Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 61 (31.7.1934)
- Date
- 1934-07-31
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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I Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr, 61, 31. VH, 1934 Gibt cs ״Deutsche Juden"? Um die Eintragung des ־ ״Kulturbünde* deutscher Juden" In da* Vereintregüier Das Zcntralorgan des Bundes Nationalsocialistischer deut• sclier Juristen ״D c 111 s c 11 c s Recht" beschäftigt sich im neuesten Heft vom 25. Juli!«131 mit der Eintragung des ״Kulturbundes deutscher Juden“ in das Ve r c i n s r e g i s t e r. Das Registergericnt hatte den Ontragungs• aiitrag mit der Begründung abgclehnt, da ff et ebenso wenig deutsche, wie polnische oder f r a n z ö - sischc Juden usw. gebe. Auf Beschwerde hat das Landgericht Berlin (3. Zivilkammer) durch Beschluß vom 28. Juni 1031 das Amtsgericht angewiesen, von den geäußerten Bedenken abzuschcti, und ist der Ansicht, daß es keine deutschen, genau so wenig wie es polnische oder fr*nzösischc Juden gebe, nicht beigetreten. Der auch Jetzt noch, nach der Staatsumwälzung übliche Sprachgebrauch besage, wie das Landgericht ausführt, vielmehr das Gegenteil. Die Zeitschrift ״Deutsches Recht" schließt ihre kri• tische Würdigung dieses Beschlusses des Landgerichts Berlin folgendermaßen: ״Wen» das (.!erteilt in diesem Beschluß weher »Usfiihrt; ״So ist nicht cinzusrhen, aus welchem (!runde sich nicht Juden deutscher Stnatsiingchiirigkt it oder deutscher ,Sprache zu einer Vereinigung ,deutscher Juden‘ z11s:1nnne״«-hlielSen können", so kann man für eine solche Einstellung, die auf eine Verkennung der tat* sächlichen Verhältnisse h'nnusliiufl, kein Verständnis aufbringen, zumal der Beschluß des l.airdgerichti Berlin diese Einitelhing noch dadurch unterstreicht, daß er ausdrücklich betont; ״Znmal wenn die Zwecke und Ziele des Vereins keinesfalls als politisch erscheinen, sondern laut Statuten (t) auf kulturellem Gebiet Hegen sollen.“ Abgesehen davon, daß die Statuten keine Sicherheit dafür geben, daß ein solcher jüdischer Kuhn״bund nicht auch staats* feindliche Ziele verfolgt, ist es ganz untragbar, jüdische Kultur* bestrtbungen in irgendeine Verbindung mit der deutschen Kultur zu bringen, (!egen diese Unmöglichkeit geht ja gerade der :Kampf der nationalsozialistischen Bewegung.“ Hierzu ist noch zu sagen, daß sowohl die Tttiache der Gründung des Kulturbundes, als auch *ein Name und *eine Ziele dem zuständigen Ministerium gen*u bekannt w»ren und von ihm gebilligt wurden. Die Niederlande und die Judenfrage Die Zeitschrift ״Erwachendes Europa“ (״Monats- Schrift für nationalsozialistische Weltanschauung, Außenpoljtik und Auslandskunde") bringt In ihrem Juliheft einen Aufsatz ״Pie Niederlande und da* neue Deutschland“ von Friedrich Ottomar Juinmcl, worin e* u. a. heißt: ״Der jüdische Einschlag, der vor allem in den Groß- »lärlten recht stark ist, wurde in den Niederlanden nicht als Nachteil empfunden. Juden haben dort auf fast allen Gebieten öfter hohe Stellungen erreicht. Sie bilden einen regsamen Teil der Bevölkerung, den nmn nicht verlieren möchte. Antisemitismus ist praktisch nicht vorhanden, wenn man auch viele Elemente der zugewänderten Ost Juden als nicht gerade sympathisch empfindet. Diese Tatsache mußte eine stark ablehnende Kritik auslösen gegen das neue Deutschland und seine Stellung zur Judcnfragc. Die Ablehnung jüdischer Präpondcrnnz, denn um mehr handelt es *ich im neuen Deutschland nicht, kann natürlich von einem Volke um so weniger verstanden werden, je weniger dieses eine »olche Präponderanz bei sich seihst spürt, und das außerdem in religiöser Hinsicht weitestgehende Freizügigkeit übt." Richard Strauß neue Oper 1 m n ״״/ ןן ך!: י ץיי־״-י-ז, , .j V* י.,....1 Li kJ 'v. -J ’v 1 LsJ iw«1 ך-r| ^־*׳"״׳■^ ן*»- ~f 3 ü; ך־^ n fic־ I \f! I i | 3» ך• ״״*? י fj־Sc? f Um das Mur&cn vo^i jüdi&dicn ״Wclilicrrsdiof Issif ct»ca" Johannesburg, 14. Juli. (J. T. A.*Briefdienst.) ln O r a• hamstown ist gegenwärtig ein Prozeß im Gange, der von dem Rabbiner der Western Road Synagoguc in Port Elizabeth gegen drei Führer der antisemitischen Grauhemden-Organi• sation, Johannes von M 011 k c, Harry Victor Inch und David fkrmanus 01 ivier, angestrengt worden ist. Der Kläger verlangt Entschädigung für eine, wfc er behauptet, von den Beklagten dadurch begangene Diffamierung seiner Person, daß sie ein angeblich aus der Synagoge, an der er Prediger ist, gestohlenes Dokument veröffentlichten, von dem sie behaupten, daß ans ihm das Vorhandensein einer jüdischen Wcltvcrschwörung hervorgehe. In diesem Schriftstück wird auf die sogenannten ״Oehciiiiprotokolle der Weisen von Zion“ Bezug genommen. Da in dem Verfahren eine Aufklärung über die in diesen und ähnlichen Publikationen gegen die Juden erhobenen Anschuldigungen angestrebt wird, findet der Johannesburger Prozeß weit über den lokalen Rahmen hinaus stärkstes Interesse. Einen Höhepunkt 111 den bisherigen Ver* Handlungen bildete die Vernehmung des Präsidenten der Zio* nistisciien Weltorganisation und der Jcwish Agency for Pa• lestine, Nahum Sokolow, der zur Durchführung einer Kam* pagne für den Keren iiajcssod sich gegenwärtig in Südafrika aufhält, als Zeuge in dem Prozeß. Sokolow erklärte, an der Behauptung, es gebe eine jüdische Verschwörung zur Erringung der Weltherrschaft, •ei absolut nichts Wahres. Die zionistischen Kongresse seien organisiert worden, um die Errichtung einer Heimstätte für das jüdische Volk herbeiz.uf(ihren. An dem ersten Zionisten- Kongreß in Basel im Jahre 1607 habe er selbst teilgenommen und an seiner Vorbereitung gemeinsam mit dem verstorbenen Dr. Herzl mitgewirkt, Sokolow führte genau aus, wie er die Tagesordnung zusammcngestellt hat, und zeigte, daß alle Ver• Handlungen des Kongresses öffentlich waren. Dem Kongreß wohnten Personen aus allen Teilen der Welt, unter ihnen nichtjiidischc Professoren der Baseler Universität, bei. Nach Kongreßschluß wurde ein vollständiges Protokoll der Verhandhingen veröffentlicht. Er könne bezeugen, daß die Behauptung, die ״Protokolle der Weisen von Zion" seien Irgendwann von Dr. Herzl herausgegeben worden, falsch ist. Dieses ver• leumdcrischc Dokument sei unerhört. Er habe Ward Price, der im Jahre 1920 in der Londoner ״Time s" Entstehung und Wesen der ״Protokolle“ enthüllte, persönlich gekannt. Jedes Wort in den ״Protokollen“ sei eine boshaft e L ü ge, nur zu dem Zweck geschrieben, die Nichtjuden gegen die Juden auf• zuhetzen. Man habe entdeckt, daß die ״Protokolle“ die fast genaue Kopie einer in der Zeit Napoleons 111. geschriebenen Streitschrift sind. Das Original dieser Schrift habe er im Brltischen Museum gesehen. In den ״Protokollen“ habe man den Namen Napoleons durch den Hcrzls ersetzt und überall da von Juden gesprochen, wo in der Originalschrift von den Franzosen und den napoleonischen Kreisen die Rede ist. Es entspann sich nun ein Frage- und A nt Wortspiel, wobei die Angeklagten an Sokolow eine Reihe von törichten Fragen stellten, worin sie ihm die angeblichen jüdischen Verfehhingen vorhielten. Sokolow erwiderte mit ruhiger Ueberlegenheit und wies mit wenigen Worten nach, daß die von (xj. den drei Antisemiten erhobenen Vorwürfe •ich »ut nicht stierende Tatsachen gründen. Nachdem der Kläger, Rev. A. Levy von der West«. Roard Sytiagogue, auseinandergesetzt hatte, daß es einerlei)' technisch unmöglich gewesen sei, ein Dokument ״? bemerkt aus der Synagoge zu entfernen, und daß außer<jjl das angebliche Dokument seiner ganzen Aufmachung nach y Fälschung zu erkennen sei - die hebräischen ׳*יorte *04 verstümmelt und an seinem Kopfe frage das Blatt die «oh! JZ Warenbezeichnung, nie aber für Dokumente benutzte Auf Schrift ״Koscher I e P e ß a c b“ —, wurde der eh ritt liehe Philologe Prof. Dlngemans zuf Abgabe ein״ Gutachtens über das angeblich aus der Synagoge stammen* Flugblatt vernommen. w Der Sachverständige erklärte, er habe im Alter v» 16 Jahren mit dem Studium des Hebräischen begonnen im dieses seither ununterbrochen betrieben. Nach sorgfältig« Prüfung des Schriftstücks sei er zu der Uebcrrcugung geUn« daß cs keineswegs das sei, als was cs *tisgeeeben würfe nämlich ein von einem gebildeten Juden verfaßtes Oehrim! dokument. Es enthalte falsch geschriebene hehr!', Ische Buchstaben und lächerliche I n k ongrti, e n z e n zwischen den hebräischen Wörtern und der Tendej; des Inhalts. Das Dokument stelle einen plumpen, niemanden überzeugenden Versuch dar, einen hebräischen Text vorm, täuschen. Man habe Anzeigen in hebräischer Sprach kopiert und ein heilloses Durcheinander daraus gemacht. Det Schreiber könne nicht nur nicht hebräisch, sondern auch nicht englisch, seine Gedanken seien völlig unzusammenhängend, Besonder» ein Satz sei deutlich mit der Absicht geschrieben , worden, die Nichtjuden gegen die Juden aulzureizen. Der Zeuge erklärte, er kenne die jüdische Lehre um f“ ״ Er sei überzeugt, daß der in dem Schriftstück selbst liegende Beweis überwältigend dafür spricht, daß das Dokument eine schamlose, tückische Fälschung ist. Dieses Doku• ment könne nicht die Arbeit eines gebildeten Menschen, sei« Jude oder Nichtjude, sein. Das gleiche gelte bezüglich de anderen vorgclcgten Dokumente. Es handle *ich bei diesen tat den Versuch, den Geist leichtgläubiger Menschen zu vergifte!, doch sei Satan ganz besonders schlecht beraten gewesen, als er für dieses Geschäft «inen so unfähigen Mann auaiuchte. Jeder, der hebräisch kann, werde unvermeidlich zu denselben Schlüssen kommen. Auf weitere Fragen erklärte und *einer Angehörigen Adern Blut Prof. Dingemans, in lemn fließe kein jüdisch(!] v. Moltke: ״Kann man etwas fälschen, was nieht existiert?" Prof. Dingemans: ״Wenn ich der Feind einer be• stimmten Rasse bin, kann ich leicht etwas schreiben, um die» Rasse verächtlich zu machen, und versuchen, den Eindruck n erwecken, daß das, was ich schreibe, von denjenigen herrührt, die ich verunglimpfen will. Dieses Schriftstück behauptet etwn zu sein, was es nicht Ist. Es will als Aeußerungcn aus eint! Synagoge gelten, niedergeschrieben von einem gelehrten Jude! und ich halte an der Meinung fest, daß es, wenn cs überhaup aus einer Synagoge kam, fn dieae von d em jeniget gebracht worden ist, der es geichrieben hat und daß dieser kein gelehrter Jude, aber auch kein gelehrt( Nichtjude war." Die ״Nalional-Zeitung“, Essen, vom 27, d. M. schreibt: ״Wie der Großdetilsclic Pressedienst meldet, hat Richard Strauß *eine Oper ,Die seliwrig.ame Frau*, deren Libretto bekannilich von dem Litcruturjudcn Stefan Zweig stammt, von der im Dresdner Staatstliealcr vorgi-ehcncn Uraufführung zurückgezogen. Diese Nachricht wird — wenn sie sich als stichhaltig erweist — überall Befriedigung uusloscn, denn eine *olche klare Entscheidung des im nationalsozialistischen Deutschland an hervorragender Ereile stehenden bedeutenden Koinponisten für die weit• und kunstanschaulichen Anschauungen und Belange des neuen Reiches war nachgerade zu einer dringlichen Notwendigkeit geworden. Auch der Umstand, daß Richard Strauß seine Mitwirkung bei den Salzburger 1 ests!ritlcis abgesagt hat, wird seiner Position im Ku!• turlcben des Dritten Reiches nur förderlich sein können.“ Gegen die Annahme der Oper zur Uraufführung durch den Dresdener Intendanten Adolph hatte •ich bekanntlich, wie bereits berichtet, im Dresdener nationalsozialistischen Organ und im ״Stürmer“ heftiger Widerspruch erhoben. *Odal und Zionismus* Die ״Bo d e z e i tu n g“, üschcrslcben, veröffentlichte *m 26. 7. unter der Ucberschrift ״Odal und Zionismus“ einen Artikel, worin darauf hingewiesen wird, daß der Zionismus für die Ansicdlung der Juden in Palästina ganz ähnliche Grundsätze anerkennt, wie cs ״in dein Grundgesetz der germanischen Volkslcbcnsfähigkeit Odal" enthalten sei. In diesem Zusammenhang verweist das Blatt insbesondere auf das Buch von Ludwig Oppenheimer, das in der ״Jüdischen Rundschau" ausführlich besprochen war. Die Zeitung meint, die zionistische Presse sollte hier die Grundsätze von Walter Darre wiedererkennen. Freilich glaubt die ״Bodezcitung“ ihre Notiz damit abschließen zu können, daß sic darauf hinweist, daß diese Grundsätze des Bauerntums ״im Blut begründet“ seien, so daß die Aussichten für die Juden in Palästina in dieser Hinsicht schlecht seien. Auch jetzt schon, so heißt es weiter, wendet sich das Volk in Palästina mehr dem Hypot h e k e n g c s c 11 ä f t als der Bodenbearbeitung zu. Wir verstehen nicht, warum eine an sich sachliche Darlegung über eine Parallelität der Gedanken des Bodenrechts mit einem solchen durch nichts begründeter. Scitenhieb enden muß, Bengt Berg über Pal&iiina Das DNB veröffentlicht Aeußerungcn des bekannten schwedischen Schriftstellers und Tierfreunds Bengt Berg, die er gelegentlich seines letzten Berliner Besuches zu einem Pressevertreter gemacht hat. Dabei erzählte Bengt Berg von der Tierfreundlichkeit verschiedener Persönlichkeiten, die ihm begegnet sind. U. a. kam Bengt Berg auch auf den Eroberer Palästinas, Feldmarsch all Allenby, zu sprechen und sagte: Wieder ein falscher ,Jude״ Das Berliner 8״ - U h r A b c n d b I a 11“ veröffentlichte am 16. 7. einen Leitartikel über das Buch ״Ocrmany unmasked" des bekannten englischen Journalisten Robert Dell. Das 8-Uhr- Blatt schreibt, cs handle sieb um ein Buch ״aus der Feder des für englische Zeitungen schreibenden Juden Robert D e 11“. Obwohl cs allgemein bekannt ist, daß Robert Dell nicht Jude ist, haben wir unsern Genfer Mitarbeiter beauftragt, den jetzt in Genf weilenden Journalisten persönlich über seine Abstammung zu befragen. Wir erhalten nunmehr folgende Aeußcrung: ״Dell machte nmidut darauf aufmerksam, daß sein Name ein-r der geläufigsten, typischesten und gleichzeitig ältesten englisihen Namen sei. Die der anglikanischen Kirche angehorendc Familie seines Vaters stammt von schon nachweubar im XVI. Jahr* hundert in der Grafschaft Buckinghamshire »I* Kleinbauern ange. siedelten Dell» ab. Sein Vater war anglikanischer Pastor und Pro* fesmr der Mathematik in Marlborough. Seine Mutter, eine geborene Wales, entstammt väterlicherseits einet alten protestantischen Familie, die seit über zwei Jahrhunderten die gleichen BcsitttUmer in Wallingiord verwaltet, und mütterlicherseits den bekannten, uralten englisch-protestantischen Familien Birkett, Shirfey und l-igo. Teils srherrenri und teils aulrirhtig bedauernd, stellte Dell daher lest, daß die Prüfung seines Stammbaumes vom Standpunkt der allerstrengsten Rassrnior-chung, das Vorhandensein au ch nur eines Tropfens jüdischen Blute» in seinen Adern »usach 1 i e ß t.“ Vor kurzem wurde bekanntlich da« Mitglied der Saar- Abstimmungskommission Sarah Wambaugh von einer Zeit- •chrift fälschlich als Jüdin bezeichnet. Das Buch von Dell, mit dein sich das 8״-Uhr-Abendblatt“ beschäftigt, ist uns nicht bekannt; aber wenn es richtig ist, slaß Dell in diesem Buche von ״einer Überlegenheit der Juden“ in Deutschland auf dem Gebiete der Wissenschaft, Kunst und Literatur gesprochen habe, dann ist dies sicherlich eine Ucbertreibung, der wir Juden am wenigsten zustimmen werden. Wenn das deutsche Volk sich dagegen wehrt, die Werke von Juden als repräsentativ für die deutsche Literatur gelten zu lassen, dann müssen auch Außenstehende unseres Erachtens diese Erklärung anerkennen, und cs steht ihnen keineswegs zu, von Juden stammende Werke als die ״eigentlich“ wesentliche deutsche Literatur zu bctrachten. Das 8״-Uhr־Abendblatt“ irrt gewaltig, wenn es annimmt, daß der Geist ״jüdischer Uebcrneblichkcit" von den Juden ebiliigt wird. Qcrade das selbstbewußte Judentum hat wieder• olt auch schon in früheren Zeiten gegen eine solche Haitung um so mehr Stellung genommen, als wir glauben, daß jüdische Fähigkeiten und Begabungen sich in erster Linie innerhalb des aut Erweckung wartenden jüdischen Kulturkrtises zu zeigen haben, ״Ala der NstionalhcM Englands, Feldmarschntl Allenby, mich auf *einer ln*|>!'klion»ful1rl durch den Sudan am oberen Nil traf, sprach er nicht üIkt »eine Eroberung Palästinas — möge der Besitz ihm gern gegönnt sein — sondern ütxr wilde Eiefantcn und Vögel, die er, selbst kein Jäger, in Stunden der Muße xu benbnehten Palästina ist nicht nur dem jüdischen Volk, sondern auch allen christlichen Religionen heilig. Trotzdem in dem Inter• view auch andere antisemitische Anspielungen enthalten sind,!8 **..״ieh mit dem Oedanlren zu befreunden, daß ״kiTn,,י1!״ *ine derartige wegwerfende Bemerkung über Palästina für patsend hielt. . Zur Rede des Gauleiters Groh6 Die Pressestelle der Reichs vert retung der deu ■ chen Juden teilt mit: ״ , c,lncr. Äroöen Jugendkundgebung Im Rahmen «h Kulturwoche der Hitler-Jugend hat der Gauleiter und Staa rat Herr Grohß scharfe Angriffe gegen das Judentum 1 richtet. Hiergegen hat sich der RelchaautschuS d j U d 11 c h c n Jugend verbände in einem Schreiben den Herrn Refchsjugendführer gewandt. . * (Die ״Jüd. Rundschau" hat sich In ihrer Nr. 60 mit < Bier erwähnten Rede beschäftigt, - A. d. R.) Ein nldiljüdischer Nichtarier Die ״Rheinisch-Westfälische Zeitung", Eisen, schreibt ״Daß sich jemand durch die Bezeichnung ״Arier" 1e■ susagen beleidigt fühlt, das kommt sicher nicht alle Tip vor, E* blieb dem Graten Coudcnhovc-Kaletgi, Ptic identen der’ Paneuropa■Bewegung, Vorbehalten. Das Mannheim(; ״llakenkreurbanner“ halte in einem Artikel ״Der jüdische Krieg• geschrieben, daß der große Paneuropäer ״Arier" »ei. Alsbald IU!1«׳e der Zeitung eine geharnischte Erklärung auf den Redaktiomtiich, » welcher fest gestellt wurde, daß der Graf NichUtier sei, da •eine Mutter eine halbmongoli.che Japanerin gewesen sei. Der gute P»• europapa fühlt sich also gekränkt, wenn man thn •11 Auer br■ *eichnct.“ Für uns ist eine andere Seite der Sache Interessant Obwohl bekannt Ist, daß Herr von Coudenhove-Kalergi der Sohn einer Japanerin ist, wurde er dennoch unwillkSt• lieh als Arier bezeichnet, weil man damit nur sif« wollte, daß er Nlehtjude ist. Im Bewußtsein sehr weiter Kreise ist nämlich der Begriff Arier nichts anderes all dir umschreibende Bezeichnung eines vom jüdischen. Blut freien Menschen. An die Zusammenhänge mit anderen Rassen wild im *!!gemeinen gar nicht gedacht. Kleine Nachrichten An der Dan zager Technischen Hochseh ul« ist eine Art Judenghetto in der Weise geschaffen worden, daß die jüdischen Studenten aus den allgemeinen Zeichen■ älen entfernt wurden und man ihnen ein spezielle Zeichenzimmer angewiesen hat. Die Studentenverein!• gung ״Union“, der Hauptsächlich Juden angehörten, wur« von der Leitung des Technikums ohne Begründung «'י gelöst. im Auftrag der vereinigten jüdischen Verbände für Aw■ wandererhiifc Hias Ica Emigdirect (HICEM) hat Dr. Ab»• harn Coralnik Mexiko, OuatemaU und Hon du״* bereist. Nach New York zuriiekgekehrt, berichtet Dr. Corij• nlk, die Einwanderung von qualifizierten Handwerkern, *0״' von landwirtschaftlichen und Industriearbeitern könnte In die*« Gebiete in einem gewissen Ausmaß organisiert werden. Aus Warschau wird gemeldet: Der vor kurzem**^ Verbüßung einer zweimonatigen Kerkerstrafe aus dem 0'־ flngnis entlassene nationalradikale Urheber des während ort antisemitischen Unruhen im Mai auf den Rabbiner «« Pabjanic, Rabbi Mendel Alter, einen Bruder de* י'״ rühmten Qerer Chassidim Rabbis, verübten Attentat» wu«׳ als er auf dem Ring.Platz eine antisemitische Hetzrede m vom Blitz erschlagen. י" dem Bericht Aber die Gründung der neuen Ml» rachi-Partei in Erez Israel in Nr. 60 der ״J. R“ (״•״. tike« ״Neugruppicrung in Palästina“) wurde erwähnt, ״״ “n‘ef. d«? Unterzeichnern auch ein Rabbi Kuk *ich״ findet. Diese Angabe wurde in der Redaktion auf Ober Lii # mV 1• Kuk bezogen und dementiprechend?״ ändert. Wie sich nun bei Ueberprüfung herausatellt, hj־״ t es sich nicht um Oberrabbiner Kuk, sondern um de«‘« Bruder Rabbi Döw Hakohen Kuk.. ו¬ וו