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Jüdische Rundschau · 1934-09-07 · Heft 72-73 (7.9.1934) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 72-73 (7.9.1934)
Date
1934-09-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
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31 72/73, 7, IX. 1934 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite S ן1ו1) ff n 1Kjim nc i 1i ט r 11 mit |111in־n Ti 11jit in• I die 1 : tsdtm;1 c 11 * 1dm Je!:enrliau‘1 yjmh'*-; eine ן wird, י CKIH 11141 > 4 latkninif tii'iiii ' \ n c1t :isiTl'f; /(ic- VC'ar*!;scliit von b1:cr In, s<1 Jr־J.1r!.; S1׳p- Sicsilll jlrclii•; 11 nun : jiiJon. :י «!!es wirf;■ t c a ז;. : 1 ohne •'' J an Mit- ן; ■ Ir ,jit! sie ״-•J ent i :pltaib;111! st!;{11UÄ- ־011 ■b iv.llfO : 'jilritts ״flirren Rosch Haschanahüedanken ja Richard ISeer-Hofmann* Schauspiel ״Der }unjie David״ Von Ernst Simon I. j)jS Judentum kennt kein eigenständiges Drama von kirnst- ■ •(C|1rr Ikdeutuug. j>er (iruml dafür hängt mit jenem für . < V'rbnt der!,iastik mul dem dadurch mitgeprägten Volks- *oidc ms.־n״MH’11: das Drama ist die plastischste unter den Eilenden Künsten: sein ,,Schöpfe!“ der goltälinlichste unter Meister» des Wortes, seine ״Schöpfung'‘ am ehest ei! eine *kleine’ Welt", ein bclclttcs Universum mit einander hekiimpicmleii 01!1',י verbinukteii ticsfalten, die, Abbilder ihres Ciesl.ilters, nn'd und von alten Seiten sichtbar sich im tue lisch- 1!cl1e 11 Raume bewegen, welchen Griechenlands (röttvrhilder , b״i| sliiiiini erfüllt haben. Hellenische Plastik und Tragötlie .•diöreii vhiit'O /iisinmieii, wie Israels tichorsam gegen den 5cl1״l'f1r der Welt mit dessen Verzieht auf sein und seiner ge- ,dJl'nieti Meiischniwett ruliendes oder bewegtes Bild. bin jüdisches Drama wird also in seiner StrukjUf von besonderer Art sein. Dies trifft auch für Richard Pecrdloiinamis Dichtungen zu. ״Der junge David" ist viel dicr ein dramatisierter ״Midrasch“ als ein Schauspiel im ge- ״olmliclie11 Sinne. Wie der Midrasch drängt sich der Dichter in die Lucken der biblischen Erzählung, ansspinnend, was dort ■■»!gedeutet, ergänzend, was dort fehlt; und gleich ihm!,leibt er dem (leiste der biblischen Begründung und Atinospbare treu, da ja echte Fortführung immer auch echte Be- »aliriing mul Uebcrlieferiing ist. Aber auch das litcrnrkritisch jn dem Werk eher negativ zu Bewertende: die zu starke Formuliertlicit mancher Sätze, jenes Spruch- und Sentenzenlüfte, das so oft die dramatische Ballung oder einen — seijenen — rein lyrischen Ton unterbricht, auch das gehört;um Charakter dieses Lehrgedichtes; cs will nicht nur und nicht vor allein gestalten und abscliildcrn, sondern eben tradieren mul lehren, wirken und verwandeln. Was unterscheidet denn, schon in der Bibel selbst, den jungen David von allen anderen späteren Königen über Juda und Israel? Vor allem dies: dab von ihm als einzigem die Jugend geschieh te hizur Krönung ausführlich erzählt »in!, und zwar in einem Sinne, der den künftigen Träger der jicssia nisclicn Hoffnung vorahnen labt. Dieser Daml ist kein uaftirhaft Mächtiger, wie Simson und Sani, kein Erstgeborener wie Kain mul i'sati, sondern ein Zarter und (ieisti- {tr, ein Jbugsier und von der Cm,■ule Erwählter wie Ahcl und Jakob, wie Joseph und Moses. Aber mehr: alle (iegiiersehaf- Kn, die den späteren Königen ihr Werk zersplitterten, wandein sicli ihn! zu Bundesgenossen: die Familie des fr übereil Königs verbindet siel! ihm durch Miclial, Sauls Tochter, und durch Jonathan, Sauls Sohn; die Priesterschaft übergibt ihm (!{,iiatlis Beufeschwcrt; (ml, der Prophet, weist ihm den Weg zur ״esdiielitezeiigeiiden Begegnung mit König Saul; die Masse dt« Proletariats sammelt sich um ihn in der Höhle Adnlam. Und noch mehr: selbst wenn er sündigen will, lallt die Bibel es nicht zu: schon ist er bereit, Nawal zn morden: Awigail tritt (inzwischen; schon will er, dem Vasallenschwur treu, mit dem 1 Pliilisterkönig gegen das eigene Volk ziehen: Eifersucht lind Argwohn der Philisterfürsten hindern ihn. Rein tritt er sein Königtum an, aiifgespnrt zum inessi,•mischen Vorbild — bis Prnfiiiig 11ml Tragik der Verwirklichung den König überkommen. Aber... so weit sind wir noch nicht. Des Dichters junger David zeigt nicht all diese Einzelrüge der biblischen Uebcrlieferiing, aber er ist von ihrem Kern her gestaltet. Sie seihst ist ja schon Midrasch — das Hort, obwohl eine nadibibliselie i.iteraturepoche bezeichnend, fallet sich bereits im spüthihlischcn ״Bliche der Chronik“ —, und wenn Hecr-I lofmatms David sicli zu verschiedenen Malen fegen den werdenden Mythos zu wehren sucht, der seine Micmligc Gestalt schon in diesen Jtigentllagen unwirklich timspinnt, so will sein Dichter ihn damit mir von einer falschen, | verniedlichenden und verliübsclienden Tradition abscheilten, | äw ihn zur ״Puppe“ macht, nicht aber von der echten «einer figenert Fortsetzung: denn er läßt ihn ja des späteren Propfidcn Ainos Worte zitieren, und seine Getreuen wissen, wie Midrasch von der Identität der künftigen Hauptstadt Jtnisalcm mit dem Berge Mnriali, wo Abraham den Jizcl1.uk W, vor allem aber: dieser David ist nicht minder Lehrer, ils er Feldherr und Fürst ist, also wolil kaum ganz jener Kfaif, der wirklich um das Jahr 1000 gelebt hat; dafür aber der, der noch heule in seinem Volke lebt. Und was ist mm seine Lehre? Sonnt־, M׳>nd stehn still — — damit ihr —יי• Nim ln־im׳H'ht'hrt — die alle WVisu pluiil, -Div ו i י.׳ ו ו s — suit je — all eure Notliham pfiffen! mISd (i 1 un/rn Mailen“ und ״Trihut“ erproM’11 — J'uf' mif den NarUvn seUen“ ־-~ ,.shuker Herr sein“ — An l’runk hrsaulun sieh — die Hnmst sah k*I/ein — — },!nif -— Sklaven tninmen so! W.ts sich im ‘liehU'11 Herr Weili und j rc i, tiiiumt — norh in Kulten — antlcis! , Daß die Aktualität dieser Worte größer ist als ihre llistori- 1 s(it, wird gerade der den Zustand unserer Bewegung sorgen- 011' ן bedenkende Zionist empfinden, aber sogleich umkleidet j “cr Pichler diesen Mahnruf in die Zeit mit einem nivtholo- ן jKch-midraseit isch en Motiv, das der Talmud als einen Rat J “0s kluge» Achitophel an David, in etwas anderer Form, verwährend jene Uelierliefeniiig nämlich erzählt, David a"c die sich öffnenden Urgewalten des Chaos dadurch zu- ,“^gezwungen, daß er Gottes unaussprechbaren Namen auf- Wirieb und j״ (|cn Abgrund warf, um dem sich nun schließenen nrit den! Bau des Heiligtums für immer zu versiegeln, »cifl der Dichter von dieser Kraft des Namen und Wortes liier "'ents^ — a״s ,!er, nebenbei gesagt, die Sprachphilosophie * I > k s ihre magischen Wurzeln zieht — sondern bei ihm s t5 das Miiclitigwcrden selber, das dein Chaos die Grenze der siegelnde Tempel wird auf Macht begründet, und GOTTES WONNE (Aus der Haftara für Sonnabend, 6. September) Wonne sagen will Ich, Wonne um IHN, um meinen Gott will meine Seele jubeln, denn «r kleidet mldv In Gewänder der Freiheit, schlag! mich ein ln den Mantel der Bewahrung, wie ein Bräutigam prlcsfcrglcldi prangt, wie eine Braut onlegi Ihr Geschmeide. J«. wie das Land Gesprofv auffahren lßfil, wie ein Garten wachsen 18St sein GcsStn, so lBhl mein Herr, ER cmporwachacn die Bewährung, den Lobpreis vor allen Erdsl8mmcn. Um Zions willen darf Ich nicht schwelgen, um Jerusalems willen ])<■ darf Ich nicht sllllseln, bis für es Bewahrung otisföbrf wie Llchtglenz, für es Befreiung wie eine Fackel brennt. Ansehn werden deine Wahrheit die Wcltsiömmc, deinen Ehrcnschcln die Könige alle. Rufen wird man dich mit einem neuen Nomen, den SEIN Mund prägt. Du wirst ein Prachtkrent In SEINER Hand, ein königlicher Stirnbund Im Griff deines Golfes. Nicht mehr spricht man dich an: Verlohne! dein Land spricht man nicht mehr an! Verödete 1 sondern dich ruft man: An-ih rmeln-Gcfallcr» 1 und dein Land: Gemeisterte! Denn ER hat Gefallen an dir und eh gemeistert wird dein Land. Denn wieder Jüngling die Maldchemclstert, bcmelstcrn sich dein deine Söhne, und wie dcrFreler Wonne hat an der Braut, Hat dein Gott Wonne an dir. /estfiajaftu, 01, Fers;10/ 11, 62, Fers 1/3 (Ucbetsetzung Huber - RosenzweigJ kummcnile S.ilil>:il, 8. Sepli'iulier, ist der Iclrtc der »itlKlv ״T r <11 י s»Mi a tc“, iiie sich »n den 'Iä.nirrtng den 9. Aw, der» 1.1g der Zer-Uiitm״• des Jeni-.ilcmcr T111|111׳ls, mi-ililicßcn. An jedem dl« -■ r S.ibli.ile «i״l ein Sni. k mir 11, in zwi iien Teil des 1:111111-, Jes.ija (von der HilieUnrselumg I)etilero-Jesnjn geimnm) gcU'M-n, 1101 im SO. K.1|nlel mit den \V1״u׳n ״Tio-lcl. Irn,u׳t mein Volk" lieelnnl. l-.s sind \n 1h| die liiiireiliemKleii I lull «rot 11 rlei >;11;1/en Juliie-, und (■Ihii •o wie der |'1״|וןו.ו in einer M 1t/ei! |;es|1r(1el1en hat, s<* emjiiinden »vir lleiuigen diese diÖivr.nnliiMhen Wolle i1c-o״der1 oufw iihlrnd. Die er-ie Il.thle die-11 Tru 11־ en lies Je-.ijo i st im liehiai -eleeu ie\l mit Jlrienhe der Uelicrsel/ung von IlulierKo-etirwi ig. die gerade in dirsem Shirke eineu l lidu|1uukl eircicbl, ids eislfs sriiijnei liämleln 11 der ,,Bücherei (lei Sehoeken-Verlagei“ rr-eliienen. deren Recht wiederum ruht auf der Bewältigung der Urticfcn unter ihr: ״Haß da drunten I» 1 c i I)c Urwirtc und Gcwidli“ Jedoch — so klingt hier Achitoplicls teuflische Weltkluglieit: man hraucht ״Gewalt doch, schon um den Fels den anderen ah/.u/.wiugen." Die volle Not der Frage tut sich hier auf: ohne Macht herrscht die chaotische Gewalt, aber ohne Gewalt ist keine Macht zu haben. David rettet sich in die Hoffnung, solcher Zwiespalt sei ein vorläufiger: eine Spanne Zeit des Uebcr• gangs nur werde genügen, um ihn zu heilen, die Menschen zu wandeln, Israel seine Pflichten selbst erwählen zu lehren. Aber gebt es ihm denn nur um Israel allein? Goit hat doch auch die Kinder Aranis und die Philister aus ihrem ״Aegypten“ geführt, und seine Ahne, die immer noch in sein Lehen limcinnigetulc, uralt dauernde, ist ja — Ruth, die Monbiteriii. Das Buch ihrer Treue und Bekehrung stellt zu Beginn; ihr Ruf bewirkt, am Ende, daß David, ins Herz getroffen vom Tode der Gattin, der Tochter des niehtjüdisclien Königs von Geschur, dennoch die schwere Krone des jüdisehen Königtums tragen will. Ruth, die Blutsfrcinde, weitet den Zusammenhang des Volkes zur Menschheit, und gerade auch deshalb heißt es von ihr; ״Wenn eine; je — i.-t diese aus Jisröcl“. Sic gibt allem Geschehen den überzeitlichen Hintergrund des Uricvtrcmeii und Menschlichen: man fühlt ihre Billigung bei dem Worte Jonathans zu Saul: ״Hassen zerstört den Hasser mehr als den Gehaßten!“ und bei der Mahnung des Propheten Gad an einen übereifrigen Jünger: ״Nie noch sprach Gott durch eines I lassers Mund.“ Und bei aller Märchenhafligki'it, die ihre Gestalt silbern umfließt, ist jedes Wort, das mit ihr im Zusammenhänge steht, geborgen in die Glaub- Würdigkeit allmählicher, gleichsam humaner Uchcrgiingc: auf die Kiiiderfrnge ״Und niemals sieht man sie am Tuge?“ ertönt die realistisch nuancierende Antwort: ״Selten!“, auf die andere: ״Ist Ruth noch schön?“, heißt es: ״Kiiii!, wie du lt',tg,s! ,sie isl Viel aller, als Sehemm׳! war“. Ihr angebliches ״Liebeslied“ aber wird ״vielleicht noch schöner“, als es seinen wahren Gegenstand — eint׳ alte Frau statt eines jungen Geliebten — enthüllt. Die einfache Treue und zuverlässige Prosa des echten alltäglichen Lebens wird hier von der Nichtjiitlin, die zur Urmutter Israels ward, in seinen Raum eingebracht. II. Rosch-Haschanali mul Jom Hakippurim sind die höchsten Tage des jüdischen Jahres, und sie sind, wie mau oft mit Recht bemerkt hat, seine menschlichsten: am wenigsten durch bestimmte nationale Erinnerungen oder Hoffnungen gcprägt. Die Mischlin erzählt uns, daß ursprünglich vier verschiedem• Daten verschiedene Jahresanfänge begonnen haben: aber aus ihrem Wettbewerb ist der ״Geburtstag der Welt“ siegreich liervorgegaugen mul hat sich behauptet gegen das po- Fidschi■ Neujahr der Königs/ählung, gegen das rein Naturhafte der Bäume, gegen das soziale und pricslerlidte des Zehnten uml der Joheljalue. Wenn auch diese Tage z. T. im Kalender ihre Spuren!unterlassen haben: Roit'11-1 laseliauali feiern wir am Datum der weitesten Bedeutung, mit dem wir die Wcltsehöpfung als Ganzes in Verbindung bringen. Dieser Charakter kommt, ob nun bcabsiclitigterweisc oder nicht, zu merkwürdigem Ausdruck in der Aufeinanderfolge der Thora- und Proplietcnabsclmitte, die wir an den beiden Tagen unseres Neujahrsfestes lesen. Wir beginnen mit Hagar, der ägyptischen Magd, die Abrahams Frau und Ismncls Mutter ward, ilaiin das bittere Leid des unter die Nebenbuhlerin und Herrin Sarah Sieh-Ik'ugeiuuüssens trug, dafür aber Rettung und Segnung des Sohnes enttäuschte. Nach dein Leid der Mutter aus fremdem Stamm folgt, *in Prophetcnabschnilt des ersten Tages, das der Nichtmiitter aus Israel: Hann,1h betet um einen Sohn, aber ihr stummes Flehen wird vom bcaintctcii Vertreter des Kultus, dem Opfcrpricstcr Eli zu Schilo, als das Fallen einer Betrunkenen mißverstanden: ihr Sulu* aber wird Sanuu'l, der Seher, sein. Der zweite Tag stellt dem Leid uml Trost der beiden schwesterlichen Frauen aus zwei Völkern Leid und Frhehinig des Vaters an die Seite: Abraham glaubt, seinen Sohn, seinen einzigen, den er liebt, Jizchnk, opfern zu müssen. Der Propheten,ibsclmitt schließlich fleht diese allmriischlichslcn Flcmcntargdiihlc der Mütter und des Vaters auf uml empor in die Gestalt der Volksimitter Rachel, die um ihre Kinder, um Israels Stämme, weint. Sie ist das Bild der Gemeinde Israels, und mir vom Vater dieses Volkes und der Menschheit kann ihr und uns Trost kommen, von ihm, den wir an diesen Tagen, tim! nur an ihnen bis hin zum Jom Hakippurim, ״unser Vater, unser König“ rufen, III. Als Juden treten wir immer wieder durch das Tor eines jeden imicn!;ihres auf den Weg der Menschheit. Bevor uns die nationale Erinnerung und Vergegenwärtigung des Volkssehicksals in den Walllalirislesten und Gedenktagen wicifcr umschließt, wird uns, als Menschen, die Welt gchören und vvir in ihr entsühnt. Dann aber schreiten wir in die volle verunreinigende Wirklichkeit des Jahres hinein, entschlossen, den Kampf um unsere Reinheit aiifztinclimcn, wissend, daß wir sie nicht gänzlich bewahren können, aber sie weder leichtfertig pi eisgeben noch ängstlich zurückhalten dürfen. Ganz so schreitet der junge König David in die Macht. Uria, der treueste Knecht, Gail, der Prophet, der ihm bislang da.s Volk sogar noch nicht genug gemalmt hat — sie werden auf seinem Wege gegen ihn stehen, weil er sich an ihnen verfehlt. Ans tiefer Sünde uml Sümleimot nur wird er zur Umkehr heimfinden. Trotz allem wird er auf den Weg entsamlt. Unser Volk aber, das wieder zu geschichtlicher Wirklich* keit lieimkehrt, steht ernster als seit Jahrhunderten vor der Probe der Verwirklichung, Furopas Geschichte sollte uns lehren, daß Macht uml Geist nicht voneinander lassen dürfen, weil sonst der Geist machtlos uml die Macht geistfern wird, »lall aber die elementare Natur des Menschen nicht vom Geiste des Menschen allein zu händigen ist, denn sie ist ja, eben als Natur, nicht nur des Menschen. Es bedarf eines anderen Geistes, um hier Herr zu Weihen, händigende Auswahl und Zucht zu üben und so die geeinte Zwienatur der zeugenddämonischen Urmaclit nicht zur Zerstörung zu berufen, son• »lern zum Bau der Welt. Rosdi llasclianah-Bofschialt des Präsidenten Roosevelt Einem althergebrachten Branche folgend, haben auch in diesem Jahre der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Franklin I). Roosevelt, und eine Reihe anderer amerikanischer Staatsmänner anläßlich des Rosch Haschanah- Festes Glück w ii 11 sehe und Gruß b o tsc haften an die jüdische B c v ö I k e r u 11 g gerichtet. Präsident Roosc• velt schreibt: ״Ich freue mich, aiiläßliclt des diesjährigen Rosch Haschanali-Festcs meine■ besten Wunsche fiir meine Mitbürger jüdischen Glaubens im ganzen Lande zu erneuern. Fs ist dies ein geeigneter Anlaß, irine/sihaltcn u!1d, indem vvir uns von neuem den Verpflichtungen des Tages widmen, das Werk fort/iisctzcn, das vvir gemeinsam mit allen Antcrikanern zur Verwirklichung der Verheißungen des Jahres unternommen haben, das vor v1!1s liegt.“ Weitere Glückwünsche haben der Gouverneur von Illinois, Henry Horner, der selbst Jude ist, der Gouverneur von Virginia, George C. Pcrry, der Gouverneur üifford Pichot von Pennsylvania und der stellvertretende General- Staatsanwalt der Vereinigten Staaten, William Stanley, veröffcntliclit. Bm in. [ mm $5 ־t t/ $5 mm ־־ ö&AffriqpAr 't&cwpH' to/zi 21?

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