Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 68 (24.8.1934)
- Date
- 1934-08-24
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 10 JÜDISCHE RUNDSCHAU Kr• M 24. VIII.19^ Wir besprechen an dieser Sielte die Publikationen der verschiedenen jiidi.sehen Jugendorganisationen und bitten, die in Frage kommenden Veröffentlichungen uns jeweils zugehen Mu lassen. Red. ״Haboneh“, Blatt der Acltercn der Jüdischen J u• gen d g ein ein s c h a f t Habonim Noar Chaluzi, August )934. Die Acltcrcii-Zeitschrift der Habonim führt mitten ln die Problematik eines eng mit Palästina und dem Arbeiterleben im Lande verbundenen zionistischen Jugend Bundes hinein. Die Fragen, die die Menschen des Bundes beschäftigen und die hier ihren literarischen Niederschlag gefunden haben, sind Probleme ernster Lebensgcstaltung, da di« Mehrzahl dieses Kreises entweder bereits ein Leben der Arbeit in Palästina führt oder aber in der beruflichen Vorbereitung hierfür steht bzw,, soweit cs sich um noch nicht Schulentlassene handelt, zu diesem Ziele hin erzogen wird. Die starke Wirklichkeit Palästinas mit ihrer Fülle aktueller Probleme wirft daher ihre Schatten in alle Einzelheiten einer solchen Bundesarbeit hinein, und dies kommt auch in den Beiträgen des Heftes zum Ausdruck. Unter diesem Ocsichtspunkt erscheinen die den Schluß des Heftes bildenden Beiträge aus Palästina am beachtlichsten, da sie in aller Kürze und Einfachheit zeigen, wie die Menschen des Bundes auf die Anforderungen Palästinas reagieren und welche Schwierigkeiten für sic zum Teil bestehen. Dies gilt sowohl von einem Brief aus Kfar Saba wie auch von den Tagebuchnotizen der palästinensischen Abtcilung der Bundcslcitung. Diesen Beiträgen schließen sich inhaltlich zwei Aufsätze an, die sich mit der Bedeutung des neuen arbeitenden jüdischen Menschen und seiner Einreihung in die Bewegung der Kibbuzim in Palästina beschäftigen. Es ist eine Rede des palästincnsischcn Arbeiterführers Taben kin, die dieser zum zehnjährigen Bestehen des Hechaluz Hazair, der Nachwuchsbewegung des polnischen Hechaluz, und des Kibbuz Klossowa, der ersten Kollektivausbildungsstättc des Hechaluz in Polen, gehalten hat, und ein Aufsatz von Mosche Bertenthal, der sich mit der Eingliederung der Menschen in den Kibbuz Mcuchad in Palästina beschäftigt und teilweise polemischen Charakter gegenüber anderen Strömungen der Kibbuzbewegung fragt. Tabcnkins Rede enthält gewiß eine Reihe wichtiger Grundgedanken, die gerade in dieser Zeit der Konjunktur in Palästina und des Zustroms zur Chaluzbcwegung in Deutschland und in anderen Ländern immer erneut ins Gedächtnis zurückgerufen werden sollten. Es ist aber fraglich, oh die Art der Darstellung mit ihren zahlreichen Wiederholungen eine besonders glückliche ist. Im Zentrum des ganzen Heftes stehen zwei Arbeiten, die sich mit dem eigentlichen e r z i c h c r i s c hen I n h a I i der Bundesarbeit ausciuandersctz.cn. Pony Steinberg schreibt über die Fragen der Vertiefung des Gefühls im Rahmen der Jugenderziehung, während sieh jaakow Simon mit der jüdischen Problematik der jungen Generation auscinandersctzt. Steinbergs umfangreiche Arbeit, die der zweite Aufsatz einer Reihe ist, die mit dem Thema ״Bildung des Willens“ in einen! früheren Hefte eingeteitet wurde, zeigt den ganzen Ernst, mit dem die Führerschicht des Bundes an die Bewältigung der pädagogisehen Probleme hcrangcht. Es ist an dieser Stelle gewiß nicht möglich, im einzelnen die hier vertretenen Ansichten kritisch zu behandeln. Uns fällt nur auf, daß nur an wenigen Punkten dieser für die charakterliche Bildung der jungen Menschen entscheidenden Fragen auf die Besotidcrhcit der jüdischen Jugendlichen eingegangen wird, die sich aus ihrer historischen und niilietunäßigcn Beeinflussung ergibt, und daß, soweit es sich um Stoffliches handelt, kaum etwas Jüdisches auch nur erwähnt wird. Dies gilt z. B. für den Abschnitt über die Beschäftigung mit der Literatur, bei der nur auf einige wenige ostjüdische Schriftsteller verwiesen ist. Daß das klassische jüdische Schrifttum, insbesondere der Tenach, nicht nur ir diesem Zusammenhänge, sondern auch bei vielen anderen Aufgaben der Gcfühlserziehung eine entscheidende Bedeutung gewinnen kann, geht aus der Arbeit nicht hervor, die bei Berücksichtigung dieses Umstandes gewiß ein ganz anderes Gesicht gewonnen hätte. Man muß überhaupt bei aller Anerkennung des Ernstes einer solchen Bemühung, gleichsam eine Enzyklopädie der in einem hestimmten Bund gemäß seinen Erziehungszielen anzuwenden• den Methode zu liefern, die Frage aufwerefn, ob dieses Unternehmen nicht über die Kraft eines Einzelnen oder selbst einer Führerschaft hinausgeht. Der Aufsatz. Simons über die jüdische Problematik ist eine eindringliche Mahnung, das Erbe der Chibbath Zion anzutreten, und wendet sich zugleich gegen eine konkrete inhaltliche Bestimmung des Judentums, wobei er die Gesamt* summe des in der Vergangenheit aufgesammelten kulturellen Materials als für unsere Generation wesentlich akzeptiert. oe. ןףי׳»י^ 4 «־־"־־־׳> 4י o jO Jt 4L&J* zur Vor etwa sechs Jahren entstand unter den Schülern der obersten Klasse des ncrzl-Gymnnsiiims in Tet-Awiw ein Kreis, der sich die Frage verlegte: ״Was soll aus uns werden, wenn wir das Gymnasium beenden? Studieren? Ins Ausland gehen? Freie Berufe? Seiner zionistischen Pflicht vielleicht dadurch genügen, als Agronom oder Ingenieur das Stadtleben fortzusct/.cn?" z i u t h!“ Erfüllung »Unsere Fahne“, herausgegeben für den Bund deutsch-jüdischer Jugend ״Der Ring“. Der Bund deutsch-jüdischer Jugend ״Der Ring" hat eine Zeitschrift herausgegeben, betitelt ״Unsere Fahne“. Die berühmten Verse Stefan Georges: ״Wer je die Flamme umschritt, bleibe der Flamme Trabant“, die die Innenseite des Umschlages zieren, sind eine etwas anspruchsvolle Einlcitung. Es ist schwer zu sagen, was den verschiedenen Beiträgen in Prosa und Poesie als gemeinsames Band zugrunde liegt: ein als tief religiös sich gebendes Gefühl oder eine besondere Jugcndhcwußtheit oder beides. Alles in allem gibt eine Stimmung wieder, die schwer faßbar ist und die im Verfließenden ihr eigentliches Charakteristikum hat. Was entnimmt man diesen knapp 20 Seiten über das Jüdische Wesen und Denken dieses Bundes? Die Mensehen sagen von ihren ehemaligen Freunden, die aus dem gleichen Eifernhause stammen: ״Sic wollten nicht sehen, daß das ruhige Leben —- Universität, Vaters Geschäft, Aufstieg — nicht mehr ihr Leben sein konnte.“ Nun Ist es ja merkwürdig, daß dieses jugendbewegte Sich-Auflehnen gegen die Lebensformen gesättigter Bürgerlichkeit sich erst 1m Jahre 10 3 4 kundgibt, in dem für die jüdische Jugend das Hochschulstudium aussichtslos, das väterliche Geschäft keine Zuflucht und der ״Aufstieg“ > nach Meinung vieler bürgerlicher Familienväter eigentlich in der Berufsumschich- *unK zum Handwerk zu erblicken ist. Aber immerhin: Auch In dieser Jugend findet man sich mit dem Willen der älteren Generation nicht mehr anstandslos ab. Das zeugt von Verantwortungsgefühl und Mut. Es ist demnach anzunehmen, daß sic sich auch der Judenfrage stellen wird. Man behauptet nicht zuviel, wenn man sagt, daß diese Begegnung mit der Judenfrage nur sehr zögernd unternomtnen wird. Am Lagerfeuer steht vor den Augen der Jungen die Juden not auf. Das Wort klingt an: ״Einer spricht: Aufsteht vor uns die ludennot, unsere Not, unsere Sehnsucht, unsere Hoffnung.« Was gilt hier als Judennot? Wonach sehnt man sich? Was ist die Hoffnung? Worte klingen auf und verhallen. Man begnügt sich mit Anden• tungen. Wo es verständlicher wird, wirken offensichtlich Die Antwort war: ״Nein! — Sondern Chain- Ein Leben im Lande als solches genügt nicht zur seiner Aufgabe gegenüber Volk und Land. Selbst- Verwirklichung muß die Parole sein. Ein kleiner Kreis — Chug — bildete sich, der sich diese Antwort gab, zu dem sich später ebensolche Kreise anderer Schulen hinzugesellten, die sich entschlossen, zur Arbeit aufs Land zu gehen. Diese Kreise (Cluigim) bildeten den Grmulsloek der künftigen Kwuzath Machugim und der Jugendbewegung der Machnoth Haolim. Während der fünf Jahre ihres Bestehens führte die Kwuzath Hadmgim ein wechsclreiches Wanderleben und kämpfte unter schweren Bedingungen um ihre Existenz. Die erste Oruppe, die hinaiisging, träumte von einer kleinen Kwuzali intimen Charakters entsprechend ihrer damaligen kleinen Anzahl von ca. 15 Chawerim. Clicdera war der erste Punkt, wo man arbeitete, Auf sich selbst gestellt, in der Arbeit unerfahren, litten die Chawerim im ersten Jahr sehr. Dazu kam Malaria, die täglich neue Chawerim arbeitsunfähig machte. Man beschloß, den Ort aus diesem Grunde zu verlassen, und siedelte nach Kfar Jcchesket im Ernek über. Zu der ersten Tel-Awiwer Oruppe in Chcdcra kam noch eine zweite Gruppe Jerusalemer Jugend hinzu. Diese kam aus einer andersgearteten Jugendbewegung als die der Cluigim aus Tel-Awiw. In Jerusalem bestand eine Scout-Bewegung, die ״Legion“. Auch diese fand ihren Weg zur Arbeit und Gemeinschaft. Durch Vereinigung dieser beiden Bewegungen entstanden die ״Machnoth Haolim". ln Kfar Jecheskel bewohnte man einige verlassene Zrifim (Holzbarackcn) eines provisorischen Lagers des Odnd Awodah. Arbeit fand man natürlich nicht am Orte selbst, denn Kfar Jecheskel ist ein Moschnw, der auf Selbstarbeit in individucller Wirtschaft aufgebaut ist, doch in der Gegend wurden verschiedene größere Arbeiten ausgcfiihrt. Das neue Ejn Charod war im Bau, und die Chaussee nach Bctli Alfa wartete auf Vollendung. Diese beiden Objekte gaben vielen Chawerim Arbeit. Die Bewegung der Cbugim im Lande dehnte sich auf neue Orte aus. Nach Kfar Jecheskel kam zum erstenmal eine Gruppe aus Haifa, durchweg Mädchen. Für die Chawerim war genügend Arbeit vorhanden, jedoch nicht für die Chawerotli. Sie fanden nur Beschäftigung im Haus, passende Außenarbeit gab es für sie nicht. Eine eigene Wirtschaft war noch nicht vorhanden. Man griff zu einer Notlösung: Mädchen zogen zur Arbeit am Chaiisscebau, leisteten Schwerarbeit wie das Zerschlagen von Steinen 1m Akkordlohn. Nach Beendigung dieser Arbeiten fanden die Chawerim beim Bau des Rutheiiberg-Kraftwerkes neue Beschäftigung.. Es entwickelte sich ein Zustand, bei dem die Chawerim die Woche über an verschiedenen Orten arbeiteten und nur am Schabbath zusammen zu Hause waren. Das Zusammenarbeiten mit Chawerim verschiedener Kibbuzriehtungen forderte eine KFrung über den weiteren Weg der Gruppe. Die Mehrheit entschied sich für den Kibbuz Ham euch ad, einzelne für den Kibbuz Arzi. Die Konsequenz war, daß einige Chawerim die Kwuzali verließen, in den Kibbuz Arzi übergingen oder in die Stadt ziirückkehrteu. Als künftigen Wohnsitz schlug der Kibbuz Hameuchad bis auf weiteres das verlassene Lager des alten Ejn Charod vor. Der Vorschlag wurde angenommen, und Anfang 1931 siedelte man über. Außer den Wohnbaracken konnte die Kwuzali über ein kleines Stück Boden (300 Dunam) verfügen, das ausreichte zur Anpflanzung von Garten, Baumschule, Klee und sonstiger Futtermittel, dazu kamen Stallungen. Gegen Ende des Jahres 1031 wurde die Arbeitslage schwicri(» Die Hauptarbeit bei Ruthenberg war beendet. Arncitslosig• keit begann. Man hatte einen ansehnlichen Ucbcrschuß in der Kasse, kaufte ein paar Maulesel und Kühe, investierte in Garten und Baumschule. Der Kibbuz schickte erfahrene Kräfte zur Hilfe. Zu dieser Zeit ungefähr kamen die ersten Olim des Kibbuz. Alijah ״H“ aus Deutschland ins Land, Giwatli Brenner, der deutsche Konzentrationspunkt jener Epoche, befand sich in einer Lage, die es den Chawerim unmöglich machte, neue Menschen anfzunehmen. Man schlug deshalb vor, die neue deutsche Alijah vorläufig bei den Cluigim in Ejn Charod zu sammeln. Bei den Cluigim stieg die Arbeitslosigkeit von Tag zu Tag, und Tag für Tag kamen neue Olim. Trotzdem war man guter Stimmung und voller Hoffnung, Das erstemal, das sich Jugend des Landes mit Jugend ans Deutschland trifft! Man kam sofort in guten Kontakt. Man sandte eine Gruppe von 10 Mann nach Jerusalem zu Bauarbeiten, unter ihnen bereits einige deutsche Chawerim. Inzwischen wurde die Frage der endgültigen Einordnung des deutschen Alijah-Kibbuzes H geklärt. Es wurde bestimmt, daß die weitere Alijah vom Schiff aus direkt nach Na an eh gehen, und die Deutschen, die sich bei den Cluigim bcfanden, ebenfalls dorthin iibersicdcln sollten. Diese Bestimmting wurde mit Ausnahme von etwa 10 deutschen Chawerim, genommen, eine ständige Arbeitsphigah (Gruppe) inl zu schicken, um dadurch wenigstens zum Teil den ״ ־ keilen und Schwankungen des Arbeitsmarktes zu im übrigen aber im Lmek auszuliarren. Die auf Au(U. in Jerusalem befindlichen Chawerim kehrten nun Ende April 1032 gingen sie nach Raanana zur Außen» Mit diesem Datum beginnt ein neues Kapitel jn schichte der Kwuzali. Anfangs war gedacht, dal! die!>,׳*1, ,,״ Raanana eine Gruppe der Kwuzah in Ljn L.tanxl da׳*״ sollte, die sich auf Außenarbcit befand und die Gelder nach Hause zur Stammkwuzah schicken S0|;(t 1'.?יI schon im ersten Monat ihres Bestehens wurde der evT5! in Raanana klar, daß der Arbeiter in den Kolonien S' nur allein von der Lohnarbeit bestehen kann. Um in 7!1? von geringer Arbeit seine Kräfte produktiv zu verwerten '3י durch Eigenproduktion überhaupt die Lebenskosten zu? ringern, wurde es notwendig, an die Schäftung einer Hill Wirtschaft hcrauziigclien. Das bedeutete Investier1״״' und die Unmöglichkeit, in nennenswerter Weise Em Ck‘2 zu helfen. Nach langen inneren Auscinatuk׳rsctzw!gtn u.״f! bestimmt, daß beide Orte weiter bestehen sollten R,״״ mit selbständigen Rechten, aber mit Ej« Charod 'als •u1 Kwuzah verbunden. Organisatorisch sollte diese Gemein« keit in einer gemeinsamen Leitung und gemeinsamer kJ zum Ausdruck kommen. Ferner sollte ein enge! pmöntjj Band durch weitgehend geübte gegenseitige Hilfe werden. Weiterhin wurde entschieden, daß beide Tri; * Kwuzah zur gegebenen Zeit auch wiederum Ansiedtung kommen sollten. Inzwischen hatten sich die Reste der deutschen Ali1!1 die in der Kwuzah verblieben waren, mehr und mehr t» gelebt. Es wurde die Anerkennung der Kwuzah ah a?r Konzentrationspunkt deutscher Alijah neben üiwath Brenne und Naane gefordert und durchgesetzt. Die Kwuzah in Raanana entwickelte sich rasch, Von & fänglich 10 stieg die Zahl der Chawerim im ersten halben I1|j ca. 40, bewegte sich allmählich aufwärts und ״p 'de de gemeinsam j, die zurückblieben, ausgcfiihrt. Die Frage dar Zukunft der Kwuzath Hachugiin verlangte jedoch nach einer Lösung. Es tauchte ein neues Projekt auf, Ejn Charod zu verlassen und in die Pflan/.ungsgegenden in Jchuda oder im Scharon zu gehen, in denen ständige Außenarbeit zu finden war. Schließlich wurde der Vorschlag anauf heute, nach 2 Jahren, ca. 100 Menschen, Diese Zahlen jj'-m nichts über die Aufnahmefähigkeit, die in der gleichen Periode gut das Doppelte betrug. ln der ersten Zeit richtete inan sich provisorisch ein, bs der Keren Kajemcth ein Stück Boden als Wohngcland«' t! Verfügung stellte. Ganze 12'.. Dunam! Das bedeutete in die Kwuzah eine Hauptschwierigkeit, da ein derartiger pt« wohl als Wohn platz mr.rcielit, nicht aber zur Anlegung Garten und Baumschule. Man half sich durch Pacht m Flächen von dem Kolonievorstand und privaten Bodens ft! snisonmäßige Bestellung. Die Hauptiuvcsticrungen Kalten totem Inventar, Wohnungen und Stallungen. Das Schönste, was tte Kwuzah schuf, ist ihr Chadar Ochcl (Eßzimmer). Ein tm> tektonisch schöner I tolzbau, innen mit Sperrholz gcialdt Diese Investierungen sind natürlich schwer zu Iragen ti! eine Kwuzali, die nur von Lohnarbeit lebt. Dcmgcgtnube nehmen die Investierungen in die sich schnell amortisierende Wirtschaft einen geringen Platz ein. Trotzdem gelang es, eine H i I f s w i r t s c h a f t zu schaffen, in der bereits hea 15 ״> der Mitglieder, meist Chawcroth, arbeiten. Zur Wirt• schaff gehören folgende Zweige: Bienenzucht, Baumschule, Garten, Hühnerzucht, weiterhin eine chemische Waschanstalt fiir die Moschawah, Schlosserei und Installation und eint Bäckerei fiir eigenen Bedarf und Verkauf in der MoschnriL Außerdem 5 Pferde fiir Lohnarbeit, In Ejn Charod nahmen die Dinge andere Formen». Durch das Vorhandensein von Wohnungen und sonstigen Bau■ lichkcitcn, die keinerlei Investitionen forderten, konnte die Kwuzah ihre Arbeitskräfte durch Intensivierung der vorhindenen Böden und Ausbau der verschiedenen Wirtschaftszweige produktiv cinsetzen. Einzelne kleinere Arbeite« in der Gegend gewährten eine ständige Einnahmequelle, bis schließlich eine große Anzahl der Chawerim Außenarbcit bei dem Chausseebau der Regierung Afuleh -Mesdia fand. Nach Beendig dieser Arbeit bot sich wiederum eine große Arbeit in dt« Gegend, der Bau der Rohrenlcitimg der Petroleumgesetkhaft Die erste Alijah gruppe kurz nach der Gründung von Raaaa« kam aus Holland, wobei das holländische Zertifikat noch tun» den Holländer ausmacht. Nur ein Teil dieser Gropp« wirklich Holländer, die meisten aber Deutsche. Im Laute w Zeit vergrößerte sieh die Kwuzah vor allein durch Zusammen• Schluß der eigenen Bewegung im l ande und durch Autns» einzelner Chawerim, die mehr zufällig hinzukamen. Im Emck setzte wiederum eine Periode des Mangra ״ Lohnarbeit ein. Man schickte dieses Mal alle freigewotoeno Chawerim nach Haifa bzw. nach Jagur. In letzter Zeit 0» begann wiederum eine Banbcwegtiiig im Emck, Die Kraft, ein derartiges Leben ständigen Vn,erw^ seins, vorübergehender Arbeit, dauernder provisorischer lm* Ordnung zu führen, konnte die Kwuzah mir ans einer ku״ schöpfen: der Idee der Atisiedlung. Dieses Ziel wurde vor Jahren gefaßt zu einer Zeit, da es fast aussichtslos ctschien. Doch aus der Erkenntnis der Wichtigkeit gerade c Emck im Gesamtaufbau, und gestützt auf das Vertrauen« Gelingens unserer Bewegung, versteifte man sich auf 0,״‘ Ziel. Die Geschichte sollte uns schneller recht geben a» wartet. Vor etwa b3׳ Jahren bereits begannen die יף kaufe des Keren Kajcmeth rings um den Komplex Het-'e aktuell zu werden. Nach langen Verhandlungen im vergang - Jahr entschied die Gruppe sich für den westlichsten dieses ganzen Gebietes, fiir den Boden des Dorfes Sch* , Der Kibbuz Maanith, dessen erster Kreis inzwischen Raananah gekommen ist, der holländische Machscharah•»■ ־־ Awoda und zahlreiche Chawerim des Habonim wer!®in״{! den Chugim zusammen den neuen Kibbuz Schafts aitm Hierdurch werden die Flächen des Kibbuz Hamcuchw seinen Großwirtschaften Ejn Charod und Tel Jossc1;״|,,< tinuicrlich ostwärts fortgesetzt und neue Punkte jn״' Arbeit geschaffen werden. , Adi Feibclsohn, Ejn Charod Elemente längst überwundener Gedanken nach, allenfalls sprachlich in neuer Form. ״Immer, wenn die anderen ihr Leben neu formten, haben wir draußen stehen müssen, wachen, daß 1111 Neuen der alte Geist des Judentums uns nicht verloren geht.“ Wir waren schon vor 1933 der Ansicht, daß die Juden in der Galuth in einem gewissen Sinne immer ״draußen stehen, daß sie selbst dann, wenn ihre ganze Sehnsucht_ auf das Untertauchen in der Umwelt 2c* richtet ist, doch immer wieder eine gewisse Grenze nicht zu überschreiten vermögen. Wir sind der Meinung, daß schon langst vor der Neuformung des deutschen Lebens an uns die Forderung gestellt war, jüdische Kultur wieder zum Leben zu erwecken. Die Gefahr, den alten Geist des Judentums zu verlieren, wurde nicht erst durch die nationale Revolution in Deutschland heraufbeschworen, sondern von Anbeginn an gestaltelc sich der Zionismus in Erkenntnis dieser Notwendig• Keit als jüdische Eriteuerungsbcwcgutig auch im Geistigen, c"1z1«e״ Acußerung, die auf eine jüdische Ent- Wicklung« moghehkeit des Bunde» hindeutet, steht in einer Erzählung, wie zwei Aeltcre sich über di* J! L (die Kleineren) unterhalten. ״Weißt du“ sagt 0.״'*dj) ״das ist das, was unsere Pimpfe vor uns voraus ״a״cn'htu!־ sie Judentum ebenso erleben werden wie wir L׳l'u’sL * erlebt haben. Wir haben immer geglaubt, dculschjudisc sein, aber wann haben wir es so erlebt, dalJ *i< wirklich deutschjüdiseh nennen können? Hast du gesenen׳^ einzelne Aeltcre znsammcngczuckt sind, als ganz von auch hebräische Lieder am Feuer ertönten? und wie verständlich cs den Pimpfen war.“ ... y« Hier wird es ehrlich gesagt: die Acltercn zucken hebräischen Lied zusammen: den Pimpfen ist das selbstverständlich. Die Aeltcren haben1 den j״ tums-Komplex, den eine assimilatorische Erziehung '. j vermittelte, noch nicht überwunden: die Jünger«« :'״, schon in einer ganz anderen Weise dentum nahe, Hoffen wir, daß aus Knaben jung« werden, die ganz im Judentum wurzeln. Walte t Qroß, 4 . / 111;; "»״Mi Hamburg■