arbcitsbesüinmten Alltag Gemeinschaftsbeziehungen zu verwirkliche״ als im Rahmen unseres hündischen Lebens in Deutschland. Es bleibt zu hoffen, daß die Bezlehungsiutensität unserer Menschen wieder wächst. Unser Leben hier hat die große Gefahr in sich, daß wir zu wenig Verbindungen mit ״Palästina“ haben: Menschen, Problemen, Lund. Die Anßemirbellor lernen ja Chawerim keime״; wer vorher In einem Kibbuz war, bat von d« au» noch manche Verbindung und■ manchen wichtigen Unblick Aber für viele trifft da* beides nicht zu — lind für alle reicht die heilte bestehende Verbindung nicht aus. Lin *ehr wirb Iges Moment dabei Ist die Finge de* II cb r ii I •c h t'11. Ls gibt eben doch sehr viele, die keine Zeitung Versammlungen nichts verstellen. Und wenige, <110 sich z. M, zur Lektüre lesen können, die in es gibt nur ganz. ■3׳ *Wh ' eines größeren Aufsritze* autsdiwingen. Ihr müßt daran* alle nochmals entnehmen, daß die Frnge des rechtzeitigen Hebrälich-Leriien* für jeden eine entsdieidemle Wichtigkeit hat. Trotz, alledem ist natürlich während des Aufenthalt״ unserer Menschen in den Kwuzoth die Kraft des Landes tu ihnen wirksam geworden und hat sie .- abgesehen noch von den schon erwähnten Probieiticn des gewandelten Lebensstiles nml des gcmemsdiaft-.. liehen Lehens . vor viele Fragen gestellt, die eine nochmalige Auseinandersetzung mit den bisher üblichen Grundlagen verlangten. Neben den grundsätzlichen Unterhalhingrn laufen In der Woche Besprechungen über die vielfältigen wirtschaftlichen und geindnsdiaftsstruktudlcn Fragen: Budget, Arbcitsrintelhing, Verantwortung detn Mcsclick gegenüber, Maclissan, Fragen des Zusammeinvohiiens usw. -- Der regelmäßige Bibelkurs für Anfänger arbeitet recht erfreulich; er bringt an Hand ausgewiihltcr Kapitel aus allen Teilen des Tcnach chic Ein• ’ das Bibcllescn, Die Fortgeschrittenen lasen zweivon 8 nlchthündlschcn Chawerim. Ein großer Teil dtr 4 *eben Chawerim in Misclmiar-I laemek wollen »ich ln nächsten Zeit mit uns vereinigen. In der Arbeit haben unsere Menschen »ehr gut bewährt, besonders auch ,,neuen'‘ Olim — Ich fühle mich *ciion wie zu ||a״lt gemerkt, dal) wir in Dänemark gut arbeiten ' Ihr könnt Euch gar nicht vorstcllen, wie wicht!״« ״ liier für du* Bewußtsein und die Steilung des Einzeln״?. ganzen Kibbuz ist. n'° N jOPlSCH haben haben. de* Kibbuz ist, Unser erster ״Zril“ (Wohnbar,irke) iit schon fe-: 1 ebenso die Küche. Wir halten alle Arbeiten selbst, nur ״m ■ Anleitung der Facharbeiter, ausgeführt, die uns ein an* Schorncr-Kibbuz au* Knrkur zur Aushilfe gegeben hat 7 nächstes werden wir den Duschramn und die Waich״* hauen. Und dann werden wir wohl auch mit dem Bau 2 beiden Uetonhnuscr, i» ■I?immer, beginnen, fiir die wir *'י ׳■'icln'ri bekommen haben. ״ «"׳» ־öBern Geld als Anleihe ziigcMchert Außer den Skhotli-Ghawcriin und *kh aus dem I dien ergebenden gt‘sellsel1altlit|״e1|'p^' haben wir regelmäßig jede Woche eine Presseschau, d;e an Hand der hebräischen Zeitungen und Monatsschriften ui die wichtigsten Ereignisse im Jischuw und In der tiola(! ” 14 Tage li.iben wir gemeinsam mit dem Kihh״ .. 11. C... .1 .U. 1. ,״.״:- M ,» fiilirung 111 mal Hiob. HermannOcrson, Kibbuz der ״Werklcute״ Glieder*. Der des Deutschen Kibbuz Maschomer Hazair Vor ca. 11/.• Jahren, fm Frühling 1933, wurde von den ersten Olim unseres Bundes gemeinsam mit einigen anderen deutschen Ohawcrim, die sich ideologisch zu innerer Autlassung bekannten und die aus der Praxis ihrer ersten kibbuzischen Einordnung zur Ablehnung der anderen Kiblm/Iormen kamen, der erste deutsche ״Gann" des Haschoincr Hazair geschaffen, Der ״Kern״, der einen selbständigen Kibbuz auf einem neuen, von deutschen Chatu/im bis dahin als Gruppe nicht hcscliritU'iicu Weg schaffen wollte, ließ *ich von einem alten erfahrenen Kibbuz des Kibbuz Arzl (Mischmar llaetnck) als Gast aufnelimen. Diese Umgehung sollte der Gruppe die beste Möglichkeit der ersten Einordnung, der geistigen Akklimatisiertmg und der Einführung in die Problematik des Jischuw gehen. Die ,,Schule“ angewandten Lebens war für einige auch die Stätte ihrer beruflichen Hachscharah, Die I Icrbsf-Alijali, die eine grolle Welle deutscher Olim Ins Land brachte, gab dem Garin nur einzelne. Dainals kam mich die erste nielitbiimlisehe Grimne aus dem 1 lachscltarah• Zentrum Ahle in ins Land zum Kibbuz Arzi. Sie gingen zu• nächst zur kibhti/Ischen Hachscharah ln einen anderen Srho• 111er Kibbuz, tirich Misra im Emck. Der Winter war* eine Zelt Intensiven Lernens und der Spezialisierung In bestimmten für den Aufbau einer eigenen Wirtschaft notwendigen Berufen. 14 Chawerim ziililte zu dieser Zelt der Garin. Sic bereiteten sich vor, im Frühjahr in die Mosclmwn zu gelten. Dann. Im Frühjahr 1934, kamen wir In* Land, die er«te geschlossene Gruppe des Blindes, deren größter Teil ein Jahr gemeinsam in Dänemark den ersten eigenen Hachscharahkihhuz des Bundes gebildet hatten. Gerade zu Peflnch kamen wir und brachten dem darin die seit langem geforderte F.r- Weiterung. Wenn auch erst spät zuin Weg des llaschomer Hazair gekommen, waren wir doch die ersten, die zwar au» 'verschiedenen Orten — aber aus einem Bund mit einem Willen und g e in ef 11 sä nie 11 Ziel als Gruppe zur Alljah kamen, um die Erziehung zum Kibbuz» um derentwillen wir Im Bunde gelebt und gemeinsam aut I tachscharali gearbeitet batten, mm in der palästinensischen Realität zu erproben. Der Garin hatte nur auf uns gewartet, um mit uns zusaminen Mischmar llaemek zu verlassen, denn er drängte zur Arbeit in die Moschawa. So kamen wir im Mai nach Karktir. Die Ahlemer Gruppe war .־ms Misra zu uns gekommen, und im Mai wurde der deutsche Kihhuz llaschomer Hazair in Karkur geboren. Mit Gästen zählten wir 32 Chawerim (dar• unter acht Cliaweroth). Wjr waren un» bewußt, (lall cs mm , galt, den schweren .Bedingungen in der Lohnarbeit in der Moschawa stniul/uhalten, den k'nmpt für das Recht des jtidi• sehen Arbeiters auf den Arbeitsplatz im jüdischen Pardcss mit durchziifediten. Als Arbeiter mußten wir In die verschiedenen Arbeitszweige in der Moschawa cindringen und uns unsere Wirtschaft anfbaucn. Diese erste Epoche der eigenen Ver• autwortiiehkeit für eine Wirtschaftsführung unter mancherlei schweren Bedingungen mußte auch die erste ernste Antwort aut die Frage nach unserer Kraft zur eigenen kibhnzlschen l.cbeiisgestaltmii» geben. Verhandlungen mit dem KKL und der Jcwish Agency begannen, wegen einer Bodenflächc für unser Lager mit der Möglichkeit einer kleinen I lilfswirtschaf(, wegen Zelten und einer Anleihe zur Ausführung der ersten dringlichsten Bauten. Nach vielen Verhandlungen gelang es uns, das Notwendige zu erreichen. Zehn Dunam bekamen wir vom KKL für dns Lager zur Verfügung und zehn Dtmnm für eine I lilfswirtschaft in Aussicht gestellt. Obwohl die Jewish Agency uns nur einen kleinen Teil der dringlichst erforderten Zahl von Zelten zur Verfügung stellte, ließen wir bald alle Chawerim iiaclikmiuuen. Im Juni vereinigten wir uns endgültig mit den Ahlcmcrn, nachdem wir in gemeinsamen Aussprachen und im Zusammen• leben in vier Praxis gesellen hatten, daß wir über die gemein* same ideologische Basis hinaus auch die Möglichkeit zu einem gemeinsamen Lehen hatten. Die Möglichkeit, zusammen mit nichtbümlischen Chawerim unsere klbbuzlsche Auffassung zu verwirklichen, halte uns eine längere Periode der inneren Reifung und kibbuzlscheii Festigung gegeben. Allerdings waren es auch Chawerim, die von vornherein auf Grund ihrer Identifizierung mit dem Weg und den Anschauungen des Haschomer Hazair sieh an eine unermüdliche Sclhstcmchung und Schulung fiir den kihhuzischcti Weg gemacht hatten; una zu gleicher Zeit, in der wir Mischmar Macmck verlassen hatten, waren dort zwei neue Gruppen zur Hachscharah eingerückt, um diese Zeit mich zu einer Auseinandersetzung mit dem Weg de« Kihhuz Arzlzuh zu benutzen: 10 K. J, V.cr, die als erste Gruppe des K. J. V. ein - gemeinsame kihbuzlsche Hachscharah diirchgemacht hatten und eine deutsche Gruppe formiert, Alle Ln Schauer ein großes Referat, das uns die Möglichkeit’*(» Studiums und der A11»1,inamlcrs1־t/m!g mit den großen nr!f tischen Zusammenhängen gibt. Daneben laufen drei Arbeit!״ gemcinschaftcn über uis.ciiscbaftliche, jüdische Themen 4״ן Fragen der Wirtschaft. Ein großer Teil vier Tathuth-Arbrt wird von uns den? I lebrmsdien gewidmet. Ihr könnt Eu1־. gar nicht vorstcllen, wie sein־ uns Ute maugchulc Bvherochurc der Sprache hindert. Diejenigen, die keine Tageszeitung |twj können, sind losgdrctmt vom Leben des Jischuw, Die Skhah werden zwar schon in Iwrith durchgrfiihrt. Aber wir snQrtg täglich, daß dies nur 11 er erste Schritt ist, und daß wir fe zur vollkommenen I fchraislerung unseres Lehens, bis wir unmittelbar selbst ans den Quellen der hebräischen Kuh® schöpfen können, noch einen sehr langen und schwierigen Weg vor um) haben. 6 ■ M e i r, Kibbuz Maschomer Haiair Kerkur, Prof. MARTIN BlIBER spricht am Sonnabend, den2,0.0, abends 6 Uhr, Im LOOENHAUS, Kleisfsfr. 10, über: ■ ״Welt des Cl&etluae .. Volk, Land, Arbeit*' Der ״Hechaluz Hadathi* Der ״Heclialuz linclathi“ »teilt die Zusammenfassung geietzestrcuen Mitglieder des Heclialuz dar, Er iit eite selbständige Gruppe im Ralnnen des Heclialuz und geht hier, bei von folgenden Ocdankcngiingen aus: Es Ist unmöglich, l!1 der Qolah ein Lehen in gesetiestreuem Sinne unter Beachtung aller Mizwoth zu fuhren. Aus dieser Einsicht folgt das Streben nach Ercz Israel. Ens dort Ist es möglich, so zu leben, .dal) .־)Ile, auch die primitiv, sten Aciilk’rtmgen des Lebens, vom (idstc der Thor» durchdrungen sind. Diese Erkenntnis hat der ״Heclialuz Hadithi* mit der übrigen rcligi!is-chaluzKclieii Bewegung gcmcinsi«, Daß er aber »einen Platz nicht in dieser Bewegung sicht, also nicht neben dem I lechaltiz, sondern Innerhill seiner Reihen, entspringt fntgcmler Anschauung: Wenn Erti Israel eine Lösung der materiellen um) geistigen Judcnnat sein soll, «null es ein arbeiten d c * F.rez Israel *ein, i» dem die l.chcnshedingnugen schaffender Menschen \umii• sind, Soll der Aufbau des Landes nun im Sinne der Thm« erfolgen, so kommt es darauf an, auf die (iemeinschalt dtr Arbeitenden Eiiilluß zu, gewinnen, 11.1 diese ja auch du kulturelle Lehen bestimmen. Einen sulchen Einfluß, der vo« nachhaltiger Wirkung Df, kann man aber nur dann ernr,’׳\ wenn man mitten in der Arbeiterschaft lebt und durch' •ein eigenes Lehen beweist, daß Thora und Sclbdarbnt keine (iegensätze sind, daß es vielmehr religiöse!,flicht ist, von seiner eigenen ILunle Arbeit zu leben. Lin Flnflnl auf die Arbeiterschaft kann aber nicht ausgei'iht wrrd«, wenn man mit ihr nur durch Vertrage und Abkommen verbunden ist. Da» kann vielmehr nur durch ein Lehen in de Mitte der Arbeiterschaft geschehen, in dem man Ihre Nöte uni Sorgen teilt. Aber auch dann ist die Arbeit schwer und k■ »oruiers scliwcr, wenn sie von einzelnen zu leisten ist. Au dieser Feststellung ergibt »Ich der Weg des ,,lieclnta Llailaihi“ im Lande, f r kann nur ein k i b b u z I § c h e r rein Nur ein Kibbuz Ist Imstande, ein solches Zentrum zu bilde«, von dem die Energien atisgclien können, die für eine » schwere Aufgabe gebraucht werden. Das schließt »her nicht au», daß der ״llcriinlur lladalhi״ mit in Palästina und i« der Golah vorhandenen, ihm dgrcli ihre Webau«hauMf verwandten mcht-kibhuzlsclien Kräften zusammenarbeitet, ub die Basis seiner Arbeit zu verbreitern. In Deutschland stellt das Zentrum der Bcwr^ung der Hacbsrharali-Kibbuz ״G h a r u t - C It e r u t“ in bhnkene« bei Altona dar. Auf dos Leben um! die Eingliederung der Chawerim in diesen Kibbuz erstreckt sich ein großer Teil der Arbeit, die In den einzelnen Siiifim, wie Berlin mul Frank׳ furt a. M., geleistet wird, Kleinere Stutzpunkte der ßcwtgufij befinden sicli in Süd- und Westdeutschland, Wie ■lebt nun da * Leben im Kibbuz C harnt• Cherut aus? Durch weiche wesentlichen Merkmale unter• scheidet es sich von den allgemeinen Hachscharati-Kibhur« des Ilechaluz? Die kulturelle Arbeit zeigt bald dir ־״ Sonderheit. Bei einem Blick auf den Tarbuthplan laßt sofort auf, daß im Mittelpunkt der ,,geistigen llaelisrharali" יו״ ״Lernen‘* das Studium der religiösen Schriften, steht. Pme» das Lernen soll die Weltanschauung des geselzeslreuen CD■ hir. Von den Quellen her vertieft werden. Außerdem w dadurch das Wissen lind die Lebens 10rm, die lür dtn gf* setzestreuen Juden wesentlich ist, erweitert* werden. 80 nim״’ das Lernen einen großen Platz in der Tnrlnitharheit ein: ״ wird jeden Morgen, vor Arbeitsbeginn, Schukhan acuch lernt und zweimal wöchentlich Uhumnscii, Miscliuajoth um T'nach, Beitu Lernen au!tauchende Fragen werden späte!־* besonderen Siehoth nälicr beleuchtet lind diskutiert. AuW* dem wird natürlich intensiv Iwrith gelernt und da« •י™' dium der allen Kiliiauzin! gemeinsamen Arbeitsgebiete, *״ zionistische Geschiehtc, jüdische Gescliiclitc, Kit)t)uzhewegu״f betrieben. Neben der kulturellen Arbeit ist es das Lebe* der Gemeinschaft, das die Eigenart des Kihhuz vor Au2« führt, besonders am Scliabbath: Niemand von den GM* wcriin und Cliaweroth bat den Schabbatl! je so erlebt, *>’ sie cs jetzt tun. Es ist der Tag, an dem man Muße nin zu sich zu kommen, mul an dem mau anderseits ganz starte י der Gemeinschaft lebt; Beim Mlnjan, bei den Scluibbdmif«'™ usw. Daß ein Schabbaih-Miiijan ganz: allein gestaltet *״ף Ist sehr wichtig. Nach dein Kiddusch lernt man gemei״‘«” die Sidrah, Danach Ist Essenszeit, und man kann dann «*״ Stunden für sich selbst verwenden. Am Nachmittag man Pcrek, und oft »pinnt sich an einen der Aus״״זקי* eine längere Unterhaltung. Später findet chic Sichah י*״ jüdisch-rellglosc Weltanschauung statt. Anschließend »״״> ״ Abendessen gibt der Qncg dem Charakter des Sch!»»*'1״ Höhepunkt des Gemeinschaftslebens zu sein, Ausdruck. ״״.tEineJbe*ondere Stärkung erhielt die Bewegung und ״ Kibbuz, de! ,,Hechaluz 1 ladathi“ durch die Anwesenheit « Chawer Bor 11 chon y aus Ercz Israel. Fr half, den Ko ״} zu achaffcn zwischen dem Hechaluz Hadathi In DeuticW*״ und verwandten Bewegungen In anderen Ländern der y . uno vor aUcm mit der religiösen Arbeiterschaft in Ercz •* rjalkomi Die K ״ r h b richliug •״ v°,r« jrtl F 11 ״ וו.ו] «ns< warm ״ Hakoahtr aber de״ spurt 5 ItaupQ* koah « jjcratisho uml s'11' Verlustto Sturmer. Die Hakoah »ich «1» Kochban Minmcns von <lef zielen, c wcclxel emgcstel war der einige II Vcrtculif Die Stu Zielsiche in allem Nael ballimmr bildlich 3:2 lür liehen t »turmisc einem d fuhrt I: durch F Halbzeit »kh das von Sch Macht, es entw beider» c vor Sch einen F und de endet d (pgrlfait Nac setzten Völker!׳ der jud reiner I gelingt lest alb so daß ist, siel biklung Baadbai Zu Wupper im Zeit mit zw׳ die in t u s a 11 11 nehmt! Wechsi• die kur Stehver! Kakkali F u R.j. F. Ueschw dienten Innensb י> eiflen Fckball einer k durch tlliuefc B a Main lielertc überhat 1 war cn schöner! lehn / , B« Main I reit, e fand,! beherrs Torliüt abweh! Frankl . die bl . ׳orc 1 iührer. ״ B: יז a r k dete I, der 1 ein fä Die p Frankf י* *Der! ein T! vom r!»«and , U, Sport bester! d»«nt den , Öts0l14

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