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Jüdische Rundschau · 1934-08-24 · Heft 68 (24.8.1934) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 68 (24.8.1934)
Date
1934-08-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 1 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 68, 24, V|JI anderer Weis« hat sich bei Cohen, In anderer bei Natorp «He Rückkehr zur religiösen Denkweise vollzogen. Cohen kehrte zum Judentum zurück, Natorp schuf sich seine eigene, philosophische Religion. Bei Cohen sprengten nun Schlüsse die religiösen Begriffe des Judentums: Einzigkeit, Schöpfung, Offenbarung das System und Kosen zweig konnte mit Hecht sagen: ״Der jüdische Rationalismus mag sehr rational sein, und doch kann er nur so rational sein wie er — jüdisch ist. Wer Hermann Cohen gekannt hat, weiß das," (Anmerkun* gen zu Jclunla Halevi S. 130.) Roseuzwcig hat uns auch über• liefert, wie wörtlich Cohen die Erlösung genommen hat und wie er mit ihm aus ängstlich-bangem Herzen darüber stritt, ob die l'ilösung in hundert oder in fünfzig Jahren kommen werde. Dies war tiefjüdische Erlüsimgsungetluld — Heil uns, wenn wir alle noch so ״das Ende drängen" könnten, wie der alte Hermann Cohen. Er wollte mit der Endlichkeit keinen Frieden maelmi, jenem Porcz’sehen Rabbi gleich, der keine Hahdaiah machen will. Sabbatli soll sein! Anders Natorp, der hierin.mau inuli es wohl gestehen — der Marlnirgcr Schule treuer blieb. Er fand sich mit der Endlichkcit, mit dem Nimmcr-Emlcn des Immer-Endens ab, wenn er es auch aus seinem Ursprung her, aus der unendlichen Scliöpfcrqiielle erfaßte. Die Erlösung ist bei Natorp kein Akt, der in der Zeit eiutritt und der Zeit ein Ende macht wie in unserer jüdischen Vorstellung. Die Cieschichte geht immer weiter, ohne Ende, ohne Ruhe. ״Es gibt keinen Tod des Lebens Selbst, es gibt kein Enden, das nicht zugleich neuer Anfang wäre. Also ist nicht Vollendung das Ziel. Die Nie• Vollendung der Schöpfung gerade versichert uns der unzerstückten Ganzheit des Ueberendlichcn. Leben verschmäht alles Ende, alles AbscblieBcu. Wer das begriffen hat, der wird vor keiner Revolution mehr znriiekbangen.“ Mag sein, daß Natorps Religion, wie sie in diesen Worten ausgesprochen ist, tragischer und heroischer ist als die unsere, als die Cohens, welche die Erlösung in der Zeit und von der Zeit licrbchlriingt. Aber sie ist, wenn man sie bis zu Ende denkt, so furchtbar, daß kaum eine pessimistischere Religion gedacht werden könnte. Erst im Vergleich mit dieser rcli• giösen Konsequenz der Marburgcr Schule kann man den Radikalismus der Umkehr verstellen, der Cohen dahin brachte, seine ״Religion der Vernunft“ auf die jüdischen Begrille der Korrelation von Gott und Mensch, der Schöpfung, Offenbarung und Erlösung zu gründen. Die 1m Die Delegation indischer Mohammedaner Jerusalem, 20. August, (J.T. A.) Iligli Commissioncr Sir Arthur Watichope wird die Abordnung indischer Mohammedancr, die sich gegenwärtig aut der Durchreise nach London in Palästina auf hält, empfangen. Es ist beabsich• tigt, die Verhandlungen zwischen der indischen Delegation und dem Iligli Commissioncr später in London fort7.usctz.cn. Die indischen Mohammedaner!iahen schon während des Krieges gegen die Balfour-Deklaration gearbeitet und sind besonders in eien letzten fünf Jahren wieder als aktive Gegner des Zionismus hervorgetreten. Wie erinnerlich, war der Mufti von Jerusalem vor einigen Monaten in Indien, um dort die Hilfe der indischen Mohammedaner für die paläsfineiisischen Araber 7u organisieren. Auf einer In S i m I a abgehaltenen Konferenz ind i s c 11 e r M o h a m 11! c d a 11 c r wurde eine Entschließung angenommen, in der die jüdische Einwanderung nach Palästina als eine Gefahr für die mohammednnischeu Interessen be/eirlinet wird. Die englische Mandatarmacht wird ,iiifgefurdert, die weitere Einwanderung von Juden nach Palästina zu verhüten. Eine ähnliche Resolution wurde von der ״M 0 s 1 e 111 i t i s c 11 e n Liga Indiens“ gefaßt. Kontrolle der Kapitalisteneinwanderung Vor dem Jaffaer Gericht hatte sich kürzlich ein Einwanderer zu verantworten, der als Tourist ins Land ge׳- kommen und dann um die Erlaubnis ei ח gekommen war, als ״Kapitalist“ im Lande 711׳ bleiben. Die Behörden hatten sein Bankkonto an zwei Stichtagen untersucht, einmal auch die erforderliche Summe von U 1000 vorgefunden, beim zweiten Mal aber fcstgestcllt, daß das Geld bereits abgehoben war. Heim dritten Mal fand sich jedoch — wie der Richter in seiner Urteilsbegründung annahm, auf Grund irgendwelcher warnender Informationen — die Summe wieder vor. Der Richter verurteilte den Einwanderer zu 2 Monaten Gefängnis und empfahl ihn der Regierung zur Ausweisung, mit der Begründung, hier liege offensichtlich eine Fälschung vor. Der Alaun hätte sich die erforderliche Summe für eine kurze Zeit geliehen, um so seinen Aufenthalt im Lande zu sichern. Der E:1l! zeigt eine Tendenz der Behörde, auch in der ״Kapitalhtencinwamlming‘‘ eine etwas genauere Kon* trolle als bisher auszuüben. Von unserem Berichterstatter. h! Tcl-Awiw, 15. August. Die Entwicklung der politischen Ereignisse in der letzten Woche verstärkt die Vermutung, dal) es _ sich bei der britischen Politik In Palästina um eine wichtige und ents c ]1 e i d c n d e W e n <11111 g handelt. Eine Reihe voneinander anscheinend tmahltiingjgrr Ereignisse deuten darauf hin. Die Frage des G e s c t z g e 11 e n «1 c n Rates beschäftigt die öffentliche Meinung sowohl der jüdischen «I» mich der arabischen Kreise. Nach der Beratung der arabischen Führer Linden mehrere Konferenzen des Iligli Commissioncr mit jüdischen und arabischen Vertretern statt. Nachher wurde eine Beratung der speziellen politischen Kommission, _ die der Jcwish Agency ungegliedert ist und in der sämtliche Kreise des Jischmv vertreten sind, zusamniciigcruicn, um die Stcllun״ des Jischmv zu diesem Problem zu Wären. ln den arabischen Kreisen scheint eine rege politische Diskussion im Zusammenhang mit dem Vorschlag des Gesetzgebenden Rates vor sich zu gehen. Seitens der j ii - d i s c h c n Instanzen wurde bis jetzt keine offizielle Erklärung abgegeben. Die Presse nimmt jedoch eine intransigent neyntive Stellung ein. Verstimmend haben aut die jüdische ü!(entliehe Meinung die letzten Artikel der ״Times“ gewirkt. Diese Artikel, die für die neue Orlentierung der englischen Politik symptomatisch sind, sind auch in vielen Punkten in der Darstellung 11 er Tatsachen ungenau. (Wir haben uns bereits in Nr. 66 der ״J. R.“ mit dem letzten ״Times“-Artikcl auseinandergesetzt. .- A, d. Red.) Was soll z. 11. ein Palästinenser von der Behauptung denken, daß die städtische arabische Bevölkerung Palästinas ernste Neigungen zur Auswanderung nach Syrien zeigt? Tatsächlich ist diese Feststellung nicht mir vollständig aus der Luft gegriffen, sondern das Gegenteil davon ist eher der Fall. In einigen Memoranden der syrischen Kautlcutc an die französische Regierung wird von der Absicht, nach P a 1 ä s t i 11 a atiszuwamleni, gesprochen. Eine solche Ein- Wanderung aus Syrien h' auch merkbar, und nicht nur die I lau rauer Fellachen, so,.״ern auch viele städtische Einwohner Syriens blicken auf das wirtschaftlich attraktivere Palästina. Was die Motive und die Richtlinien der britischen Politik anhetrifit, so scheint es keinem Zweitel zu unterliegen, daß die Wendung in breitem Maße durch außen* politische Faktoren bestimmt ist. Es ist kein Zufall, daß die Regierung die Zusammenkunft der arabischen Führer in Palästina ermöglichte und daß das Problem des Gesetzgebenden Rates aufgcrollt wurde in der Zeit intensiver Vorbereitung neuer Machtgruppierungen im Mittleren Osten. Die Verhandlungen mit Emir Abdullah wegen Abtretung von Akaba, die immer wieder auftauchcndcn Gerüchte von Verhandlungen mit dem ägyptischen Wafd und die bevorstellende Konferenz des Higli Commissioncr mit der mosleniiscbcn Delegation aus Indien, mit der er in London verhandeln soll, - - nach allen diesen Tatsachen ist die Vermutung nicht von der Hand zu weisen, daß die Politik der Pazifizierung der arabischen Länder durch weitgehende Kon- Zessionen vom Gesichtspunkte einer Kriegsgefahr in ferner oder naher Zukunft ausgeführt wird, D-Zug eilt durci ' früh, dasdW1y]'!״ '*HP, still und lese zer!jre.rt seltener Ausgabe taj»™; Ei Ist Wochentags, der D-Zug Landschaft gen Wcsien, Es ist noc Seilen des Bahndammes, bei der aulSergrwöhnii'chtn'׳Tm * fielt den Tau auf den Gräsern, die spärlicher als lomt ’ nehmend. 1 Ich sitze In meiner Ecke Rousseau» ״Emile", den ich in als Reiselektüre auf dem ״Wagen" erstanden hatte gegenüber sitzt ein Ehepaar, _ er groß, breit, bron.I fremdländisch 011ssehend, so wie ein Inder, sie Idem*,•־.:' bell, so wie in Deutschland junge Frauen ausschcn**»'"i unterhalten sich sehr lebhaft in einem Idiom, d,M ."1 "׳: verstehe. Er macht sie atil die Schönheit der ׳LandschV'‘‘ merksam, ihm scheint all das, was da vorbeisaust und interessant. Jetzt Mint er am Fenster, »1״|!t .S Felder, die Bauerndörfer und die großen Wälder 5״״ Seen an, atmet den Geruch der morgendlichen p.p “ sichtlichem Behagen ein, sie dagegen guckt mit geren Augen in die Landschaft, wie jemand, der Leute kennt und nicht zum ersten Male durch diese C ■f1׳ fahrt. Mit einmal fährt sie auf, spricht unwillkürlich «u.f* sie hat vergessen, sich bei N’s. zu verabschieden, ob a Postkarte habe, sic müsse unbedingt ein paar Zeilen schm?' Er sucht vergeblich, irli reiche sie ihr, er bedankt sein Deutsch ist typisch das eins Ausländers, ich englisch, das er fließend und mit der Ansprache Einwanderung aus Syrien? In Jerusalem soll demnächst von einem Konsortium arabischer Kautlcutc aus Aleppo (Syrien) und Jerusalem eine Scidcnfahrik errichtet werden. Die Unter* tiehmcr hoffen, den Betrieb Ende dieses Jahres aufnehmen zu können. Weitere 20 syrische Kaufleutc sind im Laute der letzten Woche aus Damaskus nach Palästina gekommen, um liier Unternehmungen zu eröffnen. Ein bekannter Zucker- \v a r c n -1׳ a b rj k a 111 aus Damaskus hat um die Erlaubnis naeligcsiielil, sein Maschiiien-iitvcntar nach Palästina bringen zu dürfen. Die syrische Presse verlangt, daß die Ab* Wanderung entweder verboten oder nur gegen eine hohe Steuer gestattet werde. Nach Meldungen der arabischen Zeitung ״El Datia“ hat eine Anzahl arabischer Kaufleutc aus Damaskus die Absicht, nach Palästina iibcrztisiedeln und ihre Geschäfte dorthin zu verlegen. Die wirtschaftliche Depression in Syrien gibt ihnen für die Geschäfte keinen Spielraum, während die Prosperität in Palästina ihnen neue Möglichkeiten eröffnet. Die Gruppe hat einige ihrer Mitglieder zum Studium der Verhältnisse rioch Palästina entsandt. Diese Nachrichten werfen ein besonderes Licht auf die kürzlich von uns wiedergegehene Darstellung der ״Times", worin über die ,ingdilichcn Absichten arabischer Kaufleutc, aus Palästina nach Syrien auszuwaiiderrt, berichtet worden war. Letzte Nachrichten Aus Jerusalem wird der ITA telegrafiert: Die HD tadruth Haowdlm vc-iitfentlicht am Freitag, dem 24. August, ein Manifest, in dem zur Wiederhcrsleilung des Frierlens in den Reihen des Jlschuw und der Zionistischen Organisation aufgerufen wird. Man erwartet, daß da» Manifest eine tiefe Wirkung auf die palästinensische und die zionistische Ocllciitllciikeit ausüben wird. IC liest die ״Jüdische Rundschau", daher Ist ee am praktischsten, wenn Sie bei f ©D ESFäI. 1E || Ihre Freunde und Bekennten durch eine Famlllenanzalg« In unterer Zeitung von dem Ereignis verständigen. Jod® JtlellKcSa® S?at»|||©»os9B«lg® gchQrt In «Ile «•JÜDISCH■ RUNDSCHAU **« die hierfür einen armfißlgten Tarif hat. Verlangen 81a Sonder •Prospekt FA Jüdische Rundschau, Anzalgon-Verwaltung Er 8"cllt - ־ ■ ״. .״*״■■« * sntw-״», I bildeten" spricht. Fr will nach London mit "st’iMrlu*.! Frau, sic sind erst ein halbes Jahr verheiratet Deutsche und in London ״sccrctarv of a Zionist Organka-vJ-* Ich horche auf und frage, was sie vorhin für eine w' gesprochen, er Antwortet: ״Die Sprache meines Land«? brätsch.'' Er ist in Palästina geboren, dort auf die $cE gegangen. Er erzählt, daß seine Großmutter schon als jaluigcs Kind nach Palästina kam, seine Eltern sind ä'■ nachwcis als Autorlithonc mit’ voller Berechtigung' biiti'r■׳ Er lacht und spricht von seinen Eltern, wie sie dort haben, einfach, bescheiden als richtige Bauern; er i;t C geistert, was in den letzten zwanzig Jahren alles geichlv worden ist; mühsam ritt noch sein Vater den staubigen tir ‘ pen Pfad zur Stadt auf dem Esel, jetzt bringt das Auf« 111 ein paar Minuten dorthin. UeberaU sind Straßen Wälder gebig In derselben Zeit, in der die Frage des Gesetzgebenden Rates an der Tagesordnung steht, werden die Wahlen zu den Munizipalitäten in einigen wichtigen Städten Pa- Lislinas veranstaltet. Fliese Wahlen bedeuten keinen Fortschritt in der Demokratisierung und Selbstverwaltung der Städte. Das Gesetz über die Miinizipalverwaltiing bat die Kompetenz der gewählten Stadt rate stark eingeschränkt. Die entscheidende Macht ist In den Händen der englischen Regicrung geblichen. Das Gesetz bedeutet einen Rückschritt gegenüber der früher bestellenden Lage, in der die Munizipalitäten mehr Bewegungsfreiheit batten. Eine der nachtciligcn Seiten des Muni/ipnlitätsgesetzes ist das System der Wahl nach religiösen Kurien, Diese Politik der Scgrcga* tion der religiösen Gruppen hat zu einer Konsolidierung dieser Gruppen und zur Verschärfung der nationalen Gegensiitze geführt. Die Kurialwahl ermöglicht keine Interessen- Gruppierungen, die über nationale Grenzen hinausrdchen. Jede nationale Gruppe fühlt sich verpflichtet, chic Einheit*• front zu schaffen und nur eine Liste mifzustellen. Das führt zu einer Wahl nicht durch die wirklichen Wähler, sondern durch kleine Intcressen-Vcrtretungcn hinter ge* schlosscncn Türen und öffnet Tor 11ml Tür zu Intrigen. Es kommt dazu, daß das Kurialwablrecht in seiner palästincnsischeu Fassung die einzelnen Gemeinden zwar separiert, aber doch eine Einmischung der Mitglieder einer Gemeinde bei der Wahl der Mitglieder der anderen Gemeinde ermöglicht. Dadurch wird die Spannung noch gesteigert. Tatsächlich ist es bereits iit Haifa sowohl den Juden als auch den Moslems gelungen, einheitliche listen aufzustelieu, so dal! cs in Wahlbezirken dieser Teile der Be• völkerung ühcrlmtpt zu keiner Wahl kommen wird. So wird der Wahlkampf nur in christlichen Bezirken vor sich gellen, wo mehrere Kandidaten auftreten. Der Jüdische Ge• meinderat hat Instruktionen gegeben, welche von den Christliehen Kandidaten durch jüdische Wähler in den betreffenden Bezirken unterstützt werden sollen. Auch in Jerusalem ist cs soeben zu einer Vor• ständigung. der jüdischen Kreise gekommen, und es wird eine gemeinsame jüdische Liste aufgestcllt werden, in der Kandidaten folgender Gruppen erscheinen: Allgemeine Zionisten, Arbeiter, Mtsrachi, die orientalisch-jüdischen Gemein* den, Agudas Jisrocl. — Die Revisionisten nehmen weder an den Verhandlungen noch an den Wahlen teil. Es ist noch nicht klar, ob sie die Wahl boykottieren oder eine Liste aufstcllcn werden. Unter diesen Umständen werden die Wahlen zu den Munizipalitäten ziemlich ruhig verlaufen und weder dem politischen Willen noch der politischen Differenzierung der palästinensischen Bevölkerung einen Ausdruck geben, sind entstanden, die Schatten spenden, dort, woו®! unerträglich die Sonne vom weiflglühcnden Himmel brj«>! wo sich kaum Rosmarin, Aristkla und andere Wüstenpfta!fl halten konnten. Als er ein Junge war, war Jerusalem »sxj eine enge, mittelalterlich anmutende Stadt. Jetzt sind g»!; tige öffentliche Gebäude aufgelührt, und ein Kranz htttla gelegener Villen umgibt sic. Hebräisch ist seine Mutt«, spräche, er brauchte es nicht erst mühsam in Kursen מ * lernen wie wir; englisch hat er auf der Schule gehabt, asä Deutsch, er sicht lustig seine Frau an und meint, ,Jas i« schon ein Luxus!" Er hat in Jerusalem und Haifa studiert, die chemischen und physikalischen Kollegien gehört, t!״i Philosophie hat er bei Roth und Bergmann, Matkemi;!) bei Fränkel belegt. Aber in Jerusalem, das erst so an die 300 Studieren* hat, kann man in Chemie noch nicht promovieren. In de nahegeiegenen Beirut möchte er nicht, und so fahrt er jus nach London, um dort an der London Univorsity zu graduier«. Wir finden, uns, sind wir doch engere Fachkollegen, hibe irt doch vor einem Menschen,alter in London assistiert, habe m;l all den berühmten Chemikern, die er nur noch au! der Literatur kennt, verkehrt, mit Armstrong, mit Rains«, m:j DeWar, mit Reynolds und wie sei ,alle hießen. Fr wir dfj Wochen in DetiGviiLiml, die Landschaft gelallt ihn «i! selten eine, die Fruchtbarkeit, der hohe Stand (kr Kultur« interessieren ihn vom agronomen Standpunkte aus. Es »iiä ihm ordentlich schwer, sich von dem Lande zu trtnntn;» vermittelt und nachdenklich sagt er; ״Hier möchte ich leben‘ Merkwürdig, ihm geht es genau so wie uns; wenn wir 01 Winterszeit beispielsweise i!n südlichen Lande weilten, »1t schwer wurde cs uns manchesmal, uns loszureißen von Rot» oder Neapel oder den Bergen der Schweiz. -—■ Wie oft haben wir an dunklen nebligen Winterte Sehnsucht nach den strahlenden Gipfeln der Alpen oder te blauen Himmel des mi111gli׳i1cn Landes, — Da huscht am Fenster des Wagens ein Häuschen votw, mit einem flachen Dache nach moderner Art gebaut; 1«׳ geregt Und zitternd zeigt er es seiner Frau, so ist Bruders neues Haus, und er nimmt sein Weib zärtlich!» den Arm; ״Solch ein Haus werden wir uns in zwei Ja hm ״ Tel-Awiw auf des Vaters Boden, den er uns zur Hochzeit p schenkt hat, bauen.“ , Ausgeträumt schon ist der kurze Traum von Deutsc״• land, er ist mit seinen Gedanken, seinen Plänen wUvlo1 ׳» der Heimat, die für ihn wirklich Ercz Israel ist. OttJ-H verlangsamt die Fahrt, meine Station ist da, ich vetawenw* mich mit einem der wenigen hebräischen Worte, die ich ww• ״Schalom“, und ״Schalem“ tönt’s von beiden zurück. Dr. T. Simon, Wann!« Kleine Nachrichten H.ajom" berichtet, hat der gcgenivädiS ® latib weilende Schatzmeister 0c f ׳!M eigene 4r. pie I Wie ״Doar England auf Urlaub lnstinaregierung, William Joseph Johns״., Abschiedsgesuch cingereicht und wird nicht mehr nac״ ' lästina zurückkehren, Die Demission Johnsons _ ist daraat rückzuführen, daß sein Plan, in Palästina die E1nH0> menstcuer einzuführen, abgelehnt worden ist. , Die Tagung des Zentrairates des Misraclii-Wcltvcrto״״ in Lemberg nahm u. a. eine Resolution an., j* .V cs den Misrachistcn Palästinas zur Pflicht gemacht wiro, di sehe Arbeiter und nach Tunlichkeit solche, du Hapocl Hatnisrachi angeboren, zu beschaff! KcXeütt■ nächste Tagung des Zentralrats wird im Sommer 19351 ב finden. ( Dieser Tage fand in Warschau unter Beteiligung *י ", reicher Rabbiner aus Galizien und K 0 n g r e ft p״‘ die Gründung einer neuen unpolitischen reliB'°tj jüdischen Partei statt, die den Namen ״Mac״«P, na dass“ führen wird. Für die neue Partei setz» insbesondere zahlreiche Rabbiner in Galizien ein, d!t Agudas JisroCI nicht «!geschlossen sind. _ Die Stadtverwaltung von Tel-Awiw hat von der »J* dential Assurancc Company Ltd. eine Anleihe von v ״ aufgenommen, die zum Bau von Sch u111 ä usern wendet werden soll, Die zuständigen Rcgicrungsbetw haben bereits die Aufnahme der Anleihe bestätigt. Auf der Tagung des Verbandes der englischen SynacoP (Federation 01 Synagogucs) überreichte der Vorsitzeno Vereinigung dem Leiter der Hilfsaktion für deutsche ״S. einen Scheck über 5300 P f u n d. Dieser Betrag ist '1!'.,[c| Central British Fund for German Jewry bestimmt. Zw« W dieses Betrages sollen für Bodenkauf in Palästina d״tft KKL für Juden aus Deutschland verwandt werden. Durch Polizei wurde in der Nacht vom 12. zum 13. » cm Ucberfall auf die jüdische Kolonie Tel Adasm״ im Emek verhindert. Ein schwer bewaffneter Araber tot auf dem Platz, zwei Angreifer entkamen. de I blieb

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