Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 68 (24.8.1934)
- Date
- 1934-08-24
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU JUGEND - RUNDSCHAU Nr. 6a, 24. AUGUST 1934 Id! m מ o f \ in i ^־■׳״־־r ןיי״יז ך׳ו ול/ n• r״f *41ני |j, T, 11 "? 1״^ % *«P^ ף»־ך ■**"ן ך-»ץ §4«61 j fc.-’-i fc» öäi■—ן!!1si!*,*^•1 in- ־׳i Jugendarbeit in der Gofah per "Weg der jüdischen Jugend Deutschlands Das Erlebnis der vergangenen P/a Jahre hat besonders <Urk auf ‘,ic jüdische Jugend Deutsdilands gewirkt, nicht *״r weil sic als junge Generation am aufnahmefähigsten für ’!;jmlrticke dieser Zeit war, sondern auch weil sie am drkslcn in ihrer praktischen Lebensgcstaltung von den Mali- 'ilmtcn betroffen wurde, die dem deutschen Judentum gegen• ״״!,cr (liirdigelnhrt worden sind. Obwohl der allmähliche Verfall des jüdischen Mittelstandes ■a ,!,(tclaulenen Jahrzehnt einen immer gröber werdenden kitis junger jüdischer Menschen vor die ernstesten Lebens- ,;״gen materieller und auch geistiger Art gestellt hatte, gab ti bis /um Anfang des Jahres 1933 im deutschen Judentum!och noch eine erhebliche Zahl junger Menschen, die das Qtlühl der Geborgenheit durch die soziale und Ökojoinischc Stellung ihrer Familien besaßen und die sich nicht jar nicht verhältnismäßig wenig Sorgen um ihre wirtschaftliche Zukunft machten, sondern auch ihr Leben als deutsche Juden jo wie cs war, problemlos betrachteten. Dieser Zustand der Sekurität ist mit einem Schlage beendet worden. pic meisten standen plötzlich vor der Existenzfrage, und jjdi die, hei denen dieses Problem etwas gemildert aiiftritt, sksen, daß es keine Gewähr dafür gibt, diese Lage für die P»er aufrecht,׳uerhaltcn, und daß in jedem Falle das Lebe« eines Juden im Rahmen des deutschen Volkes und der curo• pochen Völker überhaupt mit einer Fülle von Problemen be• listet ist, denen der Einzelne nicht auswcichcn kann. Koch eine weitere Erscheinung, die für erhebliche jü- (falle Jiigeinlkreise der Vergangenheit charakteristisch war,!ut ihr Ende gefunden. Sehr viele junge Menschen führten ein durchaus individualistisches Leben, dachten bei ihren Eiiticheidtmgcn nicht an Kollektivzusamnicnliänge, etwa jüdiliker Art, sondern hatten sich das Ideal des persönlichen Vorwärtskommens im Beruf und in der Gesellschaft ftsltllt, mochte dieses nun mehr auf wirtschaftliche Erfolge der auf die Erreichung einer sozial besonders angesehenen jidlmig ab/ic'ieu. Diese Sucht nach ,,Karriere“ — gewiß r.icht nur hei der jüdischen Jugend aimitreffen, sondern auch bei anderen sozial ähnlich geschichteten Gruppen — hat mit (!nein Schlage ein zwangläufiges Ende gefunden. Und damit und allerdings in den Menschen Energien frei geworden, die lei richtiger Lenkung von großem Wert für die jüdische Gesrdlicil werden können. Betrachtet man das ii u ß er e Bild der jüdischen Jugend ׳ Deutschland, wie es sich heute darstcllt, so erkennen wir iis wesentlichstes positives Zeichen der Reaktion auf all diese frlchnissc den Willen zur beruflichen Ncugcstal« tu ״ff des Lehens. 13er Ucbergang in manuelle Berufe ist mit fnergic mul innerer Bereitschaft in Angriff genommen wor- '!״; man darf wohl in diesem Zusammenhänge sagen, daß iitrbei die Tatsache eine Rolle gespielt hat, daß der Zionismus •111 seine Jugend von jeher diese Umschichtung nicht nur wirtschaftliches, sondern auch als ethisches Postulat bc-;,!eiltet hatte. Die zweite konkrete Reaktion der Jugend ist ihre Tenkn/ zu einem Lehen der Arbeit in Palästina, nnicr mehr junge Menschen haben es eingesehen, daß eine blhcbuug der sie belastenden Problematik ihres bisherigen Iitais mul auch eine wirkliche Sicherung ihres neuen be- ן taflichcn 11ml sozialen Wolletts nur auf dem Boden Palästi* | :>s möglich ist. So kam cs, daß die zionistischen Jugendorgaj malioncn aller Art in dieser Zeit einen zahlenmäßigen Auf- ‘kitung nehmen konnten, wie er niemals geahnt wurde, und | GS heute der wesentlichste Teil der organisierten jüdischen jtend Deutschlands in den zionistisch-chaluzischen Reihen 1'ttil. bun darf man allerdings nicht übersehen, daß auch vor ' Umschwung des Jahres 1933 der Einfluß des zionisti- '™cn Gedankens in der jüdischen Jugend Deutschlands weit!4er gewesen ist, als es den Zahlenverhältnissen in der ' Generation entsprach. Seit dem Kriegsende war immer ‘icdcr die Beobachtung zu machen, daß große Teile der ^!tflonisiischen Jugend den Weg zuin Zionismus fanden, 4 einzeln, teils in Gruppen, die den Versuch gemacht ״ ,ו»ךpositiv-jüdische“ Arbeit zu leisten, und dabei Zwangs- '% zur Erkenntnis des wahren Charakters des Judentums "״ Welt der Judenfrage gelangt waren. , Wenn wir heute einen Blick auf den Teil der organisier- יי indischen Jugend werfen, der außerhalb der zionistischen ,. c aber nach seinem eigenen Bekenntnis einen po- ”1'•indischen Weg gehen möchte — wir denken etwa an die ^11Ppeii des B11 u dcsdcutsch - jüdisch er Jugend—,;if. a1m n1a|1 «lies nur mit zahlreichen Vorbehalten und zu- [ 'C1 m1* riticr gewissen Genugtuung tun. Es ist erfreulich, 1l״.״ Von diesem Kreise gesagt wird: ״Wir wissen, daß die tfr 5’•"■)'11lisclie Idee ihre Sinngebung heute vom Jüdischen I ז,,״'•“ Eine solche Grundcinstcllimg muß, wenn sie , ist, den Menschen, der ihr nachlebt, an das Judeni!tll Cra|t(ührcn und ihn vor die Fragen seiner Erkenntnis f״״|(''^,lcrdi,|gs ist cs merkwürdig, wenn in der gleichen (<,cu vorn1cl> Die als Leitsatz für die zukünftige Arbeit gcpt, ls{|. Der Oedanke auftaucht, man wolle ״Menschen ,r(J y cj' c r Haltung“ erziehen. Wold ist gegen ein (״ Erzichinigsidcal an sich nichts einzuwenden; vom Ju• uns ן l״'och ist cs gewiß nicht hergeholt, und es scheint H׳t' a' h'cr Einflüsse vorliegen, die keine Abkehr vom ibcr״״ Cr Assimilation bedeuten, sondern von der Umwelt tr1,°mmcn sind. >ls^ Ausgangspunkt dieser Jugend Ist der Satz, daß man dag jjjj?'.n Deutschland leben wird. Und zugleich, t!itp n,״ft aller Anerkennung Palästinas, das ״nicht durch j Es KJ'״>lc gesehen wird“, jedenfalls nicht Zionist ist. itaJ« Uns> daß diese Voraussetzung• für einen wirklich . c,e11 Kreis einigermaßen konstruiert ist. Wer weiß als junger Mensch, wo und wie er leben wird? Wir meinen, daß auch von den Mitgliedern der zionistischen Jugcndorganisaticmen mancher sein Leben in Deutschland führen wird. Für die jüdische Erziehung eines jungen jüdischen Menschen ist es nicht entscheidend, ob er den Weg nach Palästina findet oder seine Zukunft in der 0,1111(11 sucht. Vor allen Juden stellt die Aufgabe, ein Maximum an Judentum zu schaffen, das gewiß in Palästina qualitativ und quantitativ anders ausschen wird als in Deutschland, das aber In jedem Falle ebensoviel Einsatzbereitschaft vom Einzelnen erfordert, ob es hier oder dort Wirklichkeit werden soll. Darum: Gewiß ist Zionismus noch nicht zwaiiglüufig im Juden verankert und muß erst durch freien Entschluß akzep* liert werden — aber Nichtzionist sein und hier Icbe n wollen, sind noch keine genügende Basis für eine wirkliche jüdische Erziehung. So kommt cs denn dazu, daß in diesem Kreise heute das Wort vom gemeinsamen Lebensstil, der geschaffen wereien müsse und anders .ausschen solle •als der Slil der vorigen Generation, umgeht. Soll hierfür etwa elas Wort von der ״ritterlichen Haltung“ gelten und zugleich die Menschen stärker zum Judentum hinführen als ihre Väter? Man könnte es sich vorstellen, daß Religion im echten Sinne des Begriffes, mit all der Schwere des jüdischen Gesetzes einen solchen Stil heraufführt. Das will man aber wohl nicht, auch wenn man von einem ״Durchbruch zum religiösen Judentum“ spricht. Es ist eine Bindung durch den Willen der cigenen Person, an den hier gedacht wird, und das Religiöse ist, soweit cs bei diesen Menschen heute zum Ausdruck gclangt, eine Sache des Gefühls, nicht frei von Scnlinicnfalifät. Man will Gemeinschaft werden und einen eigenen Stil ausbilden. Das ist ein gutes Ziel, wenn mau den rechten Weg dazu kennt. Sonntägliche Fahrten und Feierstunden am Abend werden dazu jedoch nicht führen, auch niemals eine geistige Zielsetzung allein; nur diejenige Jugend kann Stil schaffen und bewahren, die ihn in der Ganzheit des Lebens bat, d. h. die für sich eine den ganzen Menschen in allen seinen Funktionen erfüllende Aufgabe angrcilt. Dies war aber von Anbeginn an die Stärke der zio* nistischcn Jugend. Sic gedachte nicht allein der großen Taten der Vorfahren, sondern will sich mit den großen Gcschehnlsscn verbinden, die auch im Judentum unserer Zelt vor sich gehen. Gewiß ist es möglich zu glauben, daß der Aufbau Palästinas und der Prozeß der Renationalisicrung des Judentums, der t damit untrennbar verknüpft ist, keine ״letzten“ Ereignisse der jüdischen Geschichte sind, hinter denen und über die hinaus es nichts mehr zu tun und zu denken gibt. Aber diese Vorgänge erscheinen der zionistischen Jugend als der einzige konkrete Weg, nicht mir um dem jüdischen Volk als ganzem zu dienen, sondern auch um ihr eigenes Judcscjn zu sichern und die Probleme zu meistern, die der heutigen jnngen Generation gestellt sind mul in der Neugestaltung des gesellschaftlichen Lebens der Juden ihren Zentralpunkt haben. Die Frage des Lebensstiles einer neuen Generation ist auf diese Weise mit dem Problem der Zukunft»• gcstaltung der jüdischen Gesamtheit verbunden und bekommt erst durch diese Ihren eigentlichen Sinn, Wir glauben nicht, daß durch Polemik allein die Erkennt- nis der Aufgaben, die ein junges Geschlecht in allen seinen Teilen besitzt, wachgcrufcn werden kann. Diejenigen, die heute von einer — allerdings fiktiven — ״nichtzionistischcn“ Position aus an jüdische Arbeit Herangehen, werden entweder den Mut verlieren, wenn sic sehen, daß ihre Hoffnungen auf Anderssein als die vorige Ocncration auf diesem Wege nur sehr beschränkt zu verwirklichen sind, oder aber sic werden itt das Judentum «indringen, werden seine Werte für sicli erobern und zugleich das Un genügen ihrer Ausgangsstellung empfinden. Dann wird der Augenblick gekommen sein, in dem auch ihnen die Frage vor Augen steht, worin sich das Wesen des Judentums erschöpft, und sie werden aus dieser Erkenntnis und aus der eigenen Erfahrung über die Jiulenfragc die Konsequenzen ziehen, die die zionistischc Jugend, die den Willen zum wirklichen Einsatz ihrer Generation im Rahmen der jüdischen Geschichte besitzt, von jeher akzeptiert hat. K. L. Tagung des Kibbuz Maanith. Kibbuz Maanith ist eine Zusammenfassung der 1 lacbscharab-Kibbuzim in und um Hambürg. Der Kibbuz Maanith wurde zu dem Zwecke gegründet, um seine Menschen in Erez Israel an einein bestimmten Punkte zur Ansicdlung zu bringen, und zwar in Schatta, zusammen mit der Kwuzath Haclmgim und dem holländischen Kibbuz Awoda. Vom 10. bis 12. August fand eine Pegischah (Treffen) des Kibbuz Maanith in Blankenese bei Hamburg statt. Die Veranstaltung umfaßte etwa 200 Mensehen. Ei!!geleitet wurde die Pegischah durch den Oncg Schabbath am Freitag abend. Am Sonnabend vormittag fand eine Sitzung der Vertreter der verschiedenen Kibbuzim und Snifirn statt, die durch Marduk Schaffner er• öffnet wurde, der einen Situationsbericht über die innere Lage des Hechaluz. in Deutschland gab. Es schlossen sieh Berichte der einzelnen Kibbuzim sowie Snifim an. Am Nachmittag referierte Naftaii Unger (Givvath Brenner) über ״Den Weg des Kibbuz Maanith“, irntein er eine Parallele zum Weg des Kibbuz Clicnith zog, der vor Jahren Giwath Brenner aufbaute. Am Sonntag morgen hielt Marduk Schaffner ein Referat über ״Die politischen Aufgaben des Kibbuz Hamcuchad“. In der anschließenden Diskussion versuchte man zum Ausdruck zu bringen, welches die Unterschiede zwischen dem Kibbuz Hameuchad und dem Kibbuz Arzi wären. Am Nachmittag sprach Secw Orbach über ״Kibbuz und Jugendbewegung“. Zum Ab- Schluß der Pegischah am Sonntag abend fand eine Feier statt. Anschließend gab Dr. Edgar Marx, Hamburg, der in diesen Tagen nach Palästina fährt, durch einige herzliche Worte seiner Verbundenheit mit den Chawerim des Kibbuz Maanith Ausdruck. Arjeh Hey mann. Im Arbeitslager flm dem Tagebuch eines Mittleren In den Ferien führten wir ein Arbeitslager durch. 19 MW* lere des Britli Ilabonim waren wir. Bei einer uns befreundeten Familie standen uns drei Räume zur Verfügung, ein kleines Zimmer zum Schlafen, eine Garage, die wir zum Ver» samnilungsraum!ungestaltete״, und eine Waschküche, in der wir kochten. Wir bekamen einen Acker von 200 qm Größe, aus dem wir in einer Woche einen fruchtbaren Garten machten. Daneben hatten wir eine Wcrkslatt für Metalltrcib« arbeiten. Als Ergänzung zur körperlichen Arbeit wurde ge* spielt und Sport getrieben, musiziert und Hebräisch gelernt, * ... Man sagt immer, wir Juden drücken uns vor körper• lieber Arbeit. Wir wollen das Gegenteil beweisen. Heute haben wir begonnen, den Boden tief umzustcehcn. Andere jäteten das Unkraut aus. Immer reihenweise kamen wir vorwärts. Der Rücken schmerzte schon etwas, aber das mach! nichts. Ich bin eigentlich stolz, daß von unseren 19 Mittleren lf> sich für die Arbeitswoche entschieden haben und nur drei für eine Fahrt. Die Arbeit ist wertvoller. Wir, müssen zeigen, oh wir arbeiten können. Ob wir wohl alte durchhaltcn werden? » ... Wir arbeiteten auf Rekord. Ich konnte fast nicht mit, denn R. kam immer hinter mir her. Der Schweiß rann mir von der Stirn. Ein dicker Tropfen fiel auf die Erde. Ich stach gleich den Boden um. Mein Schweißtropfen war in die Erde begraben. * ... Die Gegend ist eigentlich sehr schön. Ucberhaunt, wenn die Baume alle bliilicn und schon Blumen auf <ler Wiese wachsen. Warum bloß die Menschen alle in der Stadt leben? Hier draußen werden sie viel mehr Freude haben und auch sicher viel besser werden. ¥ ... Wir waren für die Küchenarbeit bestimmt und mußten eine halbe Stunde eher aufstehen als die anderen. Während sic sich also noch streckten, brauten wir ein Getränk zusammen, das sich als Kakao entpuppte. Die Chewrah genoß ihn mit Vergnügen. ¥ ... Beim Umgraben zerschnitt ich einen Regenwurm. Das arme Tier schlängelte sich in zwei Teilen hin und her. Ob cs wohl Schmerzen hatte? L. sagte, daß beide Teile weiter• leben. Das ist ja gut. Denn der häßliche Wurm ist auch ein Lebewesen. Und er nützt sogar dem Garten sehr viel. * ... Wir standen in der rauchigen Küche. Unsere Augen tränten. Wir konnten einander nicht sehen. Aber keiner lief raus, um Atem zu schöpfen. 2״b Chawerim warten auf ihr Essen!“ Dieser Gedanke hämmerte sich in unsere Hirne ein. Wir stellten uns die Chawerim vor, mit dem Spaten, abgearbeitet, schweißbedeckt. Und wir?! — in diesem Augen• blick war die Suppe ierlig, und wir mußten sie abheben, ¥ ... Heute habe ich vor Hifze beim Umhacken gestöhnt. Da sagte mir L., daß es in Palästina noch viel heißer ist. Da war mir auf einmal gar nicht mehr so beiß. Da habe ich gesehen, daß man alles viel besser machen kann, wenn man richtig will. ¥ Nachmittags war Mcfalltreibcn. Auf den Bleiklölzen kmten wir das Kupfer• und Messingblech bearbeiten. Dabei kam uns der Gedanke, daß wir den Chaluzlicimcn Türschilder hämmern könnten. Die sollten staunen, was wir können. ¥ ... Die Beete wurden heute fleißig bearbcitcl. Einige Chawerim, z. B. S., E. und T., zeigten nicht gerade großen Arbeitseifer. Andere spezialisierten sich darauf, die einen anzuspornen, indem sic ,riefen, daß cs schönes Wetter sei und daß es sich nach getaner Arbeit gut ruhen läßt. Aber arbeiten taten sic auch nicht viel. Nach kurzer Ruhepause arbeiteten wir gleich wieder weiter, weil wir am nächsten Tag, nämlich Schabbath, nicht arbeiten, ¥ ... Ercw-Schabbath. Das Nachtessen war fabelhaft. Der ״Speiscsaai“ war hcrgcrichtct wie zu einem Bankett. Auf dein Tisch war ein blendend weißes Tischtuch ausgebreitet, und die Teller und Tassen darauf blitzten und blinkten. Mit entzücktem ״Oh“ und ״A11" dankte die Chewrah, als die verschiedenen Gerichte aufgetragen wurden. Die Familie P., unser Gastgeber, die zum Abend cingcladcn war, spendete uns die besten Kuchen. An Leckereien fehlte es uns diesen Abend wirklich nicht. Der Abend war der jüdischen Arbeit gewidmet. Wir hörten von den Schwierigkeiten, die die ersten Chaluzim in Palästina hatten, als sie sich ihre schwere Arbeit erst erobern mußten, und wie wichtig heute die jüdische Arbeit ist. ¥ ... Man merkt schon, daß heute ein besonderer Tag ist, beim Aufstchcn. Es war nämlich um eine Stunde verschoben, wegen Schabbath. Zum Morgen gab cs Kakao und richtige Butterbrote. Dann lernten wir alle Hebräisch. Wir legten uns dazu auf Decken in die Sonne. Wir können schon ziem• lieh viel. ¥ ... Vor unserem Weggehen gingen wir noch einmal‘ mit gepacktem ״Affen“ zu unserem Garten, dem ״Gan-Brith* Habonim“, zum Ahschiednchmcn. Wir kommen ja bald wie• der, zum Gießen und zum Jäten und zum Ernten. Aber trotzdem, der Abschied fällt schwer. Unter der Erde die Samen schlagen vielleicht schon aus. Und in ein paar Monaten können wir schon ernten, was w i r gesät und gepflanzt haben! ״Also Chawerim, wir müssen zum Zug!“ So rief L. mehrere Male. Und dann liefen wir los. Eine hatte auch beinahe den Zug verpaßt. Aber sic stieg noch hintca ein. Oie Zeit ist schnell vergangen. Eine Makkabi Broschüre. Das Präsidium des Deutschen Makkabi-Kreiscs hat vor kurzem eine reich illustrierte Bro• schüre herausgegeben, die in Wort und Bild einen Einblick in die Arbeit der Vereine des Makkabi geben soll. Verfasser des Textes ist Dr. Felix T heil habet־, einer der Begründer der Makkabi-Bcwcgting in Deutschland, der in überzeugenden Worten den wert des Sportes für die Regencration des jüdischen Volkes nachweist und zugleich dartut, daß der jüdische Sport sinnvoll nur betrieben werden kann, wenn er sich in das Gesamterziehungswerk des nationalen ludentums eingliedert. Sport, nationale Erziehung und Palästüia-Autbau werden als untrennbare Einheit nachgewiesen und cs wird gezeigt, wie im Makkabi diese Arbeit seit Jahr• zehnten durchgeführt wird. _ia.