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Jüdische Rundschau · 1934-07-17 · Heft 57 (17.7.1934) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 57 (17.7.1934)
Date
1934-07-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Seite 5 fr 57, 17. VH. 1934 ■ife' fr ו:| ןו| 111 |fr 1111;n|!11 lj* gtll JÜDISCHE RUNDSCHAU Um den Verbleib eines Nummer de Soeben Ssties lies ist die erste Obersten 11 , ׳ amtlichen Mitteilunns• i arteiirerielits der NSDAP, erschienen, er D.s Mitteilungsblatt enthalt u. a. Entscheidungen des Obersten Partei• . r |!a rt e i r i c 111 e r“ ';;jf cfu1Hloüliehen ,»nchtf•• . , . > ln einer I;.nfscl1ml״״g von, I(,. M,u 10it hatte sich das ferste 1'arteiK'eneht mit der Frage beschäftigt: ״Wiv iH 11■is Verhalten eines beamteten Partcigrnos* . «.״,und /war eines Richters, zu beurteilen, der sich durch Fürsprache hei den zuständigen staatlichen Behörden für den Verbleib eines jüdischen Richters im Amte; «״gesetzt hat i i Während das Gaugericht den Aus sc 11 lull dieses Par• ifirrnossen beschlossen hatte, hat das Oberste Partei- ■ ,('rieht ״״*er Zubilligung mildernder Umstände auf Ertci-! Li» einer V er w a r 11 u 11 g und Aberkennung eines Pariei• 1 j״|CS für die Dauer von drei Jahren erkannt.; In der (!rundsützlich bedeutsame» Entscheidung heißt cs: 1 A. « i"i (״•M1111׳t.liu1 und i»t K c s lii 1, ״ i R, ״״]., Illich der J pnjrhiiiliriinR de• Gc-ctzcs zur \Vic1l(׳rl10r>lcllu״B ,1״ »emtsbe,innen•;ij ״igtm•1'־» «Ich jmlHchrn Aml^iriil,Urals JJ. a״s q. beim i ijiijimini'irrinm vor•! eilig geworden zu *ein. C; Dir Artgc-cltttlriiglc hat stell ilauiit Mir den Verbleib eines jiidi• ׳ I Kit'liUT•. Im Amte eilige-eUl. Die SS!)AI״. I.ä1״|'ft den größten Kumpf, um das deutsche 1; Volk »icdrr in de״ Gtimtlrletmuil«•» des völkischen Lebens, in den t! p,■;rillen Ihm und linden denken zu lehren. Sie stellt sieh damit in;1 G1’g<11׳»»t'z zu den t heorien der ftan/ö-äsibest Revolution, ,len (,runds.it/׳. von der (deiehheit aller aut dieser Welt geborenen <!if nr Mtiti'licn prn %o!»fndigkcit Art, dir lal1'״ luiion un'1 p 11 i 0 n i tu; u nt 4!11 ״ c II s I r 1;<11 Kühen dem F.tinlriti! i.,,1|>er Halt Rrbirten und HU■ ,!llie R I der Erkenntnis der er KrincrludUing der Sie muß inlolgeiles.srn Reinerbaltiiiig des Blutes, 1|e!eit 1' o ) g e 11 der 1 r a n z b s i s 1:11 e u Kcvi. r d 11 m i I verbundenen J u d e n c m » ti z i 1 11 in e 11 des Möglichen wieder gut* n, sic muß mit allen ihr zu (iebotc stellen- ,'cn Iren,den Hin,es in den deutschen Volks• den Ire,mir״ Eilitluß für die Zukunft ansz!0!halten vn-m-hen. Sie kann dies nur, wenn sic für .sich eine ,4(1 bildet, die rein deutschen!)lutes und (inrifinfrli ihfnlgetlcshcu ist. H.iitncrlrägrr der lrlee von Rasse und Gemein• Hoden zu sei״. Das einzelne Mitglied der Be• 0 auch hier V o 1 k i in p I c r, Beispiel tür die hrziehcr sein. Wenn die Erkenntnis von der Riehdem deutsehen Volke für alle Zukunft ״fitzen soll, s 1 a I, 11, a r t e r K o 111 p r o m i ß 1 o s i g k e i t in werden. der hier wegen eines Einzclfalles die •große ns■ i, in 'irr 1-iigr■ *11,111, 111,11 und wegung 1״uä י1״ atwtcn Imd ihr njki'si einer Idee «,! muß sie wi1 d!c f.il 11״״״’selz, Ein l’arlel״! nossc, der hier wegen eines Unit vcrUlil lind!ms ״ii'iiscliliiliein Rühren diesen grundlegendsten Bf.Ufhungeii der Partei zuwiderhandelt, ist kein Nationalsozialist, her Angevlnildigle hat durel, eine positive Zuwiderhandlung gegen die llt'in 1״mgen der l’artei nach § 4 Abs. 2b der Satzung den ,־lu.sliluß vrrwiiki. Wenn das 1)1»,•tc Parleigcrieht ihm inilderndc Unisläudc zu• billigt, so trdiglii l, deswegen, weil er olfciisii liilich nicht in böser AI''ieht, sondi',11 aus mangelnder Kenntnis und Erkenntnis des Willens und de, Wcli.ui״•liaimng des Nationalsozialismus gehandelt hat. Seinen guten Millen /um Eintreten für die NSDAP, hat er dadurch Ivkimdei, d.ß ,r einer von den Richtern ist. die trolz schwerster asnl.rhi'i Terrorm.ißtialmicn vor der Maclitiila-rnahmc die Parteirm,gheds!.-b;!II 1'1wntl!ct, haben. Es sicht daher zu erwarten, ,laß der Angcsehuldiglc willens 11״<l 11, der l.jge ist, sielt so mil den Zielen und dem Wesen der .'''BAI’, vertrau, zu machen, daß er als aktiver Kämpfer für die njiirmalsoziali tisclic Weltanschauung gelten und damit die inneren \or.1u-se,zinigen für die Mitgliedschaft zum Orden der Bewegung erfüllen kam!. Die dem Ausschluß folgende nächst mildere Strafe schien unter "!iTftigung die.fr Umstände der Schuld angemessen.“ bh Rit ־״•Ir» **mS «!«* *:1,.״,* ־1, mim 1 Mm W׳׳«fr Wir das das welchem über die denheit «!ti au! la via IS 20 vom 0. '). 10)4 in Karlsruhe am Mischehe über ein Urteil, 2. 3. fällte, in wegen Irrtums beneideten in Nr. Obcrlandcsgfriclit es eine arisch-jüdische Bedeutung des Rasscnrin/ips und der Rässcvfrschic״ •aufgelöst hat. 111 der Begründung hieß es u. a,: i.M.m lut heute erkannt, daß die jiitiisrlte Ras«• hi,t»ieitflieh lutes, des Charaklers, der Persiiiiliclikbit und der Lebens• "1,״g etwas ganz, all! Irres ist, als die «rische Rasse, Und eine \ cihmdmig mit einen, Angehörigen dieser Ra.ve nicht nur im bt wünschen»« eri, sondern v c r tl e r b I i r h, unnatürlieh und widernatürlich ist, weil sie den Arier als einzelnen, niimrntlicli aber auch in seiner Eigenschaft als Volk«• genossen ln die (;. tum lifnul zu \vn ist cm Ariern und Irrtums Regel zu 11 a b tu c f ä 1 als ri.ilir bringt, seiner Rasse und seinem Volks•!lei, und d.milier hinaus arUteivule Kinder zu erzeugen. Der Gegen,atz der Ras.en, wie er heule erkannt ist, tielgehender, daß er kiiiini noch zu einer Ehe zwLrhei» N'ichlarierit führen wird.״ Nunmehr hat der I. Zivilsenat des Reichsgerichts dieses Urteil wieder auf gell oben, In seinem Urteil hat sieh das Kcichsgerieht im wesentlichen auf den Standpunkt gestellt, dali eine Anfechtung von arisch-jüdische» Mischehen wegen über die'Bedeutung der Rasscz.up־׳I1'׳r ״I, it in der verneinen sei, und daß mir in seltenen Aus״ Jen und unter ganz besonderen Umständen auch ein Irrtum über die Bedeutung lies Rasscprinrios einen Anfcchttiiigsgrimcl bilde, In der Hauptsache ist'danach eine arisch-jüdische Mischehe nur daun anfechtbar, wenn bei Abscluuu der Ehe dem einen Teil die 7.11 g r h ft r I g k e i t des anderen feiles zur jüdischen Rasse n i c 111 bekannt war. In der Urteilsbegründung des Reichsgerichte» cs u. a,: ,,Im voi liegenden Kalle .sei dem Kläger die Abstammung seiner Ehefrau von jüdischen Elfern bekannt gewesen. Das Oberlaiulesgericlit Karlsinlie habe nun nngeuonimen, der vom Klager behauptete Irrtum bestehe in der Unkenntnis der Folgen einer solchen Mischehe. Diesen Ausführungen vermöge da« Reichsgeiichl nicht zu folgen. Dh der arische F.liegatte bei der Ehe- .Schließung Kenntnis von der jüdischen z'b.lamtming seiner Frau geh.iht habe, sei vom Standpunkt des gcltcii len Rechts aus die Anfechtung wegen 1 r r l 11 111 s a 11 s g e a r 11 I o s s e 11. E» sei an siel, möglich, daß der eine Teil von den, Einfluß der nichtoiivchen Abstammung des anderen Teils auf die F.äie nichts gew'tißi. habe, wenn er z. 1). geglaubt halle, der blofie Uehertrilt des jüdischen Teils zur ein ist liehen Kirche genüge, um eine völlig arische Ehe zu schließen. In solchem Falle wäre ein Irrtum über wesentliche [icrsönliclic Eigenschaften des Ehepartners vielleicht denkbar. Im vorliegenden Falle spreche aber für eine so weit geltende Unkenntnis des Klägers mit Rücksicht auf seinen Bildungsgrad, heißt Richard Sirau$ und die Juden Der Nürnberger ״Stürmer“ Nr. 28 veröffentlicht folgende Notiz: ..H1111 ,Sturmer‘ wird von, Herausgeber der ,Neuen Literatur* tnit״ kf'ült. «laß Hüll,ml Strauß eine neue Upcr hcrausbringt mit einem 11״, den der Jude Stefan Zweig dazu geschrieben habe. Ihr iili.isihe Generalintendant Adolph hatte dieses Werk bereits ™ t nuilüliHing erworben. Dali lletr Adolph keine Bedenken haben 1fr. wenn heute noch Juden (wie Stefan Zweig!) üpctntexte ■J'nlicn, dis mag vielleicht darin seinen Grund haben, daß Herr •A'.olph mit einer Jüdin verheiratet war (sie brachte ihm auch Kinder hell). Wer sich .schon einmal mit der jüdischen Rasse so ver• JJ, »ic es Herr Adolph lat, von dem kann man nicht verlangen, ™ er dal,״ t.,W1W sagen wir — Unpassendes findet, wenn im J' ,;ta 11׳ufschlaufi Juden noch Opcrnlexlc Schreiben können. Hi h längeres Zusammenleben mit Angehörigen der jüdischen Rasse w,;״l dl 11 das feine, abwiigende Gelullt, das einer halsen muß, wenn J Ion deutschen Volke der Gegenwart vollwertig dienen will. Also, Icrrn Adolph können wir manches verstehen. Daß aber Herr iaf<l Strauß zu seiner neuen Ojier ausgerechnet einen lext sich gefrl! Kdicn könnte, dessen Erzeuger der jüdischen Rasse angehörl, יי> könne!! rJI״| wollen wir nicht recht glauben. Wurde cs latsache daß sich 11 err Richard Strauß Dir seine noch kommenden ^׳kt i'idisrlier Mitarbeiter bedienen will, dann müßten wir daraus;',111״s t ziehen, dir!11״״ rm, kcii» Freude zu machen vermöchten. Alb hrr M11 arl h־ it er ix'fiiniai will, dann "c 2ici1{1־jf die auuli uns keine Frcuvle zu machen Ul- ,*!r kühnen cs vorcr.sl noch nicht glauben.14 p, D ist uns nicht bekannt, ob die Nachricht, daß Richard V einen Operntext von Stefan Zweig vertonen will, den ‘a Sachen entspricht. Aber aller Welt ist bekannt, daß die ״Ucutendstcn Werke von Richard Strauß Vertonungen von 'c'tcn Httjro von H o f m a n ns t h aIs sind. Hugo von 01״«!anmdlia) war zwar Christ, aber Nichtarier, Abkömmling ner bekannten jüdischen Familie, Auch sonst ist in «er ״Jffntliclikeit bekannt, daß Richard -Strauß sowohl kunst• , '7 als auch persönlich in nahen Beziehungen zu Juden : In Anbetracht dessen ist wohl die Frage, ob auch sein nftigcs Textbuch von einem jüdischen Autor stammt, nicht ausschlaggebend. «uf «eine beruflirh« »Stellung und »׳,! h mit Riirkdeht »uf!•«eine V er 1 r«11'he! 1 ruit n*1if>,,11l«11i.1i1 ■1 iw hfm Grd.inkengut keinerlei Wahrscheinlu hkeit, Es nui .se (erner Denn ksii högt werden, daß die n1tion1U<11l,li»titfhf A n ■! c h h u u ri g ln der R»»sen trage srhoi, sei! J ähren, nämlich seit der Veroftent• lichiing des Parleipiogriiiiin», bekannt sei. Punkt 4 und 8 diese• I’rogrjmni« hrionlen herrii»!he Verschiedenheit der Rassen mil altern Nachdruck und die.e I.ehren ■■eien muh unzweitelh.ift in da» Verständnis de• Volkes gedrungen. Uriter diesen t’m.1!inden *ei der Fall eines Irrtums seit Vcrotfenilichung j des Pntteiprngramiiis in Bev1׳lkenmg»krei«en, die mit!fiesem Pro• gramnt hrkannigewnnlen »eien, nur noch .«,fiten anzunehmen. Zu diesen Kreneit gclnire aber der Klager. Da» Rei! h-geri' ht hat s! hließli! h zum Am,druck gebracht, e« k!inne naiional>ozi.dis1i.c|1e An■,! Ii.'inmgen niiht über die!enigen Gffnzen aiisilehiien, weMie durch die n.i:ioiuhnzialistiwhe Ge- »*1 tgehung seihst bestimmt seien, am h dann nicht, wenn das Ge e,!z n<!־ h niiht alle Fntderungen des Nation.ilmzialisrmu verwirklicht 1111 he, ln tlir־em Sinne Dumte eine Anfechtbarkeit von »ri״ h-jitdis■•hen Mi״ heben uhrrhaupt nur im Hinblick «uf die vom Gesetz zur M'irilcrlietsiHIung des BeiuGbe.imtfntum* gezogenen Grenzen gfgetvn sein. Nach dem Berut-beamtengesct* wwtrlen »her die mil jiidi dien!״'rauen V,ereils verheirateten Beamien von keinerlei Na׳l,teilen (!elroifcn. Nur wer eine .solche Mischehe neu e i n g c h e, könne nicht mehr Beamter bleiben. Schlechthin verboten sei aber au, h die Eingehung neuer Mischeben nichl. Die Gerichte »eien tu! ht h1!]״gt, nationalsozialistischen Aii-ih.iimngrn über den Rnhmcu «ler naiionalarzialiWisclien Getettgebung hin,iih Geltung zu verschalten. Dieser Standpunkt entspreche auch dem Schreiben des Reichs, ministers des Innern vom 17. Januar 1934. ln diesem Schreiben werde daran( autinerksam gema« hl, daß rite Schranken, welche rlie Reichsregierung seihst bei der Arier -Gesetzgebung gezogen habe, beachtet werden mußten. 11insnlitliih der Bestimmungen des § 1333 BGB. gelle nach wie vor die Bindung dt, Richters an das Gesetz. Solange die Bestimmungen de• § 1333 nicht abgeändert seien, und zwar nicht mit rückwirkender Kraft abgeandert, sei eine An• lechtiing :irisch-jüdischer Mis< heben, wie im vorliegenden Falle, nicht möglich.“ Diese Begründung ist vor allem deshalb für uns Juden bemerkenswert, weil sic sich die das jüdische Gefühl ver• letzende Charakteris ik des Karlsruher Urteils nicht zu eigen macht. Wich'ig; scheint uns auch die Bemerkung im Urteil*• tenor, daß die Ge.hhte nicht befugt seien, nationalsozia• listischen Anschauungen beztfrli li der Rassenfrage über den Rahmen der Gesetzgebung des Staates hinaus zur Geltung zu verhelfen. Zahlen beweisen wenn sie stimmen Unter der Ucbcrschrift ״Der ewige Ahaswcr" bringt die ״Deutsche Zeitung“ vom 12. 7. einen Aufsatz, der beweisen soll, daß die Berufsgliederung der Juden in Palästina sich gegenüber der bisiier in Deutschland vorhandenen Berufsgliederung gar nicht verändert habe. So wird beispielsweise behauptet, daß nur 9 ״/o der in Palästina lebenden Juden in der Landwirtschaft beschäftigt seien und 56 ״/o in den freien Berufen, Demgegenüber ist fcstzustcllcn, daß die letzte Bevölkern ngszähfung vom November 1931 bereits das Resultat ergab, daß 15,5 ״,״ Juden in Land- Wirtschaft, Viehzucht, Fischerei und Jagd, 28,4 "in in Handwerk und Industrie und nur 10 ״/o in den freien Berufen beschäftigt waren (vgl. Alfred Bonne, Palästina, Land und Wirtschaft, S. 246). Es besteht kein Zweifel, daß diese Zahlen heute bcreitS' überholt sind, und zwar sicher zugunsten der Landwirtschaft und der Industrie. Fs kann keine Unklarheit darüber herrschen, daß die Angabe, 56 ״/« aller Juden seien in den freien Berufen, d. h. als Aerzte und Rechtsanwälte In Palästina tätig, ein glatter Unsinn ist. 13. Wie bringt man die Juden heraus? Rote Erde'* vom Zur Ausschaltung der ]Udlschcn Aerzte. Eine Kranken• “״Wester des Roten Kreuzes klagte vor dem Arbeits- Wicht Frankfurt a. M. auf Zahlung von drei Monats״ '“1altern im Gesamtbetrag von 250 RM., weil sie zu Un• 7*1 fristlos entlassen worden sei und daher noch Anspruch ut die Bezahlung der ordnungsmäßigen Kündigungszeit habe. '1hatte, entgegen einer der Schwesternschaft vom Betriebs״ Nenleitcr gegebenen Anweisung, daß keine Rote״ ״'/*•Schwester sich von einem nichtari* c"en Arzt behandeln lassen dürfe, doch bet /'״) Augenleiden die Hilfe eines jüdischen Arztes in An• Pruch genommen. Die Klägerin gab zu, daß sie sich von fraglichen Arzt behandeln ließ; im übrigen bestritt sie, sie anwesend war, als das Verbot bekanntgegeben wurde. Ie Parteien einigten sich vergleichsweise. der ״Westfälischen Landeszeitung finden wir folgende Notiz: ״Bekanntlich hat Dortmund im Osten der Stadt «in Felke• Bad, das als Licht- und Luftbad sich eines regen Zuspruchs erfreut. Eigentümer dieses schönen Badei iit der Felke-Verein, Dort• mund. ln letzter Zeit kann man nun wieder die Feststellung machen, daß dieses Feikc-Bad viel von Juden Und Jüdinnen uufgcsmht wird. Abgesehen davon, ob es überhaupt zulässig ist, daß diese Zutritt zu dem Bade haben, »o bedankt sieh doch der überwiegende Teil der Besucher für die Vertreter und Vertreterinnen der jüdischen Rasse. Es wird erwartet, daß in dieser Hin• sieht bald in irgendeiner Weise Abhilfe geschaffen wird. Eine Selbst• hüte, etwa durch den Gesang der ״Borkum-llyinnc", die bekannt• lieh zur Bereinigung des deutsehen Nordseebadei von jüdischen Bade• gälten führte, würde zwar sicherlich auch zum Erfolge führen, aber schließlich nur den Frieden des stillen Felke-Bades stören. Du Wort fiat jetzt der Vorstand des Fctke-Vcreins.“ Hoffentlich warten die Dortmunder Juden nicht 80.lange, bis der Fclkevercin sic vom Besuch de« Bades ausge״ schlossen hat, sondern ziehen selbst die notwendigen Folge• rungtn. י Das Kölner Strandbad Marienburg hat durch An• schlag bekanntgegeben, daß der Besuch von Juden nicht erwünscht sei. Der ״Westdeutsche Beobachter“ begründet diese Maßnahme damit, daß jüdische Besucher durch Spiel mit einem Wasscrball andere Besucher belästigt hätten. —־־־־־— Der ״Landespressedienst“ des Deutschen Nachrichten* biiros berichtet folgendes über ein Urteil des Darm* Städter Sondergerichts für Hessen: Der 4t fahre alte, aus Jugoslawien und Preußen ausgewiesene und jetzt Staatenlose Alexis Hcnp, der Grcuehnärchcn verbreitet hatte und einen jüdischen Kaufmann ungcrcchterwcise anschuldigte, wurde vom Sondcrgcriclit wegen falscher Anschuldigung zu 2«/a Jahren Gefängnis verurteilt. Der jü* dische Kaufmann ist freigesprochen worden. Sarah Wambaugh. Die soeben erschienene Nummer des ״Stürmer“ (Nr. 28, Juli 1934) bringt eine Berichtigung der in Nr. 26 veröffentlichten Nachricht über Sarah Wambaugh, aut deren Unrichtigkeit wir in der ״Jüdischen Rundschau“ Nr. 56 hingewiesen haben. Der ״Stürmer“ gibt bekannt, daß das Reichspropagandaministerium ihm mitgeteilt habe, Sarah Wambaugh sei keine Jüdin, und er fügt hinzu, daß sich darüber niemand mehr freue als der ״Stürmer*‘. Boykott und Gegenaktion Die ״Frankfurter Zeitung“ veröffentlicht in ihrer Aus* gäbe vom 13. Juli einen ausführlichen Bericht aus New York über ״Boykott und Gegenaktion in Arnerika“. Darin wird als Aeußcrung eines der ältesten nicht* jüdischen Kaufhäuser mitgctcilt, daß im April 1933 der Boykott spontan eingesetzt habe, natürlich beeinflußt durch die Beri hterstattung aus Deutschland. Erst im Spätsommer und Herbst sei die Bewegung organisiert worden, aber keineswegs nur von Juden, sondern auch von anderen K r c i •. seit, insbesondere von katholischen und protestantisch kirchliehen Kreisen. So z. B. werde in Boston der Boykott fast ganz von der katholischen Bevölkerung getragen. Der Berichterstatter schildert die verschiedenen in dieser Sache tätigen jüdischen und nichtjüdischen Organisationen, sowie die Gegenaktion der Dawa und kommt zu dem Schluß: wenn der Boykott deutscher Einfuhr eint jüdische Aktion wäre, würde man wohl leichter mit ihm ferlig werden; die öffentliche Meinung des nicht jüdischen Amcrikanertums gebe aber dem Boykott das Rückgrat. Jugend fährt nach Erez Israel Vielen unter uns ist dieses Bild bekannt, das an sehr vielen Montagabenden auf dein Anhalter Bahnhof zu beobachten ist. Einige hundert junger jüdischer Menschen sind im Begriff, in den Zug nach Triest zu steigen, um von dort die lieberfahrt nach Palästina anzutreten. Auf dem Bahnsteig haben sich eine große Anzahl Angehöriger eingefunden, und cs herrscht eine ganz eigentümliche Stirnmung, die zusammengesetzt ist aus dem Abschiedsschmerz der Hierhlcibctulen und der Wegfahrenden und aus dem harten Zukunftswillen der jungen Menselten, die mit opferbereitem Idealismus ins Ungewisse hin• ausfahren, um für sich und iür die folgenden Geschlechter eine bessere jüdische Zukunft aufzubauen. Es ist bedauerlieh, daß die ״Deutsche Zeitung" vom 10. Juli diesen ernsten und für uns Juden außerordentlich wichtigen Tatbestand zum Anlaß nimmt, eine hämische Glosse darüber zu schreiben. ״Man mauschelt von Tel-A'viw‘1, so lesen wir u. a., ״man be• grüßt Bekannte und schimpft aut die neue Zeit. Alle reden durch• einander. Der hagere Sigi schreit nach der kleinen Ruth, die er irgendwo in der Menge entdeckt hat. Von Ordnung und Disziplin keine Spur. Die Bahnpolizei hat auch alle Hände voll zu tun, um den Abmarsch wenigstens mit einiger Ordnung vor sich gehen zu lassen. Aber sic macht sich diese Arljcit gern, denn es ist glücklicherweise die letzte Bemühung, rj>e Deutsche für diese ,Auserwählten' tun, die lange genug die deutsche Gastfreundschaft ausgenutzt haben. . . , Jeden Montag verlassen etwa 100 Juden dai ״ungastliche" Berlin, um »sich im ״Land der Väter“ neu anzusiedeln.‘* Man wird vor allem dieses eine sagen können, daß die Menschen, die hier gemeint sind, nämlich die Chaluzim, noch viel zu jung sind, um überhaupt schon in die Lage gekommen zu sein, die deutsche Gastfreundschaft ״auszunutzen“. Nur die Absicht, etwas Herabsetzendes über un* Juden zu sagen, konnte zu einem solchen schiefen Ur• teil führen. __ Der ״beste General" — ein Jude. In der Londoner Tages- Zeitung ״The Evening Standard“ vom 3. 7. finden wir die Wiedergabe einiger Aeußerungen aus den Memoiren von Hoya George über seine fruchtlose Suche nach einem brauchbaren Oberbefehlshaber während des Weltkrieges. Da sagte ihm jemand, es gebe nur einen geeigneten Mann, einen ,Dominion-General“. Dieser General war der Australier John Mona sh, der bei Oallipoli gelochten hatte und seine Karriere al» Befehlshaber der australischen Armee beendete. Er war ein Jude sowohl der Rasse wie der Religion nach. Ein anderer Melbourner Jude, Sir fsaac Isaacs, ist heute Generalgouverneur von Australien. Er entstammt einer russisch• [Udischen Familie.

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