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Jüdische Rundschau · 1934-09-21 · Heft 76-77 (21.9.1934) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 76-77 (21.9.1934)
Date
1934-09-21
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Seite 7 Jmnrj lunr־׳, j 111<- fJini 1l:c־ f!Hör l'.'.rn |urg, jh'rtf, i der | den 5 und | 17m prust .finde I ^יי• |r»m, j 1’ntals die 11mg; mit*. I<mg amn : ״de,;«lug dien ז ו, ח 1 Jcltcn ilich.?Vetw k\ ן (!er I nit, fmrt. Jliclit |mng sjimifiüvc ji zu |sc 11 111 er י um | ti eit 1 die ■J der |!1uu i wir 1 K0; Hier :j lim, :3 zu : ■1 die!kohl!‘jabe, ij-cn!;!vor-;lllllg!f vor* jo in er ff AMT. t-elü L! 11ml H |;e- 'f ■ich- :*eine jkret j״n*; <u־h 3 den Hi-!;־: j ich- {ich- מז י־ י J he- * 5 orii 3!ein 3 ach :;i es. hi•,׳ *I ,1:1 e n,־׳' ■ ] lie• | eite :1 Ver >| litt- *I vo er?׳ an* 1 WI1 1 M* jüdische Rundschau Hebräisch im Alltagsleben Palästinas פ רסיס ד, י ""'ä Q Hcbtäisch im täglichen Lehen Palästinas bietet naturgemäß eine Fülle eiin einzelnen Erscheinungen, die man in diesem Zusammenhänge zeigen hann, U'ir hohen einige wenige eusgeirählt, den verschiedensten Lehensgebieten entnommen, um einen kleinen Einblick in die Lebendigkeit der hebräischen Sprache zu geben. So sehen wir eine hebräische Schreib* m׳KcWf!e mit einem hebräischen liriej und daneben ein Warnungsschild, das am Strande von Tcl-Awiur steht und eine für den Badenden gefährliche Stelle bezeichnet, das Programm eines Kinos, die hebräische Tageszeitung, die in Palästina hergestellle Zigarette mit hebräischem Aufdruck, die Tüte eines Einzclhandelsgcschä/ts, Itasierklingvn mit Auf druck ״Tozervlh llaarez" —״ ־Produkt des Landes", palästinensisches Geld mit hebräischer, arabischer und englischer Inschrift, Eintrittskarten zu verschiedenen Veran• Stallungen, die Litfaßsäule, das Schild einer Autobushaltestelle, die Gewichtskarta aus einer automatischen Waage und schließlich den Pfandbrief der palästinensischen Hypothekenbank. Nachforschungen überzeugen, daß er in der Hauptsache recht SthaM haben muß. Es gab, auf mehrere ostpreuilisclie Städte 'erteilt, eine dort alteingesessene arische Familie dieses Na- Jens, worüber mir auch mal ein Dokument aus dem 18. Jahrhundert in die 1 lande gefallen ist, durch das die Geschworc* 1,w und Aelterkuitc der Loli- und Rothgcrberinnung den Gc- *dien C 11 r i 51 o p Elössor ihren Zunftgenossen empfehlen. ''"Jude konnte iin 18. Jahrhundert wohl Hofbankier, Hof- *nt eines deutschen Fürsten und gar einmal Minister werden, J״,cr z1< einem zünftigen Gesellenbrief konnte er es nicht Dunklen 11״gen, so wenig wie er Christoph heißen durfte. :״fs und Ursprungs blieb der Name trotzdem, und wenn ich «s späterer Germanist von dem ,,Esser“ als einem der hau• 'hdi Spitznamen aiisziigehen suchte, wobei immer noch die 8״!:e blich, was für ein Gericht dieses ״Fla“ sein sollte, so ufile das Problem noch einmal verdunkelt durch die Fest- Icllung, dalt viele, auch die ursprünglichen Inhaber des Na- Jens, sich meistens mit einem ö schrieben und auch beschei- ״tn nur dreisilbig ausspraclien. Als ich dann, um nichts “*1',ersucht zu lassen, nach einem ostproußischcn Dorf oder lecken namens El 6s suchte, in dem sieh vielleicht eine ״Utiisclie Wurzel versteckte, ergaben meine Nachforscliun- & "de unser allzu vergessener Julius Stetten heim- W|PPchen sagen würde, ״kein Resultat nach dem anderen“, , hie ältere Familie und Inhaberin des Namens existierte »11. »och, nicht nur in Dokumenten, sondern auch in 1»liehen Nachkommen, und als mein Name durch fortgesetzte 1/obereieii bekannt zu werden anfing, beanspruchten mich [11p von der alten Linie als Verwandten, so daß ich meine üainmtnig aus einem noch alteren Boden dagegen ein wen- . Man erinnerte mich, wie ich mir beim Indianerj I a״• den Wällen einer ostpreulSisehcii Festung den Arin und was wir alles an hervorragenden jügeiidslrcivnii" Vlr^r0cl'en hatten, die sielt leider ohne meine Mitwirkung ״*״,״ haben. Mein Terrain war die Prenzlauer turif. c *״ Berlin mit den anziehenden Schrecken des bc* im■;' .,tcn Scheunenviertels, und da kam schon genug auf dJ'c Rechnung. Ich erreichte es dann auch, daß bei etwaigen J|,״'״gcn oder Fragen die Vermutung einer Verwandtu ' . scl|011 aus einem wichtigen Grunde abgelehnt werden ihr״, ü ^11111 meine Familie auch, wie doch zu vermuten, »k <Lpal,'"־’n aus einer augenblicklichen Gchclaunc gleichsam «ich♦ hcnkl*״g empfangen haben sollte, man teilt einen Namen L u״d besonders nicht, wenn er auch einen Selten* Cm "nr 1,at■ Außerdem muß ich persönlich mich beschul di- QfiL 1 clurc'1 <*ine nun fast vierzigjährige Gewohnheit des m,“**Werdens über meinen Anteil hinaus, benutzt und ab* zu haben. (Fortsetzung folgt.) , Aus einer ölten Zeitung Jetzt wird’s herbstlich, zum Schwimmen ist's schon ein wenig kühl; ich treffe zufällig Dr. K. ״Sie sehen ein wenig nervös aus, sicherlich lesen Sie wieder ein bißchen viel.“ ״Ich lese augenblicklich gar nichts, höchstens Zeitungen". ,,Ja, ja“, sagte er, ״das ist's gerade, da machen Sie quasi einen Diatlchlcr; Menschen wie Sic dürfen die Zeitungen niemals ,frisch‘ genießen, lassen Sie sie alt werden, da sind sie weit bekömmlicher.“ Ich bedanke mich für den freundschaftlichen Rat. Wir verabschieden uns. Ich bin ein mustergültiger Patient, folge dem Arzte aufs Wort. Aber, überlege ich, wie bekommt man Zeitungen ״alt" ins Haus gebracht? Ich schreibe an die Redaktion einer großen Zeitung... ״ich möchte gern das September-Abonnement mit dem von Juli veitaiisclien, würden Sic die Liebenswürdigkeit haben nsw...." Nach einigen Tagen erhalte ich ein sehr freundliches Schreiben: ״Ls hat den Anschein, daß Sie unser in der Juli-Nummer begonnener Roman besonders interessiert, mit gleicher Post werden Ihnen die fehlenden Nummern zuges,mdt..Ich sage mir, so gellt das nicht, wenn die Zeitung frisch ins Haus kommt, liest man sie doch, sei es aus Neugier, sei es aus Interesse oder sei es mir, weit der Arzt es verboten hat. Nun, icli bin erfinderisch, ich telephoniere ein halbes Dutzend Antiquitätengescliäftc an, keines hat etwas geeignetes, Almnnacliel, aber die sind teuer, und dann ist noch beinahe die Hälfte ״Kalender", und die Geschichten sind so lang, der Druck ist so klein. Also das ist nicht das Richtige, Da mache ich mich selbst aut — was tut man nicht alles für seine Gesundheit? —, durchstöbcre die dunklen Ecken, wo die längst vergessenen Schmöker liegen; endlich finde ich, was ich suche, da stehen einige Bände der ,(Leipziger Zeitung“. Ich greife willkürlich einen heraus. Es ist das Jahr 1809, den nehme ich mit nach 1 laus. Da lese ich drin, das ist in der Tat nicht aufregend, und doch — da steht so manches Interessante. Die Spalten der Zeitung sind erfüllt vom Waffen* lärm der Napolconischcn Kriege, Napoleon steht auf dem Höhepunkte seiner Macht, seines Ruhmes. Aber die .,Beilage" ist friedlich, da zeigt ein Verleger an, ״daß er ein Verzeichnis der täglich ankommenden Fremden oder der •Thorzcttel' die man sonst nur geschrieben hat, bekommen könne, nach den Originalen richtig abgedruckt, sowie die Kurszettel von Leipzig, Berlin,. Amsterdam, Paris...“ Dort sucht ein Reisender ״Gesellschaft nach Frankfurt am Mayn mit eigenem Wagen gegen gemeinschaftliche Kosten“. Hier finde ich folgende Anzeige: ״Ich habe den Namen Mendh cfm als meinen künftigen Familiennamen angenommen und werde die bis jetzt unter ..׳!״■.......... ........■- der Firma von Michael Hirsch Mendel geführte Hand* lung unter der von M. H. Mcndhciin von heute ab fortsetzen. Berlin, im September 1809. M. H. Mcndlieim, ehemals Michael Hirsch Mendel,“ So also entstanden neue Familiennamen. ״Für jüdische M c ß e i n k ä u f c r verschiedene Partie* waaren, als Tamics, Callcmanc, seidene Tücher, Kleider* zeuge seidene Stümpfe u. dcrgl. mehr zu beträchtlich herabgesetzten Preisen sind bey F. A. Ulilig ... zu haben.“ I licr empfiehlt sich Lion Market, Königlich West״ phälischcr Bürger aus der herzoglichen Residenz Anhalt-Köthen, einem vcrchrimgswürdigcn Publikum mit einer Art neuertun* dencr ökonomischer l ampen, welche in Europa unter dem Namen ״Siherischc Nacht- und Stiulicrlartipen“ bekannt ge* worden sind. Bei Madame Wapler logiert David W o I f f Herz, Juwelier aus Hamburg, und empfiehlt sich sowohl zum Einkauf als zum Verkauf von Diamanten und Perlen. In der Somincrschen Buchhandlung sind viele, zur Erspaning der Zeit und der Mühe bequem eingerichtete und zürn Teil schön in Kupfer gestochene Sachen zu haben, z. B. viele Sorten von deutschen, französischen und holländischen Wech* sein, auch Judenwechsel, neue jüdische Anweisungen, Quittungen usw. Wer weiß heutzutage noch etwas von Judcnwechseln, und doch spielten sie damals eine bedeutende Rolle. Marcus Oppenheimer aus Frankfurt am Main ist wieder da, empfiehlt sich diese Messe im Ein- und Ankauf von gelallten und ungefaßten Juwelen etc., auch Verkauf solcher; alle Sorten goldener und silbener Uhren zu sehr billigen Preisen. Da die I lerrn Salomon Moses Lcvy Erben aus Berlin gegenwärtige Michaelismcsse nicht besuchen können, so haben sie den Unterschriebenen beauftragt, diese Messe ihre Geschäfte zu besorgen. Dort ist ״Der fleißige SchrcibscMtler“ angezeigt. Kompen* di'öse Sclireibmuster in deutscher, englischer, Französischer und hebräischer Sprache, nebst »!!gehängter Signaturtafeln, 8 gr.• den will ich mir kommen lassen, denn mit der hebrä- Ischen Schrift da hapert’s ein wenig. Schon nehme ich den Bogen zur Hand, um an Herrn Bergmann, den ״geschickten Schreibmeister“ an der Nikolaischtile, zu schreiben, da fallt mir ein, es ist ja eine Annonce anno 1809! — Es hat gar keinen Zweck, alte Zeitungen zu lesen, alles steht genau >0 lebendig vor einem wie die Jetztzeit, Dr. T, Slmon, Wannsee. | f

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