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Jüdische Rundschau · 1934-09-28 · Heft 78-79 (28.9.1934) · page 14

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 78-79 (28.9.1934)
Date
1934-09-28
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 ifdem Chaluz — nun auch durch den Vcrpfliclitungsschcrn der Jewish Agency — gefordert wird, zu erproben. Vfon den Mädclim sind ca. 700 in!1 a 11«wi rtscli a f I!!eher Ausbildung, bzw. betätigen sicli in der Hauswirtschaft. Die übrigen vcrleileli sich auf verschiedene Berufe, vorwiegend Gärtnerei um! t.andwirtSchaft. Die Leitung des llcchaUiz ist bemüht, die 1 lachschar,1h der Mädchen so cinzurichtcn, daß alle Chawerotli eine Zeitlang jm Haushalt arbeiten. — Die hauswirt schädliche Ausbildung bzw׳. Betätigung geschieht nur in wenigen 'Fällen in Pnv3ti1at!‘.lmlttmg«1, meistens »11 Haushaltiiiigss! Imlen, I fcitmn, Großküchen 11 sw. I)as VerhäItnis zwischen <1 e in c 1 n s c h a f t s - 1111 d Einz c 1 h a c 11 sc l»ar a h ist folgendes: 20 ׳״<» in Einzelstcllcn, 45 ״> in Kibbu/iin, 35 «o in Zentren. In der kibburischen Hachscliarah sind Chaluzhcinic mit einer Belegschaft von ca. 5(1(1 Mensel len initciiigerccliiict. Die tlachsrtiarali in einem Zentrum unterscheidet sich von der ׳kibhiirisch<11 dadurch, daß sie dem Menschen nicht die Möglichkeit wirklichen Zusammen leben» gibt. Auch in der geistigen Vorbereitung ist der Chawer stärker auf Eigcnarbdt angewiesen als im Kibbuz, oder Belli Chnluz. 7(1 Chawerim sind auf unserer einzigen groben Eigenwirtschalt in I’ußta Gollnir (Jugoslawien). Die Hnchschnrah in C. S. R., Litauen und Lettland findet ebenfalls in Kibbuzim statt. &!gegen ist die Hachscliarah in Dänemark, Schweden und olknd, die fachlich sehr gut ist, iin wesentlichen Hachscharah in Zentren, teilweise ■auf Einzclstellen. MUjah Vom Mai 1033 bis zum Oktober 1914 kamen 2200 Chawerim des Hcclialuz. zur Alijah, davon im Jahre 1934 1020. Entsprechend dein Verhältnis in der Hachscliarah waren von den Olim Vs Jungen und V» Mädchen. 75 ״/״ der Olim hatten eine Ausbildung als Saisdsvirtschaftliehe Arbeiter genossen; 25 »b waren handwerklich ausgcbiklct. Von diese!! 25 •״;,-» hatte etwa der fünfte Teil eine hainlwcrkliehe Fachausbildung. Es handelte sielt dabei meistens um ältere Chawerim aus dem Berliner Snif und aus den grollen Snifim des Rheinlandcs; die meist vertretenen Berufe waren: Schlosser, Installateure, Elektriker, Tischler, Schuster, Bäcker. Die übrigen 20׳״« liamlwerklich Ausgcbildclcr waren angclernte Hilfsarbeiter aus den Uniscbiclitungskurscn usw. I)le Dauer der Hachscliarah der Olim betrug bei den in der Landwirtschaft Tätigen durchschnittlich l Jahr; bei den handwerklich A««gebildeten 14—20 Monate. <10—65 <l/0 der Olim bildeten geschlossene Gruppen, sei es, daß sie aus Haclisrharah-Kihhii/ziin oder städtischen Pittgoth kamen, sei es, daß sie sich in den verschiedenen Zentren zu Alijah-Xibbiuitn zusammeiigcsdilosscn hatten. Die wichtigsten Alijah-Kihbuzim im Sommer 19)1 waren: der Kibbuz Maauith mit 60 Chawerim, die Pluga Berlin mit 40 Chawerim, die Gruppe Neuendorf mit 25 Chawerim, eine Gruppe des Kibbuz Ramidbnr (Jugoslawien) mit 30 Chawerim. Ebenfalls schlossen sieb die Ch.״־verhn, die in Dänemark, C. S. R., Litauen und Lettland auf Hachscliarah waren, zur Alijah zusammen und gingen meistens auch in Palästina ge• schlossen an einen Ort. Ohne daß eine genaue Statistik über den Weg der Alijah der letzten P/ä Jahre bisher vorlicgt, lassen verschiedene Erhebungen über einzelne Gruppen, die einen erheblichen׳ Teil der deutschen Chaluzim erlassen, Schlüsse über die Ein- Ordnung der chaluzischcn Alijah aus Deutsch» 1 a 11 d zu. Danach gingen und blieben ca. 60 0/0 itn Kibbuz; 80—85 ״/o insgesamt gingen in die Mosehawa. Den größten Teil der kibbu/isdicn Alijah aus Deutsch- Jand nahmen 13 Plugotli des Kibbuz M e u c 11 a «I auf, von denen als wichtigste zu nennen sind: Giwath-Brenncr (mit Heute Insgesamt 2(X) deutschen Chawerim), Rnaiiaim mit IGO Chawerim, liakawesch in Kfar Saba mit 80 Chawerim, Naane mit 150, Jagiir mit 90, Ain Cliarod, da«? vor allem band- _ werklich ausgebilucte Chawerim aufnahm, mit 80 Chawerim,' Neben diesen Pltigoih bildeten sich itn Laufe des Jahres 1931 drei neue Gruppen, die für den Weg der deutsclven Alijah im Lande von Bedeutung sein dürften. Die Gruppe des deutschen Haschomer Hirzair aus Mischinar Haemek ging im Frühjahr 1934 als selbständige Gruppe nach Karknr uua durfte beute zusammen mit einigen aiuleren Chawerim, die inzwischen zu ihm stießen, 45 Menschen umfassen. Die Olim der ״Wcrklcutc“ schlossen sich im April zu einer Gruppe zusammen, die heute, verstärkt durch die Alijah des Sommers 1931, 65 Chawerim des Bundes in Chcdcra zusammenschließt. jfl Chawerim aus dem Snif Berlin schlossen sich mit Chawerim einer bisherigen Cliawura zu einem Kibbuz in Herzlia zusammen, der *ich dem Clicwcr llakwuzoth angcschlossen hat. Von den Einzelnen wurden neben den alten Moschawoth besonders die neuen Moschawoth Raanana und Pardcss Ghana bevorzugt. Veröffent- In einer Darstellung der Hechaluz-Täligiichunaen Leit darf der Bericht über die Arbeit der Tarbuth-Abtcilung nicht fehlen. Mjt Beginn des ■Wachstums der Bewegung im Jahre 1933 wurde klar, daß die Beeinflussung und Erziehung nicht mehr allein auf dem Wege persönlicher Fühlungnahme geschehen könne, sondern die literarische Arbeit, die ihrem wesen nach überall bin verbreitet werden kann, mußte hinzukonimen. So ent- Stauden fünfundzwanzig Veröffentlichungen in den letzten anderthalb Jahren mit einer Gesamtauflage von 200 (WO Exemplaren. Da der Zweck dieser Veröffentlichungen nicht mir der der Information innerhalb der Organisation war, sondern sie zugleich werbend in- und außerhalb der Bewegung wirken sollten, war eine große Mannigfaltigkeit in der Art der Schriften angebracht. So erschienen — gedacht als erste Information für neue Chawerim — die kleinen Schriften: ״Was ist der Hcclialuz?“, ״Von Kwu/a und Kibbuz“, ״Die Hisfadruth“, ״Tatsachen und Probleme Palästinas“, ״Zur zweiten Alijah“, ״Alllänge“ (Berichte aus der Zeit der zweiten Alijah). Andere Veröffentlichungen grundsätzlichen und aktuellen Charakters waren für einen Kreis von Menschen bestimmt, der mit den allgemeinen jüdischen und zionistischen Fragen schon mehr oder weniger vertraut war: ״Zum iiidisch-arabischen Problem“ (Eine Sammelschrift), ״Kibbuz, Kultur und Wirtschaft“, ״Zur Geschichte der Kwuza und des Kibbuz“ (Eine Monographie von N. Benari), ״Die jüdische Arbeiter- Bewegung Palästinas“, Bd. I und II von Walter Preufi, ״Kfar Saba“ (im Kampf um jüdische Arbeit), ״Zionistische Alijah- Politik“ von D. ikn-Oorioii, ״Der Zionismus am Scheidewege“ von B. Kaznelsmi, ,,Zerstörung oder Neuaufbau“ von B, Kaziielson, (,Chaluziscl1cr Zionismus oder Revisionismus‘4 von D. Bcn-Oorion, ״Wo steht der Revisionismus“ von E. Liebenstein (hrsg. zus. 111. d. ZVffX), ״Tcl-Chai“ (Eine Sammel* schritt, gewidmet der Verteidigung von Tcl-Chaj). Um die Verbindung der clialuzisclien Bewegung mit der jüdischen Vergangenheit und Gegenwart lebendig zu gestalten, gab der Hechaluz den Band ״Israel, Volk und Land“ (in einer Auflage von 3000 Exemplaren) heraus. In der Reihe dieset Veröffentlichungen wird in Kürze die Uebersetzung des hebräischen Sammelwerkes ״Diwrcj-Poaloth“ und eine Anthologie über die Geschichte der jüdischen Arbeiterbewegung erscheinen. Der Methodologie der Arbeit ln den Gruppen des Hcclialuz waren mehrere Schriften über Arbclteprogr&mme» Lltcraturzu- »am!Umstellung usw. gewidmet JÜDISCHE RUNDSCHAU Kr. 78/79, 38. IX.!931 ך-*! 9 ך* 1/ >. Var#, i* ־»' ... . *ך/ 1t/I Seit den ersten Anfängen der Mcchaluzbewcgimg in Deiilsehland bestehen Beziehungen zwisrlicn den unmittelbaren Trägern des C'.lialurgcil.inkens und der (Udisclien Jdgemfbewegung. Diese Erscheinung ist ein sinnfälliger Ausdruck für die tiefe Verwandtschaft, die der jtigeml bewegte Mensch «1er Nachkriegsjahre bei seiner Suche nach bestimmenden Lebeir.kleaUti in der Clinliiziotli verspürte. Gerade Westeuropa und Deutschl.nid stellten in dem hohen Grade der Assimilation seiner Jiiilenheit, einer immer fortschreitenden Entleerung von lebendipen jüdischen Inhalten, seiner Jugend schwer zu ülicrwitidende Hindernisse in den Weg, zu einer echten jüdlsetien Entscheidung und Verwirklichung zu linden. Viele Jahre der Nachkriegszeit in der jüdischen Jugendln׳u׳egimg Deiitsehlaiiik sind bestimmt von dem Ringen mit dem Wege der ('.halu/iolh, der die Wertvollen linier der Jugi׳nd m,leidig angesprocheu hafte und eine Antwort licischte. Nun sollen wir 1111s heute erinnern, daß in jenen Jahren und auch noch späterhin bis zu dem iahen Umschwung de« vergnugencii Jahres der Weg des Cnaluz für den jungen deutscheu Juden kein Weg des leichteren Widerstau* d es war. So scheint es 1111», waren all die Mühen und Kämpfe, die «len Weg der jüdischen Jugend Deutschlands zur Chahi/ioth bcgiiiicii, nicht umsonst vertan; sic entsprachen tiefen Betliirfnissen der Generation, halfen darüber hinan«; aber den Boden bereiieii für die kommende große chnluzisclic Bewegung. Wie jede echte Bewegung ist mich die chaluzDehe udiwer in engumgrenzlc Begriffe zu pressen. Sic ist alles andere als nur Ausweg für gewisse Volksschichten, sie wird als eine tief im Leben der jiiilenheit wurzelnde Bewegung stärksten» beeinflußt von den Erschütterungen der jüdischen Gola-Existenz. Dabei zeigte 1ms die jüngste Entwicklung des deutschen Hechaluz selber ja in aller Deutlichkeit, daß es darauf inkommt, die Gegenwart zu deuten. Die neue Periode im deutschen Hechaluz, die eine kleine Organisation von 500 in beispiellos schnellem Wachstum zu einer Bewegung von 15 000 Mitgliedern machte, brachte natürlich mannigfache 11 (11c P r o h I cm c mit sich, stellte auch neu «Ile Frage der Beziehungen zwischen Hcclialuz und Jiigendbiindcn. Die Frage nach Gestalt und Inhalt des Hcclialuz, vordem heiß diskutiert und iiiiik.imnft vor allem in den Ländern des Ostens, während sie in Deutschland noch nicht in dem dringlichen Maße zur Erörterung stand, wurde nun brennend. Konnte der deutsche lledi.-iluz seine bis «laliin gewahrte Einheitlichkeif, seinen Erziclimigscharakter wahren oder mußte er zu einer U m sc 111 c 111 u 11 gs or ga n i s a tion werden, zum Zweckverband lierabsiiiken? In Deutschland wurde die Notwendigkeit der Bewegung schon früh verstanden, und die erzieherische Einheit des Hechaluz war kaum je angetastet. Diese Tatsache wurde von großer Bedeutung für den Hechaluz. Ohne das Prinzip der gemeinsamen Verantwortung, der tätigen Mitgliedschaft aller Menschen der Jugendbewegung im Hcclialuz, ihrer gemeinsamen 1 laelischarali hätte der Hechaluz. die Probe des Jahres 1 <)33 kaum bestehen können und wäre bestenfalls für die Bünde ein loser Föderativverband zur Verfechtung gewisser gemeinsamer Interessen geworden, ohne aber den Bünden wie auch besonders den nfchthtlndisch organisierten Chaluzim Erz-ichungsgcnicinscliaft zu sein. ' , . , Neben einem hebr-ii ״hen Ücilcrbuclt erschien das hebrä• ische Lesebuch ״Nativ“, da» für Chawerim bestimmt ist, die in der hebräischen Sprache fortgeschritten sind, außerdem (zusammen mit dem Verlage Kedem) das Hebräisch-deutsch«! Taschenwörterbuch von E. Brätido. Ungefähr zweimonatlich erschienen Sammelschrlftcn, die sowohl aktuelle Fragen des Judentums behandelten wie auch grundsätzliche Auseinandersetzungen brachten. In dieser Reihe erschienen bisher: ״Hachama", ״Badcrcch״ ,״Baawoda“, ״Baniaalc", ״Chcruth“, ״Hachscharah“. O.H. Von den Anfängen der Chaluz - Bewegung in Deutschland Die Cfialuzbcwcgung begann in Westeuropa ohne jede Tradition aus der Zeit vor «lein Weltkriege, Die Jugend in diesen Ländern war an den ersten Alljoth nicht beteiligt. Die Verbindung des Westens mit Palästina war nur eine idcologische und keine persönliche, wie es in Osteuropa der Fall war. Der wesentliche Träger des zionistischen Gedanken* im Westen waren die Studenten. Ihr revolutionäres Erlebnis war ein geistiges und fand keinen realen Ausdruck. Wenn im lahrc 1913 auf der Konferenz der deutschen Zionisten ein Beschluß gefaßt wurde, der sagte, dal) ,.das Leben jedes Zionisten in seinen Lebcnsplan Ercz Israel «nberichm muß“, so war dies nur ein platonisches Bekenntnis, 14®®® Chaluzim •u■ Daatiohland wollott •10k ln Bros Israel vtrwuruln. Wer gibt ifmon Boden? Es Ist die •mutest• Aufgabe «30s deutschen Judentum■( «einer Jug«nd dis nsus lasii Ihrss Lebens und Ihrer Arbeit ns sehnigen• Neues Jalar-nesaosLoaael! KEREN KAJBXSBTH &BJIGRAEI. Jüdischer Nstloaellonde X.V« Berlin W!5, McincUcetr, so! Postsclseelt 303S47 Ohne Zweifel Ft der Einsatz der Jugendh* gu 11 g 1111(1 insbesondere des ״II a!1 o 111 m“, de״ sowohl, clisluzischc Vergangrnlieit als auch seine bewußte Hali־ *״ der Frage des Wesens de# 1 lechaluz. zur Erfüllung ri^ ■ Aufgabe befähigte, von größter Bedeutung für die LtiGiciT®! des I leelmliiz gewesen. In den meisten Orten stellten Memf'l des Bundes den Kern der Snifim und garantierten so'lait die so plötzlich aiißewacliscne Bewegung in ihren Zcilwa fi Menschen wirklich zu er f a * * en und nicht mir zu rejnstnf 1 begann. Auch die anderen jugcndln'inde stellten sich «kH liidir und nielir in die Arbeit des Hechaluz ein, " ,1"■!ij Fs ginge am Kern der Dinge vorbei, diese wichtige die die jiigemlbiimlc im I lechaluz leisteten und lasten ltf!| lieh als einen Zuwachs an Arbeit, der als solcher für '*ie'* י sdiwercmJ wirkt, zu sehen. Entscheidender als dies in?' Möglichkeit, die in der Biimlcscrziihimg gewonnenen ־ liinairsziitragcn, sic und sich zu bewähren in der ten*!- Durchdringung der großen, noch innerlich!!״erfaßten des I Icchaliiz. Hier wurde und wird uns eine wertvolle Chif gegeben, die für das geislige Bild des Mcnsclicn des ]u4~״ Inmdcs oft so nachteilige Isolierung zu sprengen und »X ■ Auseinandersetzung der tagtäglidini Arbeit, der Begegne®I aut dem Boden des ״liedialuz“ unsere Ideen mit der iiiii bfmdischen Umwelt zu konfrontieren. Und noch eines ist in diesem Zusammenhänge a ״ wälmcii: Die vorw.ärlslrcibcmlc Wirkung, die nicht nur & Jugcndbtiiulc durch ihre Mitarbeit im Hechaluz. ausgeübt Hb״ sondern «lie auch vom Ilechaluz auf die Bünde ausgrüi wurde. Mit dem 1 lechaluz in seinem letzten Entwicklung absclinitt erschien in Deutschland eine echte große V0!'v bewegung voll tiefer Impulse und Spannkräfte. Das war mtj 1 allem anderen ein erzieherischer Faktor von höchster Bedo tung, ln einer Zeit des drohenden Zusammenbruch! I jüdischen Gemeinschaft suchen hier junge Juden *ich hta j weg aus der schweren Wirklichkeit in eine sinnvollere Zukan* | Das war ein sicli machtvoll manifestierender Weg (fu *j | erschüttertes Lebcnsgeliild zmncCzugcben vermochte. Heute — nach aiulerthalbjähriger Arbeit — haben id gewisse Normen der Zusammenarbeit zwischen Bug( und Hcclialuz licraiisgebildet. Die vergangene Zeit zeigte uh, «laß weder «las Interesse des JtigemJbumks noch andere 0* sichlspiinktc die betonte Trennung und Abgrenzung zwistfe. Hechaluz und Jugendbewegung rechtfertigen, die wir zu im* rem Bedauern so oft in «len Ländern des Ostens wahrnchwn Die Unmöglichkeit, den Hechaluz statisch zu sehen und fe die Orgatiisationsform und Statuten den ständig im Fluß de Entwicklung befindliche» lebendigen Inhalt zu vergessen, in gerade in Deutschland deutlich. Man kann in den (>rg.v ׳» j tious- und Arbeitsformen des I lechaluz. eine wachsende kt■! nälicning au die itn Jiigendbuiid üblichen Formen lestüdlfi,! so daß heute sclion, und ohne Zweifel in noch viel stärkere! S Maße In der nächsten Zulun(t, eine noch mitunter gebraucht Antithese Jlechaluz-Jiigendbuiid in wesentlichen Punkten«• fällt. Wir glauben, dal) im Verfolg der erwähnten Peripd■ tiven der I lechaluz in den kommenden Jahren zu einer weitem Inneren Kräftigung und damit zu einer inneren Bercitsduh, zu neuer Expansion kommen wird. SccwOrbich, v Als der Weltkrieg ausgebrochen war, veränßc.tt! sich auch die Situation dieser jüdischen lugend von Gm״: j auf. Der Weltkrieg brachte die junge ticiieration an 14 \ Frontabschnitte. Die jungen Menschen waren gczwtincR, 1 die Last der Strapazen zu tragen, unter schweren materielle j Bedingungen zu leben. Ein beträchtlicher Teil dieser » nistisclien Jugend wurde auch an die Front in Östeurop geschickt. l)ort sahen sie zum ersten Male von Angesä zu Angesicht das!.eben der in ihren Gemeinden in Mit«(! konzentrierten Juden, Diese Begegnung war cs, die in de Menschen eine lebendige Beziehung zum jüdischen arbcilcnJ« Typus erweckte. Und zur gleichen Zeit entstand aus do Reihen der Jugend, die noch nicht zur Front geschickt wtmk «ine echte Jugendbewegung (Blau-Weiß), die sich nicht mt dem Bekenntnis zum Zionismus abfimlcn wollte. Im Jü״ 1915 verfaßten zwei junge Zionisten, die an der russisch(« Front standen, einen Aufruf an die zionistischen Student« etwa folgenden Inhalts: ״Wir dürfen nicht nach AbscWcl des Krieges zu unserer (riilieren Lebensform ziirückkclireawir müssen Landwirte werden und nach Palästina gehe11*■ Der Aufruf verhallte ohne Echo. Diejenigen, die an Front standen und kämpften, waren durch die Not der Za! völlig gcfaiigciigcnoimncii und die Jugend, die sich um d״ ״Blau-Weiß“ geschart hatte, war noch nicht reif, um di«9 Ruf zu verstehen. Frst am 21. März 1917 versammelte sich eine Gruppe י der Zentrale der Zionistischen Vereinigung in Berlin, um n klären, ״ob die Gründung einer Hcclialuz-Bcwegung a Deutschland möglich sei und welches ihre Aufgaben »'««׳ Nach den Notizen, die ich bei mir gefunden habe, _*PMt^ mar* grundsätzlich (iher folgendes: Erlernen der hebräisch«! Sprache, sachliche Hachscliarah in der Landwirtschaft!«« im Handwerk, Verbindung mit der Arbeiterschaft in Pahsti1״• Die Sitzung fand kein Fcho. Wir selbst waren Kriegsvcrwiindctc und konnten nicht die Grundsätze venum liehen, die wir für die 1 Icchaluz-Bcwcgung aufgcslcllt halt«, die Mehrheit der Jugend befand sich noch an der Front Die Zeit von! Sommer 1917 bis Herbst 1018 war eint Z<i! der Befruchtung der jüdischen Jugend in Westeuropa, u Jugend erwachte, sammelte sich und löste sicli aus der ף• gemeinen Verschwommenheit. Die Ideale der Jugend au״^ ten sich: 1. in dem Willen zur Verwirklichung der nw»• *chhcn Idee in unmittelbarer und konkreter Tal; 2. in d״5 ״ sucht nach einer neuen Gemeinschaft und aktiver Beteiap״* an deren Aufbau, Die Halfonr-Erklärun g hatte einen neuen Weg aufgc^ Die Briefe von A, D. Gordpn, Ben Zwi und ■on gelangten zu uns, und wir fanden ln ihnen die weit jüdischen Arbeiters und den konkreten Ausdruck *» rer Wünsche. Es kamen Tage äußerster Spannung, in del •ich Herzen und Hirne öffneten. Im Sommer 1918 versammelte sich die jüdische JuSefj in Wien zum ״Jugciidlng'׳ und am 4. Oktober 1918 w,r ., Tag der jüdischen Jugend in Deutschland. Hier träten die Frontsoldaten mit der jungen Generation des ״•׳.. Weiß“ und die Begegnung stärkte die Menschen und ihnen neuen Mut ein. E» war am 5. Oktober 1918, nachmittags. Die! Konferenz befand »ich mitten in def Klärung der י■ Fragen und beschäftigte »ich mit der Konkretisierung .Tg Programm». Einige von um waren in den Straß« öer 3 I

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