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Jüdische Rundschau · 1934-09-07 · Heft 72-73 (7.9.1934) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 72-73 (7.9.1934)
Date
1934-09-07
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCH E RUNDSCHAU Nr 72/73, 7,!ץ Jüdisches Leben in England L. London, Im August. Der Blick des dc1dseln,n Judentums Ist heute nur auf seine eigene drückende I;»ge und auf Palästina als Erlösung gerichtet. 1 »ocli tut es not, daß wir uns auch Umsehen, wie es den Juden in anderen I ändern geht, um unsere eigeutüm• liehe mul iiinmtiirliche Stellung unter den Völkern der Welt zu erkennen. Und nicht nur dorthin sollen wir schauen, wo jüdische Not das Lehen verkrüppeln nuill, sondern auch in jene (legenden, wo noch glückliche Juden wohnen, im vollen Besitz ihrer bürgerlichen Rechte, in Freiheit und Wohllmhcnheit, und wo dennoch diese scheinbare Blüte etwas vor• täuscht, sv,1s auch dort mangelt: Kulte, Sicherheit und ge* suiidcs organisches Wachstum. In der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts landeten jüdische Massen ans dem Osten, erstickt in der dumpfen Fuge russischer und polnischer (Jhetfos, gehetzt von blutigen Pogromen an der Krisle von England, das ihnen gastliche Aufnahme gewährte. Diese Menschen brachten handwerkliehe Geschicklichkeit und kaufmännische Begabung mit: dank ihrer Anregung blühten neue Industrien artf. So blieben sie, da man sie brauchte, iit dem engen Rahmen kaufmännischer Berufe gelangen. Aber auch bei dem alteingesessenen eng• lisclien Judentum sind weil weniger als im früheren Deutsch• fand freie und akademische Berufe von Juden besetzt. Erst die jetzt heromvaclisende (leueration wendet sich mehr dem Studium zu. Bürgerliche Behaglichkeit Breite Schichten des englischen Judentums leben tu jener wohlhabender gediegenen lliirgcrlicfikeit, irr der das Leiten mit ruhigem Ihdsschlag Freude und Schönheit des ))aseins atmet. Bisweilen erinnert der patriarchalische! ehensstil an jüdische vornehme Häuser, wie sie auch in Deutschland zur Zeit unserer Großväter und Vater bestanden. Und dann kamt lit.'tii sieh des gespenstischen Eindrucks triebt erwehren: Mau sieht einen rückwärts gcdiehlcn Film, Unser eigenes Juden• Schicksal hi Deutschland um einige Jahrzehnte zurückfekurbelt. Von banger Ahnung erfüllt, dal! auch dort eines ages ein Zusammenbruch kommen könnte, warnt man die Menschen, nicht allzu sicher zu sein. Aber sie blicken einen kopfschüttelnd 11ml mm'ättbig lächelnd an, oder sind wohl auch erzürnt, aus ihrer Kulte nufgeschcucht zu werden. Wie sollten sic auch in solcher Atmosphäre nicht in traumhafte Sicherheit eingewiegt werden, Man blickt von iltrett Hättsent, den typisch englischen einstöckigen Villen in blühende Gürte» hinein, Inseln stillen geborgenen Heim• glucks, Geregelt nach den tmimistöllÜclu'1) (icsetzci! _ eines englischen Tageskurs fliclli das Leben dieser jüdischen Menschen in sanfter Strömung dahin. Es ist sonderbar, wie int jüdischen Zuhause, — und mir im I leim kamt man in England überhaupt Menschen kenuenlerucu, — die schöne Tradition des englischen Heims sich mit der anheimelnden herzlichen Wärme der jüdischen Tradition verbunden hat. Religiöses Lehen Vor dem flackernden Feuer des Kamins stellt der eng• lischt- Tcctisclt, gedeckt mit der ihm konventionellen Anmut, mit dem feierlichen Zetenumicli seines!:inschcnkeus, das diese Mahlzeit ztttn Mittelpunkt gesellschaftlichen Zusammensetns gemacht hat. Alter am E r e i t a g a b e 1t d ist dieser Tisch seltsam verwandelt, bestrahlt von dom Schein silberner Kerzen und dein feiertäglichen (ilauz. beseelter (iesiehter, Und plötzlich befinden wir uns nicht mehr in England oder irgendwo auf tler Welt, sondern auf jüdischem Boden aut Sahli,itli, und wenn auch nur die Diele des Zimmers Ute jüdische Erde ist, auf der sieh ureigenes Lehen entfaltet. Uiierscluittcrt ist die Trmlitionsvcrbiimlenlteit des englischen Judentums. Ich war seihst Zeugin folgender Episode: Ein angesehener jüdischer (iroßkaufmann, der Bczielumgen zur (indischen Aristokratie hatte, lud eines Freitagabends einige niclifiüdisrhe Freunde aus den ersten Kreisen ztint ()inner in sein I laus. Bevor die Mahlzeit begann, reichte der Diener auf silbernem Tablett schwarze seidene Mützen für die Haste herum, die ihre Köpfe damit bedeckten, und dann sprach der Hmisbcrr den Segen über Brot und Wein. Diese Haltung ist charakteristisch für die des Juden wie für die des Engländers. Achtung für die eigene und Achtung vor der fremden Art. Würde und Selbstachtung ist auch das Heheiittnis der Stärke des englischen Judentums, das seiner Eigenart treiigcWiebeu ist. Englische Juden sind nie den Üefahreii der Assimilation so verfallen, wie die deutschen Juden. Sie besitzen ein stolzes jüdisches Bewußtsein, ein 'empfindliches jüdisches Ehrgefühl, so daß alle Schmach, die Juden in anderen Ländern zusiößt, als eigene Beleidigung empfunden wird. In jedem jüdischen Klub, ' der kleinsten jüdischen Loge findet die jüdische Not aus allen Ecken der Erde einen Niederschlag, und immer strömt Hilfe uttd Opferbcreitschaft zurück. Vereinswesen Wohltätigkeit ist religiöse Pflicht, und das englischt׳ Judentum ist religiös tief verwurzelt. Die Synagoge steht in England noch int Zentrum jüdischen Lebens. Cilcicli* zeitig gruppiert sich um die Synagoge die weltliche Oescllig• keit dieser Kreise. Den Synagogen angcschlosscn sind so• genannte Sutagogcu-Vcreine, ״Synagogue-Ouilds“, die in der Art von ״Kluhst ihre Mitglieder zu geselligen Veranstaltungen, zu Vorträgen, ja zu Tanz, Sport und Spiel versammeln. Durch die Gruppierung wird die Konzeiitration der jüdischen Bevölkermtg auf bestimmte Wohnviertel erklärlich. Es hat den Anschein, daß mitten int Herzen von London völlig ahge* sonderte jüdische Kleinstädte liegen.׳ Denn nicht nur in I .׳ist l'tul wohnen die Juden zusammen, sondern auch in vornehmen Wohnvierteln haben sie sielt zusammettgcfuiulctt. Allerdings ist diese Absonderung auch durch die eigentiimliclie gesellschaftliche Struktur des englischen Lebens bedingt, die jeder sozialen Schicht, ihren festhegreii/len Platz nnweist. Ein wesentlicher Onutd, warum sieh noch in England jüdisches Volkstum so rein erhalten hat und sieh nicht mit der englische» Umwelt mischt, ist die nichtjüdische Welt selbst, die bei voller Achtung der anderen Art eine Vcr* miscluutg ablehnt. So bestellt gesellschaftlich eine starke Wand zwischen Juden und Nichtjuden. Zionismus Welche Rolle spielt in England der Zionismus? Man mußte anncluucn, daß in diesem noch ursprünglich imelU'iiden jüdischen Leben der Palüstiuagcdankc sich in voller Blüte entfalten konnte. Und doch, obwohl sich in London das Zentrum der Jewisli Agency befindet, obwohl England mit dem Bau des Jüdischen Nation,־ilheims als Maudatarmacht auf das engste verknüpft ist, in englisch-jüdischen Kreisen ist die zionistische Bewegung noch matt, und wenn sic in breitere Massen dringt, wtfd sie oft nliilantropisch verwässert. Nur ein kleiner Kreis zionistischer Menschen hütet die Idee mit Aufopferung aller ״ lI.' stößt inan fast niemals auf einen weitaiiscltaulieh begründeten scharfen Antizionismus, fast niemals auf Der Weg dieser Menschen fuhrt von East-Eml md! w, in London und leider nicht nach Palästina. Alter ,1.'^ soh man den Mut nicht verlieren, man soll gerad« l■ tl״|■'• diesen jüdischen Massen arbeiten, hier die Jugend י'“ ז will nt11 ׳ versuchen.“ I; :Die erste Bresche Und die erste Bresche ist geschlagen \jm . . Monaten hat «Ich in London der englische ״if ech!'*י organisiert. Vier Hachscharaliplätzc sind entstand«(, ״A a' erstcifmal Ist unmittelbar jüdisch-englische« Ldu׳n in Strom des wirklichen Palästina eingeschaltet. Von : "י‘ sollte ntan cindriitgeti in die zahllosen Itmendkluh« ,J' jene Ass imilalioti, welche im früheren Deutschland zionistische Arbeit so schwierig machte. Die Feinde der zionistischen Bewegung sind hier Gleichgültigkeit mul Sattheit, Egoismus und tmluiikcnlosigkeii, Ich hörte einmal einen zionistischen Studenten sagen: ״Wir werden den Zionismus in l'.iiglaml zu keiner Massenbewegungmachen können, solange er keine ,bread amt butter »piestion‘ (Magenfrage) ist, sondern nur Idealismus und eine starke Einbildungskraft verlangt, Palästina liegt!teilte noch zu weit von unserem wirkliche» Leben entfernt.“ , , . Ferner soll man eines nicht vergessen: der Zionismus in England ist dadurch gefördert, daß England die Mandatarmacht Palästinas ist. So günstig dies zunächst für eine *io* «״Ille man eindritigeti in die zahllosen Jugendklub־ c - itlsliselte Werbearbeit scheint, so ergehen sieh doch gerade End, die vorläufig nur Ping-Pongumi Tanz!■*י1.־’ aus dieser Tatsache (icfaltrett. Es bedarf nicht des frucht- Dieser jüdischen Jugend sollte man den Weg jn« pl: barm Kämpfergeistes, der die Idee vorwärtstreibt_ und neues zeigen, nicht die selbstsüchtige Emanzipation des p;« , (leidet erobert. Bei Versuchen, Neuland zu!gewinnen, muß In Ulttck und Wohlstand, sondern die Befreiung eines J''” man auch mit der englischen Eigenart rechnen, die sich neben Volkes zu einem gesunden und produktiven Leben *tel den äußeren Formen auch In einer Abneigung gegen Theorc• tisierc'ii timl weltanschauliche Vertiefung zeigt. Als ich vcr- ־ suchen wollte, in Fraiienzirkeht zionistische Bildttiigsktirse eiit/tirlchfcn, warnte mich eine Zionistenführcrin Im Ton komischer Verzweiflung: ״Helten Sie sielt keinen Illusionen hin, wenn die englisch-jüdischen Mädchen geheintet haben, rühren sie nie mehr ein Buch an. Auch müssen Sie gewisse Worte, die 80 gerne hei Ihnen gebraucht werden, ,Prohlemaiik‘ und ,Weltanschauung', unbedingt vermeiden. Zlottisliseltc Arbeit in England setzt eine andere Mentalität voraus und man ist gezwungen, andere psychologische Mittel zu gebrauchen.“ Die Juden In Charbin Handschuhe Spori Mode Schneemann Kurfürstendämm Frauenarbeit Dabei sind in der zionistischen Bewegung ln Etudaud die Frauen ein besonders reges und tätiges Element, Die Wizo, die Weltorganisation jüdischer!•Tauen, hat Ihre Keimzelle in I.oiulon und ihre Eührerimuii, bedeutende Fraueitpersöttlieh• ketten, gehen der Organisation immer nette Antriebe. London und die englische Provinz sind mit einem Netz dieser Frauen• gruppen durchzogen. In Versammlungen, unter Wahrung zeremonieller politis ' r Formen, aber auch im intimen Kreis privater Veranstaltungen wird ernste Arbeit geleistet. Die Vorbereitungen für einen Basar, für ein Gartenfest dauern oft monatelang. Solche (iarteiifestc gehören zu dem Anmutigsten eitglisrli-jiidisclter Ocscllipkeit. Auf schimmernden grünen Rasenflächen englischer Parks bewegen sieh itutge schöne Frauen, Btiutgesehntückfc Buden sind nnfgcstcllt, iti denen junge Mädchen ans der besten Gesellschaft allerhand Seihst• gefertigtes verkaufen. Die Stimmung Ist leicht und heiter, Lampions werden entzündet, cs ertönt Musik, matt tanzt auf dem Rasen, mnn flirtet. Fast vergißt man, warum dies clgentlieh alles geschieht, aber die Veranstalterinnen liefern am nächsten Morgen Tausende ab, das Ocld Ist für die Kinder• Aliiah aus Deutschland bestimmt und bedeutet junges starkes Leben in Palästina, Führt jedoch von diesem Lehen leichter Geselligkeit, so fragt ninti sielt unwillkürlich, eine wirkliche Brücke zu dem Lehen in Palästina? Genügt cs, nur Gelder zu sammeln, ohne auch die Seelen zu sammeln und aufzuriitleln? So bewundernswert die Organisationskraft und die Groß- Zügigkeit der Sammelaktionen ist, so muß matt doch feststellen, daß sielt das englische Judentum in einzelne» Gruppen, fast könnte tnatt sagen, sozialen Kasten, absondert. Von den Gruppe» des Westens, wie sic vorläufig beschaffen sind, kann keine Brücke zurück zu dem indischen Leben im East-End führen, von dem oft ihre Großväter ausgingen. Die Massen des Easi-End Die jüdischen proletarischen Massen sind bisher nicht ergriffen, nicht einmal nngcriihrt von der zionistischen Idee. Und gäbe cs eine ernstere und dringendere Aufgabe als In diesem brodelnde 11 Kessel jüdischen Lebens die Flamme nationaler Begeisterung ztt entzünden? Aber bl* jetzt steigen nur die trüben Dämpfe eines ungezügelten Tätigkeitstriebe« und verzweifelter Lcncnsgier aus diesem Chaos attf. Wenn inan an einem Sonntag mts der toten Stille engliscltcr Straßen mit der Untergrundbahn nach Aldgafc fährt umi ans dem Dunkel in die breite Whiteehapclstraßc steigt, wird man sofort von einem quirlenden Menschenstrom weitergcvisseit. Plötzlich ist man nicht mehr in England, sondern in einem anderen Lande unter einem anderen Volk südlicher Lebhaftigkeit, das von wildem Lebenswillen vor• vviirts gepeitscht wird. Nur jüdische Namen auf den Laden• schildern. Nur jüdische Gesichter. Und doch Ist cs kein Ghetto mehr. Man stellt kaum noch Gestalten in Kaftanen, die ostjüdische Hülle ist gefallen, Die Tünche eines seichten Aincri* kanismus prägt sieh in diesem rasenden Tempo, im Ausdruck der Gesichter und auch in dein modischen Aufputz aus. ln der Hauptstraße sind die Läden nach der letzten Mode aufgemacht, alles hat hier den Anstrieft ievantinisclier Eleganz und aiifgeschmiukter Wohlhabenheit. Aber wie sehr täuscht diese Fassade. Nur auf der Hauptstraße ist Amerika. Aber aus den Nebenstraßen dröhnt mit dem Lärm der Jahrmärkte die Musik des Orients. Bunt )tätigen die Tücher vor den Buden. Mitten auf der Straße stehen die Ausrufer und preisen mit geilender Stimme ihre Waren an. Hier wird alles geliamlell, vom Kochgeschirr bis zum elegantesten Damenm,־mtel. Vor den Koniektionslädcii gehen die Verkäufer auf und ab, sprechen die Vorübergehenden an und bitten sie cinzutrcten, liier ist eine Mischung von orientalischem Basar und russischer Kleinstadt. Hier schwirren jüdische und eng• lischt־ Sprnchbrocken dttrclieiumtdcr, Iller ist noch die von englischen Formen ungehemmte Volksseele, die sich in tir• sprüngliehen Ausrufen l.uft macht. Iller ist noch das Ghetto mit seiner Verschmitztheit, seiner Lcbeiislmst und auch Heiner tiefen Innerlichkeit, das erlöst werden müßte. Geht man noch weiter, so bricht die Buntheit und der Lärm plötzlich ab. Graue (lassen von tödlicher Eintönigkeit gleiten ins Endlose, und der Geruch von Schmutz und Armut hängt schwer in der I litt. liier gibt es keine zionistischen Tees, denn hier gibt es keine Salons, sondern nur Prolctnrierwohimiigen, liier gibt cs keine Gartenfeste, denn liier gibt es keinen Harte», nicht einmal duetp grünen Bannt, Umi matt begreift, warum es schwer ist, diese Menschen für den /.ionistmts zu gewinnen. In ihrem Kampf um das Brot des täglichen Lebens, in ihrer wilden Jagd um ein bißchen LeheusglÜcU haben sie keine Zeit, mit über ihr Schicksal ernst uaclmidcnkcn. Die Aeltcrcn halten zwar noch das ursprüngliche warme jüdische Gefühl, das sie aus dem russischen Ghetto^!nitgebraclit haben, und Palästina ist mit ihrer religiösen Sehnsucht verknüpft. Die neue Generation alter hat mir ein einziges Streben: Geld zu machen, um aus diesem Viertel Itcrauszukommen. Wer hier zionistisch arbeiten will, muß sich auf die Märkte stellen, auf der Straße in einem Knäuel von Mensehen reden, ׳.::ul an jede Tür, an jedes Herz klopfen. Und er dart nicht entmutigt sein, wenn er hart abgewiesen wird. Eines Tages sagte der Direktor einer jüdischen Volk»• schule in East-End zu mir: ״feit habe zwanzig Jahre meines Lebens vergeblich versucht, hier zionistische Propaganda zu treiben. Sie können sich von der Lethargie, von der Stumpfheit dieser Seelen keinen Begriff machen. Die Jugend flieht vor der Enge der alten Orthodoxie in eine oberflächliche Welt, man erlebt in East-End die Befreiung aus dem Ghetto, die erste Emanzipation. Es scheint, wir müssen erst dieses Stadium überwinden, um zur eigenen Art zurückzufinden. Dem Generalsekretär der Wiener Israelitischen 111׳ Rabbiner Dr. A, Kaminka, sind über die ״״,«׳,״ Lage der jüdischen Gemeinde in Charbin (Mamhcliiirrim Rcmlc Informationen /iigcgaiigcn: Die Cieincimlc ״hu zirka 10000, hauptsächlich aus Rußlnmi stammen, i1׳1׳ (es waren früher Fl 000, es sind jedoch 1012 inht)«?• großen Ueberschwcnimiing viele verarmte Juden wcpgm-iT Viele von ihnen sind I lansbesitzer und nehmen;!*!’ jd und Industrie eine hervorragende Stellung ein. viele bcötl'* «ich auch in freien Berufen, Unter den russischen (w‘, der Ostcliilicsisclieu Eisenbahn (die jetzt (kgitidami f!f Konfliktes mit Japan geworden), Ixfimlcn sielt ,־u!ci! bedeutenden Posten, ebenso in Spitälern und Schulen die t‘• der filier 200<י km sieh erstreckenden Balm ver|»m!,!on ״.< Charbiuer Juden haben in den letzten Jahre!! q,;|, in Shanghai, in F i e 111 g 1 n, in Mukdcn und in d״ Hafenstadt Da Iren niedergelassen, Charbin hat zwei grolle Synagogen und einige kleinen* hü User, eine jüdische Volksküche, ein Altenheim, ein %*! eine jüdische Volkshank, eine Talmud Thora, einen judttj•• I Frauenvercin, eine Vertretung des Emigrationsbüros ״Hk׳״ und zwei russisch-jüdische Wochenschriften, von denen eן ״ allgemein zionistisch und die andere rcvisioiiMKili p! pp, von drei europäischen Stadträten Ist ein Jude, chauo'r Vizepräsident der Clinrbiiter I landelsk;immer und ein V״. | fit/cmlcr des Htindclsklubs. In der letzten Zeit hat dir d, notitische Lage der Juden sich verschlechtert, was aber nick:, mit Antisemitismus zu tun hat, sondern eine Folge der 'ft rtickdräitguiig de* europäischen Elementes durch die Jap!«• int. Eine judcnfcindlichc Hetze betreiben die zaristischen W״!■ gardisten, sie haben jedoch geringen Erfolg, Fine Anzahl jüdischer Avrztc ans Deutle!!, n d, die von den Hilfskomitees dorthin geschickt teurdn haben sich dort eine Existen begründen können. Budapest«* Brief Budapest, 2). August, Mit dem Hcrannalten der Feiertage hat atu״ ׳11.1 11 ׳jj. disclic“ Saison ihren Anfang genommen. Sie steht di.׳!!( »,-׳ Im Zeichen der Drlcgicrtemvahlcii zu dem vom Kulteminister H o m a n t'lnlierufoneti jüdischen Lat! des ko« greß, der die Aufgabe halten wird, das Or1׳at1!alio!!«fv der ungarl,indischen rteologeit (liberalen) Juden heit von I: auf moderne Grundlagen zu «teilen. Hofrat Samuel Stert «19 Präses der Pcstcr Isr. Ku!t!!ss:c!nciutle sowie der ncolo?׳ Lamleskanzlci hat unter Mitwirkung aller zu•.(.indigen Km• pcrschaftcn und Persönlichkeiten einen Entwurf vorgektt, de vorerst von einer vorbereitenden Lamlesvcnanmilun״ gut gclieillen werden soll. Einer der mcktiiindrittimii Punkte bezieht sich auf die proportkuicllc Teilung jener Sti'iirrci.1• gütige, deren Träger Fabrik- oder (lcsrhäflMmteriielmiffl i” der einen Gemeinde besitzen, in der anderen aber wohnha': sind. Besonders zwischen den beiden Schwester(!etmin.'n Pest und Ofen, die sielt wie City und Villenviertel zum■ ander verhalten, hat sich dieser Gegensatz /mrespitzt, hi! sogar eine auf eine vollständige Vereinigung Neider (ientem• den hinzielcnde Bewegung ansgelüst, die die jüdische OrflM׳ lichkeit monatelang in Atem hielt. Nun durfte die An׳:ckgra• heit wohl prinzipiell vor dem Plenum der L,wd1״sver!a!w• hing erledigt werden, zu dessen 20יי Vertretern die Artgch•^ rlgen des Pcstcr Kreises allein BXl Delegierte gewählt habe Das zionistische Leben hat ebenfalls begonni“ Jlzchak GrÜnbattnt hat mit den Führern der Zionislisrnn Organisation eingehende Beratungen ahgehalten, *,ihres. Prot. Samuel Klein von der Jerusalemer Universität «* der Landeskonferenz des Hanoar haittisrachl einen Vonn, über die Aufgaben der religiösen Jugend gehalten hat. •יי Der High Commisdoncr von Palästina, *ir Wauchopc, ist im Flugzeug in London entgetrofK In der letzten Sitzung der Exekutive tler jexvish Agew:' wurde beschlossen, dem Wnad I.ettnti für das hebt.11 sc“ Erz.iehungswesen Palästinas für das Budgetjahr den Betrag von JCP 20 000 all Subvention m Verfügung zu stellen. תרצה 19J4-19J? All• 8p«ndar d•• Ksran Kajemath L«|l«r1•• •rhalten •1• NaujahrsQruß au» Jaruaahm den Taschenkalender fUr das Jahr B8»9 DIE IUDITCHE RUNDStH *U Ubarraicht Ihren Leaorn mit Nr. 74 vom 14.fi• den Wandkalender des KKL für 56»» Neues Jahr — neues Landl i» sMms ר״ה QescUettk i*\ ut TIumUcUcm ~1A&k und uns schafft es neue ständige Bezieher, denn wer unser Blaff einige Wochen rege־ mäßig llesf, will es dann nichf mehr mlM®״

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