Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 72-73 (7.9.1934)
- Date
- 1934-09-07
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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)ISCHE RUNDSCHAU S P o RUNDSCHAU Nr. 72/73. 7. SEPTEMBER H34 ^1! I «4M (I 1« Blrh. Ü-'Ud. L1 וייb- ■$port, f§׳׳,Kmn. m 'יי'• V» fl״ w0h fün jeaJ (HmIhL |!k r!:rz. i'-rinnts. liMkp.tdi (va 1:<נ Auf Ifogon folgt Sonnenschein Rwii ... Regen und noch- 1,'*וייs Regen war der Cmnidlon des Vortages. Alle, die a1״ ji'1disehen Sport in Berlin interessiert sind, ergingen sich in schwärzesten Prognosen für das grolle Ercignis, das den Höhepunkt der diesjährigen jüdischen Sportsaison I)entschlands darstcllcn sollte. Ein Spötter behauptete unserer Sportredaktion gegenüber, daß wir cs diesmal mit der Berichterstattung sehr leicht haben würden: wir sollten einfach ein Photo der Rcgcitvcrsichcrungs* police ahhilden. Und doch ■— am Sonntag früh stand cs fest, datf die p? 111 s (!1 e n Makkabi-Mcistcrsc haften 1034 im f,>ü-Sla<lio11 an der Avus programiitiillig stattfimlcn würden, denn der Wettergott hatte ein gnädiges Gesicht aufgesetzt ״,j Same und blauen Himmel über die Landschaft ausjrheitet. 1000 Zuschauer! Schon in den StÄdthnhnziigcn, die zwischen 2 und 3 tllir 8)d1mill,1gs aut den westlichen Strecken verkehrte«, konnte nun bemerken, (lall ein grobes jüdisches Ereignis in dieser Oegciui st.iüfand. Zahlreiche jüdische Jugendliche, zumeist in jäimn Gruppen, waren zu sein״׳, und je mehr man sich dem Stadion näherte, desto größer wurde der Andrang der fuilpiper und Anlos, die liinausstrchtcu. Itmctt das rrwaltigc Rund des Stadions mit seinen hochragenden Tribunen, auf dem grünen Rasen und der Aschenbahn belebt von den Wettkämpfer« in ihren schmucken Trikots und umssiimt von einer immer mehr wachsenden Menschenmenge aus allen Schichten des Berliner Judentums, Jung und Alt, sarh• vcrst.mclig und nicht sachverständig, aber alle gefesselt durch die Leistungen jüdischer Jugend, die unten gezeigt wurden.?0011 Zuschauer! — Das größte jüdische Sportfest, du jemals in Deutschland ahgchaltcn worden ist, ein Markstein׳ rieht mir in der Entwicklung des ״Makkabi“, sondern des jüdischen Sportes überhaupt. Aal den Tribünen Zahllos die Prominenten, die der Veranstaltung beiwohn- •en. Vertreter der deutschen Sporthchördc, des Rciclissport- Stars, der Leitung der Olympia-Ausbildungsgemeinschaft waren erschienen und sahen, mit welcher Begeisterung Sportler und Publikum bei der Sache waren, und welche Leistungen unter nicht immer einfachen äußeren Umständen erzielt werden konnten. Besonders akklamiert wurde das Mitglied der F.xckutive der Jewisl» Agency, Prof. Brodctsky, aus London. Vertreter der Berliner Jüdischen Gemeinde, der Rciehsvertrclung der Deutschen Juden, des Preußischen Landesverb,andes, der Zionistischen Vereinigung für Deutschland und vieler anderer Organisationen waren auf den Tribünen zu bemerken. Audi die jüdische mul die allgemeine deutsche _ Presse lieft cs sieh nicht nehmen, dem wichtigen Sportcreignis beizuwohnen. Hervorragende Lclslungon Die Leistung:«: Immer muß man bedenken, wie schwer cs die einzelnen Vereine oft haben, im Rahmen der vorhandenen 1r.-1i.1i11gsmüg|iel1kdteu Spitzenkönner ausznbilden. Und auch die Meisterschaften selbst boten den Kämpfern eine sclnvicrige Aufgabe, mu Ilten doch die V 0 r k ä 111 p f e am glcieben Tage bestritten werden wie die Entscheidungen, was an Korperkraft und Nerven außerordentliche Anforderungen stellte, Hot/dcm: Der Sieg eines Sch att mann über 100 m in 10,8 Sek, ist eine hervorragende Leistung und bleibt mir um eine Zehntelsekiimle hinter der von Borclmieyer hei dem deiitscli-schwei/oriselien Lämlcrwcttkampf erzielten Zeit zurück. Auch Sterulicbs 2<lO-1n-Lauf in 22,5 Sek, ist rühmenswert. Leider konnte Orgler sieh den erwartungsvollen Zuschauern nicht in llöelisiforni zeigen, da er sich eine schmerzhafte Fullvcrletzung /«gezogen hatte. Metzger lief für die Alten Herren den HXl-ni-Laiif in 11,5 Sek. und fand mit Recht dafür Beifall. Der lloehsprung von Blank und Wasser mit 1.75 m und die Leistungen von Schulmann im Kugel- Stollen für Frauen mit 10,•12m tiiul im Diskuswurf mit 31,28 111 sollen gleichfalls besonders betont werden. Schließlich hat clic bewährte 4111,11 1(10 - m - S t ,ר f f e I des Bar Kochba B e r 1 in in einer Zeit von 41,5 Sek. vortrefflich abgeschnitten. Dia Ehrenpreise gingen: Ehrenpreise waren zahlreich vorhanden. Ein Preis der Reich «Vertretung der Deutschen Juden für denjenigen Makkabibezirk, der am besten absehncidet, fiel an Berlin- Brandenburg; die zweite Stelle erreichte der Bezirk Westdcutscbland. Der Preis des Berliner O e m c i 11 d c v 0 r s t a n - des für die 3111.11 1000-m-Sfnffel wurde vom Bar Kochba- Hakonh Berlin gewonnen. Der vom Verlage der ״Jiidischeu Rundschau“ gestiftete Ehrenpreis für den Sieger in der Thcodor-Mcrzl-Staffcl für Jugendliche gelangte in den Besitz, der Jiigend-Sportabteilung des Bar Koehba-Hakoah Berlin, Ein Preis des Reichs Ausschusses der jüdisc 11 e 11 J ugenuverbände Deutschiands wurde von lilCim 1/3 t 'י |lg* ifir f; -ft. ■t* f Iß * ft I 4 141 kf ׳; t״ ■rO J ״v*p״ a מ \%p: i st AA ג" י. "־/, t i . 1 Vf- ׳( ' " ' ׳■' V :׳« : x-.-y ■ s f. . S ' י X x r j ,.ע w* •. ■ י, ג«,,.- l־^f•! 1-* 'י־.- * v־׳ ׳**״**< 1' יי. ״T j:\% ||d1־rt,3M, ׳ 1869 ׳ de( iuilc. lisch li? / ׳1 10.12! ,׳) | i |Vrg.« 11״ Ih,/ ׳ ‘ß. 1 JLohre* p '!יnß1: "׳ zirSifl! ••;׳!. ן I h^ \i | 21 tarn ל #.! I -dis, n 21. ו Sblt ״ V' s f׳“־, . 1 fW״"*.■ ■ * s . ,| . ,..׳ ׳[';'• < I. יי e■%' .'4", .׳ ׳: ' .י:!׳;׳ ו־;* r־"! I ־'• .׳. V י' ׳• t i ( .' j 5? A % 1 ' ,'י A ' Z 4 \ ' ,, , v׳, i ■. K1 ץ׳ ־»׳ י ׳L s ו•■ ■i M: v׳, 7 63$ i Kur*' ,'׳dm׳ Ich Hobf. V V *3081. m ■!ג9 ויזרו | Rail״«• I jilttm» ^-2 Uhr. i.Dori!» ti, .. tt 1 L I. Di. 1c•1 ״ ,, , inn.m-Laul in 13,2 Seh. — 2. Start sum 800-m-Lauf: mif der Innenbahn der tR,e Kendsurra, 110 nburg. 8 י Aufmarsch.• 3• Gruppe dn Mahhabi Harair, *t. Vor den Iribünen, 5. Hakoah- Köln .יי ,yr>:ln' Hahoab-Wuppertal. 3• S*h. *inen neuen Makkai'i-ilehord aulstellte. — 6. Bfldt auf die Irtr dif dXlOO-rn-I-rauenstallel. di. m 55* folo: , ג Abrakam 2. 4 e: H.,b.r. MU der 4 mal 4D0-m-Staffd für Männer des Bar Kochba Berlin gcwoii 11 cn. Weitere Staffelelirennreise gewannen die Hakoalt Köln und die 4 mal lOÜ-in-Slaftel des Berliner Bar Kochba- 1 lakoah. Die Provinz gefiel Berlin dominierte naturgemäß schon durch die Stärke der von ihm gestellten Mannschaften im Gesamtergebnis. Trotzdem zeigte auch die ״Provinz“, daß sie etwas gelernt bat. _ Besonders sind in diesem Zusammenhänge die Vereine in Köln, Breslau, Hamburg, Frankfurt a. M. und Wuppertal zu nennen, die teilweise hervorragende EinzeV könner besitzen und insbesondere ein vorzügliches Nach• w u c h s m a t er i a I aufweism. So ist die Hamburger Läuferin und Siegerin im lUO-m-Fraucnlauf Kendziora erst 15 Jahre -׳■ r ■tff' yr.yr; J / ,i 4 דל'*’׳”־"" י t>s>Ki 4-'•־ '> - * 1*1 •* »? 4 •י *•י י * m* , # ~־#* •י:•r» ־ ״^י % » י ׳•'*%*.. J ■*. * , ־ .4S ׳ 1“"*יי und die Ztuchauermcmcn. Gymna*tfhuorJührung Hnzr Berliner Mädchenabteilung alt, und eine der Mitglieder der siegreichen 4 mal 100-m- Fraucnstaffcl der Hakoah Kolli gar erst 13 Jahre! Aber auch Berlin hat in dem 17jährigen Walter Cohn einen vielversprechenden Nachwuchs, der die 8(K) m in bestechendem Stil in 2:08,0 Min. lief. Die Zukuiritsperspcktivcn sind also durch• aus günstig. Und die lugend! Ueherhaupt die Jugend! Dies war das Schöne an diesem Sportfest, daß cs nicht nur ein Fest karnpfgewohntcr Athleten und eines s|10rtlich begeisterten Publikums war, sondern daß Jugend aller Altersstufen sich an ihm beteiligte und damit bewies, daß der Gedanke des jüdischen Sportes, wie! er im Makkabi gepflegt wird, eine Sache des ganzen Juden•• tums ist. Wer hatte sich nicht insbesondere über die frischen Gruppen des Makkabi llazair und des J. P. D. gefreut, die unter Trommclklaiig am Aufmarsch teilu,alirncn und in ihrer kleidsamen Kluft mit Fahnen und Wimpeln dem Feste einen besonderen Glanz gaben. Daß die ganz Kleinen auch etwas für Belustigung sorgten, wenn sic nicht immer die rechte Marsehlinic enthielten, sei mir nebenbei erwähnt. Der Höhepunkt: Aufmarsch und Ansprache Dr. Prinz Der Höhepunkt des Ganzen: der große Aufmarsch aller Teilnehmer. Da erschienen die einzelnen Makkabivereine aus allen Teilen des Reiches, die Leichtathleten nicht weniger als die Fußballer und Hockeyspider, die Tennisspieler in ihrem schmucken Dreß, die Boxer muskulös und kraftvoll, und all die anderen Sparten de« jüdischen Sportes. In der Mitte die F a h 11 c 11 g r 11 p p c, voran das zusaminengemllte Banner des Deutschen Makkabi - Kreises, das der Mannschaft auf der zweiten M .1 k k a h i a h in T e I - A w i w im Frühjahr 1035 vorainvclicn soll und an dies«« Tage geweiht wird. Und dam* die Banner und Wimpel all der Gruppen, die sich hier zusanimciigcsclilosseii haben. Unter scharfen Kommandos erfolgt der Einmarsch. Das weite grüne Feld ist bedeckt mit den Zügen der einzelnen Abteilungen, die cs bald zum größten Teil einiichineii. Vor das Mikrophon tritt der Präsident de* Makkabikreiscs, Dr. R a b a u, zur Begrüßung. Sodann spricht Rabbiner Dr. Joachim P r i 11 z. Er weist auf die kommende Makkabiah in Tcl-Awiw bin, wirft einen Blick־ zurück in die Geschichte der jüdischen Sportbewegung in Deutschland und zeigt den Sinn der Makkabibcwcgung, die die Epoche der Assimilation überwand lind durch ihre Mitarbeit beim Aufbau Palästinas ein geistig und körperlich erneuertes Juden• 111111 schaffen will. In diesem Sinne gibt er dem Banner die Weihe. Während sich alles erhebt, ertönt die Hatikwah, Dann ieder Kommandos, und im Laufschritt verlassen die Abteilungen das Spielfeld. Das Publikum macht mit Das Publikum nimmt an allen Phasen des Sportfestes lebhaftesten Anteil. Nicht mir der Aufmarsch und die sich daran anschließenden gymnastischen Vorführungen fesseln sein Interesse, sondern auch jeder einzelne Kampf und die durch Lautsprecher bekamt!gegebenen Resultate erregen es stark. Die besonderen Lieblinge werden durch Zurufe ermuntert, ihr Höchstes ber/ugeben. Und iti der Tat scheint es, daß sic unter der suggestiven Einwirkung der Tausende mit doppelter Kraft kämpfen. Der Endspurt der schweren Prüfung des 5000 in -Laufe s, in dem der Berliner Werth cn gegen den Kasseler Rosengarten knapper Sieger blieb, war so eines der dramatischen Momente, in dem all die Tausende, die sich von ihren Plätzen erhoben, gleich* sam selbst Mitwirkende waren. Epilog Die Makkabi Meisterschaften sind vorbei. Sic haben gezeigt, wie die Makkabi-Sportlcr zu kämpfen verstehen, und welche Leistungen sic zu erzielen wissen. Zahlreiche Makkahirekorde sind an diesem Tage gefallen. Nun geht die Arbeit weiter. Sportlich und nicht weniger geistig im Sinne der jüdischen und zionistischen Er- Ziehung jedes Einzelnen von ihnen. Wenn in einem halben Jahr in Tcl-Awiw im Kreise der jüdischen Sportler aus der ganzen well um