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Jüdische Rundschau · 1934-07-24 · Heft 59 (24.7.1934) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 59 (24.7.1934)
Date
1934-07-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 trug, äußert sich das Appellalionsgcricht ziemlich un• umwunden: es bestelle ein starker Verdacht, (1:1 (i es sich hier uin eine Verschwörung zwecks falscher Aussage zugunsten der Verteidigung handle. Interessant ist auch die Tatsache, daß der Gerichtshof das AAinderheitsvotum des jüdischen Richters De Valero, der eine der von den Revisionisten in Umlauf gesetzten Versionen über die wahre Mordursadic sich zu eigen machte, als phantastisch bezeichnet. Das Urteil des Appcllationsgerichtes wird in weiten jüdischen Kreisen begrüßt werden. Denn wenn nur der geringste Zweifel an der Schuld bestellt, dann muß, wo es sich um ein Todesurteil handelt, Freispruch erfolgen. Nichts widerstrebt dem Orundsatz der Gerechtigkeit und insbesondere dem jüdischen Gefühl so wie die Möglichkeit, daß ein Todesurteil an einem Unschuldigen vollstrcckt werden könnte. Darum sind wohl auch in den meisten Prozeß-Ordnungen die formalen Bevveisvor- Schriften in solchen Füllen so streng. Lieber in Kauf nehmen, daß ein armseliger Schurke laufen gelassen wird, als daß die Justiz einen Unschuldigen tötet. In dubio pro reo. Und auch bei größter Wahrscheinlichkeit kann doch ein irdischer Richter in einem so verwickclteil Kriminalfall nicht mit absoluter Gewißheit sein Schuldig sprechen. Das berühmte Beispiel desKara* masoff-Prozesses steht jedem vor Augen. Das furchtbare Verbrechen an Arlosoroff bleibt nunmehr ebenso u 11 gesühnt wie vor zehn Jahren das Verbrechen des Mordes an De Haan. Die Trauernden und Freunde Arlosoroffs müssen cs so nehmen, als ob Arlosoroff einem tückischen Element zum Opfer gefallen wäre. Auch menschliche Bosheit und Verblendung haben ja häufig die Macht dämonischer Naturkräftc. Wer die Mörder wirklich sind, wissen nur die Verschwörer selbst und ihre Komplizen, die aber werden wohl dicht Zusammenhalten, denn Verschwiegenheit gilt bei jeder Maffia als höchste Tugend. Ob sich ihr Gewissen regt, wissen wir nicht. Es ist durchaus möglich, daß sie auf die Tat stolz sind. Aber das Gewissen des jüdischen Volkes hat nun das Wort. Die Gefahr, daß in Ercz Israel ein Jude gehängt wird, ist durch de»1 englischen Richter• sprucli abgewendet. Aber die Parteizerfleisduing und hemmungslose Hetze, die im Verlaufe dieses Prozesses enthüllt wurde und die im Zusammenhang mit dem Prozeß ihren Höhepunkt erreichte, bestellt weiter. Ja man muß befürchten, daß in dieser oder jener Hinsicht die Beendigung des Prozesses dem Parteizwist neuen Stoff bieten wird. Die Freunde Arlosoroffs, vor allem die Arbeiterschaft, müssen, so schwer cs ihnen auch fallen mag, den Spruch des Gerichtes respektieren. So lange nicht neues Bcwcisinatcrial gegen vermutliche Täter herbeigeschafft wird, ist an der Tatsache, daß die Täter juristisch nicht feststellbar sind, nicht zu rütteln. Der Schmerz um den von den Massen geliebten Führer darf nicht zu Unbesonnenheit führen und eine Entspannting in Palästina unmöglich machen. Auf der anderen Seite werden hoffentlich die mit den Angeklagten svtupathisicrcndcn Kreise, abgesehen von ihren nächsten Partcifrciinden, nicht so geschmacklos sein, die freigesprochcncn Stavsky und Roscnblatt jetzt zu lieroisicren oder gar zu ״Nation,־ilhcldcn“ zu stempeln. Denn weite Kreise derer, die sich öffentlich für die Angeklagten nur,sprachen, hatten nach ihrer eigenen Aussage nur den Wunsch, zu verhindern, daß ein Unschuldiger gehängt wird und daß ein Jude gehängt wird. Nun müssen ge• rndc diese gemäßigteren mittleren Schichten des Jischuw dafür sorgen, daß die Atmosphäre sich beruhigt und daß die Voraussetzungen für eine besonnene Bctrachtungsweise der Dinge geschaffen werden. Nicht nur das Jüdische Nationallicim steht auf dem Spiel, sondern auch die jüdische Volksseele ist auf eine schwere Probe gestellt. Unabhängig von dem Einzclfall handelt es sich jetzt darum, sich die Frage vorzulcgcn, welche Geistesverfassung nach unserem — nach aller Zionisten — Willen in Palästina herrschen und sich ausj breiten sott. Solange Israel sein eigenes Leben führte, [ gab cs stets Geisteskiimpfe auf jüdischem Boden. Vor (kisteskiimpfen sind wir noch niemals zuriickgcschreckt. Auf den geistig führenden Menschen, der Lehrerschaft und den für die Er/iclnmgsinstitutioncn aller Art maßgebenden Instanzen ruht jetzt eine schwere Vera nt- ן wortung. ן Weitere Berichte ■ , Jerusalem, 20. Juli. (J. T. A.) fn der Entscheidung, | die der Vorsitzende des Jerusalemer Apncllntionsgcrichtshofs I Obcrrichter MaedonneU verkündete, heißt es: I ״Ich kann nicht der Ansicht zustimmen, daß die Vorinstanz ■ dadurch, daß sie cs unterließ, die Einzelheiten des 1 Uiitrrsucliiitigsergclinisscs atiseinaiulerzuscfzen, ihr Urteil un- ן gültig gemacht hat, wenn cs auch bedauerlich ist, daß I ic diese Einzelheiten nicht anfiihrtc. Ich kann nicht der An- I sicht zustimmen, daß die Identifizierung Stavskys durch Frau I Arlosoroff durch die Mithilfe Inspektor Staffords ungültig ge- 1 macht wurde, wenn diese auch bedauerlich ist. Bei allem Re- I vickt vor dem widersprechenden Urteil eines Assisen bin ich I der Ansicht, daß die Annahme sexueller Motive für das Vor• I brechen eine bloße Hypothese ist. In England wiirc die Zeugen- I ׳uissagc von Frau Arlosoroff allein ausreichend gewesen, hier I aber ist eine Erhärtung durch einen zusätzlichen Zeugen- I beweis erforderlich, und diese ist nicht erfolgt. Die Bektin- I «hingen der Spurensucher sind unzureichend und damit fällt׳ |;mrl1 die Beweiskraft der Schramme an Stavskys Hand. Die I Zeugenaussage Mosche Weisers ist widerspruchsvoll und als ■ I iliärtiing unzureichend. Ich kann nicht der Ansicht zu- ■ stimmen, daß die Erinnerung an einen flüchtigen Augenschein lunch drei Wochen ein ausreichender Beweis zur Erhärtung §<!er Aussage Frau Arlosoroffs ist. Da demnach ein erhärten- ■ dir Beweis nicht vorhanden ist, kann die Verurteilung auf- ■ Scholien werden." I Die Richter Baker und De Freitat schlossen sich lder Entscheidung des Vorsitzenden an. JÜDISCHE RUNDSCHAU Der Jerusalemer Berkhlerstattcr der ״Times" meldet noch folgendes: ״Das Berufungsgericht wandte sich scharf gegen die Met beide des Verteidigers, der sich vor allem damit belaßt habe, die Polizei nimigrcifcn und sic zu beschuldigen, daß sic Zeugenaussagen fabriziert hätte. Der Gerichtshof bedaucrle ferner die in Palästina herrschende Mentalität, hei der in ernsten Krimiiialfällcn die ö f f c n t liehe AS e i 11 1111 g auf der Seite des Verbrechers gegen die Polizei steht. Der Richter machte die Bemerkung, Palästina habe eine bessere Polizei als cs verdiene." Weiter wird berichtet: . Bei der Verkündung der Freisprechung Stavskys spielten sich im üerichtsaal stürmische Szenen ab. Stavsky nahm das Urteil mit 11 ein Rufe: ״Es lebe JabotinskyI“ auf, Die Nachricht von der Freisprechung Stavskys verbreitete sich wie ein Lauffeuer in der Stadt, Die dichte Menschenmenge, die sich jenseits des um das (ierichtsgebäude gezogenen Polizeikordons angosamuiclt hatte, nahm die Verkündung des Urteils mit stürmischem Bei fall und Hochrufen auf die Richter und die Verteidiger auf. 111 den Hauptstraßen drängten sich die Menschen, rissen den Zeitungsvcrkätifem die Sonderausgaben aus der Hand, umarmten und küßten einander. Erklärung der Arbeiterpartei Das Zentralkomitee der palästinensischen Arbeiterpartei (Moazath Poale Ercz. Israeli hat anläßlich des Urteils des Obersten Gerichts in dem Prozeß gegen Ahraham Stavsky eine Erklärung veröffentlicht, in der cs heißt: _ Roscnblatt und Stavsky, die straflos ausgegangen sind, weil diu zweiter Augenzeuge des Verl;•echcns, wie er nach dem in Palästina geltenden türkischen G :setz für die Möglichkeit einer Verurteilung gefordert wird, fehlte, sind auch von dem höchsten Gericht als die Mürel :r Chain! Arlosoroffs 21 VII 1V3J fest }gestellt worden. Beide Instanzen, das Krcisgerjcu Jerusalem und das Oberst« (icrielit Palästinas, habe,! Zeugenaussage Sima Arlosoroth als w;111 r anerkaim♦ t Oberste Gericht Palästinas hat siel! auf den st1״(u, «laß die Aussage Alulul Medschkls ein * fali׳'! zugunsten der Verteidigung war, abgelegt jn lj den <ia!1g der Gerechtigkeit in eine falsche [/' lenken. Annahme R,-A. Samuels, daß es sich um t■ aus sexuellen Motiven gehandelt hat, kt vom f phantastisch hingcstcllt worden. “ ses Urteil, das die Mörder von Bestrafung j,f! gestellt, Zeugnis Absicht, tung zu Die Ueberfail rieht als- Dies bestätigt: nochmals die gegen sie erhobene schwere"(, schiildigtmg. Wir haben nicht nach Rache ״ strebt. Wir wußten, daß die Mörder Arloeornffs ()Zg der Birjonim•[ letze waren. Unser Kampf um J Wahrheit wird auch jetzt nicht eingestellt werden, (D Stavsky und Roscnblatt batten Verbündete bei ihrer ז vom 16. Juni. Wir erblicken in diesem Kampf cinrn Ki«■ um die Reinheit unseres Lehens. Wir werden gegen die |ä1״. haltigen Bemühungen der Gesinnungsfreunde der Mörder ,! Spuren von Arlosoroffs Blut zu verwischen, einen kV führen. Wir werden mit noch größerer Festigkeit gegen ( revisionistische Bewegung kämpfen. Wir werden kämpfen gegen die ״heilige Lüge",!,<״, die Terrorakte der ,,Sikarikin" und ״Birjonim" und y,tn] nicht eher ruhen, als bis die zionistische Bewegung in ganzen Welt und der Jischuw in Ercz Israel befreit ,״. werden von den falschen Propheten, die sich den Anstii«.- von Heiligen geben, aber jede Heiligkeit schünden, y״ werden kämpfen gegen das System des Terrors, des V!״ Brechens und des Bürgerkriegs, das die Partei der Uirjonie in unser Leben getragen hat. Wir Wertteil das zionistische Lager zu seiner früheres Reinheit zunickfiihrciil Was uns auf fällt Von Adolf Böliin (Wien) Der Bericht der Palästina-Regierung an die Mainlatskommission für 10'i'i enthält eine Reihe von interessanten Daten. An dieser Stelle will ich mir auf zwei Mitteilungen von allgemeinem Interesse liiinveiscn. 1. Wo bleiben die land'osen Araber? Jeder Zionist erinnert sich daran, welcher Albdruck durch vier Jahre auf unserer Bewegung lastete, als nach den Unruhen 1920 die Herren Shaw, Simpson und Fr euch die ״landlosen“ Araber entdeckten, diesen angeblich 29,4 ״/o bctragenden Teil der arabischen Landbevölkerung, der, durch die jüdische Kolonisation von Haus und IIaf verjagt, das treibende Element für den fürchterlichen Ausbruch im August 1929 gewesen sein soll. Dieser Gespenster/iig von hiiudcrltnuscndcn landloser Araber hat Lord Pass Geld zu seinem berühmten Weißhuch vom Oktober 1930 inspiriert. Er hat ferner den damali* gen Director of Development, Mr. Fr euch, veranlaßt, die Sperre für vier für die weitere Kolonisation wichtigen Bczirkc (13eis.n1, 111110, Negeb, Jordantal) und die Erschwerung jeder Rodcnlvansaktinn zu verlangen. Ferner snlltcn die landlosen Araber auf Kosten des Landes angcsicilclt werden. Zugleich unternahm Mr. Freitch eine Untersuchung über die Zahl der durch die jüdische Kolonisation landlos gcwir• denen Araber. Bei bestem Willen, jeden nur entfernt mit der jüdischen Kolonisation in Verbindung stellenden Fall zu registrieren, sind von ihm mul seinen Nachfolgern (Mr, French ist bekanntlich nach kurzer Amtszeit seines Postens enthoben worden) bis Ende 1933 bloß 652 Familien registriert worden; man ״liofft“, die Zahl schließlich auf 821 zu bringen. Aber an diesem kläglichen Ergebnis eines vehementen An* griffs auf die vitalsten Interessen der jüdischen Kolonisation war es nicht genug. Es kam noch viel besser, was der Oeftentlichkcit noch nicht bekannt gewesen ist: Auf Empfehlung von Mr, Frcnch sind bekanntlich. In Tel Schok (Beisangebiet) und im Dsdienusbezirk zirka 17 000 Dimam guten bewässerbaren Landes (um ca. 4 Pfund per Dunam) von der Regierung erworben worden. Für diesen Onmdkauf und die Ansiedliuig der landlosen Araber wurden 250 090 Pfund aus der neuen Anleihe bcstimmt. Wenn wirklich selbst zirka 820 Familien anzusiedcln sein würden, so wäre sehr gut für sie alte gesorgt — ca. 20 Dunam gut bewässerten Bodens und ea. 300 Pfund per Familie — das lohnte wirklich jeder arabischen Päclitcrfannlic aut Großbcsitzland sich ״verdrängen" zu lassen. Man sollte also meinen, daß die ״landlosen" Araber — bisher mir 652 Familien — sich geradezu zu .dieser An- Siedlung drängen würden. Aber nein! Sie scheinen schon längst viel bessere Erwerbsquellen gefunden zu haben, denn der Bericht sagt, es bälten sich bisher nur 146 Familien zur Ansiedlung gemeldet! Das also ist das Resultat dieser mit Aufwand großer Mittet und ungeheurer politischer Regie geführten Campagne, die die Stimmung gegen den Zionismus auch in manchen Kreisen, die ihm wohlgesinnt waren, trübte (denn wer hat nicht Mitleid mit Landieuten, die durch gclclmächtige Eroberer von der Scholle verdrängt wurden!), und unserer Kolonisation für immer den Makel einer ücw&ltsache aufdrücken wollte! Die finanzielle Seite dieser Angelegenheit Ist mich nicht ohne Reiz: Eine Viertclmiliion Pfund aus Landcimittcln für die Ansiedlung von 146 Arabern aufzuwenden, Indes die jüdische Kolonisation, die das Land zum Blühen gebracht hat, bisher nicht ein Mil erhielt, ist eine Maßnahme von nicht zu rechtfertigender Einseitigkeit. Diese 250 000 Pfund kosten jährlich 10 000 Pfund Zinsen, wovon mehr als die Hälfte von den Juden beigesteuert wird. Natürlich ist es ausgeschlossen, daß die Regienmg wirklich für 116 Familien eine Viertclmiliion Pfund autweuden wird. Fs wird Sache der unablässigen Vorstclhingen unserer Exekutive sein, die Verwaltung davon ab zuhalten, den Rest — und er wird wohl sehr groß sein — nicht wieder einfach an den arabischen Bevölkcrungstcil irgendwie wegzusclicnkcn, wie es (siehe die nächste Notiz) ihr nach Osten gewendeter Teil soeben mit Staatsländereien getan hat. 2. Die Vergebung der iramjordanischen Staahliindcreicni fm Jordanial Während die zionistische Ocffentlichkcit bis zum heutigen Tage nicht aufgehört hat, wegen der sclncrzcitigen Vergebung der Beisanlnndereicn an vermeintlich anspruchsberechtigte Araber zu Bedingungen, die fast einer Versehen• kung gloichkamen, zu protestieren und eine Revision zu verlangen, brachten unsere Zeitungen nicht einmal die Nachrieht, daß es mit den Staatsläiidcreien im Jordantal, die zu Transjordanien gehören, ebenso geschehen ist. Wir wußten nur davon, daß der Emir 1931 62000 Dunam In Pacht erhielt und dazu £P 3000 aus den Budgetmitteln Inzwischen sind abt: Jordan nahezu ver. Mamlalskora■ I des Staates, um sie zu fruktifi/i'creri. auch die restlichen Staatsländereien in schenkt worden. Der Bericht der Administration an die mission sagt darüber folgendes (Auszug): Im Jahre 1931 wurde durch Gesetz bestimmt, Grundstücke, die nicht über 10 Dunam groß und nicht übt: 50 Pfund wert sind, gegen langjährige Abzahlung zu verkaufen. Bisher sind nach diesem Gesetz 156(199 Dunam I«; 6691 CP verkauft worden. (Das sind ca. 43 Müs für dt! Dunam, 1000 qm.) Im Jordantal, nördlich des Toten Meeres, ist eine Fläche von 108 000 Dunam, welche der Stamm Adwan als se!j Eigentum reklamierte, die aber unter dem türkischen Kegire als ״Machlul" bezeichnet worden war, dem Stamm übr• tragen worden, gegen Zahlung bloß der Registrierungkosten innerhalb von sieben Jahren. (Nach dem türkische Recht verfiel der Boden, der durch drei Jahre nicht bebr.:: worden war, dem Staate und wurde von ihm von neuem vergeben. Ein solcher Boden hielt ״Macbtul“.) Weiter nördlich haben in diesem Ta! die CihnzawiA Araber eine Fläche von 60 000 Dunam des Medawara-Lamk׳ iin Olior el Arbaia reklamiert, und das l.nnddcpartrncnt iir 46 000 Dunam unter sic verteilt gegen Zahlung von 300 M per Dunam, zahlbar Innerhalb von zehn Jahren. Der R von 14 000 Dunam ist an Nachbarn, welche Not an 1.1• haben, verpachtet worden, zu einer fixen Rente anstatt de Zahlung des Zehent. Sie werden an sie verkauft werden, wer sie zeigen werden, daß sie sie entsprechend kultiviere: können. (Diese drei Posten, ohne das Land des Emirs, mache,■ ca. 325 000 Dunam aus, eine Fläche, so groß wie ungefähr der KKL-Bcsitz, natürlich aber nicht so wertvoll.) Ein gleiches wird weiter nördlich mit den Stiklmr ri Ohor-Arabern geschehen, und damit wird alles Staats■ 1 a n d im J 0 r d a n t a 1 vergeben sein. Soweit der Bericht. Man fühlt aus ilnn förmlich dtn Seufzer der Erleichterung der Administration darüber, dal! sie endlich diese Sfaatsländereien los geworden ist. Es ist ähnlich, wie Mr. Frcnch in seinem Report die Tabelle der wcstpalästinciisischcii Staatsländcreien und ihrer Verwendung aufgestellt halte, um zu zeigen: ״Die Welt ist weggegeben.“ Die ״Bedingungen", zu welchen diese Vergebungen i« Transjordatiien erfolgt sind, kann man, wie oben ersichtlich, als solche bezeichnen, die einer V e r s c 11 e 11 k!111 g gleich• kommen. Fs ist auch nicht mit einem Wort erwähnt, ah die von den Stämmen erhobenen Ansprüche auch nur obcrfläch• lkh geprüft worden sind. Diese Ländereien sind beute gewiß nicht wertvoll. B ist noch nicht fcstgestcllt, ob eine Bewässerung in diese״ Gegenden des Tales auf rationeller Basis möglich Dl. an• dererseits herrscht dort furchtbare Hitze. Fs bleibt übrige11'’ auch noch — wie im Falle Beisnn der magere Trost, da» die neuen Besitzer das Land einmal an die Juden verkaufe* werden, tun große Gewinne dabei zu erzielen. Aber für den Vorgang der Administration ist die" Vergebung jedenfalls bezeichnend. In Transjonlaiiien UM cs rechtlich keine Ansprüche der Juden aus dem Mandat auf Staatsländcreien, dennoch ist die Verschleuderung von Staatsland auch für Palästina von Bedeutung. Die jüdische Bevölkerung Palästinas Jerusalem. (Pnlcor.) Nach den Zittern des Statist!• sehen Departements der Jcwlsh Agency in Jerusalem betrug die Zahl der Juden Palästinas am 1. Juli d. ca• 265 MD Seelen. Im Juli 1933 betrug die Zahl der luden Palästinas ca. 209 000 Seelen. Das bedeutet, daß sich die Zahl <kf Juden in Palästina im Laufe des letzten Jahres um 56 000 Seelen vermehrt hat. Bel der letzten Volkszählung, die durch die Palästina-Regierung Im November 1931 durchgeführt wurde, betrug die Zahl der Juden 174 610. Auf diese Weh« Ist die jüdische Bevölkerung Im Laufe der letzten 21,) Jahr* um über 90 000 Personen gewachsen. Die Zahl der 11 i c 111 j ü d i s c 11 e n Bevölkerung Palästina* wird von dem Statistischen Departement der Jewisli Agent? für den 1. Juli d. J. auf 929600 Seelen geschätzt; darunter 809 600 Mohammedaner (davon 66 600 Beduinen), 100000 Chrir.ten und 11 000 andere. Das Prozentverliältnis der jüdischen Bevölkerung zu ansässigen nichtjüdischen Bevölkerung am J1״< <*• J• 23,8 ״/o, am 1. Juli 1933 .״״״־. Nach den offiziellen Ziffern der Palästina-Regierung Laufe der ersten vier Monate dieses J a h ז u der betrug sind Im .._ j!• Jj* h's z.״m F Mai, 9552 Touristen ins Land gekommen, 619 Touristen haben es wieder verlassen. Nacli diesen Ziffern sind also 1m Laufe dieser vier Monate 3133 T 0 u nste 11 1 ni L andegeblieben. Nach den Regicrimgs׳ Ziffern verteilt sich ehe jüdische Einwanderung nach Palästina in den ersten vier Monaten dieses Jahres au' Ä1.1 °r\ e1 ^11,5wanderungsländcr in folgender Weise: Pole* i£\?.CUt8^1V,d 2381י Rumänien 554, Griechenland 520, Litauen 342, Amerika 245, Jemen 561, England 99.

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