Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 60 (27.7.1934)
- Date
- 1934-07-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU ״Times“ zur Lage im Zionismus Der zweite Aufsatz ״Zur Krisis im Zionismus" in der Londoner ״Times“ vom 23׳. Juli (über den ersten berichteten wir in Nr. 59) führt weiter folgende Oedanken• gange aus: Die britische Regierung und das britische Volk müssen der Tatsache ins Auge sehen, daß das ״Jüdische Nationalheim" etwas anderes zu werden scheint, als was sie, erwartet haben und was auch den ersten Zionisten vorschwebte. Wir sind weit entfernt von der Zeit, da jüdische Kolonisation Trockenlegung von Sümpfen und Urbarmachung von Wüsten durch eine Elite geistiger Menschen bedeutete. Wir haben den I*unkt überseliritten, da die A11inal1mef,׳ihigkcit Palästinas eingeschät/t wurde nach den Bedingungen der Möglichkeiten des Weltabsatzes von Jaffa-Orangen. Während früher die Juden höchstens in zehntaiiseiideii dachten, denken sie mm in 11 u ml e 111 ׳ a u s e n d e 11 neuer Einwan• dern der. Der Verfasser schildert dann das Wachstum und die große Bautätigkeit in Tel-Awiw und fährt fort: Zio* nistischcr Nationalismus herrscht über dieser Wirtsehaftsblütc. Welchen Preis sie auch zu zahlen haben — es ist ihr Nationalhcim, das die Juden durch eigene Kraft aufgebaut wissen. Ihre Unternehmer wollen mir jüdische Arbeiter bc* schädigen, die nicht in genügender Anzahl zu haben sind. Die Ontiigaiphintngcu müssen ihre Arbeiter au die Stadt «!)geben. Einige zweihundert Bauprojekte in Tel• Avviw sollen in der Luft schweben* weil die Unternehmer die Arbeit nicht annciiuuii können. Itaibgclcrnte jüdische Arbeiter im Baufach verdienen ys—1 Pfund täglich. Diese Tatsache, so fährt der Verfasser fort, ist einer der Hauptpunkte in der Diskussion zwischen Regierung und Zionisten. Die Regierung setzt halbjährlich die Zahl der jüdischen Arbeiter fest, die ins Land gelassen werden. Im April 1933 verlangte die Jewish Agency eine Quote von 12 750, die Regierung gewährte 5500. Auch «in Herbst gewährte sie nicht mehr. Im April d. J. wurden 29100 Zertifikate verlangt und 5öfK) erteilt. Diese Vorsicht der britischen Behörden macht die Juden ״rasend“ (״frantic“). Die Jewish Agency rechtfertigt ihr Verlangen mit dem Arbcitcrmangcl in Tel-Awiw und anderswo und der Tat- Sache, daß dringende Arbeit auf Hände wartet. Die Regierung andererseits argumentiert, daß die Häuser nicht ihre Erbauer und ihre Bewohner ernähren werden und fragt, wie die letzten 501)00 Immigranten in Palästina leben sollen. Die Regierung glaubt, daß viele dieser Investierungen Tein spekulativ -sind und daß viele neue jüdische Konzerne nur durch Kredit existieren. Und was wird geschoben, wenn die Prosperität zu Ende ist und Palästina mit 20 000 Arbeitslosen (Instellt? Ucbcrdics stellt die Rc• gicrung auf dem Standpunkt, daß die illegale Einwanderung nahezu der legalen gleich an Zahl ist. Die Juden betrachten das als Pedanterie und erinnern die Regierung an ihr gegebenes Versprechen, dem Jüdischen Nationalhehn zu helfen. Propagandisten, Politiker und sogar Kauflcutc können ihrer P 11 a 111 a s i e freien Spielraum lassen. Regierungen müsse» harte 1' a t s a c h e 11 im Auge behalten. Die Regierung kamt nicht H Öffnungen als R c a 1 i - täten akzeptieren. Die Revisionisten verlangen, daß die britische Rcgicimig die Aiisicdlting der Juden in Palästina übernehmen solle, aber wenn die englische Regierung diese Voraussetzung erfüllen würde, so würde sic ilire Kaikula• tionen auf einem Lebensstandard und auf Löhnen zu basieren haben, die der Lebenshaltung des arabischen Fell ach cn nähcrkommcii als dem, den die jüdischen Kolonisten erreicht bähen. Die Entwicklung. der Araber ist der Maßstab dessen, was die Regierung für die Juden tun kann. England hat nicht nur für die Juden, sondern auch für die Araber in Palästina zu sorgen, Die Zionisten pflegen zu argumentieren, daß die jüdische Eimvandcrung den Ara b er 11 zugute ko 111111t und daß daher, je mehr Juden hinciiigciasscii werden, die Araber um so wohlhabender werden. Dieses Argument gründet sich auf der Annahme, daß die Araber sieli im Handumdrehen zur selben Stufe landwirtschaftlicher Tüchtigkeit entwickeln können, die die Juden dank ihrer organisierten wissenschaftlichen Kenntnisse entfalten. Das Unglück ist aber, daß die Araber dieses Wissen nicht sofort verdauen können, noch das Kapital hinter sicii haben, das sic befähigen würde, auf viele Jahre mit Verlust zu arbeiten, wie die Juden cs tun. Wenn die Juden wirklich ernstlich die Eingliederung der Araber bei dem Aufbau ihres Nationalhcims wünschten, so würden sie mehr Araber bcsc 11 äfügen und so den großen Unterschied zwischen ihrer und der arabischen Lebenshaltung beseitigen, der eine der Haupt Ursachen der gegenwärtigen Schwierigkeiten ist. Aber das — so endet der ״Times“-Korrcspondcnt — werden die Zionisten nicht tun. (A.d.R.: Diese Darstellung der ״Times" entspricht nicht den zionistischen Auffassungen. Dennoch halten wir es für wichtig, daß unsere Leser erfahren, mit welchen Augen außenstehende Engländer die Palästinaprobleme an- Sehen.) Jüdische Kolonisten fordern Arbeiter - Einwanderung C. J?,ru8״alcm' la j״li• (J• T. A.) Der High Commission .■•1״ ur , n 11 c 11 ° P c empfing ci״c von Schuchs wizt geführte Abordnung des K o i o!1 i s t e 11 v e r b a n d e s, die 1h die Bitte unterbreitete, im Hinblick auf den im Lande her sehenden akuten Mangel an Arhcitcrhändcu Order zu geben, einem weit erhöhtem! Maße, als cs jetzt der Fall ist, jüdiscl Arbeiter ms Land kommen zu lassen. Die Kolonisten wiesen insbesondere darauf hin, daß nie uur die Landwirtschaft der notwendigsten Arbeitskräfte er bchrt, sondern daß auch die Wege und Kommunikation, zwischen^ den Kolonien und den Städten verkommen» b2n nicht weiter ausgehant werden, weil cs an Arbeitskrä ten mangelt. Insbesondere sei cs notwendig, einen Zentr; weg und mehrere Nebenwege zwischen den Dörfern im Ta Scharon zu schaffen. Die Niederhaltung der jüdischen Arb. ii j * as Komitee für Ausbau des Haifacr jüdischen Vierte na dar Hakarmcl veranlaßt, dem Haifacr Magistrat in zutcilcn, daß cs nicht in der Lage sei, den Bau der dt neuen Straßen, für die das Budget bereits bewilligt wurd durchzufüliren. Der Magistrat hat daraufhin begonnen, d Bauteil von sich aus mit arabischen Arbeitern durchzuführe Daraufhin hat das Hadar Hakarmcl-Komitcc erklärt, es weige sich den Bau der vierten Durchzugs-Hauptstraße vorzunchmc Weitere Wegebauten mit einem Kostenaufwand von C 120 konnten ebenfalls infolge der N i c d e r h a 1111 n g d c r j i nC1!!C ” T c ‘ * ״lc!,t vorgcnommcn werden. (Es band cm,c r^Puhdion des sogenannten ״nationale! Kolonistcnverbandes der «n Gegensatz zum allgemeinen Kol .״Hi,ac,hd'!<hu H^karim“ an dü Prlndp jü! scher Arbeit streng festhalt. — A. d. R.) O• tJt Exekufivc der Zlonisti.chen Orgar mres'im b“fW°»sen, die sterblichen *1 ״ r? 1929 verstorbenen langjährigen V< Dt. Leon Reich nach Palästina zu überführen; Nr. 60, 27. Vfl. j534 Sehr mageres Ergebnis וך j ( ** ej\ (f? 111 einer in London ahgchaltcuen Presse-Konferenz bcrichtetc der Obeikommissar für Auswandererfürsorge James O. MacDonald über die bisherigen Ergebnisse der Arbeit zur wirtschaftlichen Eingliederung der im letzten Jahre aus Deutschland ausgewanderten Personen. 13er Oberkommissar erklärte, die Zahl derjenigen, die bereits endgültig eine Heimstätte gefunden haben, werde auf über 20 000 geschätzt. P a 1 ä s t i 11 a sei das Hauptniedcrlassungsland für jüdische Ausgewanderte; abgesehen von den Tausenden, die unmittelbar aus Deutschland ihren Weg in dieses Land gefunden haben, sei man monatlich etwa hundert Personen behilflich, aus denjenigen Ländern Europas, in denen sie vorübergehend Aufenthalt genommen haben, nach Palästina auszuwaitdcrn. Annähernd 1500 Personen seien in den letzten sechs Monaten von den beiden jüdischen Aus- Wanderer-Hilfsorganisationen, Hicem und Auglo-Hiccm, nach Palästina und anderen überseeischen Ländern weitcrpelcltct worden. Dagegen haben sich die von Zeit zu Zeit auftauchenden Projekte für Masscnansicdlung In weniger entwickelten Ländern als undurchführbar erwiesen. Der überkomniissar teilte weiter mit, daß nach den vor* liegenden Berichten 4500 Menschen in den einzelnen Ländern zur weiteren Auswanderung bereit stehen. Die Reisespesen pro K-opf würden 50 Pfund betragen, so daß mit 225 000 Pfund das Problem gelöst werden könnte. Von den zur Auswanderung Geeigneten seien 900 Personen Nichtjuden. Die Frage der Mittel scheine aber vollständig •ungelöst zu sein, da auch die Komitees in den an Deutschland grenzenden Ländern (gemeint sind offenbar die jüdischen Hilfskomitees) keine Mittel mehr haben. Bezüglich der P a ß f r a g c teilte der Oberkommissar mit, daß die in dem Komitee vertretenen Staaten sich bereit erklärt haben, den Emigranten, die keine Dokumente besitzen, ein ״Identitäts- und Rciscdokunicnt" gemäß den Völkerbunds- Beschlüssen von 1927 ausziifolgeii. Da hierzu die Erklärung der Ursprungs-Regierung, daß sie den Betreffenden Keinen Paß ausstelle, erforderlich sei, habe die deutsche Regierung ihren Konsulaten entsprechende Anweisung gegeben. * Beim Lesen dieses Berichtes muß man sagen, daß die Bilanz der Tätigkeit des Oberkommissars mit seinen großen und sehr kostspieligen Büros überaus dürftig ist. Man erinnert sich noch, mit weichen Erwartungen manche Optimästen die Aktion des Völkerbundes, die zur Einsetzung eines ,Emlgrantcn-Kommissars geführt hat, vor einem Jahre nahmen. Wir haben damals unsere Skepsis nicht verh» können, ob cs nicht den Beteiligten mehr auf eine poiir?[! Demonstration als auf wirkliche Hilfeleistung ankomm» v! hat cs sich in der Tat gezeigt, daß von konkreter Hd leistung nicht viel zu spüren ist. Die Staaten um di» 'י sich handelt, haben weder Erleichterungen für dauernde Eingliederung einer wenigstens kie׳ Zahl vo» Emigranten gewährt, noch haben sic sich I nur mit geringen Summen an den Kosten h 1 Transaktionen und der Verwaltung beteiligt. Ja SL.! 3־ der Emigranten-Kornmissar des Völkerbundes und sein (i ' I sollen vor! Juden und jüdischen Institutionen finanziert w.?! den. Es ist unsere Pflicht, offen zu sagen, daß dies nicht 1 im Einklang mit den Erwartungen steht di» I man berechtigt War, auf Grund der Erklärungen führend^ 1 Staatsmänner einzelner Staaten zu hegen. Die Juden, die nach 1 Palästina gegangen sind und über deren Scßhaftmachutir I der Oberkommissar MacDonald berichtet, wären auch oh nt I Bestehen dieses Kommissariats dorthin gekommen. Das Kon:. I missariat hat dazu nicht das geringste beigetragen. Auch dit I übrigen jüdischen Emigrations-Organisationen haben schon 1 früher ähnlich gearbeitet, und es hat sich jetzt nicht!;1 daran geändert. Wenn 19 Staaten einen Kommissar tsetzen, so müßte man glauben, daß die Sache, die zweifei. I los ein intern ationaleslntcresse berührt, mit mr1״ Großzügigkeit und Elan in Angriff genommen w ״ und nicht, daß die einzige Tätigkeit dieser Institution d»׳ bestellt, sich Berichte von den jüdischen Komitees, die auch . schon vorher in der gleichen Weise arbeiteten, verlegen a lassen. Gerade mit Rücksicht auf die herannahende Völker• J bundsversammlung scheint es uns unerläßlich zu!ein, 1 ln dieser Frage einmal offen zu sprechen. Die Situation der 1 Emigranten (wir sprechen hier nicht von politische« 1 1Emigranten) in den einzelnen Ländern, in denen sic nicht arbeiten dürfen und daher nicht bleiben können, ist trost• los. Ein Komitee von 19 Staaten könnte mit ganz ge. ringer Anstrengung und etwas gutem Willen diese Probleme lösen. Es wäre unbegreiflich, wenn die Herren vom Völkerbund nicht einsähen, daß hier in einer gewisse« Weise auch das Prestige des Völkerbundes sut . dem Spiele steht. Die Delegation der ״Friends" Von unserem Korrespondenten Tel-Awiw, im Juli. Dr. Chalil M o t a hat in der arabischen Zeitschrift ״Felcstin“ einen Brief veröffentlicht, in dem er über die politische Tätigkeit der Delegation der ״Fricnds“ (Quäker) in London, die aus ihm und Daniel Oliver (aus Libanon) zusammengesetzt war, berichtet. Daniel Oliver, ein englischer Missionar in Libanon, interessiert sich seit vielen Jahren für das Palästinaproblcm und besonders (iir die Frage der jüdischarabischen Beziehungen. Er lebt seit 45 Jahren in Syrien, beherrscht vorzglich die araübischc Sprache und hat gute Bc- Ziehungen zu den arabischen Führern. Der Brief von Dr. Mota, der im ״Felestin“ veröffentlicht wurde, muß mit vielen Vorbehalten aufgcnomincn werden. Die Tendenz, auf einen Erfolg der Delegation liinzuwcisen, ist offensichtlich. Es handelt sicii darum, die Resultate der Tätigkeit dieser Delegation politisch auszuwerten. Im arabischen Lager geht jetzt ein scharfer Kampf zwischen den gemäßigten Kreisen, die zu einem Kompromiß mit England neigen, und dem extremen Flügel der arabischen National- Bewegung vor sich. Die Reise des Emir Abdullah nach England spielt in diesem Kampfe, der auch die gesamtc arabische Presse in zwei Lager gespalten hat, eine sehr große Rolle. Es ist klar, daß der Brief von Dr. Mofa auf die Waagschale geworfen wurde, um den g c m ä ß i g - ten Flügel zu stärken. Darauf weisen die letzten Zeilen des Briefes hin, in denen betont wird, daß der negative Weg des Boykotts und der Non Cooperation sieh im Laufe von 15 Jahren als unfruchtbar erwiesen hat. Die Juden vergrößerten ihren Bodenbesitz und nahmen wichtige wirtscliaftlichc Positionen ein, während die Araber immer wieder an ihrem Besitzstand verlieren. Manche der Behauptungen und Darstellungen des Briefes wurden offiziell oder nalboffizicll dementiert. Vor allem die Feststellung, daß der Staatssekretär für die Kolonien, Cunliffe-Llstcr, der Delegation erklärt habe, ״er werde es den Juden nicht erlauben, Palästina mit ihren Leuten zu füllen, und er gebe ihnen tatsächlich nicht einmal die Hälfte der Eiiiwandcrungsnuote, die sic fordern, und werde auch in Zukunft von dieser Politik nicht abweichen". Wenn auch diese Darstellung der Dinge stark übertrieben klingt, muß es doch der Delegation der Fricnds gelungen sein, gewisse Verbindungen in England anzuknüpfen, die für die politische Tätigkeit der arabischen Nationalbcwegung von Bedeutung sein könnten. Die Delegation hat Gelegenheit gehabt, in der jährli ■heil Generalversammlung der ״Fricnds", an der 1000 Personen teilnalimcn, die 2 ) 000 Mitglieder der Sekte in England repräsentierten, ihre Saciie idarzulegcn. Es wurde ein ״Watclüng-Commiftce“ (Beobachtungs-Komitee) gewählt, das die Frage Palästinas besonders behandeln soll, und an dein Herr Roxvntrce, ein flicma’iges Parlamentsinitglicd, Herr Harris, einer der Redakteure des ״Sncctator", und Sir George G11111, einer der Freunde Mac- Donalds, teilnalimcn. Dank diesem Komitee gelang es der Delegation, mit politisch einflußreichen Kreisen in England in Verbindung zu treten und auch eine Audienz bei Cunliffc- Lister zu erlangen. In dieser Audienz wurde das Problem des Gesetzgebenden Rates, der Ali iah und des Bodenerwerbs der Juden besprochen. Die Delegation scheint sich, nach dem Bericht von Dr. Mota zu schließen, ganz auf den Stand- Punkt der arabischen Nationalbcwegung gestellt zu haben. Der Minister _ scheint in der Frage des Gesetzgebenden Rates eine positive, wenn auch etwas unbestimmte Antwort, und in allen anderen Fragen eine ausweichende Antwort gegeben zu haben. Jedenfalls setzt das ״Watchlng-Commlttce“ seine Tätigkeit fort, und die Delegation traf auf ihrem Rückwege aus London auf dem Schiffe in Jaffa mit den Führern der arabischen Bewegung in Palästina zusammen, In dieser Bcsprechung wurden die politischen Probleme, die in London aufgcrollt wurden, zur Diskussion gestellt. Die Ergebnisse dieser Besprechung wurden nicht veröffentlicht. Diese Ereignisse wurden in der öffentlichen Aufmerk• samkeit der Araber durch den Urtcilssprueh im Prozesse ך der arabischen Führer, die an der Demonstration in Jaili J Im vorigen Jahre teilgenominen haben, in den Schatten gt■; stellt. Die arabischen Führer fügten sich dem Urtcilsspruci; des Gerichts, das ihnen die Verpflichtung aufcrlegt hat, siet f für drei Jahre in ihrer politischen Tätigkeit in den Grtn-; zen der Legitimität zu halten. Diese Verpflih tung wurde von allen außer dem Scheich Mussatar unter• , schrieben, der zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt wurd! 1 Ucbcr diesen Entschluß der arabischen Führer sind dit j Meinungen geteilt, und cs wird in der arabischen Presse in j dieser Frage scharf polemisiert. Nachdem der Sturm vorbei , י ist, werden jedoch höchstwahrscheinlich di« V c r hand• J 1 u n g e n mit der britischen Regierung und 10• 1 mit auch die Tätigkeit der Delegation der Fricnds wieder® ' den Vordergrund treten. ] Was will die indische Delegation? Die Jerusalemer ״Palästina-Korrespondenz" macht üb« die Zusammensetzung der i!1 d i s c h 1110 ־ h a m medani• j sehen fiele gation, di« den Vorderen (Trient und du» j London besuchen wird, einige interessante Mitteilungen. : Dana:;, wäre der Hauptzweck dieser von Schaukat Ali geiiihrten Delegation der, für eine Kandidatur des indischen Für• f sten N i s a m H a I d a r a b a d für das Amt eines mohi»• j medanischen Kalifen Propaganda zu machen. Nisam w 1 der mächtigste mohammedanische Fürst Indiens und p als der reichste Mann der Welt. Er ist der Schwiegers« j des letzten türkischen Kalifen, des Prinzen Abd-d-Mcdscn» 1 Die arabisch-nationalen Kreise betrachten die Absichten dirj ser mtlis.hen Defcgation mit einem gewissen Mißtrauen. ן um so mehr, als auch zwischen Schaukat Ali und dem Jen!• salemer Mufti starke persönliche Differenzen herrschen sollen. Bauernaufstand gegen die türkischen Juden? ן Die ״Nationalsozialistische Schlesische Tageszeitung* •s; Breslau beschäftigt sich am 21. Juli mit den Ereignissen, 1״'! in der letzten Zeit die türkischen Juden betrofl« » haben und behauptet, daß nach ״amtlichen Information«!; folgender Tatbestand zugrunde liege: , ,,Die j ii (I i s r 11 e n Händler Italien den Hanerrt l)afW1*n j geben, deren Kinziehung sie jet zl bei lk'giim der Ernte betite •ף• j Ohne Frag׳ haben sie sieh dabei der üblichen jüdischen •b' J absrhnriilcr-Methoden bedient, ttttrt •>״ kam es, daß die mehw«1י ■'׳ dänischen Dauern sich gegen ihre Gläubiger auilchnten. An »8י! chen Orlen soll es im Zusammenhang mit dem BaurrnsiufsMM ״ j Judenpogromen gekommen sein. Der türkische Genera lgm1v«n{!J j von Tsclnmakhalc hatte tum Schutte der jüdischen Bevölkerung r*־ j Torpedoboote kommen lassen. Die feindliche Haltung der E1״? j borrnen gegen die Juden Jrc.lt an. Es blieb dem Genera!g1ltv«nl* 1 nichts «!!',eres übrig, als im F.inverstiindiiis mit seiner Rrgt-fUr j sämtliche im he Irohlen Gebiet «nsä-sigen Juden mit hack und PJ j auf zwei Dampfern verfrachten zu lassen. Als die Juden das L,fl. 4 geriiutnl halten, trat sofort wieder eitle Beruhigung der Bevölkert‘ ן ein. Die limiern gingen wieder ihrer Arbeit nach. tVcun ei» j Teil der europäischen Presse den wahren Tathcstand bei der i erstatlung Uber diese Vorgänge zu verschleiern »richte, so W J nicht verwunderlich. Die verjudeten Redaktionen halten «•'11”1 '״ י größte Interesse daran, die Schuld ihrer Rasscgertossen zu 1'״'י ' I liehen.״ J Uns Ist von solchen ״amtlichen“ Darstellungen nicW f! bekannt; der türkische Ministerpräsident hat die Sache»" « J ders beurteilt und die Judenvertreibung auf eine Eie : ,־j inäch'igkeit von Beamten zurückgeführt. Die Londoner״״; j chenschrift ״The Near East and india“, die wir in Nr•7׳: j zitierten, meint, daß die Unruhen vor allem durch die Tarife , keit nationalistischer antisemitischer Hetzer entfacht w® j den sind. 1