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Jüdische Rundschau · 1934-08-10 · Heft 64 (10.8.1934) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 64 (10.8.1934)
Date
1934-08-10
Page
– (sequence 10)
Language
German
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I Seite 10 0ל Df SC HE RUNDSCHAU Nr, (A. 10, Vffl, 1934 Fragen der Zeit debattiert. Die Zeit war aber vor allem durch das Aufkommen des politische« Zionismus auls tiefste aufgewühlt. Eine Klärung und Scheidung der Ansichten vollzieht sich in jenem Kreise sowohl als in den größeren Zusammenkünflcn, die er veranstaltet. Für sich selbst nennt Dubnaw diese Zeit eine Epoche der ״Synthese1‘, in der sielt die Grundelemcnte seiner Weltanschauung endgültig festset/en. Er beginnt, den Begriff des Judentums als ״geistiger Nation“ immer schärfer hcraisztiarbeitcn, Aber diese Vergeistigung bedeutet beileibe keinen Verzicht ״auf die Territorien, in denen die Juden seit den Zeiten des römischen Imperiums wohnen“. Hier formt sich ihm nach und nach, wohl nicht ohne Zusammenhang mit dem intensiven Studium des ״Waads der vier Länder“, der Begriff des A 111011 0 m i s in u s, der nationalen Hechte einer staatlichen Minderheit. Die Auseinandersetzung mit dem Zionismus geschieht vorzugsweise in persönlichen lind publizistischen Diskussionen mit Achad-Haam. Der Zionismus scheint Dubnow ״das Rad der jüdischen Geschichte rückwärts, nach Osten zurückdrehcn zu wollen“. Vielleicht konnte er damal* noch nicht vorausschcn, daß die heutige palästinensische Kultur eine Synthese von Europa und Judentum anstreben wird. Auf der anderen Seite aber erscheint Achad-Haam da( Streben nach nationalen Rechten für die Judcnhcit im zaristi• sehen Rußland ephemer. Trotz dieser Differenzen ergibt die ״Zentrentheorie“ Dubnows, die eine Wechselwirkung zwischen dem neu entstehenden palästinensischen und den bereits bestellenden Zentren der Judcnhcit zugibt, eine Brücke zwischen ihm und Achad-Haam. Die immer drohender sich auftürmen• den Gefahren für die russische Judcnhcit verbinden indessen die beiden Männer zu gemeinsamer Arbeit noch stärker als alle Theorien, Angesichts der Gefahr der Assimilation gründen die beiden mit einer Gruppe von Gesinnungsgenossen ein ״Nationalisicrungskomitcc“, das fiir die Erweiterung jüdischen Geschichts- und hebräischen Sprachunterrichts in den jüdischen Schulen gegen eine zahlreiche Gegnerfront kämpft. Dann aber stellt das Blutbad von Kisch« 11 cw (1003) dem ״Nationalisierungskomitec“ nocli andere Aufgaben: cs erläßt einen Aufruf an die russisch-jüdische Ocffentlichkeit, überall Sclbstwchren zu gründen, cs befaßt sich mit Problemen der Auswanderung nach Amerika und Palästina usw. Die Odcssaer Periode war eine der fruchtbarsten in Dubnows Leben. Denn neben der vielfältigen publizistischen Tätigkeit setzt er hier auch seine wissenschaftliche fort. Nicht nur an der Geschichte des Chassidismus, an einer russischen Ausgäbe des ״Kleinen Orätz“, an einem Lehrbuch der jüdischen Geschichte arbeitet er, sondern seine Odessaer Wohnung wird zu einer Zentrale, wo aus allen Ecken Rußlands Abschriften und Auszüge aus Pinkassim zusammenströmen — als Bausteine zu einer umfassenden Geschichte der Juden in Rußland und Polen, zu der die Weltgeschichte der Juden ursprünglich nur als Einleitung dienen sollte. Aber im Laufe der Zeit kehrt sich ihm das Verhältnis um — er konzipiert die Idee einer Weit* gcschlchte des jüdischen Volkes, in der jene nur einen Teil bilden sollte. ״Je mehr ich arbeite“, notiert er in seinem Tagebuch, ״desto mehr durchdringt mich die Größe der Idee, der ich mein ganzes Leben widmen will“. Allein, um dieses Ziel zu erreichen, muß er, der stets am Rande der Städte wohnt, nun das allzu lebhafte Odessa, zum Leidwesen aller Freunde, verlassen. Im Juni 1003 übersiedelt er nach Wilna, ״dem litauischen Jerusalem“. In der Tragödie von Kischinew, in deren Nachwelten sich dieser Ortswechsel vollzieht, klingt der erste Band der Dubnowschcn Memoiren aus. — Wir beglückwünschen den Verfasser zu ihrem Erscheinen, bewundern sein Gedächtnis, das eine Fülle pittoresker Einzelheiten festgehaltcn hat, und sehen mit Spannung dem zweiten Band entgegen. _pr. Elias Hurwicz. ״Das jüdische Buch״ Kalender de* Jüdischen Frauenbundes 5695 •1934/35 Daß die Juden das ״Volk des Buches“ sind, das haben wir nun schon so oft gehört, daß es uns scheint, wir wüßten Bescheid damit. Aber selten oder nie ist uns diese allbekannte Wahrheit so lebendig und so überraschend bunt vor Augen geführt worden wie in dein eben erschienenen Kalender des Jüdischen Frauenbundes, der sich in diesem Jahre das Thema ״Das Jüdische Buch“ gestellt hat. Nun ist dieser Kalender schon neun Jahre alt: wäre er wirklich ein jüdisches Kind, so hielte man ihn jetzt nach dem bekannten wort der Väter für ״reif für den Talmud“. Nun — er zeigt uns, daß er sich vor keinem anderen jüdischen Kinde zu verstecken braucht. Denn dieser ganz besonders reiche Jahrgang zeigt ihn wirklich als ״reif für den Talmud", reif und reich an Belehrung in jedem Sinne des hebräischen Wortes Talmud. Die einfallsreichen und geschmackvollen Herausgeberinnen Llsbct Cassircr und Hannnl! Karrninski haben sich diesmal noch eine dritte Hilfskraft hcrbeigcholt, die bekannte Kunsthistorikerin Rahcl Wischnitzer. die nicht nur ein knappes und kenntnisreiches Vorwort schrieb, sondern auch aus eigenen Sammlungen wertvolle Ergänzungen zu dem in diesem Jahre besonders wich* tigen Bildmaterial beisteuerte. So fehlt liier denn auch nicht die Seite aus dem ersten gedruckten Talmud-Traktat den die Sonciuo-Blätter vor einigen Jahren ivicdergaben; prächtige, manchmal höchst ergötzliche Rancfzcichmingcn aus alten Mcgilloth oder Machsor Hand- Schriften und Haggadoth: merkwürdig spiegeln gerade diese alten Bilder die wcltoffcnhcit der mittelalterlichen Juden, die doch rechte Volljuden waren, ־ wieder. Aber auch heutige jüdische Bücher und jüdische Buehki'mstler sind hcrbeigcholt. Strucks ostjüdisches Antlitz gehört ja hierher ebenso gut wie Budkos wunderschöne Graphik, in seinem ״Jahr des Juden“. Ein weriig verblüfft ist man, dem ״Vater von Lord Beaconsfield“ hier zu begegnen. Was verschafft dem gelehrten Jsaac Disracli, der seinen Sohn Benjamin mit 13 Jahren taufen'ließ, diese Ehre? Ebenso ergiebig fast ist die andere Hälfte der schönen Zusammenstellung: die Darstellung des jüdischen Buches im jüdischen Schrifttum. Hier werden auch Freunde jüdischer Bücher vielleicht noch manche Ucberraschung erleben. Einzelne Bücher aus unserem Schrifttum werden herausgehoben: Heine, der Dichter, und Elbogcn, der Forscher, kennzeichnen die große jüdische Biichwelt, die wir Talmud nennen. Glückei von Hameln spricht über den Zweck ihres eigenen Büchleins zu ihren Kindern; und einer der edelsten, nichtiüdischen Freunde des jüdischen Buches, Johann Reuclrlin, tritt für die Bücher der Juden vor seinen Glaubensgenossen ein; sie seien nicht zum Hohn für die anderen, sondern zum Trost für die Juden selbst geschrieben und fast als die Kinder der Juden zu bezeichnen, Seiten hat ein Nichtjude ein gleich tiefes Verständnis für die innige Verbundenheit von Mensch und Buch in der judcnhcit gehabt. Wo gibt es noch ein Volk, das die Bücher wie Menschen empfindet und die berühmten und weniger berühmten Verfasser nach ihren Werken in den Adel des Buches erhebt? Bei uns aber verschmelzen die Männer mit ihren Büchern; stolz nennen sich die Nachkommen: Enkel des Pnc Jehuda, oder des Rischmcschaloh, oder des Apo Rawriwi... Das Ist unser Adclsbfiet, und den kann nur das jüdi• sehe Buch verleihen, Bertha Badt-Strauß. Grcfchcn discovcrs America. By Helene Schcu-Rlcss, Lclp* ziß 1934. Grctchcn hat blonde Zöpfe und ist die Tochter eines deutsehen Professor*, die mit vielen anderen Wiener Kindern von der amerikanischen Kindcrspclsung In den Jahren der Nach• Kriegs-Not gefoltert wurde. Nun fährt sic nach Amerika in der ausgesprochenen Absicht, die Eigenart der amerikanischen Frau und ihren ״trick“ im Umgang mit dem anderen Geschlecht zu studieren, Da sie offene Augen und etliches Vcrstandnis für amerikanischen und sonstigen Humor hat, erlebt sie viel Ergötzliches, an dem wir gern teilnchmcn. So trifft sic etwa schon auf dem Schiff, das sic bis zur Freiheifssäulc bringt, einen jungen polnischen Juden, der uns auch dann merkwürdig bekannt vorkäme, wenn er nicht Julius Nied er* mann hieße; der sollte ursprünglich ״so etwas wie Hoher Priester oder Papst“, nämlich Wunderrabbi, werden; er fand aber ein Buch über Algebra, entzweite sich mit seiner reichen Familie, weil er Algebra studieren wollte, und geht nun auch nach U.S. A., um dort an der School for Rcligious Research Prolcssor zu werden. — Wer vor etlichen Jahren hier In der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums einmal einen sehr schönen Vortrag von Julian Obermann hörte, der von Amerika kam und nach Palästina ging, der erkennt das Porträt ... und hofft, daß der junge Professor mehr Humor hat als jener Zeichenlehrer in der süddeutschen Stadt, und der kecken Karikaturistin. die nicht einmal so vorsichtig war, seinen Namen zu ändern, nicht allzu sehr grollt. Freilich hat sie ihm zur Entschädigung fürs Modcllstchcn zum Schluß eine ״Psycliosynthctikcriu“ zur Frau gegeben. — Abgesehen von dieser allzu getreuen Porträt Zeichnung findet sich manches Possierliche und scharf Oesehene in dem sommerlich leichten Buche: etwa wenn die Psychologie der Völker schon darin erkannt wird, wie sie auf den gewohnheitsmäßigen Alltagsgrüß ״Wie gchts?“ antworten. ״Daheim antwortet Dir jeder aut Anhieb: ״Danke — schlecht!‘‘ Hier lächeln die Leute noch aut dem Totenbett und sagen: ״Danke — mir gchts glänzendl“ — Oder wenn dje Eigenart der polnischen luden mit einem Striche gekennzeichnet wird: ״Sie besitzen alle Eigenschäften unter der Sonne. Deshalb können sie auch alles nur irgend Erdenkliche aus sich machen ..." — Eine Beobachtung, die man gerade in letzter Zeit unter veränderten Lcbcnsbedin* gungen öfter wiederholen konnte — es Ist die innere Beweglirhkeit des östlichen Juden, die wir in unserer Bürgerlichkeit allzu rasch verloren haben. — Aber das sind Betrachtungen, über die sich Grctchcn einigermaßen wundern würde. — Und mit Recht. Change Here for Happlncss. By Berta Ruck! Tauchnitz Ed. Vol. 5140. Berta Ruck, die viel schreibt und viel gelesen wird, hat sich schon öfter das Einmal-Eins der Hexen zum Ziel gesetzt: ״Aus Schön mach Häßlich, aus Häßlich Schön!" Früher schon hatte sie einmal in der ״Geschichte eines häßlichen Mädchens“ gezeigt, wie aus!läßlichem Entlein der schnceweiße Schwan sich entwickelt. Und in diesem neuen, höchst ergötzlichem Buche ists nun wieder ein auf den ersten Blick abschreckend-häßlicher kleiner Trampel von Stubenmädchen, dem es gelingt, eine ganze höchst ehrbare und an ihrer eigenen Langweiligkeit fast zugrunde gehende Kleinstadt- Familie von Grund aus unuuwamlcln und zu neuem Leben zu bringen. Das gelingt der kleinen Person mit der Brille und dem unmöglichen Wolljumper — sie sieht etwa aus wie einst Grete Mosheim in ״Jim und IUI", einer ihrer entzückendsten Rollen — zunächst mit Hilfe eines Hauptgewinns in der irischen Rcnn-Lottcric. Daß sie sich freilich später auch noch als große Schauspielerin entpuppt, die nur um ״die Rolle zu studieren“ sich als Stubenmädchen maskierte, ist eigentlich ... ״too niuch 0t a good thing"; und man verdirbt sich ein wenig den Magen an allzu viel Süßigkeiten. Dann aber versteht man, warum: sie soll ja doch den Sohn des Hauses zum Manne bekommen — und den hätte ihr die englische ״Mrs. Grundy“ bestimmt nicht gegönnt I B. B.-S. Eine Broschüre über Kfar Saba Kfar Saba, Im Kampf um jüdische Arbeit. — Heraus״״ vom Hcchnluz, Deutscher Landesverband. Preis Die Ereignisse 111 Kfar Saba haben k■ Eine palästinensische Zeitschrift. Unter der Redaktion von Gabriel T a 1 p hi r erscheint seit längerer Zeit in Palästina eine Zeitschrift für Kunst und Literatur unter dem Namen ״G a z i t h“, in der vornehmlich die junge jüdische Dichtung Palästinas sich zu Worte meldet. Beachtenswert ist auch diese Zeitschrift durch das vorzüglich gewählte und reichhaltige Bildermaierlal aus allen Gebieten der bildenden Künste und stellt somit ein Novum auf dem Gebiet der hebräischen Perioden dar. Neben der Plastik und Malerei umfassen die Illustrationen auch das Gebiet der Architektur, besonders der Innenarchitektur und des Wohnungswesens, das viel Geschmack verrät und zugleich einen lebeiuligcn Eindruck vom vorherrschenden Stil vermittelt. Die Zeitschrift weist aber noch ein reichhaltiges literarisches Material auf, und in dem uns vorliegenden letzten Heft von 1933 und dem ersten von 1934 werden veröffentlicht u. a. Beiträge über das hebräische Theater (Josef Wandermann), über das fran* .zosische, ja sogar über das japanische Theater, von entsprechenden Illustrationen umrahmt. Dann folgen einige ebenfalls ausgezeichnet illustrierte Aufsätze über Camille Pissaro, Marc Chagall, Charta Orloff und Menkes. Der Erwähnung verdienen noch die Arbeiten von Jakob Becker über die Psychologie Henri Bergsons und über die Oeistcsgcstalt Andrö Gides und eine Reihe anderer instruktiver Aufsätze. Unter den jungen Lyrikern debütieren mit einigem Erfolg Gabriel Talphir, Esra Sußmann, Ch. Lunski und Altcrmann. Im Prosatell kommen u. a. Joch,man Twerski, Dow Stock, Jizchak Schönberg u. a. zu Worte, Besonders beachtenswert und symptomatiscb scheint uns der Aufsatz von Mosche Samlri ״Zur Frage, der Originalität in unserer Dichtung" zu sein, in dem wir vielversprechende Ansätze zu einer Neuorientierung innerhalb der jungen Dichtung wahrzunehmen glauben. Dr.M, Ein Essay-Band von F. Lachowcr. Der Verfasser der schnell populär gewordenen hebräischen Literaturgeschichte der neuen Zeit (der letzte Teil steht noch aus) legt den ersten Band seiner gesammelten Monographien und Profile literarlscher Persönlichkeiten vor (Rischonim wa-Acharonim, 179 S., Verlag Dwir, Tcl-Awiw 1934). Die Reihe beginnt mit Mendclssohn und schließt von den Lebenden erst einen ein; es sind einzelne Prototypen der beginnenden modernen hebräisehen und jiddischen Literatur, der jüdischen Wissenschaft in deutscher und hebräischer Sprache, der letzten Ausläufer der Haskaia und der ersten Theoretiker der neuzeitlichen Juden trage — 16 Beispiele im Ganzen. Auch wem die Dar- :cstcilten nicht selbst durch ihr Werk Erlebnis werden :onnten, gewinnt hier ein lebendiges Verhältnis zu ihnen, weil sie dem Autor Etappen seiner eigenen Entwicklung sind und er uns seinen persönlichen Weg zu ihnen und an ihnen vorbei gleichsam wiederholen läßt. Darin liegt, obwohl dieselben Gestalten auch in Lachowers Literaturgeschichte bebändelt sind, der besondere Wert, des neuen Werkes: die geistigen Epochen sind für Lachowcr noch nicht zum bloßen Disscrtationsstoff erstarrt; der verantwortliche hebräische Schriftsteller hat heute noch immer die Aufgabe des Erzichers und Unterweisenden; der Lehrer, da er ein Jünger bleibt, gewinnt neue Jünger «ich «clbst und den Meistern. Emasuel bin Oorlon, , alle Kreis« a,. . nistisclirn Bewegung aufs stärkste interessiert. Wenn w*"5י heute erleben müssen, daß in einem Bezirk, der bis(! ״ jüdischen Arbeit Vorbehalten war, dieser Grundsatz vtוי zu gehen droht, wenn dies als Symptom für eine Tendenz, die in Palästina zu spüren ist und auf Ge'fih 1 e zahlreicher In jahrzehntelanger Arbeit erworbener Positionen abziclt, gewertet werden muß. 80 ist es 1״?' Tat nicht verwunderlich, daß nicht nur die palästinenikrh Arbeiter, sondern weite Kreise auch des Bürucrtim,«*j drastische Mittel der ״Wachtposten“ akzeptierten, Die schärfung dieses Kampfes durch die Haltung der’ cnglivk.'’ Regierung hat die jüdische Ocflcntlicbkeit Palästinas ."’J stärker beunruhigt. Es ist verdienstlich, daß der Hechaluz°f" dieser Broschüre umfassendes Material über die Vorsan״r ״ Kfar Saba gib!. Wir finden insbesondere eine Rede vonV* K a z n e 1 so n, die dieser bei der letzten Tagung der A$5t!5, Hanlwcharim gehalten hat und die sich mit dem Problem d>* jüdischen Arbeit in Palästina beschäftigt. Ein ausführlich” Tatsachenbericht über die Vorgänge und die H»1(J! der verschiedenen beteiligten Gruppen schließt sich dem ״' J. Klinow schreibt über einen Besuch bei dem Wachtnosg, in Kfar Saba, Jaziw berichtet über Erlebnisse bei der jy beit und bei den Posten, und schließlich ist die AhschieckrJ, wicdergcgcbcn, die B a n k o w c r vor der Assefath Hirn» charim hielt, nachdem er wegen Postenstehens in Klar Sab verurteilt worden war. Die Vorgänge, die mit dem Namen Kfar Saba vcrbrifKfc! und auch heute noch nicht zu einem Abschluß gelangt sim stellen ein reichhaltiges Anschauungsmaterial dar, das jt zahlreiche Probleme des Aufbaus und des Zionismus Hum!! führt. Diese Material-Sammlung stellt daher eine wichtig Grundlage nicht nur für die politische Meinungsbildung *05• dem auch für eine vertiefte Erkenntnis der zionistisches Problematik dar. 6t, Anfänge, au* den ersten Tagen der zweiten Alljah. Eine Sin! melschrift, herausgegeben vom Hechaluz, Deutscher Land«, verband. Diese Broschüre führt in die erste Zeit der Arbeiter, cinwandcrung nach Palästina zu Anfang dieses Jahrhundtrtr zurück. Die Erinnerungen alter Einwanderer, die sich in de Hauptsache auf den Kreis des ״Haschomcr“ beziehen, ge■ winnen insbesondere auch deshalb hohe Aktualität, weil da Kampf um den Arbeitsplatz, der in jener Zeit im Mittelpunkt des Interesses der jüdischen Arbeiter in Palästina stand, atick heute noch nicht abgeschlossen ist. So sind diese Schild(• rungen nicht nur spannend, sondern auch für die jungt tio nistischc Generation in vieler Hinsicht lehrreich. -t. Otto Bernhard Wendlcr: Himmelblauer Traum eines Mama Socictätsvcrlag, Frankfurt a. M. 1934. Ganzleinen 4,80 RH Wcndlers Roman stellt eine Persiflage der verlogenen R» inantik des Unterhaltungs-Tonfilms dar. Der Traum ein׳! arbeitslosen Mannes faßt ein ganzes Leben mit all seine: Abenteuern zusammen, wie es im Film nur allzu oft fern vm I aller Wirklichkeit gezeigt worden ist. Wendlcr versteht es*• bei, den Helden seines Romans, den arbeitslosen Mont« Jakob Schatte, als einen Menschen von Fleisch und Blut da־•, zustcllcn, der als einziger in dieser Traumwelt Wirklichst ■ besitzt, wenn er auch, In den vom Film 11er gewohnten fc griffen und Idealvorstellungen belangen, immer wieder nah , daran ist, das Wirklichkcitstrewußtscin zu verlieren. Die Erzlk lung ist höchst amüsant geschrieben und stellt ein guta ] Unterhaltungsbuch dar. t. s. Die Jüdische Buch-Vcrelnlgung teilt uns mit: Als dritte Veröffentlichung des Jahrcsprograrnms erscheint in Laufe des Monats September der erste Band der von der Jüdisches Gemeinde Berlin veranlaßen großen deutschen Bibel• Ucbersctzung, der den Pentateuch enthält. Neben der allgemeinen Ausgabe wrid eine Anzahl von Exemplaren auf handgeschöpftem Bütten in Halbleder handgebunden und ver• goldct, die den Mitgliedern der JBV. zum Preise von 20 RH zur Verfügung stehen. Im Alter von 73 Jahren ist in Philadelphia der herw• ragende hebräische Philologe und Grammatiker Pinchai Mord eil gestorben. Mordeil veröffentlichte wissenschiff• liehe Untersuchungen über hebräische Grammatik in dem von Achad Haam herausgegebenen ״Haschiloach“ und in der ״Quarterly Revue“. Im Hause der Jüdischen Kulturgesellschaft in י*א York wurde eine Ausstellung der jüdischen Pres*( in Amerika veranstaltet. Ausgestellt sind etwa 1000 Tag«•! Wochen- und Monatszcitungen, die in den letzten 64 Jabrrn, seitdem in New York die erste jüdische Zeitung zu ersehen« begonnen hat, herausgegeben worden sind. Sprechstunden dar juristischen und wirtschaftlichen Beratung(׳ atall• der ״UQdtachan Rundschau‘ Montag und Donnerstag von 17 bis 18.30 Uhr In unserem Büro, Berlin W18, Melnekestr. 10• Bel Besuchen sind Abonnements-Quittungen mit* zubringen. Bel allen schriftlichen Anfragen sind dlt letzte Quittung und ein freigemachter Brfsf• Umschlag od. ausreichendes Rückporto belzufügs« IJt Postscheckkonto! Berlin Nr.10498t Bankkonto! Dresdner Bank, Depoaltenkasa» Ku rt0ratandemr* 1יי in twz l&tfd durch Spenden für den Jüdischen NettonaHonds Berlin WH, MetneKcSlr.10 Postscheck 2M47

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