Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 63 (7.8.1934)
- Date
- 1934-08-07
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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ifn ן Nr. 63, 7. VIII. 1934 /T •»* ft I Jüdische Gräber tun sich auf•.. Ein Spaziergang |n Rom JÜDISCHE RÜHüSCHAü Seite 7 (! V ס, ך7* ד'־׳ l ך־דז ב"" €-/* ' / v / v 41״ &*. »J Cr״׳*•«»® ft-■ *•3*;׳״ f . f ' Welches Wunder begibt sich!“ — nii» p!°’,'f ״ sclicr Vergangenheit hatte1״ in den allertS/tcif Jahren nicllt cbcn M ’niifsVeiee״ ״’ . m’T>C1 f'la1mcndc Erschütterung• beim Ikraiifstugui ungialmter Lehcnsdokuincntc aus der l'nterwc'lt naelizticinp imlen.^Aber selten ״,״een die Emhfittejung lind der unmittelbare Eindruck, einer großen Vergangen, heit Auff in Auge gegcnubcr/usleheii, so übcnirichfiv ,!et, Menschen von heute ergriffen haben, alsjet/t di nnnK1.,Ärr dem allbckniintcii Konmthause, dem Augusteum, anfins• m graben ... und allmählich die ungeheure Grab kämm er lUS f St|״CS P"/u Kaiscrgcschlcchlcs nun Vorschein kam. Auch der Jude, der heute nach Rom kommtdurchschreitet diese unterirdischen Gewölbe mit Ehr. furcht und gedenkt des genialen Herrschers, der Julius ÜU? ״־'« rü ^״״n•1 9s?rs J'Hlenfreundschafi be! wahrte ... so stark» daß dje luden selbst, die chmate 1« der ,,Allgutterstadt“ unangefochten ihren heimischen Brauch wahren durften, eine der alsbald entstellenden sechs römi• sehen Judcngeincinden nach Augustus nannten. Koch heute finden wir Spuren von den Juden der Antike ln Rom; und wenn nicht mehr von ihrem Leben — so doch von ihren Toten. Wer je in Rom war, der hat gewiß die Katakomben an der allen Via Appia besticht, die unterirdisehen, lange verschüttet gewesenen Gräber der frühen Christen. Drunten, wo cs selbst im heißesten Sommer grabeskühl und modrig ist, erzählten die wegweisenden Mönche mit dem flackernden kerzlcin — sic sprechen elf verscfiiedciie Sprachen von den Märtyrern, Jungfrauen und Gläubigen. Aber nur wenige von dm zahlreichen jüdischen Touristen wußten, daß cs auch jüdische Katakomben gibt• pmz in der Nahe der Caiixtus-Kaiakombe in der Vigna Rand.mmi, in der {freilich jetzt verschütteten) Katakombe am Morte Verde und anderswo. Dort spielen unsere jüdi. sehen lehensvertrauten KuStgegerisländc — die Mcnorah, der Lulab, der Esrog, Palme und Thorarolle, Schofar und Opfertier — ihre Rolle. Merkwürdig ist ’s, daß man zunächst an diesen Symbolen den jüdischen Charakter der Katakomben ablesen muß; denn die Namen der Toten, die auf den Grab• inschrificn zu entziffern sind, zeugen davon, daß auch damis die Juden Roms kein Arg darin fanden, sich römische Namen beiziilcgen — frühe Voreltern der Generation um die Jahrhundertwende, die wir alle gut kennen. Oder viel• mehr: Zeugen davon, daß es überall Assimilation im Judentum gegeben hat. lebendiger noch wird einem diese Welt der jüdischen Toten aus den ersten Jahrhunderten der üblichen Zeit* rcchnung, ivum wir die iin Museum des Laterans in der Sala G i 11 d a i c a zusammciigcstellten Inschriften von der jetzt verschütteten Monteverde-Katakombe betrachten; Irene und Eup'irenor, Gaudcntia und Isidorus — römische wie griechische Namen, lateinische Sprache. Nur wenig hebräisdie Inschriften sind unter ihnen (gerade sie haben den Archäologen manches Rätsel aufgegeben); hier aber tauchen auch vereinzelt jüdische Namen wie Rebekka und Juda auf. Im selben Saale befindet sich aber ein uns besonders merk• würdig erscheinendes Marmorbild: ein Sargdeckel mit der lialbliegenden Gestalt eines kleinen Jungen, der unverkennbar indische Züge tragt. 111 diesem Kinde, das hier mit seinem Hündchen und seinem Vögelchen — wohl seinen Lieblingsgefährten, deren Abbild man ihm, wie es die Umwelt tat,; mit ins Grab gab — dargesteilt ist, besitzen wir die erste i plastische Darstellung eines römischen Juden, ja vielleicht ׳ {ines abendländischen Juden überhaupt. 1 Eine weite Kluft — so scheint es — trennt diese jii- 'j 1״jdie Katakomben weit von den Gräbern der späteren : römischen Juden. Und doch zeigen sich merkwürdig 1 verwandte Momente. Zwar die alten, jetzt verlassenen Fried-; «öle an der Via de Cerclii können wir nicht mehr besuchen — hier wird jetz.t der antike Circus Maximus wieder äusgegeeraben, und sie teilen das Schicksal so manches alkicn Denkmals, das einer neuen Zeit weichen mußte. Auch "cr große Cimcterio, dessen weiße Leichenstciiie vom Palatin jus deutlich sichtbar sind, ist seit 1894 nicht mehr im Ge- «juch; seitdem werden die römischen Juden in der jüdisehen Abteilung des Zentralfriedhofes zur Ruhe gebettet, wd da findet man mm — wie einst in den Katakombenjjrjbem — fast alle jene Attribute übernommen, durch die « Volk von Ro;11 seine Toten ehrte. Auch hier brennen; Lämpchen auf den Gräbern; auch liier suchen plastische : Wiedergaben der Toten ihre lebendige Gestalt zurückzuf!!u!en — ",as den osteuropäischen Juden seltsam fremd be- ' ™,d. Ja — einer der Trauernden, der einen Solm früh verloren hatte, hat sogar von Künstlcrhand das Leichenj ״pngnis seines Sohnes darstcllcn lassen. Dokumente eines > Pd wohl auch für die römischen Juden abgeschlossenen Nuiistgeschmacks. » a Aber cs gibt noch eine andere Grabstätte in Rom, wo 3 Andersgläubigen eine Reihe von luden ihren Frieden ״ ן«den. Weit draußen an der zinnen gekrönten Stadtmauer, 3 ״ .c׳ das nach der ״Paulskirche vor den Mauern führt, ■ ‘cht eine antike Pyramide, die der reiche Plebejer Cestius ,, *uni Grabmal errichten ließ ... ״damit er nicht ganz | *JWsscn werde“, wie ein Landsmann von ihm m ähnlichem? f.ail־ sagte. Und er ist nicht vergessen worden; aber ״ יvifch eine seltsame Ironie der Geschichte verdankt er 5 מ bescheidenes Fortlcben nicht sich selbst, sondern den *' יןז!?״ die in seiner Nachbarschaft den letzten Schlaf zu ך ו den kamen. . . ... ״u|dc mich, luniter, hier! Und Hermes führe mich spater hatte, wer immer seinen letzten Tag liier erldickte, hier zur Ruhe getragen wurde. Als Goethe jene Zeilen schrieb, da almtc er noch nicht, daß Hermes ... nicht Ihn selbst, aber seinen Sohn August ״Cestius Mal vorbei leise zum Orku» hmab' führen würde. ״Goethe Filius Patri antevertens — Goethes Solm, der dem Vater vorausglng“, sagt die Grab* Inschrift in steinerner Kürze. Nicht weit von August Goethe schlafen zwei der größten englischen Dichter: der junge Keats, der in einer sclbstgcwnhlten, verzweifelten urab• Inschrift fürchtet, daß ״sein Name ins Wasser geschrieben wäre“, — und vor allem ״das Herz der Herzen“, Shelley, der im Meer hei Spezia ertrank und von seinem Freunde Byron hier beigesetzt wurde. Nichts von ihm vergeht, verblich, Aber alles wandelt sich Fremd und wunderbar schrieb sein Freund ihm mit den Worten aus dem ״Sturm*' aufs Orab. ״Friedhof der Künstler und Denker“ nannte man diesen stillen Platz unter den Zypressen. , Und mm begegnen uns neben so vielen Namen, denen wir von Jugend auf Dank und Liebe cutgegcnbrachtcn — die A'.enschheifsfreunditi Malvida von Meysenburg ruht hier an dem Platze, dem ihre Liebe galt —• jüdische Gräber! Namen von Menschen, von denen wir nichts wissen, als daß sic wohl von fern her kamen, hier leben wollten und hier nicht die Fülle des Lebens, aber den Frieden des Todes ״Hier ruht Faustina“ Von Dr. Carl B r i n i t z e r, Rom. Unter den Stciusärgen, die man in der Nähe der römischen Katakomben an der Via Appia gefunden hat, befinden sich auch einige, deren bildliche Darstellungen und Inschriften mit Sicherheit darauf schließen lassen, daß cs sich um jüdische Sarkophage handelt. Einer dieser Sarkophage, von dem nur das Fragment des Deckels erhalten ist enthält außer einer hebräischen Inschrift und indischen Symbolen noch eine Inschrift in griechischer Sprache: ״Hier ruht Faustina.“ Auf der rechten Seite zeigt der Deckel des Sarkophagcs eine viereckige Tafel, die von zwei Nischen eingeschlossen wird, in denen zwei einander ganz ähnliche szenische Larven dargesteilt sind. Auf der linken Seite ist eine dritte Nische mit einer weiblichen Larve. Aus diesen Emblemen auf dem Sarkophag der. Faustina haben jüdische Forscher auf eine Berufsbezeicbnimg geschlossen, und cs für ״zweifellos“ erklärt, daß Faustina Schauspielerin gewesen ist. (Munk in Breslauers Deutschem t \i DA A € K, < ( 4 fanden. Es scheint, daß man früher alle diese Juden, die hier ruhen, für Ucbrrgctrctenc, Neiiclirisli'11 hielt; wenigsten* verteidigt der bekannte jüdische Forscher aus Parma, Er* 0ווווו-יח Locvinson, in seinem kenntnisreichen Buche ״Roma fsraclitica“ nachdrücklich die Tatsache, daß auch Juden hier ruhen dürfen denen rinn nach dem Tode, wie man meinen möchte, noch ein glücklich Los beschert war. Unbc- *Gimte Namen tragen die meisten von ihnen; aber cs lockt den Gast, den Schicksalen nach zusinnen, die etwa einen jungen Ulrich Wcndrmcr aus Iktiüien hierher nach Rom führten, um dort zu sterben. Auch liier finden sich freilich Namen, die im jüdischen Gemeinschaftsleben in Deutsch* land um die Jahrhundertwende einen guten Klang hatten; so liegen hier eine Reihe von Mitgliedern der Familie llallgart t ... oh sie mit dem vidverchrtcn Philanthropen Hallgartcn in Verbindung standen? Als die Sonne blutrot hinter den dunklen Zypressen unterging, in diesem stillen ״Tale der Tränen“ vor den Toren Roms, mußten wir an das Wort des jüdischen Dichters denken, das hier ebenso gilt, wie da er fern im Norden et -ägte: Und alle die Tränen, sie fließen Nach Süden in stillem Verein, Sie fließen und crgicilcn Sich all in den Jordan hinein ,, 1 Tudela« ' Volkskalender und Jahrbuch für Israeliten, Breslau 1852, S. 252 1. und Vogclstcin-Ricger ,,Geschichte der Juden in Rom׳‘. Hel. I, S. 52f. und S. bl, Berlin 1896.) Gestützt auf diese, jüdischen Forscher schreibt auch Prof. Joseph Gregor in seiner ,.Weltgeschichte des Theaters“ (Phaidon-Vcrlag Wien, s. ״Jüd. Rundschau“ vom 12.6. 1941): ״Auf einem Friedhof in Rom findet sich das jüdische Grab einer Schauspielerin Faustina, die unter Marc Aurel (121-166) gelebt hat.“ Bei eingehender wissenschaftlicher Betrachtung des Fau« stina-Sarkophagcs wird man diese Feststellung indessen keines* Wegs als ״zweifellos“ himtclinien können. Tragische Masken finden sich bekanntlich ungemein häufig an den Ecken der römischen Sarkophag-Deckel. Den Mimen aber hat man selten derartig kostbare Grabdenkmäler errichtet« Dies hängt vor allem mit der Mißachtung des Schauspielerberufcs im alten Rom zusammen. Wer öffentlich auf einer Bühne auf trat, verlor damit die bürgerlichen Ehrenrechte. Lange Zeit hindurch konnten die römischen Beamten jeden Mimen, wann und wo es ihnen beliebte, körperlich züchtigen, erst Kaiser Augustus schränkte dieses Züchtigungsrecht ein« Aus diesen Gründen wird man den szenischen Larven am Sarkophag der Faustina kaum eine andere als eine rein dekorative Bedeutung zumessen können. Fest steht indessen, daß es auch' im alten Rom bereits bekannte jüdisehe Schauspieler gab. So berichtet Flavius Joscphus in seiner Selbstbiograpliic von dem jüdischen Schauspieler A 1 i t y r u 8, der sich der besonderen Gunst der Kaiserin Pop* paa Sabina, der Gemahlin Neros, erfreute. 1Us> Mn! vorbei, leise zuni Orkus hinab. in Deutschland in die Schule ging, kennt diese •ctheschcn Worte — und hat zumeist aus ihnen erst den;wRtssenen Eptiloncn Cestius ketinengelernt. Denn glucn le,.btn der noch heut aufregenden Pyramide, die schon schLWlcder völlig freigelegt ward, befindet sich untcr \\e t £tt־mlen Zypressen einer der ans Herz grei endstcn Fried- “®Roms — ja: der ganzen Welt. Das ist der sogenannte .5״katholische״ Friedhof: die Stätte, wohin man — nach d%״ Kämpfe״ um diese Freiheit - die Toten der katholischen Kirche anpehorten. p״testanten Gral” ’lc,r 1111(1 Juden; auch zwei Chinesen haben ncr jh u gefunden. Der preußische Gesandte WdheliTi von %n b0,ldt erlangte einst nach vielen Schwierigkeiten von 1! Päpstlichen Regierung das Recht der Einzäunung für die feMbniMtätte; in finsterer Nacht mußte er dann zwei e;״crD Rinder dort zur Ruhe bringen ... wir kennenjm iB״r‘efen sci״*r Gattin Caroline die rührenden Ge^aiten. «ff.■״״ geschah es, daß von all den heißen Herira una «1״hendtn Geistern, die Rom, die Zauberin, an «Ich gekickt Daß die Gestalten des Alten Testaments in der Christliehen Buchmalerei des Mittelalters einen beträchtlichen Rauin beanspruchen, dürfte als allgemein bekannt gelten, weniger Beachtung wurde aber den mittelalterlichen Dar- Stellungen von zeitgenössischen Juden geschenkt. 111 einer Beziehung iiabcn jedoch gerade diese Bilder für uns großen Wert, spiegeln sie doch unmittelbar und 1111• verfälscht das Verhältnis der christlichen Bevölkerung zu den in ihrer Mitte lebenden Juden. 111 den sublimierten, der GegenV•.־ t entrückten biblischen Gestalten ist von diesem Verhältnis kaum noch etwas zu spüren, denn das Mittelalter sah in einem ״Jona im Rachen des Fisches“, in ״Moses, der Wasser aus dein Felsen schlägt“, in der ״Opferung Isaaks“ 11. ä. Vorbilder für die Lebensgcsdiiclite Christi, gleichsam religiöse Sinnbilder, keine in sich beruhenden Oegebenheiten und',Gestaltungen des jüdischen Volkstums, Um so bemerkenswerter sind Bilder, wie jenes aus der Chronik des Ulrich von R e i c h e 11111 a 1, wo wir die Juden dem Papst Martin V. huldigen sehen, der ihnen gelcgetitlich des Konstaiizcr Konzils von 1114—1418 den Segen erteilt. Hier haben wir nicht religiös verklärte und dogmatisch abgcwamlcltc historische Reminiszenzen vor uns, sondem wirkliche Juden, wie sie von einem Zeitgenossen gesehen sind, und wenn das Bild den Eindruck feierlicher Würde vermittelt, wenn die Männer im päpstlichen Zuge, sowie in der jüdischen Prozession vom Ernst des weihevollen Aktes durchdrungen erscheinen, so darf dieses Bild wohl als authentischer Beweis durchaus positiver Bewertung der Juden aufgefaßt werden. Juden, deren Verdienste besonders hervorgehoben werden sollten, wurden gelegentlich in Bildnissen verewigt; so begegnen wir in einer jetzt in der Bibliotheque Nationale in Paris befindlichen Handschrift dem Bildnis des Mose Faradsch, des ausgezeichneten Kenners der lateinischen und arabischen Sprache, der im Aufträge Karl I. von Anjou, des Königs von Neapel, eine Reihe wissenschaftlicher bdirilten übersetzte. Der Miniator Friar Giovanni stellt den Gelehrten in der 1283 hcrgestclUcn Abschrift eines Uebersctzungs* Werkes des Faradscli dar, wie er vom König die zu übersetzenden Kodices in Empfang nimmt. Trotz der kleinen Dimensionen — das Bild ist nur eine Initialeiiininiatur — verrät die Gestalt des Juden gute Haltung und wohl auch persönliche Porträt zöge. Als Phantasieporträts müssen demgegenüber die Bildnisse des F1 a v i u s J o s c p h u s und des Philo gelten, die in mittelalterlichen Abschriften und Ucbcrsetzimgen ihrer Werke zu finden sind. Jedoch kommt es in diesen Bildnissen hauptsächlich darauf an, daß sie den Juden ausdrücklich als solchen kennzeichnen, ihm aber in der Behändlung trotzdem durchaus den Rang zuweisen, den Bildnisse eines Origcnes z. B. beanspruchen. Die Werke des Joscphus waren im Mittelalter sehr hoch geschätzt, und die Klostcrbibliotheken gaben sich große Mühe, Abschriften davon zu erhalten. Der Abt Ooftfried I. (1138—1165) vom Benediktiner-Kloster zu Admont in der Steiermark, selbst Verfasser homiletischer Werke und Leiter der Stiftsbibliothek, ersuchte z. B. einen Mönch des Klosters Tegernsee, Werke, die deg Admontcc Bücherei noch fehlen, y für diese aus der Tcgcriisccr Bibliothek abziischreibert oder zum Kopieren zu überlassen; insbesondere aber ist cs dem Abt an des Flavins Joscphus Werk über die Zerstörung Jerusalcms gelegen. Es wird nun angenommen, daß die lateinische Handschrift in Admont aus dem 12. Jahrhundert, die den Jüdischen Krieg und die Jüdischen Altertümer des Joscphus enthält, eben jene auf Veranlassung Gottfrieds hcrgcstdlte Ab* Schrift ist. Der jüdische Geschichtsschreiber ist darin auf dem Innenbild einer Initiale dargestellt. Der bärtige Mann sitzt vor einem Pult, auf dem ein Kodex zu sehen ist, und schneidet sich eine Feder zurecht. Er ist durch den Judenhut gckernizeichnet (s. Abbildung). — Das Bildnis des Philo befindet *ich in dessen Werk ״De biblicis antiquitatibus“, einer ebenfalls in der Admonter SliftsbibUothek aufbewahrten Handr foUmJlfofio vt’bcrodec «jrmuf 1tjT f tnfnpu; dntiö de tTifhf. nrlniu 1 n e?nort< 1] ״ . I - , ■ '* , ntr• »1*1 cj c4cmm»rr ןויו Jnitiah mit Bildnis des Flavius Josephus schrift des 12. Jahrhunderts. Der langbärtige Mann im gril» nen, etwas nhantasievoll gezeichneten Judenhut, in grünem Untcrgewaiid und braunem Mantel sitzt, ein Buch Tn den Händen, die Füße auf ein Tier stützend, Darstellungen von Mör:‘..::1 nicht unähnlich. Das getretene Tier ist im Mittelalter Inbegriff des Bösen. Das Bildnis des Dichters Sues* kind von Trimberg, des jüdischen Minnesängers, hat!tat die berühmte Manessische Liederhandschrift aus dem