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Jüdische Rundschau · 1934-08-07 · Heft 63 (7.8.1934) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 63 (7.8.1934)
Date
1934-08-07
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 (JÜDISCHE ÜÜNDSCHAÜ Nr. 63, 7, Vm, M. Jahrhundert, Jetzt In Heidelberg, erhalten. Der Sänger, ,dessen Mmttehedcr die Soncino-Ocsctlschalt 1026 nach der •Publikation der Manessischen I lamischrilt von Friedrich־. Heinrich Hagen cin/el!1 veröffentlicht hat, steht auf dem Bilde aufrecht vor dem silreiukn Stiftsherrn. Vt'ie dieser tragt cr ci״c1' langen Mantel mit I iermclinkragcn. den die Mönche des Gefolges des Stiftsherrn nicht aufweisen. Sein langer Bart und der breitrandige holte spitze Hut kennzeichnen ihn als Juden. Hie regelmäßig geschnittenen Gesichtsrüge, die im üblichen Rcdcgcstus erhobenen Hände, die stattliche Figur naben nichts krampfhaft Verzerrtes, verraten keine Unter• wuriigkcit, keinerlei verspottende Absicht des Darstellers. Eine denkwürdige Ehrung erfuhr auch der kastilischc Bibel• Übersetzer M o s e A r r a g e I, ein Jude aus Ouadalafara in Kastilien, Vasall des Hochmeisters des Ordens von Calafrava. •Als der Rabbi nach achtjähriger Arbeit 100 das Bibciwerk vollendete, wurde er gemalt, wie er den Bibelkodex dem Hochmeister in kirchlicher Versammlung überreicht. Der Prachtkodex־ befindet sich jetzt in den Händen des Herzogs Von Alba in Madrid, der ihn 1622 veröffentlichte. Das Ucher• rcichungsbild ist eine großartige Apotheose: Inmitten einer maurisch-gotischen Architektur thront der Hochmeister Don Luis de Guzman in erhabener Höhe, während ihn auf den Stufen des Thrones, etwas tiefer, Ritter und Mönche des Franziskaner• und des Dominikanerordens umgeben. Weiter!unten werden Juden von Rittern mildtätig betreut, und im Vordergründe, ganz unten, sehen wir den knieenden Rabbi selbst, der den ßibeifolianten feierlich emporhält. Er trägt, wie der Hochmeister selbst und die Mönche, den langen, wallenden Mantel und den ludcnfieck auf der Brust. Die Ritter weisen kurze Tracht auf. Raitel Wischnitzer-Bernsteln ״יד^י_ w, 1;;׳;־־־T I äs־i» Aäi k* I; k. ף" ד־י* i״r \ » Kzßi h Ml fc>4J Lazard Gpcycr-EIIissen r Von Die neuen Ausgrabungen in Megiddo Von Dr. Ernst C 011 n W i e n c r 1 Unter den biblischen Städten Palästinas versprach Mt• giddo, dessen Scluittlnigel heute Tel-cl-Mutesellim heißt, dem Ausgräber besonders reiche Ergebnisse. Seine geschiehtliehe Bedeutung war immer sehr groß. Als wichtige Grenz• feste schützte cs, zusammen mit seiner Schwesterstadt Thaanach, den nördlichen Zugangsweg zu Kanaan. Thutmes III. von Aegypten hat es in seinen Kriegen mit den Hethitern erobert und dort ungeheure Beute gemacht. ״Eine Stadt, die den Besitz, von i(KK) anderen Städten aufwiegt", nennt er cs in seinem Siegesbericht, der in die Mauer des Rcichstcmpcls von Karnak gemeißelt ist. Salomo hatte in Megiddo einen Amtmann, und im späteren Nordreich war es ein wichtiger Platz. Megiddo hat schon sehr früh das Interesse der Archäobgen auf sich gezogen. Es wurde von Schumacher, der seinen Grnhungsbcriclit 1908 veröffentlichte, in seinen Haupt• ziigen uiitersudit, sehr sorgfältig übrigens, was leider nicht von allen Grabungen in Palästina gesagt werden kann. Schu• maciier erkannte schon den Verlauf und die Anlage der Stadtmauer, die sich mit besonders raffinierter Sorgfalt dem Gefälle des Stadthiigcls anschloß und durch drei Ah• siitzc, in denen steile, weit übermaiinshohe Mauern mit glatten Flächen abvvechseltcn, geradezu unangreifbar gemacht war — der Stamm Manasse konnte die Stadt tatsächlich nicht erobern. Schumacher stellte ferner große Toranlagen im Norden und Süden fest — und die Tore waren in Kanaan bekanntlich nicht bloße Wcltrbaulen, sondern auch Beratungsstiitten. Iin Stadlimicrn fand er die Burg des kanaanitischen Stadt fürsten auf und mindestens drei Bauten der israclitishcn Köiiigs/cit, ilarimter einen prachtvollen 011,aderbau, den er der Zeit König Salomos ztiscliricb. Erstaunlich groß war die Zahl der E i 11 z e I f 11 n d e, namentlich aus kanaanitischcr Zeit. In einem Torhau fand sich ein ganzer Satz kupferner Prunk• lampen, an einer anderen Stelle ein Schatz von ägyptischem Toilettegerät aus Fayence, das auf dem Handelswcgc nach Megiddo gekommen sein mußte, und vieles andere. Das oriental. Institut der Universität Chicago hat unter Leitung von P. L. O. G u y die Grabungen an dieser Stelle wieder aiifgcnomiiicii und wird ,in kurzer Zeit ein ausführliches Werk publizieren. Soweit aus den Vorberichten zu ersehen ist, hat diese Expedition die Ergebnisse Schumachers in vieler Hinsicht erweitern können, Zunächst hat sie das große Quadergebäude soweit erforscht, daß eine Rekonstruktion möglich war. Es scheint eine einfache rechteckige Anlage mit mächtigem turmartigem Mittel• bau gewesen zu sein, der ein tiefes Portal besaß und selbst• verständlich ein flaches Dach. Das Ganze wirkte sehr massiv. Die Ausgräber sehen in dem Ban einen Astarte-Tempel. Besonders interessant war, daß sich an der Siidostccke, in Stein geritzt, das Symbol fand, das wir als den Davids• 1Schild. (Magen David) kennen, das älteste Beispiel hierfür in Palästina. Es wird von dem Hebraisten der Ex• pedition, Herbert Gordon May, allerdings als Symbol der Astartc angesprochen, was viel für sich hat. Als jüdisches Symbol tritt dieses Zeichen bekanntlich so spät auf, daß cs überhaupt nicht als sehr altisraelitisch betrachtet werden kann — die Mcnorah ist beispielsweise in dieser Bcdeu• tung viel älter. Der Vorbericht nimmt an, daß dieser ״Tempel״ in der Mitte des 10. Jahrhunderts zur Zeit Salomos gebaut .wurde, daß es aber au dieser Stelle einen älteren Bau gab, der sogar der Zeit König Davids vorausging, Diesen beiden Bauten werden die wunderschönen viereckigen Pfeiler-Kapiteile zugewiesen, von denen eines schon von Schumacher auf• gefunden war. Es sind besonders schöne Stücke einer Ord• nung, die in dieser Form phönizisch ist. Von einem Dreieck in der Mitte schwingen nach beiden Seifen Voluten aus, die von der ägyptischen Lilienform Herkommen und zugleich in die Alinctircihe des ionischen Kapitells der griechischen Baukunst gehören. Der Platz dieser Pieilcr im Bauwerk scheint nicht ganz sicliergestellt zu sein. Unter den E i n z c i f u n d e n ist der wichtigste ein vier• eckiger R ä uch c r a 11 a r, dessen Ecken mit sphinxartigen Figuren besetzt sind, die dem Cherubim der Bibel entsprechen. Diese Figuren gleichen denen an zwei Räuchcrötcn aus Thaanach. Es kamen ferner zutage sechs kleine Altäre mit Hörnern an den Ecken (Exodus 30 und 37), eine Libations• schale mit Asfartcsyinboleii, wie dem Granatapfel und den Tauben und eine Reihe von Astartc-Figuren, darunter eine nackte, die ihre Brüste faßt, wie ganz gleichartige ebenfalls in Thaanach gefunden worden sind. Außer diesen heidnischeu Gestaltungen findet sich einmal ein deutliches Zeug• nis der jüdischen Religion: auf einem Krug steht die Inschrift: ״Eigentum Jabs“. Es wird, sobald der ausführliche Bericht voriiegt, noch mancher ausführlichere Aufschluß erwartet werden müssen. Die prinzipiell wichtigste Frage aber, das möchte ich hier schon andeutett, wird die nach dem Alter des ״Astartc-Tcmpcls“ sein. . 'י Die Bibel berichtet uns nichts von großen Bauten der Zeit Salomos außerhalb Jerusalems, und sie ist für diese Zeit eine besonders gute Quelle. Dagegen scheint sich unter seinen Nachfolgern allmählich die Technik ausgebreitet zu haben, und der Prophet Arnos spricht dann schon von■ Häusern aus behauenen Steinen als einer Erscheinung des Reichtums seiner Zeit. Die: Blüte der׳ altjüdischen Kultur Die nachfolgenden Ausführungen stammen von einer dem jetzt liquidierten Bank hau sc nahestehenden Persönlichkeit, die wir um Angaben über seine Geschichte gebetcn haben, Red, Der Liqtiidntionsbeschhiß des alten Bankhauses Lazard Spcvcr-Ellisscn K. a. A. in Frankfurt ,1. M. und Berlin ist auch vom jüdischen Standpunkt bemerkenswert, Denn der Ursprung dieses einstmals so weitverzweigten internationalen Finanziiatiscs gellt weit über die formelle Gründung zu An״ fang des 19. Jahrhunderts zurück in das Frankfurter Ghetto, wo die Speyers zeitweise eine erheblich größere Rolle spielten a I s die Rothschilds. Zur spätereu Bedeutung wurde freilich erst der Grund gelegt, als Angehörige der uralten Familie vor etwa 100 Jahren nach den vereinigten Staaten ginge״ und zunächst in der damals übliehen Mischung von Waren- und Bankgeschäft die Grundläge zu einem gewaltigen Vermögen legten. Die große Stunde der Speyers schlug im amerikanischen Bürgerkrieg: Der Verkauf amerikanischer Staatspapiere zu lächerlichen Preisen in Frankfurt erwies sich damals als ebenso rentabel wie prestigeerhühend. Das außerordentlich gestärkte Haus vermochte in der nun anlicbcndcn Aera der Eiseuhalinfiiiaiizicriiiig ein Faktor zu werden; man baute Hilispunkte in London (Speyer Brothers), in Amsterdam (Tcxcira de Mattos) aus und stützte sich in Deutschland neben der alten Frankfurter Mutterfirma in Berlin auf die Deutsche Bank, deren damaliger erster Direktor Gwinncr eine Speyer zur Frau hatte, Freilich, der geschäftliche Höhepunkt war bereits vor dein Krieg überschritten, da manche den Emissionen in Amerika (Friscobahn) und in London (Underground) zunächst viel Enttäuschungen brachte und der fraglos überragend gescheite Senior der Ncw-Yorker Firma ein äußerst schwer zu behandelnder Einspänner war. Im Krieg führte die unzweideutig d e u t s c h f r e u n d liehe Haltung des Londoner Chefs zur Schließung der dortigen Niederlassung. Das Frankfurter Haus litt nach dem Krieg naturgemäß, wie fast alle deutschen Banken, unter den Wirkungen der Inflation, frotzdem es gerade In a■ Zeit sich eines ungewöhnlich fähigen Partners in der des Herrn l.uticii Picard erfreute, tfs0» Die immer stärkere Zentralisation der deutschen tru schait in Berlin und der Wunsch, sein altes Stammhaus vGm zu aktivieren, bestimmte den diktatorischen Beherrsch« d Speycrschen Gebildes, den oben schon gekennzeichnet James Speyer, von Nnv York die Ucbcrnahme einer tu1 filier Firma zu verfügen. Die unter seiner Mitwick״«*״ folgte Wahl fiel auf die Firma S c h I e a i n g e r• Tr u' deren liöchstaktive Inhaber alle persönlichen und geschrt' liehen Eigenschaften der Nachkriegszeit in sich vereinigt. Nach kurzer Zeit der Scheinerfolge war vom guten tma vom guten Geld des stolzen Hauses ein emplhuHidi Teil verloren. Wiederum griff rücksichtslos der amerikanisch Senior ein und erzwang rechtzeitig vor der Krisis pmj_! liehe und geschäftliche Reinigung mit dem Erfolg, S Schlimmeres vermieden, allerdings auch die Aktivität do Firma gelähmt wurde. Lazard Spcycr-Ellissen war infola? dessen eine der ganz wenigen Hauser, die beim Zusammen! brticlt des deutschen Finanzgehäudes 1931 keinerlei Am. landsschulden siel» stunden lassen mußte. Vielleicht hätte James Speyer die Wiederbelebung väterlichen Firma verfügt und das Haus mit den nöti’w Mitteln ausgestattet, wenn nicht die Ereignisse des ]!!L. 1933 ihn auf das Tiefste erschüttert hätten. Er, der jedes Jahr mindestens einmal die Stätte seiner Jugend besucht und in der schlimmsten Zeit der Inflation reichlich Geld md! Deutschland gesandt hatte, hat seitdem die Grenze nicht mehr überschritten. Das ist verständlich, wenn man bedenkt, d!| die Spcycrsche Familie seit Generationen ihren Reichtum dm benutzt hatte, um kulturell und sozial ihre Heimatstadt m fördern: Die Entstehung der Frankfurter Univer, sität ist teilweise ihm zu verdanken und das Satrir, san wäre kaum gefunden worden, wenn nicht Georg Speyer dem genialen Ehrlich die erforderlichen Millionen für seine Forschungen zur Verfügung gestellt hätte. Die Schließung des alten würdigen Hauses beraubt zahllose charitative und fortschrittliche Einrichtungen eina zuverlässigen Mäzens. scheint in der Zeit zu liegen, in der Usla in Juda und icrobcam II. in Israel regierte, von dessen Sommer• und wintcrpalast gesprochen wird. Es ist bezeichnend, daß die schönsten altjüdischcn Siegel, die wir kennen, gerade Beamten dieser beiden Könige gehört haben. Am bekanntesten ist das des Schema, des Dieners fd. h. Ministers) Jerobeams. Und gerade dieses Siegel ist ln Megiddo in der Nähe Jenes Quaderbaus gefunden w׳ordcn. Es ist vielleicht doch bei der Datierung dieser Gruppe von Bauten in Betracht zu ziehen. Jüdische Handwerkerausbildung in Frankreich Von unserem Berichterstatter, FG. Paris, 30. Juli 1934. In der Ruc Orange Dateiitrc 12 hat die Leitung von ״A g r i cu i t u r c et Arti sannt“ eine Ausstellung eröffnet, die beweisen soll, welche Leistungen die 250 Handwerks• schülcr, die auf französischen Handwerkcrschulcn in abgckürzten Kursen ausgcbildet werden, geschaffen haben. Es handelt sich hier um junge Menschen, die den Beruf wechseln mußten. Das Experiment ist fast restlos geglückt. ln der TiscliI er• Abteilung kann man ganze Wohntings• ausstattungen bewundern, darunter Tische mit eingelegter Arbeit, Kunstmübct der verschiedensten Art, die zum Teil in fünf• bis sicbcnmonntigcr Lehrzeit zur Vollendung gediehen. Die Bau tischlere! zeigt alle für diesen Handwerks• zweig notwendigen Geräte und Handwerkszeuge. Bei den Drc'chslcTarbcitcn sind kleine Wunderwerke präziser Ausführung zu sehen, die S c h u h m a c h ct- Abteilung führt eine große Anzahl nach Maß gefertigten Schuhwerks vor. In der Metall- Abteilung sehen wir alle irgendwie bcnötigten Instrumente für die verschiedensten metallurgischen Industrien, und selbst die Feinmechanik für das Uhr• maclur• Gewerbe weist einen besonders begabten Schüler auf. — Bei dm Präzisionsarbeiten, wo es auf den hundertstel Millimeter ankommt, sind zahlreiche Musterbei• spiele zu bewundern, und die Zeichnungen, die man von der uärt n erc i-Schule zu sehen bekommt, weisen vorzügliche Einzelleitungen auf. Eine besonders wichtige Abteilung ist die Maurer• Schule. Hier sehen wir vorzüglich ausgcfiihrtc Maurer-, Stein• metz-, Fliesenleger-Arbeiten, die nach dem Urteil des Direk• tors der Maurer-Schule als ganz besonders gelungen anzusehen sind. Die Teilnehmer an dem Kursus haben sich zu einem Bau-Kibbuz zusatnmcngeschlossen, der schon auf dem Wege nach Palästina ist. In 21 Schulen über ganz Frankreich zerstreut, sind diese 250 Schüler in Kursen von etwa 7 Monaten Dauer — die Ausbildung beträgt sonst 2—3 Jahre — unterrichtet worden und haben die schwierige Probe bestanden, Während der Ferien wird im Süden ihnen eine Schule freigegeben, der eine Domäne zur Bewirtschaftung angeschlos• sen ist. Hier werden etwa 50 junge Leute einen halben Tag handwerklich ausgcbildet und einen halben Tag arbeiten sie aut dem Felde, um auch eine primitive landwirtschaftliche Ausbildung nach Palästina mitzubringen. Es sind bisher ausgebildet: 50 Tischler, 50 Metallarbeiter, 30 Schlosser, 20 Gärt• ncr, 15 Schuhmacher, 7 Maurer, 10 Schmiede, Elektriker, Schweißer, Uhrmacher und Radiotcclmiker. Sie stehen im Alter zwischen 18 und 32 Jahren und stammen zu vierzig Prozent aus Akademikern, vierzig Prozent aus Kauflcuten und zwanzig Prozent aus anderen Berufen, ״Der Morgen" bringt im August-Heft einen Leitartikel ״Grenzen der Normalisierung“, der sich mit den Berulsricht• liniert des Zcntralausschusses kritisch beschäftigt. ״Die ge• schichtliche Aufgabe des deutschen Judentums״ sicht Ignaz May bäum in dessen cntwickliingsmäßigcin Vorsprung vor dem jüngeren palästinensischen Judentum, der dem deutschen auch jetzt eine Fiihrerstcilung zuweist. Das deutsche Judentum habe eine geschichtliche Epoche zu gestalten, die sich dem Palästina-Aufbau in ihrer jüdischen Bedeutung an die Seite stellen lasse. — Unter den literarischen Beiträgen sei Altred Wollenste ins Essay ״Von der Dichtung des Juden“ er• Wälmt. Elias H u r w i c z stellt den Geist der jüdischen Legende dar. Ein Nachruf von Emanuel bin Gorlon aut Bialik, jü- «fische Sprichwörter und Manfred Sturmanns Novelle ״Die Sendung des Heils“ beschließen diesen Teil des Heftes. Der Glosscnteii enthält eine Arbeit Hilde Ottenheimers ״Struktur und Bedeutung jüdischer Erzichungsfürsorge", die Presscschau ״Deutsche Juden in Palästina“, eine ״Alte Ge• schichte־! und.Buchbesprechungen.; , . Palästina auf der Hesse in Bari Rom, im Juli Die Handelsbeziehungen Italiens mit der Levante tint Jahrhunderte alt; sie haben durch den Weltkrieg zum erstenmal eine Unterbrechung erlitten, aber die italienische Handel), weit ist unablässig bemüht, das Versäumte nachzuholen, rat das mit gutem Erfolg. Im Jahre 1929 hat die italienische Warenausfuhr nach dem Vorderen Orient die ansehnliche Höhe von einer Mil■ liarde Lire erreicht. Dann kam allerdings die Weltkrise, dir auch den italienischen Export stark beeinträchtigte und dir billige japanische Konkurrenzware, die namentlich in den letzten zwei Jahren auch die orientalischen Märkte für sich erobert hat. Von der italienischen Warenausfuhr nach der Levanit entfällt allerdings auf Palästina nicht viel — kaum 4 im Jahre 1932 (die statistischen Daten für das Jahr WB fehlen noch), Der bedeutendste Faktor im Handel mit Pi• lästina ist neuerdings die sich jährlich wiederholende Ment in Bari geworden, auf der Palästina einen eigenen Ata Stellungspavillon hat. Die Vereinigung der israelitischen Gemeinden Kalif« hat die Bedeutung einer Ausstellung der palästinensisch« Waren auf der Messe in Bari rechtzeitig erkannt und b<• schlossen, moralisch und materiell dazu beizutragen, dal der neue Ausstellungspavillon auf der kommenden Messein Bari im September dieses Jahres dem jüdischen Gewerbe Palästinas eine würdige Unterkunft bietet. Auf der Messe zu Bari im September 1933 war Palästina durch 73 Handels- und Gewcrhcuntcrnchmungen vertreten, Was hat Palästina auf der letzten Messe hauptsächlich ausgestellt? — Textil- und Lederwaren, Schokoladecrzcugnisse, Seifen und Schönheitsmittel, Filigranarbeiten und die ent• zückenden Handarbeiten der jemenitischen Juden. Und alle diese Waren haben die Aufmerksamkeit stark auf sich ge• lenkt; dadurch ist auch das Interesse der italienischen Handclswelt und der breiten Oeffcntlichkcit für Palästina ge• Wachsen. Was führt nun Italien nach Palästina aus? in erster Reihe Reis, Büchsenkonserven, Baumwolle, Halbwolle und reine Wolle, bedruckte und gefärbte Stoffe, chemische Düngemittel und Automobile. Die Einfuhr von Dünger ist von 3729 Tannen im Jahre 1931 auf 6028 Tonnen im Jahre 1932 gestiegen. Die Lcbcnsmitteleinfuhr ist im gleichen Zeiträume von 97S8 Tonnen auf 12863 Tonnen gestiegen. Dr. Kleinlerer. Reisebrief aus Finnland Ende Juni fanden in Helsingfors jüdische Jugend• tage statt, die einen sehr starken Eindruck hei den Be• Suchern!unterließen. Es zeigte sich, daß in Finnland trotz der geringen Zahl der jüdischen Einwohner eine in jeder Hinsicht wertvolle jüdische Jugend aufwächst. Unter den >«' der Tagung gehaltenen Referaten ragte der Vortrag de* Oberrabbiners Dr. S. Feder husch hervor, der sich wd dem national-jüdischen Gedanken beschäftigte. Es wurde ein finnisch-jüdischer Jtigcndverband gegründet, der u״ttr dem Vorsitz von lsak Nemeschanskv steht. Aufgabe» des Verbandes sind u. a. Berufsumschichtung und Ha«‘ scharah, Palästina-Arbeit, Keren Kajemcth-Tätigkcit. In Finnland existiert eine Judenfrage im Sinne der meisten europäischen Länder nicht, im Lande selbst herrscht zwischen Finnen und Schweden eine gewisse nationale Konkurrenz! da die Tendenz besteht, Finnisch zur vorherrschenden Sprach« zu machen. Diese sprachliche Zersplitterung führt dazu, das die finnischen Juden nicht den Weg der Assimilation geh«• Das finnische Judentum ist daher fest mit den jüdischen Aul• gaben der Gegenwart verbunden. Insbesondere in Heisingto״ gibt es ein reges zionistisches Leben. Die zionistischen Or• ganisatioucn sind relativ sehr stark. Auch eine jüdische Schule, die einzige Skandinaviens, besteht dort, wobei die Hälfte dt» Budgets vom Staate getragen wird. ״ Der Reisende, der in nicht viel über 2 Stunden ״״ dem Flugzeug der finnischen Aero-Fluggesellschaft von Hfl* singfors nach Stockholm zurückkehrt, nimmt einen seM lebendigen Eindruck von diesem jüdischen Leben mit knüpft daran den Wunsch, daß auch in den übrigen ska»• dinavischcn Landern eine Intensivierung des jüdischen Leber» cintrctcn möge. Ho lg er Ritter, Stocklio»^ Hauptachriftlciter! Dr. Robert Weltseh. Bezlin-Charlouenburg *• Stellvertreter! Kurt Loewenatein, Berlin W 15. Verantwort!8״■״ Schriftleiter für den gesamten redaktionellen Teil: Kurt Lot*«»־ stein, Berlin W 15. Anteigcnlciterin und verantwortlich für “ Anzeigenteil: Helene Chanciner. Berlin N 54. Verlag icigcnveiwaUung: Jüdische Rundschau. Berlin W 15. Meinekestr-״ D.-A. Juli 37 OU .Ezpl, »ruck: Siegfried Scholen», B«Un-Sehöneb«|•

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