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Jüdische Rundschau · 1934-09-18 · Heft 75 (18.9.1934) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 75 (18.9.1934)
Date
1934-09-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 75, 18 IX. 1934 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 7 Hearst und die Rasscnfrage Der ״Völkische Beobachter״ vom 14. September v!*r. ־,Hfntliclit cinen Brie (wcvhscl zwischen dem amerika-!ehe״ Ze1l1t״«<hcs.t׳cr VC R.imbdph 11 t a r s « ״״d k-m < lH־f des AnlUopoh< 1 sc heri Amtes der NSDAP,, Reichs* 1f1lff Alfred R o s e n her g, der auf Grund einer persön* l,cll Ansprache abgefaflt worden ist. Hearst antwortet in jjcHm Schreiben auf eine Reihe von Fragen, die Reichsleitcr Rnsenbcri; hei der thiterhaltiing an ihn gerichtet hat. U. a. 1״;״ auch die Frage behandelt, ob nicht auch andere Länder, ,0 1. B. Amerika mit seinem Problem ״Schwär/״ oder ,,Weiß״, du R a s s c 11 p r 0 b I e ui zu losen liiitten. Hearst sagt hierzu jolgciidcs: ״K.־-׳**n dinl. iliri'in Range ikirli, sehr verschieden. Fs gibt M'tii grolle l iik'1« hifdt׳ rwi« l1׳״» den Mcm» 1״׳״ in Kiirdgii ״ml ,),ne» in Aliik.1, cbcii-o g10l>c zwi-a-licn K1u<>|>üer11 ״ml Asiiiicn. Mnt M R'l't .wlir wenig 1:11111,1 Im dc iwi-eliru dm vet-clüedvmn Vul!,׳ III l11'׳r<1|M<. I»1e s »•ker Kuro!•.״ sind vcr-cliiedriie Volks. ,uiihiic.!’ויו יו׳ idli's. Hirt• Kriege sind .‘ו«0«ן«ן1י־-Feinl,*n. Sie ,(iKiliiii v<r-1 hii'di'ne l'MliiU'. Itne Minderen und Sille״ *iiul ןןן ttckei'i Matte diesellH1״, »Ine hlrnle mul Ziele .sind *,ehr ähnlich, ÜTtcg rubclicn eiiroiiaiselien XU1 innen ist guurluU unmugtieh. Um 11ן cfi<Pt4iK‘U, wie tnuiui(^ <1 ist, Sic nach (len Vereinigen Sta.ti׳“ koimitni. Sic Hiinicn <h»rl «litstiUrn Leute, die liier in <j.1ui־m׳lc»» Kriej» münmimler Icbeti, in st Kriedm und filier Kdmrr.״! t lullt in AincriKii linden. Lm Ktiuilikt /vumIuu t’mojmem und Ati.urn rnng eine gnriA an׳K'1c Angeicgciilteii St ill, In .solch einem!•',die nuillic nmn von KonlliLcu der Sitten und (־״vvolmlieiten, des Gcm t*e3 und der gt-l^ion, ti*׳s l.ehe״v>tim«l.*r(K und dev inondisdien Shind.iriK der n 11ml |Hditi't hen hle.ile und der grMmllcgendrti /.ivilisptioncli c|nnhnt, Kin Sieg Asiens iiln-r Europa würde dm Gluiraktcr tJer der Well undmi. Alle יי, was emopMjsehe Kriege lun Lün1n1־», M. hier und <i,1 Grun/ei!?u vetiimJern. Blicken Sie auf die K.utcn Lu ן« ח ms der vergimgcnen tausend Jahre. Grenzen Nrrde» d.nu־rnd veriinderl, über die Meicuhen und die /Gvilbaiiun blriW-n di׳'׳'t׳H־״n. 1 tir mich ist d;m S1indh;dleste 111 dieser Welt, uiöriloriselH! gm gv zu uni! י lu hmcn, M illinnen uin/.ultt mgun, uiinennhure Bevitifiimrr zu ztrstnren, idle Mcn>el1r1» in eint׳ |)t*j»re4sion tu oihten, liniit׳ und 1 ,tmili» 11 zu vetniehfeti, die abendlHfiilUrtie Zivilisation 1U gtiuhrden und ihre VorhiTTMluii!» nur um Grenzet! liir wenige Mahn hi verlegen 1>וויי dann einen weiteren mördcri.vdic»! Krieg 1U kiunph n, חיוו diese Grcu/cti wieder lurüektulegel». Ls sollte ein Reich der Vereinigten Staaten von Europt« geben, In «!ו!־ ln 1» idle cur(4jmis<׳lH i1 Völker im Frieden miteinander kbai und nur Inieit, du/.u, ihre iduiidUmlisehc Zivili^uiion gegen pneii'.dc Ih: im ,t י innen z.u verteidigen. 1'iiMijei winde seinen Keivhtun! und seim!» l'oilselititi Weil Ixvci dun I» l'ueden ihiIImuui! und h< ine Kralle dir den Tag einer jiio^lit!1■ 11 f ieluhr vom Orient aut sparen, ]>m s war des letzten KaLer* Besorgnis, und in diesem Funkte *׳rni^'fnH lütte er reelit.‘1 lit dieser Antwort spielt Hearst attf das bekannte Wort Kaiser Wilhelms 1(. an, durch das er seinerzeit die Volker Europas gc^cn die ״gelbe O c f a h r״ aufrief, d. h, also sich gegen eine Ucberflutung־ des europäischen Raumes durch die Voiksinassen aus dem Fernen Osten wandte. Zurückhaltung dem Judentum gegenüber Pie ״AscbaffoiilHjrgcr Zeitung״ vom 3. September ver* öllciitiiclit folgeiulen Parteierlaß: ״Aus Mitteihiiigen gibt hervor, dalS Parteigenossen ■ die dem Ju 111■ 11 tum gegenüber gebotene Zurückhai* tune vermissen lassen. Uuhesih,־ulet der den in neutschland lebenden Juden durch die (*eltcml'.n (leset/c /״gewiesenen Stellung und Hctätigungs* möglielikeit verbiete icli dnlier allen Parteigenossen: 1, Die Vertretung von Juden vor Gericht usw. regen Parteigenossen; 1 tiirspraclie für Juden bei staatlichen und anderen Stellen; 3. Das Ausstelien von Bescheinigungen aller Art für Juden; 4. Annahme von (1 e I d ml tt ci n, die Juden für Partei- I /wecke geben wollen; 5, Verkehr mit Juden in der Ocflcntlichkelt und in Lokalen; 6, Das Tragen von Parteiabzeichen durch Parteigenossen während der Stunden, während der sic als A n ge 5 t c 111 c in jüdischen Geschäften tätig sind. Die Partei hat iin Kampf gegen die Vorherrschaft des i *olb/crstorcnden jüdischen (leistes in Deutschland ungeheure öplrr bringen müssen und 1111111 es als würdelos verurteilen, jrmn /u einer Zeit, da Immer noch Millionen deutscher VnlUgennssen R״ Fleml leben, Parteigenossen tür die eintreten, die namenloses Unglück über unser deutsches Volk gebracht haben. Verstoße gegen die Anordnung werden parteigerichtlich geahndet. München, den 16, August 1034. Rudolf ließ.“ Die Juden in der Hochsdhulsiaiiltik Üie Hochschulstatistik für das Somuierhaibjahr 1933, aus-!wertet von Obcrrcglerimgsrat l)r. K. Keller, beschäftigt •ich auch mit dem jüdischen Anteil am Hochschulstudium in tfulschlaml. Die Koiitingenlierung des Anteils der Juden am!!®״Mluilsludiuin hat (schätzungsweise) einen Ausfall von in (11 sc 11 e 11 S111 d e 11 t e 11 verursacht. Die Auswirkung der Koiiliiigentieningsbestimmungeii und ״״ Zahl der Nichtarier mul Nicldvollaricr liilU sich nicht genau ifslstcllen, sondern mir ans uudercu Zahlen erschließen. Das Wbnis ist, »lall 1856 nichtarischen Abiturienten 15! Studenten w erst ui Semesters gcgcnübcrstchcii, also 8,3״״. Bei den «murienti״׳ jüdischer Konfession ist der Prozentsatz geringer: /Mt sich iür Preußen auf 5,6"״ berechnen. Die Gesamt- «W der nichtarischen und ״ichtvollarischen ,Studenten an den S;r e0.״ i s c 11 e 11 Hochschulen betragt 1635, von denen auf ,? [nelit,irischen nicht ganz drei Viertel und die nichtvoll- ״ui K" mehr als ein Viertel fallen. Von der Gesamt- V0J' B>35 gehören 67,(14 ״> der jüdischen Religion an, daffP" betrügt die entsprechende Zahl fiir diejenigen von rein lu t cr Abstammung 90,32 ״«, für die von teilweise jüdischer r •■,״Urning mir 5,15"״. Die Gesamtzahl der reiehsdeutschcn -'״ ״i jüdischer Konfession betrug im Sommer 1932 3950 a,,s'j״'Sommer 1933 zuriickgegangeii auf 1908. j. m Vergleich mit dem Sommer 1932 ist die (lesaint/am . ׳* u s I ä n d i s c b e n Studierenden von 6558 auf 5484,!״"'Ü1™ J074 ■=. 16,38 "0 zuriickgegangeii. Die Verminderung א1ג bei eien Inländern, Bei denen sie 10,1 ״״ aus- 7.7'■ Von der Differenz von 1074 fallen 632, also sechs "״tcI, auf Juden iin konfessionellen Sinn. »Nationalblatt", Koblenz, berichtet aus Keil: ״Eine »nrk v°n Bauern unseres Dorfes kann sieh immer sC|10״" ״״ eiitsehlielien, den Juden beim Viehhnndcl auszudim״ ״■I!s vergeht keine Woche, ohne daß man nicht 1(1* [),jjjji^vl'l'andk’r oder Metzger von Hof zu Hof gehen sieht. w», US. flehten wir 811 diejenigen Volksgenossen, die *s >n■ ,.•die Malmung: ,Laßt den Juden vom Ht»fi Tätigt Eure 1*ä Verkäufe mit deutschen Händlern.'4 . Der Austausch von Arbeitsplätzen / 11f Dlirclifiilirung der von! Präsidenten der Relehsanslalt ׳)'a Arbeilsveriiiitlliing und Arbeitslosenversicliening unter dem “•* ־ August P)31 ergangenen Anordnung über die Verte i- 111 11 g von Arbeitskräften wird an den Berliner Anselilapäulcn ein Aufruf verriffontlicht, der sich besonders *11 me Iktriebsiulircr wendet und Ausführungen über die von diesen :m »lie Arbeitsämter zu erstattenden Meldungen über d•1־ I rühing des Altersaufbaus Ihrer Gefolgschaft enthält. In dem Aufruf!wißt ,•« .״ ״Kein jiuiger Volksgenosse, der Reinen Arbeitsplatz einem alteren cinrmnnt, wird unfreiwillig der Arbeitslosigkeit aulieiinf.illen, Abb ernte n werden nur d i c j c n i g e ti J u - g e 11 d lieh e 11, denen gleichzeitig eine Stelle in 1 jr , f n d w i r t s c 11 a f t, im Arbeitsdienst oder in der Hauswirtschaft zur Verfügung gestellt w 1 r d.114 * ׳ Aus dieser Fornmlierimg geht hervor, daß auch die j ii d I - *eben Jugendlichen, die ihren Platz älteren Anwärtern jetzt 4״*/umaehen haben, nur insoweit in dieses große Werk der Arbeits-Neuverteifmig einbc/ogcn werden, als ihnen andere Arbcitsinöglielikciten eröffnet werden können, Die Gebühren des Armcnanwalts Die ,.1 (ck'hsti kliterliche kechtsprechungf‘* Nr. 18 vom 15. 9. 1911 veröffentlicht folgende Entscheidung: ^Wird ein nicht״ a r 1 s c h er Rechts ,־» n w a 11 au Stelle eines ausResthicdcnen niclttanschen Rechtsanwalts einer Partei auf deren Wunsch hd^eorduet, so hat er Anspruch auf Ersatz aller durch!eine Tatjgkeit verdienten Gebühren.“ ״ ־-׳־Oberhmdcsgcricht BrciUu. 10. Zivilsenat 25. Juni 1934, IG. W. 1834. 34 In der Begründung heißt es: .3><־r Arnirn.iui* alt hat <mihu1 An-jinit h «ui Kr* staHiii!״ üllt-r dunli .^׳inp TiUi^keii vurtüt’iiten fiebuhren, Hm11־׳ weuu cm (»über lvl^ouf«lnct j^evcvcner lind iunvLthn! num drm An\s־idt«,t1mdr - - t, H. tittreb Totl oder 1»uf tlruud de» iibc־r dir /ula .amjr nirlit ari9i'hcr Rer!1N1mu,1|tr H1Dj»r»c!\icde11cr Al1\%it!1 «lit s<־jln*n hrbtil1r4‘U brrcif«• verdient iiimI erstattet erhaben hui, l)ie Kimdvcrtti^tii'.j» de« ,?u*.tizmin4Ucri jzrlit vot\ der TalHHt'lie muh, da^ es die rflirbl der nris<’bon Anwälte int, iin 10*סז'1יח (Ich deutoehon Volkes und einer deuNrhen Ruehi«pflege die Durch* iiilirim^ des iihef dir ZutaHHiing nichtar!Ht־l»cr AuwUUc durch Vinrnlj^rltliehe iba t i iihnm^ der einem 1!iH1t״riHcl1(>n iiuh^cHchk'ilenen Anwalt htH'its lM׳/i<11!tcn Tiiiij/kcit!11 erleiehtcri». T»(״*iiehli<h Imben die Anw ah*•k.numern uamon« ihrer »rNelten Mu^Ucdcr erkhirl, «IntS sic die־‘{' muralLcIie l’thi ht rIh «utelie bejülien und daÖ ilire nriwhcn Mi»ylu’d1־r dc1n/!1i*>l^׳ im!׳*.die ihrer Zuordnung!m Sielle eine» ou»^t י.! iuedt iicti Niflit:0 ier.« die von diesem bereit 1 verdienten Ge* biihren abemniL eiiifunlern vvenleu. I)ie«r numeiifi der :irischen Auw,ibe abj^t'^fbt'iiri! Frkliirnngeit der Anwalt *l.aiDmcm bilden die Grundlage und htzid! 111u־»t daher «ttch die Bede'Utmg der itiiniulrrici* leu \ rrui^unj׳. Soll da^ejjen eis! NiehUuier «n Stelle eine* muh* geschiedenen .Nicht.uirrs mit N\*1ms!־t1 der Partei zugcordtie• werden, so Rt von thtn ru/stoiTlnendci! ^Sishtarier für den JCinzulfnll eine besondere YcrrichlHftktiiiiiug?וי erfunlem. Mah^eL einer 8*nU־hen bat er An-jirmh auf »Ile durch seine Tätigkeit verdienten Gebühren.“ Auflösung einer Versammlung Fine Versammlung des Bcrufsverbainls dcu(• scher Artisten in Hamburg, die von mehreren hundert Personen besucht war, wurde am Donnerstag von der Polizei aufgelöst. Beim Eintreffen der Redner entstand laut ״Frankf, Ztg." v. 15. 9. Unruhe. Dr. L e 11 n e r, der VorbaiHlsfiibrcr der Varideelirekloren, erklärte im” Auftrag von Staatsrat Habedank, dem Hamburger (iuubelriel)szellenobmaitn, daß N1 ch t a r i e r die V c r s n 111 m I u n g zu verlassen batten. Als dieser Aufforderung nicht Folg« geleistet wurde, gab Staatsrat Habedank der Polizei den Befehl, die Widerstrebenden fest/iineluiieii. Die Unruhe *lauerte aber an, so daß auf Veranlassung des Vertreters der Reichsthcatcrkainnier die Versammlung aufgelöst wurde. Polizeianordnungeil über jüdische Jugendverbändc Die Slaafspoli/eistelle für den Regierungsbezirk Pofs dam hat eine Bekanntmachung erlassen, die das Auftrctenjüdischer J u g e 11 d v e r 1> ii n d c in der Ocffcntllchkclt regelt. Den jüdischen JugeiHlverbäuden ist künftig das öltentlielu־ Tragen von einheitlicher Kleidung, das Verdecken der verbotenen Klcidimgs.diicke durch Zlvilkleidiiug, sowie jede sonstige einheitliche Bekleidung, die auch mir teilweise Kir die bisherige B!1 nd e s t r a e 11 t als Ersatz mizitschen Ist, das gemeinsame Uehemaehtcii und Wohnen In Zelten und Privatrliumeii, das Mitfiihieii oder Zeigen von Fahnen, Bannern, Wimpeln und FcRI/oiehen aller Art und das Auf- und Aus- marschieren, iushcsoiulere das gemeinsame Ausmarsebieren in feklinarsrliiiialligrr Ausrüstung, sowie das Heben in geliindc- und wehrsportlicher Hinsicht aller Art verboten. Nicht verboten sind sportliche Betätigung, sofern dieser jeder demonstrative Charakter fehle. Für jeden Fall der Niebthefolgung dieser Verordnung wird gegen die Rehnidlgen ein Zwnngsgekl in Höhe von 150 Reichsmark festgesetzt, im Nicbfheitreibiingsfnlle eine Zwangshaft von drei wtKhcn. Unerlaubt getragene Kluft, Banner, Wimpel und Feldzeichen aller Art, sowie unerlaubt verteilte, bergest eilte und verkaufte Presseerzeugnisse um! Flugblätter jeder Art werden beschlagnahmt. Bei schweren Verstößen gegen diese Verordnung werden Zuwiderhandelnde in Schutzhaft genommen. w Die Stnntspolizcistelle für den Regierungsbezirk M iin st c r teilt mit, daß die staafspoli/ciliche Anordnung vom 11. August d .J. wie folgt allgeändert wird; ״Den jüdischen Jtigciidvcrbänden wird das öffentliche Tragen von einheitlicher Kleislung (Uniform, Kluft sowie eine etwaige einheitliche ErsatAleidüng), von Ausrüstungsstücken (Koppel, Schulterriemen, Fahrteninesser), sowie von Ab/eielien, auch unter der Verdeckung durch zivile Kleidungsstücke (Mantel) verboten. Diese Abnnderung tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft. Nach § 15 der Tarifverfügiing für alle handwerklichen Betriebe des Flelsdterltnndwcrk# im Bereich des Wirtschaft»• gebiete« West In Ich vom 20. Februar 1931 mußten alle zur Einstellung gelangenden Arbeitnehmer der Fachschnft ״Fiel* scher" dem Deutschen Arbeiterverband des Nalirungsmittelgewerbes, der als Glied der Arbeitsfront Juden nicht nufnlinmt, angelRircu, Dadurch waren die nichtarischen Arbeitnehmer von der Einstellung ausgeschlossen. Nunmehr hat der Treuhäiulcf der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Westfalen* die Bekanntmachung erlassen, daß •der § 15 der als Tarifordnung weiter gellenden Tarifverfügiing vom 20. Februar 1934 mit sofortiger Wirkung aufgehoben wird. Der Einstellung nichtarisch er Fleisc hergeseilen und *lehrlingc stehen also keine Hindernisse mehr entgegen. Die D a n z I g e r Außen handclska 111 mer ist vor wenigen Tagen konstituiert worden. Ihrem Vorstand gehören mehrere jüdische Kautleutc an, die auf dem Qebiete de* Außen* handcls besondere Erfahrungen haben. Vßlflicr Rathenau und die Planwirtschaft Die ״Frankfurter Zeitung" hatte am 9. SrptemDcr In einem Artikel über ״[)culsclic Rolisloffprobleine“ an »lie Rohsfoffbcwirlschaftiing im Weltkriege erinnert, die durch Walthcf Ra Uten au zur Sicherung »Irr Versorgung des Heeres und der Heimat geschaffen worden war. Sie hatte zum Ausdruck gebracht, daß man die Frfnhrungen von damals, die aus dieser planmäßigen HcwirEehaftung sich ergeben haben, nicht In den Wind schlagen dürfe. Gegen diese Anfuhr 11 11 g Wallher Raflicnaus wen* de! siel! die ״f)entsehe Zeitung״ am 15. 9. in einem ״Regio oder llnirhelci?" übersehriebenen Artikel, Sic verwahrt sich dagegen, daß Itafhenmi zuerst Anregungen zu dieser Rohstoffbewirtschaftung gegeben habe und ein Freund gemcinwirt* schädlichen Denkens gewesen sei. Narli einer Polemik gegen die Kriegsgesdliehaften fahrt der Aufsatz fort; ״'ln (l,׳r Fr״•ihimng von W.ilihrr U.11 Iirn.it! riilirt die ,,Frank» linier Zeiinnjj" grr,1,le«u in ilie w1m׳|r.1e Sielte iiti.ercr ihmiaiigelt " iil ,< lull.|K)li(ik. 1 eber 1lie.ru Jmlrn, der ,.!1t1|1rc.1.1nc1>“ 11 ■Ile, ,,KeflexHiiien" un.uliie und Ihir!״r a!1. Fange״eife ״hrieh, gingen die t rieile vor dem Rrwaelu-n un-eicr .V1t1.n1 <!1,«1ge״ m olt w«it iiinriniinder, «eil d,!,, «■״, rr wjtc und «as er 0111״ icb. sich nicht im eiilieinl( ,len nnl drin dniir, «,1. er l״l und er.lrelilt. Ifeuie -imt in/« 1-t hui! dllr S׳ Im h1r!t de י drut *<! hvü Volke״» über dut *litt Ixt fl ck׳r Juden in I ><־uf m hl.tnd vlund ׳^u\k onlen, mul rin leiser Zweifel kmut im IHnhlüU;!nf \V«!Ubrr H.ülinu'i nur חזג)0*!1ו )n'sU'l!vnf גז)> M'in \'erh.dfc11 gurmeiMc iir H׳ ^!c w.ir oder »uliciiiliciligila Heut helci.“ Der Aufsatz zitiert smUmi einige Au^cprüchc V/.iHhcr Rathcnaus, die einen Gegensatz zwiselien seinem Denken und Handeln zeigen «ollen. Er befaßt sich weiter mit den Ansichten Walther Rathenaus über die Bedeutung der Hass« und fährt dann fort: ״Dir Krtr^'M irU« Imft, dir Roh*UnfhGrGrl1;1ff low. die Plan• wir!*.vhiilt, dir K.ifhciuiu im Sinne lutHr, wur iiicltM «nderes ali eine ,.plarnmißi^c“ ()1j»;1hi**.(ti<»n mif Ild|> des vnjudeten Staadts tur stfimiii-rlin!" 11 s♦ 411 ^1111 des drut 4rl1en N ulkes. Bit dahin war dir A1MH«t1”tm^ phudns rrl<Dir Pimwirtsth־*tt Kailifnatis wäre nldiU an׳lrrrs hU rinr ririrnmli-rlH• 1.)(ייף־ן>( rnwirUchaft gl* worden» aber keine völkische \VirG־*h.dt Itcicr Mcmchtn.** Moses Wilenski ln Berlin verstarb am 16. September im Alter vott 69 Jahren Moses NX'ilcnski, einer der allen Vorkämpfer der russischen Chowcwe Zion. Wilenski, der in den Jahren »eit Kriegsende in Berlin lebte und liier ein »ehr bekannten und beliebter hebräischer Lehrer war, lebte früher in Jekatcrinoslaw und war in der Zeit, als Ussisehkin dort wohnte, einer seiner engsten Mitarbeilcr. Zusammen mit Ussisehkin hat er eine der ersten hebräischen Schulen gegründet, in der nach der Unterrichtsmethode Iwrith be Iwrith gelehrt wurde. Fr gehörte auch zu den Ersten, die das Hebräische in ihrem eigenen Hause als Umgangssprache einführten. Auch auf wissenschaftlichem Ucbiete hat der Ver* »torbene Bedeutende» geleistet. Pariser Brief Von unserem Berichterstatter F. G. Pari s, Mitte September. Ein neuer Kfbbus In SQdfrankrefch Der Hecbalnz hat im Süden Frankreich*, In der Haute Oarnnnc, in MontfRiie sur Save, einen neuen Kibbuz in- »fnlifert. Hier ist ausreichend Gelegenheit für Sommer* und Wintcrarbeit geboten. Von den 100 ha Wald werden in jeder Saison etwa 7- 8 11a geschlagen werden, der Garten um- *aßt ein Gelände von etwa 5 ha, die Wasservcrhältnisse sind günslig. Fine ganz neue Einrichtung wird hier getroffen: 100 Bienenstöcke werden aufgcstellt, um auch Honigwirtich'ft als l.chrgcgcnstaml auf/iinrhinen, Anfang Oktober werdm etwa 30 Chawerim dorthin iibersicdeln. Ein 13 jfihriger Jttdlicher Erfinder ln Paris fimlet alljährlich einmal der Concours Ltrplne sfalt, eine viel beachtete Ausstellung von Erfindungen, neuen Maschinen usw., deren beste mit einem Preis gekrönt wird. Besondere Beachtung findet diesmal die Erfindung eines 13 j ft 11 r i g c n ’j 0 d i * c 11 e 11 S c 11 ü I e r s, Silvain A d o 1 p 11 e, der eine neuartige 1 lehemnsi liine für schwere Lasten erfunden, konstruiert und ein präzis ausgefiilirtes Modell ausgestellt hat. In Fachkreisen, die das Modell geprüft haben, wird die geilt* reiche Erfindung sehr gelobt. Attf dem Fohrrad von FaltUilna nach Pari• Sechs Mitglieder der palästinensischen Sport-Organisation ״tlapoel“ sind per Rad in Daris cingetroffen. 80 Sportler im ganzen, Eeiclitidhleten, Fußballer, Radfahrer usw. sind am 13. Mai aus Paliisfina abgebrochen uml haben die Türkei, Rumänien, Ungarn die Schweiz, I uvemlnirg, Belgien, England, Frankreich, Polen und die Tschechoslowakei besucht. Die Pariser Gäste, die von den zionistischen Organisationen empfangen wurden, haben über 7030 km per Rad zuruck- 'gelegt und zeigen trotz, der starken Strapazen eine bewundert!*- werte körperliche Frische und Haltung. Die Reise war nicht nur als sportliche Leistung, sondern auch als Propagandazug gedacht und hat diesen Zweck voll erfüllt. Auf der 22. Hauptversammlung der Deutschen Gesellschaft für gerichtliche und so/iale Medizin sprach Oberstaatsanwalt Vollmer (Stendal) über nationalsozialistisches Strafrecht, Er betonte, It. ״Berliner Tageblatt“ vom 15. 9., «laß man mit aller Kraft gegen neue Angriffe an den Volkskörper Vorgehen werde, ln Zukunft müsse mit mannigfachen Strafverschärfungen gerechnet werden; vor allem werde jede Schmähung des Volks- und R a s s c g e d a 11 k c 11 s unter schwerer Strafe stellen. Ifnnpl»chrillleilcr: Dr. Robert \V c I t י c h. Ucrlin-Charloltcnburg #. Stellvertreter! Kurt Lotwcnilcin, Berlin W 15. Verantwortlicher Schrifdeiicr für den gciamlcn redaktionellen Teil: Kurt Locwcn* lein, Berlin W 15. Anrcigcnlcilcrin und verantwortlich für den Anrclgenlclli Uebne Chinelner, Berlin N 54, Verlag und Antelgenrerwallnngi Jlhlbrhe Rundschau. Berlin W 15, Mcinckcstr. 10, I),-A. August 30 022. Druck: Siegfried Sehnten», Bln.-Schiinchctg. Sdmfät Boden in twz Israel p*!:. I ־v durch Spenden für den Jadlidien Nellonallondi 0 ] Keren iiiencßi leflsfaci fß| ierUnWts» Neiaefieitr.to P0»tuh«(k28247

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