Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 72-73 (7.9.1934)
- Date
- 1934-09-07
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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i, t 1 «► Seite 16 JÜDISCHE RUNDSCHAU den Sicgcsprcis gerungen werden wird, dann werden die Sieger tm% letzt :n Sonntag ein gewichtiges Wort miuusprcthcn nahen, Kurntrcckcnr 1', Die Ergebnisse r3־ f~i fr. f־׳*| [ | frr.3 Li ץ• ׳־.\ Nr. 72/73, 7. IX 1 וי.S kam wie!Irr einmal pcn.iu umgekehrt* wie man erwuriri liaih. Sch» t 1111 # 11 n wurde 100 m-Meister, während S lern lieb i״ tleii 2u01n ,len Titel an sieh bringen konnte, .Schutt, mann 1,(1111• über 100111 einen guten Start, und Stcrnlicb, der mir von dt-r Sjiil/e gewinnen ,״ kutmen sebeint, nmßlc sich gesenlagen pelxn. Die Zeit vo0,0! ״ Sek. ist besonder« in Anbetracht der nach 3<kui!t' Ilgen, Regen 1׳nM|>rc<'hrnd schlechten Hahn als {*;mit aus. gen ich net. «nruseiien. Stirnlieb mul Dr. Lew in, der mit llriislt,reite Dntier wuiile, erreielilen beide 10,ä Sek. Vierter wurde Aufrichtig ^1;s<’k, Die 200 in gewann Steralieb ih seinem bestechend leichten Stil. Kr tiilnto vom Start ab, und Schalt mann, dem cs nicht ßelnng, ,M'inm durcli sehiechten Start erlittenen Nachteil «uf«nholca, mußte rieh gc chl!gen bekennen. Beachtlich ist der 2. I’inlz von Auf■ rieht i p־ in 23 Sek. tun) der 3. 1*1.-111! von Dr. Drcyor, Kühr, In 23,2 Sek. l>r. l.c״i״ im 1 00111-L;n1f nur <Ieu 3. PIü*js helfen krmntc, ist Ix .oiutefs im lÜtiblirk *!;tr.mf, cl.iß er Id1r?lich grjji'u itiH'rnai ion.i'o 1\1;י ו r Hi<־ tlen Srlnvi i/t r Ifnciini und <l<«u Im AütGM'h Pon׳l< )i 1׳<n-r gut lmitK־n 11,1t, uHt'u׳ss,mt. Hieraus ci^ibt sit'Vi die l)Hfie(l!;*cn׳!e I*Ys(Mclt«n£» tUß die jmv^c SpTintcrgArdr dts Muk. Mn aurh intcrn.itirmulcn Vergleich aushalten kann. Auch die Fülle der Talente gerade in den kuuen Strecken ist bemerkenswert. Mitlctstrcckcnr Die Kiiuijife um die Titel In den MiUehtrcckcn litten unter der Verletzung von Kraul O r g 1 e r, der «ich einen Bmidrili riip-rugeii J1.1t*e. Kr konnte zwar über 800 in den Meister, titel erringe;,, aber die Zeit von 2:05.6 Min. ist nicht hervojragend. Her cncigis'h >.|>1ntcndc Dohrincr. llerlin (2:07.5 Mm.), konnte noch im Ziel R1111 a wer, Franklurl, ahfangen und ihn :111( d.n 3. Tl.1t/, verweisen (2:07.6 Min.). Vierter wurde der erst 17j:ihri(.jc ('o h n. Heilin (2:08,6 Min.), vun «Ion! um'li viel rat erwarten ist. Zum 400 inT.auf. der von der Rcurdcrtung um eine Stunde verschoben wurde, i!1 der Ifofiutmg. cl.itl Urglets Verleitung stell bessern würde, mußte dieser mit schon stark angesclivvolleiiem Hein antreten tmd erlag den! jungen, begabten F a 1 k <׳ n b c r £. Berlin, der 83.5 Sek. lief, wahren 1 t'rgler 53.9 Sek. benötigte. Driticr wurde S 0 ז k i n, llerlin (64,7 Sek.). Lange Strecken! Pas aufregendste Rennen des Tages wurden die 5000 nt. W er! h e 1r, Berlin, und Rose ngartc n, Ka-sc], lieferten sieh einen. Kampf auf Biegen oder Brechen. Beide wußten, daß rwbrheii ihnen die Knf-rlicidiiiig liege und beobachtetet! sich vom Start weg g tiati. Vielleicht hatte Rrecngiirtcit sich auf das langsame Ter סין׳ von Wertlien nicht ein lassen sollen; jedenfalls siegte Werthcns Taktik, der Hilf der Zielgeraden in einem vetbis-enen Finish Ko-.cngarten mit etw a 2 m nietleriang. her geringe l'ntcrsehied beweist, wie von heilen mit ,Wbiriuiig der lctrten Kraft gckilrnpft wurde. Die Zeiten von 16:36.5 Min. lind 16:36.8 Min. sind nicht hervorragend, erklirrt! sich jedoch aus dein langsamen Anfangstempo, da keiner vr>n beiden sieh 711 früh verausgaben wollte. Dritter wurde Hammer, Dresden (17:02.01 Min.), der reitweilig in die Ent- *rheiduug cii.r.ugrcitcn seinen, zum Schluß jedoch abfieh Vierter Und I'ünfter v.tirileii I. o * e 11 i 11 s k y, Berlin, und Werlhtim, Kassel. Zn den 15011m traten die Teilnehmer rler 5000m schon reichlich erschöpft an, so <1111*1 I* et za II, Berlin, der die 5000m nicht mit• gelaufen war, den Meistertitel an sieh bringen konnte (4:28.5 Min.). Jedoch Zeigte sieh Tetz,111 vun so guter Seite, daß er wohl auch sonst für die K111-1 hei׳hing in!׳'vage gekommen \v;iu\ Zweiter und Dritter wurden wiedir Rosengarten. Kassel (4:29,8 Mim), und 11 Hin• mcr, Dresden (4:32,8 Min.). Die technischen Konkurrenzent Hier sind die Leistungen noch immer seht mäßig. So konnte Hermann, Hamburg, im Diskus- ■ werfen mit 33,53 in Mei-U-r werden, vor Jakob. Breslau (30.28 m), untl Bnkof jer. Köln (29,55 in). Mil 11.89111 gewann er auch das KugeKtoßi n, in dein Jakob. Breslau (11,34 m), und H f o ä, Berlin (10,0m) auf den Tial/cn zu finden waren. Hermann scheint nicht in Komi gi C eso l zu sein, da m in von ihm schon bessere Leistungen gesehen bat. Don Titel im Weiisptunj brachte Fritr, Wasser, Ihrlln. mit C.59 m an sich׳, Zweiter wurde Bukofzcr, Köln, mit 6,30 m. Der Favorit, Herz st ein. tler vüiig abgekämpft war, endete mit. 6,25m auf dem 3. Platz. Kino erfreuliche Ausnahme machten die Hoch priitger, von denen BI a n c k, Hannover, und Wasser, Berlin, ],75 11 überspringen konnten. Durch Stechen wurde Htanek, Hannover, M.ikk.ihimei.ier. Der Titel scheint an den besseren Mann gekommen?0 sein, da Bftinek, Hannover, tler schon 1,83 rrt erreicht hat, sicher höher gekommen wäre, wenn die Sprunganlagc besser gewesen sv;!re, Von den schlechten Leistungen im Speerwerfen ist nur tlie Tatsarbc bemerkenswert, daß der ■Sprinter Aufrichtig den Titel :111 sielt bringen konnte. Die Staffeint Die Mvimvrstaffcln fielen, wie vorausgeaagt, samt. Heb an IWlin. I'rwälmrnswcri ist die trotz schlechtem Wechsel gute 4 mal 100 m Zeit der Berliner Bar Kochbane r, die in 44,5 Sek. Ki hi (45,7 Sek.), Frankfurt (48,5 Sek.) und Breslau auf die Plätze verweisen konnten. In dieser Besetzung dürfte der Bar Korhba Berlin eine der bestell Berliner 4 mal 100-in-Staffeln besitzen. Auf den Plätzen der 4 mal 400-m-Staffel war Frankfurt und München m finden, tu tler 3 mal 1000-m-Staflel konnte sogar Berlins 2. Mannschaft vor Köln mich den 2, Platz belegen. Die J ti g e 11 d s p r> r t a b t e i I 11 n g des Bar K 0 e h b a Berlin gewann die Tbeodor.lh'rzl.Staffcl für Jugend vor der l'u ß b n 11 a b t c i I u ng Berlin und Leipzig, die Handball 11 bteilung die Spielmnnnseli.ift-stnffcl vor den Tennis-, Hockey- und Fußball- Spieler 11. Frauenwc Ubewtrbci In den Krancnwctlbewcrbcn fiel besonders die jungt■ Berliner Bar Korbballerin Sclnia Schulmann aut, die die Mei.hrtiicl im KugeUloiVii und Diskuswerfen gewann. Hervor- 71111e 1111v ist ihre Lei.tmu! im Kugelstoßen mit 10.42m (!). liier wurde die ehemalige 1)1 ul »ehe Meisterin Märtel Jakob, Berlin, mit 10,23 tu Zweite, vülmml Krau Bukofzcr, Köln, mit 8.94 tn den 3. Platz Ire legen konnte, Aurh der Diskuswurf mit 31,28 m von Frl. Schulmanu ist er.tkla.-ig. Frl. Jakob warf 30,40m. Den WciHpning für Frauen gewann Frau Bukofzcr, Köln, mit 4,76m vor Reich, Berlin, und Tal, Danzig. den Horhspniiig Fried, Leipzig, mit 1.40 m vor Leese r und W c t z I e r, Köln, die jede 1,35 m übersptnngeii. Mattel Jakob konnte nur den Titel im Speerwerfen an sich htingen (31,{;fl in) vor Frl. ('zrmpiir, Berlin (30,96 m), und Frl. Schul tttunn, Berlin. Das 10ö-m-I.»ufen gewann die begabte Wir haben in Nummer 69 der ״Jüdischen Rundschau״ eine Anzahl von B (Idem in Ben Schemen gebracht. Nachstehend wird über den Varlau/ dieser Veranstaltung berichtet. ״״״• M*ndtnfk Red, Devise: ״Aufs Landl" Von unserem Berichterstatter. Ben Schemen, 19. August. Zeit, in der ein starker Zug ist, gibt Sek. vor Le es er, Köln (13.5 Sek.), FimiUnrt (13,7 Sek.). Ein besonderer ideli be-ehu'dcn, die den Meistertitel in nach Ifniisc bringen konnten und mit und Krder der aufmit K e n d z io ו ז» mit 13,2 der 14jährigen Meyer, folg war ,11-11 Kölner M 4 mal 100 in-Stnllel mit Zeit von 55,6 Sek. einen neuen Makkabi-Weltrekord stellten, der bi.her von der Länderstalfel des Makkabi Polen 60 Sek. gehalten wurde. Zweiter wurde Berlin vor Frankfurt. Alte Herren! Kino tler besten Leistungen de» Tages War der 100-ni-Sieg von Metzger, Frankfurt, der die Strecke in 11,5 Sek. hi'uülligic. Mine au.gezeirlincte Zeit! Zweiter wurde Freund Kassel (11,7 Sek.), Dritter Finster, früher Leipzig, jetzt Danzig (12 Sek.). In der 4 י mnl 100-m-Stal[el sah man Berlin l vor Frankfurt, Stettin und Berlin II. 111 den R.itinicnstaffelh gewann der Bar Korli l»s Danzig die 3 mal 200 m• Staffel vor Bremen und Königsberg und dem jungen Makkabivcrcin Kirchhain. Die sportliche Bilanz! lieber die sportlichen Leistungen und die Organisation der Meisterschaften ist nicht viel zu sagen. Alle, die dabei gewesen *ind, wissen, daß in jeder Beziehung ein Niveau erreicht, worden ist, wie cs bisher int jüdischen Sport in Deutsch- Innd unbekannt war. Daher darf man auch, ohne als Krittler zu feiten, (tui den Hauptfehler aufmerksam machen. Unter dein das Sportfest geliltcn hat: die Durchführung sämtlicher Konkurrenzen »n einem 'läge. Der Makkabi ist heute «in äponverband, der zur Durchführung *einer Meisterschaften unbedingt awei Tage benütigt. In einer Zeit, in der ein starker Zug vom Dorf in die Stadt bemerkbar ist, gibt die Arbeiterorganisation Palästinas (Ke l-ostmg aus: ״Zurück atiis Land!“ Und das Kinder- und JugemkUirf Ben S c 11 c tn c n dient dieser 1.0*111!;; dnrdi die Veraitsl.tllung einer Zusammenkunft tler arbciti'iulen Jttgenu und ihrer Anhänger auf *einem Boden. In der Ans• Stellung, die mit diesem Treffen der lugend Verbunden war, hängt ein eindrucksvolles Plakat: ״Welches ist der Lohn des Arbeiters 1'n der Stadt und welcher auf dem Land?“ Der Sladllohn ist dargestcllt durch die Photographie einer halben Pftmdnntc, der!)orflobn durch die Photographie zweier Zclmpinsterstdckc, woraus sich also ergibt, daf) der Sfadliolm anderthalb mal so groß 1* t als der Lohn auf dem Dorf. Steckt in solcher anschaulichen Darstellung nicht vielleicht sogar eine Versuchung für die Jugend? Bestimmt nicht in diesem Milieu des Dorfe* Heil Schemen. Trotz, der ״,Macht der wirtschaftlichen Tatsachen“, deren Bedentung erkannt und betont wird, vermißt *kl! die Führung der arbeitenden Jugend, den Appell zur Rückkehr aufs Land an Vernunft und Seele zu richten. Die arbeitende Jugend hat den Ruf der Führer beantwortet und 1000׳ Jungen und Mädchen aus Stadt und Land nach Ben Schemen gcsanilt. Es war ein besonders schöner Anblick, wie von der Station Ludd aus, dem Kreuzungspunkt aller Linien, von Tel-Awiw, Jerusalem und llaifa, ein großer Zug der Jugend nach Ben Schemen wunderte, dieser palästinensischen Jugend, die durch ihr zukunltsfreudigcs Aussehen, ihre Lieder und Tänze immer wieder den Zuschauer solcher Feste stark beeindruckt. Nun ist allerdings das Kfar Hanoar Ben Sehemen — zirka eine Wegstunde von Lutld gelegen — für die Veranstaltung solcher großen Feste, die dort eine Tradition geworden sind, besonders geeignet. Fs Hegt, was für Palästina von großer Wichtigkeit ist, im Schatten hoher Bäume, so daß seihst an diesen iteirien Augusttngcn immer eine gcwisse Kühle zu spüren war. die die Aufnahmefähigkeit ־für die Teilnehmer erhöhte. Die Einleitung des Festes am Freitag* abend (17. August) war besonders feierlich. Im großen Innenhof war an langen Tischen für die Tausende von Gästen zur gemeinsamen Abendmahlzeit gedeckt, und die Dunkelheit des palästinensischen Abends war durch zahlreiche kleine Lichter auf den Tischen erhellt. In der Mitte des Hofes unter einem heil erleuchteten großen Erntekranz spielte die Kapelle unter ihrem temperamentvollen Kapellmeister Eisenstädt zur Eröffnung des Festes die feierliche Badische Musik. Es folgte eine Verlesung der B 0 <1 c n g e s e t z e aus der Thora, die das Ocineincigcntnm am Boden proklamicreu lind jeden Bodeinvtichcr auf das schärfste verurteilen, dann zwei Ansprachen, von Rubaschoff für die Arbeiter- Organisation und Bistritzkl für den Keren Kajemcth Lejisracl. Wahrend der Veranstaltung leuchtete von dem Dach eines der Häuser her eine hebräische Inschrift» mit den schönen Worten: ״Jeder Mensch hat soviel Himmel über seinem Haupte, als er Boden unter den Ftißen hat.“ (Bialik, nach anderen Sclitnarja Lcvin.) Nach einer Pause begann auf dem vorderen Hof die Aufführtmg eines Stückes (s. unten), das etwas aus dein Rahmen der ganzen Veranstaltung hcrausfiel. Soweit es etwa den Oedanken zum Ausdruck bringen sollte, daß wir über unseren palästinensischen Nöten den Blick für die Menschheit nicht verlieren sollen, kam diese Absicht über der Fülle von ״Prospekten und Kulissen“ nicht klar 7.ur (leltung. Der nächste Tag brachte drei Referate, die sich alle mit dem Thema: ״Rückführung der Juden von der Stadt auf das Land“ beschäftigten. Rubaschoff sprach von! historischen Standpunkt aus, Chasan gab eine Darstelluug der wirtschaftlichen und sozialen Gründe der gegen• wärtigen Situation in Palästina, und Bcrl Katzcnclson richtete aut Grund dieser Tatsachen an die Jugend die Forderung, auf das Land zu gehen oder ׳zurückzukehren. Alle drei Redner zeigten, daß cs für die Zukunft des jüdischen Vollies in Palästina wesentlich, ja uncrliiniicli ist, eine immer dichtere jüdische landwirtschaftliche Siedlung zu schaffen. Was hier der Jugend im Worte vorgeführt wurde, wurde bestärkt durch eine kleine Ausstcllun gstatistischen Materials, ln eindrucksvoller Weise hat hier ein Mitarbeiter von Ben Schemen, Borobeitschik, ein Schüler deutscher Kunstschulen, eins statistische Material über ״Volk und Boden“ veranschaulicht. Hier konnte man selten, daß im Weltmafistab nur drei Juden auf dem Dorf und 97 in der Stadt wolincn, von den Niclitjmlcn dagegen 60 auf dem Dorf und 40 in der Stadt. (Auf 100 gerechnet.) Während in Palästina zwar weit mehr als sonst, aber doch immerhin erst 19 auf dem Dorf wolmcn und 81 in der Stadt. Besonders cindrucksvoll war auch eine Piiotornontage zur Illustrierung des berühmten Salzes aus Henry George, daß der Bodenwert steigt durch die Arbeit der Gemeinschaft, und daher auch diese Steigerung der Gemeinschaft vyieder zugute kommen müsse. Durch sehr eindrucksvolle Bilder und Plakate war dem Bodcnwueher der Kampf angesagt. Eine zweite Ausstellung zeigte, welche besonderen Werte in der auf dem dörflichen Boden gewachsenen Volkskunst stecken. Auch der Volkstanz, im Dorf entstanden, wurde durch die prachtvolle Tanzgruppe des Kfar Hanoar gezeigt und Volkstänze aus Holland, Skandinavien, England. Polen und Rußland wurden vorgeführt. Außerdem zeigten buclinristlic und jemenitische luden, Ar,311er aus den bcnnchhartcn Dörfern und schottische Soldaten die Tiinzc ihrer Heimat. Während bisher eigentlich die Jugend nicht zu Wort kam — eine im Programm vorgesehene Aussprache der Jugend über das Thema mußte leider ausfalten—, betätigte sic sich in einem Chor der Jugendlichen aus judiiischen Siedlungen. Noch einmal zum Abschluß des Festes cip besonders eindrucksvolles Bild: auf der großen Fläche des Freilichttheaters, im Scheine der elektrischen Lampen, der Chor unter seinem Dirigenten Tschcrtok, und im großen Umkreis auf dem Rasen, aut Bänken- und auf hochaufgcschlchtctcm Stroh die Jugend und die Gäsie. Unter größter Ruhe und Anteifnahm klangen die Lieder de» neuen Palästina, und in Form ’ Singstunde nahmen auch die Zuhörer daran Anteil *i Binliks ״Tccliesakua“ schloß die Feier, und sofort versi*.' teil sich die Jugendlichen mit ihren Fahnen unter";' Führern und traten gruppenweise (Jen Rückweg ntr 9״ m Liuld an. Es ist sicher, daf) die Jugend stark 11«!״/ von dieser Zusammenkunft forlgrg.-i׳)״«! ist um! d11 ״? nun den Mitaiheilem von Heil Schemen far die Mühe und Energie Dank weiß, dje monalelmig ,״( ' werden mußten, um du solches reilmngsloses Funktion;״' der Veranstaltung im ganzen und aller ihrer Teile ״f möglichen. Dr. A i be rt Bacr, Ht:!/ Der künstlerische Teil Ein wesentlicher Teil Ben Schemen wurde mit Zunächst sei eine kleine, des 2!-Stunden-Programm, »r, Kuimtdnrbietuiigcn atugcfuilt. mit viel Liebe um) Ücstli•«!/! arrangierte Ausstellung (Anordnung: Frau K.itc B1«\ ״( wähnt, die in drei Pavillons u!Hergebracht war. In dem «-•»I Pavillon, in dem statistisches Material über die Weis bcziclitmg /wischen Stadt und Land ausgestellt war, «/ cs besonders gelungene Photomontagen, die in Ergj!!■/ von Diagrammen die Gefahren veranschaulichten, dir / ländlichen Kultivierung von seiten des Spekulation««^• drohen. Eine Sammlung von Gemälden, Drucken und (/1 nhik mit durchweg l.indliclien Motiven birgt der 1*(•'. Pavillon. Man sieht Blätter von Besser Uri und Hermr- Struck, Bilder des palästinensischen Malere Aliweil, s0». Drucke von van Gogh und anderen. Am gcschlowmstr war die Ausstellung des dritten Raumes, der anssch!./ lieh handwerklich-kunstgewerblichen Arbeiten Vorbehalten»r Man sah Gewänder, Metalllind llol/arbcitcn bucharwV unu jemenitischer Juden, Tongcf.iße, Webereien umi Stickr. I reien. Ein Teil der Stucke war in dankenswerter Wil..• 1 - dein Tcl-Awiwcr .Museum zur Verfügung gestellt worden. " Der Aufführung des Festspiels wohnten in fei großen Hof, der vor dem Schulgebäude Ben Schemen» I;׳, annähernd drchmüeiiili.ilhtausciid .Menschen bei. Der g!/ Platz war umrahmt von geschickt aufgebauten Tribun« 1.; j Stroh, die dem Publikum in amphitlrcatralischer Ammkg ausreichende Sitzgelegenheiten boten. Die Bühne selbst ti I vor dem großen Schulbau» aufgeschlagen, das ebenso aä | natürliche Kulisse diente, wie die großen Palmen und ]«• hannishrotbäume, die es umMelien. Zur Auffahrung getese I ein Märchenspiel in acht Bildern ״Der Fing um die Welt“ vor! Lola i arid,in. Wir begleiten das Zcitirngsmüfeu j Noomi und ihren Freund Dan hei ihren Abenteuern, die ihra 1 als Piloten, denen cs schließlich gelingt, einen S.־hndli-;ke:a• rckord aufzustcllen, in diesen! Traumspid begegnen. 10,1' Landau hat cs verstanden, all die Themen in ilircm Spiele zu vereinen, die dn» brennende Interesse unserer hcun?a Jugend haben. Das Technische nimmt dabei eine Sondern׳.!• luug ein. Wir woluicn einem Aufruhr der Maschinen gern seinen Beherrscher, den Menschen, hei, der in! letzten V.־• ment in sich 7n»ammenbricl1t durch die Fiitsililossciili.' Dan», der den eisernen Kolossen beweist, daß der Men״’ nicht ihr Knecht zu werden braucht, sondern Ihr Herr sr: kann, wenn er cs verstellt, ihre Kräfte zum Besten alte ariszumit/cn. Das Flugzeug wird nach Abenteuern im Rc..'׳ der Vögel, auf der N'egerinsel usw., durch einen Sturm ä immer höhere Regionen getragen und landet schließlich aal dem Sterne der Gerechtigkeit, von dem aus die Ocschrt• nisse auf dem winzigen Stern Erde mit einer scharte Objektivität betrachtet werden. Durch den Fernseher!urä den Kindern auf einmal klar, was Sprachengewirr, Krieg urt Mord, Spekulation und Ueberpradukikm, Arbeitsio-igkcit urt eine Verteilung der vorhandenen Werte nach egozentrisches Methoden für Unglück!!her die Weit gebracht haben. Mt Lichtgeschwindigkeit werden sie von diesem gliicklichrrn Stern wieder zur Frde geführt, die Tramnfiguren 1׳cwin!׳c! wieder Fleisch und Blut, die Hexe und deren Sohn, ilie vr:• suchten, ihrer! Flug zu hindern, sind wieder der nerti'^ Schulkamerad und dessen Mutter geworden, die da! ctimüf• ten Kindern das Ausruhen auf den Treppen ihre* verwehrten, das Lufiroß aus glitzernden! Stahl, da» sie W, verwandelt sich wieder in das kleine Modell aus Zeitungt■ papier, das sic verfertigten. Die Einstudierung der Aufführung lag in den IFimlwW Alfred Wolf, der auch die sehr geschickte llcarheituiii! י;״ Stückes besorgte. AI« Regisseur leistet Wolf wieder Mb(' zeichnete Arbeit. Seine kleinen Schauspieler, ,w-scidä״'*■' dem Kiuderdorf Ben Schemen atigehörend, sind von einer w großartigen Natürlichkeit, von einer solchen Freiheit Sprache Und Bewegung und fern aller Verkranipülieit״ ׳” man wohl — allen Ernstes — *ich hier eines Lu’« Nachwuchs für die paiä«tinensischen Bühnen wird h<!,c können. Besonders hübsch die Szene hei den Mengen» ׳ fresscru, die Sitzung der Vögel und die Klee, die Kinder lieh in den Lüiten fliegend zu zeigen in einem erleuchte ' Apparat, der, auf dem Dach des Sclmliianscs ״׳*™0״,י kontrastreich von der sonst gänzlich dunklen Szenerie den palästinensischen Naclitliinmiel siel! ahlieht. Die des Ben Schemen-Lehrers Glianau Eisenstadt paßte sich 0׳ Ganzer! gut an. Die literarische Bearbeitung der heH-mW ׳ Ucbertragung von Uri Jukohnvit/ besorgte Abraham */' 0,י? . Gegenüber der Tatsache, daß das Stück keine Inhalte aufzuweisen hat, stellt der Wert eine» szeimcn 1,-׳ gebauten Stückes, das den darstellenden Jungen und •"׳K, ebensoviel Freude gemacht haben wird wie der zuüdiaucn * Arbeiterjugend. , Die sehr gelungene Einstudierung der Tänze m' ”, Stück besorgte ebenso wie die Einstudierungen der (!<-יךגי Volkstänze, die eine Gruppe von Jugendlichen am Nacnfl" _,־ des nächsten Tages vorfuhrten, Tanja Wcllhocncr, l!<7 ׳ gegangen ans der Schule Trympi-Skorouell. Die Tan/gmPF die gleichfalls aus Dilettanten siel! zusammensetzte, « sich als ebenso begabt wie diszipliniert, der cinsü!d«rw Künstlerin ist jedenfalls hohe Anerkennung zu zolhm• Manfred 0«>י• Dm 20«׳itigc Programm, in dem für «Ile wesentlichen Konkurrenten Vor• und Zwischcnliiufe angcscUt werden mußten, wurde »war Hott und pünktlich ahgewickeit, aber die Kampfkraft und die Nerven der Teilnehmer Ulten unter dem Uebctmaß der *u absolvierenden Vorkümpfc. Das Echo, das diese Meisterschaften auch in deutschen Sport• kreisen und in der Tagesjrrossc gefunden haben, können den Deutsehen Makkiitiikrei* auf seinen Kriolg besonder» «toll machen, Er hat durch die Meisterschaften unter Beweis gestellt, daß er der führende jüdische Sportverband Dculichlands ist. «, infolge Raummangels können wir über folgende Verans^ tungen erst In der nächsten Nummer berichten: 1. Tennismeisterschaften des Deutschen Makkabikrcisc*• 2■ Stafettenrudern der Arbeitsgemeinschaft jüdischer Wa»!flk Sportvereine in Berlin auf tler Dahme. 3. Jüdisches Sportfest in Danzig. 4. Sportplatzweihe des Makkabi Chemnitz.