Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 66 (17.8.1934)
- Date
- 1934-08-17
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU 5sl1!.eE'koIIl[jE;Bc:2 "יי^ r«•׳- I |»s׳:i i»,j (Läj *. -־^ Sj*;<■ W .Jr «ft. ך־ L.a^ iiaül וך׳"** £.*.* fc»4 1L־I <־'־־־/ LJ ץ~~׳) ך־׳ r Der Generalgouverneur berichtet Der in Paris wieder cingctroffenc üeneralgouvcrneur von Algerien hat ain 13. August dem Ministerrat Bericht über die von 111m getroffenen Maßnahmen erstattet. Wie offiziell niitgeteilt wird, betrügt der in Coustan• tine angcriehtetc Schaden drciviertcl Millionen Pfund. Außer den '27 Tot e 11 wurden 4U Scliwcrvcrwundcte registiert. .Inner von diesen ist inzwischen gestorben. Von den bei den Uimihen Fcstgcnommenen sind 144 Personen in Haft behalten worden und werden unter der Anklage der Plünderung, des Diebstahls, unbefugten Waffenträgern!, der Hehlerei und des Mordes vor Gericht gestellt werden. Mit ihrer Vernehmung wurde bereits begonnen. Die meisten Bc• schuldigten leugnen, an den Ausschreitungen beteiligt gewesen nt sein. Lieber die Beratungen des Kabinetts ist_ bisher ein Kommunique nicht ausgegeben worden. Cs heißt jedoch, daß einige Mitglieder des Ministerrats cs scharf getadelt haben, daß gegen die schon seit längerer Zeit in Algerien geführte Hetzpropaganda nicht rechtzeitig Maßnahmen getroffen wurden. Aus Consta ntinc wird gemeldet, daß die Stadt noch jetzt, nacli Aufhebung des Belagerungszustandes, ein Bild grauenhafter Verwüstung biete. Die Trümmer der zerstörten Wohnungseinrichtungen und sonstigen vernichteten Hausrats bedecken die Straßen des Pogromvicrtcls bis zu einem halben Meter Höbe. Die Pariser Tageszeitung ״Le Populairc“ fordert den Rücktritt des Generalgouvcrncurs Garde. In dom von dem Ocneralgouvcrncur Algeriens noch aus Constantinc an das Innenministerium gesandter. Bericht wird mitgeteilt, daß der Führer der M o h a in in c d a n c ז dem Gouverneur eine Erklärung abgegeben hat, in der die schärfste Mißbilligung der Ausschreitungen zum Ausdruck gebracht und versichert w’ird, daß seitens der Muselinanen alles geschehen werde, um die Wiederkehr solcher Ereignisse zu verhüten. Der Ocneralgouvcrncur nahm die Erklärurig entgegen und forderte energisch, daß diesen Worten auch entsprechende Taten folgen sollen. Liner Abordnung der Jüdischen Gemeinde hat der Gcncralgouverncuer versichert, daß alle Schuldigen unnachsichtig zur Rechenschaft gezogen werden sollen. Von den Führern der Jmleiisehaft verlange er, daß sie Maßnahmen zur Beruhigung der Bevölkerung treffen. Zum Schluß erklärte der üeneralgotiveriieur, er sei über zeugt, daß beide Parteien die feierlich cingegaiigencn Verpflichtungen einlialfcn werden. Wegen Teilnahme an dem Pogrom in Constantinc sind 70 Araber zu zwei bis drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Lage in Algerien ist immer noch nicht befriedet. Die Behörden haben den Wochenmarkt in Hone an der Mittelmcerkiiste verboten, da sie fürchteten, daß er zu neuerlichen Unruhen führen könnte. Die j ii 11 i s c h c n Geschäfte in Constantinc sind ge• schlossen, die moslcinitisclien 'Truppen werden in <lc׳n_ Kascrncn gehalten und europäische» Militär bewacht die Stadt, verstärkt durch Matrosen von den Kreuzern ״Matelot'‘ und ״Lcblanc“. Ls wird berichtet, daß am 10. August ein Auto von Arabern angehalten und der Führer, ein jüdischer Barbier namens Henry, ermordet wurde. Eine amtliche Hilfs-Kommission Paris, 15. August. (J. T. A.) Der Bürgermeister von Constantinc hat der französischen (Regierung die Forderung vorgelegt, eine Reihe von Maßnahmen zu treffen, durch die eine Wiederholung von Unruhen unmöglich gemacht werden soll. In erster Reihe verlangt der Bürgermeister, daß ein militärisches Luftgeschwndcr von 5150 Flugzeugen dauernd in Algerien stationiert werde. Ferner soll die anläßlich der Unruhen vergrößerte Garnison von Constantinc in ihrer jetzigen Stärke aufrecht erhalten werden. Schließlich soll eine Ver- Ordnung erlassen werden, die das Recht zur sofortigeil Bewaffuung aller in Algerien ansässigen französischen Bürger bis zum 60. Lebensjahr zur Verteidigung bei neuen Unruhen cinfüiirt. Gleichzeitig soll eine amtliche Kommission eingesetzt werden, die eine offizielle Schätzung der Verluste vorzunchmen und einen Hilfsfonds zu schaffen hätte. Den jüdischen Kaufladen, deren Läden zerstört wurden, soll sofort ein Moratorium cingeräumt werden. Etappen des inneren Kampfes Von unserem Berichterstatter h. Tel-Awiw, 7. August. Der innerpolitische Kampf im Jischuw geht weiter. C visionistischc ״Fricdensvorschlag“, der soeben in der Pres Der revisionistische ״f ricdcitsvoi'schlag“, der soeben m üer Presse veröffentlicht wurde, bedeutet besonders bei der Art seiner Publizicrimg nichts als eine Etappe in diesem Kampfe. Er wird im allgemeinen liier als taktisches Manöver beurteilt, das darauf abzielt, die neutralen Mittelschichten zu gewinnen. Der Vorschlag, der ohne jeden Versuch einer früheren Fühlungnahme, sofort als öffentlicher Brief veröffentlicht wurde und die ganze Schuld an den scharfen Zusammenstößen, itn jüdischen Lager einzig und allein der Arbeiterschaft zuschiebt und die Version von der ״Verleumdung“ im Arlosoroff-Prozeß wiederholt, wird hier außerhalb der revisionistischen Kreise nicht ernst genommen. Es wird oft die Frage aufgeworfen, ob der gegenwärtige Kampf überhaupt um irgendein konkretes Objekt geilt und ob , es schon heute im jüdischen Palästina ein Objekt der Macht- ' politik gibt, wo ja die tatsächliche Gewalt, fast ausschlicßlieh in den Händen der Mandatsregierung liegt. Diese Auf* fassuug unterschätzt die schon wirklich existierenden Machtoosilionen im jüdischen jischuw. Die wichtigste dieser Positionen, um die der Kampf geht, ist der Schlüssel ,zur Alijnh: die Zertifikate. Eine zweite wichtige Position bildet das Schuhictz. Es ist charakteristisch, daß sowohl die Munizipalitüt von Tel-Awiw mit der rechtshürgerlicheu Mehrheit als auch die Vertretungen einiger Kolonien um die Dczentralisicrung des Schulnetzes kämpfen, da sie dem Einfluß und der Kontrolle des Waad Lctimi sich entziehen wollen, in dem die Arbeiter und die liberalen bürgerlichen Kreise die Mehrheit bilden. Die Kontrolle über das Schulwerk des Jischuw bc• deutet die Möglichkeit, die geistige Entwicklung der zukiinfti• gen Generation zu beeinflussen. Die dritte Machtposition, um die der Kampf geht, sind die Munizipalitäten, die ein ziemlich weites Ausmaß an Selbst- Verwaltung besitzen, die einzelnen territorialen Punkte vor der Regierung vertreten, über ein Budget, dns oft ganz be• trächtlich ist, verfügen, und überhaupt eine immer größere Rolle im politischen und wirtschaftlichen Leben spielen. Die vierte Position ist der Schlüssel zur Kolonisation, die Fonds, die Verfügung über nationale Bodcnfläeben usw. Um diese Machtobjekte wurde im Jischuw seit Jahren gekämpft. Einige von ihnen, wie die nationalen Fonds, haben an Bedeutung etwas verloren. Andere, wie die Munizinalitätcn; hahen au Gewicht gewonnen. Bis vor kurzem handelte es sieh jedoch dabei um eine Auseinandersetzung der Gesinnuiigcn. Den Revisionisten blieb es Vorbehalten, den Ueber* gang vom Gesimuingskampfe zur Machtpolitik durchzuitihrcn. Dieser Ucbergang wurde in der Presse offen proklamiert, Um die Seele der Mittelschichten geht jetzt der Kampf zwischen den Revisionisten und der Histadruth. Die Mittelschichten seihst haben außer ganz kleinen Gruppen kein klares politisches Gesicht. Sie folgen oft der Strömung, die gerade die Oberhand gewinnt. Es ist interessant, festzustcllen, daß diese Mittelschichten in Haifa, wo die Histadruth stark ist und eine entschiedene Politik führt, mit dieser zusammengehen und sie gegen die Revisionisten unterstützen, während sie in Tel-Awiw, wo der rcchtsbürgcrliche Flügel mit den Revisionisten zusammenarbeitet, nach rechts neigen. Die Wahlen haben immer wieder bewiesen, daß nur eine kleine Zahl von Stimmen auf die Listen der Mittelparteien vereinigt wird. Größtenteils verteilen sich die Stimmen der Mittelschichten noch auf die Hügel, also die Revisionisten und die Histadruth. Es ist nicht klar, ob die Spaltungen, die jetzt un bürgerlichen Lager vor sich gehen, zur Schaffung einer bürgerlichen Mitte oder zur weiteren Differenzierung führen werden. Auf jeden Fall wird jetzt der Versuch gemacht, diese Mittelschichten durch eine Friedensp.iroh• zu gewinnen. Es kann aber schwerlich übersehen werden, daß dieser Vorschlag nur einige Wochen nach den demonstrativen Feiern iur Stnwsky und Rosenblatt veröffentlicht wurde, und daß diese feierlichen Veranstaltungen immer wieder in einzelnen Kolonien fortgesetzt werden und die verbitterten Mitglieder der Arbeiterschaft zum äußersten reizen. . Ucberhaupt wird der politische Kampf in Palästina jetzt in einer anderen Atmosphäre und mit anderen Mitteln als vor einigen Jahren ausgefochtcn. Vor wenigen Jahren waren noch die Mehrheit des Jischuw und besonders seine führenden Sc luchten politisch einigermaßen geschult. Sie besaß größtenteils ein beträchtliches Maß zionistischer Erziehung und Tradition, und in der Propaganda spielten die vernunftmäßigen und logischen Argumente eine ausschlaggebende Rolle. Diese Periode ist vorbei. Der Jischuw von heute ist eine heterogene Masse, in der Tausende vor die komplizierten Probleme des palästinensischen Lebens zum zweiten Male gestellt werden. Emotionelle Einflüsse haben jetzt einen viel größerem Spielraum, demagogische Propaganda hat mehr Möglichkeiten und Gewicht. Audi die Jugend, unter den Naehkriegsbcdingungcn aufgewachsen, wurde durch die Wirkung von Kino, Radio, Handelsrcklamc geistig umgcstcllt und reagiert auf eine ganz andere Art von Propaganda als die frühere Generation. Starke Losungen, Scl1lagwortc׳ Symbole haben heute mehr Ueberzeugungskraft als rein intellektuelle Argumentationen. Und die politischen Parteien passen sich dieser neuen Atmosphäre an. Die palästinensische Presse hat sich grundlegend geändert. Schrille Überschriften, Kraftaiisdrücke, reklamcartigc Propaganda fangen an, die hebräischen Zeitungen zu beherrschen. Die Stimmung der Straße ist auch mehr durch Massenpsychose bestimmt. Die neue Einwanderung, die neue Jugend und die Verschärfung des politischen Kampfes haben zur Ausbildung dieser neuen Formen des politischen Kampfes geführt. Es ist notwendig, daß man sich diese Tatsachen klar vor Augen hält, wenn mau das politische und soziale Leben des jüdischen Jischuw verstellen uimJ die Erscheinungen dieses Lebens in richtiger Perspektive und im richtigen Lichte sehen und bfurtcilen will. Die panarabische Bewegung Nach der ״Islaklal“-K0nlcrcnz In Jerusalem Im Anschluß an die vor kurzem in Jerusalem abgchaJtene Konferenz, der paitarabischcn Partei ״lstaklal“ erfährt ״Palcor“ aus gut informierter Quelle die folgenden Einzelheiten: Die Konferenz stand unter der Leitung des bekannten arabisch-syrischen Führers Emir Schckib Arslan, der einer der Führer des Drusenaufstandes in Syrien war und später entfloh, nachdem er durch die Franzosen zum Tode verurteilt worden war. Von den Fragen, die auf der Konferenz behandelt wurden, verdient besondere Aufmerksamkeit die Frage der Beziehungen zu den beiden am bisehen Dynastie n, die jetzt um den Einfluß in der arabischen VVclt miteinander Konkurrieren, der Dynastie der Haschimitcn, zu der Emir Abdallah von Transjordanien und König Ghasi von Irak gehören, und der Dynastie Ihn Sands. Die Partei ״Istaklal“ war in früheren Jahren mit König Feisal von der Dynastie der Haschimis verbunden, und er war ihr tatsächlicher geistiger Führer. Nach dein Tode Feisals und den Erfolgen Ihn Sauds im letzten Kriege gegen Jemen verstärkte sich in der Partei die Richtung, die in Ilm Saud und seiner Dynastie die zentrale Kraft sieht, die fähig ist, die arabische Bewegung zu konsolidieren und die arabischen Länder zu vereinigen. Auf der Konferenz in Jerusalem hat die Orientierung zugunsten der Dynastie Ihn Sauds gesiegt. Man hat auf der Konferenz darauf hingewiesen, daß nach dem Tode König Feisals die Dynastie der Haschimitcn ohne zentrale Figur geblieben Ist, um die sich die panarabische Bewegung konzentrieren könnte. Die Konferenz, hat bei dieser Gelegenheit auch beschlossen, mit Emir Abdallah nicht zusammenznarbcitcn und seine polltisehen Plane zu bekämpfen. Große Aufmerksamkeit rief auch die Tatsache hervor, daß die palästinensische Regierung, die bisher dem Emir Arslan die Einreise nach Palästina nicht zu erlauben pflegte, diesmal die Erlaubnis erteilte, die Konferenz in Jerusalem abzuhaltcn. Die Konferenzteilnehmer wurden sogar zum High Commissioner eingeladen. Man schließt daraus, daß in der Steilung der Partei gegenüber England eine radikale Acnderung eingetreten ist. Eine Strafte nach Akaba Wie ״Palnews“ berichtet, plant die Palästina-Regierung eine Straße zu dein am Roten Meer gelegenen Hafen Akaba, der jetzt zu Transjordanicii gehört, obwohl der Hedschas (lbn Saud) die Stadt für sich reklamiert. Das Department für öffentliche Arbeiten sei bereits damit beschäftigt, die Strecke Bersheba—Kurnub abstcckcn zu lassen. Vorerst soll die Aufwendung eines Betrages von £P 25 000 vorgesehen sein. Die Straße soll von Bersheba über Kurnub den Wadi ei Araba entlang geführt und mit der Siidsnitzc des Toten Meeres verbunden werden, um eine direkte Verbindung der Südspitze des Toten Meeres, an der die ״Palestine Potash Co“ eine (in der ״Jüd, Rundschau“ Nr. 50 vom 22. 6. 34 beschriebene) neue Vcrarbeitungsanlagc errichtet hat, mit dem Golf von Akaba hcrzustellen. bs wird angenommen, daß die ״Palestine Potash Co.“ direkt über Akaba nach Indien, dem Fernen Osten usw. exportieren wird, wodurch die teuren Suczkanalgcbührcn erspart würden. Auch stratcgisch ist ein Hafen in Akaba mit einer guten Chaussee- Verbindung zum Straßennetz des Nahen und Mittleren Osten» für England von erheblicher Bedeutung. Nr. 66, 17. Vll! Der ״Gesetzgebende Rät" Von unserem Berichterstatter. 11, T c I - A w i w, 8, August lfq Im Zentrum des politischen Interesses in Palästina zurzeit wieder die Frage des ״Gesetzgebenden Kal«*׳ einer Vertretung der Bevölkerung mit bestimmten |cms|'.(l:,; Funktionen. Die Frage wird in jüdischen und arabischen k' »cn leidenschaftlich diskutiert, und man nimmt allgemein"'’ daß wir sehr bald vor einer Entscheidung in diesen! pu * und damit vor einer wichtigen politischen Wcndune ul* werden. * Die britische Politik bemüht sich in letzter Zeit eim]r;, lieh um eine Verständigung mit der arabischen Welt, J"' auch ihren weltpolitischen mul imperialen Interessen '!1 spricht. Das Netz der Verbindungswege des Imperiums * die arabische Halbinsel und zum größten Teil auch pjij',.1' schneiden, geht seiner Vollendung entgegen, die Arbeiten'^ der Pctrolcumtcitung MosmiI -Haifa sind fast beendet, der ין des Hafens in Haifa abgeschlossen. Das Verhältnis zu L Bevölkerung in den diese Werke umgebenden Gebieten «hi'.' besonders bei der sich immer komplizierenden Weltlage V sondere Bedeutung. ' u Der gegenwärtige Exponent der arabisch-britischen Vt• söhnungspolitik, Sir Arthur Wauchopc, hat es mit beS(!- derer Geschicklichkeit verstanden, die Spitze der aiabisc'■־׳ Nationalbcwcgiing umzubiegen und der probritischen Kichty■• in ihren Reihen zum Siege zu verhelfen. Es ist noch nicht Jahr seit den blutigen arabischen Demonstrationen in d״ palästinensischen Städten vergangen. Diese Demonstratio-׳, waren einerseits gegen den Zionismus und die jüdische £״ Wanderung, aber zugleich scharf gegen die Mandatsrcgicrr' gerichtet. Seitdem ist eine entscheidende W end u ng in d« arabischen Politik eingetreten, wie sich aus folgenden dur!;. tcristischcn Symptomen entnehmen läßt: Die arabischen F«: rer, die die Demonstration in Jaffa organisierten, haben s;,1 auf Verlangen des Gerichts verpflichtet, ihre politische Tw, keit im Rahmen der Legalität zu halten, der Mutti vt* Jerusalem, der sich bisher als cnglandfcindlich gab, hat ui seiner Rückkehr aus Indien eine gemäßigter« Politik!pp« über der Mandatsrcgicmng eingeschlagen, was wohl mit*• Bündnis, das er mit den indischen Moslems cinging, r, sammenliängt; der Emir Abdullah, vielfach wegen seiner äh Bangigkeit von Großbritannien früher angegriffen, wurde k seiner Rückkehr aus Engfand enthusiastisch empfangen, 1! scheint, daß die Delegation der Friends in London, die ä um eine Ordnung der palästinensischen Frage bemühte, v« arabischen Kreisen unterstützt wurde, und die letzte Nachrit! besagt, daß die 8. Konferenz der arabischen Nationalbcwcp die ihrer Natur nach kämpferische Haltung bezeigen ms: aufgesclioben wurde, was auf die neulich abgehaltciic wklii,,; Beratung arabischer Politiker ztirückgeführt wird. In den Jefzten Tagen haben mehrere Bespreche; zwischen dem High Commissioner, Sir Arthur Wauchopc, c Exponenten der arabischen Kreise einerseits, Vertretern te Jewish Agency andererseits stattgefunden, die der Fragt du ״Gesetzgebenden Rates“ gewidmet waren. Wie verlautet,!;: es zu keiner wahren 'Viers'tä ndigii'n g mit den Ve• treten! der jewish Agency gekommen sein, die aril* sehen Führer, die früher jede nicht frei gewählte und s׳. der Kompetenz zur Bildung der Landesregierung ausgestittf! Volksvertretung zurOckgewicsen haben, diesmal allem Anscte nach die Regierungspläne nicht abgclehnt haben, Es Ist noch offiziell nichts darüber bekannt, welche Fow der ״Gesetzgebende Rat“ erhalten soll. Gerüchte besagen, di! die neue Körperschaft zuerst nur beratende Funktionen <־ halten soff und nicht auf Grund allgemeiner Waiden, sonders durch Ernennung auf Vorschlag der Munizipalitäten zu• sammengesetzt werden wird. Außer den Vertretern der Bc• völkcrung sollen an diesem Rate noch drei hohe englisch Beamter» tcilnchmen. Wie dem auch sein mag, eins ist sicher: bestimmte Gebiete der Gesetzgebung werden auch weiterh: ausschließlich den exekutiven Organen der Regierung vor■ behalten bleiben. Es handelt sich vor allem um jene Frager, die die entsprechend dem Wandel internationalen VerpM tungen Englands in Palästina betreffen, wie Einwanderung, Landkauf 1isw, Die jüdischen Instanzen haben sich bisher noch nicht oftizicll zu dieser Frage geäußert. Die Stellung der jewi Agency als der offiziellen jüdischen Vertretung wurde früh: bereits in negativem Sinne festgclegt. Es ist aber nicht kl״, Welche Konsequenzen aus ihrer Steilung gezogen werden sollen, wenn die Regierung trotz allem ihre Plane verwirklich, was in Anbetracht der ernsten politischen Interessen England! in dieser Frage und der Entwicklung der umliegenden Länder zur Selbstverwaltung vorauszuschcn ist. Forderungen der Tcl-Awlwer Stadtverwaltung Tel-Awiw, 15. August. (J.T. A.) Dem High Commißi» ner Sir Arthur Wauchopc wurden anläßlich seines Besuchs in Tel-Awiw eine Reihe von Forderungen der י®' Awiwcr Stadtverwaltung vorgetragen. Der High Commis'1» ner wurde insbesondere darauf aufmerksam gemacht, ״» die B c 11 e n z a h l des Tel-Awiwer Krankenhauses i0'״!-'• der starken Bevölkerungszunahmc unzureichend geworden «k und daß die Stadt neuen Boden in der Umgebung» Anlage von Vorstädten für den kleinen Mittelstand und l» die Arbeiterbevölkerung braucht. Für die Stadterwcitem״» wird ebenso wie für den Ausbau der Krankenfürsorge Anspn» auf Hilfe durch die Regierung erhoben. uns Adressen, an die wir mit Aussicht auf Erfolg Probe-Nummern d•!* ״Jüdischen Rundschau“ nebst ei־1»״ Abonnementseinladung sendenkönnsß .]ftdlieh• Rundschau* / Wsrbs•AhleHuna / li'Uu W& יו¬¬ ן'* \ 1 1 ו •t *I '1' :i! I I» Ui 1! 1׳ I,