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Jüdische Rundschau · 1934-08-03 · Heft 62 (3.8.1934) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 62 (3.8.1934)
Date
1934-08-03
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Kr. 62, 3, VIII. 1934 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 3 ג׳ו Der Jude Eine Kriegs»Erinnerung Von Ur. I 11 c o d 0 r S i m o n, Wamtsec Es war ף Anfang des Kriegs, wir *tamlen westlich S,r3|ih״r« •n eien Vogesen. I )er Loser denkt, et,t komm fall; der Lcsir wird mit,uiseht das Blatt beiseite testen de״״ « c,"c,f׳״ Earnilo.se Geschichte, und trotzdem hat tie »11d' M«chhalt.K״t Dm ruck Rcinacht, und wem, ich die 1;r,al1l11״L »IH1 ludi betitele, so ist das ein?eielu-n daß sic wie ״״ t a״;d m eine /eit liineiiilenehtete und eine <ic* sihiddsepoehe überblendete, m der es so miss,1h, als gäbe es überhaupt kerne Ji.denfragc, als gäbe « ״״r!)״.(«che ohnc ItntiTsehicd d s Bekenntnisses und der Hasse. Wie trügelisch der Boden war, den wir damals alle betraten, das konnte wohl nieinnm wissen Das Schicksal oder der Zufall lieft '1״יי' da,s c scheinbar unbedeutende Ereignis crlcfcn, aber olivvoh ich für den Augenblick erschrocken war, war ich doch nullt imstamk•, die Konsequenzen ,11 iihcrdenheu. - M ־״ waren m,t dem Hau von Eisenbahnen beschältigt» der f eind drängte, die Arbeit eilte. Ich bekam zu meinen 611 Man״ t:1se11b;1!111cr11 an die 2000 Russen. Kriegsgefangene aus den ersten Kämpfen im Osten. Russen sind unermüdliche", fleißige, genügsame I rdarbeiter, aber wie sich mit ihnen versMiiiügeu; Ich konnte kein Wort russisch. Die Begicitmaniischalt halle ein paar Brocke» aufgcschnappt, die nicht aus• reichte״• Ich lasse׳ durclifragcu, es meldet sich ein verhaltnisnuMtf ^rhauter, intelligent atissdm.Jer Mann als Dolmetsch. Er sprach deutsch, ,war mit freimlklingcmlcm Akzent und ohne all/11 grolle״ Wortsehaf,, doch er verstand, was ich ,!״ordnete mul konnte' es ohne weiteres seinen Landslallen übersetzen. — Ich frage ihn interessiert, wieso er so vici I)eiltseli könne, oh er auf einer höheren Schule gewesen, oder in Deutschland gelebt habe. Beides verneint er, ich frage ilm, oh er Russe sei, er schüttelt den Kopf und gibt ,ur Antwort; Ich hin Jude. ״Sie müssen doch irgendeine Na- ״onalit.d haben? Sind Sie Pole?“ -. ״Nein", antwortet er, ״ich bin Jude“. — Bei dieser Antwort blich er; schließlich S),fte ich ihm; ״Horen Sie, ich bin auch Jude wie Sie, ater ich hin doch Heut sch er״. — Er lächelte unmerklich, aber er blich starr dabei und sagte, er sei kein Pole, kein Russe, er sei Jude; in Deutschland sei das vielleicht anders; aber er sei Jude... Ich hielt ihn für einen eigentümlichen Sonderling, für einen Menschen, der durch den Krieg oder die (iefangenseliaft, vielleicht aus dem seelischen ülcicli* gewicht gebracht sei. Immerhin, irgendwie beschäftigte mich das Gespräch, und abends besprach ich den Fall in der Messe. Es waren häretische Herren, gebildet und vorurteilslos, die mit neugierigem Interesse, aber ohne jeden Antisemitismus, sich ab und ,u die ״׳Judendörfer" der Umgebung am Schabbos ansahen,!fort sind Juden noch Rebbauern und Lamileute. Wir diskutierten den ׳eigentümlichen Fall ausgiebig, keiner der Herren konnte einschließlich des alten Oberstleutnants eine andere Erklärung geben, als die scheinbar so naheliegende: ״Oer Mann hat Sic einfach nicht verstanden“. Andere Ercig* nissc, des Krieges, der Inflation, des Berufes verdrängten dies an und für sieh belanglose Erlebnis. — Unmöglich konnte ich damals ahnen, und sicherlich hat auch niemand der anderen Herren auch nur im entferntesten daran gedacht, daß die Entwicklung in Deutschland eine Wendung nehmen sollte, die den Standpunkt des armen jüdifchen Kriegsgefangenen zum mindesten verständlich ersekinen läßt. Aus der Haftara für Sonnabend, den 4. August Zion spricht: ER hat mich verlassen, vergessen hot mich mein Hcrrl — vergibt denn ein Weib ihren Säugling ohn Erbarmen für den Sohn Ihre» Leibe»? ״uch die mögen vergessen, Ich aber, Ich vergesse dich nicht. Da, oul beide Hondflfldien habe Ich dich eingegraben, stets sind deine Gemäuer vor mir. Schon eilen deine Söhne herbei, und deine Zerstörer, deine Zcrtrümmerer, schon iohren sic von dir au». Hebe rings deine Augen und sieh, eile kommen sie dir zuhaufl sowahr ich lebe — SEIN Erlaulen —•: ja, sie alle umkleidest du dir als Geschmeiß, als Braulsdiärpc knüpfst du sie um! Ja, deine Trümmer, deine Oedungen, dein!erschundene» Land — Im polnischen Ueberschwemmungsgebiei Warschau, 31. Juli. (J. T. A) 111 den von der Ucbcrsclnvcmmmigskatastroplic betroffenen jüdischen Städtchen Polens herrscht unbeschreibliche Not. Durch die Hochflut wurde das jüdische Arincnvicrtel Picklo in Neu- Sande c zerstört, das unmittelbar am Ufer des Dunajcc lieft. Dort wohnten etwa 30ג jüdische Familien, arbeitslose Handwerker, Lastträger nsw., in Kellerwohnungen, die in kürzester Zeit vollkommen unter Wasser standen. Nur dem heldenmütigen Verhalten vieler Einwohner von Pieklo ist es zu verdanken, daß dort keine Todesopfer zu verzeichnen waren. Dir Häuser sind zum Teil eiiigcsturzt, die Wohnungen mit Steinen und Schlamm erfüllt. Die wenigen Eiiirichtungsgegen stände sind entweder zertrümmert oder tortgespidt. Die Straßen sind an vielen Stellen von meterhohem Schlamm erlullt, so (lall inan zu vielen Hausern nicht gelangen kann. Die 3MS Familien sind in Betliäuscrn, in Talmud-Thora-Schulen usw, iiiitergebracht. Trotz größter Optcrwilligkeit der Bewohner der übrigen Viertel ist eine auch mir notdürftige Vorptlcfuiig der etwa 2(XMt obdachlos Gewordenen nur noch für höchstens zehn Tage möglich. Ebenso tragisch ist die Situfation tausender Juden im Ciehict von j a s I o, in M i c I e c und Ltmanowa, Die Hilfsbereitschaft, die vielfach auch von Nichtjuden der notknienden jüdischen Bevölkerung gegenüber gezeigt wird, ist groll. Der Vorstand der Warschauer Jüdischen Ge- *nei 11 d c hielt eine Sondersitzung ab und beschloß, einen Aufruf an die jüdische Bevölkerung Polens zur Hilfe an die ״pler der Ucbersclnvcmmungskatastrophc in Galizien zu erlassen. Die Jüdische Gemeinde besteuerte sich selbst mit einer *״sehnlichen Summe zugunsten des Rcttungswcrks und tor- <krtc die übrigen Gemeinden Polens auf, das gleiche zu tun. jn, zu cnß wirst du Jetzt vor Sledleridiaft, da entfernt *Ind, die dich verschlangen. Noch werden sprechen vor deinen Ohren die 5öhne deiner Vereinsamung: Zu eng Ist mir der Raum, rück mir fort, dab Ich Sitz habet Und du sprichst dann In deinem Herten 1 Wer hat diese für mich geboren? vereinsam» wer Id» und vcrslclnt, hlnwegfleschlcppf, umgetrieben, und diese — wer zog sie grob? Ich da, allein war Ich verblieben, diese — wo sind »te her? Hört auf mich, die Ihr nachjagt der Wahrheit, die Ihr IHN suchet 1 Blickt auf den Fel», daraus Ihr wurdet gehauen, auf die Brunnenhöhlung, daraus Ihr wurdet erbohrtl blickt auf Abraham, euren Vater, auf Ssnra, die mit euch kreißte I denn als Einzelnen habe Ich Ihn berufen, dof» Ich Ihn segnete, daft Ich Ihn mehrte. Ja denn, ER tröstet Zion, tröste! all Ihre Trümmer, macht Eden gleich Ihre Wüste, SEINEM Garten gleich Ihre Steppe, drin wird Lachen und Lust gefunden, Danklied und Saltenspielschall. Jesdia/ahu 49, 14 — 21, 51, 1—3 (Ucbcrzcizt von Martin Bober) Die Juden in der Türkei . Zahlreiche Tageszeitungen haben die letzten Vorkomm- יי'?« in der Türkei so ausgcdcutet, als ob cs sich um (E|״'n spontanen V o l ks a u f s t a ״ d der unterdrück- Lc" Bauern gegen die Juden gehandelt habe. Die ״Fränkische ]»ffcszcituiig״ vom 24. 7. behauptet, die Regierung habe die Wen aus Thrazien und dein Dardancllcngcbict wegen poli- ׳scher Unzuverlässigkeit und Spionagege- 9nr verwiesen. . Demgegenüber ist immer wieder zu betonen, daß sowohl "ach den amtlichen türkischen Acußcrungen als auch ״aeh “-’״ ״'״eilten objektiver ausländischer Beobachter die Ausweisung dcr Jude״ nur auf an tisc mit »ac he Ucb ergriff c «״ückjuführen ist• Aus der All(k)rdfun? d״ *ur״ '*Hdmat ״'fDcrung an die Juden, wieder in ihre alte *Ufückzukchren, ist klar ersichtlich, daß von einer ״Spionageßefahr“ keine Rede sein kann. ______ Auf Hcrzls Spuren in Jerusalem Von Erich Gott getreu (Jerusalem). Die Bremsen knirschen, ein Zug dampft ein. Aut dem Bahnhof der Heiligen Stadt steht, wie Immer so auch an diesem heißen Oktobertage des Jahres I808, Mendel Krämer, Geheimagent der Türkise ,cn Regierung. Es ist sein Amt, die ankommenden Fremden auf Herz und Nieren und Pässe zu prüfen, wenn sic sein Mißtrauen erregen. Plötzlich erscheint ein Bote bei Mendel Krämer: ei׳ solle schnell zum Polizciehef kommen. Der überreicht dem Agenten einen ״Haftbefehl zum Evcntualgebrauch“ gegen Dr. Theodor Hcrzl aus Wien. ... ״Beobachten Sic den Mann genau, verfolgen Sie jeden seiner Schritte, und lassen Sie ihn auch nicht aus den Augen, wenn er vom Deutschen Kaiser empfangen wird.“ L)cr Agent salutiert. * ״,., der Geheimpolizist und angebliche Zionist Mendel Krämer, der uns seit Jaffa begleitet — mir scheint im Auftrag der Türkischen Regierung ...“, wie Theodor Herz] in seinem Tagebuch schreibt — der Geheimpolizist empfängt sechsunddreißig Jahre später den Reporter der nächsten Generation in seinem Heim im Jerusalemer Viertel Mca Scliearim. f>cr Drciundscchzigjähngc steht noch im Dienste der politischen Polizei — jetzt der englischen Mandatsvcrwaltung, ״Sic haben also damals Herzt in Jaffa abgehoil?“ ״Ja. Er batte vorher die Kolonisten In Rcclioboth und Rischon-Ic-Zion besucht. Ich stellte mich ihm gleich vor, sagte, daß ich mit seiner Ucbcrwachung beauftragt wäre, daß er aber von mir nichts zu fürchten habe, da ich selber Zionist sei. Bei der Ankunft in Jerusalem fühlte er sich sehr unwohl, er hatte 38 Grad Fieber, so brachte ich ihn und seine Begleiter ins Hotel Kamcnetz, Während die Polizisten wegen der bevorstehenden Ankunft des Deutschen Kaisers jeden Fremden nach Namen und Aufcnthaitszwcck fragten, waren die Herren unter meiner Begleitung bis zum Hotel unbehelligt geblieben.“ Im Hotel Kamcnetz fühlte sich Herz! äußerst unbehaglieh. Die Zimmer waren klein und schmutzig. Er iibcrslcdclte am nächsten Tag mit seinen Reisegefährten in das In der Mamillah Road gelegene Haus des Herrn Marx. * Ich besuchte I lerrn Marx — er ist blind und auch sonst leidend — im orthodoxen Hospital Dr. Wallachs am Rande der Stadt. Der Empfangsraiini, in dem wir uns unterhielten, war von Historie erfüllt: in einem Schrank sah man Granatsplitfcr, Reste der Beschießung Jerusalems während des Weltkriegs; unter Glas und Rahmen hing der erste Entwurf der Uebergabcbedingtingcn jenes denkwürdigen Tages, an dem die Türken die Stadt der Wacht des Generals Allenby räumten•, iu jenem Zimmer im Wallach-Hospital war dann auch der UeJjergaheakt selbst erfolgt; und ein anderes dem Hospital ges henktes Bild zeigte Theodor Hcrzls Kopf mit handschriftlichem Gruß: ״Sehr geehrter Herr Marx, ... Die Tage, die wir in Ihrem gastlichen Haus in Jerusalem verlebten, sind meinen Freunden und mir in angenehmster Erinncrung geblieben. ...“ ״Hatten Sic Hcrzl schon vorher gekannt, Herr Marx?“ ״Nein, ich ging die Jaffastraflc entlang, um mir den Einzug des Kaisers anzusehen. Da kam ein Bekannter auf mich zu mit der Frage, ob ich nicht den Doktor Hcrzl und seine Freunde aufnehmen könne. Ich lehnte ab: Ich will jetzt den Kaiser sehen; außerdem muß ich meine Frau fragen.“ Die Logik des Herzens hat sehr schnell Herrn Marx besiegt. ״Ach, der Doktor Hcrzl — das war cm prächtiger Mensch von wirklichem Adel und tielcr Bildung — Das Marxschc Haus in der Mamillah Road steht noch. Die beiden Herzl-Zimmcr sind seit sieben Jahren von einem christlichen Araber, einem Damenschneider, bewohnt, Im Erd* geschoß ein Scifcngesehäft. Keine Gedenktafel ziert den Bau. Aber einen Kaddisch wird man sagen und hebräische Lieder singen, ... ״Die Trauben wuchsen bei mir so schön, die wollte Ich dem Doktor Hcrzl doch zeigen — —erzählt mir Herr Broze — noch immer in Moza ansässig, dem schönen Gebirgsort im Süden von Jerusalem. ־,Später schickte ich ihm nach Wien eine Flasche von meinem Wein. Er dankte: ,... Ich trinke ein Glas auf Ihr Wohl und auf das Wohl der Niederlassung, wo ich die Ccder gepflanzt habe‘,.,“ Die Ccdcr ist nicht mehr zu sehen. ״Die Türken haben sic während des Krieges gefällt“, sagt Herr Broze. — Am Morgen des 3. November fuhr Herz! mit seinen Freunden nadi Jaffa zurück; nach beendeter Mission wollte er das Land schnell verlassen. ״Vor der Abreise“, berichtet Mendel Krämer, ״schenkte ich ihm den Haftbefehl.“ Hcrzl selbst erwähnt dieses Geschenk nirgends; auch!>. Bein, sein Biograph, dessen Werk in hebräischer Sprache in diesen Tagen, in deutscher im Herbst erscheint, weiß von der Ucbergabc des Haftbefehls nichts. Wertvolle I lerzl-Dokumentc enthält in Jerusalem da« Wolftsohn-Archiv der Nationalbibliothek, ferner die Schwadran* «ehe Autograplicnsammluiig. Der Keren Kajcmcth zeigt in seinem Verwaltungsgebäude Theodor Hcrzls Arbeitszimmer in der ungefähren Möbel* anortlnung der Wiener Wirklichkeit. Spätere Geschenke und Ergänzungen haben das Zimmer zu einem kleinen Museum gemacht. Auf dem Schreibtisch Hcrzls rührende Dokumente des menschlichen Alltags: Rechnungen vom Buchbinder Stellmann; Ausweise der Kaiscrl. Köiiigl. Privil. Gasbeleuchtung«- anstalt; und auf Briefbögen der ״Neuen Freien Presse“ eine zierliche Kinderhandschrift, die wohl von seiner Tochter Trude herrührt: ״Liebes Vaterl! Jetzt saust Du durch die öden Steppen Rußlands, saust Petersburg, der Czarenstadt entgegen ...“ An der Wand Familienphotograplücn, Bilder des zähen Mitkämpfers Max Nordau, des großlicrzoglichcn Gönner* Friedrich von Baden. Eingerahmt auch ein Theaterprogramm: ״König!. Deutsches Eandcstlicatcr. Sonntag den 12. Februar 1888. Zum ersten Mate ״Seine Hoheit“, Lustspiel in drei Aden von Theodor Hcrzl.“ Hier erkennt man die Richtung des vor• zionistischen Ehrgeizes des Feuillctonistcn. In den Bücherschränken die ersten Ausgaben vorrt ״Judenstaat“, von ״Altnruland". Movers Konversationslexikon, da« Hcrzl fleißig benutzte, schließt sein Referat über das Land am Jordan mit den Worten: ״Seit der Vertreibung der Aegypter aus Syrien und Palästina seufzt P. jedoch wiedec unter türkischer Herrschaft.“ Ein Globus. Wie oft mag der Blick die Erde abgetastet habei.. man weiß, auch Uganda wäre ihm recht gewesen, im Bücherschrank stehen, neben anderen Reisebeschreibungen, Ugandabüchcr. ... Das Rednerpult des ersten Kongresses. Der Tropenhelm der Palästinareisc. Eine der ersten Büchsen des Nationalfonds. Und das Photo eines Briefes an den englischen Zionisten und späteren Hcrzl-Biographcn de Haas: ״Hier mein Entwurf unserer Fahne ..." Der Flüchttingskommissar in Pari» (Von unserem Berichterstatter.) F.G. Paris, 2ft. Juli. Der Fliichtlingskommiss.ir MacDoiiald erschien ganz plötzlieh gestern Mittag in den Arbeitsräumen des Comite National in der Rue de la Duranee, begleitet von seiner Frau, und begab sieh sofort in die Ahfertigungsräumc, die von Flunderten von Unglücklichen besetzt waren, die immer noch nicht das Fünkchen Hoffnung aufgegeben hatten, daß man sie doch nicht verkommen lassen würde. Ein Wortführer schilderte ihm dann in bewegten Worten die verzweifelte Lage, In der sich die Hunderte befinden. Es sei das primitive Gebot der Menschenpflicht — da das Comite versage —, daß von anderer Seite etwas wirklich Positives geschehe, um den Auswanderern die Schaffung einer, wenn auch noch so bescheidenen, Existenz zu ermöglichen. MacDonald antwortete in englischer Sprache. Leider ständen ihm von seiten der Regierungen und des Völkerbundes keine Mittel zur Verfügung. Aber er werde, ge* mcinsam mit seinen Freunden, alles tun, um für sofortige Hilfe zu sorgen. Es müsse die Möglichkeit geschaffen werden, daß die Auswanderer solange über Wasser gehalten werden, bis sic wieder zu Arbeit und Brot gekommen seien. Vor einigen Tagen kam es zu sehr turbulenten Szene« In den Räumen des Comitcs, weil die Angestellten schon seit geraumer Zeit die Hilfsbedürftigen in nicht gerade vorbildlicher Weise behandeln. Es wäre angebracht, wenn diese Funktionäre über den richtigen Umgang mit notleidende« Menschen systematisch belehrt würden. Friedensvorschlag der Revisionisten? Paris,30 ׳. Juli. (J.T. A.) Die Exekutive der Wcltuniott der Zionisten- Revisionisten hat an die Leitung der palästinensischen Arbeiterpartei ein Schreiben gerichtet, in dem sic vorschlägt, eine Round Table- Konferenz von Vertretern der Revisionisten und der Arbeiter» nartci einzubcriifen. Auf dieser Konferenz sollen Maßnahmen beschlossen werden, die die Wiederholung von Ge* walttatcn von Parteigängern der einen gegen die der anderen Gruppe unmöglich machen. Aus der letzten Zeit liegen aus verschiedenen Ländern wieder Meldungen über scharfen Parteikampf zwischen Revi* sionisten und Arbciterpartcilern vor. ln der nördlich von Tcl-Awiw gelegenen Siedlung Herz* 11 a sind drei dort als freiwillige Erntehelfer beschäftigte junge Leute ertrunken, als sie versuchten, einen in Ertrin* Kungsgefahr geratenen Kameraden zu retten. Die Namen der Verunglückten sind: Herbert Schapiro, Nehemia Rcznik, Jakob Lanzct. jiijuiI'WJ I Ijj ‘<€\\נ! 1. SCHI RAS und MOSSUL* bis zu 80 *130 cm!50 KAßADJA, bis ZU ( fa . 90>14Ocm ח״hniiunq 3011 11 1! י:;‘,' 4 *'י■׳־■"*״'"׳ Wk ׳fit; L .׳* I.. / Li Li M UV,. I '׳ ׳׳.' '׳•iirr-rr-^tu—tirirrr tg.־עד.*״ % ״**., v* .' urmc I ■y •7 r i i i* f bis zu £ iü!~.1QMQcml Unser laaer echte1* HRSER'Teppiche oller Provenienzen enthält Stücke in allen Größen von seltener ^erkauftit/£f~~] Schönheit. M Deutsth/andt trtoßtef PddtifCfihoft für Möbelstoffe, GoNfltte/t

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