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Jüdische Rundschau · 1934-08-24 · Heft 68 (24.8.1934) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 68 (24.8.1934)
Date
1934-08-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
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! Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU der rassischen oder moralischen Minderwertigkeit der Juden zusammen, aber die deutschen Juden sind ent• schlossen, im Rahmen der für alle geltenden Staats• gesetze die Besserung der jüdischen Position anzustreben. Die deutschen Juden wissen, daß dies nur unter ,Wahrung der jüdischen Würde geschehen kann. Die vom 8״-Uhr-Abcndblatt“ am 23. d. M. groß aufgemachte Kundgebung des ״Verbandes nationaklcutscbcr Juden“, der nur einen winzigen Bruchteil der deutschen Juden umfaßt, wird die Achtung vor dem deutschen Judentum weder in jüdischen noch in nichtjüdischen Kreisen mehren. Auch der deutschen Öffentlichkeit wird eine solche Haltung wenig imponieren. Der Korrespondent des 8״-Uhr-Abendhl.“ will bemerkt haben, daß ״die Stimmung auf dem Kongreß trotz aller großen Worte gedrückt ist“. Es ist nicht zu bezweifeln, daß das jüdische Volk einen sehr schweren Moment seiner Geschichte durchlebt und zu Heiterkeit ist kein Anlaß. Aber um so mehr kommt es darauf an, positive Rcorganisationsarbeit und konstruktive Aufbauarbeit zu leisten. Dazu bedürfen die Juden auch der Hilfe der nichtjüdischen Völker; aber ebenso wichtig ist für die nichtjüdischen Völker die Einsicht, daß die Judenfrage in ihrem ganzen Ausmaß nur durch positive Mit• Wirkung der Juden s elbst bewältigt werden kann. ייס* l \ «Im 4 •Mab »L .4 Nr. 68 Das Urteil!in sIMafrllcatiisäien Antisemiten-Prozeß Johannesburg, 21. August. (J. T. A.) In dem Grahamstowner Prozeß gegen die Führer der antisemitischen Grauhemden-Orgnnisation Südafrikas, Harry Victor Inch, Johannes von Moltke und David Hennanus Oltvlcr, ist das Urteil gesprochen worden. Dem Kläger, Rcv. A. Levy von der Western Road Synagogue in Port Elizabeth, wurde ein Schadenersatzanspruch von 1000 PI und gegen Inch, von 750 Pfund gegen von Moltke und von 25 Pfund gegen O I i v I c r zugesprochen; außerdem wurden den Angeklagten die Kosten des Verfahren» aufcrlegt, Rcv. A. Levy hatte auf Entschädigung für die von den Angeklagten dadurch begangene Diffamierung geklagt, daß sie ein angeblich aus der Synagoge, an der er Prediger Ist, gestohlenes Dokument veröffentlichten, von dem sic hohaupteten, daß aus Ihm das Vorhandensein einer jüdischen Wcltverschvvlirung hcrvorgehc. Im Prozeß stellte sich heraus, daß das sogenannte Dokument eine plumpe Fälschung Ist. Wir haben über den Prozeß, ln dem auch Sokofow als Zeuge auf trat, In Nr. 61 der ״JUd. Rundschau״ berichtet. entwendeten ״Dokuments der Weisen von?Jon" worden ist, eine Mitteilung, in der es heißt; ״Irh bin soeben van Gr.üumWmvn müiWi,״ ״,״ iilr.würliigr Au-k.1I>« <!<׳» ,Rapport* i״t ß,t (tfii5 •®"".ן!,,,״״ ■ 11 her wieder nielit» als llaß, nr(11׳slijjcn Tiuo ס' K'5'1• Racli gier. Nunmehr verüKcnlli■ I! 11׳ wir die c . * vorlH'grnden Form mit Io!!;,•n ler uti 1ud!-rl1 ׳•l:-1 'י Hs ist eine sehr ‘•־׳liwcrc Aufgabe, (ine I.״״! Wahrheit zu nennen. Al>er anderer«•!!, nieht den < iei,t eines Weisi'11, tun die Wb! h r he it Ihr Wahrheit ist nun, daß it)! meine Zciiiin! י" t r״,״v '• 1■־"dtm •lrJ «'1eden.m l״״״t)! , •«11111( I׳i?׳u IH1 n!rfrr 1 tun die Saat 11 r r Verleumdung u״trr (j jmlen 711 säen. Die Wahrheit in, daß nnii, S: «11r uiul ich deshalb iwi-rlu-ii Wahr mul F,d den konnte. Die Wahrheit ist, daß ,1 s> a s gilt, mitunter auch auf Nicht( ml ,0'״ Ich fordere jedcrnuuut auf, dies j-.i «i!h• :upjHirt ‘ von nun an. und Ihr werdt■» d.irin meine ilcliiiuplun(; liiulen. Wir wer!len in Z.\1k!mlt d c n ,Ru N i! um 1,1,״ nieht ־!׳;■.,! e n r0[>1 r<»tt h!k.im|1le!U־! -IC «Uttiij. W’en. die li!,ן!!, , " h« I;,,. N״ htji knmmnnin;,! km tj« ן!. m imd *ii, Ueber den weiteren Verlauf der Genfer Konferenz be• richtet die ״Frankfurter Zeitung" vom 23. August folgendes: ״In He! Verhandlungen des sogenannten ,,jüdischen Weitkongtes• sei" in Genf sprach nach den Berichten schweizerischer Zeitungen J. Zollschan (Karlsbad) iilier die Rassenfrage und machte ditlxi den Vorschlag einer (iffentliehen Diskussion mit den Gegnern der jüdischen Rasse vor einem Forum von Wissenschaftern, Er ersuchte die Versammlung ferner, die auf dem Internationalen Anthropologischen Kongreß vorgclegte Resolution atuunchuicu, wonach eingehende Untersuchungen unter der Aegide des Instituts für geistige. Zusvmmcmrrbrit in i'aris zur Erforschung der Grundlage der Rassen(‘reorie vorgclegl weiden sollten. Ueber das Min. dcrhcitcnprohlcm sprach der Fiiliter der tschcchoskwakigehen Juden. Mirgulies, Er betonte, daß der Weg, den die «aropäische Zivilisation vor 150 Jahren zur Lösung des Juden- Problems durch Assiinillerung der jüdischen Minderheiten gefunden zu haben glaubte, sieh als unrichtig erwiesen habe. Das Problem müsse notwendigerweise auf Grund der heute geltenden juristischen Satzungen revidiert werden. Die in Kuropn durch die Frieclensverträge geschallene Neuordnung habe dem jüdischen Volk die Möglichkeit gegeben, in Palästina einen nationalen Staat zu gründen, und ihm zugleich ermöglicht, in den anderen Staaten als gleichberechtigte nationale. Minderheiten zu leben. Das jüdische Volk werde nur durch seine eigenen Kräfte die notwendigen Voraus- Setzungen für die Rechtsgleichheit schaffen, indem es seine eigene Würde behaupte und den festen Willen zur Verteidigung seiner moralischen Werte betone.“ Der Bericht enthält offenbar einige Ungenanigkeiten. So *. B. können wir nicht annehmen, daß ein so gewiegter Kenner des Völkerrechts wie Dr. Margulies gesagt nat, man habe dem jüdischen Volk die Möglichkeit gegeben, einen ״nationalen Staat“ in Palästina zu gründen; es muß wohl heißen ״Nationaiheim“. '! Die Vorschläge von Dr. Zoll sch an, der seit 25 Jahren als Rassenforscher bekannt ist, dürften dem Gedanken entsprechen, die er in einer Broschüre ״Die Bedeutung des Rassenfaktors für die Grundfragen der Kulturmorphologie“ SReinhold Verlag Wien, Leipzig) niedergelcgt hat. In dieser Sroschüre formuliert Zollsclian eine Reihe von Wissenschaftliehen Fragen, die unter den zuständigen Forschern in Form einer Enquete verbreitet werden sollten. Freilich Übersicht der Verfasser unseres Erachtens die Tatsache, daß der Begriff der ״Rasse" heute keineswegs ausschließlich ein Wissenschaftlicher, sondern ein politischer Begriff ist, der beispielsweise in Deutschland auch bereits den weg ins Recht gefunden hat. Gegenüber solchen politischen Fakten sind Wissenschaftliehe Untersuchungen meist machtlos. Von anderer Seite wird über die Konferenz noch ge* meldet, daß in der Eröffnungssitzung warme Nachrufe für Leo Motzkin, den Vorkämpfer des jüdischen Minderheitenschutzes (und des Minderheitenrechtes überhaupt) ge• halten wurden. Ins Präsidium der Konferenz wurden u. a. der Oberrabbincr von Rom, Dr. Saccrdoti, und der Oberrabbiner von Belgrad, Dr. Alkalay, gewählt; die beiden vertreten den offiziellen Landesjudenverband Italiens bzvz. Jugoslawiens. Ein umfassendes Referat hielt — gemäß ITA-Bericht — der Leiter der wirtschaftlich-statistischen Sektion des Jiddischen Wissenschaftlichen Instituts, Jakob Lestschinsky, über die Rückwirkungen der modernen Wirtschaftsentwicklung auf die ökonomische Lage des jüdischen Volkes. Lestschinsky zeigte in seinem Vortrag, daß die heute, in einer Zeit des Verfalls des Kapitalismus und der Unterbindung freier Entwicklung der Produktivkräfte wirksamen Wirtschaftstendenzen sich ungünstig auf die Wirt• schaftslage der Juden auswirken. Zu Beginn des 19. Jahr• hunderts hätten die europäischen Agrarvölker insbesondere auch in Mitteleuropa ein als Ferment wirkendes Element zur Ucbcrwlndung veralteter patriarchalischer Lebensformen, zur Anknüpfung internationaler Beziehungen, zur Erweckung von Bedürfnissen in den breiten Konsumententnassen ge• braucht. Aus verschiedenen historischen Gründen waren die Juden die Berufensten, die treibenden Kräfte in dieser Wirt• Schaftsentwicklung besonders in Mitteleuropa zu sein. Diese Mission hätten die Juden erfüllt. Durch die Rückkehr zur gebundenen Wirtschaft ist nun eine Wendung eingetreten. An Hand von Ziffern schilderte der Redner den in Mittel• und Osteuropa Im Gange befindlichen Prozeß der Ausschal* tung der Juden aus ihren bisherigen Wirtschaftspositionen und wies auf die persönliche Tragik hin, die mit dieser Entwicklung dort verbunden ist, wo sie durch umfassende staatliche Maßnahmen jäh und unvermittelt beschleunigt wurde. In den osteuropäischen Ländern, in denen die Juden sogar in der besten Zeit in großem Elend lebten, habe der dort am stärksten entwickelte Staatskapitalismus der Privatwirtschaft 20—30 */» des Handel- und Industricumsatz.es abgenommen. Da 80 0/0 der dortigen jüdischen Bevölkerung in Handel und Industrie tätig sind, und Juden weder als Beamte noch als Angestellte oder Arbeiter in den staatlichen und kommunalen Unternehmungen beschäftigt werden, bedeutet dies die absolute Verdrängung der Juden aus den verstaatlichten Wirtschaft*• zweigen. DiePaupcrisierungder Massen habe einen katastrophalen Umfang angenommen. Bis 55 ״/o der jüdischen Bevölkerung ln Warschau, Wilna, Lemberg und anderen Städten sind außerstande, 5 Zloty jährlich als Steuer aufzubringen. Zum Schluß wies der Referent darauf hin, daß durch Auswanderung dieser Not nicht gesteuert werden kann, da es keine Auswanderungsmöglichkeiten außer nach Palästina gibt _ In der Zeitschrift der antisemitischen ״Grauhctndenbcwcgung“׳ Südafrikas ״Rapport“ veröffentlicht der Hauptschriftlcitcr des Blattes, David Hermanns Ollvicr, einer der drei Angeklagten in dem ürahamstowner Verleumdung*- prozeß, der von dem Rabbiner der Synagoge in Port Elizabeth gegen die Verbreiter eines angeblich aus dieser Synagoge vcm Jmlen «׳Irr vo״ 11nfrwün« lito Einwanderer. I>f'«>ndrr< «)lehr au. Liirulern, hallen »ir 111 r für ״!!,er |,;ן,1״ un-errr Nation, um de, Heils der Ulirl.lenlicit pllirhlet, dieses gehihrlirh!• Element 71! l>1’k;im|1(rn." Gleichzeitig veröffentlichten der ״Port FID.v ״ V׳ cckly Telegraph״,״ ״] der ״Port Elh,k! Advertiscr“ eine Mitteilung von Allred King in d« seinen Austritt aus der südalrik.itiisclicn (ir'auheml# Bewegung bekanntgibt. King ist derjenige, der die Nu״,, des ״Rannort“ in der die verleumderischen Behaupt״«, über Rabbi Levy enthalten waren, verbreitet hatte Er », ursprünglich ebenfalls in dem Orahamstowncr IVozeß das Verfahren gegen ihn ausgeschiefc rt hatte, eine Entschuldiggeklagt, doch wurde nachdem er sich bereit zu veröffentlichen. Zionismus heute Von Prof. S. Brodctsky, London Professor S. Brodetsky, Leiter des politischen Dcpartemeuts der Zionistischen Exekutive in London, sendet uns einen umfassenden programmatischen Artikel ״Zionism To- Day", der neben einer Analyse der Situation ln der zionistisehen Bewegung ein Programm des Allgemeinen Zionismus enthält. Insofern hat der Artikel vermutlich die Absicht, Material für die Ende der Woche in Krakau stattfindende Konferenz der Allgemeinen Zionisten zu sein. Wir können aus Raummangel leider nicht den ganzen Artikel ab• drucken und müssen uns mit Wiedergabe der wichtigsten Gedanken begnügen. Dr. Brodetsky beginnt mit der Feststellung, daß der innere Friede das dringendste Erfordernis des Zionismus von heute sei. Der hemmungslose Parteikampf bedeute eine dreifache Gefahr; die außenpolitische Situation in Palästina wird bedroht, da die Gegner die innere Zerrissenheit unseres Lagers sich zunutze machen. Ebenso beginnt die Judenheit, in der sonst der Zionismus durch die wachsende Bedeutung Palästinas ungeheure Chancen besäße, angesichts des inncr/ionistischcn Parteikampfes mißtrauisch zu werden. Auch die Zionistische Organisation ist bedroht: Der Kongreß, geschaffen und gedacht als eine Demonstration der jüdischen Einigkeit, wird zu einer Schaustellung gegenseitiger Befehdung. Die Forderung ist daher: Friede und innere Kräfte• Konzentration. Brodetsky entwirft dann ein detailliertes Programm des ״Allgemeinen Zionismus“, der nicht die Bedeutung einer Partei habe, sondern das Allgemeine beinhalte, das allen Parteien gemeinsam sei, obwohl einzelne Gruppen oder einzelne Personen sicli in der Bewertung der Punkte und in Nuancen unterscheiden. Diese gemeinsamen Punkte, die eine Einheitsfront von der Arbeiterpartei bis zum Misrachi einschließlich der verschiedenen Schattierungen des Allgemei- Tien Zionismus ermöglichen können, und der sich auch die Revisionisten, falls sie Realitäten beachten wollen, einreihen könnten, sind: Größtmögliche Einwanderung nach Palästina auf der Basis eines im Boden verankerten Siedlerhtms; Sicherung unseres politischen Status und Einheit unseres nationalen Lebens; Zulassung jüdischer Siedlung in Transjordanien, das jtn In• teresse seiner eigenen Einwohner eines eolchen Zuflusses dringend bedarf; friedliches Zusammenleben und Verstand!- gung mit den Arabern, unter Wahrung der Balfour-Deklaration und des Mandates; kulturelle Entwicklung in hebräischer Sprache, Wahrung des Sabbath und der anderen Charak• tcrislika des jüdischen Lebens; Forderung an die Mandatar* macht, eine Erweiterung der jüdischen Siedlung zu unterstützen, insbesondere durch eine entsprechende Finanzpolitik; das Prinzip jüdischer Arbeit; Gegnerschaft gegen künstliche Behinderung von Bodentransaktionen. 115er zweite H a u p 11 c i I des Programms enthält folgende Prinzipien: 1. Intensivierung der praktischen Arbeit in Palästina mit besonderer Stärkung der arbeitenden Bevölkerung, die allein die Masse ausmachen können. In dieser Hinsicht seien Alle Bundesgenossen der Arbeiterschaft in ihrem Kampfe um Arbeitsplätze. 2. Gleichwertigkeit aller Typen der jüdischen Bevölkerung, ohne einseitige Uebcrschätzung weder der Kapitalisten, noch der Arbeiter, noch irgendeiner anderen Gruppe, 3. Ausgleich zwischen Palästinas Funktion als Zufluchtsland und als Gebiet ökonomischen Aufbaus, demgemäß Auswahl der erwünschten Einwanderertypetj, ohne deren Arbeit Palästina auch kein Zufluchtsland bleiben könnte. 4, Stärkere Heranziehung des palastinafreundliehen Judentums über den Rahmen der zlonistischen Partei hinaus und Ermutigung des Privatkapitals. Der dritte HatipHeil des Programms bezieht sich auf die H t c I b a r e n Erfordernisse der Bewegung. Hier ®Jfbt $cr 1 u n e r e Friede an erster Stelle. Die zionistische Disziplin, insbesondere nach außen, müsse unbedingt gewahrt werden und politische Souderaktionen müssen unterbleiben. Die innere Kontroverse muß würdige Formen annehmen, die ubcrliandnehmcndc persönliche Verunglimpfung muß unbedingt vermieden werden. Die jüdischen Fonds Keren Haiessod und Keren Kajemeth müssen außerhalb allen Partei- Streites bleiben. Schließlich müsse man lernen, auf Pr ovokationen nicht mit Gegenprovokation en a׳u antworten, da dies zu einer endlosen Verschlimmerung des inneren Kampfes führen müßte. In diesem Punkt wendet sich Brodetsky vor allem an die Arbeiterschaft, die Jm letzten Jahre außerordentliche Provokationen sich habe gefallen lassen müssen, die aber die Lage erheblich verschlimmere, wenn sie darauf ihrerseits mit Gegenprovokationen antwortet. AH Orund dieses Programms müsse eine breite Koalltlon für die Exekutive des nächsten Jahres vorbereitet werden, denn obwohl jede gewählte Exekutive unbedingte Autorität beanspruchen müsse, sei doch eine Beteiligung möglichst vieler Gruppen wünschenswert Die» herbeizuiuhren •ei die Aufgabe des Allgemeinen Zionismus. Juden und europäische Kultur Der ״Völkische Beobachter“ veröffentlicht ein Interview das Alfred Rosenberg, der Beauftragte für die Uri/ wachung der gesamten weltanschaulichen und geistigen *Er• Ziehung der NSDAP., dem Vertreter einer amerikanisch« Agentur gewährt hat. ln diesem Interview wendet *ich Herr Roscubcrg mit Entschiedenheit gegen die Im Ausland vobreitete Meinung, daß in Deutschland die Freiheit titi Wissenschaft unterdrückt werde. Die freie Forsch׳.:•; gehöre zu den größten Errungenschaften europäischer Kulta lind könne nicht mehr ausgetilgt werden. Was zu der .Me:, nung geführt habe, daß in Deutschland die freie Forschung unterdrückt werde, ist, so erklärte Rosenberg, ״bloß 4׳ Tatsache, daß leider eine große Anzahl jüdischer, 1M: auch deutscher Hochschullehrer die Freiheit des Forscher, mit der Freiheit des Beschimpfen* des deutschen Natten verwechselt haben.“ Herr Rosenberg fährt dann fort: ״Im übrigen glauben wir, daß clxn5m־(nig, wie der Neger h> Stande sein wird! die europäische Kultur in ihrem Wkj zu erfassen, auch der aus Syrien stammende Jute 60 tiii'bl tun kann. Und wenn man dies geglaubt ha'uen sollte, »h lk׳uk< hlaml jedenfalls »11 seinem Leib die Tat-arhe tuKr.hi ג erlebt, daß dies nicht möglich war, sondern daß nahem 11k jüdischen Gestalten auf deutschen Lehrstühlen ״ich politisch jtjri die deutsche Staatlichkeit und weltanschaulich gegen das tkä'Os Wesen eingestellt hatten.“ Wir haben uns niemals angemaßt, als Juden das deutete Wesen zu repräsentieren und haben derartige Mcmuti;«, wenn sic von anderen Juden vertreten wurden, stets be kämpft. Dennoch glauben wir, daß der Fall der Juden eis besonders gelagerter Ist, und daß es zahlreich1 Beispiele Jüdischer Gelehrter auf allen Gebieten gibt! denen nicht bestritten werden kann, daß sic der גי»® Schaft und Kultur große Dienste geleistet haben,!ימי יו znhligen Fällen haben wir die Erfahrung gemacht, daß d:e Leistung bedeutender Juden dem Volk, mit dem der j« kulturell verbunden lebte, angcrcclmct wurde und nicht da Juden; dagegen hat man Vergehen, die irgendein Jude bc;«l! Immer den Juden zur Last gelegt. Aus zahlreichen Ataf rungen der übrigen Welt können wir aucli entnehmen, das wenigstens in den Augen anderer Völker — das Amte« des deutschen Volkes keineswegs durch das, was deutsche Juden wissenschaftlich und kulturell geleistet nah®» herabgesetzt worden ist. Ob der ״aus Syrien stammende“ Jude die etiropiste Kultur erfassen kann oder nicht, wollen wir Juden ז entscheiden, da wir in diesem Streit Partei sind ״יי• darum nicht Richter sein können. Wir können nur *•i ״ daß wir geglaubt haben, diese Kultur bis in ihre:•t® und erhabensten Wurzeln erfaßt zu haben. Wer die stehung des Begriffs ״europäische Kultur“ diircnae! י könnte auch zu dem Resultat kommen, daß diese gewisse ״jüdische“ (d. K. aus jüdischem Gedankengut s.■״ mende) Elemente nicht möglich wäre. Und viele Htslon sind der Meinung, daß in der Geburtsstunde dessen, man heute ״europäische Kultur“ nennt, in der Rena»*!״ der Anteil der Araber und Juden nicht gering Wie immer dem sei, das Eine kann wohl mit wissen gesagt werden: daß die Juden in ihrer e Arbeit stets bemüht waren, die kulturellen ^1'ltcr..äl't:״<j. zu respektieren und zu fördern, daß sie sich oft zu cjl,h'Li|(׳ sehen Vorkämpfern großer Kulturieistungcn und S 1 Geister (Goethe, Kant, Richard Wagner) gemacht haben daß sie auch durch ihre eigene Mitarbeit das ku״ Leben zu bereichern strebten. Wir Juden plädieren « " daß wir — ebenso wie andere Völker — nach un_u^ besten Elementen beurteilt werden und nicht nach 5°“״ die in dieser oder jener Hinsicht unzureichend ot!cr '”S wertig sind. Wenn in einer bestimmten Situation das ס« uns aus dem deutschen Geistesleben aus«•*״ weil es dieses Geistesleben auf völkischen ׳ strebt, dann d׳״r Volk uns aus dem deutschen wünscht, weil es dieses Geistesleben rassischen Grundlagen neu zu gestalten wir Juden in unserem eigenen zu werden, uns besinnen, daß auch wir ein turelles Erbe zu bewahren und zu erneuern haben wir hoffen, durch geistige Großtaten auch in kulturellen Bereicherung der Welt beizutragen. Bewußtsein, um mch*J11^ d^״u... * Zukunft Antireltgföse Kampagne ln Sowjctrußland Moskau, 21. August. (I.T.A.) Anläßlich der stehenden hohen jüdischen Feiertage bat in der m'5’ ״( um diese Zeit übliche heftige a n 11 r c 1 igi ö s e K amp>|״ eingesetzt. Bemerkenswert ist diesmal die Forderung, « dem ״autonomen jüdischen Gebiet“ niemals eine iWTj, ein Beth Hamidrasch oder ein Cheder errichtet werde״ In der Sowjetunion müßten die Wurzeln der Religto** Verdorren gebracht werden.

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