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Jüdische Rundschau · 1934-08-14 · Heft 65 (14.8.1934) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 65 (14.8.1934)
Date
1934-08-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 7 0 Dl SCH K RUNDSCHAU׳ Nr■ 65, 14, V1H,!934 auch ein Grund dafür, daß er nach Uganda griff: seine kon-• struktive Phantasie verlangte nach Betätigung. Deshalb schrieb er ״Altnculand“, deshalb verfolgte er Zeit seines Lebens groß• zügige finanzielle Pliinc. Die ״Horzlzioniston“ übersehen das. Sic meinen, daß Herzls überragendstes Interesse der politischen Formel des ״Judenstaates“ galt. (Ich habe in der ״Jiid. Rund• schau" schon anläßlich Herzls 25j;ihrigem Todestag diese Legende zu widerlegen versucht.) Unsere Generation aber, die den ״Charter" erlangt hat, versagte im Konstruktiven schon im ersten Moment. In meinem Kongrcßrcfcrat hatte ich u.a. auf die großzügigen Aufbaupläne von Dr. Ruppin (1919) und Simon-Sonne (1919) hingewiesen, die keinerlei Verständnis in unserer Organisation gefunden hatten. Line Reform der Orga• nisatiou muß auch liier Wandel schatten. Es muß klar werden, daß ihre vornelimliclistc Aufgabe nicht in der Versammlungs- und Zeitungspropaganda liegt, sondern, im praktischen wie im kulturellen Bereich, in zentralem, konstruktivem Handeln. Auch hier kann nur gesagt werden, daß cs auf die Haltung, oder besser die Einstellung ankommt: Am 18. Kon• greß wurde z. B. zwar der wichtige Antrag auf Schaffung einer zentralen Bodengcscllschaft angenommen, aber nur deshalb, weil niemand dagegen war, denn was lag den Delegierten schon an dieser langweiligen utopischen Augclcgeuhcit? Aber das wcltcrschüttermlc Problem der Zu• sammensetzung tlcr sich zusammen Setzenden (Präsidium) er* regte die Gemüter durch drei Tage, und wenn es nicht so betrübend gewesen wäre, so hätte es erheitern können, als der Präsident das Referat über die Rolle des nationalen Kapi• tals als — Lückenbüßer in den Kongreß werfen ließ, um die Zeit solange mit ״Nebensächlichem“ totzuschlagcn, bis mau sich hinter den Kulissen über die weltbewegende Frage des Präsidiums geeinigt hätte. Eine gleiche Interesselosigkeit wird auf allen Kongressen den Referaten über KKL, KH, Koloni• sation usw. entgegengebracht. Hierin kann nur Wandel geschaffen werden durch die angcdcutctcn Reformen, ebenso wie durch jene des Kon• gresscs, die schon so oft gefordert und nie durchgeführt worden sind. Wir haben, angefangen von den Wahlen zu unserer ״höchsten Instanz“ bis zum Sclilußpunkt der Ver* Handlungen — der Wahl der Leitung — durchaus die Erbschait aus einer Epoche übernommen, in der der Kongreß ein Resonanzboden für den Führer, eine Manifestation, eine Demonstrationsversammlung und eine Diskussionstribüne war. Heute wollen wir mit diesem selben Instrument politische und kolonisatorische Aufgaben schwierigster Art bewältigen! Die nötigen Reformen sind: Abschaffung des geradezu grotesken Unfugs des Schckelverkaufs zwecks Erlangung von Kongreßmandaten, Zulassung nur von Delegierten organisierter zionistischer Landesverbände, Knüpfung des passiven Wahlrechtes an die erfüllte Pflicht gegenüber Organisationen, KKL und KH, Acndcrung der Geschäftsführung des Kongresses in der Weise, daß die neue Leitung (A.-C. und Exekutive) auf Grund eines vorzulcgcndcn Programms am Anfang des Kongresses gewählt wird, dessen öffentliche Verhandlungen auf ein Minimum reduziert und nur zu Deinonstrationslind Proklamationszivcckcn benutzt werden, indes die Verband• Jungen und auch die Beschlüsse über alle fachlichen Fragen jn die Kommissionen oder in das ncugcwähltc A.־C. verlegt werden sollen usw. Die Einstellung der Zionistischen Organisation auf die großen konstruktiven Aufgaben wird nicht nur eine Sank• rung ihrer selbst hcrhcifüiiren, wie unsere praktische Arbeit fruchtbar machen, sondern sic wird auch unsere politische Stellung in Palästina in ganz hervorragender Weise stärken. Und hier komme ich endlich auf den argen Mißbrauch, der in . unseren Reihen mit dem Worte ״Politik“ getrieben w ird, wobei ich keine Partei ausnehme (mir seihst übrigens durchaus keine politische Kompetenz zubillige; es ist leichter zu kritisieren, aber schwer, das Richtige im gegebenen Moment zu tun), ln der Politik kommt cs nicht nur auf die reale Macht, sondem auch darauf an, welche Energicladung ein poli• tischer Faktor hat lind wie sein Wachstumspotcntial und seine Durchschlagskraft vom Gegner oder Partner beurteilt werden. Wie hätten Minoritäten gegen machtbesitzende Majoritäten etwas angerichtet, wenn nicht diese in gewissen Momenten selbst genau gefühlt hätten, daß ihre eigene Macht brüchig geworden sei und die anstürmeiule Partei den Marschallstab im Tornister habe? Die Geschichte der Nachkricgsumwälzungen beweist das — angefangen vom Marsch auf Rom, wo das königstreue italienische Heer leicht mit einer Handvoll schlecht bewaffneter Fascistcn hatte fertig werden können, bis auf die Vorgänge der letzten Zeit. Und dieses Heraufkommen neuer Faktoren kann letzten Endes nur durch eine geistige Zielsetzung inauguriert werden. Wir aber nennen ״Politik“: Demonstrationen, Versammhingen, Petitionen, Proteste u. dgl., die alle nur dann einen, wenn auch geringen politischen Wert haben können, falls sie tatsächlich als Ausdruck einer inneren Geschlossenheit, Zielgerichtctheit und ruhigen Kraft wirken würden und nicht oft bloß Vergeudung von nicht gezügelten Energien, von Demonstrationssucht, Kraftmeierei der Ohnmacht und Hysterie der Schwäche darstelltcn. Würden wir mit Stetigkeit, ruhiger Besonnenheit, Geschlossenheit und Zielsicherheit (das gehört zum Kapitel ״Haltung“) in erster Reihe konstruktive Pläne eilt* werfen und verfolgen, so würden wir nicht nur sachlich, in der Besiedlung Palästinas, größere und solidere Fortschritte machen als bisher, sondern das würde auch unwillkürlich die Achtung vor unserem Werk und damit unsere politische Stellung aufs günstigste beeinflussen. Wenn die Ucbcrpolitikcr KKL und KH, die Träger der nationalen Kolonisation und Kontrolle, sabotieren, so ist ihr Tun daher gerade vom p0liti sehen Standpunkt aus das törichteste Beginnen. Dieses Planen müßte an allererster Stelle der nationa״ len Kolonisation (Durchführung der Grundsätze natio• nalcr Bodenpolitik, Schaffung der zentralen Bodengcsellschaft, gesunde Siedlungspolitik, Selbstarbeit der Siedler), der lntegricrung der ökonomischen Kräfte und der Sicherung der nationalen Kontrolle über das Pa• lästinawerk gewidmet sein. In diesem Artikel kann das nur an• gedeutet werden. Von früher her liegen, wie schon erwähnt, viele Pläne, Beschlüsse, Anregungen darüber vor. Hier handelt es sich nur um die Aufrollung der prinzipiellen Gesichtspunkte. Es mag nochmals betont werden, daß diese nicht neu sind, sie sind nur, obzwar allein wichtig, im Getöse der Vordergrunds• kämpfe der Parteien um die sogenannte Macht dauernd in den Hintergrund geschoben worden. Ein Beispiel: die Erzielung einer Völkcrbundanleihe, die oft geplant worden ist, Wäre viel leichter, wenn eine Organisation darum einschrciten würde, die mehr sachlich anerkannte Kompetenz und eigene Erfolge hätte, als sie die unsere besitzt, die infolge innerer Zerrissenheit und der fortwährenden Veranstaltung von Dcmonstralioncn in Gefahr ist, immer weniger und weniger als Faktor von großer innerer Kraft gewertet zu werden. Wenn hier in allen Erwägungen die ״Haltung“ als das Wesentlichste bezeichnet worden ist, so ist damit schon du g e i s t i g c s Gnimldement «!!gesprochen worden, als das diese Haltung notwendig Bestimmende. Das ״Geistige" ist heute nicht in Mode, man meint, Politik sei Kampf der Machtrealitäten und Politik das Schicksal der Menschen (Bis• marck), doch dürfte es gerade im jetzigen Moment sehr klar sein, daß keinerlei Macht bestehen kann, die nicht Geist und Seele der Menschen zu fesseln und zu lenken vermag. Für unsere Bewegung insbesondere wäre es ein Barbarenunfug, die Stärke und die Notwendigkeit des geistigen Elementes zu leugnen. Ohne geistige Zielsetzung wäre sie nicht da, könnte sich in ihrer einzig möglichen Form nicht erhalten und, was am wichtigsten ist, nicht in Palästina gestalten. Gerade heute zeigt cs sich, daß in Palästina mitten in der materiellen prospe* rity mangels geistiger Autoritäten und Zielsetzungen der Zer• faß droht und mit ihm auch politisches Ansehen, politischer Einfluß- und Erfolgsmöglichkcit unserer Sache verwirkt wer• den können. Ich will an dieser Stelle noch gar nicht so sehr betonen, daß unsere jüdische Erncucrungshewegung sich an - . -. _, , _ . . ---- j ü d i s cl! •geistigen Grumlelcmcntcn orientieren mul!, soll sic niicdenc Thema heran. Die Frucht dieser Arbeit war das lug Sinn, Wert und Zukunft haben, denn cs ist uns noch nicht “.Jes״s v*on Na/arcth ’■ das. ״׳rmt hcbra1s^r Smart״ einmal die Art der allgemeinen, formalen geistig-sittliehen Haltung, die nottut, klar. Denn die Linke, die Mitte, wie die Rechte haben sich mehr und mehr die Sieger- und Eroberungsgeste bcigelcgt, die in keiner Weise unscrem Wesen, unseren Möglichkeiten, unserer Stellung in der Welt uml unserem wahren politischen Interesse entspricht. Diese Geste wirkt aufreizend und verschärft unsere Lage in Palästina, sic macht uns lächerlich in den Augen von wirk* liehen Mächten, denen gegenüber wir durch solches Bramarbasieren unsere wahren Kraftquellen desavouieren. Diese sind und bleiben: unser moralischer Anspruch, unser Programm und unsere Aktivität zur Ucbcrwlndung der un• lösbaren Situation in der Judenfrage, der unzerstörbare Glaube, die unüberwindliche, schon ln der dritten Generation sich fortsetzende ״levöc cn massc“ für den Zug nach Ercz Israel, die einzigartige Fähigkeit zur Erweckung des Landes und zur Entwicklung vvestöstlichcr Kulturvcrblndungcn, unsere weite politische Neutralität und Ungcfilhrllchkclt, die völkcrverblndende Rolle der au3 allen Ländern und Kulturen in Palästina zusammenströmenden Juden u. a. m. Ebenso wie wir nur durch reale Leistungen zeigen können, daß wir die Fähigkeit zur Bildung eines eigenen Ge• meinwesens, die wir uns zuspracheii uml die man uns zubilligte, auch wirklich haben, während der tatsächliche Zustand unseres Jisclmw heute leicht als Gegenbeweis angesehen werden kann, so muß auch unsere Haltung in allen politischen Frage« dartun, daß wir uns nur auf jene Grundlagen unserer Kraft stützen, die wir wirklich unser eigen nennen. Jedes Vortäuschen einer Macht, die wir nicht haben, durch Erobcrcrgcstcn, durch Kraltineicrtum, durch Kopieren der Methoden politischer Mächte der normalen Art, was Assimilation des Zlo• nlsinus bedeutet, ist falsche Politik, die unweigerlich zur Niederlage führen muß; der Schein kann sich nicht behaupten, denn wir führten so den Kampf, anstatt mit unseren eigenen Kraftquellen, die kein, äußerer peind zerstören kann, mit Attrappen, was man nur als eine Art Don Quixotcric bezeich• nen kann. A la longtie setzen sich in der Politik immer die realen Kräfte durch; die größten Wcltcrfolge, die auf Bluff gebaut sind, fallen früher oder später in nichts zusammen. Fast erscheint cs hoffnungslos, die augcdeutetcn Bedingungen einer Reform in unserer Bewegung ilurchzuführen. Zu sehr ist die Organisation zerfressen von Demagogie. Vielleicht bedürfte cs eines Rückschlages in der prosperity, um die Selbstbesinnung cinzuleiten. Wenn die Führer der Parteien so sehr an die Opferfähigkeit appellieren, gewiß auch selbst Opfer mannigfacher Art bringen, so mögen sie auch das allernotwendigste Opfer bringen, das der Selbst liczwln• gun g: Was not tut, ist die Abkehr unserer Führerscliicht von Kampfes-, Sieges* und Eroberergesten, ihre Hinwendung zum Geist der Entsagung gegenüber den Antrieben des Ehrgeizes, der Machtgier, des Herrschcnwollcns, des Voranstellens der Sondcrzielc, der Assimilation an nichtjüdische Methoden u. a. m. Um diese Wandlung anzubahnen, bedarf es der Aufrichtung einer geistigen und moralischen Autorität, die an der Integrität des Zionismus In dem hier angedcutcicm Sinne testhält und dem gegenwärtig vorhandenen Zerrbild einer Organisation den Spiegel vorhält. Eine solche Autorität zu sein, resp. zu werden, Ist die Aufgabe des Allgemeinen Zionismus. Es handelt sich um eine ״Haitung", wie schon öfters gesagt, aus der je nach der Lage in jedem konkreten Fall die spezifische Einstellung sich ergibt. Der Allgemeine Zionismus ist aber keine Partei unter Parteien, er hat kein Spczialprogramm. Und seine wichtigste uml drin* gendste Aufgabe wäre es, alle tauglichen Schritte zu unternehmen, um eine Wiedergeburt oder Ncuschöpfung der Zionistisohen Organisation cinzuleiten. Diese Aufgabe wäre dann am leichtesten durchzufUhren, wenn sic nicht so angefaßt werden würde, daß versucht wird, zuerst die bestehenden Parteien, die miteinander in bitterster Fehde liegen, zu einigen, sondern wenn ein Rcorganisations- und ein Tätigkeitsprogramm aiifgestellt werden würde, zu dem die Parteien Stellung zunchmcn hätten. Dann wird es für sie heißen: Farbe bekennen. Mit bloßer Negation oder mit Verhar* ren auf dem bisherigen partikularisfiscJicn Standpunkt wird cs nicht getan sein. Wird jenes Programm von richtigen Prinzipicn aus aufgcstcllt werden, so wird es sich eventuell gcgen die Parteiführer bei den zionistischen Massen durchsetzen. Dieses Programm ist schon Umrissen worden. Seine nähere Ausführung wird Sache einer Beratung sein. Aber jeder ein• zelnc Punkt dieses Programms ist wichtiger als alles, worum heute der Streit geht. (Z. B. ist die Schaffung cirter großen, zentralen, national kontrollierten Bodengcscllschaft wuchtiger für die Sicherung und Ausdehnung unseres Kolonisationswerkes, als die Frage, welche parteiliche Zusammensetzung das A.*C. haben soll.) Auch die Frage der Jcwish Agency wird saniert werden können, wenn wir uns ein konstruktives Programm geben. Für konkrete Aufgaben sachlicher und politischer Natur loyale Bundesgenossen zu finden, ist leicht, (Hier kann an Oedanken . ״_״ . . , * von Braudeis erinnert werden, wenn sie auch betreffs der j •! worin ml a? *e,nc Abonnentc Formen anderes intendierten.) Außerdem wird es dann leichter »״.inJf’uMi»« 1 _w.el'Cu-1!!C..״LiL*n vrid sein, als heule, den Grundsatz: clara pacta boni amici in die Wirklichkeit zu übersetzen. Die ״Reorganisation“ bedeutet in summa gar keine grundstürzende Acndcrung im Prinzipiellen. Deshalb kann sie bei etwas gutem Willen und Einsicht durchgeführt werden. (Ein zweiter Artikel folgt.) Josef Klausner Sechziger Dr. Josef Klausner, Professor der hebräischen 111 für an der Universität Jerusalem, feiert dieser Ta־* ■ , ״״ 0י). Geburtstag. Klausner ist in der Geschichte der zionistu*'5 Bewegung und in der hebräischen Literatur und Forsch " eine sehr markante Figur. Er gehörte schon frühzeitin? dem Kreise der Cliowewe Zion und trat dann auch wi* von Herzl geschaffene zionistische Bewegung ein, wot»׳ : im Sinne der praktisch und kulturell orientierten ('mirmt / russischen Zionisten gegen die von Hcrzl bevorzugten Je tischen Methoden in scharfer Opposition stand. Später Klausner Redakteur der von Ach,«] Haam gegründeten Mn1,*״* Schrift ״Hascliiloach", die er auch 192» nach Palästina u* führte, wo jedoch der Zeitschrift kein langes Leben vero״v war, so daß sie 1926 ihr Erscheinen einstellte. Klausner T, eine große Zahl von Büchern und Arbeiten zur Geschieht{h Judentums verfaßt, darunter besonders aus der Gcschitrt der talimidisclicn Epoche. Sein Hauptinteresse gilt der |h״,: geschickte des Judentums; so schrieb er auch eine Geschickt der jüdischen Messianologie. Seine Studien führten ihn7 immer stärkerer Beschäftigung mit der Entstehungszeit Christentums und der Person seines Stifters. UncrschrotU ging Klausner an dieses früher von jüdischen Forschern pl das Im1, daun auch englisch uml schließlich in deutscher Ün'bemtn,״ I (Jüdischer Verlag, Berlin) erschienen ist. Klausners Bestrebt!■‘ hei diesem schwierigen, weil mit so viel Empfindlichkeiten bi'.' lasteten Thema historische Objektivität zu wahren, wurde von | allen Seiten, auch von christlichen Forschern anerkannt. Klaust!*• schrieb auch eine Geschichte der neuen hebräischen Literatii i und beteiligte sich an der Abfassung eines neuen hebräische! Wörterbuches. I Neben seinen wissenschaftlichen Arbeiten ist?4! j Klausner auch im politischen Leben hervorgetreten. Sein t»4| kaler Nationalismus und andere Momente haben ihn it1d«l Nähe der Revisionisten gebracht, obwohl er, wie er jüncijl der Presse mitteilte, der revisionistischen Partei formell nichtI augehört. Immerhin wurde er Vorsitzender der Redaktion de:[ revisionistischen Tageszeitung ״Hajardcn“ und hat sich in daI letzten Jahren häutig im inncrpolitischen Kampf Palästinas| zugunsten der Revisionisten exponiert. In Anbetracht der potj.L tischen und literarischen Vergangenheit Klausners ist dies* I Wandlung gewiß bemerkenswert. Wir hatten auch in di««| Blättern häutig Meinungsverschiedenheiten mit Prof. Klausner 1 auf politischem Gebiet auszutragen. Das kann uns aber nicht I abhalten, aus Anlaß seines 00. Geburtstages der großen V«.! dienste dieses vielseitigen Mannes zu gedenken und 1uci I unsererseits uns den herzlichen Glückwünschen der jüdisch« Welt anzuschlicßcn mit dem Wunsche, daß Klausners wissen■! schädliche Arbeit noch viele wertvolle Früchte tragen mögt ״Palästina nimmt nns unsere besten Bürger Jlzcliak Grünbaum beim Generalgouvcrncnr von SalonM Saloniki, 9. August. (J. T. A.) Der Leiter des Es■ wandcrungs-Departmcnts der Palästina-Exekutive der Jwrü I Agency, jizeliak Grün ha um, ist in Saloniki cingctrof!« wo er vom Ocneralgouvcrncur P. R11 a II is empfangt•, wurde. Im Laufe der Unterredung erklärte Gcneralgouvemw Rltallis, daß in Griechenland kein Unterschied zwischen dt Bckcnnern der jüdischen und denjenigen anderer Relij!k>M gemacht wird. Alte seien vor dem Gesetze gleich. W01ÜJ | sagte der üencralgouverneur: ( . ״Wir bedauern tief, daß eine Anzahl unserer wertvoll! J jüdischen Bürger sich nach Palästina begibt. Palästitnl nimmt uns unsere besten Bürger. Da die Jude 1 jedoch diese Auswanderung als in ihrem Interesse gcicpil erachten, können wir sic nicht daran bindern. Ich kann Ihne nur sagen, daß die griechische Regierung ebenso wie Ich du I größte Hochachtung fiir die Juden und ihr(] nationale Bewegung zum Wiederaufbau Pa• iästinas empfindet.“ Jizchak Grünbaum beabsichtigt, sich von Saloniki nach | Konstantinopci zu begeben, um die Lage nach den Ausschreitungen in Thrazien zu untersuchen und die .'!׳>;• liebkeit der Zuteilung von Zertifikaten an thrazische Jude: zu studieren. Professor Ernst Casslrcr, der eben 60 Jahre alt geworden ist, gehörte zu den bedeutendsten und produktivsten Philosophen der ncukantischen Richtung, die sich von Herma»« Cohen hcrlcitct. Von seinen zahlreichen Werken und Schrille« nennen wir mir ״Das Erkcnntnisproblcin in der Philosoph« und Wissenschaft der neueren Zeit" sowie das auch für den Nichtphilosophen wichtige Werk ״Philosophie der symbolischcn Formen“! das von den ursprünglichsten Kultur• gebieten wie Sprache, Mythos usw. ausgehend, eine Lehre von der Struktur des Geistes aufbaut. Cassircr, einer der M«׳ berausgeber von Hermann Coliens philosophischen Scbrifttn, ist Mitglied des Kuratoriums der Lehranstalt für die Wisse.(• schaff des Judentums und des Vorstandes der Akademie ך dte Wissenschaft des Judentums. Er hat jedoch persönlich bisher relativ wenig auf spezifisch jüdischem Gebiet gcarbtim׳ cs sei denn, daß man seine Arbeiten über Mendelssohn um Spinoza hicrhcrrcchncn will. Es wäre zu begrüßen, dieser produktiv philosophische Geist, der auf der Ho״' seiner Arbeitskraft steht, einen Teil seiner künftigen Amen! nunmehr schicksalhaft in die jüdische Sphäre verwies*®! dem Phänomen des jüdischen Denkens widmen wollte. Jüdisches Referat im Wiener Volksblldungswesen* 0' Wiener ״Rathauskorrespondenz“ meldet: Innerhalb der 1״י*' ncr Volksbildungsbewcgung kommt der besonderen!״: dischen Volksbild ungsarbeit mit Rücksicht * die Zahl der jüdischen Bewohner Wiens eine nicht * unterschätzende Bedeutung zu. Daher hat der Wiener voliw hildungsreferent eine eigene Stelle dafür geschaffen und ® Einvernehmen mit dem Präsidium der israelitischen KuI|J_ gemeinde mit Professor Dr. Kalman Kupfer, dem jährigen israelitischen Religionslehrer an den Mittelschule lind israelitischen Seelsorger, besetzt. Bereits bestehen« * dischc Bildungsstellcn und Körperschaften wurden für V. Mitarbeit schon gewonnen; im Herbst sollen sämtliche I dischcn Bildungsinstitutc und Volksbildungsvereine he«n gezogen und neue jüdische Volks bildungskur* gegründet werden, die zur Ncubclebung und Fordern״* der jüdischen Volksbildung im Sinne der Religion und vaterländischen Aufgaben der Judenschaft führen we!a® Auch der Verband der türkischen Israeliten in Wien PP mo en) hat sich dein jüdischen Volksbildungswcrk >״«r schlossen. 40 ........1s, ....... ״lv uLoviiiUKiluiimc ws.־g«;n ׳■“'‘•'״r,״ ־,id tschechischen Staatsoberhauptes Masaryk bekanntgeben ״' und cs weiter heißt, daß der ״Stürmer“ am 18■ 8. lc1.n** diesem Tage führt er seinen Kampf weltfeind Alljuda in der gewohnten Welse weiter* Hebräisch. Von Dr. M. Qoldmann, 5. Hc(t>. Vt״*| Sefathenu, Berlm-Charlottenburg. Soeben Ist da» »• ח dieses Lehrbuches erschienen.

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