Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 72-73 (7.9.1934)
- Date
- 1934-09-07
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 8 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 72/73» 7. IX M» O» p« י־,'/ *׳יי* JUdtfdml t/0*% Atice (Jmmdm,) Gemeinschaftsmusik in Palästina I. Musik auf dem Jugendtreffen in Den Schemen Audi dir schönste tausendfache Kcr/en/nubcr, auch das geradezu raffiniert ziisaniinengcstelllc musikalische Programm Helfen uns über die Tatsache nidit hinweg, dali wir auf dem Treffen der Arbeiterjugend in Ben Sehenicn einen Freitag- »abeml — und eigentlich aneli einen ganzen Schabbath — ohne jüdische Lieder erleid haben. Am Ercw Schahhnth hurte mau in einer Lehe noch ein paar schüchterne Versuche, Smires zu sinken — ein Beweis dafür, dal! ein Bedürfnis danach vorli.uuleii war und ein leiser Protest — aber schon begann das Orchester mit einem Werk von Bach — und man fühlte sich in eine ganz andere Weit verset/t. Zugegeben, daß die Selmsucht der Ai heiterjngend 11.־ich einer aktiven Musik seht, dal! sic SynajMvgales und vieles P.seudo-Volkhafte im jüdischen I ied als zu passiv oder zu kontemplativ empfindet; aber erstens hüben wir auch aktive Lieder (z. li. unter den chassidischeu Tanz- und Marschnigmiim, die man lange nicht put genug kennt), 11ml zweitens gibt es -- wie gesagt — grolle Teile der Jugend, die eine starke Beziehung zum jüdische» Lied haben. I);dl am Freitagabend dieses Bedürfnis in jedem Juden wieder lebendig wird, auch wenn er noch so weit von der Tradition weg ist, das bedarf wohl keiner Frwülmtmg. Daß dieses Bedürfnis an einem so festlichen Freitagabend in Palästina nicht durch etwas anderes, wenn mich inhaltlich oder künstlerisch Jloch so Erhabenes zu ersetzen ist, versieht sich von seihst. 1111 übrigen hatte die Musik hei dem Fest (über das an anderer Stelle berichtet wird) eine zentrale Aufgabe. Sic wurde fast ausschließlich von den! jungen und talentierten Hans Eisen ftiiilt geleitet, bearbeitet und komponiert, einem Frankfurter Musiker und .Schüler von Bernhard Schics. Eisenstädt ist bemüht, in Ben Schemen eine Musikerziehung auf den Grundlagen auf/ubauen, die in der ganzen Welt als wesentliebste Grundlage ajlcr Musik gelten: dämlich auf der Kunst Bachs. Das geschieht keineswegs nur durch Unterweisung, Anleitung zum Hören nsw.» sondern in erster! inic durch aktive Mitarbeit der Schüler, der Poalim, sowie einiger sehr guter Berufsninsiker. Auf diese Weise ist ein kleines Kammer- Orchester entstanden, an dein sich Mitglieder der verschiedenen Kwuzolli beteiligen. Man kommt zu den!*rohen von weither zu Fuß — wahrhaftig kein kleines Opfer nach der Schwerarbeit während des Tages!, aber wieder ein Beweis dafür, wie groll der Hunger nach musikalischer Betätigung auch liier bei den Poaliin ist. Für dieses sehr ordentliche kleine Orchester hat Eiscnstädt ein Fcstpiogranim zusammeugestcllt, das Werke von Jacob Loewe, Mozart, Vivaldi und Mach enthielt. Die Stücke von Bach waren sehr eigenwillig gewählt: eine Fuge aus dem ״Musik,ךlischen Opfer“ und eine Arie ans der ״Matth,:ius|1nssi011“, deren Text sieh nicht eignete und die darum von Eisenstiidt als reines Instrumentalst tick gebracht wurde. Besonders gut wurde der ״Basso Conlimio“ durch gezupfte Streicher dargestellt. Da Bach seine Musik ohnehin so geschrieben 11.1t, dal! sie — wie jede konsequente polyphone Musik — nicht an bestimmte Instrumente gebunden ist, sondern als eine Art ״imaginärer Partitur“ gedacht ist, kann man gegen eine derartige Bcarbcitung nichts ciuvvemlvn. Es wird dadurch eigentlich nichts an dem Werk verändert, und es ermöglicht die (tesehäftigimg mit vielen Werken, die sonst liier nicht durchführbar wäre. Es!miß allerdings betont werden, daß sich nur der Stil der alten Kontrapnnktikcr dafür eignet. Eine ,•meiere Frage ist, ob ein Musikstil, wie er liier gepflegt wird, fällig ist, eine Massenwirkung auszuüben? Kammermusik wirkt naturgemäß am stärksten im kleinen Kreise, in einem kleinen Raum. Schon die akustischen Verhältnisse der Freilichtbühne vereiteln viele gutgemeinte Wirkungen, und die Konzentration des Hörers ist im Freien eine ganz andersartige als in! geschlossenen Kaum. Das l’rohlcin wird ja auch durch die besonderen klimatischen und räumlichen Verhältnisse nicht gerade verein facht. Gleiches läßt sich etwa über die Volkstänze sagen, die Eisenstiidt mit demselben Orchester spielte. Hier hätte die Art der Musik wenigstens eine breitere und volkstümlichere Wirkung haben können, wenn der kleine Klangkörper dein nicht widersprechen würde. So beschränkte sich der angenehme und vcrieiiHTte musikalische Eindruck wohl auf diejenigen Menschen, die schon eine entsprechende Einstellung dazu niitbraclitcn. Einen breiteren Effekt hatte Fisenstädts hübsche, färben* reiche Theatmnusik zu dem Festspiel. — Es besteht die Frage: Wie sollte und wie kann eine Genicinseliaftsmusik — Spiegel einer erstrebten Dorfkultur — beschaffen sein? Auf dem ganzen Kiiinuss hörten vvir — wie gesagt — keinen Ton jüdischer Musik, eine Erscheinung, die ja zurzeit in Erez Jisracl gesetzmäßig zu sein scheint und hoffentlich bald vorübergclien wird. Auch J1־l1uda Tseliertoks Chorlieder wirkten keineswegs jüdisch; die Melodik hat eher Acliidichkeit mit alten deutschen Liedern, und das Ganze ist so stark von der deutschen Singbewcgung beeinflußt, daß auch hier noch nicht der richtige Weg zu liegen scheint, wenngleich der Chorgesaug die erfolgreichste und natürlichste Lösung verspricht. Was liier in Palästina entstellen könnte (und wohl auch entstehen wird im Laufe der Zeit) ist eia palästinensischer V o I k s in u s i k s t i I, der sich aus jüdischen, arabischen, aber auch .aus russischen und deutschen Elementen zusnmmensetzen und trotzdem zu einer F.inheit kommen wird. Es ist selbstverständlich, daß darin die Musikcrzielumg (auch die dörfliche) nicht beschlossen sein kann. Pio Arbeiterjugend muß — wie in anderen Ländern, so auch ׳hier — zur großen Tradition der europäischen Musik geführt werden, und in diesem Zusammenhang sind Eiscnstädts Anfange in Ben Schemen selbstverständlich auBcrordentlieli wertvoll. Auf diese Weise wird und muß siel! auch ein Weg zur Gcgenwartsnnisik finden lassen und so zu den Möglichkeiten einer volksinäßigcn Musikproduktivität. II. Neue Arbeiterlieder im Emek Von einer ganz anderen Seite geht der Komponist Stefan Wolpe an das Problem heran: er schreib! treffsichere, lapi• darc. rliytlimiseh gestellte Arbeiterlieder, deren I lanpNärkc in ihrer Dynamik liegen. Wölpes Slil ist 'kämpferisch, aufrührcrisch, zur Aktivität »»spornend. Er ist seiner ganzen Einstellung nach gegen jede Art von Romantik und Acsthetiz.ismus, lehnt traditionelle jüdische Musik selbstverständlich völlig ab, ist Anhänger einer höchst aktuellen Gcsinnungsimisik. Die Arbeiter reagieren auf diese bewußt primitiven Lieder, denen hebräische Texte unterlegt sind, sehr stark. Da dieser Stil etwas Neues hier ist — während er den Deutschen ja längst vertraut ist — gibt es noch keine Interpreten dafür, und die Einstudierung der Chöre liegt ebenfalls in Stefan Wölpes Händen. Woipcs Lieder sind — bei aller Einfachheit — durch fragen durclirütfcllni Geistes mit den Erkenntnissen Und Fähigkeilen eines wirklich modernen ' Komponisten. Gegenwärtig bereitet Wolpe eine Feier itt Haifa vor mit einem großen Ulmr »ach einem Gedieht von Kipling sowie mit Arbeiterliedern, die den Chaluzim im Emek bereits geläufig sind. Fs versteht sieh von seihst, daß auch Wölpes Produktivität mit ״J ü d i s e I! e in“ nichts zu tun hat und auch gar nichts damit zu tun haben will. Fs ist jedenfalls interessant, daß die Juden in den ersten Momenten 11 er Verwurzelung mit ihrem eigenen Volk und mit ihrem eigenen Hoden gleich wieder wcgetrehcii von ihrem Seihst — ruhelos —, auch in ihrem Mnsikwollcn. III. Volkstümliche Musik von gestern F.s gibt einen bestimmten Musiktyp, der hier im Verschwinden begriffen ist, der jedenfalls immer mehr an Einfluß verliert. Dis ist das volkstümliche Lied, das ein bilk’hcn jüdisch, ein bißchen slawisch und ein bißchen deutsch ist; ein Gemisch aus osl jüdischem Volkslied und Zutaten aus der Melodik um 187(1 herum und aus I lorraniclodirn. Das Ganze ist ״nicht Ei sei! und nicht Fleisch“, etwas sentimental und etwas romantisch, ohne klar erkennbare melodische Suhstanz, mit einem mühsam auf geputschten Schwung und meist wenig wertvoll vom musikalischen Standpunkt aus. l.cider wird dieser Genre liier in Schule und Kindergarten noch fast ausschließlich gelehrt lind dem breiteren Publikum im Salon mul Kon/als,aa! als ״jüdische Musik“ vorgestellt. Diese Art Musik ist natürlich für die Musikkultur des Landes eine große Gefahr. Die Kenner werden mit Reellt von dem, was sieh ihnen hier als jüdische Musik aiibietet, ahgestoßen, und die Jugend wird weiterhin' an einen minderwertigen Musikstil fixiert, der längst überholt ist und keine Lebenskraft mehr hat. Dem muß ein Stil gcgeuiihergestcllt werden, der das Atmosphärische der palästinensischen (also z. B. der arabtsehen) Musik eiufäugt und mit den lebendigen Tendenzen verbindet, die die Arbeiterjugend von heute bewegt und der zu allererst das umfaßt, was an traditionellen! jüdischen Musikstoff lebendig geblieben und crneucrungsfäliig ist. Ein Stil, der aus dem Lehen herauswächst, der die Qualitäten eines reinen und urwüchsigen musikalischen Laientums kultiviert, ohne im Dilettantismus stecken zi bleiben; ein Stil, der siel» nicht parteilich oder sonstwie fesuegt oder der nur aus einer Stimmung, aus einem Geist, aus einem Inhalt einseitig geschaffen wird, sondern der gerade die Vielfalt, den ganzen latenten Reichtum des jüdischen Wesens widerspiegelt. Palästina rühmt sich zurzeit eines sehr entwickelten Musik- Icbeus und Kunstverständnisses. Viele Musiker von Namen und großem Format sind bestimmend und eiuflußgcbend. F.s muß angestrebt werden, daß die Volksinusikpflcgc davon profitiert, ohne ihre quellende Kraft dadurch cinzubüßcn. Andererseits wird der Bcrufsmusiker oder der Hörer, dein bisher mir klassisehe Musik etwas bedeutet hat, mit Viel Gewinn aus dem schöpfen können, was liier noch von den uralten Tiefen hccsprudclt. Jüdische Lieder — neu und alt«nCll ״Mcthai" (Worte: Rachel; Melodie: Awraham Schu-it. Bcgleltunj»! M. Rablnowitz (Verlag ״Musikab Laam1י|ץ “׳׳ Awiw). Kleine Musik-Nachrichten Die erste Einstudierung der palästinensischen Kammer* Oper ״Serva Padrona“ von Pergolese und ״Das Mädchen von Ehzomlo“ von Offenhacii (Regie: Benno F r ä n k c 1, Dirigent: Karl Sn 1 om 0 11) wurde in gleicher Besetzung wie in Tel- Awiw zweimal mit viel Erfolg auch in Jerusalem niifgcfiihrt. (Die zweite Aufführung geschah auf den ausdrücklichen Wunsch des Iligli Commissioners.) Wie wir hören, bereitet Kammcroper für den .Saisoubcgimi eine Aufführung des ״Be* trogcucn Ka d i“ von G I!1 c k vor. Professor Rudolf Cohn (ehemals Königsberg) vernn» stalfcfe in seinem Hause einen sehr interessanten Reger- Abend, in dem er eine große Reihe von Regers Klavierstücken aus allen Zeiten seiner Entwicklung mit viel verständnisvoller Einfühlung zum Vortrag brachte und durch einige Worte erläuterte. Zu diesem Konzert fand sich ein Kreis derjenigen Menschen ein, die sich auch für neuere Musik interessieren. Eine Vorführung modernerer Klavierwerke gehört in Jerusalem zu den grollen Seltenheiten, und man war «lern Interpreten für das Kciuienlerm ii von Werken, die man liier nie zu hören bekommt, um so dankbarer, als Max Reger ja zu denjenigen Komponisten gehört, die die zeitgenössische Musik vorgealint und — in vieler Hinsicht — cingelcitet haben. Haydns ״Schöpfung", über deren Aufführung durch den Dirigenten N. Ford 11 aus b c 11 Cissy liier bereits belichtet wurde, wurde — natürlich mit hebräischem Text — im Amphitheater der Hebräischen Universität nutgeführt. Die lyrischen Stellen waren recht hübsch, über die Kürzungen läßt sich streiten (manche sind berechtigt, andere nicht). Das Orchester hat vieles verdorben, so daß eine wirklich frische, kräftige Dynamik leider vermißt wurde. Auch diesmal erschien der High Commissioner und alle bedeutenden Persönlichkeiten an der Spitze einer großen Hörerschaf. Die Jerusalemer ״Musical Society“ ist unter Vorsitz von Dr. Heinz Herrmann neu begründet worden. Der jüdische Chor ״H a n i g 11 n“ begibt sich demnächst auf eine Konzerttournee nach Rumänien. Der Chor, über den au dieser Steile ausführlich berichtet wurde, hat große Erfolge in Palästina zu verzeichnen. Zu dem letzten Gedicht der hebräischen liiihlerir! p,,.!.. hat Abraham Schwadron, der nicht der mtisikalisdn-t! h' nngehört, eine durchaus edle und eritde Melodie geahmt'" für die Meiiasrlic Rahinowitz. eine Begleitung lieferte derartige, gewissermaßen inofli/icilc Lieilproduktion gf/ Palästina recht häufig; fad jede Kwu/ah hat ihre imisik.ilisrh" Talente, die Fieder erfinden; freilich meist, 01111 e d'aif sH diese mehr oder weniger grolle Talentiertheit recht auswir1;1׳ kann. Fs bestellt gar kein Zweifel, daß auf diese Weise aß'' band Begabung, die besonders die Juden aus dem (\\m , bringen, verkommt. 111 den Kwu/oth wird musikalische p" gahimip iiieht übermäßig limiigcsilul/t. Es ist ja auch et', tumiöglieh, daß hei so schwerer körperlicher Arbeit nebenbei etwas Nennenswertes auf musikalischem (kbjet w wickeln kann, Die Erfinder derartiger, halb volkstümlich'״ Melodien sind meist auch auf diejenigen Produkte sehr sg,;' die mir gute Ansätze zeigen. Es fehlt ihnen ja jede \1' gleiclisinögliclikeit, also jeder Maßstab. Vcrdlna Sctitionskv: Image* Palcstinlcnnes (Collcctl™ ״Mlzmor“, Edition* Salabcrt, Paris). ' * Verdina Sclitionskys Erstlingswerk unterscheidet sich ן mehr als einer 1 liusidit von dem, was einem sonst unter d-'r Marke ״jüdisches Lied“ vorgeset/t wird. Die Kompomgj hatte im Orient Gelegenheit gehallt, sich in das arabische Melos cinzuhilden. Da sie eine talentierte Musikerin ist u? zudem bei ihrem Lehrer Darius Milhntid gelernt hat, y!j moderne Kompositionstcehnik heißt, da ihr außerdem <1* schönen Texte ihres Bruders Abraham Schlionskvn: Vorlage dienen konnten, sind hier koloristisch reizvolle* Tu!', bifder entstanden, die einen recht gelungenen Versuch dy. i stellen, die Luft und Farbe Palästinas in Klinge zu fan~cn Wir haben schon öfter betont, daß die Klang,luffassiing'ch: französisehen Impressionisten sich für die Untermalung jui scher Lieder besonders gut eignet. 111 diesem Werkelt,- ist uns wieder ein Beweis geliefert, daß liier ein Weg lic.» der vom All/mäliliclicii wegfuhrt. Gangbar ist er aber nw, wenn Pliantasie, Originalität und Können daliiutersteckt. Au.1l die Technik V. Sclitionskys hat ihre Gefahren; es gibt Partien, die an der Grenze des Schematismus liegen. Im ganzen j,: diese Musik in ihrer neuartigen Dynamik aber durchaus vir׳, versprechend. Es ist viel Neues hiiijjctupft und mit ücsclik; zusamincnmonticrt. Eine Kindcmnislkzcifschrift: ״Zlilitn“, herausgcrfcbcn vm Wand Ssnif Hamorim Biruschalajim; redigiert von" Jochcbcd Dostrowsky. Die Zeitschrift ist für Kinder von 8—12 Jahren gedacht; sie enthält — in einfachem I lehr.'iisdi — kleine Aukiß:, Musikgeschichten, Zeichnungen, Nntenbcispicle. In leiclitkh lieber und fesselnder Weise wird den •Kindern allerhand Leben und Schaffen der grollen Tonmeister erzählt; ö: Kenntnis der Musikinstrumente und der einfachsten imi'iU lischen Kunst formen wird den jungen Musikhcflissenrn 1 n• geführt. Die ersten zwei Nummern enthalten die Bi״fc׳r.1pl1m von Mozart und Haydn, ein chinesisches' Märchen, die W■ rühmte I iaydn-Screnaile, Erklärung vieler Mttsiknusdriickc, «.1 Zwiegespräch 1111 Konzertsaal und viele Rätsel. Pie rlriUr Nummer erscheint gleich nach den Ferien. Mitarbeiter 11. . Unter der Redaktion des palästinensischen Musikkritik« und Direktors der Tel-Awiwer Musikschule ״Uctli Lew»״!' Menasclic Kabinowitz wird demnächst eine hebräische Musikzeitseliritt zu erscheinen beginnen. Aut der Preise schlägt •kf in 1'alidiM in einem längeren Aulsalz im ״Dawar" Dirigent Clicmia Win a wer vor, daß man K n a b c n e h ö r c cinriehten soll, i )ie Kinder der orienl.1UM.hen und Ostjihlcn haben meist außergewöhnlich s.liüue StiimM. die aber meist aus Mangel an Pflege durch die Mutali"» verloren gehen. Um diese Stimmen nun vor dem Untergang zu retten, sollen zunächst kleinere Cliorgruppcii entstehen, me unter Leitung eines Faehpädagngen zusammen arbeiten »w später zu größeren Choren in dm drei ll.mptstäilten vereimd werden. Dabei soll cs elie Aufgabe■ sein, das Stimimderia1 ungetj fälirdet (Hier den Stimmwechsel liinwcg/iibringeii und ף entwickeln. Damit im Zusammenhang soll die Sammlung >'״' Aufzeichnung von Volksmclodii ri stehen, die sich liier über« noch in reicher Fülle vorfimlci» (was bereits mit mehr 0*ז weniger großer Exaktheit geschieht .- Amu. d. Red.)■ Win3"tf meint mit Recht, daß dies doch Itier die nädistliegemlc!1'“יי‘ katisclic Aufgabe wäre, ela sie mit dem Empfüiihmgdehcn ostjiidischcn und orientalisch-jüdischen Massen enger 7115*™• mcnbiiigc als die Beschäftigung mit westeuropäischer Kui»׳• musik. Die Musikabieilunö der Jerusalemer Universitätsbibliothek die von vielen Musikwissenschaftlern, Pädagogen und Musik- Studenten ständig in Anspruch genommen wird, enthält bereits eine beachtliche Auswahl von modernen Musikwerken, ltcsonder* die modernen Franzosen sind durch ihre Klavierwerke ziemlich reich vertreten. Infolge des rapide wachsenden Musikleben* wäre es wünschenswert, daß tlic Musikahteilung nach allen Richtungen hin au *gebaut wird. Dazu ist selhstvcrstündlich die Hilfe aller Musikfreunde nötig, die die Wesentlichkeit dieser Institution erkannt haben. Es ist anzunchmcn, daß viele deutsche Jude», die nacli Palästina übersiedcln, einen großen Teil ihrer Noten und Musikbiiclicr zurücklassen, verschenken oder gar fortwerfen. Sicher findet sich darunter viel Material, das sowohl für die Bibliothek als auch für die Schüler der Musikschulen von Bedeutung sein könnte. Wir bitten hierdurch alle diejenigen Privatpersonen, Komponisten, Verleger usw., die der Universitätsbibliothek Musikliteratur! c cm'.'s, /1','11״;1״״״א ״*- seine Begabung braucht überlassen wollen, diese — möglichst unter vorheriger Mit- Lri.i״' "'*,l1 Besonders betont zu werden. Er ist ein teilung, um welche Werke cs sich dabei handelt — an die s ch Sei״״!!> ״ *ind1 '* lst, mcht, ganz ausgeschlossen, daß ״Hebräische National- und Universitätsbibliothek“ Jerusalem zu ״ ״'e'" M'1, v? den anderen durchsetzen wird. Jedenfalls senden. verbindet sich hier das Temperament eines von den Zeite .-י > Palesiine Conservafolre Dn* erste Schuljahr des Jerusalemer Conservatoire (D1, tung: Emil Hauser) wurde Mitte Juli mit drei große» ScIhiK'־ koiizcrtcn beendet, denen sich die Scliiilerpriifnngen an־ schlossen, ln de» Konzerten hörte man Schüler aller AJh'j' stufen, Solo- und Enseinbleleislnngen, Gesang. Klavier, Heil•׳ Cello, Flöte, Guitarre, Trio, Quartett und Kainmerchor. B|C Zahl der Besucher war enorm. Das Prüfen ging im der modernen, auf psychologische Momente ged'ätzlen U; dagogik vor sich: kein Finsehijcliterii, sondern zwang!»'1•' Vorspielen. Geprüft wurde außer von dem Direktor um! ‘111' Fachlehrer mich von Lehrern der anderen Fächer. Aid ü״llM der Jahresarbeit und der Priiluiigeu wurden Zeugnisse gestellt. Unter den ßcstiaiern des Konservatoriums seif״ Mf־ Bowman (Education Department) und Sir Arthur Wa« c h o p e genannt. Durch Vermittlung von Mr. W. A. Stewart miß N. Portcous erhielt die Meisterkiasse eine wertvolle Cw von W. W. Cobbett aus England geschenkt. . , > , Uic ״Gesellschaft der Freunde des Palestinc Conscrvalon' ist nunmehr fest konstituiert. Sie umfaßt 60 MitgM": Vorsitzender: W. A. Stewart (Education Departm«'1׳׳ Sekret*!־•. Df. Helena Kagan; Schatzmeister: Harry Vite 1 e s. Das neue Schuljahr beginnt am 15. September u״° endet am 15. Juli 1935.