Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 68 (24.8.1934)
- Date
- 1934-08-24
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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1 24 VH1.1934 י» ■זא teile; «׳II 1ו י!■■ ihr« ןו1 u>r Ulf i I j 1, 1׳ JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 5 ,״׳1 fei« )eilt jmf. Hl ‘die die ‘mit Olliimcl 1)11־)'־ ich, eine >tt. iiili, arte Gefeti i*;t .־in“, cho ■ he« :!ule :veidort et ei! als-;!11.“ 'lebt be- «itrri «ml יו ihn laut, her «nie,;7<־n!och jval*!lieh ■ter-; er-!und! ist ״t1!und i'.ik i ndc! Inn ctzt tn. ich mit ile* mit M *ic reu ird 1111• n.“ zur vie am :cn em! ׳ei. jf-!es! in in;;e* hin :!e Je Bi {־**0 4״*?f % י״-״״׳ן #ל י־ץ"^ 1 r•*“■*■״ ,JL ^in^i iS ד׳״דן^!,׳ r'“C| ף m% j;/ ויי־> , , P ■j., י ^ך», ך׳ JT*, j ÜfVii!*«**/ r. lח! (th* Stellungnahme des (xcmeindcblattes Pt«! Oeiiieindeblatt der Jüdischen Oc• mCindc Berlin nimmt in seiner Ausgabe vom 18. 8. ״c!|un£ dem in der ,,Jüdischen Rumkchnu“ Nr. 64 er- ״hienenen Aufsatz über das Organisationsproblcm der dcut- ״hen Juden. Im Verkauf des Artikels wird gesagt, daß nicht «׳jftlcrkelir des Vergangenen, sondern Neugestaltung (i״cr besseren Zukunft allgestrebt werden müsse. Es heißt dann weiter! ״]las MV-i.de »1<״ religiöse Leben in den jüdischen Klein- ״rn e i n d e 11 würde vermutlich sehr bat,] versiegen, wären sieh * hl ili'• *iinligmieiiidcn ihrer Verpflichtung zu briiderlirhor Hilfe dt. I!ml wemi in einem viel 1 *■achteten Artikel einer jiidisehen 1g der letzten Woche gelindert wurde ,die Zuführung eines 11 heil Teils des Stcnrrniifkmnmrns וסו zentrale konstruktive jufMiuweeke, die über den Kähmen und da, Blickfeld einer einzelnen Crmrinde hin.t11sg<-hcn‘, so ist dieser Korderung die giund-äliliclie Juuimnning der Berliner jüdischen (;entrinde gewiß. Hat sie doch I«h in der Vergangenheit derartige Forderungen als berechtigt an- (ilrnnt und auch in ihren diesjährigen Ktnl einen Betrag von ,»j 400 000 RM. für die Keiclisvcrirelung der deutschen Juden p] (len l’reußi'ehen Land(■sverlr.iml jüdischer Gemeinden eingesetzt.“ Im weiteren Verlauf des Artikels werden Beratungen erwähnt, die ״gegenwärtig über die Herstellung einer orjinisehen Verbindung zwischen Gemeinden, Landesverbinden, Rciclisvcrtrctung und ZcntralausschufS für Hilfe gnd Aufbau gepflogen werden". Der Artikel kommt zu dem Schluß'■ ״(;,■meinden und Rcirlisorgankitiuri müssen eine organische tlinhri• werden, müssen sielt bei klar ahgcgrrnzler Aufgabcrdrcn- «ng verbunden wissen durch gleiches Wollen und St.rc- (irn. Bi‘‘ Berliner Jüdische Gemeinde ist zur Mithilfe und zur )lilirbcil bereit.“ Wir nehmen an, daß die Gemeinde bei dieser ihrer höchst bemerkenswerten Verlautbarung auch die Tatsache im Auge behält, daß die meisten jüdischen Gemeinden Deutschlands unter einer Leitung stellen, die vor dem Jahre 1933 unter ganz anderen Bedingungen und zu ganz anderen Aufgaben, als sie der Aufbau des deutschen Judentums heute notwendig macht, gewählt ■worden sind. £! ist hegriillenswert, wenn sieh die Leitung der Gemeinde, ohne starr au ihrem früheren durch die Tatsachen wiederlegten Programm fcstzuhaltcn, den neuen sachlichen Erfordcrrissen anzupnssen versucht, und alle Schichten der jüdischen Ocifentliehkeit werden die in dieser Hinsicht geleistete Tätigtcit gern anerkennen. Dennoch darf nicht übersehen werden, diB eine zweckmäßige Zusammenfassung des deutschen Judentums heute nicht lediglich auf den Gemeinden, die beitimmte Vcrwaltungskörncr sind, beruhen kann, sondern daß die Aufgabe der Willensbiklung uiul Vertretung des deutschen Judentums, seiner inneren und äußeren Auseinandersetzung mit den netten Lebensbedingungen eine entscheidende Mit- Wirkung auch anderer Fakturen unerläßlich macht. Was tatsächlich den Witterst,and 80 weiter Kreise gegen chic übermäßige Einflußnahme der Berliner Gemeinde auf die zentralen Organisationen hervorruft, ist etwas ganz anetcrcs: nämlich die Tatsache, daß die Gcmelndckörperschäften sich durch eine selbst beschlossene Verlängerung ihrer Wahlperiode gegen eine zeitgemäße Unigestal- Ging gewehrt haben, und daß sie deshalb heute nicht mehr als wirkliche Repräsentanz der Berliner Judcnlieit angesehen werden können. Diese Einstellung beruht nicht etwa auf dem Vorurteil einer bestimmten parteimäßig gebundenen Gruppe: es sind vielmehr Menschen aus allen Lagern, die sich gegen die heutige Zusammensetzung der Körperschäften wenden, Auch die Berliner Zionisten können heute vielfach in manchen zionistischen Vertretern der Gemeindegremien nicht mehr ihre berufenen Repräsentanten sehen. Wir keimten in der Lage, in der wir uns heute gegenüber der Umwelt befinden, die üblichen Mittel Öffentlicher Propagantla nicht einsctz.cn. Die Gemeindeverwaltung darf aber nicht glauben, daß das auf die Dauer tatsächlich die unuatürlieh erstarrte Form ihrer Zusammensetzung vor Erschütterungeu bewahren wird. Daß der Berliner Gemcindevorstand weder den Weg einer geeigneten Form der öffentlichen Meinungsbildung gegangen ist, noch, wie zahlreiche andere Gemeinden, freiwillig eine Umgestaltung vorgenommen hat, macht auch seine Ansprüche gegenüber der Reich sv ert r e 111 n g so problematisch. Denn gerade das ist das Besondere, Richtungweisende der ReichsvertreUmg, daß hier zum erstenmal neue Männer, unbelastete, beginnende Kräfte ans Werk gingen, um kameradschaftlich und vertrauensvoll zusanunenzuarbeiten. Ganz unabhängig von den Personen, war hier ein Zeichen, ein Ausdruck neuen Anfangs! I)ic jüdischen Menschen in Deutschland fühlten das. Sie waren allesamt bereit zu bediiigungsloser Einordnung. Hätten die Männer, die an die Spitze gestellt wurden, (Initials spontan die Vertrauensfrage an die deutsche Judcnhcit gestellt, sie hätten eine Gefolgschaft von imponierender Einheitlichkeit und Geschlossenheit geftmdeii. 111 der Zwischenzeit haben viele Interessenten daran gearbeitet, die alten Barrieren?.wischen Juden und Juden wieder aufznricliten. Will die Relchsvertretung ihren Führungsnnsjmirh nicht aufs Spiel setzen, so muß sie die Position, die sie heute noch im deutschen Judentum hat, gegenüber den widerstrebenden Gewalten zur Geltung bringen. Sie muß der Forderung des Berliner Gemeinde- Vorstandes auf Schaffung einer organischen Einheit zwischen Gemeinde und R ei ch *vertretuug die Forderung entgegensetzen, daß der B e r I i 11 e r O e m c i 11 d e v o r s t a 11 tl sich in seiner Zusammensetzung den veränderten Verhält- 11 iss eu an paßt. Geschieht das nicht, so muß die Reiche- Vertretung das entscheidende Wort an die deutsche Judenheit richten, das Wort, das zur Gefolgschaft aufruft, Die Rcichsvcrtretung ist so stark, wie sic sein will. Sic sollte, ehe cs zu spät ist, ihre Stärke zeigen! —Y. m 1 - in au- 1 ■ cs er im ie;te h!r Die neue Riiualmordbeschulciigimg des ״Stürmer" Wir haben bereits in unserer vorigen Nummer berichtet, daß die letze Nummer der antisemitischen Wochenschrift ״Der Sturmer", die mit der großen Schlagzeile ״Der Ritualmord zu Breslau“ erschien cn ist, von dein Breslauer Polizeipräsidium beschlagnahmt wurde. In der amtlichen Begründung heißt cs! daß der Bericht des Blattes in allen wesentlichen Punkten völlig unzutreffend und außerdem geeignet sei. das An- •chen der Polizeibeamten in erheblichem Maße herablusctzcn. Wie das ״Berliner Tageblatt“ berichtet, hat der Leiter der ׳Mordkommission des Breslauer Polizeipräsidiums, Regierung«* nt von Külitz, mit aller Bestimmtheit erklärt, daß die Bchaupwogen des ״Stürmer״ unsinnig seien, und daß von einem Ritualmord in dem Falle Fchse nicht die Rede sein könne, Es kindlc sich vielmehr um ein Sexualverbrechen. Bas energische Einschreiten der Breslauer Polizei wird zt"'iß seinen Eimlruck auf die ()Öffentlichkeit nicht verfehlen, D» cs sich um einen Breslauer Fall handelt, ist Zweifellos die Breslauer Behörde zur Beurteilung in erster Linie zushodig, aber es erhebt sicli die Frage, oh nicht der durch die ״ustellung des ״Stürmer" hervorgerufene falsche Eindruck *nf tlert Leser der Zeitschrift in anderen Teilen des Reiches trotzdem aufrechterhalten bleibt, da ja die Bc- *Maßnahme nur in Breslau durcligeführt wurde. Es ist zu “fen, daß der Schritt, den die Reichsvertretung der Deut- Wien Juden heim Reichsiiinciitninistcriiirn unternommen hat, w einer umfassenden Klärung dieser Frage führet« wird. Der *u'satz des Stürmer erklärt es als Aufgabe der Staatsanwalt- K"ah, ״die Juden vor aller Welt als das bloßzustellen, was s1e sind: Ritualmörder“. Die deutschen Juden können selbstverständlich die Anschuldigung des Ritualmorcles, die unzählige •">le bereits widerlegt wurde, nicht auf sich sitzen lassen. -per braunschweigische Finanzminister empfiehlt in einem "יוני die Anschaffung eines Ahnenpasses. Er soll die wsehiedenen Dokumente zusainmenfassen, die für den Nach- ״ls der arischen Abstammung notwendig seien, wie er für be- ״״nmte Berufszweige vorgeschriebe« wird. Schächivcrbot und Ladenmiete Ein Mieter, der hei seinem Wirt einen Fleischer- I a d e 11 gemietet hatte, war von diesem auf Zahlung der Miete verklagt worden. Gegen die Klage wurde von dem beklagten Fleischer eine Herabsetzung des Mlctszinscs geltend gemacht und zur Begründung auf das von der Regierung erlassene Schäclitvcrbot Bezug genommen. Das K a m m c r g c r i c h t hat diesen Minderuiigsaiisprudi nfcht anerkannt. In der Begründung heißt cs, daß ein Sachmangcl im Sinuc des § 537 B.O. B. nur vorliegt, wenn die Unbrauchbarkeit der Sache aus Gründen öffentlichen Rechtes vorliegt, jedoch nur, wenn eine unmittelbare Beziehung zur Mietsache besteht, dies sei aber nicht der Fall. Ob durch das für ganz Deutschland geltende Sch Hebt verbot ein Mangel der Mieträuine herbeigeführt werden kann, könne dahingestellt bleiben. Denn ״im vorliegenden Falt ist vor nltcm deswegen ein Mangel nicht entstanden, weit di« Bektaql« in den Mietniumen gnr nirtit schlichten, sondern nur geschlichtetes Fleisch verk nufen sollte und verkauft hat. Her Verkauf geselliiehtelcn Fleisches ist der Beklagten aber nach wie vor nach ihren eigenen Angaben möglich, indem sie derartiges Fleisch aus dem Ausland cinffihrt. Duft der Preis des Fleisches infolge der iielaslutig mit Zöllen und Abgaben ver- Irtierl wird, ist uncrheldich und slellt jedenfalls einen Mangel im Sinne des § 537 IICiH. nicht dar, Die Verminderung des FinsaUes der Beklagten beruht nicht auf einem die Tauglichkeit der Mietsache mindernden Felder. Der von dem bokluglcn Fleisrher gemietete Laden kann nach wie vor dem Fr!»ß des Geselies tiher das Schachtverbot!um Betrieb rituellen FlcUchvcrknufs benutzt, werden. Das S c h ii c h t v e r b <> t befreit den Beklagten also nicht von der Zahlung des Mietzinses oder eines Teils des Mietzinse s." Wir wollen uns mit der juristischen Frage, die das Kammergericht erörtert, nicht beschäftigen, aber aus Gründen der Billigkeit müßte anerkannt werden, daß ein Schlächter, der nur geschachtetes Fleisch verkaufen kann, durch das Schäclitvcrbot eine ganz erhebliche Minderung seines Geschäftes erlitten hat, so daß die Frage, ob er nicht zur Zahlung des unter ganz andern Umständen übernominellen Mietzinses unfähig geworden ist, berechtigt erscheint. Bekanntlich wurde in Mietsachen von Personenkategorien, die durch die neue Gesetzgebung ihre Berufe eingebüßt haben, auch früher schon dieser Gesichtspunkt der Billigkeit zugclassen. Die Palästina-Regierung hat 7 neue Schulen errichtet und 4 (arabischen) Dorfschulen neue Subventionen bewilligt. jGdltthe Gräber tn Rom Haifa, den 10. August 1934 In Nr. 63 Ihrer Zeitung bringen Sie unter der Ucbcrschrift .,Gang in die Jahrhunderte" einen Aufsatz: ״Jüdische Gräber tun sich auf ... Ein Spaziergang in Rom", gezeichnet ״Tu« tlcla“. In dem sehr interessanten Aufsatz äußert der Verfasser oder die Verfasserin die Ansicht, daß auf dem ״,!katholischen" Friedhof an der Pyramide des Ccsfius in Rom auch luden beerdigt seien und zitiert unter den jüdisch klingenden Namen der dort Beerdigten einen jungen Ulrich Wendriner aus Beutlien. Ucber diesen bin ich in der Lage, Auskunft zu geben. Ulrich Wendriner war mein Mitschüler im Gymnasium zu Beutlien (O.-S.). Er war Judcnstämmling, aber evangelisch getmiit. Seine Eltern hatten ilm im friihcsten Kindcsaltcr taufen uml ihm eine evangelische Erziehung zuteil werden lassen. Uebcr sein weiteres Schicksal ist mir nichts bekannt, da Ich nach Verlassen des Gymnasiums keine Beziehungen mehr zu ihm hatte. Das Beispiel von Ulrich Wendriner scheint mir jedenfalls darauf hin/uw eisen, daß die auf dem ״akatliotisehcn“ Friedhof in Rom bestatteten 1'otcn mit jüdischen Namen getaufte Judeiistämmlingc waren, die, da sie nicht katholisch getauft waren, auf dem ״akatliolischen“ Friedhof beigesetzt wurden. Für Juden gab cs in Rom wohl zu allen Zeiten besondere Friedhöfe. Leo Guttm a n 11, früher Bcuthcn (O.-S.). Jüdische Sprichwöiter Berlin N 54, d. 20. 8. 1934 In Nr. 65 der ״Jüdischen Rundschau“ wird aus dem Bändchen Nr. 10 der Seliockrn-Bücherci: ״Sprichwörter und Redensarten deutsch-jüdischer Vorzeit" von Abraham Tend* lau eine kleine Auswahl gegeben. Es sei mir gestattet, zu einzelncn Punkten Ergänzungen zu geben. Z11 dem aus dem Altdeutschen stammenden Frauen grüß! Go 11 c I k u m 111 ist zu bemerken, daß ein Unterschied zwisehen Mannes- und Fratiensnrarhc auch in anderen jüdischdeutschen Dialekten zu beobachten ist. Darüber findet sich eine Zusammenstellung in der 1924 erschienenen Festschrift für den Straßburger Germanisten Charles A11 d 1 c r von Ernest-Henri L (• v y: ״Langue des homincs et l.angue des fcnuncs eil juddo-allemand“. Die Arbeit schöpft aus der jüdischelshssisdicn Mundart. Aber auch in anderen jüdisch-deutschen Mundarten, z. fl. Frankfurts, finden wir dieselbe Erscheinung, Gerade T c n tf 1 a u hat in seinem neugedruckten Büchlein darauf hingewiesen. Der Gruß Gottclkumm findet sich in etwas veränderter Form auch im Elsässer Jüdisch-Deutschen. Der Mann wird meistens wie in Frankfurt mit dem Gruß Sc hoI em alechcm bzw. seiner dialektischen Form davon 1 begrüßt. Der Name für ״Gott" z. B. lautet im Munde von Männern Ha k ml esc 11 boracliu (b/w. die lautlichen 1:11t- Wicklungen dar,aus). Die Frau dagegen spricht von ״Gott“ als unser Harjct, d. h. unser Herrgott. Fs scheint also, wie sich aus der parallelen Entwicklung im Frankfurter und Elsässer Jüdisch-Deutschen ergibt, daß das Jüdisch-Deutsche überhaupt einen Unterschied von Frauen- und Mann Ursprache gekannt habe, und daß die Frauen entweder für nicht würdig beftinden wurden, sich der heiligen Sprache zu bedienen, oder *Ic nicht genügend beherrschten. Ferner wird erklärt die Redensart: Mit Lieb sei Euer Oortcli, als: Mit Lieb sei Euer Gast. Diese Er* klärung ist nicht richtig. Das Wort ״Liebe“ hat im Jüdisch- Deutschen noch den mittelalterlichen Sirn von ״Freude" (für unser ״Liebe“ brauchte inan im Mittelalter das Wort ״Minne“, das später wegen seines obszönen Sinnes unterging und erst in neuerer Zeit wieder belebt wurde) Mit Lieb bedeutet also: ״zur Freude“. Ein bekannter Wunsch beim erstmaligen Tragen eines neuen Gewandes lautete im Jiidisch-Deutstiiei!: mit Lieb sollst du cs tragen. Gemeint ist: zur Freude sollst du es tragen. So sind auch alle aus dem Buche von T e n d I a u angeführten Redensarten mit ״Liebe'• durch unser neuhochdeutsches ״zur Freude“ zu übersetzen. Endlich ein Wort über das viel besprochene ״N e b b i c h“. Eine stichhaltige Etymologie für dieses Wort ist bis jetzt noch nicht gefunden. Es bieten sicli zwei Möglichkeiten. Im Althochdeutschen findet sich ein Wort abuch oder abich, das am Rhein als e bc h fortlebt. Darunter versteht man einen ungeschickten Menschen. Damit mag das Wort nebbich als Abkürzung für einen ebich ״ein Ungeschickter“ .vielleicht Zusammenhängen. Doch auch die Möglichkeit einer Herleitung aus dem Slawischen ist nicht abzuleugncn. Man kann an den Infinitiv by t' ״sein“, verm int ncbyt', elliptisch für ״es möge nicht sein‘‘ denken. Aber solange wir keine Belege aus älterer Zeit haben, tappen wir bei der Etymologie dieses Wortes im Dunkeln. _ S. Feist. Aufiührungtverbot für einen Film Die zuständigen deutschen Fiiminstanzen haben den österreichischen Film ״F r ii 111 i n g s s t i m m e n“ zur Aufführung in Deutschland nicht zugelassen. In der Begründung des Aufführungsverbotes heißt cs: ״Dem auf § 12.7 des Lirhl«|>ielge.srtz«!1 vom J8, Febr. d. J, gestützten Antrag des Reirhsminislcts für Propaganda, die Zulassung des Films ,Friihlingsstimmen‘ zu widerrufen, war slailtugeben. Er verletz( das nnlio11.1Is<1zinlis1i,ehc Kmpfitulcn und ist geeignet, die öffentliche Ordnung zu gefährden. Gemäß den in der Lntscheidüng der Filinohciprüfslcllc vom 21. April d. J. entwickelten Grundsätzen ist zu beans! anden, daß der Film in tragenden Rollen früher in Deutschland tätig gewesene Darsteller zeigt, die von der Bcwegll״g Migetdinl werden. F.» kommt hinzu, daß einer der nicht, arischen Darsteller in einer gemütvollen viitet. liehen Rolle als Familienoberhaupt einer d e u t scheu Familie gezeigt wird. Sein ausgesprochen nichtarisches Aussehen verletzt den deutschen Besucher. Es sind daher bei weiterer Vorführung des Films auch Ruhestörungen zu!«sorgen, wie die gegen den Film bereits ein getretene Protestbewegung belegt.“ ץ ,, 0A SmaA ^bbiner Df■ Sonntag! den 2. September 1934, in BerSin, auf dem B.S.C.-Stadion a. d.Avus!SSSMiiur im Vorverkauf zu <| 'm B.Z.V.-BQro, Maln«k»*traßa 10 / Bar - Kochba -Tannlsplätze, Leibnlzstraß# 49-53 / Bar-Kochba- י ' Büro, Melnakaatraßa 10 / Boxklub Makkabl, Jagowitra&a 5 / Adolf Lockar, MamhardtatraOa 6 ✓ Cohn, ZeiUinfl**®«■*1■!®•1• Soh&nhausor Allee 3 ׳׳ Arbolt > nd Sport, Berlin-Charlottanburo, Kalsar-Friedrich-Sir. 500 / Kaufhaue Qoldsteln, Schänhauaer Allea 112 / Iwrlabank, DlrckaenstraBe 27 / Iwrlabank, FaaananetraBe 1s *