Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 64 (10.8.1934)
- Date
- 1934-08-10
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 64, 10. VIII 1934 jüdischer Gemeinden ist nach kurzer, kärglicher Lüftung die Luft wieder so, wie sie früher war. So stehen dm organisatorischen Fronten Im wesent* liehen dort, wo sie Jahrzehnte standen, wieder versteift, vcrtcidiguiigsbcrcit (allem Anschein nach), uticrscliüüerlieh. Die Frage nach der Existenzberechtigung und dein Sinn, dem jüdischen, darf für viele nicht gestellt werden, Als Versuch, die Erschütterung des letzten Jahres 'm organisatorischer Beziehung konstruktiv zu gestalten, neue Wege zu weisen, abseits von den bisherigen organisatirischen Bahnen, hinweg über traditionelle Gebundenbeiten und veraltete Formen, sind ins Leben gerufen worden: Die Reichsvcrtretungdcrdeutschen Juden und der Zcntralausschuß der deutsehen Juden für Hilfe und Aufbau. Man hätte amiclimcn und erwarten dürfen, daß analog der zentralen Umglicderuiig im deutschen Reiche Organisationen und Gemeinden des deutschen Judentums es freudig *begrüßten, daß die beiden zentralen, zu* sammenfassenilcn Vertretungskörperschaften gegründet wurden.* Man hätte meinen dürfen, daß sic in allen Schwierigkeiten mit allen Vollmachten ausgerüstet, mit all den Machtmitteln ideeller und materieller Art ver• sehen worden seien, wie cs der ungewöhnlichen Notzeit des deutschen Judentums entsprach. Die Reichsvcriretung ist zwar als unabhängige ln* stanz gegründet worden, aber sie ist ein Kostgänger der Großgemcindcn geblieben und wird cs in Zukunft noch stärker werden, abhängig von deren Wünschen, eingespannt in deren lokale gemeindliche lntercssenkreisc, ,Wenn cs trotzdem der Reichsvertretung gelungen ist, sich eine gewisse moralische Position irn deutschen Judentum zu erringen, wenn es ihr hin und wieder gelingt, Partikularintcressen zu brechen und Richtung zu weisen, so zeigt das nur, daß das Bedürfnis nach Neu- Orientierung so stark, die allgemeine Stimmung unabhängig von dem bisherigen Organisationsaufbau bereits so aufgelockcrt ist, daß Gemeinden und Organisationen notgedrungen dem (noch!) Rechnung tragen müssen. Ein unmittelbarer Appell an das deutsche Judentum über alle ,Widerstände und organisatorischen Hemmungen hinweg würde zweifellos erweisen, daß die überwiegende Mehrheit des deutschen Judentums Sinn und Verständnis für eine straff zentralisierte, positiv jüdischen Zielen zugewandte Vertretung hat. So aber ist die Reichsvertretung — nüchtern betrachtet — bei aller Anerkennung ihrer bisherigen Leistung — ein Generafstab ohne Armee geblieben, prinzipiell von Gnaden der Großgemeinden und Landesverbände abhängig. Dem ״Zcntralausschuß“, dem In diesem Zusammenhang wegen der besonderen Aktualität seiner Finanz- und Organisationsfragen eine besondere Beachtung und ausführliche Betrachtung zukommen muß, war unabhängig von der Reichsvertretung, aber in engem Arbeits- Zusammenhang mit ihr, die Aufgabe zugedacht, die jüdisch-soziale Arbeit in der Zeit ihrer stärksten Bcans| uchung, in dem Augenblick, wo sie vor konstruktive Aufgaben ungewöhnlichster Art gestellt war, zu dirigieren, die bestehenden zentralen Organisationen zusammenzufassen, ihre Arbeitsgebiete zu koordinieren, finanziell die gesamte Obsorge zu übernehmen — kurzum die 0־- ziale Repräsentanz des deutschen Judentums zu sein. Dem Zentralausschuß ist cs gelungen, das Schiff länger als ein Jahr zu steuern, neue Wege konstruktiver Arbeit zu gehen, Bestehendes vielfach zu erhalten, im Großen und Ganzen die finanzielle Basis zu schaffen. Wahrlich keine geringe Leistung. Dennoch mußte die Arbeit mehr extensiver als intensiver Art sein; die Zeit drängte, die Not der Menschen verlangte rasches Handeln, viele Vorbilder waren nicht vorhanden. Die Organisation des Zentralausschusscs war vom Anbeginn eine sehr lockere, es war nicht klar, sollte es nur eine ״Clearingstelle“ bleiben mit allen Mängeln einer solchen, oder sollte man ihn mit gewissen Machtmitteln ausstatten, wie es an und für sich die Größe der Aufgabe und die Not der Stunde erforderte. Wandlungen und Planungen ließen sich zumeist nur im Widerstande mit den bestehenden Organisationen durchsetzen. Ein Kraftaufwand, der größeren Zielen verloren ging. Die organisatorische Durchglicderung der jüdischen Sozialarbeit, das Ziel bestmöglichster Leistung bei sparsamster Verwaltung ist nicht immer realisiabar gewesen. Dabei liegt bei keinem anderen Arbeitszweig die Notwendigkeit straffster Ratior.alisierung, einheitlicher Planung und Leistung zur Sicherang der größtmöglichsten Durchschlagskraft so offen, wie auf dein Gebiete der sozialen Arbeit. Und die Zeit drängt. Die Aufgaben wachsen: berufspolitische, wirtschaftspolitischc, wanderungspolitische, schulpolitische, jugend- und wohlfahrtspflegerischc Maßnahmen in großem Umfange können von der Tages- Ordnung der jüdisch-gesellschaftlichen Arbeit nicht mehr abgesetzt werden, wenn das deutsche Judentum nicht darauf verzichlen will, sein Schicksal, soweit als irgend angängig, konstruktiv aufbauend zu gestalten. Die f i n a nzicllc Basis dieser Arbeit aber verengt sich ständig. Bald werden wertvolle für die bisherige Aufrechterhaitung der Arbeit entscheidend wichtige Hilfsquellen versiegen. Es gellt nicht an, daß jene Stimmen und jene Meinung durchdringt, die aus der finanziellen Not eine Tugend macht, bereits sich anschickt, den Sinn und die Notwendigkeit konstruktiver sozialer Arbeit zu bestreilen*. darf nicht sein, daß wir zurückfallen in ein Stadium jüdisch-sozialer, jüdisch-gesellschaftlicher Arbeit, das wir bereits überwunden glaubten, in eine Situation, die sich bitter an der jüdischen Jugend, an allem Zukunftsträchtigen rächen wird. JKeil diese Situation nicht eintretea darf, muß gefordert werden, daß die nächsten Monate (die allernächsten) dazu benutzt werden, alles zu tun, um dein ״Zcntralausschul!“ (als die im Augenblick vordringlichste Aufgabe) c!ie breite. Basis zu schaffen, die er zur Fort- Setzung und Aufrcciiterhaltung seiner Arbeit benötigt. Es muß gefordert werden, daß eine organische Ein- Ordnung der sozialen Organisationen soweit als möglich in den Zcntralausschuß erfolgt, nrn die Durchschlagkraft, einheitliche Zielsetzung und Planung zu sichern, den organisationcllen Standard der Organ!- sation zu senken, größtmöglichste Ersparnisse herbeizuführen. Es muß weiterhin klargcstcllt werden, daß innerhalb der jüdisch-gesellschaftlichen und sozialen Arbeit nicht jede Arbeit gleichwertig ist, daß das deutsche Judentum cs sich nicht mehr leisten kann, alles und jedes zu erhalten, sondern daß eine Wcrtskala der jüdischen Arbeit ernsthaft und unerbittlich zur Diskussion steht. In erster Linie werden erhalten werden müssen alle Unternehmungen und Maßnahmen, die darauf abzielen, der jüdischen Jugend eine sinnvolle Beruf sei nordn 11 ng zu gestatten, ihre Berufs- Umschichtung zu fördern, ferner wirtschaftliche Hilfsmöglichkciten (insbesondere Kredithilfe), die geeignet sind, den sehivcrbcdrängtcn mittclständlcrischcn Schieltten eine wertvolle Stütze zu sein. Und weiter — um nur die wichtigsten Arbeitsfragen anzudeuten werden die hoffnungsvollen Anfänge des jüdischen Schulwerkes unter allen Umständen zu fundatnenticren sein, weil ohne das jüdische Schulwcrk eine sinnvolle jy״! Arbeit für die jugend nicht zu gewährleisten ist. Und letztlich müssen in den kommenden Woelv und Monaten alle Kräfte darauf konzentriert werd * dieser Arbeit die finanzielle Basis zu erhalte''’ Dazu wird man sicli klar darüber werden müssen dal das deutsche Judentum nur die Wahl hat, entweder 1 dem Sammlungswege Mittel von erheblich groß! rem Ausmaß, als es bisher jemals der Fall war, aula bringen, oder im Zusammenhang mit der Organisation!. Reform, die sowohl die zentralen Organisationen als aut! die Gemeinden und Gcmcindevcrbätidc umfassen muß eine neue Disposition der Stcuermittel durchzu' führen. Die eine Form schließt die Forderung in mit den für den Palästina-Aufbau tätigen Fonds di« engste Zusammenarbeit und eine gemeinsame Planun? hcrzustcllcn; die zweite Form bedeutet das Ende dtr Abkapselung unserer Gemeinden und die Zuführuti״ eines erheblichen Teils des Steueraufkommens an zentrale konstruktive Aufbauzwecke, die über den Rahmen und das Blickfeld einer einzelnen Gemeinde hinaus• gehen. Wahrscheinlich wird die Kombination beider Formen sich als notwendig herausstellen. Die Stunde ist ernst; Organisations-Egoismen müssen überwunden werden. Neuordnung ist notwendig, straffste Zusammenfassung der Kräfte nicht mehr zu umgehen. Es geht um die Erhaltung des Ganzen! %. Um die illeg&le Immigration Von unserem Berichterstatter. , h. Tcl-Awiw, 1. August 1934. Seit längerer Zeit! de facto seit die Verhältnisse in den Ländern des Oaluth immer schlechter wurden und zugleich Palästina für weite Kreise als die letzte Rettung erschien, ist neben der legalen Immigration eine Anzahl illegaler jüdischer Einwanderer nach Palästina gegangen. Von verschiedenen Seiten ans, einzeln und in Gruppen versuchten Menschen, die eine regelrechte Einreiseerlaubnis nicht erhalten konnten oder unerträglich lange auf sie warten mußten, die talästincnsischc Grenze zu überschreiten, um sich dann im ande einzurichten. Die Regierung hat verschiedentlich versucht, diesem Einsickern, über das sie keine Kontrolle besaß, ein Ende zu bereiten. Es kam bereits vor fast einem Jahre zu polizeilichen Nachforschungen In Hotels und Pensionen, und cs wurden vielfach Passanten auf den Straßen angchaltcu. die sich iiner ihre Personalien ausweisen oder auf die Polizei begeben und dort verhören lassen mußten. Die Erregung, die diese Maßnahmen im Publikum suslösten — es kam mehr als einmal vor, daß die Menge auf der Straße den Polizisten daran hinderte, einen Ertappten auf die Station zu bringen — und auch eine gewisse Scheu, weiteste Kreise zum Widerstand zu reizen, brachte dann diese Weile der Nachforschungen bald zum Abflauen. Die Regierung warnte weiter vor illegaler Immigration; aber trotz verschiedener abschreckender ■Beispiele - von Verhaftungen und Deportationen ging die Einwanderung dieser Art weiter. In letzter Zeit haben dann von neuem verschicdenc Streifen größere Verhaftungen vorgenommen — unter anderem einmal 35 Mädchen, die die Grenze heimlich überschreiten wollten — und cs kam zu aufsehenerregenden Gerichtsszenen, Verurteilungen und Ausweisungen. Und wiederum war die Reaktion der jüdischen Ocffentlicnkcit außerordentlichscharf. Daß gerade in letzter Zeit die Frage der illegalen Immlgration wieder stärker in den Vordergrund tritt, liegt einer, scits an dem Druck der Galutnländcr, andererseits auch an dem im Lande bestehenden Arbcitermangel. Schon im Jahre 1933 stellten in den ersten fünf Monaten des Jahres Einwanderer mit mehr als 1000 Pfund bereits 7 0/0 der Gesamtimmigration, im Jahr 1934 jedoch bereits über 13 °/0, Die Arbeiterimmigraiion blieb jedoch konstant, und cs mußte sich daher, sobald das Geld Investitionen zugefülirt wurde, und der allgemeine Konsum stieg, eine Diskrepanz zwischen dem sich erweiternden Arbeitsmarkt und den zuströincndct! Arbeitskräften einstelicn. Man hat vielfach befürchtet, daß die anormale Situation, die durch dieses mangelnde Lieber, cinstiinmcn von Kapital und Arbeit geschaffen wird, zu krisen« haften Erscheinungen führen könnte, und wenn auch bisher noch keine Anzeichen dafür zu erkennen sind, so liegt es doch im Wesen der ökonomischen Entwicklung, daß wir cs mit einer labilen Situation zu tun haben. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt fiat außer den Wirtschaftliehen auch sehr ernste politische Komplikationen bedingt. Bekannt ist die Einwanderung aus den Nachbarländern Transjordanien und Hauran, von wo Arbeitskräfte einsickern, die auch den arabischen palästinensischen Arbeiter weit unterbieten. Die Stärke dieser hauranischen Einwanderung wird gelegentlich sehr hoch beziffert, und es soll jetzt von der Regierung speziell untersucht werden, wie die Dinge eigentlich liegen. Unterdes hat sich aber auch die arabische Nationalbcwcgung der Frage der illegalen jüdischen Immigration zugewendet, und die arabischen gendorganisationen organisieren an den sten Wachen, die nach illegalen Ankömmlingen fahnden sollen. Sie arbeiten gemeinsam mit Beditincnstämmen, die die Gegend kennen, und cs braucht nicht vieler Erklärungen, um die akute Gefahr deutlich nt machen, die in solchen arabischen Aktionen liegt. Es scheint zwar undenkbar, daß sich die Regierung die Bildung derartiger Formationen gefallen lassen kann — handelt es sich doch um eine Art Parailclorganisation zu ihrem eigenen Grenzwachtdienst! — aber unterdessen können sich aus dieser Situation Komplikationen ergeben. Es ist zum Beispiel in diesem Zu« sammenhang bedeutsam, daß der ,.Haarez“ bereits über ein anonymes Pressckominuniquö berichtet, in dem jüdische Sport- und Pfadfinderorganisationen auf gefordert werden, als Gegenaktion entspreeh ende Wachen gegen die arabische Immlgration zu bilden. Nimmt man noch hinzu, daß gelegentlich auch von Uebergriffeu der unteren Polizeiorganc bei diesen Streifen berichtet wird, so ergibt sich die ganze Schwierigkeit der jetzigen Lage. Es sind jedoch verschiedene Anzeichen dafür vorhanden, daß die Regierung nicht nur mit einer Ueberwachung der Grenzen reagiert, sondern auch bestrebt ist, im Immigra* tionsdepartment eine Reorganisation durchzuführen und verschiedene Erleichterungen In der Ein- Wanderung zu gewähren. Der neue Leiter des Departments, Mills, hat kürzlich in einer Sitzung der Handelskammer in Jerusalem sein System in der Arbeit erläutert und einen Plan zum Umbau entwickelt, der voll ausgeführt längere Zeit in Anspruch nehmen muß. Bereits jetzt ist eine B cschleunigung in der Amtspraxis wahrzunehmen. Die Erteilung von Auskünften und die Herausgabe von Papieren geht merklich rascher, was bereits ein sehr großes Plus darstellt, da das Publikum bisher auf Beantwortung von iiidis i‘i.8 K us Anfragen und Erledigung von Anträgen monatelang wart« mußte. Außerdem hat siel» die Praxis in der Ausgabe von Handwerkerzertifikaten geändert. Zwar sah du I Gesetz bisher auch vor, daß ein Handwerker schon mit ein®! Kapital von 25CI Pfund citiwandcrn konnte. In der Praxis tut 1 dieser Paragraph jedoch kaum in Kraft. Das soll jetzt anders werden. Schließlich ist die zusätzliche Ausgabe von 1290 Zerti• fikaten in diesem Halbjahr als ein Erfolg zu verzeichnen. Trotz verschiedener Verbesserungen und Erleichterungen scheint cs, daß die Behörden vielfach das psychologi. sehe Moment in der Behandlung der Immigrationsfrazn vernachlässigen. Die Art einer Ausweisung, unnötige Härten der ausführenden Organe, sind immer wieder geeignet, <j« Publikum aufs schärfste gegen die Verwaltung aufzubringen. So wie eine Reorganisierung des Einwanderungsdepartements׳ viele Schwierigkeiten für tlen Einzelnen beseitigt, so könnt« auch in der Behandlung ״illegaler“ Fälle Vorsicht und Ruck• sichtnahmc viel Aerger und Erregung verhindern. * R. W. Die hebräische Presse Palästinas ist überaus er• regt über die Aktion der arabischen Jugendverbände, die jüdische illegale Einwanderer der Polizei überliefern, hie« Erregung ist verständlich, wenn man bedenkt, um welche menschlichen Tragödien cs sich handelt, wenn junge Messehen, die ihr beißersehntes persönliches und nationales Zn! erreich' zu haben glauben, ins Gefängnis wandern soltesj oder abgeschoben werden. Die arabische Aktion crsch«!-1 die illegale Einwanderung noch mehr. Aber ob dies e; Grund ist, nun die arabischen Jugendverbände hente setzen? Daß die nationalen Araber Gegner der jüdisch« Immigration sind, ist doch bekannt; gegen die legale, vk j der Regierung bewilligte Immigration können sic sich nicht | wehren, aber was die illegale Immigration betrifft, 50 ist l das Gesetz auf ihrer Seite, und es ist begreiflich, da8 sic davon Gebrauch machen. Der Gegensatz jüdischer und arabischer Interessen in Palästina ist von großer hisioiischer Tragik, und die Situation zwingt uns dazu, gerade i» einem Zeitpunkt, wo auch das arabische Volk im nalioiuten Erwachen sieht, unser!» Neubau zu beginnen. Das wird, 50• lange wir nicht einen Weg des Ausgleichs gefunden haben, immer wieder zu Konflikten fuhren, die wir durchlechten müssen. Aber man sollte die Größe und Schwere die«! Konstellation nicht dadurch verkleinern, daß man den natio• naicn Gegner, der gleichfalls aus nationalen Motiven handelt, herabsetzt; denn man soll auch da nicht mit zweierlei Maß messen. __—.— Die Malaria~Bdkämpfung ln der letzten Zeit wurden aus verschiedenen Teilen P>* lästinas Fälle von epidemischen Krankheiten be• richtet, insbesondere von Malaria und Typhus. Di« Malaria hat in gewissen Teilen von Mitteipalästina, besonders In dem noch nicht genügend sanierten neuen jüdischen Kolonisationsgcbict von Emek dreier (Wadi Hawarith), um sich gegriffen. Eine Delegation des Gesundheifsdepartemeuts des Waad Lcunti wurde bei der Regierung vor• s t e 11 i g, und der Chefsekretär versprach, daß die Regie• rung die Entsmnpfungsarheitcn in der Umgebung des Fm«» Chefer beschleunigen werde. In Haifa, Tcl-Awiw und einig« Siedlungen gab cs eine Anzahl von Typhusfällcn, undI die Regierung versprach auch in dieser Hinsicht sanitäre Mw nahmen. Es ist noch erinnerlich, daß zu Beginn der Kolonisation im Jahre 1920/21 im Emek Jcsrccl fast jeder Siedler von der Malaria befallen wurde. Dieses von den Araber« wegen seiner Vcrscuchtheit gemiedene Gebiet wurde du״" die jüdische Arbeit so saniert, daß gegenwärtig Malaria® dort zu den äußersten Seltenheiten gehören. Es scheint, da» andere neu zu erschließende Gebiete ähnliche, wenn auc״ nicht ebenso schwere, Entwicklungen durchmachen müssen. Pa• am Da* Wetter In Palästina. Kürzlich haben wir berichtet! daß im Vergleich zu der Hitzewelle in Europa und Amerika die Sommertemperatur in Palästina verhältnismäßig kühl war• Aus den letzten Julitagen wird nun über eine stark« Hitze weite im ganzen Nahen Osten und auch in lästina berichtet. Die Temperatur in Jerusalem stieg 24. Juli bis zu 31,5°C, am 25. Juli auf 56,8» C und am 26.]״״ auf 56,5° C, die Minimumtemperatur bei Nacht betrug 24 Am 26. luli nachmittags trat dann im Gefolge eines 8־״״ mischen Westwindes eine Abkühlung ein. Trotzdem s״» in Palästina kaum Unglücksfällc infolge Hitzschlag zu ver• zeichnen, wie sie z. B. aus verschiedenen Teilen Amerikas gemeldet wurden. Hitzewellen während des Juli sind so״״ in Palästina sehr selten. Am 28. Juli regnete es in A w i w, was gleichfalls um diese Jahreszeit eine! Erscheinung ist. . Jerusalem, 6. August. (J.T. A.) Für die bevontel'«׳ den Wahlen zum Stadtrat von Jerusalem ist provisorische jüdische Einheitsliste von sechs Kun« daten zusammcngcstellt worden. Für die Wahl weiden '״׳ geschlagen A. El mal eh (Sepharde), J. Ben Zw| t״ ociterpartei), Bankdirektor Josef H ac h m a*eh wH> pharde, Agudath Israel), Rechtsanwalt Daniel Auster 1*״ gemeiner Zionist), Samuel Eden (Agudath Israel) und Böen zu benennende Persönlichkeit, Tel seit««