Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 70 (31.8.1934)
- Date
- 1934-08-31
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 7a 3t VIT, 1934 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 5 nie rassische Zusammensetzung v der Berliner Acrztcsdiaft n,; ״A c r /1»'!י I a 11 für Berlin“ vom 25. 8. be- 11״,״ mi siel» in ün1״» Aufsatz, von I)r. Lftllkc mit »1er ״Lclivn Zusammensetzung » er Berliner Act/Usctiatt. Der Aufsatz knüpf‘ an die letzte Zahlung vom 11.2.34 an und sagt weiter f»»lge!!»tes ■ \,31 ״. Juli 1034, 111 >0 0'U M«11ale spater, betrug die Gesamt- )11 {!er i!!l At 1Oieziik 11er Stadt lUilin vorhandciten Aerrtc fs h:l1 4"'1״ יls" 111 ,lil‘’on 5'/7 Monaten di« (;rsmnfiuhl ttm ., ,irimmli'it, '■'» ■laß '״י׳ ',uk'iu gewi-sen Glcielihleihcn He» Menge jft A<rzte "» li״,m (!»'•s|»’1»etn't1 wenliu kann. Jedoch ist innerhalb 1(! \ct1W 1 ■lull noi'11 eilte lietuichtlicf!(׳ zahletmiiiiSif;(• Bcwegting «jfh.m'l‘ n. wie aus der Mgcmlvu /,tisatiimenstelliing ersirliltirh ist. סי־I/f sieh 1111• Berliner Amtrsehnft aus 3830 ׳gg )**. ••־ Ariern 11ml 2540 41.2 Prorent, Niehtariern ׳״n, In die Zahl der «ichtarkr sind »8 Amte mit nirklaruclien £hetr־rflrn otntr0|-rrf»1‘ta. jlif Uimitiderimg der Gesamt zahl der Amt!• um 15 *et« sich pjminfi! 1'"' *""'"״-׳»* יtmtnigimg der Arier um 107 3.2 ־=־ Pront u״<i ein• m GesamtaliRang riet Nichtaticr 11m 212 3,4 Prozent jfj Cesamtrahl der Merliner Acrzte, Per Zn!:mg der Arier erreehnet steh aus einem /,’ging um 34S und einem Abgang um 151; der Gesamtabgang der JJich tarier setzt sieh aus einem Abgang von 256 ״,,) ein c in '1■ " « a ״ g 44 ״״י A e t 7. t c n nisintntc n. f. וין lie/eirlmeml, 11115 auch im Verlauf der letzten &</2 Monate podi 44 nt«lii.iri,1110 Arr*lc zu Pr,!*«zwecken nach Berlin gekommen (,m|, »..״ns wieder eimual die intrniatbnal veibreitete Nachricht, rjtr ahiflrmi eliin Nirhfari«׳r im 1 )cutsehen Reich wurden in ihrer Jlrurgung'־ mui Arlieitsmögtichkcit in brutalster Weise unterdrürkl. Lugen g*'4r.itl wird. Wahrend die Zahl der in Berlin rugi-lassenen Kassenärzte im ffhru.tr 1034 3144 Iwlisig, bind am 31. Juli 1934 3041 Kassen- /!hit worden. Ks hat :,ich also die Zahl um 103 vermindert. I>1. I‘ 3041 Kassenärzte mntassr-n 1640 53,95 ג_־ Prozent Arier tiv! 1101 40.05 l'roz.ent Niehtariet, Unter den Niihtamrn Hefinden si«40 11׳ Mi'1 liehen. Ks io lieuelitlieh, datl wie l>ci der vsrrijwn Zusammenstellung im ffhrinr d. f. so a ieh lioi rlieser die Zahl der nichtarisrhrn Kassenärile verliafliiisiiialjig Indier ist als der Ihmrlertsatz der 1!lx־rhaupt m Jtfjlin vorhandenen nicht•,nisrben Amte. Von Interesse diirlle es sein, daß einzelne Bezirke der Stadt frrün rin crslatndichcs Blihveidihltrds zwisrhen ariselien und nichtiiimIuii Ka■ .en.tr/len aufivrisruj. So liefiitdeit sieh z. B, im Bezirk Pfrlin-MiOe 157 nlehiarisehe Kassvoar/ie gegenüber 01 arischen; sm Ht/irk I'liarSottenlmrg steilen 205 nicht.irhchr IBS arischen Kassenitrun gi t1׳ •niiher, Pas diirftrn, auf die Hauer gesellen, natürlich unhaill'.ire Zustande .sein. . . .״ Diese Angaben sind insofern interessant, als auch in dem besprochenen Zeitraum ein starker Rückgang der nicht a ris c 11 e n Aerzte in Berlin erfolgt ist. Wenn trotzdem eine Anzahl uichtarischer Acrzte sich neu in Berlin niedergelassen hat, so ist diese Erscheinung teilweise wohl daraus zu erklären, «lall im Zuge der verstärkten Konicntration ries deutschen Judentums in den Großstädten und besonders in Berlin eine Anzahl von Aerztcn ihren Wohnsitz verlegt hat, und daß ierner Acrzte in dieser Zeit ihren Ausbildungsgang beenden konnten. Anmeldunn der Landltandclsbdriebe zum Reichsnährstand Im Reielisgesetzhla It Nr. 99 vom 27. August wird die Zweite Verordnung des Reiclisininisters für Ernährung und Landwirtschaft vom 22. August 1934 über die Anmcldüng der Betriebe des Landhandcls und der Bc- und Verarbeitung Landwirtschaft• lieh er Erzeugnisse zu 111 Reichsnährstand veröffentlich(. Die Verordnung gilt auch für die in jiidj sc h ein Besitz 11 e f i!ul 1 i c h e 11 Betriebe. Nach dieser Verordnung wird der in der öffentlichen Aufforderung des Rcichshancrnführcrs vom 25. Juni 1011 und in der Verordmmg über die Anmeldung der Betriebe des Landhamiels »ml der Be- und Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugrisse zum Reichsnährstand vom 6. Juli 105t vorgesehenen Meldepflicht von den Iiili.ibcri! der Betriebe des Landhandels Und der Bemul Verarbeitung landwirtschaftlicher lirzeugnissc auch dann genügt, wenn sie sich bis zum 15. Septemher 19)t bei der zuständigen Kreishauernschaft amnclden. Von den Inhabern der Betriebe des Lebensmittelf in 7 c 111 a ti d e I s wird der Anmeldepflicht auch dann genügt, wenn diese Inhaber sieb bis zum 15. September 1934 rntweder bei der örtlich zuständigen Kreishauernschaft oder ״ei der örtlich zuständigen Ik/irksorganisation des Reichs- Verbandes Deutscher Knufleiitc ries Kolonialwaren-, Feinkost- und Lchcnsmittclciu/cllniidcls altmelden. Die Strafverfolgung "■!gen Zuwiderhandlung gegen die Verordnung vom 6. Juli ״itt nur auf Antrag des Landes!),tuernführers ein. Arierparafiraph ln der evangelischen Kirche in Krall Das geistliche Ministerium der Deutschen Evange• lisch rn Kirche hat ein Kirchengcsctz beschlossen, durch "9s die landeskirclu'im’clitlieiien Bestimmungen über die kcchlsverliältnissc der Geistlichen und Beamten der Landes- Drehen als wieder in Kraft getreten und weiter durchführbar geworden, bestätigt werden. Dies bedeutet, daß?׳. a• der staatliche A 1־ i erparagrap h für geistliche und Drchlirhe Beamte mit dem Zusatz, daß auch jeder Geistliche ״״t einer nichtarischen F r a u in den Ruhestand zu 'ersetzen sei, gemäß den landeskirchlichen Bestimmungen ״'«der Gültigkeit liat. Amnestie Dein Kaufmann Albert R o s c 11 f 11 a 1 und dem Verwal- ™»gstliickior der Breslauer Jüdischen Gemeinde, Dr. Ernst ncchititz, die als Verfasser bzw. ■verantwortlicher Redak- Gr eines in der August-Nummer des Breslauer Gemeinde- ״Utk's erschienenen Artikels ״Ich suche meine Brüder“ vom »ondcrgcricht Breslau am 14. November 1933 zu einem Jahr k! Mnnnteii Gefängnis verurteilt «׳Orden waren, ist auf rund der von der Reichsregierung erlassenen Amnestie aer “1׳st ihrer Strafen im Gnadenwege erlasset! worden. . Aus der jüdischen Pressewelt. Wie das ״Israelitische ״im 1 licn bI a 11“, Hamburg, mitteilt, hat Dr, Alfred upforherg die Hauptschriflldtung des Blattes über• online«. Herr juiian Lehmann ist aus der Redaktion aus- Schieden. Antisemitischer Wclllioogrc^ verschoben , . Die ״Fränkische Tageszeitung", Nürnberg, vom 23, 8, teilt mit; ,,Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, ist der Dir den Momtf September in Aussicht genommene ,Antisemitische und Part •arische Welt-Kongreß‘ wegen schwehfutkT Verhandlungen mit einer anderen Gruppe, die einen ähnlichen Kongreß in Brüssel vorbereitet hatte, vorläufig verschoben worden. Line Zusammenlegung beider Kongresse steht in Aussicht.“ Nicht HöhcrwcrtiFheii — sondern Andmariighcii Die ״Deutsche Zeitung״ vom 28. 8. veröffentlicht einen Aufsatz über ״Englands Haltung in der Rassentrag e“, in dem anrli die Stellung der Juden im politischen und gesellschaftlichen Lebet» Englands geschildert wird. Die R c s c ] I s c h a (11 i e 11 e Isolierung der englischen Juden trotz ihrer formalen Gleichberechtigung und des politischen rinflmscs einzelner jüdischer Persönlichkeiten wird mit der Stellung der Juden in Deutschland konfrontiert. Wenn dabei allerdings den grotk-n englischen Staatsmännern wie Lord Reading deutsch-jüdische Literaten wie Kerr, Toller, Tucholsky gegeniibcrgcstcllt werden, so werden völlig iiikoinmeiisurable Größen miteinander in Beziehung gesetzt. Der Verfasser hätte schon einen Mann wie Rnthenau al» deutsch-indischen Staatsmann heran ziehen müssen — und würde dann gewiß nicht einen Mangel an Patriotismm auf dieser Seite festgestellt haben. Wichtiger als dieser Punkt Ist jedoch der Schluß des Aulsalzes, in dem die Grundlage der Rassenpolitik des neuen Deutschland kurz besprochen werden. Diese Stelle lautet: Ka«w11|»,li1 ik »Irs ni'iim Deutschland bemht nicht a «1S einem 11 :1 t gegen dir Juden, nicht auf der Ansrhauung von d׳-r Ilohcrverligkcit unreres Volkes scUkch'hin, sondern mif der Krkenninis 11er Andersartiglccit unseres Volkes, die «s «1• ler gcu.1tirl. uns mit den Jurten «1 vermischen, noch uns von einer Minderheit, die mir 1 v. ft. hrlriigf, brhrrrsrh״t1 und iiiliren /.ti lassen," Hier wird klar gesagt, daß eine Diffamierung der Juden int neuen Deutschland nicht be absich* tigt sei. Für uns Juden ist es wichtig, Acußcrnn״en dieser Art gerade an solchen Stellen hervorzuheben, an denen ge• Icgcntlich Meinungen laut wurden, die mit der hier aus• gesprochenen Maxime nur schwer zu vereinbaren waren. Das Schiff mit dem Htdischcn Nomen In der letzten Nummer des ״S türme r" ist eine Zusclirilt aus Guatemala abgerlru-kt, in der sich ein Leser darüber beklagt, daß ein Schiff der Hamlnirg-Amtrika-Linie, das in , ״glüiklirh iilirnnmdfnen Zeilen di-iüwhfn N'iedcrga״p«< *uf den Namen des jü'liwhrn llapag-4leuerttrlirektor* Albert Rallin ge- Imtfi worden ist, die-cn üblen Namen immer noch am ileek trag) . . . Die ll!1|>»g miifile stell doch eigenllieh selber *ngen, daß deuKrhb׳w11l,'>te, ileul• rhsiiinmiige Leute e* ablehneri müssen, »uf einem Schilfe tu reisen, das den Nnmen jenes c k c I h a f 1 c n Juden fiiliri, der . . . am 0. November 1918. nachdem er die deutsehr I l.andeldlotle an rl;e Alliierten verraten und verkauft hatte, durch Sclb-tfnord endete.“ Und der ״Stürmer“ sagt in seinem Kommentar dazuu.a.: ״Da•. I זitli-r I)en!■ f'hl.tnd muß verlangen. Halt die aus seinen Häfen ausldirrnd!m Srbiffe nieht Nnmen einer Rasse tragen, die als Feind de« deutsche!! Volkes sieh rrwieser, hat.“ Albert Ballitt, der bekanntlich dem ehemaligen deutschen Kaiser sehr nahe stand, um! im Kampfe gegen verschiedene Widerstände die deutsche Iiochsccs*־hiffahrt zu finem maßgebenden Faktor des Welthandels und Verkehrs entwickelt hat, ein glühender deutscher Patriot, muß es sich gefallen lassen, daß sein Ehrenname nach seinem Tode in dieser Weise besudelt wird, Albe« Rallin war kein jüdisch bewußter Jude und hat sein ganzes Leb<'11 seinem Werk geweiht, von Uidischen Dingen aber wenig Notiz genommen. Heute ist er, nach seinem Tode, in die unentrinnbare Schicksalsgcmcinschaft der Juden etnbcz.ogen. Kleine Nachrichten Auf der in Kassel abgehaltencn ersten Tagung des Gaues Kurhessen der NS-Kulturge!nei!1de befaßte sich, wie die ״Frankfurter Zeitung“ meldet, der Musikrcfercnt Laugs in längeren Darlegungen mit der Frage des Judentums in der Musik. Längs unterschied reproduktive und produktive jüdische Künstler: er sprach sich in diesem Zusamtnenhang gegen Ateyerheer, aber für Felix Mendelssohn- Bartlioldy aus. Die O r o ß G c ra 11 c r ״Hciinatzeitung" meldet: ״In einer der letzten Nächte wurde in die Synagoge eing e b r o c It e 11. Im Innern wurde großer Unfttt? getrieben und verschiedene Gegenstände entwendet. Für die Namhaftmachmtg der Täter ist eine Belohnung ausgesetrt worden." Der Danzig er Senat hat die Ernennung von mehrerett jungen jüdischen Juristen zu Assessoren abgclchnt und damit die frage des jüdischen akademischen Nachwuchses in Danzig, wo cs laut Verfassung keinen Arier-Paragraphen gibt, erneut aufgerollt. Der Vorsitzende des Board of Deputies of British Jew» und Mifvorsit/ende des Joint Foreign Committee, Nevllle l-aski. ist in Polen emgetroffen, um die wirtschaftliche und kulturelle Lage der Judcnhcit Polens zu studieren. Meldungen über einen bevorstehenden Besuch des eng• lischen Fascliisfenfülirers, Sir Oswald Mosley«, jn Pa« 1 ästina werden von der arabischen Presse zum Anlaß genominal, eine Annäherung der Araber an diesen zu ver• suchen. Itt den Straßen von Haifa waren vergangene Woche Plakate angekieht, die Hakenkreuze trugen und zum Boykott der jüdischen Bevölkerung aufrieten. Die Polizei entfernte die Plakate. _ Willy Münzenberg. Im Zusammenhang mit der Aktivität des bekannten deutschen Kommunisten in Amerika ist ln verschiedenen deutschen Zeitungen wieder die Behauptung aufgetaucht, Mi'm/.cnberg sei Jude. Dies i»t unrichtig; nach unseren Informationen ist Münzenberg reiner Arier. Die Eiiuaimord ~ Beschuldigung Bekanntlich luific der ״Stürmer" in einer seiner letzten Nummern den Breslauer (־all l'ctise ais Ritualmord be• liandclt und war deshalb vom Breslauer P 0 l i 7 c i p r ä « i deuten — und zwar nur in Breslau — verholen worden, (11 seiner neuesten Ausgabe Nr. '11 geht nun eiet ״Stürmet" nochmals auf diesen Fall ein und behauptet, die Ansicht des stellvei «retenden Polizeipräsidenten von liieslati, der Fall Fehse sei ein reiner Sexualmord, sei geschöpft ,,lediglich aus den f’oüzcialitnt. Diese stammen aber aus!lern Jahre 192t). In dieser Zeit waren Polizei und Judiz, vollkommen marxistisch und | ü d t s c h v e r s c u c h t...Das Blatt bleibt bei seiner Behauptung, daß es sieh um einen Ritualmord handle und fuhrt als Parallelheispicl den Puderhmuer Fall Martha Kasnar an, die 19)2 von dem luden Kurt Meyer ermordet worden war. In dem Artikel heißt cs: ״Dieser Mord zeigte in auffallender Welse die glcieheu Erscheinungen, wie der Fall Feine in Breslau. Der t iearhlechtxtcil war entfernt, die l.eiehe zerschnitten und zerstückelt, der Kopf vom Rumpf getrennt, die Eingeweide waren aus dem Leib I1era11sgcri««cn und verschwunden wie bei den Kindern Fehse.“ — Zum Schluß spricht der ״Stürmer" nochmals von den ״ungesühntett K i t u a I m o r!l e n" von Xanten, Könitz, Gladbeck und Manau, obwohl cs sich In diesen Fallen zum Teil um bereits aufgeklärte Sexualverbrechen, teils um noch völlig im Dunkeln I i c gen 11 c Talen handelt. Vielleicht bemerken die Leser des Blattes gar nicht, daß die Beweisführung des ״Sturmer" sich selbst widerspricht. Zum Beweis dafür, daß es sieh in Breslau um Giicn ״Ritual• mord" und nicht um einen Sexualmord gehandelt habe, führt der ״Stürmer" die Achnliclikeit des Falles Kaspar an, »ler erwifscncrmallcn »•in Sexual m ״ r!! war, wodurch also genau das Gegenteil von dem erwiesen wird, was der ״Stürmer“ beweisen will. Daß auch nach dem Eingreifen des zuständigen Breslauer Polizeipräsidenten die Bdi.T.iptmig ries Ritualmordes itt Breslau wirrt erholt wird, beweist, daß es sich bei der Beschlagnahme in Breslau um eine nur lokale Maßnahme iiamlcltc. In ganz. Dcttlschland wird die Ritualtnordbeschuldigung vom ״Stürmer" weiter verbreitet. Um 80 wichtiger ist cs. daß die Schritte der Re ich *Vertretung in dieser Angelegenheit fortgesetzt werden. Der neue Schocken Almanach Der Almanach 11 c 4 Scliockcn-Veriages auf das Jahr 5(105 ist soeben erschienen. Allen Freunden der jüdischen Literatur ist noch der vorjährige Almanach In Frluncrtmg, der eine einzigartige Sammlung erlesener Stücke für den geradezu lächerlichen Preis; von (1(1 Pf. in einer erst- Massigen Ausstattung dem jüdischen Publikum darbot. Der zweite Almanach weist dieselben Vorzüge au(. Der Inhalt umfaßt jüdische Werke aus drei Jahrtausenden. Wir finden zwei Psalmen in der Ucbcrsetztmg Martin Duhm, offenbar «tu! dem bevorstehenden nächsten Band der irr» Schocken- Verlag erscheinenden Bihcl-Uchcrsct/ung Btiher-Rosenzvveig, die bisher in 13 Bänden bis zmu Abschluß der Propheten- Bücher gedielten ist. In eine spätere Zeit verweist dann beispielswcise das abgedrut kte Stück aus Philo, einem geplanten Bändchen der Schocken-Bücherci entnommen. Das jüdische Mittelalter ist vertreten durch mehrere Stücke von Jeiltida H a I c v y, ein Stück aus M a i m ״ n i d c s und schließlieh Stücke au» deutsch-jüdischer Vergangenheit. Von jüdlselten Dichtern der Gegenwart finden wir Karl Wolfskcht, Richard Dccr-Hofmann, Max Brod, Blalik, Agnon, Kafka. Leo Baeck veröffentlicht einen Aufsatz. ״Das jüdische Jahr“, der den Rhythmus der jüdischen Feste darstellt. Fine Beigabe von ganz besonderem Interesse ist die Abbildung aus einem alten dculsdi-jtidisclicu Buch, 1531 Ift in Krakau gedruckt, das hei der Auflösung einer alten Scliloßhihliothek eines steierischen Eddmanues in die Bihliothck Schocken gekommen ist. Dieses kostbare Druckwerk wird in einer Anmerkung von S. S. bibliographisch genau beschrieben. Hiesc wenigen trockenen Bemerkungen sachlicher Art geben ein stärkeres Empfinden jüdischer Zusnmmcnhänge als *o manche wortreiche Darlegung es vermöchte. — Da» ange• schlossenc Bücherverzeichnis zeigt die bisherige vorbildliche Produktion des Scltockert-Verlages, der der jüdischen Wissensebaft dient und zugleich den breitesten Schichten des Volke« aus dem ungeheuren Born, den die Wissenschaft erschließt, Erbauung spendet. i. Palästina in der Westentasche ln achthnndcrttauseiKi Exemplaren und einem Dutzend Sprachen Ist der seit Jahren traditionell cingcSührte T aschcnk a 1 c n!1 c r des Keren K a j e m e 111 L c j i s r a c I für 5(195 1931/1935) soeben erschienen. Die Neujahrswütischc Erez sracls bringt dieses kleine Büchlein in aclithundcrtausend jüdische Familien. Gleichzeitig gibt der Keren Kajemeth seinen Mitarbeitern, Freunden, Büchseninhabern und Spendern Rechen• schaft über das, was mit den freiwilligen Volksspen* d c n In Palästina geschallen wurde. Der Taschenkalciulcr ist ein liiformationsbilcltlcin eigener Art. Auf dem denkbar knappsten Raum wird — neben dem jüdischen Kalendarium -- eine Fülle palästinensischer Tatliehen aus allen Zweigen des jüdischen Aufbau- Werkes bis in die allerletzte Zeit vermittelt. Nach einem interessanten Rückblick auf das Jahr 5b9l folgen Paten über die jüdische Bevölkerung und Ihre Verteilung auf Staiit und Land, Bodenerwerb durch Private und den Keren Kajemeth, I c w i s h Agency, Investierung von Kapital In der Industrie, Steuer 11 und sonst alle» Wissenswerte, wie z, R., welche Mittel für die Errichtung einer . ״ licht, und wir erfahren, daß es gegenwärtig schon 177 Sied* Itiiiespunkte gibt, davon allein au? dem Boden des Keren Kajemeth 99. Der Bodenbesitz des Keren Kajemeth beträgt zurzeit 3381X10 metrische bzw, 369 000 alte l)1m;un. Der größte Teil dieses Bodens Ist bereits verteilt; cs wird rinrauf hiugewiesen, daß alle Schichten des Volkes Boden zur Ansicdlutig erhalten haben; für alle durch die Erfordernisse Palästinas notwendig gewordenen Zwecke, wie Arbeitslager, landwirtschaftliche Siedlungen, städtische und vorslädtisehe Viertel, industrielle und kommerzielle Unternehmungen und öffentliche Gebäude wurde KKL-Bodcn zur Verfügung gestellt. In einer knappen halben Stunde gewinnt jeder aus dem Taschcnkalender des Keren Kajctrielli eine wertvolle Informlerung über Palästina, und die vielen I lunderttauscmlc, die diesen auch äußerlich sehr hübsch ausgestatteten Kalender das ganze Jahr bei sich tragen, werden in die Lage versetzt, auf• klärend und werbend für da* große Werk des jüdischen Aufbaus zu wirken. a. p. I fli~:׳ ׳!*'.־X-X'.v.־־, 'd\4 'M t?f?!'־!,,■ ״!•־C' *׳ali'-ii g) ß) »Ihi.'.lllfelä.( Wir laden IUT~Jm\ toutschhntsgräßh 7/ besichHgung eint ן, ן!. v#1 •׳. * v,׳ /i kJL Jl *.%‘•׳.;J V ׳*י ״ 32 \M&MMMM^^ksufliur3irUn C2, Spandau er S fräße