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Jüdische Rundschau · 1934-09-18 · Heft 75 (18.9.1934) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 75 (18.9.1934)
Date
1934-09-18
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 75. 25Jx׳m (Von unseren Berichterstattern.) Frankfurt a.Muin Der Kulturbund Deutscher luden, Bezirk Rhein-Main, legt jetzt sein Programm dir die kommende Saison vor. Autler sechs grollen Ü r c h c s t c r - K o n z c r t e n, für die Solisten ersten Ranges gewonnen worden sind, werden füllt Kammcrmtisik-Ahciulc vorbereitet, in denen Werke klasslscher Kunst, sowie zeitgenössischer jüdischer Autoren zu (iehör gebracht werden sollen. Als wichtigste Thcatcr-Autf ii h r u 11 g stellt Stephan Zweigs ״Jeremias“ bevor. Malerei, Plastik und (iraphik werden ebenfalls von dem Kulturbund mitbetreut werden. F.ine Ausstellung im November soll den Kontakt zwischen Künstlern und Publikum schallen helfen. Gertrud ß c n 7 i a n, l ei- Deulsch-Israclitischen Oe- I I Jahren das Institut ge- Teilnahme an ihrer Ile- Ankündigungen Hckkrim?wta# l «*it י 07.1׳ ׳ , f ׳! pz ( , r__,״ ׳יןך״,•ךr ■'*״־׳..n 1 . '*ö' »* 1 k i Hamburg Am 31. August starb Fräulein terin des Mädcliemvnisenhaiises der sneinde ״Paiiliiienstift", Sie hat seit fuhrt und ansgehallt. Die grobe erdigung am '1. September zeigte, welchen Verlust das ,,Pan- Jinenstiii״ und die Dcutsch-lsraclitischc Gemeinde durch dir Hinsclu ideit erlitten hat. Hier ist ein jüdisches Kammerorcliester gebildet worden. Der neue Klangkörper besteht aus 1b Mitgliedern, durchweg Beriifsiniisikcrn, und steht unter Leitung von Edvard Moritz, dessen Name als Dirigent und Komponist den besten Ruf besitzt. Die Proben Indien bereits begonnen. Das Kammer- Orchester wird Anfang Oktober mit seinem ersten Konzert vor die Oeffeiitiielikeit treten, im November und Dezember sollen weitere Konzerte folgen. Als Solisten sind 11. a. ge- Wonnen: Edith Weib-Mann, Hertha Kahn, Dr. J. Sakom, Bernhard Ahramowitseh, Marcus Hornstein. Zu einem Musikabend versammelten sich am 2. (). zahlreiche Hörer in den Räumen des Herrn i.ebenbaum. Die Vcranstalter des Abends waren Hertha Kahn und Edvard Moritz, denen sich der Flötist M. v. d, Walde als Amateur z.ugescilte. Man hörte zunächst ein siiönes Stück des musikalischen Barock, ein Trio für Flöte, Violine und Klavier von Friedrich Bach. Es folgte die Novität des Abends, ein Trio für Flöte, Violine und Bratsche von Edvard Moritz. E:i11c wahrhaft schöne moderne Kammermusik•, die vom ersten bis 7.11m letzter« Tone die I lörer fesselte, besonders der erste, ungemein witzige, und der zweite Satz; im dritten konnte vor allem die Flöte solistiscli liervortrcten. Das neue Werk mit seiner geistvollen Kontrapunktik und s־inen fesselnden Klangmischungcn errang groben Beifall, für den der als Bratschist initwirkemle Komponist danken durfte. — Weiter horte man eine Passacaglia (aus einer Klaviersuite) von Händel, für Violine und Bratsche, frei bearbeitet von Johann Hai vorsei!, ein Variationswerk, das das Publikmn geradezu cnthiisiasrnierte. — In den folgenden Virtiiosensliickcn durfte man die vollendete Technik Hertha Kahns bewundern, die den herrlichen Ton ihrer edlen Stradivari in Stücken von Moritz, Moszkowski und V i e u x t e m p s leuchten lieb, S, Leipzig In der gut besuchten Gemeinilesynagoge fand ׳am 28, Aug, der 7, Gcmcindcnbciul statt, der Chajiin Naclimann Bialik gewidmet war. ln seiner Gedenkrede umrib Rabb. Dr. Emil Bernhard Cohn, Berlin, das Lebensbild ßialiks. Neben cinigen Proben in deutscher Liebersetzung, vom Redner selbst vorgetragen, rezitierte Kantor J a f I c aus Biatiks hebräischen Dichtungen, während Ohcrkantor La'mpel, von Kapellmeister Simon auf der Orgel begleitet, eigene und selten gehörte Kompositionen Bialikschcr Linier darbot. Die Veranstaltung endete mit einem Gesang der Jugcmichöre. Dr. Leopold. LUbcck Am '27. August beendete der Opcrnclior des Kulturbundes deutscher Juden, Berlin, seine Tournee für den Kulturbund Mecklenburg-Lübeck mit einem Konzert in Lübeck. Unter der Leitung von Bcrthokl Sander brachte der Chor eine Reihe von Liedern zu Gehör. An Stelle des verhinderten Dr, Singer, Berlin, sprach Dr, Martin Mcvcr, Lübeck, einige ßcgrüßungswortc. Zu Beginn des zweiten Teils drückte Willi. Levy, Schwerin, seine Freude über das Gelingen der Kulturbundarbeit in Norddeutschland aus, und am Schluß des Konzertes dankte Herr Siegmann, Rostock, den Künstlern. Audi im Ferienmonat August war die Arbeit In den Ortsgruppen 1111 Reiche verMllniiniMig rege! die nachfolgende Zusammenfassung der einzelnen Vcranstalhingen gibt einen Ucberbllck Uber die Reichhaltigkeit des zionistischen Lebens. Red. Schlesien 111 Gl atz fand am ft. Juli eine Hcrzl-Gcdcnkfcier statt, in der Frau Dr. Rahm (Breslau) über das Thema ״llcrzl und unsere Zeit“ sprach. Die Veranstaltung, die unter Leitung von Dr. tlirschherg (Bad Altheidc) stand, wurde von Chören der (ilntzer zionistischen Jugend umrahmt. Am 1-1. August fand ein Schulungsabend der Zionistischen Ortsgruppe statt, an dem Dr. Hans Prinz (Breslau) über das Thema .,Probleme der Palästina-Kolonisation mit besonderer Berücksichtigung der städtischen Kolonisation“ sprach. - In G 1 o g a 11 sprac' - - ׳־־ Frankfurt am Malni Am 8. Okiohcr, abends 20.30 Uhr, im .Vereins* haus, Esrhersheimer Lund-tr. 27. kim-alcn« her Abend: 100״ Minuten jüdische Kun-a" unter I.eiMmg von Ihm* A—enheim. Miiwii krude: Altred Auerbach, Heinrich Honi.tcin. Theo Kätner, Sotie Seligirmnn, Edith Kisculicimvr, Siegfried Wiiirimrger. Anschließend gcscli.schnll- *her Teil. Kapelle: Fritz ,M.mircd Kuttncr. Ostdeutschland — OctprcuOea In Brauns brr g referierte Dr. Licht Kf1 ״:,״ Ey d t k 111111 en sprach am 29. 7. |)r. Kurt 111־*%״: herg, filier das Thema ״Theodor flcrzl als Me«Ju 1111 Anschluß daran referierte Prediger Colm ,׳(Cr filier die Bedeutung Bialiks. . In f) 11 m b i n n i* 1*’"11 ״'’ö, Scliloflbcrg über das Thema ״Demagogie m1er p ,"!סי'י u; hau?" I״ Insterburg sprach am;(0.7 Dr 1 Cbt ״H׳»׳ herg, über zionistische Tagesfragcn. Am 30 g Scltloflberg über Tagesfragen. ... |,1 Löfzen lsH Kurt l ieht über die Probleme des Zionismus r. ז'” '.״ fr. Ortsgruppe unter Leitung von Siegln׳rt Mis E* v.> sich fast 'die ganze Gemeinde ansclifoll."— In ׳K öL't!!'1'!,' * sprueh Dr. Schloliberg über zionistische Tamlr , יי י' Bail Polzin fand am 2. 0. eine Kimdgchir- V Herr Kopydlowski, .. 2. 0. Stettin, den >r. Hans Prinz am 20. August über das Thema ,,Palästina, unserer Kinder“. -- Am 23. August hatte die ZOG. Glatz zu ■einem Palästina-Abend in Bad Kiulow« eingeladeu. Emst Mai (Glatz) sprach über die Eindrücke von seiner Palästina-Reise, Dr. Hans Prinz sprach über das Thema ״Palästina als Eiinvaiidcnmgslaricl", 1111 Laufe des Abends wurden Lichlbildsireifeii des KKL aufgefülirt. Umrahmt war die gutbesuchtc Veranstaltung von Chören von Mitgliedern der Zionistischen Ortsgruppe Glatz. 111 11 i 11 d c n h 11 r g fand am 5. Juli eine Her/l-Fcicr statt, hei der Arnold Wiener die Gedächtnisrede hielt. -- Am 10. August fand in Liegnitz ein Schulungsabend der Ortsgruppe statt, der sieh unter Leitung von Dr, Hans Prinz mit Kolonisations- Problemen Palästinas befafite. - ln N a in s 1 a 11 sprach Dr. Hans Prinz am 28. August über das Thema ״Palästina, Zuliuddstätte oder Heimat?“ ־- In N eis sc fand am 8. Juli eine Hcr/l-Gedenkfcier statt, Die Gedenkrede hielt AGR, Haasc (Neisse); Mitglieder des Snil-Ilceluduz Ohcrglogau gaben der Feier eine würdige Umrahmung durch Gesänge und Sprcclicliörc. Am 26. August wurde in Neisse die Zionistische Ortsgruppe ins Lehen gerufen. Die Leitung übernahm AGR, Haasc. In der Grtmdungsversammlung sprach Dr. Hans Prinz über das Thema .,Notwendigkeit und Aufgaben einer Zionistischen Ortsgruppe“, ln der am selben Tage stattgefundenen Abendveranstaltung, in der die Ortsgruppe als solche 711111 erstenmal an die Ocffcntlichkcit trat, sprach Dr. Hans Prinz über das Thema ״Palästina-Aufbau und deutsche Juden“, In (ל p p e I n sprach Dr. Haus Prinz am 28, August in einer größeren Versammlung in Form eines Scluilimgsabends über palästinensische Kolonisations-Probleme. — In G r o (! - S t r e 11! i t 7 sprach Dr. Hans Prinz am 3b, Juli in einer gutbcsucliten Versammlung über das Thema ״Was wird aus unserer Jugend?“ Am 3. Juli sprach zur Hcrzl-Fcicr Rahb. Dr. Jospc. Am 2b. August referierte Max Wachsncr über ״Assimilation“. Am 27, August fand in einem etwas erweiterten Rahmen ein Schulungsabend der Ortsgruppe statt, der gleichfalls von Dr. Hans Prinz geleitet wurde. — ln Schweidnitz sprachen auf verschiedenen Arhcitsabeudcn Dr. Kurt Licht (Königsberg) und Dr. Hans Prinz (Breslau). I.iditbddstrdffnliic'i^1 <5 messe zeigte und einen Werbevortrag für den kizi Z■'}־'* in Stralsund fand am 4. 8. eine Vorlnhrun«, ' I icfitbihlstreifcn durch Ocorg Kopvdlowski, Stettin 17• In Tilsit fand am 13. 7. ein Lichibildervortrag von il*V Lieht, Königsberg, über die Icvariicmessc |g־u .!,,f 28 •<י. referierte l)r. Scldolthcrg über das Thema 115 .,״ Der Haboinm Noar Chaluzi inV•15״' oder Neuaidban“. bürg veranstaltete auf dem Dr. Licht am 3. 0. einen Wcrbeabcnd für doS1!׳״ referierte. *S Mitteldeutschland — Thüringen ln Ge r a fand am 16. 8. ein Vortragsabend mij e., freund, Magdeburg, statt, der über das Thema ״Zionismus e einzige Rettung“ referierte. . In Halbe rsladt »4״ am 2). 8. eine Biahk-Feier abgrhatten, bei der Rechtsan*,- eine Gedenkansprache hielt 4 Hermann Hirsch, Berlin, Norddeatschluiii Rheinland — Westfalen Süddeutscbland In Berncast et berichtete am 26. 8. Bernhard Itof, borg über seine Palastuiareise. 111 Bochum wurde l 1. 7. die Hcrzl-Fcicr veranstaltet, bei der Dr. Philipp 0^,1.; die Gedenkrede hielt. Am 25. 7. referierte Herr Tau’aus Rr' liiigliaiiscn über Wirtschaftsfragen in Palästina, am 1. g eine Bialik-Gedächtnisfeier statt, bei der Esther käme!!'.• sprach. — Zur Fiuleitimg der Rosch Hasclianah-Aktion h KKL sprach Dr. Capell, Düsseldorf, am 2. 9. in Butri1״ das Thema ״Nationaler Boden — die Leben!frage de! lästinaaulbaiis“. - In Gießen referierte am 10, g, Guthmann über ״Neues Jahr — Neues Land". — In |1,B^ veranstaltete die Ortsgruppe am 3. 7. eine llcrz|.{i«ff!, feicr, auf der Lehrer Reiuliold sprach. Am 11. 1, k!,; Dr. Capell eine Versammlung ah, bei der er über dir h kunft der jüdischen Jugend in Deutschland referierte׳. - I! Herford hielt Walter Roscnbaim! einen Vortrag über a jüdische Industrie in Palästina. - In Ober Itauscn spn, am 3, 6. Dr. Capell über ״Neue Aufgaben des deutschen Jude tums“. — 111 Olden bürg referierte am 17. 7. l)r. Schto?- borg■ Ober das Thema ״Der Zukniiftsweg des deutschen Jude tums". — ln Wiesbaden wurde am 15. 7, die Hcrrl-Fei! abgchaltcn, bei der Dr. Hans poincranz, Frankfurt, spod gllllllliliillHIllllll» §s . ■SS | Soeben erschien als duck: §!עברית לכל איש! ■ g * ti 1 ג || 1 Eebräistii für Jedeni&iiii 1 _ I Fernunterricht | ff, der Jüdischen Rundschau j ff von Dr. 0• Kal« 11•■ Letter tief Sprechlturne 8er || I Berliner Zieni1ti1ch«11 V#r• i n i ן u »g. || ’ V1*rhrM®rie und erweitert* -Aufl#6e mit VoViliti• §§!•Äum (über 1500 Wörter) und Index der gram' ü .g mit.arh״*׳ Rentrln, Pr«l« k(*rt«M*rt RM »,4*. Tcrut lOdliche Bandichan fl. m. fe. fl. | ׳ . . , ,Sä Zu V>etif>Hen dtirch •1)• BticHhandUanfltit ©der « י ***•*» Vortlnedf. d#1 Betrtg•* *virüfll. Pott© durch || Zloalittiehe Tereialtnat fflr BenticbUnd 6 V.rl.g.-Abi.llnn« -■ G B*׳'t״W15.Meinek.Me.l0,PoM#d»*clB»rUn8O9! ft Mt1H11HH11n1tKtm111n1m1M111i111111u11f1itf11t1u1111t11[t1t1i11(11111t1nut1m11wnH11n111R1H1fnn111tHffflt11tU(ßutl01Bt1(tuM Btecfe cu% dUc> Jlcd&lcfctOh' Die Raiteveibundenheii der Kumi Himlcnbiirg, den 16. September 1934. Sehr geehrte Redaktion! Der Verfasser des Aufsatzes ״Die Rasscverbiimlcnlicit der Kunst“ in Nr. 71 der ״Jini. Rundschau“ weist auf die Tatsacke hin, daß die Opern Meyerbccrs auf allen Bühnen Deutschlands zahllose Male gespielt und früher von nicmnitdem als artfremd empfunden worden seien, und daß einer der deutschesten Tonki'mstler, Schumann, zahlreiche Gedichte Heinrich Heines vertont habe, ohne sic als undeutsch zu empfinden. Das Problem des schaffenden Künstlers jiidi* scher Herkunft im deutschen Kulturkreis sei also nicht ganz so einlach, wie angenommen werde. 111 diesem Zusammenhänge dt'nfte nun ein Vorschlag von Interesse sein, den, wie ich einem Artikel in der ״Christliehen Welt“ entnehme, Hermann Dörries in Nr. 11־ der ,,Jungen Kirche“ hinsichtlich der rassischen Merkmale religiöser Schöpfungen gegenüber dem Vertreter einer Anschauung macht, der die Rasse eines Mensehen als den alleinigen und ausschließlichen, von allen Einfliisscn menschlichen Willens und menschlicher Erkenntnis ahgclösten Grundstoff ansieht, aus dem alle Lebensformen sich bilden. Dörries schlägt nämlich das Experiment . vor, er wolle seinem Gegner ״religiöse Texte indogermanisehen, semitischen und klcinnsiatischcn Ursprungs ohne die Namen ihrer Verfasser“ vorlcgen, damit er aus seiner dentsehen Substanz, heraus fcststelle, was arisch und was nicht arisch sei. Sei Rasse, rassisches Fühlen ein von Wille und Erkenntnis unabhängiges Agens, dann müsse der Gegner gevvinnen. Sei sic aber erst wirksam, wenn man die Namen der Verfasser nenne, wenn man sie durch Konstruktion und Demonstration bewußt gemacht habe, dann dürfte der Gegner an diesen anonymen Texten scheitern. Es ist mir nicht bekannt, ob und mit welchem Ergebnis der Vorschlag dieses Experimentes in die Tat umgesetzt wurde. Hochachtungsvoll Rabbiner Dr. Saul Kaatz. * Zum 100. Geburfttag Trelfichkea Wannsce, d. 14. 9. 34. Sehr geehrte Redaktion! Zu dem Aufsatz über Treitsehkes Stellung zur Judenfrage möchte ich mir die Bemerkung erlauben, daß es viel- . leicht nicht uninteressant sei. daran zu erinnern, daß Trcitschkc nicht immer den Standpunkt eingenommen hat, der in dem Satz: ״Die luden sind unser Unglück" zum Ausdruck kommt, ln den ״Charakteren, vornehmlich aus der neuesten deutsehen Geschichte“, Leipzig 1870, befindet sich auch ein länge* rer Aufsatz über Lcssing, in dem der Gedanke der Toteranz, verherrlicht wird. Es findet sieh der Satz: ״Auch durch die beherrschende Vielseitigkeit seiner Bildung ist Lcssing ein Bahnbrecher der gegenwärtigen Gesittung geworden.“ Trcitschkc würdigt dann ״das reifste Werk dieser thcologisehen Kämpfe Lcssings, die Erziehung des Mcnschcngcschlcchtes", fährt dann fort: ,. und wir schauen als Kern: eine Philosophie der Geschichte, wir hören die Lehre von dem Fortschreiten der Menschheit und von dem Gott, der die ganze Welt beseelt, wir finden jenen historischen Sinn der!«genwart, der in den positiven Religionen ,den Gang des menschlichen Verstandes‘ erkennt und seinen stolz-demütigen Ausdruck erhalt in Lcssings Worten: ״Gott liälte seine Hr: bei allein im Spiele, nur bei tinsern irrtiunern nicht'׳ ... .,Audi die Dichtung“, fährt Trcitschkc fort, ״weicht d״ Kämpfen entsproß, ragt hinaus über das Verständnis sei«׳ und soll ich nicht auch sagen unserer Zeit. Denn »F in tausend Herzen lebt «las Evangelium der I>ulslm1g Ni• thans des Weisen. Aber vor diesem Werke am sclinm/licW׳ empfinden wir, daß die besten Männer unseres Volkes Held! des Geistes waren; liier gerade tut sich vor 1ms auf w*. unselige Kluft zwisclieu den Gedanken unseres Volke! ש seinem politischen Zustand. Erst wenn die Ideen des Nein׳ in unserer Gesetzgebung sich vollständig verkörpert hib dann erst dürfen wir uns rühmen, in einer gesitteten Zeit! leben. Wie man amii denken möge über den Inhalt ' Lcssings theologischem Systeme in einem mindestem ist<' schon jetzt der anerkannte Lehrer unseres ganzen Volke!: hat die sittliche Gesinnung vorgc/eichnet, daran« alle schaftlichc Forschung entspringen soll. Er sagte: ,ich «< nicht, oh cs Plliclit ist, Glück und Lehen der Wahrheit n opfern. Aber das weiß ich, ist Pflicht, wenn au» WA!h'. lehren will, sic ganz oder gar nicht zu lehren.' Zum platze geworden sind seine Aussprüche über das Recht of: freien Forschung, und noch hat keiner die Kühnheit i'8' Wortes Überboten: ״es ist nicht wahr, daß Spekulation über Gott und göttliche Dinge der bürgerliche» , je nachteilig geworden; nicht die Spekulationen der(«15“ die Tyrannei, ihnen zu steuern.“ Ur. T. hi™01 hü Zum Tode von Prof. Fishherg. Nachdem der Wissenschaft vor einigen Jahren der russische '0ז'' Weißen herg durch den Tod entrissen wurde, beio sein l.cbenswcrk veröffentlichen konnte, erlitt vor k» ׳ ’ die Forschung, und damit die Gesamtheit der j1üli>ehen einen neuen Verlust durch den liier bereit« gemeldeten des New Yorker Anthropologen F i s 11 b c r g• •ז״ ztig seiner Forschung bestand darin, daß sie mit den blcmcn der allgemeinen Wissenschaft Schritt luch ״n‘ ,, dieser wissenschaftlich-theoretischen Einstellung einer speziell anthropologischen Fragestellung gelang c• Methode war die der exakten Beobachtung. v״f^n (j.; an über 3(XX) Personen in vier Erdteilen. _ ln/wisen1-(, 20 Jahre vergangen, ohne daß vor! neuem in ™H!m.' ׳!!!״ Ausmaß Untersuchungen nngcstcllt wurden, malische Beobachtung umfaßte nicht nur aiitnropo und physiologische, sondern ebenso die paUmh'giscl,c״ male. Dadurch lieferte er in der Beschreibung einen legenden Beitrag zu der naturwissenschaftlichen Frage! ״Wie sehen die Juden in den verschiedensten Feile« « aus?" Es ist eine «leskriptiv-statisrhe Methode, d,e '•0!(•׳ gänzung in dem weiteren Ausbau nach genetischen ט j,( punkten finden muß. Darum bietet die Fishherg«c״e eine zuverlässige (Irtuullage und Vorbereitung f״r.0 , 4 Wendung moderner anthropologischer Methoden, Familk'iitmtcrsuclnmg und Zivillingsforschimg ist■ f gebührt das Verdienst, ein Wegbereiter, der E71■* ״L״ V wesen zu sein, da die Verhütung von Erbkranktw ihn vornehmste Aufgabe war. Dr. W. Nu ob En!r־ Dl« RclchsvcrUetung der Deutschen Juden hat an anwalt Dr. Katzenstein, Bielefeld, anlatlu'' 60. Geburtstages und an Justizrat Dr. Arnold »e Berlin, anläßlich seines 80. Geburtstages, richtet. Recht" ä'nlaJiüch *״J üfückwüisW Persönliches. Herr M. Stein Hardt und bürg, verlegen am I. Oktober ihren Wohnsitz nacn Römeratr. 89 (JücL Lehrerheim).

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