Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 70 (31.8.1934)
- Date
- 1934-08-31
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 70, 31. V1 f! m Die jüdisch 'arabischen Beziehungen Palästinensisdw Wodtcmdtau Von unserem Berichterstatter, h. Tel-Awiw, 23. August. Der arahisch-jüdiselie Zusammenstoß hei Nathania, in dessen Verlauf ein arabischer Pfadfinder durch Messerstiche schwer verletzt wurde (s. den Bericht in ״Jini. Rundschau“ Nr. 67 vom 21. d. M.), hat zu großer Erbitterung in der arabischen Bevölkerung geführt. Die Spannung war in den drei Tagen, als das Schicksal des Verwundeten noch unbestimmt war, fast imcrti.־!glich. Die ägyptische Zeitung ,,Al Balag“ berichtete damals: ״Alles hängt im Lande jetzt von der Lage des Verwundeten ab. Sollte er sterben, dann sind unerfreuliche Lrciguissc zu erwarten.“ Die Lage des Verwundeten besserte sich jedoch, und dadurch scheint die akute (iefalir von Unruhen abgewendet zu sein. Die (ielahrcnherde in den arahiscli-jiidischcn Beziehungen haben sich jedoch in den letzten Wochen gemehrt. Die Frage der illegalen Liuwamlenmg und die arabischen Wachen bilden nur einen dieser (ielahreiilierde. Zweifellos haben die rege politische Tätigkeit und die Verhandlungen zwischen der Regierung und den jüdischen und arabischen Faktoren die politischen Differenzen wieder einmal in den Vordergrund gerückt. In dein politischen Kampfe um das Schicksal des Landes sind rein utilitäre und taktische Erwägungen mit emotionellen I lementen eng verschlungen. Die Ereignisse in Algier und die letzten Artikel der ״Times" haben die Juden sehr gereizt und dadurch Oel aufs Feuer gegossen. In einer Lage, die ohnehin mit .Spannungen geladen und wider• spruchsvoll war, konnte der Zwischenfall von Nathania zu einem Funken einer gefährlichen Feuersbrunst werden. Diese Gefahr scheint einstweilen vorbei zu sein. Allerdings beginnt erst jetzt der politische Nach• hall der Ereignisse der letzten Wochen, lind das eigentliche Problem wird aufs neue aufgcrollt. Dem Zusammenstoß in Nathania folgte (wie bereits kurz gemeldet) ein Manifest des High C o 111 m i s s i 0 n c r, das folgende drei Punkte enthält: a) eine Erklärung der Regierung, daß sic die strengsten Mittel anwcmlcn wird, um der illegalen Einwan• derung einen Riegel vorzuschichen; b) Verurteilung der P r i v a t w a c 11 e n der arabischen Organisationen und Ankündigung von schärferen Maßnahmen gegen diese Tätigkeit, die als illegal bezeichnet wird; c) eine Warnung an die Presse, sich nicht zu unbe• sonnenen und bedenklichen Veröffentlichungen von fal• scheu oder übertriebenen Nachrichten hinreißen zu lassen. Es bleibt abzuwarteu, wie dieses Manifest des High Commissioncr verwirklicht werden wird. Es scheint, daß die Polizei die arabische Bewachung der Grenzen verhindern, andererseits aber ihre eigenen Maßnahmen gegen die illegale Einwanderung in breitestem Maße und in schärfster Weise anwenden wird. Die arabischen Kreise haben auf die Erklärung der Regierung mit einer scharfen und ablehnenden Haltung reagiert, Die Arabische Exekutive hat gegen den Zwischenfall von Nathania und gegen die Illegale Eimvandc• rung protestiert. Der Eührcr der arabischen Natlotialbewcgiing, Dschenin! Hussein!, hat eine Proklamation nn die arabische Jugend veröffentlicht, in der er zur Fortsetzung der Tätigkeit der arabischen Grenzwachen auffordert und eine Mobilisicrung der arabischen Gruppen zu diesem Zwecke und eine Sammlung von Fonds ankimdigt. Diese Proklamation hat eine narhliaitige Wirkung ausgeübt und die ohnehin bestellenden Spannungen gesteigert. Von jüdischer Seite ist bisher keine Erklärung veröffentlicht worden; man wartet die Ergebnisse der beliürdlidten Untersuchungen ab, die jetzt im Gange sind. Die Presse ist zurückhaltend, und es wird vermieden, irgendetwas zu veröffentlichen, was die Lage verschärfen könnte. Die Regierung wird jedoch aufgefordert, die Kontrolle über die weitere Entwicklung der Ereignisse nicht aus der Hand zu lassen. Trotz der vielen Ciefahrcnhcrdc, die unter Umständen akut werden können, ist eine Beruhigung; zu erholten, und eine Wendung zum Besseren ist in den letzten Tagen zu verzeichnen. (S. dagegen die neueste Meldung auf S. 2. - A. d. R.) * Die Wahlen zu den Munizipalitäten haben die Geister in Palästina nicht in Erregung gebracht. Einstweilen sind die Wahlen in Haifa abgeschlossen. Eigentlich ging der Wahlkampt nur in dem christlichen Bezirk vor sich. Die Juden und die Moslems hatten Einheitslisten aufgestcllt. In der christlichen Kurie ist zum erstenmal ein arabi scher Arbeiter in eine Munizipalität gewählt worden. Obwohl gerade in Haifa eine ziemlich starke Organisation der arabischen Arbeiter bestellt, die geschlossen ihren Kandidaten unterstützte, bedurfte er angesichts der reaktionären Wahlordnurig, die das Wahlrecht von einem Vcrmögcnszctism abhängig macht, der Ur'rrstiifzung durch jüdische Stimmen. Die Verstärkung der Arbeitervertretung im Stadtrat in Haifa dürfte sich günstig auf die schwere Lage der ln kommunalen Arbeiten beschäftigten Arbeiter auswirken, Os ist interessant, daß trotz der politischen Spannung die Annäherung zwischen der arabischen und der jüdischen Arbeiterschaft erhebliche Fortschritte macht. Die Wahl eines arabischen Arbeitervertrctcrs und die gemeinsame Feier, die nachträglich veranstaltet wurde, sind nicht die einzigen Zei• dien dieser Annäherung, Diese Woche fand eine gemeinsame Versammlung der Vertreter der arabischen und der jlldischen Arbeiter, die bei den Stantsciscnb,־ihnen beschäftigt sind, statt. Es wurden die schweren Arbeitsbedingungen der Arbeiterschaft besprochen und beschlossen, Vorstellungen bei der Regierung zu mr'lien. Die Versammlung verlief in vollster Harmonie, ohne daß politische Fragen aufgeworfen worden wären. Es ist überhaupt ein reges Interesse an gewerksehaftlieber Organisation unter der arabischen Arbeiterschaft zu verzeichnen. Die arabischen gewerkschaftlichen Vereine, die noch in ihren Kindersclnihen stecken und keinerlei r rung besitzen, werden sofort vor das schwere Pr L! ‘ der Unterbietung durch die ans dem »lauי ״״ Transjordanien cingcwamlcrten Fellachen gestellt |>1» kurrenz dieser Einwanderung bildet für die arabisch״, , beiter das ernsteste wirtschaftliche Problem, von ■ir’ Zukunft und wirtschaftliche Lage abhangt. m '"6 Bei der «Ich ständig und schnell erweiternden »chaftsbasi» des Landes ist schon heute ein Man»,! arabischen Arbeitern vorhanden. Zweifellos ILV das Lohnniveau der arabischen Arbeiter bereits über j11 ״ her erreichte steigen, wenn diese Entwicklung nicht durch a Zustrom von billigen Arbeitskräften aus Transjordanie״ ״ hindert würde. ' 1 vtf■ Andererseits Id es bisher nirgends zu umniHelb״״ Konflikten oder schärferen Interessengegensätzen zwiJh Jüdischen und arabischen Arbeitern gekommen. Das Pmw der gegenseitigen Annäherung und der Knstalliuerune ״ memsanier wirtschaftlicher Forderungen ist nicht nur Iura'' jüdischen und arabischen Arbeiter, sondern auch (ür T gegenseitigen Beziehungen der beiden Völker von ־ Bedeutung. Jtroler Die algerischen Unruhen ״ ri,s 2?,־ August. (J. T. A.) Die Ausschreitungen Rss die jüdische Bevölkerung in Constantine werden in Memorandum des Vorsitzenden des jüdisch?» Konsistoriums von Constantine und Mitglieds a״ dortigen Sfadtrats, Henri L ellouchc, eingehend geschildert Aus dem Bericht geht hervor, daß die offizielle Meldung vm einer Profanierung der Constantiner Moschee durch einen jüd; sehen Soldaten falsch war. 1 Algier, 27. August. (J. T. A.) Der Vorsilzende der mohammedanischen Rcligionsgemeinde in Bö ne, Hamb! Koudya ben Abdullah, tritt den Meldungen entgegen, den« zufolge in Böne eine starke Spannung zwischen der timham mcdanischen und jüdischen Bevölkerung bestehen soll.!>?, Vorsitzende der Rcligionsgemeinde veröffentlicht in diesem Zusammenhang eine Erklärung, in der cs u. a. heißt: Bit Israeliteri von Böne, die eine friedliche und arbeitsame ׳B«. völkerung sind, leben und arbeiten stets in gutem Ein• vernehmen mit den Arabern.“ in Ted - ^esekenk Ul Ut jluhd&cUm - A&OMt&ned Sonder-Angebot für neue afändige Bezieher; Lieferung ob sofort bis Ende 1034 gegen Vorouszohlung von nur RH v).־־“ ü Drei Gedichtbücher Manfred Sturmann, Wunder der Erde. Gedichte. (Hesse & Becker Verlag, Leipzig.) Fritz Rosciithai (Bcn-Chorln), Die Lieder de» ewigen Brunnens. R. Löwit, Wien und Leipzig. Martha Hofimnn, Das blaue Zelt. Saturn-Verlag, Wien 1934. In diesem Jahre, das der liidenhcit in aller Welt ihren größten Dichter rauhte, erscheinen diese drei schmalen Bändchen mit Gedichten, in denen drei jüdische Menschen die Ernte jahrelangen Träuiuens und Schaffens cingcsammrlt haben, als wollten sie freundlich zu uns sprechen: noch immer strömt der ewige Brunnen .... Jedes dieser Büchlein rührt den Beschauer seltsam an: wenn auch nicht die Donnerstimme des Propheten, die allzu früh verstummte, und nicht das tiefe Grollen, dem docli die Liebe nicht fehlte — es ist ihm, als oh in diesen geformten Gesichten dreier junger Dichter doch hier und da etwas von dem ״beredten Schweigen“ lebte, in welchem der Gott sich einst offenbarte. Zag noch und ungewiß, und fremder Lieder noch eingedenk — und dennoch: zuktmftsfroh. Manfred Stur mann ist vor einigen Jahren schon einmal mit einem Buche Gedichte vor die OcftentHchkeit getreten. ״Die Erben“ hielt es, und die Stadt München hatte damals ihre Anerkennung der künstlerischen Werte in diesem Buche dadurch bekundet, daß sic den Druck 1:;erstiitzte. Darin stand ein unvergessenes Gedicht ״Die Erben“, das mir bezeichnend für Weg und Fortschrcitcn des jungen Dichters erschien. Es handelt von dem Gegensatz zwischen den Glückliehen, die noch im Hause den Atem der Väter spüren, denen Sohn und Sohncssolui den Kreis runden, deren Blut der Erde entspringt — mul uns, den vergessenen Kindern des Herrn, den ״Erben der schalen Vergessenheit“ und von der ״Schnsucht nach Herkunft“.Diese Sehnsucht nach Herkunft, so scheint es mir, zeugte den schönen ncuc-ii Gedichtband. Nicht mehr nur als Erben der schalen Vergessenheit ״bestimmt zu vergehn wie das Blatt im tötenden Wirbel der Herbste“ fühlt sich der Dichter in dieser Zeit: er fand den Weg zu den Ewigkeiten. — Jubelnd bejaht er nun die Wunder der Erde. Den Kreislauf des Jahres fühlt er im eigenen, pochenden Herzen; er spürt ״Gottes gute Nähe“ in jedem Baume auf der Flur, er hat geduldig sein von dem Boden gelernt, der den Samen trug. Reifer und stiller wurden diese Gedichte. Manche Stimme hört er nun, die er nie noch vernahm: M'.m'hv Stmnm-n singen An un-rrm Ohr, UvlU־ OuOh'ii springt•» Ans tm* empor, OM U'thi uns 1iic Güte Erst einen Sinn . , , . ״Gottes Atemzug“ lebt in der einst 80 schmalen Welt. Und sie weitet sich und zeigt ihm Gestalten der Menschen, die er früher nicht kannte — den Siedler, den Dünenfischer, den Bauer — und jene Ewigkeit im menschlichen Geschick, die ihm das Lebe» der Städte versagte. In der Welt erkennt er "״״ die Schöpfung. Und in farbenreichen und klangschönen Bildern läßt er die sechs Schöpfungstage vor uns einherzichcn, bi» dann der Sabbat kommt, Zu Seinen Küßen standen Kngcl stumm Und hielten um der Schöpfung Sabbat Wacht. nt.u!n״St1״־,la״ns,ycrscn lcbt i,Vtzt e'״e gezügelte Kraft und ulut der Schau, die uns von diesem Manne noch vieles — und vielleicht auch noch Unerwartetes! — erhoffen läßt, wenn ihm das Leben den Raum läßt, um seine Träume attszuträumen. * Ebenso wie Sturmann ist auch Fritz Roscnthal in ttnsern Reihen kein Fremder mehr, ob er nun den Namen trägt, unter dein ihn seine Mitschüler kannten oder den andern, den hebräischen Namen, der so schön sein Wollen und seine Sehnsucht umschreibt. Das Motto seines Buches ist aus Stefan George entnommen; und ihm verdankt Rosenthat wohl mehr als nur die Hinwendung zur Zucht der Sprache — vor allem die hohe, fast priesterliche Auffassung von seinem eigenen Berufe: ״des Wortes Diener“ zu sein, Mund und Stimme fiir tleu Schrei der stummen Menschen seiner Zeit. Getrieben von diesem strengen und ernsten Bemühen, sucht er Quellwasser zu schöpfen aus dem ewigen Brunnen, den unsere Ahnen gruben. Den Hauptinhalt seines Buches bilden I.egenden, deren Stoffe der Bibel entnommen sind, und in denen das wortkarge Bibclwort oft wundersam atifblüht. ... wenn freilich auch manchmal nicht an die ursprüngliche Hoheit des heiligen Originals heranreicht. Immerhin versteht Roscnthal die alte Kunst der biblischen Paraphrase, wie sie die Volksbücher aus früherer Zelt beherrschten — die uns, in manchen neueren Bibel-Nacherzählungen fast vergessen schien. Vielleicht, weil das Element der Ehrfurcht, ohne welches eine solche Bibel-Paraphrase nicht denkbar ist, in ihm lebt; vielleicht aber auch..,, weil er ein Dichter ist, — Frcilicti macht er sichs innnehmnl, wie mir scheint, ein wenig leicht: Reime wie imgeschulte / Katapulte (S. 20) und Stamms / Abrahams (S. 20) — in einem sonst sehr schönen, ein wenig hofmannsthalisch anmutcmlen Gedicht — wirken ungewollt und ernüchternd. Aber auch von seinen Versen gilt, w׳as er selbst einem Freunde, der nach Ercz Israel ging, als Abschiedswort sagte: ״Doch im Beginnen liegt Vollendung.״ (S. 30.) — Auch in seinen Versen möchten wir manchmal Vollendung ahnen. * Martha Hof m a n n, deren Name uns allen aus ihrer zionistischen Tätigkeit wohlbekannt ist, hat vor den beiden Männern eines voraus: sic hat Erez Israel gesehen — und nicht bloß gesehen, sondern erlebt, Wie tief sie in Glück und Leid mit dem Lande unserer Zukunft verbunden Ist, das zeigen ihre Palästinensischen Romanzen, die alle ihre früheren Gedichte aus der Wiener Jugendzeit und aus ihren Wanderfahrtcu in Italien weit hinter stell lassen, Aber cs ist nicht nur das Palästina der Touristen und auch nicht nur das neue iiidischc Palästina, das wir vor uns aufsteigen sehen. Die Zauberin von Nablus und das Verlassene Serail führen uns in die geheimnisvollen orientalischen Dämmerungen, die dicht neben unseren hellen Siedlungen und weißen Häusern weben und leben. Auch das Ostern der ״Söhne Sehoinroiis“ mit ihren ' weißen Turbanen und silbernen Bärten neben dem Ansturm von verlegenen Touristen im Tropenhelm und Seidenkleid ist eindrucksvoll fcstgehalten. Die blinde Mutter Malke aus dem Spital zu Haifa wird man nicht so bald vergessen — ebenso wenig wie den Ort der tiefsten Menschenfron, die Zitadelle von Akko, wo Moslems und Juden, gleichmäßig in gestreifter Kittel Schande gehüllt, Säcke cinladen — während unten am Strande braune Burschen um die Wette auf glatten Hengsten quer durch Gischt und Sand sprengen. Einer von den jungen Juden singt dabei ״trotz Kerkerhaft in »einer Freiheit Land", Ich weiß nicht, was er toi, noch was er büßte doch Einer sang ganx leis und monoton. Ich gälte viel darum, wenn ich cs wüßte, was dieser Jude sang in solcher Fron? ... Daß aber unter den Frauen dieses wunderbaren landn auch Maria von Nazareth erscheint: ״sic trug das Kleid der Sulamith / und ging mit llanuahs Demutsehritt / wie Ruth und Rahcl still....“ — das geht nicht, wie eine Leserin jüngst schrieb, ,,bis an die Grenze des für mein jüdisches Empfinde» überhaupt Möglichen“, sondern folgt mit großer Klarheit aut dem Wunsche und der Fähigkeit, in die gesamte Geschichte diese* Landes, in seine Vergangenheit, Gegenwart und?11• ׳kunft tief einzutauchen. Ergreifende Worte findet Martha Hofmann für die unvergessenen Oräber am Kinercth. Oh Gräber von D.igunjnht Junge Merten gnlwn sich hin, *rrbrarben optrrwillig, daß Solches ward wie jene I’nlntcnluünc wie jene Kinder mit den blanken Augen, wie jene Werke an den Jordanfällen, daher der Funke Licht das Land durchspringt. ... . Kin mit Geschlecht erstand an Deinen Ufern mit hartem Arm und harlgesrhundcncm Herren. Das wirkt und schafft und schweigt — das nur 8« Abend bei rarter Mondesshdiel träumend singt. ... Aber ihr offenes Auge sieht nicht nur die jungen Cjuht• zim in diesem Lande, sondern es verschließt sich auch nicht den ״Beduinenzelten“ aus haarig schwarzem Tuch, bestaubt, zerlumpt, ■ von Weibern und von Kindern übervölkert, an «leinen Uierwcgcn liier und dort. Gcnies-en ruhn im Gras die Männer, sinnend den dunklen Kopf ins Konncntueh gc-enkt, im Rhythmus deiner Wellen st um rn gewiegt. ... Selten hat man so färben bunte Bilder von Mensch und Tier und Baun! in Ercz Israel erhalten; knorrig und fest stehen ihre ״Bäume des Karmel“ silberweiß der Oclbaum, fleischig der Feigenbaum, klar umzirkt die Pinie und ״wie Gottesrun* die dunkelnde Zypresse. Aber die Liebe ihres warmen Herzens gehört den jungen Chaluzoth, die zusammen in einem Zelt schlafen ״auf dtm Boden von Lehm und von Sand“. Sic srhaften in Abend• und Morgengraun, sie jäten — sic nähen ihr Hemd; sie sorgen wie Männer und träumen wie Fraun, denen l.icd und Liebe nicht fremd. Vier Mädel im Zelt dort an! Wüstensand, von Fieber und Hunger gerafft: und dennoch — dciumrh — im eigenen Land vier Schüptcr aus eigener Krallt Berth a üadt-Stram». Eine Jemenitische Anthologie. Wir haben ln Nr. M B1 wissenschaftliches Buch von Erich Brauer über die ,,Lj־0״״ logie der jemenitischen Juden“ angezeigt. Als eine willkont; mene Ergänzung erscheint nun dieser Tage in der Bucht«' des Schockcn-Verlagcs ein Bändchen ״Von den J h«en Jemens“ von S. D. F. Ooitein. Dieses Büchlein,!״ seinem Aeußeren wieder alle bekannten Vorzüge der Schocken־ Bücherei atifzeigend, ist nicht ein theoretisches Werk, sondtni eine Anthologie, die Dokumente, Legenden und Anekdote!■ aus der Volksübcrliefcrung der Jemeniten in einer volkst««־ liehen Form darbietet. Es ist unseres Wissens das erste M«! daß in deutscher Sprache in solcher Weise Einblick in ״* wundersame Leben und Denken dieses abgesprengten »'*־1יי me» Israels geboten wird. Berlin c 25, Dirclisenstr. 25-27 Fernruf: «11 (iismarcH) §312 nnn ץ—זיז u-'v’Ü\JuA ÜOLa Charl'burg 2, Fasanensfr. t* H> Fernruf: E2 (Kupieror.) 203s fte