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Jüdische Rundschau · 1934-07-20 · Heft 58 (20.7.1934) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 58 (20.7.1934)
Date
1934-07-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Nr. 58, 20. VU.!93 Ein bitteres Wort Bialik» JÜDISCHE RUNDSCHAU Zwei Gespräche mit Bialilc Die jüdische Welt kennt Bialik, den Dichter, «ln! Forscher, den Sammler, den Herausgeber, den Denker. Die Palästinenser kannten einen Üinhk, der vielleicht die grollte Erscheinung dieses Ctcnitts war, ISialik ״Ucal-Peh“, den Bialik des (i e ■ sprächs. Man beiciiete in Palästina schon seit einigen Monaten eine Sammlung von Gesprächen Bialiks vor. Hoffentlich wird jetzt bald eine kompetente Stellt• daran gehen, all dieses Material, soweit es zu retten ist, für die Nachwelt zu er* halten. Ich gebe im folgenden zwei Gespräche mit Bialik wieder, die ich seinerzeit unter dem frischen Eindruck aufgezeichnet habe. Vielleicht geben tlie Aufzeichnungen bei all dein notwendig Mangelhaften, das sie haben, einen Eindruck von der Fülle von Intuitionen, Kenntnissen, Anregun* gen, welche jedes Gespräch von Bialik auszeichncte. Die Wirme und Leidenschaft seiner Worte und seiner Art zu reden, wiederzugeben, bleibt natürlich den! Aufzciclmcndcn versagt. Das eine Gespräch fand am 7. Juli 1932 in der Universität statt. Man hatte gerade von der bevorstehenden Spinoza• Feier gesprochen und ich fragte Bialik, was er von einer grofkii Spinoza-Feier des Jisclmw, die jemand beantragt hatte, halte. Er antwortete, er halte von der geringsten Tat, z. B. von der hebräischen Ausgabe irgendeines Buches von Spinoza, viel mehr als von noch so vielen Feiern. ״Es ist eine Krank* heit der Orientalen, dali sic immer nur Worte machen. Kaufet den Arabern ganz Palästina ab, und sie werden sich nicht auf* regen. Aber saget, daß ihr cs kaufen wollt, und sofort gcraten sic in die höchste Aufregung. Und auch die Juden sind wieder Orientalen, und es ist ihnen wichtiger, zu sagen, daß sie Palästina kaufen werden, als cs wirklich zu tun. Die Sprache ist ein Mittel, um sich die Tat zu ersparen. Die meisten Männer, die viel über sexuelle Angelegenheiten reden, sind impotent und reagieren ihre Lust in Worten ab. Fin jiddisches Sprichwort bringt diese Hochschätzung des Wortes bei den Orientalen gut zum Ausdruck: ״Eine Ohr* feige vergißt man, ein Wort vergißt man nie.“ Wir finden übrigens diese Art ■schon in der Bibel. Barak lädt Bileam rufen, nicht, um an seiner Seite gegen die Israeliten zu k.impfen, sondern, um sie zu verfluchen. Und ähnlich wieder bei der Goliath-Geschichte: Der Kampf zwischen Goliath und David hat wahrscheinlich eine halbe Stunde gedauert, aber diesem Kampf ging ein vierzigtägiges Geschimpfe voraus.“ (Samuel 1/17/1(1.) Das Gespräch wandte sich dann der hebräischen Universität zu, in deren Leitung Bialik saß und an deren Ent* Wicklung er, besonders in den letzten zwei Jahren, starken Anteil nahm. Damals aber, im Gespräche, erzählte er von den Beschwerden, die er der Universität gegenüber am flcrzen habe. Die Universität verstehe es nicht, den Puls des Volkes zu fühlen. Ihre Aufgabe wäre cs, einen ganzen großen Stab von Forschern in ihrer Arbeit zu leiten. Diese Forscher brauchten gar nicht in Palästina zu leben, aber sie müßten fühlen, daß sic von Jerusalem aus dirigiert werden. Denn wer weiß besser als wir hier, wie sehr auf dein Gebiete der Erforschung des Judentums uns alles fehlt. Man fange mit der Bibel an: Die ersten Kapitel der Genesis sind eine ganze Kulturgeschichte, sie berichten von der Entstehung der Musik* instrumentc u. dgl. All das ist uns noch nicht bewußt warden. Die Christen haben viel mehr auf dem Gebiete der Bibelkimde getan als wir. Stammt doch sogar die Einteilung in Kapiteln von einem Christen. Man nehme z. B. das dritte Kapitel der Genesis. Da wird die Geschichte von der Schlange als ein neues Kapitel angesetzt, trotzdem sie dem Sinne nach eine Fortsetzung des zweiten Kapitels ist. Das ist unter dem Gesichtspunkte der dinglichen Theologie geschehen. Oder man nehme eine solche wichtige Angelegenheit wie die Massorah. Niemand unter den Juden ermißt, welche revolutionäre Be* dcutung die Einführung der Punktation für das Verständnis des Textes gehabt hat. Jetzt haben Christen begonnen, die Geschichte dieses Prozesses, der ein Jahrhundert hindurch gcdauert hat, zu schreiben. Es hat zwei Schulen der Punktation gegeben, und die östliche Punktation ist noch vor siebzig Jahren unter den jemenitischen Juden gebräuchlich gewesen, bis sie durch die Einführung der gedruckten Bibel verdrängt wurde. Wer von uns weiß all das und wer untersucht es? Es wäre die Aufgabe der Universität, ihre Studenten auf diese konkreten Probleme hinzuweisen. Und dann die Sprache! Das Wörterbuch von Bett Jcfuida ist noch nicht das Wörterbuch, das wir brauchen. Ben Jchuda hat das Material vielfach ohne Grund angelläuft und hat andererseits das Material, das ihm zugänglich ge* wesen wäre, nicht genügend durchgearbeitet. Man muß erst einmal das gesamte Spracbmaterial aufnehmen, ein großes Wörterbuch von vierzig, fünfzig Bänden schaffen, welches den Sprachschatz sammelt. Wir haben ja z. B. noch kein Wörterhuch der Sprache Raschis. Klatzkin hat für sein philosophi* sches Wörterbuch nicht die Handschriften benützt. Es fehlen also noch alle Vorarbeiten zu dem großen Wörterbuch, das einmal zu schaffen sein wird. Unter solchen Umständen ist es ein Unsinn, daß jetzt der Waad Halaschon, wenn Fragen terminologischer Art ,,m ihn lierantrclcn, aus dem leeren Raume heraus Antworten gibt. Mail muß erst einmal das Hebräisch unseres großen Schrifttums durchgearbeitet haben. Ganz verfehlt ist cs, wenn manche behaupten, das Schrifthebräisch müsse vom gesprochenen Hebräisch lernen, und wenn sie, um die Armut unseres gesprochenen Hebräisch 7,u entschuldigen, darauf verweisen, daß auch bei einem anderen Volke ein Einzelner nicht mehr als ein paar hundert Vnka* Hel״ besitze und benütze. Das ist Quatsch! (Bialik gebrauchte dieses Wort.) Bei einem anderen Volke hat nämlich jeder s eine fünfhundert Vokabeln, der Bauer andere fünfhundert und der Kaufmann andere fünfhundert usw., und sie alle zu* sammen sprechen die Sprache des Volkes. Bei uns aber bc* sitzen wir alle, wenn wir sprechen, dieselben fünfhundert Worte, Bialik sprach dann von einem richtigen und einem falschen Ideal der Wissenschaftlichkeit. Es kommt nicht darauf an, daß der Wissenschaftler immer den ganzen Apparat heran* schleppe, es kommt auf seinen weiten Blick an. Demjenigen Forscher, welcher den großen Wurf tut, müssen dann die andern dienen, die den Apparat beherrschen, und müssen mit ihren I kdailkennti issen das Werk des großen Forschers verbessern und ergänzen. Das Gespräch wandte sich dann den Fragen der Umvcrsitäls-Org.'iiiisatioii zu. Ich fragte Biaük, warum er so wenig zu den Sil/tinpcii der Universität komme. Fr antwortete: ״In Sitzungen kommt man nicht vorwärts. Die kleinen Angelegen•• heilen erdrücken das Wichtige. Es ist so, wie wenn ich etwas schreiben will. Dann drängen sich erst an mich all die Worte heran, die ich nicht benützen will und versuchen 111 jeder Weise meine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, aber drüben in der Ecke — und Bialik wies mit der Hand in die Ecke des Zimmers — wartet geduldig «las r i c 111 i g c Wort, und cs kommt alles darauf an, daß mau sich nicht beirren läßt durch die Worte, die sich vordrängeii. So drangen sieh bei einer Sitzung all die unwichtigen Angelegenheiten vor und lassen das Wichtige nicht attfkommeu. Darum besuche ich die Sitzungen sehr selten. Aber die Universität ist von zu großer Bc• dcutung. ich werde doch sprechen müssen..,.“ In der Tat hat Bialik in den letzten zwei Jahren an allen Univcrsitäisaugelegcnliciteu regsten Anteil genommen, er war eine der Hauptstützen des licugcgrimdeten Vereins der Freunde der Universität in Palästina, und hat auch in den Tel-Awiwcr Kursen der Universität Vorlesungen gehalten. Das zweite Gespräch, von dem ich hier berichten will, fand am 22. März 193-1 bei einem Empfang im King David- Ilotel in Jerusalem statt. Das Bialik-Huch zu Ehren des W). Geburtstages Bialiks war wenige Wochen vorher (verspälet) hcraiisgtekoiniiH'i! und unser Gespräch begann von diesem Buch. Ich erwähnte einen Brief Bialiks aus dem Jahre 1920, der in dein Buche ahgcdruckt war, und in welchem Bialik dem Schriftsteller Ben Ami, der sich offenbar über die unreligiöse Lebensweise der Chaluzim beschwert hatte, mit einer Anekdote antwortete: ״Du liebst doch Rabbiner, also höre, was einmal Rabbiner A. 1. Kuk in dieser Sache gesagt bat. Einmal kam mau zu ihm und machte ihm Vorwürfe, daß er schweige, wenn die Chaluzim das Land entweihen, Verbotenes essen, den Sabbath entheiligen usw. Da antwortete Kuk: Warum schreit ihr? Ins Allerheiligste durfte der Hohepriester nur einmal im Jahre, am Versöhnungstage kommen. Als aber der Tempel gebaut wurde, da gingen die Maurer und Tischler und Anstreicher in ihren schmutzigen Schuhen ein und aus. Laßt unsere Jungen gehen, sie bauen!“ Diesen Brief Bialiks an Ben Ami erwähnte ich und Bialik setzte sofort an, um mir einen Vortrag über Kuk zu halten. Es sei im Jahre 1909 gewesen, als Bialik zum ersten Male in Palästina war. Er wohnte damals in Tcl-Awiw, und im Nachbarltatise wohnte Kuk, der damals Rabbiner von Jaffa war. Am Sabbath nach dem Mittagessen trat Bialik vors Haus und hörte aus dem Nachharliause eine sehr stürmische I>iskussion, Kuk hatte den Rabbiner von Safcd, Ridbas, bei sich zu Gaste und Bialik hörte durch das offene Fenster eine leidenschädliche Erörterung zwischen den beiden Rabbinern. Man diskutierte über die damals aktuelle Frage des Schmittah« Jahres, in welchem die Ernlc nicht erlaubt war. Kuk trat dafür ein, einen Ausweg zu finden, um die Ernte dodh zu ermöglichen und den Jisclmw zu retten. Der Safeder Rabbiner sprach ebenso leidenschaftlich dagegen. Man könne doch nicht eine ausdrückliche Mischnah des Traktates Schwiith aufhehen. Darauf erwiderte Kuk: Keimt ihr denn nicht den Traktat Zidkith (Traktat der Gerechtigkeit)? Der Safeder geriet in Verlegenheit. Von einem solchen Traktat hatte er niemals gehört. Da sagte Kuk: ״Unsere ganze Lehre ist der Traktat Zidkith, der Traktat von der Gerechtigkeit, und sie sagt uns: Wenn ein ganzer Jisclmw in Gefahr ist, ist die Gercciitig1* keit wichtiger als eile Schmittah. Was wollt ihr? Immer nur Gebote erfüllen und sich jetzt schon an der künftigen ,Welt mästen, wie sich ein Nichtjude am Schweinefleisch mästet? Nehmt ihr die halbe Schuld auf euch und ich nehme die halbe Schuld auf mich, und wir werden zusammen die Schmittah erlauben.“ Dieses Gespräch hörte Bialik durch das offene Fenster. Er fuhr dann in seiner Auseinandersetzung über das Gcdankensystem Kuks fort. Man hat Kuk vorgeworfen, er hätte viel weiter gehen müssen in bezug auf die Konzessionen, welche er dem jungen Palästina machte und hätte viel mehr erlauben müssen. Aber in der Welt ist alles in entsprechender mathematischer Proportion;!!!geordnet. Mail nehme doch eine chemische Verbindung: Sic ist streng mathematisch geregelt. Alles in der Natur hat sein ganz bestimmtes Maß. So ist cs auch mit dem Judentum. Es gibt ein ganz bestimmtes Maß dessen, was erlaubt werden kann. Darum heißt es z. B. von dem rituellen Frauenbad, cs erfülle seine reinigende Funktion, nur wenn cs gerade soundso viele Ellen lang ist. Ein weniges darunter tmd das Bad ist uuhrmiclihnr. So ist cs mit allem im Judentum. Und die großen Juden haben eben ein natürliches Gefühl, einen richtigen Instinkt für die mathematischcn Proportionen dos Erlaubten und Verbotenen im Judentum. Aber freilich, fuhr Bialik fort, cs ist die Frage, weiche großen Juden jeweils die Vertreter der Generation sind, in unserer Generation ist der Ausdruck der Epoche der Politiker. Nicht der Dichter und nicht der Philosoph. Jede Epoche wird eben in anderer Weise repräsentiert. In jedem Geschlecht wählt der Genius des Volkes einen anderen Vertreter. Und daß heute unsere Generation durch Politiker vertreten wird, ist nicht das erste Mal In der jüdlsehen Geschichte. Auch zur Zeit von Samuel Flannvi und Schapruth waren die Politiker die Vertreter des Ge* schlechtes. Jerusalem, im Aw 5694. Hugo Bergmann, In den unübersehbar zahlreichen Nachrufen, die disclic Presse der ganzen Welt Bialik widmet, wird nicm!. h sagt, da IS er die grüßte Autorität genossen habe ■ der ganze jise.huw ilui vergötterte und auf sein tyf. hörte. Bialik selbst dachte in dieser Hinsicht ander! 11 war in den letzten Jahren sehr unzufrieden mit der [/' Wicklung der iiincrjiidisclicn Verhältnisse in Palästina außerhalb Palästinas. Vor seiner letzten Abreise aus Pa!«(- hat er bekanntlich bei einer Ahschiedsfeier am 17. Sivan"" ״Obel Schein" in Tcl-Awiw überaus eindrucksvolle Worte den Zustand des Jisclmw gesprochen. Er sagte: ״Ich führe im Au.limd, weil i< 11 krank hin, ,•ibor i,|! (ן,)״,, midi unter T e I - A w i w und der Ji-< liuw kr.ink siiid. ן,' diddr ludw'ii sieh jetzt et ■I in tm creiii Vcilniluiii 2! lliildrrn gezeigt, tlie 1111- Deuts׳ hlan׳l und wideren l,iunltr״,.״! ״ inen sind. Anstatt litr sie zu •״!gen und ihnen ein \S1״:,! t teinim, und sei c1 scllnl mit Miirucken, «1 tiereilcn, hahcti ״״ truglink!111» Erwerb tMngrmilzt. Wir )nde-n die Mieten trhuht , ihnen so ihre lei/.len Gro-rlien ahgeiimnmen. Das /weile Fi t a uh, 1 »e j 1 ־" y 11 י ן ו u >m ist die xehiindtiehc M a k 11 r, (Itmle»s|w׳kui;ui1m), die uns uiißlilit wie Würmer. Per!1111־': Glan/ des tiolile» bat unsere Augen mit der Vorspicgeliinj» ,. Aufstieg und Wirlsehaflshliile verblendet, wahrend in \VHklnfd. mir lltindcl und Meirich da ist. Jeder Dun,!111 linden geht der zehn 1!linde, jedesmal sieigt der Preis, und das nrntien wir t!,lieg, während der Hoden in Wiikiu hkvit keinen anderen IV halten kann, als den: Menschen m ernähren und in stW1rl1״, und Notzeiten zu speisen. Das drille Krankheilszeielien ist die Flucht vom Lje in die ,Stadt. Das ,Schicksal hatte uns die Gnade erwiesen 1 Arbeiter, jüdische Aihcitrr zu gehen, die auls Land gtlien und «, Leben erneuern, indem sie! uns wieder mit der Pole vertun1׳. Und jct/l, hei drin futschen l.iirni vom Aufstieg der Sudte, ״ lassen jüdische Arbriier die Didier, lassen unsere 11ati<>n.dcn I’־ litmri! im Stich und laufen über zum be1|!1emeren .städtischen I.d, Und datier kommt ein neues Unglück. Das vierte Kr,mü1, K!eben ist die fremde! Art» eit. Die gewaltige Eroberung , Jahrzehnten, die grobe iiiilionule Festung: die jüdische Aibeii ״ vor unseren Augen zunichte. Wir wollen keine llrrcelttiutigrn ״• stellen, nlser was werden wir an einem künftigen Tag tun, in tu Zeit der Gefahr, wenn dann fremde Arbeiter unsere Kolonien t»! werden? Wer wird uns dann Ireistchcn, wer wird uns bathu!!, an einem Tag von Sturm und Unglück? Und das schlimmste Zeichen unserer Zcükrankhcit ist A «chaudcrtmflc innere Zerfall, die l’arteikämplc, der Bruder!,,, der uns auffrißt. Der Fluch tler extremistischen Parteien, wie t sich jetzt grlrgentliih des bekannten Prozesses enthüllt hat. Krank ist der Jischuw׳ und krank ist unser Tcl-Awiw. Ich 3* erflehe für euch und lür mich, wenn ich lurückkatumc, Zcki,! der Gesundung sehen tu dürfen." Ein Freund unseres Blattes teilt uns aus den td.׳' Lcbenstngcn Bialiks folgendes mit: Ich habe Bialik aulgtti;׳ dort, gegen die innere Zerrissenheit und das geistige Chic im jischuw seine Stimme zu erlichen. Darauf sagte er. «Im Talmud steht, man solle nur reden, wenn im*1 gehört wird. Ich werde nicht gehört werden Diese Resignation eines Sterbenden sollte dem jüdisch: Volk ein erschütternder Mahnruf sein. eleu׳ ul *unsc In der vor kurzem in Tcl-Awiw abgelialtencn Sitzung des Waad Lciimi wurde die bisherige Exekutive des Waaa Lcumi mit Ben Zwi an der Spitze w i c d c r g e w ä h 11. Rabbi Ostrawsky nahm die Wiederwahl als Einzelperson] jedoch nicht als Vertreter des Misrachi-Vcrbandcs an. Aus einem Brief Ein Freund unserer Zoi/111!g stellt uns einen Brief ■sei■' in Tel-Awiw lebenden Sohnes zur Verfügung, unmitle/H nach Eintreffen der Traurrnrirliricht geschrieben. Wir r| nehmen dem Brief folgende Darstellung: Tcl-Awiw, 5. Juli 1931 Heute früh wurde durch die Morgcnblätter der To Bialiks in Wien bckaiintgegeben; die Wirkung dieser Mcldiirj auf die Stadt war ungeheuer; ich ging gerade in die ßr als die Zeitungen verkauft wurden, 11ml ich sah eiiifad Juden, als sie die fettgedruckte Mehlung gelesen hatten, ת; snimnensclirecken und wie verstört an eine Hauswand gckl:׳־| stehenbleibcn; kleine jcmenitenjimgeii, die kaum buchstabier־.׳, konnten, wejntcn; es war, als ob ein elektrischer Schlag dur,' die ganze Stadt ginge. Einige Stunden später hingen an ,11'« Straßenecken Bekanntmachungen der Agency, durch die all:■ meine Arheitsruhe von 11 Uhr bis Mittag verkündet wuni*. Heute abend sind alle Cafes, Kinos und Theater geschlosst־! und die sonst so laute und lebendige Stadt ist ganz, still. ־ Die Stellung Bialiks im Jisclmw und besonders in Tr Awiwwar eine einzigartige. Ais Dichter hatte er einen direkte־] Zugang zur gesamten Bevölkerung und stand aber auch gerad: durch sein Dichtertum über ihr. Audi für die, die sei« Sachen nicht lesen konnten, war sein Name ein Begriff durt’l den Anteil, den Hialik am öffentlichen Leben der Stadt 11111«! Bialik besaß eine ungewöhnliche Klugheit und I:ci11h1f|l<;| keit, mit der er oft in öffentliche Streitigkeiten eingriff, IV■* td 11 ahm. ohne dal! durch seine Parteinahme sein 1 ingreifs' wirkungslos geworden wäre. Der berühmteste Fall dieser V war vor mehreren Jahren, als die orthodoxen Kreise der Sb‘' die absolute Schabbatnilie durchsetzen wollten. Sie M'l Bialik, yinen Aufruf zu unterschreiben. Er lehnte ab, indem «1 erklärte, er könne einen allgemeinen Aufruf in einer so d!׳'״ zllen Frage nicht unterschreiben, aber er sei auf der Suche iwc einer selbständigen Form, in der er zu dem Problem Stellw; nehmen wolle, tDraus entstand dann die Oncg-Scliabhat-E״'■• richtimg, die in wenigen Jahren zur einzigen für die ges»1•׳*״ Bevölkerung gültigen Form der Schabbatfcier geworden!« Die Trauer um Bialik ist besonders stark, weil alle spür«׳־ daß Männer seiner Art, die für das ganze Volk Autorität *f in dieser Zelt nur noch sterben, aber nicht mehr entstehe־! können. Fis will mir überhaupt scheinen, daß diese Trauer e'J Ausdruck־ des echten — meist mißbrauchten — Nation»1;! gc fühl* ist: die Menschen, die im Tageskampf auf versefj denen Fronten stehen mul sich bekämpfen, suchen nach fl lassen, die über den Tagesereignissen stehen, um siel! ff Gemeinsamkeit gegenseitig zum Bewußtsein zu bringe»,1'1•'׳ wenn e» keine freudigen Anlässe mehr gibt, die dif! Zwecke dienen können, genügen auch traurige. Ich Rlaf;| daß man an der Art der Trauer, an der Art, wie alle Mensen' 1 viel und ״ו gleicher Weise über das Ereignis sprachen, <״; versteckte Sehnsucht erkennen konnte, dein anderen zu sage^■ ich bin wie du—trotz, allein. ., Bialik scheint die Reise nach Wien mit Vorgcfnf’ aiiRctrctcn zu haben. Er hat kurz vor seiner Abfahrt J«f f Lnmdan ein Buch geschenkt mit einer Widmung, die 1״״:! schrieben war: Gliaiin Nachman Bialik, vor dem Besteigen f Schaffet». Die Amte waren anderer Ansicht; sic hielten »■ Operation, der er sich unterziehen sollte, für harmlos. H«־n 1 gcUgt «Mr» Hun'h hunde eigen! 1m<» indivh ren I rieht und ׳ rrligiä dv« I I *» nUren aut d Menst tm’nt Juden vurd 1 lieber r Bisse »nder parte! wicdi geht die K jüdist erhell Rahm Teiln rcligb kftnnr Heim \ Kon fr tes ii i D Refer: Er sei Liberi bekan man i beute man 1 gcsinr in sei fiores einfac ner S, logen angelt des Ei Eihera einem Pracht Au» rjt. ׳־׳•.. \ 200 99c? 20CM?55 W" 41־' -315331׳sl37r< •8*167^20^282251.״ bettumrandungen 00 1 läufnr ca Q0*3ß0 7vorlna rn 70 x-lfiDOi/," *.120!“״ 225, 325 300 <9 225 ,255־•: 365137-C936S 025Q ca ׳-.5272»‘ rück!146.- 4«298.■ c n nach auswärts:' bemusterte יון—'■'WlijJ "''",'**י T**\ f Oöufer ca9Öx36Ö,l vorlag c730x16009.־• ä ״CMS■ £«£ <|J? IC'™™ ׳ vorlogen־as?x13011?5»70,«1a- M01 ״Mi »153.־ »Ä“Ä verlangen si« g n g e b 0 U ך r» % C2, Spandauer $tw

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