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Jüdische Rundschau · 1934-07-20 · Heft 58 (20.7.1934) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 58 (20.7.1934)
Date
1934-07-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Nr. 58, RUNDSCHAU ׳JÜDISCHE Revisionismus. Ariosoroff Ist der ״Fnglamlsfrctiml, ״er , vom «rote •der Herrscher u.ihrt" (der zweite Teil :st^ Satzes von Abba Adii-Meir spricht davon, daß er J'n deswegen von ״uuhckamiter Kam! gefallen Ixt'«1■). ^t,j׳ ' ist, wie bekannt, der Verräter des Zionismus, der l״w.,u Male das Volk an England und die Araber verkauft'' Uninbauin, wie jetzt revisionistische Plakate in zählen, ist ״ein englischer Haiiplspion״, CoL־mcl k'ivi י), die Hist Liebenste 56 u. 57 der ״J ״Oclicmia^ent der britischen l’oli/ci sind ״Snnhallatc“**). Ben (iuriim hat ander seinen sotiM.." innnltnn'ii noch einen Ertrag von einer (|n1״gcnpla״.]״r!1 der in mehrere hundert Pfund jährlich geht■׳) ((!,IS . stammt aus dem (leiste eines deutschen Revision!.«״ ״Nenne sie Sarihnllate, tuaehe ()hstruktionen, besehuldi׳ ^׳ des Gelddichstahls — das wird in der 001,111 11n(|r״ l Grimberg an den Rcüakto״ des ״Cbasit-Itnain", Jcwin™). tl״ für sich. Daraus ergibt Der Widerspruch zwi revisionistischer Praxis bei jeder anderen Partei Dieser Wahnsinn, der von Wladimir Jahotinskv bi« ״״. 11,an* 1/״.1״״.. t.%t,.n ו.״״.״...•. . ■ ,J . ״ eint letzten Hctar־Knabcn ohne Maß produziert wirb, hat Von E1 i e s e r (Schluß. - auch Nr. ewcrkselnft“ ist aber dieser Vereinigung nicht ine konnte sieh dieses ״Regime des nationalen Die Revisionisten haben manche Jahre das ״Regime des nationalen Kompromisses“ in Arbcilsfragen propagiert. Noch im Jahre 1030 wandte sich die Exekutive der revisionistischen Welt-Union an den Waad-Hapoel der Histailrutli mit einem offenen Brief, in dem in gewerkschaftlichen und lohnpolitischen Fragen eine; Vereinbarung aller jüdischen Arbciter-Organi• s itioiiei! als möglich und wi'msehcnswert erklärt wurde. Diese Vereinbarung wurde .als integrales (iniiulcleiiu'iit der revisionistiselicii Ideologie I eloiit. Seit damals ist viel Wasser gcfhissen. Alle Arbeite!-Organisationen im Fände sind heute untereinander mit festen Vertrügen verbunden. Die Hista* d r 11 111 ist in allen konkreten Arbeitsfragen zu einer Vcrs f ä 11 d i g 1111 g sowohl mit dem 11 a p o c I -11 a m i s r a c h i als auch mit der Hand werker-Organisation gckommen, zulei/i auch mit der Arheiter-Oewerkseliaft der Agmlath-Isracl (Petaeli-Tikwah, Juni PKT). Seit dieser Zeit herrscht /wischen den verschiedenen Arbeiter-Richtungen Fricden. Die wenigen Streitigkeiten, die entstehen, werden durch innere Autorität beigelegt. I iistadrutii, I lapocl-Hamisrachi, Agmlath-Isracl und Handwerker, -- es sind sehr vcrschic* d e ״ e Gruppierungen, auch ideologisch klafft mancher Abgrund zwischen ihnen. Trotzdem haben sie eine gemeinsame Sprach(• gefunden, weil die Sorge uni das Schicksal der jiidischeu Arbeit sie alle eint. F i n c ״Gewerkschaft“ heigetreten, eine konnte steil dieses ״Keg Kompromisses“, das solch eine Einigung erforderte, nicht gcfallen lassen, — das ist die revisionistische ״Gewerksehaft". In diesem Fall wiederholt sich dasselbe wie in dem der Mischniaroth — die Ideologien des ״nationalen Kompromisses“ treiben nationale Z c r fl c i s c 111111 g. Wie Ist cs da/11 gekommen, daß der Revisionismus i n der VV i r k I i c I1 k c i 1 dasselbe scliärfstcns b c k ä m p ft, (I e rn er sich in der Theorie verse h w o * reu hat? liier liegt eine große Tragik der revisionistischen Bewegung, deren Aufhellung für ein Verständnis des Revisionisiinis notwendig ist. Das Beispiel des Revisionismus selbst zeigt in prägalantester Weise, daß im Zionismus eine politische Autorität nicht ohne eine vorherige geistig-ethische U in b i I - d 1111 g der Träger dieser politischen Autorität entstehen kann. Die Revisionisten predigten Jahre hindurch nationale Autoritat und nationale Arbitrage. Sie haben diese politische In* stitution und ihre Mittel vergöttert. Da sie sich aber innerlich nicht zur Bändigung ihrer politischen Immoraliliit durchgerungen haben, wurden sie zu dem größten Hemmnis für die von ihnen früher gewünschte nationale Dis/inlin. Der innere, der wirkliche Geist des Revisionismus stellt sic in einen Gegensatz zu jeder nationalen Ordnung, insbesondere z.u jeder; nationalen Arbeitsordnung im Lande.! Nationale Arbitrage und zionistische Disziplin bedeuten j eine Atmosphäre der Ruhe und Befriedung im Jischmv. j י : ärd : 1 einer jungen jüdischen Generation im Lande das | S׳.rl1>11׳ de; Wertvollen und des Erstrebenswerten ermöglichen, | Pi•■ (•irden! nicht Auf!■■citschung der Kraft-Illusionen und j Gew iltgcliistcj sie bcwiiken vielmehr ein Ilinleuken der In- ן vfink'c der Jugend auf den Aufbau, auf das gemeinschaftliche J ki le''11is, sie bedeuten die Bändigung des Machtiricbcs, die;י I i.tfaltnng des Innerlich-Schöpferischen. Nationale Arbitrage | ,.virc nicht eine aus den soziai-psychoLigisclicn Umständen | lo>gerissene Institution: Die innere Befriedung ist die | Voraussetzung eines äußeren Friedens. Ist dieser Weg ן für den Revisionismus gangbar? 1 Würde sich der Revisionismus von diesem Geiste durch- || tränken lassen, dann hätte er seine geistige Besonderheit verloren. Wenn zwischen den jüdischen Parteien mehr oder weniger anständige Beziehungen zur Herrschaft gelangen müssen, wenn die anderen keine ״britischen Söldlinge“ und ״S nballate“ sind, wenn der Hauptkampf des jungen Betar* ,Genossen nicht mehr den anderen jüdischen Ärbeitcr-Grup-; pierungcii gilt, dann verliert der Revisionismus seine spe* 1 zifische seelische und damit auch politische Grundlage.’ Diese i tragische Situation, zu der sich der Revisionisrn.is hinunter• entwickelt hat, seine Angst vor nationaler Disziplin und vor einer ruhigen Atmosphäre haben Abba Achi-Mcir und seine Freunde in dein prägnanten Satz zum Ausdruck gebracht: ״Gegenwartsarhcit, aber nicht in Reden, Beschlüssen, Protestj schreiben und jüdischen Kongressen, sondern auf Straßen juml Barrikaden; der jüdische Staat wird mit Feuer und Blut § geschaffen“1®) . , , ״Mäßigung hat noch nie das Vaterland | gerettet“®0). J| Dies ist 'Wahrscheinlich eine notwendige psychologische || Folge des geistigen Ausgangspunktes der Rcvisionistcn-Partci. fl!;’״ ehemaliger Revisionist, der bekannte Dichter Jakob; Knfian-1), hat die Entwicklung des ״Betar“ mit dem Schicksal i der Gemeinde des Sabbatai-Zwi verglichen. Fr sah hier wie (dort das Gemeinsame: Den Kampf mit allen Mitteln am I Anfang und den Sturz ins Verderben am Schluß. Er hat wohl 1 mit diesem Vergleich das Wichtigste im Revisionismus ge- 1 tr°Hv!1. Die Methodologie der revisionistischen Politik j 111 seiner politischen Theorie hat der Revisionismus sehr | Wenig Neues gebracht. Er hat im allgemeinen die politischen | Ideen der zionistischen Künder verflacht und das Politische I •ms den organischen Zusammenhängen und der Vielseitigkeit jüdischen Renaissance hernusgerissen. Aber zweifellos hat ־•| der;!der Revisionismus etwas prinzipiell Neues in die zionistische | Bewegung hiucingefiihrt, etwas, worauf er das volle Eigen- |J| fumsredit für sich in Anspruch nehmen kann. Das Neue jäher liegt nicht im Bereiche der zionistischen Theorie, sondern 11^'l Bereiche der politischen Met 11 o d e und der politischen J . Alle zionistischen Gruppierungen haben vor ihren Augen |Cm national-sittliches Ideal. Wenn sic zur Macht streben, |dam! ist die Macht für sie nur ein Mittel, und sic wissen, |]1'de auf ihre Art, daß diese Macht nichts wert ist, wenn |SK:I1 dahinter keine erzieherische Wandlung und |keine sittliche Wiedergeburt des Einzelnen l'Gid des Volkes vollzieht. Sie wissen, daß man Palästina ft bu!1 g, der Machtrauscb, ein ZF sieh die Methode dieser Bewegung, sehen rcvisionislixchcr Theorie und ist nicht etwas Zufälliges, das sieh .... , . ergeben kann, sondern eine notwendige Folge des sozialpsychologischen Inhalts des Revisionismus. In allen Fra• gen halicn die Taten der Revisionisten ihrer Theorie Habit gesprochen. Wir verfolgen in unserer politischen Gegenwart ihren Weg von :utlienpolitischcr Aktivität in der I heurie, zur Unterwühlmig der politischen Macht des Zionismus der Praxis, von der Betonung der itatbnalcu Disziplin — zur Brechung jeder nationalen Autorität, vom Bekenntnis zur nationalen Arbeitsordnung — zur Zerstörung jeder Möglich■ keit einer Arbitrage und eines Kompromisses in Arbeit»* fragen, vom Gelöbnis für lOOprozciitige jüdische Arbeit — zur Unterstützung der Kolonisten, die jüdische Arbeiter vor* drängen. Da die revisionistische Theorie dazu dienen sollte, die eventuelle Ufivoilstamligkcit der Vi nvirkliclnitig der anderen hloßzusleilen und zu übertreiben und nicht selbst zum schweren Wege der Verwirklichung zu erziehen, wird sie in demselben Augenblick restlos vergessen, da man die Pflicht und die Verantwortung der Umsetzung in die Praxis und die daraus folgende Bändigung der politischen Leiden* schäften auf sielt nelintcn muß. Je mehr der Revisionismus zu einer praktischen Bewegung wurde, ersetzt er seine grundlegenden politischen Postulate durch Losungen und Schlagworte. Diese Schlagwortc werden alle nicht nach dem unmodernen Prinzip der Wahrhaftigkeit, sondern nach einem ganz, anderen psychologisehen Prinzip aiisgewählt: Der größten Anziehungskraft und der Rciziingsfäliigkcit der negativen Instinkte und Gewöhnbeiten des Galuth-Judciihuns. Die nationalen Fonds werden geschmäht, und als zionistische Pflicht wird der Boykott des Keren Kajcmetl! erklärt. Die ״Propaganda-Psychologie“ liegt auf der Hand: — sich der nationalen _ Pflicht der Sclbstbcstcucrurig für die Fonds zu entziehen, ist für viele eine angenehme Angelegenheit; wie dankbar ist mau dem, der dies noch als höchste nationale Pflicht anpreist! Für die Lösung der sehr komplizierten Frage der Vorbereitung der Juden für die Alijali, tler Umschichtung und der Einorummg in Erez Israel, wird das Zauberwort ״freie Alijah“ verwandt. Diese ״Antwort“ ist unverantwortlich, aber ״psychologisch“ gut gewählt: sie entspricht in hohem Maße der Trägheit und der Schwäche vieler Diaspora-Juden, die sich nur schwer von Handel und Intdlektucileiitum auf physische Arbeit umstellen wollen. Und wenn man ein politisches Verbrechen vor den Augen der Juden vertuschen will, dann spielt man dem Vcrtcidigungs* und Apologie-Bedürfnis der Juden der Außenwelt gegenüber (das übrigens aus 2000 Jahren feindseliger Umgebung verständlich ist) auf: man jammert, daß Juden keine Mörder sein können mul daß cs der Solidaritäts-Tradition der Juden entspreche, nach außen alles zu decken und den Mörder unter den Arabern zu suchen. . . .-) Der Zionismus als geistige und politische Bewegung hat von seinen ersten Jahren an, von Acluid-i iaam bis heute, eine unpopuläre Zwiesprache mit dem Volke begannen. Er appellierte nicht an die sentimentale Phantasie und die tröstenden Wunschvorstclluugen des jüdischen Seelenlebens, er huldigte nicht dein Messias, der plötzlich ohne unser Zutun auf einer weißen Eselin 1ms die Erlösung bringen wird. Er zeigte immer den schweren Weg und die kaum erfüllbare Aufgabe. Das ,,Af al pi ken“ . . . (״und dennoch“) von Brenner, der Aufruf zur Tat, trotz der Resignation, ist in gewissem Maße für jede ernste zionistische Erziehung charakteristisch. Diese Erziehungs-Methode war und ist organiscli au das Ziel gebunden. Da das zionistische Ziel nicht nur die Bildung einer Machtposition, sondern die Umwandhing des gesamten jüdischen Volkslebens und des gesamten jüdischen Menschen war 1md geblieben ist, hatte man bis heute keine andere Erziehungsmethode finden können. Die Erreichung des zionistischen Zieles ist nicht unabhängig vom Weg, auf welchem dieses Ziel erstrebt wird. Wenn aut dein Wege die luden nicht u m c r z o g c n werden, wird das Ziel nie erreicht. Die Mittel der Bewegung bestimmen die Verwirklichbarkeit des Zieles. Der s o z i a I - e 111 i s c 11 c Inhalt des Revisionismus Ist dem des Zionismus gegensätzlich. Es ist nur folgerichtig, daß der Revisionismus als eine Bewegung, für die die Macht das Ziel und die Machtgeliiste der seelische Ursprung ihrer Leistungen ist־•'), — auch Propagandaniittcl benutzt, die seinem Ziele und seinem Habitus entsprechen. Was leicht entzündet und an/icht, was stark reizt und wenig Beständigkeit fordert, das ist das beste propagandistische Mittel! ״Wir sind bereit, 1ms mit dein Teufel zu verbinden"*‘). Allerdings hat der Revisionismus für jede Schicht im Judentum eine andere Spielart der Propaganda. Für die traditionell-gewachsene ältere Generation im Osten bemüht er sich, sehr gesetzestreu zu erscheinen, — der Jugend gegenüber unterstreicht er die abenteuerlich-romantische Seite seines Unternehmens. Da er mit der Wahrhaftigkeit um Gewissensfragen nicht zu kämpfen hat, — fällt ihm diese Vielseitigkeit innerlich gar nicht schwer. Auch ein anderes Kennzeichen der revisionistischen Werbungsmethode, die Verunglimpfung der Gegner und das bis ins Pathologische gehende Selbstlob«) sind keine zufällige, sondern organisch notwendige Erscheinungen des Methode, und diese Methode hat ein die Skepsis des jüdischen Volkes an Mißtrauen, Haß und Rachewut umzuwandeln. offenkundiges Ziel, _ seinen ruhrern!י ohne Reiz, daß diese Partei, die jede geistige und moralisch! ausgerechnet lur eint cs nistiseben und daß Autorität in den Schmutz zieht," ״autoritäre“ Bewegung hält. Ist cs denn sonderbar, daß manche Anhänger der revisio. Partei die Propaganda ihrer Führer ernst nelim-ti I ein Fljälirigcr Betar-Burschc seinen Freund mit eia ״Gridi der Ermordung Arlosorofis"") begrüßt? Dal! der San. ' hallatc“ Bcn-Gurion von einer jungen Rcvisiomstin‘-*)'n1't einem Steinwurf begrüßt wird und die Vertreter des vcr. räterischen‘• Keren Hajessod bis zur Bewußtlosigkeit geschlj gen werden? Auf zwei Gnindsäulcn ist die politische Methodik <j« Revisionismus aiifgcbaut: Auf Verleumdung und Ge. walt. Aus der allgemeinen Verwirrung, aus dem Kampt aller gegen alle in unserem auch sonst stark verworrenen um! am. cinamlergefalleiien Volke, hofft der Revisionismus seine Macht atifzubaueu. ״Verwirret die öffentliche Meinung bis zur tm- Zurechnungsfähigkeit... über treibt die Angelegenheit soweit ihr könnt“ (es handelt sich um die angeblichen Verhandlungen zwischen Ariosoroff und dem ehemaligen Klmlivcn von Acgxpten, Abbas Hilmi, E. L.), schreibt Uri Zwi Grunbcrg an scinca Freund JcwiiR1). Dieser Glaube an die Zweckmäßigkeit, die politische Nütz, lichkeit und Erlauhthcit der Lüge — ״unsere Zeitung soll sich populär machen durch Wahrheit und durch heilige Lügt“ rät Uri Zwi Grimberg dem Redakteur von ״Oiasit-Haam* ist ein organischer Bestandteil der revisionistischen Bcwtgung. In dem Kampfe um die Macht und um die Masscnbccin• flussung darf auch die Wahrheit keine hemmende Gewissensfrage sein. Die Apotht-.se der Gewalt liegt bereits in den Anfangen der revisionistischen Bewegung. Schon vor mehr als ö Jahren in seiner Rede im Eden-Saal in Tel-Awiw empfahl Jabotinsky seiner Jugend, Steine und Flaschen für den ״Ideenkämpf" zu gebrauchen. Der heute mit einem Heiligenschein versehene Abba Achi-Mcir begnügt sich in seiner erzieherischen Ai beit nicht mit solchen Halbheiten: ״Die Ucberfulle des gcfk,sse11en Blutes — das ist die Antwort des Brtars, die Qu,intität des Bildes und nicht die schönen Ideen, für die das Blut vergossen wurde, ist das Kriterium einer Revolution", 50 spricht dieser Erzieher zu seiner Jugend1'). Das Tragikomische an der revisionistischen Bewegung ist, daß sic solche Mittel auf das indische Volk anwcmlcn will; auf dieses Volk, dis erst durch einen freiwilligen Und sclbstgcwolltcn Aulsticg und sittliche Bändigung überhaupt die Voraussetzungen und Grund»־ lagen eines nationalen Gemeinwesens bilden kann. Zur höchsten Vollendung kommt die revisionistische Ge• waltideofogic in der Schrift von Abba Ac 11 i - M ei r ״M c* giliath Hassikariki 11,5), die von der Staatsanwaltschaft des Arlosoroff-Prozcsses veröffentlicht worden ist, Achi- Mcir, der schon einmal den Mörder des französischen Präsidenten Doumcr gepriesen hat, legt dort ein Glaubcnsbckcimt• nis ab; ״Ela Atfcnltlchci Gemeinwesen wird aut den Knochen *dn« Gegner •utgebaul . . . den Terrorkampt der Siikarikln führe# unbekannte Helden. AI« Ziel wühlen ile «ich eint• Führer der herrachenden Richtung . . , .6נ״) Es wäre ein gefährlicher Felder zu denken, wie es manche Salon-Revisionisten tun, daß man die politische Me• thodik des Revisionismus von seinem Wesen trennen kann. Diese politische Methodik ist das eigentliche Wesen, der lebendige Geist des Revisionismus. Wenn er auf sic verzieh• tet, wird er in kurzer Zeit innerhalb anderer zionistischer Parteien aufgehen. Ideologisch gesellen, hat der Revisionismus überhaupt keinen Eigenbesitz. Er lebt in dieser Hinsicht von *» ) Aus der Skizze eines Aufrufs, veröffentlicht in Voruntersuchung des Arlosorolf-Prozesscs, August WA der ab• allen palästinensischen Tageszeitungen, den Briefen von Uri Zwi Grunbcrg an Jcwin, i nicht ״mit Hille des Teufels aufhaucu kann“ (wie es Jabo• ' Im Gegensatz zu all diesen zionistischen ist für den Revisionismus die Machtaus• jlinsky glaubt), j Gruppierungen lill j , ״) Aus dem Programm des ״Bundes revolutionärer Zio* J nisten“, unterschrieben von Adii-Meir, Uri Zwi Grimberg 1 *•> veröffentlicht in der Voruntersuchung des Ariosoroffrozesses, erschienen in allen palästinensischen Tagcszeitun- Re״. August W33. . 5״) Aus den Notizen von Abba Adii-Meir, veröffentlicht!1 der Voruntersuchung des Arlosoroff-Pr3zesscs, erschienen m a"en palästincnsisclien Tageszeitungen, August 1933. (J!) Heute Mitglied der Großmannschcn ״Judenstaats- -•) In seiner ״Rede in Wien“ (1000) sagte Her/1: ״Wenn nämlich jemand (gemeint ein Jude E. L.) etwas recht Spitzbübisches angcstellt hat gegen einen Juden, so hat er mit einem Augenzwinkern zugleich um Gnade gefleht, damit man diese Schelmerei nicht an die ()Öffentlichkeit hinausgelangen lasse, weil es den Juden schaden könne. Alle Nach* teile der• Solidarität hatten wir bisher, — die Vermutung der Gegner, den inneren Appell, die scheinbare Verpflichtung zum Schweigen über Niederträchtigkeiten, aber die wirkliche Kraft aus der Solidarität haben wir nicht gehabt. Ntui tritt die zionistische Bewegung mit dem Wunsche auf, eine wirkliehe Solidarität in einer unanfechtbaren, von jedem .gerechten Menschen, von jedem gerechten Nichtjuücii als legal anzuerkennenden Weise hcrzustcllcn.“ (״Zionistische Schriften“ 1934 5902—3.) Diese Worte Herzls gewinnen erst heute ihre volle Aktualität. *י) Die Erklärung des jüdischen Machtgcliistes aus dem jüdischen Minderwertigkeitskomplex, ist ein besonderes und selir interessantes Kapitel, ohne das der Revisionismus psycho* logisch nicht vollkommen verständlich sein kann. s1) Aus dem Tagebuch von Abba Achi-Mcir, S. 74, vcröffentlieht in der Voruntersuchung des Arlosoroff-Prazcsscs am 21, August 1933. «) ״Ihr seid die größten 1 leiden Israels“, schreibt Abba Achi-Mcir an die ״Birjomm“-Gruppe in Jerusalem, am 21. Mal 1933, veröffentlicht im ״Doar-Hajom“ am 27. August 1933. gedruckt in *י) Aus ebenda. *») Sanballat, ein Führer der Samarier zu Zeiten Esras und Ncchcrnias. Er hat durch Anwendung rücksichtsloser Mittel den Wiederaufbau Jerusalems zu stören versucht. Unter anderem bat er die Juden bei den persischen Machthabern denunziert. *®) Zwar hat Jabotinsky noch vor sehr kurzem K'־ schrieben: ״Diese Führer (die Führer der Histndruth, E.U sind saubere Menschen. Ihr grausamster Gegner würde nie einen Zweifel an ihrer persönlichen Ehrlichkeit liegen dürfen•‘ (״Das soziale Gesicht", veröffentlicht im ״Doar-Hajmn“ 19־ D Wir werden es Jabotinsky nicht sehr übel nehmen, daß fr diese Sätze vergessen hat. Er hat manches Wichtigere voa ihm Gesagte vergessen. s0) Aus den Briefen von Uri Zwi Grünberg an Jcwin» ebenda. a1) Das Faksimile dieses Briefes wurde in der Zeitung ״Dawar‘' Ende 1933 vcröftciiUjcht. *-’) Das Attentat wurde verübt am 18. April 1931 i״I Theater ״Nowosci" 111 Warschau von Mirjam Puczkowska, Beamtin des Hauptbüros der revisionistischen Partei in Pol*"• «)Aus der Voruntersuchung des Arlosoroff-Prozcsses, vet• «״entlieht in allen palästinensischen Tageszeitungen, August »4l Aus dem Tagebuch von Abba Achi-Mcir, S. 56, vcröffcntliclit in der Voruntersuchung des Arlosoroft-Prozcsses a# 21. August 1933. ss) Die ״Ssikarikin“ waren eine radikale Gruppe »n Zeit des jüdisch-römischen Krieges im ersten Jahrhundert n. Chr. Sie trugen unter ihren Kleidern ein kurzes Schwert (״Ssikra“) verborgen. Bei großen Massenansammhmgen stachen sie mit diesem Schwert ihre jüdisch-politischen Gegner nW« und benützten die allgemeine Verwirrung, um zu entkomm«• Die ״Ssikarikin“ haben sich zu ihren Terrortaten nie bc■ kan nt. (Siehe auch Seite 9.) »•) Zitiert nach den öffentlichen Gerichtsverhandlung« über den ״Bnth-Habirjonim“ am 12. Juni 1934, veröffentlicht im ״Dawar" vom 12. 4. 34, Abendausgabe.

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