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Jüdische Rundschau · 1934-09-21 · Heft 76-77 (21.9.1934) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 76-77 (21.9.1934)
Date
1934-09-21
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 JÜDISCHE RUNDSCHAU 21 ,76/77 ■־«א, IX,!934 Der Sturz Dies ist ein Versuch, unsere menschliche Lage zu selten. •Wir nennen unsere Lage einen Sturz, weil wir in etwas hineiiigc stürzt sind, an das wir heran gehen wollten, die Wirklichkeit. Fassen wir die Wirklichkeit als das Sinnfällige in allen seinen Erscheinungen, und tasten wir uns vorwärts an dem Wechsel der Einstellung zu ihr. — Da ist die im Glauben gegebene nicht sinnfällige Wirklichkeit Gottes, von der die Bibel spricht. Gott der Schöpfer, der Richter, der Erlöser. Die Lehre kann im Menschen zu Kraft verwandelt werden. Alle Zeiten, die religiös von Belang waren, wühlen, daß dieser Vorgang nicht ohne weiteres gegeben ist. Man hat in allen auf der Bibel gründenden Religionen das Schwer• gewicht der Bemühungen darauf gelegt, diese Fähigkeit zu befreien und die gewonnenen Kräfte zn starken. Alle Formen der Askese, der Auslese unter dem, was man leben wollte und sollte, alle Bemühungen um eine Haltung lebendiger und fester Frömmigkeit, alles Suchen nach einem geistlichen Stand gehen dahin. In den Zeiten, in denen ein radikaler Dualismus: Oolt — Welt, Heiligkeit — Sünde selbstverständlich vorausgesetzt wurde, galt: der Mensch ist Teil einer Gott gegcnübcrstchcndcn Wirklichkeit, von Gott geschaffen und gerufen, mir mit dem Aufgebot all seiner konzentrierten Energien fähig, den Ruf anders aufzunchincn als als Mitteilung wie andere Mitteilungen, Durch eine jahrhuudertewähremle Bemühung wurde eine Tradition geschaffen, ähnlich der Kulturschicht der Entdecke. Als sich der Schwerpunkt verlagerte, gab die Tradition noch eine Zeit ihre Zeichen her, ohne daß inan wufltc, worauf sic standen. W'o die Anstrengung des Menschen sieb erfüllt, wirkt das Errungene wie Natur. So nalrn man das Erbe als Naturgcsehcnk — und hatte cs bald verwirtschaftet. Dem Dualismus war die mehr oder weniger bewußte Auffassung einer Art von Monismus gefolgt, ein Wirklichkcitsvertraucn, vergleichbar dem Mißverständnis, jene Kiilturscbicht wüchse dem Bauern von der Erdmittc her rund entgegen, Fragen wir, wie cs zu der Armierung dieser Auffassung kam, so müssen wir bedenken, daß cs ein Gesetz des Unausgewogenen gibt, nach dem cs zwischen den Extremen bin und her schlägt. Aus Wcltangst wird Weltlust, ja Wcltsucht. Zweitens entwickelte sich ein Ethos der Wirklichkeit, mit den vor• handenen Kräften die Wirklichkeit bis in den Alltag hinein zu gestalten. Drittens aber traf die Phase religiöser Hilflosigkeit auf den riesengroß gewordenen Zweifel an der Lehre. Die Ehrlichsten empfanden den Rift zwischen einer zur Theorie gewordenen Lehre und einem völlig gesonderten Leben als unerträglich und wandten sich mit allen Energien zu der Wirklichkeit, die sic verkannten. Möglich war es nur in einem bürgerlichen Zeitalter der Sicherungen, in dem es aussah, als hielte irgend etwas Vergängliches. Wenn wir uns aber anschcn, welcher Mensch Konsequenzen zog, die ausschließlich einer Lehcnssiehcrhcit ohnegleichen entsprachen, so finden wir einen Menschen, der sich jedem Augenschein nach angegriffen fühlt, ein Kämpfer, mit einer finsteren Glut, die wir an uns Menschen immer dann beobachten können, wenn wir auf den Kampfplatz lassen, was nicht hingchört. In einem Museum in Rom stehen nahe beieinander ein antiker Kämpfer und ein moderner. Um den antiken herum ist Freiheit. Die Freiheit, von der die Bibel zu sagen hat, ist, daß Gericht und Gnade in Gottes Händen ruhen. Wir alle aber sind zunächst wandelnde Sinnbilder der Ungeborgcnlicit. Wenn wir uns so immer wieder anschen, kann cs nicht sein, daß wir den Mantel gerade zum W׳i11ter ablegten und nun in der Kälte den Tod fürchten? Gerade als wir alle verbindlich empfanden, wir müßten tms der Wirklichkeit zuwciidcn, haben wir die einzig dazu fähigen Kräfte nicht mehr gepflegt. So stürzten wir in die Wirklichkeit, an der wir ja tcilhnbcn. Wir erleben dies Hineingefangenwerden bc* sonders deutlich jedesmal, wenn wir von irgendeiner Konkretion überzeugt sind, an dieser Aufgabe zeige sich der Wille Gottes. So richtig cs ist, daß wir Gott nur an konkreten Aufgaben dienen, so geschieht cs zugleich auch wieder, daß uns die Konkretion zum Baal wird. Unversehens er• gTeift uns eine Hingabe, eine produktive Leidenschaft, ein Opfcrwillc zu einer Sache, einem Ziel — jede innere Stimme der Zurückhaltung verwarfen wir dann, aus unserm frommen Eifer wird ein wütender —, wir wollen schon nicht mehr die Aufgabe als von Gott gegeben erfüllen, sondern die Aufgabe ist Gott. Dem Vorbehalt Gottes entspricht im Menschen etwas wie ein Waagebalken des Gleichgewichts, Und nur ln der Beharrlichkeit diesem Vorbehalt gegenüber, von dem die Bibel sagt, ״liebe Gott über alles“ und ״mache dir kein Bildhik", liegen doch die einzig mögliche Absolutheit und Bewahrung.. Aber dies Herausspringen von an ihrer Stelle Ungeheuer wichtigen Ocfiigcgliedcrn zu dem obersten Leitg'ied, diese immer d'ohct’ic sehr gefährliche Widersetzlich* kelt, ist recht eigemüch das, wa wir dem Werk des Teufels vergleichen könnten, ist es uns nicht selbst mit dem Gebot der Nächstenliebe so gegangen, das doch für die Religion der Bibel verbindlich ist — man hat es, wie man sagte, ״säkularisiert“, vcrcndlicht, und behielt eine vielseitige Untndglichkcit: einen Zufall, wenn gerade eine persönliche •Uebcrcinstimmung zwischen den Menschen ■war — oder eine Humanität, die nichts aushiclt — oder es rieben sich Wirklichkcit gegen Wirklichkeit wund und krank, denn der Mensch ist dem Menschen mir liebensmöglich als Charisma. Nur wo einer durchdrungen davon war, daß Gott, der Heilige, Richter und Gnade, da ist, nah ist, wie nichts lind niemand, nur da floß, wie auch benannt, diese Liebe, die nichts beschönigt lind nichts aufgibt. Und so erst kann sich ein neuer Anfang zeigen, die Wirklichkeit in all ihren Verwicklungen anziifasscn. Auch den 1Menschen, von dem wir immer noch sehr wenig wissen. Denn was wir in der letzten, min vergangenen, Zeit von ihm mcinfen, stand meist außerhalb des Grundes, auf dem!wir hauen können. Jerusalem —- Maxa Harden. An dem gegenwärtig in Krakau tagenden VI. Inter* nationalen Kongreß für ethische Erziehung nimmt im Auftrag des hebräischen Kultur- und Sclwlverbande» ״Tar* buth“ das Mitglied seines Zentralkomitees, M1׳g״dra Scho- ■ehannah Muschkatblüth. teil. Die Vertreterin des ״Tarbuth" wird in einem Referat über das Thema ״Die ethi* ׳.«dien Werte der nationalen Erneuerungsbewegrmg“ die sitt-!liehen Grundlagen der nationalen Strömungen im modernen!!Judentum behandeln. Anläßlich des 800. Geburtstages des Maimonidcs Im Mirz W35 veranstaltet der Verein ״Hebraica“ in Buenos Aires eine Ausgabe von philosophischen, ethischen und eaedizmi• •ctica werken iUmbam* in spanische* Ueb&rsctfung• ןי׳י* ןיי׳־ ך #% , ü! ץ■»“-»"'"' (Siehe auch den Artikel in Nr. 67 der ״J.R.“) Jcsdiiwath Chochmc Lublin Von M. Braun Lublin duftet nach Getreide und nassen Wiesen und atmet den Duft fruchtbaren Bodens bis zur Verschwendung. Soweit ringsherum das Auge reicht, sicht man weite Ackerflächen, von Chausseen und Wegen durchschnllten, die sich von allen Seiten nach der Hauptstadt der großen Wojcwod- Schaft hüiziclien, die man ״Klein-Warschau“ iicmH, Wenn Ich durch die breite Straße der Stadt gehe, in der eine Linden-Allee sieh noch *n die Zeiten der polnischen Könige zu erinnern vermag, so erscheint mir dieser Stadtteil ur• alt«, vom Grün umgebener Bauwerke wie ein lebendiges Abbild des fernen Warschau. Wie sauber und frei ziehen sich die Straßen von Lublin hin, die gleichzeitig von groß* städtischem Treiben und von der stillen Ruhe der Provinz erfüllt sind! Beim ersten Anblick bemerkt man noch nicht, daß diese Hauptstadt der Landwirte eigentlich zwei getrennte Städte nebenciiiantler enthält. Man erfährt es erst, wenn man von der Hauptallec aus durch das mittclaltcrliehe jüdische Tor das andere Lublin -- die Stadt der Juden betritt. Die gut erhaltenen Gesteins-Reste des Tores zeugen von den alten Zeiten, in denen der Jude nicht da* Recht besaß, den christlichen Teil der Stadt zu bewohnen oder auch nur zu betreten. Und doch sind die Lubliner Juden liier uralte Bürger, die Anfänge der Gemeinde reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück. Gegenwärtig bestellen keinerlei rechtliche Einschränkungen mehr, die letzten sind vor einigen Jahrzehnten beseitigt worden. Aber die Anlage sowie der Charakter der Stadt und sein Ghetto sind geblichen. Hinter dein jüdischen Tor beginnt die lange und schmale Lubartowskn-Straßc. Hier gibt cs keine Bäume. In diesen schiefen Seitcußäßchcu, in allen Höfen ist das Elend zu Hause. Am Ende der Lubartowska-Straßc jedoch stellt ein großes, schönes Gebäude — wie sehr unterscheidet es sich von den grauen, verwitterten benachbarten Mauern! Wie ein Palast ist cs gebaut, breit, fünfstöckig, mit einem vorspringcmlcn, modernen Balkon, der sich aut geschmackvolle Säulen lehnt. Ucbcr dein künstlerisch verzierten Tor befindet sich in goldenen Lettern die Aul- Schrift: leschiwalh Choclmtc Lublin. An der Seite liest man das Eröffnungs-Dalum dieser Hochschule — 28. Sywan 5M3. Wir befinden uns im Zentrum des religiösen lind kulturellen Lebens des polnischen Judentums. Seit dem 21. Juni 1030 sammelten sieb Scharen von Schülern ans aller Welt unter dein Dach dieser Lehranstalt. Hier sind Knaben aus Deutschland, Belgien und aus der Schweiz, einige sind zum Studium aus Amerika gekommen und die meisten natürlich aus allen Ecken Polens. Diese Lehranstalt ist das Lebenswerk ihres verstorbenen Begründers, des Rabbiners Meier Scliapira. Er faßte als erster den Gedanken zur Gründung einer höheren tal* mudischen Lehranstalt in Polen und wühlte Lublin, um an die Tradition der reichen׳ Vergangenheit anztikntip- -•■״ •<״ ׳••• -.« fen; befand sich doch hier I ״v י bereits im 1(1. Jahrhundert \ 1 das Zentrum jüdischer Wissenschaft. Der Begründer hat auch selbst wäh• rend seiner Reisen in Eu- Topa und Amerika Stipcndien gesammelt und cs gelang ihm, sein einzig in der Welt dastehendes Werk zu Ende zu führen, Leider entriß ein vorzeitiger Tod im Frühjahr 1<»I3 Rabbiner Meier Scliapira, der auch Abgcordnetcr des polnischen Sejm war, seiner Arbeit als Rektor seiner Lehraustalt. Die polnische Regicrung lieh der Arbeit des Rektors Scliapira tatkräftige Unterstütziii’״’. Die Lubliner Juden trugen durch ihre Opferbereitschalt zur Entstehung der Lehranstalt wesentlich bei. Einer schenkte das Eauterrain, ein anderer sliftctc die Ziegel, der dritte das Holz: sogar die Christen begrüßten von Anfang an mit großer Herzlichkeit die Errichtung des Lchr-Tempels. Die Gräfin Rolland stiftete der Anstalt einige tausend Baumdien für den die Lehranstalt umgebenden Garten. Wir bc beten das Gebäude. Breite Korridore führe« ״, Aula, in der Vorfrage sowie gemeinsame Gebete ,JX finden. Ein großer Leuchter bestrahlt feierlich die verLnlt ten Schüler. Das Podium betritt ein zehnjähriger Seme Kinderhändchen entrollen geschickt die pcriiinenS'' Thora-Rollen und er beginnt zu singen. Triller einer S "" Stimme schweben dem hohen Gewölbe entgegen, 15״״ " •ich wie Kristall auf die lauschende Menge in der rrL־ gefüllt von Gästen aus der Stadt. Die Stimme de. K!5 •chlagt an unsichtbare Glöckicin, verschweig und erstirbt ־•r״׳- v VC' ־ I ־ iiabbi M*ut Sthapim Daj Gebäude tUr jtschiwab leise, und zwei große Tränen tropfen über das Gesicht d» Sängers. ״Es ist dies der kleine Jankel Haß aus Pclrikau," er• klärt mein Nachbar. 13er Chor stimmt ein. Ringsherum erheben sich Klagetöne, voll von größtem Schmerz, aus Tan- *enden von zusammengepreßten Mündern entringen sich Seufzer und machen wie eine große Klage die Mauern der heiligen Stätte erzittern. Ucber dem Altar — auf einer abgegrenzten Stelle - brennt das Ocllämpchen, auf diesem PUtic saß der Rektor und Oberrabbiner. An eine Säule gelehnt steht sein gicücr Vater. Ich schaue um mich und bemerke die Gesichter der Schüler, die voller Würde und Andacht sind, belebt von einer großen Intelligenz. Man merkt cs ihnen an, daß der Unterricht und das Studium ihr ganzes Dasein absorbiert haben. Hier in einer verschlossenen Anstalt, der Weltentrückt, widmen sie sich fleißig der Arbeit und wetteifern mitein• arider im Studium. Mehr als ein ״Mathncid“ {Hüffler) gt• nießt unentgeltlichen Unterricht und freie Station. Der ge■ wohnliche Tag, um 6 Uhr morgens beginnend, währt oft• mals bis zur späten Nacht und ist mit Studien der Thon, talmudisclicr Texte imd Kommentare ,nisgdüllt. Ich k• sichtige die Bibliothek, die annähernd 2100 Bände culMt, unter ihnen Viele bibliographisch seltene Exemplare. Die zuvorkommenden Führer zeigen mir die Zimmer der Schüler — 5 bis 6 in jedem großfenstrigen Zimmer—, den Eßsaal für einige hundert Personen, die zwei Küchen, die Spei«, k,immer, die musterhaft eingerichtete Badeanstalt und end• lieh die eigene Bäckerei. Saune!keit und Ruhe herrscht rings■ herum, in der Luft liegt die Würde des Ortes, der angr• spanntcr geistiger Arbeit gewidmet ist. Mit Bcwundrrung betrachte ich das genaue Modell des Jerusalemer Heilig• tums, die Frucht einer jahrzehntelangen Arbeit. Durch den Garten komme ich auf die Lubartowski• Straße heraus. Es ist eine jüdische Elends-Gegend. thu• scr mit herabfalleudem Verputz, übervölkerte Wok• ntmgert, einzig in der Welt zu sehende Sätilcngängf! die sich entlang der Fenster am Giebel hinziebe«• aus Hölzern /usainmengesclilagenc Läden — dies alles «• scheint mir jetzt nicht so hoffnungslos. Arme, alte Leute betrachten voller Stolz das Gebäude, das in diesen Schwert« Zeiten ein lebendiges Zeugnis des jüdischen Willens für du Wissen abgibt, sowie der jüdischen Verehrung für geistige Kultur, denen gegenüber das Elend sowie alle Widerwärtig• keifen des Schicksals nur als etwas Vorübergehende» tr> scheinen. Mein Gefährte, der aus Tel-Awiw zu Besuch gekommen ist, sagt mir, daß zum Gedächtnis des Begründers diese’ in der ganzen Welt hcrüliintcn Lehranstalt, in Pabvtini eine Siedlung namens ״Ziehrern Mcir“ — ״Meiers Andenken“- errichtet worden ist. (? — A. d. R.) Wir durchschreiten abermals das Jüdische Tor, diesmal jedoch e^gentümlicB beruhigt. /76 •זא MaW• seif« der deren Nu W״rt<־ *<; die ״־*י| der Truhl ko!«'««. k prmperdy sehen N* Volkswirt»!juchen. ' dem >.ט'י׳ Matal« nächst en, Theater »t ptvue i»* Sich dem Tfuppe m * rollen Er verantwort Revisionist 0chandlu1!| denen wir Sorg«n »1r jurchaKi t* flindetcr a Art, wie n;,er! sich bleibt jel-Awlw e den neue! füllet oder jti den A §.1bb*truhe l-.chcn Ant׳ der tomivt!״Eskimo“ [ke Musik ist »her « Aut der \ «bauten! vor sich g eicener Ko! Menschen, - unter L sind dicsi Sicht ein» Itjen ihr י Frau Stf komisch, einigen C äeniki lemble*. (!11 betreu• teils u nt et sehen Mit ihrem Re! lel-Awiwi Wie! hsnmgen scha Ft WH gege Pfund g« wurden p Sönderve! geschüttet Der Sarg des Propheten Daniel Von den jüdischen Propheten findet sich biographisches Material so gut wie gar nicht. Sichtlich betrachtete man sic als üherpcrsönlicb, und man hat ihnen keinen persönlichen Nimbus schaffen wollen. Doch gibt cs über sic manche Sage. Eine solche ist, wie durch einen Zufall, durch den berühmten Wcltrciscndcn aus dem XII. Jahrhundert, Rabbi Benjamin aus Tudela, vom Spätpropheten Daniel uns überliefert worden. Auf seinen vielen und weiten Reisen, berichtet Rabbi Benjamin, gelangte er auch nach der Stadt Susa in Persien. Nachdem er nun allgemein über diese Stadt berichtet hat, kommt er auch auf manche ihn als Juden interessierenden Tatsachen zu sprechen, darunter auch auf die Sage vom Sarge des Propheten Daniel. Die Juden in Susa erzählten ihm: Unsere Stadt, die der Fluß Cliidckc! in zwei Teile teilt, war lange Zeit wirtschaftlich sehr ungleichartig. Aut der einen Seite des Flusses befanden sich die Leute in blühendem Wohlstände; sic besaßen Oärten und Felder und betrieben einen reichen Handel. Auf der anderen Seite , des Flusses aber waren die dort ansässigen Juden sdir arm. Gärten und Weingärten besaßen sic nicht, ihr Hamid deckte kaum ihre Notdurft. Nach und nach kamen sic aber auf den Gedanken, _ ihre gedrückte Lage dem ׳ Umstande zuzuschrcl■ ben, daß sieh der Sarg des Propheten Daniel nicht In ihrem, *onücrn in dem anderen Stadtteil befindet. Da entschlossen sie sich zu einem entscheidenden Schritt gegen ihre Mitbürger am anderen Ufer. Sie wollten den Sarg des Propheten aus ihrem Stadtteil entführen und bei sicri aufbewahren. Der Kampf dauerte lange Zeit, und als man die gegenseitigen Kräfte bis zum AeuBersten erschöpft hatte, einigte man sich schließlich, daß der Sarg des Propheten sich abwechselnd in einem der Stadtteile befinden sollfc. Die Folge war, daß von nun ab der Sarg' hin und her getragen wurde, wobei große Massen von einem Stadtteil zum anderen mitzogen, Nun geschah cs, daß einmal nach der Stadt Susa Att Oroßkönig Persiens In dem Augenblick kam, als der gf0w Umzug mit dem Sarge des Propheten stattfand, und er ai* sein zuschautc. Er erfuhr auch die Ursache und cmplam für den Propheten beschämend, daß sein Sarg hin um! n getragen wird. Den jüdischen Bewohnern Susas machte er härtesten Worten Vorwürfe und vcrordnctc, den Sarg ״ Propheten in einem zweiten aus Glas zu bergen. Iw ließ er die Mitte sowohl des Sarges, als auch ״ Brücke messen, und den Sarg an eisernen Ketten ״י hängen, daß je eine Hälfte einem der beiden Stadtteil« * gewandt war. .. Auf diese Weise fand der Sarg des Propheten D»n endlich seine Ruhe, und so hängt er, schließt Rabbi 0 jamin die Erzählung, bis auf den heutigen Tag. Arje L. Rosenblatt Bei Ausgrabungsarbciten in der Nähe von Klar Silo an der Sfraßc zum Tofcn Meer sind hebräisch< ' Schriften aus der Hasmonäcrzeit von besonder historischen Wert aufgefunden worden. Die Ausgrami S arbeiten stehen unter der Leitung des Archäologen der r bräischcn Universität Jerusalem, Dr. Sukenik. Eine Reihe neuer Gräber, die wahrscheinlich »"י Hasmonäcrzeit stammen, wurden in Jerusalem zwischen St, George's Cathcdral und den Königsgräbern gern 0 Neben Skeletten fand man ein paar goldene Ohrring £ Ausgrabungen wurden von dem Paiestine Departmen Antiquities geleitet. .t Zum erstenmal seit Bestehen der Hebräischen Unjv«s1^ hat die palästinensische Regierung spezielle Zuscnu» ׳ ihre Laboratorien und Feldiorschungen gewährt• ״0י den lüg die Abteilungen Hygiene und Zoologie gegeben•;'r** •*! 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