Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 62 (3.8.1934)
- Date
- 1934-08-03
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 JÜDISGHB RUNDSCHAU Wir haben ln Nr. 52 vom 29. Juni 1934 eine Reihe von Schilderungen der Sicdlungspunhte, an denen Men• sehen mm Deutschland leben, mit einem Aufsatz über die zahlenmäßig bedeutendste Siedlung Giwat h Brenner begonnen. Wir setzen heute diese Reihe fort mit einer Schilderung aus dem nicht minder wich• Red. tigen Mescheh Jagur bei Haifa. An der Straße Haifa—Nazareth—Tibcrias liegt rechts am Karmelabhang, 12 km von Haifa, die große Kwuzah ״M c - schek Jagur“. — Vor nunmehr fast 12 Jahren siedelten sich die 25 Menschen der kleinen Kwuzah ״Achwah“, die sich schon vor dem Kriege in Pctach Tikwah gebildet hatte und die dann durch den Krieg zerstreut wurden, auf dem Boden an, für den in Deutschland 1022/23 der Keren Kajemcth den Kaufpreis aufhraditc. Auf ihm wollte auch die Kwuzah ״Zwi“ des Blau-Weiß siedeln, und die Fläche von 3000 Dunam war damals geteilt. Erst Jahre später wurde die Oesamt• Bäche von Jad'schur (die arabische Bezeichnung für dieses Gebiet) dem ,,Mcschek Jaasor“ vom Keren Kaicmcth zur Verfügung gestellt. Die Ficbcrgcgcnd der Kischonsümpfe dezimierte durch Malariakrankhcitcn und selbst einen Todesfall die kleine Kwuzah ״Achwah“, die sich 1025 dem damaligen Kibbuz ״Ejn Charod“ (heute Hakibbuz Hamctichad) an• schloß. Aus seinen Plugoth mobilisierte der Kibbuz Dutzende von Chawerim zur Hilfe für die Kwuzah ״Acliwah“, die sich von da ab ״Mcschek Jaasor“ nannte. Unter ihnen kamen die ersten deutschen Olim nach ״Jaasor“, und neue Olim, die aus Deutschland direkt kamen, wurden im Mcschek aufgenommen, so daß Anfang 1926 sechs Chawerim und Chawcrotb der zionistischen Jugendbiinde aus Deutschland in ״Jaasor“ ver• einigt waren, das um diese Zeit auf 110 Menschen angewachsen war. 1926 wurde zum erstenmal der gesamte Boden bebaut. Die Ktise, die damals nach der 4. Alijah im Lande herrschte, machte für die Wirtschaft viele Arbeitskräfte frei, die bis dahin beim Bau in Haifa von der Kwuzah aus Arbeit und Verdienst gefunden hatten. Der ״Mcschek Jagur“ (so berichtigte der Waad halaschon den Namen ״Jaasor“) ist die erste kollektive Ansiedlung, in der Landwirtschaft und städtische Lohnarbeit vereinigt sind. Als eine landwirtschaftliche Siedlung, die gleichzeitig als vorstädtische Arbeitersiedlung für die kollektiv lebenden Lohnarbeiter dienen sollte, wollte sie die Synthese von Stadt und Land, von Bauer und Industriearbeiter erproben. Wirtschaftlich gesehen, waren die Bareinnahmen der Kwuzah aus der städtischen Lohnarbeit (in Bau• und Fabrikarbeit) ein sehr wichtiges Hilfsmittel zur Entwicklung aller landwirtschaftlichen Zweige. Die Krise hat dem ״Mcschek Jagur“ durch den Wegfall der Barcinnahmen lind die Notwendigkeit, eine weit größere Menschenanzahl zu ernähren, als der extensiv bewirtschaftete Boden zu ernähren in der Lage gewesen wäre, große Einschränkungen auferlegt, und ihn wirtschaftlich in Schwierigkeiten gebracht, die erst durch eine spätere Ainorfisierung allmählich ausgeglichen werden konnten. Die Arbeitskräfte, denen die Stadt keine Arbeit und Lohn mehr gab, intensivierten verschiedene Wirtschaftszweige, legten «j wdnbergc an und vergrößerten im Rahmen der schwachen “ finanziellen Mittel und Kredite, die die Kwuzah erhielt, einzelne Wirtschaftszweige (Hühnerzucht, Bienenzucht, Oarten- und Baumschule). Bis 1927 mußte alles Nutz- und Trinkwasscr In Tonnen von Kischon resp. einem Brunnen bei dem 3 km entfernten arabischen Dorf Jadschur geholt werden. Nicht nur, daß damit jahrelang Menschen und Gespanne unproduktiv bcschäftigt waren, war cs auch unmöglich, Arbeitszweige, die von Bewässerung abhängig waren, — und welche Landwirtschaftliche Investierung wäre in Erez Israel ohne Wasser maglieh? —, mehr als nur in allcrkleinstcm Umfang, als Versuchsstücke anrulcgcn. Nach einer Wasserleitung, die die Kwuzah aus eigenen Mitteln provisorisch legte und die mit einem kleinen Petroleummotor dem Kischon wenigstens das Nutzwasscr entzog und cs über 1 km weit in einen kleinen Wasserbehälter im Lager pumpte, bekam ״Jagur“ eine regelrechte Wasserversorgung durch den Keren Kajemcth erst Ende 1928, nach sechsjährigem Bestehen. Die Quellen, die in einem Sammetbrunnen 2 km von der Kwuzah entfernt die Wasserleitung speisten, lieferten etwa 100 cbm täglich. Diese Wasserversorgung löste nur die Wasserfragc für Menschen und Vieh und reichte aus, um Baumschule und Gemüsegarten als kleine Versuchsanlagen mit Wasser zu versorgen. Die Wirtschaft blieb auf extensive Ausnützung ihrer Flächen angewiesen und suchte weitere Flächen zu bearbeiten, um rationeller maschinell arbeiten zu können und die Erntecrirägnisse für eine größere Chcwrah zu steigern. Die Tendenz, Landwirtschaft und städtische Lohnarbeit zu verbinden, stieß auf den Widerstand der ansiedclnden nationalen Instanzen und führte zu jahrelangen, den Aufbau verzögernden, Verhandlungen. Während dieser Zeit wurde praktisch das der Kwuzah zustehende Budget des Keren . Hajcssod für Bauten und Maschinen nicht ausgczahlt, so daß die Kwuzah heute, nach fast 12jährigcm Bestehen, kaum Festbauten hat und in Zelten und Baracken lebt. Eine entscheidende Veränderung im Leben der Kwuzah brachte erst das Jahr 1933, die sich gesellschaftlich in einer Vereinigung mit einer rein auf Lohnarbeit in Haifa basierenden Plugah des Kibbuz ausdriiekte, die ihr Lager neben dem des Mcschek schon 1930 aufgeschlagen hafte, die aber bis dahin wirtschaftlich und gesellschaftlich getrennt waren. Die Voraussetzung für eine solche Vereinigung, die den Mcschek Jagur mit über 320 Chawerim zu einem der größten Kollcktiv-SiedHingspamkte des Landes machte, war die Erbohru 11g von Wasser mit neuen Maschinen. Etwa 150 cbm Wasser stündlich können die zwei elektrisch angetriebenen Pumpen aus dem über 50 m tiefen Brunnen b.'rvorholen. Die Rcwässemnpsanlagc für einen vielfach vergrößerten Ocmiisegarten, für eine mehrfach erweiterte Baumschule, für Hunderte von Dunam Grilnfutter geben der Wirt- Schaft eine vollkommen veränderte Basis: wir stehen erst heute am Anfang der Entwicklung unserer Wirtschaft. Der Kuh st all mit mehr als 120 Stück Vieh (zur Hälfte gute Milchkühe; täglicher Milchertrag zurzeit ca, 750 Liter), gehört zu den besten des Landes. Die O c f lii g ei wl rt - Schaft, mit elektrischem Inkubator, für 6000 Eier, wächst von Tag zu Tag. Im vergangenen Winter sind 26 000 Eier ausßebriitert worden; im Hünncrstall sind etwa 4000 Legehennen. Die:Baumschule, — in der Blumenzucht (für die im nahen Haifa ein guter Markt ist) eine nicht unwesentliche Rolle y'l weht Zitrussctzlinge, Obstbäume und Setzlinge für die waldbäumc in großen Mengen. Zehntausende von Bäumen aus unserer Maschtclah sind fm ganzen Land bei der Aufforstung verwandt worden, - Die Bienenzucht, die im Laufe der Zeit auf ca. 150 Bienenstöcke gewachsen ist, »t sehr ertragrach. Der schwerere Boden des östlichen Teiles des Emck Selnilon läßt Orangenplantagcn nicht zu; dagegen haben wir außer 15 ha Weingärten eine größere Fläche junger Obstbäumc, Aprikosen, Pilaiimcn, Aeplcl, Birnen, Nüsse und Oliven. Die Tafdtrauben sind zusammen mit denen aus der Jord.iiicbene die ersten auf dem Markt. Milte Juni sind die frühreifen Sorten (Madelcinc, Schcssla) durch die ״Tnuwah“ zu erhalten. Bis Ende August folgen die anderen Sorten, Muskate, bis der überreife Rest für die Weinbereitung in die Wc'mkellcreien von Sichron Jnakow oder Rischon-Ic-Zion verkauft wird. Die größte Fläche, der extensive Getreideanbau in Drcifruclitfolge wird mit Maschinen bearbeitet. Außer unseren eigentlichen 3000 Dunam bearbeiten wir auf mehrere Jahre — und hoffentlich für immer —• weitere 3000 Dunam Boden des Keren Kajemcth in unserer Nachbarschaft, den Boden von Chartiab. Weizen, Mais, Oerstc-Wickcngemcnge für Heu, weniger Flachs und Gerste und Durrah werden an* gebaut. Drei Raupenschlepper und ein Traktor auf Rädern, 11 Maultier- und Pfcrdegcspannc, mechanische Heupresse und Mähdrescher, Mäh- und Sämaschinen, Pflüge verschiedener Schwere und Größe und Kultivatoren, Diskusse, Dreschmaschinell, Schrotmühlen, sind im Betrieb, um die zchntausende Kilogramm von Körnern und von Heu und Stroh zu bo arbeiten. Große Schober nehmen das gepreßte Heu und Stroh auf. Getreidespeicher füllen sich mit der Ernte, und eigene Lastautomobile sorgen neben den Wagen für die An- und Abfuhr. Eigene Autobusse bringen die seit Jahr und Tag wieder in der Umgebung arbeitenden Chawerim zu ihren Arbeit«- platzen in Stcinbrüclien, bei Entsuiupfungsarbeilcn, nach Haifa und in den ״Mifraz“ zum Bau, die unsere Baugruppen in eigener Regie ausführen, in die Kooperativen der Arbeiterscliaft, die Dachziegel und Fliesen fabrizieren, in die Fabriken Nf. 62■ 3. \IH. 1934 Plc Kibbuzim in Frankreich F.G. Paris, im Juli!m. Die vier Kibbuzim, die in Frankreich vom ,,Hcchal, « geschaffen wurden, und auf denen heute etwa zweih-״״?! Menschen arbeiten, die in allen Zweigen der Oartcn-a Landwirtschaft tätig sind, sind auf gebaut worden mitHÜf ' der Mittel, die ein kleiner Teil von Chawerim vom gul, hause erhalten konnte, und im wesentlichen dadurch d"» . die Auswanderer, die der Hcchaluz vom französischen Ko«?!/ übernahm, auf Kosten der zcntraljüdischen Instanzen I etwa sechs Monate ernährt werden konnten. w Die dafür zur Vertilgung stehenden Mittel haben d« Pachten und den Aufbau dieser Wirtschaften bisher ermV» licht, und die Ernteergebnisse werden für den Unter!«!* der Wirtschaften die wesentliche Grundlage bieten und ihu Existenz sichern helfen. Der Oarten bau- Kibbuz Haolim I n Altwitt, der durch die!!ergäbe eines umfangreichen Besitz« eines christlichen Luxemburgers ermöglicht werden konnte, hat «ii sehr schnell die Sympathien der benachbarten jüdischen (V meinden erworben, die ein Komitee bildeten, um dem Kibbuz möglichst tatkräftig zur Seite zu stehen. Diese matefitp. und geistige Hilfe hat heute schon ihre Früchte getragen Es konnte Boden hinzugepachtet werden, eine llühnerhaltmr wurde ermöglicht und jetzt ist sogar eine Bcrcgnungsanlrt gelegt worden, um die Bcwässcrungsfragc durch Pumpt«. Station mit Elektromotor zu lösen. Alle die notwendUij Bauarbeiten werden von den Chawerim selbst ausgeführt bb< die Zusammenarbeit macht von Monat zu Monat Fortschritte Der Kibbuz, ist in der Hauptsache auf Gartenbau eingestellt und so ist hier außer einer guten Fruclitcrnte auch eine sehr ausgedehnte und vielseitige Gemüseernte zu erwarten. Vom Kibbuz Haolim aus sind zwei Hachscharah-Zentrcu geschaffen worden, auf denen beute etwa sechzig Chawerim, zum größten Teil aus dem Rheingau des deutschen Hcchaluz’ arbeiten. Eine Gruppe von nahezu dreißig Menschen arbeitet in zwei Dörfern, die kaum 4 km voneinander entfernt sind, und bildet durch gemeinschaftliche Tarbuth-Arbeit und Knpii meschutefcth einen Kibbuz ״Schalschcieth“. Für diese Gruppen ist es von besonderer Bedeutung, dsS In der Stadt Luxemburg, die durch den Kibbuz Haolim in Alt■ wies zu verstärkter zionistischer Aktivität gebracht und in ihr erhalten wird, einige gute und tatbcrcite Gönner der Bcwegung mit Rat und freundschaftlicher Gesinnung zur Seite stehen. Der Kibbuz Macliar in Südfrankreich arbeitet aut von ״Ncschcr“ und ״Schemen“, wo sie als Industriearbeiter , einem vom Hcchaluz vollständig gepachteten Gut, so dal beschäftigt sind. Eigene Bäckerei, Schuhmachcrwerkstättc, Reparatur- Schlosserei, Tischlerei, Näherei, Wäscherei vervollständigen die Arbcitszwcige, in denen unsere Chawerim und Chaweroth beschäftigt sind. Diese handwerklichen Betriebsstätten sind bisher nur für den eigenen Bedarf eingerichtet gewesen. Sic hätten weite Möglichkeiten, für die nächste Umgebung und selbst für die Städte lohnende Arbeit zu finden. Sie besonders eiti/uriclitcn und auszubauen, ist nur eine Frage der Zeit, weil Kapitalien dafür notwendig sind, die die Wirt* Schaft erst erarbeiten muß. Unsere Chawcrotb, die außer in allen Zweigen der Hauswirtschaft (elektrische Küche) und der Kinder• und Krankenpflege, der Baumschule, im Gemüsegarten, bei den Bienen und Hühnern und überwiegend auch im Kuhstall beschäftigt sind, haben in einer Wäscherei in Haifa eine eigene Kooperative geschaffen, die gut beschäftigt ist. Eine- Hand wehere!, die nicht genug arbeiten kann,׳■ um den vielen Bestellungen geschmackvoller Decken, Vorhänge usw. tiadmtkommen, Ist von uns zusammen mit einer Kwuzah des ״Itaschomcr Hazair“ in Haifa eingerichtet worden. Mehrere Handwcbsiiiltlc und Spülmaschinen beschäftigen zurzeit acht unserer Chaweroth. Geplant ist weiter der Aufbau einer kleinen kera• mischen Fabrik, die in erster Linie Blumentöpfe fabrlzieren soll, von denen der Kibbuz Hameuchad allein jährlieh über eine Million Stück für seine Maschteloth braucht. Das Kinderhaus ist in Säuglingsheim, Kleinkindergarten, Kindergarten und Schule gegliedert. Mehr als 65 Kinder wachsen gesund und frei auf. Natürlich bleiben Wünsche offen, — nicht nur in bezug auf das Kindcrhaus; aber die allgemeine Linie und der große Rahmen stehen fest und sind von allen bewußt gewollt und für ikbtig erkannt. Als Teil des arbeitenden Jisclutw, der sieb für den nationalen Aufbau in vorderster Linie verantwortlich führt, hat Jagur seine eigene Entwicklung, insbesondere die Vollendung seiner Wohnbauten, auch in diesem Jahr zuriickgcstellt, um Chawerim frcizumachen für Aufgaben von Kibbusch und Sehmirah (neue Fabrik der ״Palestine Potash Company“ am Südende des Toten Meeres, zur Verstärkung jüdischer Arbeit im Scharon), für gegenseitige Hilfe und für die Bewegung in der Oolah (Freigabe erfahrener Chawerim zum Anlernen neuer 111 jüngeren Pluggoth, Hilfe für die chaluzlache Bewegung in der üolah). Alle Fragen, die im Lande aktuell sind, alle Begebenheiten in der engeren und weiteren Welt, des Geistes, der Kultur, der Wirtschaft und der Politik finden Im gesellschaftlichcn Leben von ״Jagur“ ihren Widerhall. Chor und Orchester, literarische und andere Zirkel bereichern das Leben nach der Arbeit. Pädagogische, wirtschaftliche und organisatorisebe Fragen, die der Alltag aufwirft, sind der Anlaß und Ausgangspunkt für Diskussionen, Studien und nehmen einen wichtigen Teil der inncrgcscllschaftlichcn Auseinander- Setzungen ein. Im letzten Jahr hat ״Jagur“, das bis zur Vereinigung fm Juni 1933 zum größten Teil aus Olim aus Rußland und Polen bestand, sehr stark die Alijah aus Deutschland aufgenommen■, etwa 50 Chawerim aus der deutschen ehaluzlschen Bewegung aus verschiedenen Bünden, aus verschiedenen Provinzen, mit oder ohne zionistische Schulung, haben sieh in Jagur zusammengefnnden und leben sich allmählich in das Leben der palästinensischen Arbeiterschaft und des arbeitenden Kollektivs ein. Sie gewöhnen sich an das Leben auf dem Lande, sie dringen ein in die hebräische Sprache und nehmen teil an der wirtschaftlichen Verantwortung und der Selbstverwaltung dieser großen Wirtschaft, die ein Teil des großen Siedlungswerkes der nationalen Kolonisation zur Arbeit zurückgekehrtcr Juden ist. ״Jagur“, am Anfang einer noch nicht übersehbaren wirtschaftlichcn Entwicklung, ist bereit, Chawerim aus Deutschland weiter aufzUnehmen, die den Willen und die Fähigkeiten haben, an diesem großen Werk im Rahmen des noch größeren, der Befreiung des jüdischen Volkes im eigenen Land und auf eigenem Boden, in physischer Arbeit und gesellschaftlicher Freiheit teilzunchmen. Fritz Lichtenstein. Habonim ln Amsterdam. Seit einigen Monaten arbeitet in Amsterdam eine Gruppe des Habonim. Die Arbeit ■steht noch sehr in den Anfängen. Da noch manche Chawerim nicht wissen, daß eine solche Gruppe in Amsterdam besteht, wollen FämiUen”in׳'amiV«,n«*onai!r* uäem L8jal *«*»««* m&f81 ■ j* «, W,־״ ..Sn, U' Adrcm I* Srt W £?״,?״ « brecstraat 31. wenden. außer der Fläche von 700 Dunam sämtliche vorhandenen Wohnbauten, Stallungen, Scheunen und das gesamte tote und lebende Inventar zur Verfügung steht. Das lebende Inventar besteht aus 10 Kühen, 3 Gespannen Ochsen, mit denen die Be• ätellungsarbeit verrichtet werden kann, einem Gespann Pferde und Geflügel. Der Kibbuz zählt zurzeit 62 Menschen und hat die ersten seiner Chawerim jetzt zur Alijah geschickt. Fs sind vorhanden 20 Dunam Garten, 40 Dunam Wein und 350 Dunam Wiesen und Weideland Die Heu- und Körncreriite — diese auf etwa 180 Dun» — werden nach den bisherigen Ergebnissen bis zur nächste! Ernte ausreichen und die Verpflegung sicherstellen. Außerdrn wird man das notwendige Saatgetreide iibrigbchalten. Die restlichen 110 Dunam sind mit Rüben und Kartoffeln be stellt, deren Ernte aber nicht sehr aussichtsreich ist, wr ein Kartoffclschädling in großen Mengen aufgetreten Einzelne Stücke Buchweizen und Futterpflanzen stehen gt Der Kibbuz Migdal in Jouö les Tours bei Tours ist; einem Halbpachtverfrag von dem jüdischen Besitzer erwarte und hat dadurch eine Anzahl von Schwierigkeiten zu überwinde weil der Verpächter der Idee und dem Arbeiten des Hcchafc verständnislos gegenübersteht und der Anschauung zu sc. scheint, daß die Arbeit der Chawerim ausschließlich sein« privaten Zwecken dienstbar gemacht werden darf. Hier wirf eine praktische Lösung in irgendeiner Form notwendig sei«, Der Kibbuz zählt zurzeit 54 Menschen, hat 12 Stück gut« Milchvieh, anderthalb Gespanne Pferde, ein Gespann Zu;■ ochsen und moderne Stallungen. Der Hcchaluz hat dort tim Kälbcraiitzucht eingerichtet, 70 Dunam Wein bestellt und eine eingerichtete Weinkcltcrci modern ausgcstaltet, danebe« den vorher völlig verwahrlosten Gemüsegarten neu bearbeitet, Weizen, Hafer, Grünfuttcr, Mais, Kartoffeln und Rübenbau intensiv betrieben. Die Anlagen machen einen außerordentlich günstigen w rationellen Eindruck und es ist eine große Freude zu *eh1״, wie hier aus einem vor einem Jahr noch völlig verwahr• losten großen Besitz eine blühende Wirtschaft durch unsere Chawerim geschaffen wurde. Der jüngste Kibbuz ist der Kibbuz Chuliah, 15k« von Toulouse entfernt, der ebenfalls auf einer in Halbparti übernommenen Domäne arbeitet. Er hat mit seinen Arbeit« Ende März begonnen und besitzt seinen Kern in den eil Chawerim und Chaweroth, die um diese Zeit von Gabor! weggenommen wurden. Der Besitzer der Domäne hält leider nicht an die Abmachungen, die er cingegangen m und so ist hier das Vorwärtskommen besonders erschwert. Zur Bearbeitung des Öeländes, das eigentlich 1600 Dun» umfassen soll, stehen außer älteren Maschinen nur ***' alte Pferde als Gespanntere zur Verfügung. Der Ernteanteil, der die Hälfte des Ertrages betragt, wird für den heute 43 Menschen zählenden Kibbuz, nur W drei Monate Brotgetreide gehen. Bcwnsscrtmgsinöglichkcitw. die der Anlage nach vorhanden sind, sind für einen u״״ 20 Dunam großen Garten so instandgesetzt, daß der EtwJ heute sehr wesentlich zum Unterhalt der Chcwrah _ beitragt. 600 Dunam Heu mußten aus Mangel an Gespanntieren Hilfe von Nachbarn geschnitten werden. Iler Kibbuz hat]*™״ kein Milchvieh und, wie schon erwähnt, nicht genügen״ Arbeitstiere zur intensiven Bestellung der Fläche. Es zu hoffen, daß bei der Behebung der wirtschaftlichen Du» renzen mit dem Verpächter auch die InvesticrungsmöClK״‘ keiten bessere werden. Rationalisierung der bestehenden Betriebe ist die aUg־״ blickliche Methode, die cs dem Hcchaluz ermöglichen *#״! die einzelnen Kibbuzim zahlenmäßig auf ihrer Höhe zu » halten. Chaluzische Jugend in Holland Der holländische Hcchaluz, der noch vor ein״׳ Jahr aus 100 Menschen bestand, zählt jetzt ca. 230 Chawern* Einer Statistik vom 1. Juli entnehmen wir, daß sich 210 wcriin auf Hachscharah befinden. Davon sind 66,6 0׳,״ werim und 33,4 «/« Chawcrot. . , P'e, Ycr'e>h1ng Ist folgende: Chawerim in der Land*' *chaft 49,3 0/0, im Ha tu! werte 42,2 0;0, in verschiedenen ß׳rU, ״ 8,5 0/0; Chawcrot in der Landwirtschaft 32,4 ס/יי, im HäUS״ 60,6 e/0 und in verschiedenen Berufen 7,0 ״״ .5,״. In Amsterdam befindet sieh ein Snif von über f sehen, dessen größter Teil sich auch auf Hachscharah beM.' Während ein Teil sieh vorbereitet. Der Snif hat jetzt eigene» Heim, was eine geregelte Arbeit ermöglicht. Zw »oll versucht werden, eine zentrale Bibliothek zu erricht«.י die Tarbut-Arbeit, besonders auf dem Land, zu intensiv! l'i