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Jüdische Rundschau · 1934-07-17 · Heft 57 (17.7.1934) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 57 (17.7.1934)
Date
1934-07-17
Page
– (sequence 3)
Language
German
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I״H, I n Spazierfahrt zum Jarmurt Von I)r. Robert Beer (Haifa), 1״.h um 3 Uhr «rafen wir uns im ״,,״ Benjamin, ״cm Stadlpark von Haifa — Jet Mcsenolctini (Wandervögel) In jwei Autobussen fiilireii wir durch die sehlatemle Stadt auf ,usgc/cicltnckr Straße hin.uis 11, die Ebene, Riehtm,K Lmek. f)a, "'0 der V׳ eg nuili N.111,11,11 von der Straße ah/weint er• warteten uns 1111 ersten Morgengrauen m1c|, ci״i ,!״ ’ s ״nd Mädels, mul wir nahmen sie mit. Aufwärts Uihrtc die Straße, mit der tierihtInn Aussicht auf das erwachende Fmr und als wir durch Nu/areth kamen, ging die Sonne auf. Immer höher fuhrt« uns die Straße in das galiläischc Gebirge hinein; dfr Hcriuoti tauch e auf mit seinen loiiehtemlen Sdineenlleu, und die ubrifien lU'h'e des syrischen Teiles Transiordauiens stiegen wie emo Kulisse aus dem Jordantal auf, das sich mm mr uns auft.1t. Bald leuchtete tirl unten der blaue Tiheriassce. Die Slralle senkte sieh, tiefer und immer tiefer ging'•; in steilen Serpentinen, vorbei ,1.1 der Tafel ״Pncj llajam" (Meeres- $nicpcl) und noch JH) Meier tiefer, um! damt waren wir in Tiberias. liier iiiaehtcn wir kurze Frulistücksrast und lulireii dann den See entlang südlich, an den heißen Quelle״, au Kincrcth, an Dngauiah vorbei, durch Semaeh hindureli um das Sudende des Sees herum und wieder nördlich. Gegenüber von Tiberias verliehen wir die Wagen, machten rircitc Frulistucksrnst, badeten (endlich wieder einmal in Sültwasscr) und wamlerten dann in einem breiten Wadi die Berge des syrischen 1 ransjordanien hinan(, die uns immer so tmerrciclihar erseliieiien waren. Der Aufstieg war steil ״ml weglos, gut warm und etwas beschwerlich. Aber der Rückblick auf den blauen See mit Tiberias und so vielen anderen bedeutsamen. uns schon vertrauten!,unkten auf der anderen Seite entschädigten uns reichlich für die kleine Muhe. Eine Unmenge von Toiisclicrhon zeigten 1ms an, (fall wir uns den Resten einer alten Stadt näherten. Bald tauchten juch Mnucrrcste zwischen den (iebuschen auf, und da1)11 lagen die halhverstmkenen Grundrisse einer groben altjüdischcn Stadt, namens Susita, vor uns, umgehen von eien Resten machtiger Fcsttmgsniaucrn. Deutlich war die Synagoge an ihren Säulcnrcstcn zu erkennen, tiefe, in den!•'eisen ringcliauene Kcllcrgcivölbe waren gut erhalten, — [:in letzter Rückblick auf den See, der mm schon wieder tiet unter uns lag, und in die tiefen Schluchten, die aut drei Seiten die Stadt umgaben, und veiler wamlerten wir auf einem schmalen ITöliciirückcn, der gleich einer Brücke die Stadt mit den hinter ihr aufsteigenden Bergen verband. Auf diesem Höllennicken war die Totenstadt gewesen; eine grolle Anzahl gut erhaltener Sarkophigc, in den Felseubodcu eingemeilielt, zeugten von der einstigen Grölie und dem Wohlstand der Stadt. Enger wurde mit) das Gebirge und noch steiler. Zwischen niedrigem I)orneugestrüpp mul den letzten, leuchtend roten Frühlingsblumen - ״Tipnt Dam Jeliuda Makabi“ heillen sie, Blutstropfen von Juda Makahi, denn cs geht die Sage, dali überall, wo ein Tropfen Makkahiierhlut gefallen ist, eine solche Blume wachst — wamlerten wir auf einen mächtigen, weithin sichtbaren Feigenbaum zu. Unter seiner Wurzel fanden wir eine kleine Quelle, deren Wasser zu unserem Schmerz, von Zicgenlimle» verunreinigt war. Noch ein kurzes Stück Steigung, dann hatten wir die Hohe erreicht. Was wir hier sahen, kam uns unerwartet: Wir hatten geglaubt, auf einen Berg zu steigen und landen uns nun zu unserem Erstaunen auf einer tiniiherschhar groben Hochebene, einem einzigen riesigen, grünen, wogenden Weizenfeld, aus dem im Hintergrund der Scluicegipfel des Hcnnou und die blauen Berge des Ifatiran aufstiegeii; wir glaubten uns in eine oberh,11!׳rische Voralpcnlandschaft versetzt. — Da ahnten wir mit einem Schauer, welche Naturgewalten hier einstmals am Werke gewesen sind, um diesen mächtigen Ril! in der Erdoberfläche, diesen ca. MX) Meter tiefen Einbruch, aus dem wir eben heratifgestiegcn waren, zu schaffen — und ihn dann mit soviel lieblicher Schönheit auszustatten. — Nach kurzem Aufenthalt in einem sauberen arabischen Dort, dessen halben Wasservorrat vir austranken, und in dem Jung und Alt sich staunend um uns licrunilioektc -- denn ״Meschotctim“ kommen, hier seilen her und andere Europäer überhaupt nicht — zogen wir weiter, nach Süden, entlang dem oberen Rande des Jordan- Wes, auf staubigen, vollkommen ebenen Wegen zwischen den grünen Weizenfeldern, und gar manchmal blickten wir zurück nach den lieblichen blauen Bergen des llermon und des liauran. Nach einer Stunde voll heißer Sonne, aber kühlenden Windes, n,liierte sich von links, von Osten, in spitzem Winkel zum Jordantal und zn unsorin Weg, ein mächtiges ödes Tal, auf dessen anderer Seite kahle Berge sich erhoben, ähnlich denen der Wüste Juda zwischen Jerusalem und dein Toten Meer: das Tal des J a r in ti k. Auf steilem Ptade ging’s hinunter in brütender Mittagshitze, ohne Baum und fast ohne Strauch. Wir waren froh, als wir endlich den Fluh und die ihn auf zahlreichen Brücken immer wieder überquerende Bahnlinie Haifa Setnach— Damaskus erreichten. Diese Bahnlinie ''ar während des Krieges einer der Schauplätze der Guerilla- Kampfe, die Lawrence in seinem Buche ״Ein Aufstand in der w״ste" schildert. Der einzige Schatten, den wir hier landen, ''ar unter einer dieser Brücken. In imponierender Mächtigkeit [lf|c״ die Berge, die wir henmtergestiegen waren, in einer hohen, senkrechten Wand düster herab in den Muß, während sie auf der anderen Seite gemächlicher;״!stiegen. Schon ein Meilen stumpfsinnig vor Hitze und Müdigkeit wanderten wir au| dem Bahndamm flußaufwärts. Viele Quellen gibt cs hier äuf der Talsohle und machen sic truchtbar, die Araber bewässern mit ihnen ihre Felder und Gärten. Zu der Kahlheit?״ umgebenden Berge steht das üppige Wachstum des Tales in seltsamem Gegensatz. — An einer Stelle, an der das enge Dl sich aiishuchtct und Raum für ein kleines arabisches Dorf lallt, verließen wir den Bahndamm und stiegen hinab zum Uuß. Er verengert sich liier z.u einer tiefen Schlucht, in die y0״ beiden Seiten die Felswände senkrecht abfallcn; ein ״zausender Wasserfall stürzt über sic herab — im Nu waren , ze und Müdigkeit vergessen, ein Wasserfall ist in Palästina em Erlebnis! Er war das Ziel unserer Wanderung. Phantastisch ist hier die Landschaft. Die Felswände bc- 8‘dien aus Tropfsteinen, die die abenteuerlichsten Formen f I ״ ׳ Hier y׳. ,* I« r tL ״* ד A. / i ) f. .,די¬ -*—■״Sy I \ ‘i / U. f n>—*׳ץ Für Verschiebung des Prozesses!., V c r t a der eine I m wird für <Ur .J,c 1 '•A )'1י'v\ י?• J״H. (J* T. A.) Unter Führung - tädt'.c rieinde Tel Awiw haben Bemühungen clng'sc'zt, ״‘׳. ,״ff der B e r 11 f u n g * v e r in n d I u n ß btavsky.|>ro*eli zu erwirken. Die Vcit'ßueß ani.ostrebt, damit der ungestlirlc Verlauf der gleichfalls Montag, den f6. Juli, .•״!gesetzten Feierlichkeiten anläßlich Beerdigung Bialiks gesichert werde. Petition«*,« und Telegramme Die Jüdische Telegraplien-Agcntur berichtet unausgesetzt iiher Resolutionen und ,,Vertcitli׳jtiiryps-ICr־r11 itccs“ in vcrschicdenen Städten der Welt. So hat jetzt die jüdische Gemeinde von Brest-litowsk, der Vaterstadt Stavskys, in einem von 3M)0 Mitgliedern unterschriebenen Memorandum dem High Coinmissjoner ihre Uchcr/ctigung von Stavskys Unschuld mitgeteilt. F.hens׳) wurden Veiteidigungs-’ömiltees in Litauen, Griechenland und anderswo gogriindc;. Auch die Wiener Rahbiiier haben auf Veranlassung des OJerrabbiners Kuk eine Erklärung herausgegehen, die freilich vorsiclttig formuliert ist. Ein in T el-Awiw gebildetes Frauen-Koinitec zur Unter- Stützung der Verteidigung Stavskys hat, wie gemeldet wird, die Sammlung von Unterschriften für eine Petition zu- Künsten Stavskys in die Wege geleitet. Die Aktion hat bisher 700(1' Unterschriften ergeben. Die Unterschriften- Sammlung wird fortgesetzt. Die Angelegenheit Stavsky scheint den Charakter einer Psychose angenommen zu haben, wobei die beteiligten jüdischen Kreise gar kein Unterscheid״ fl gsvcrmögen mehr besitzen. Wie läßt es sich erklären, daß eine ״P e t i tio 11" zugunsten eines Angeklagten, der in einem noch nicht rechtskräftig beendeten Gerichtsverfahren vor den Richtern steht, veranstaltet wird? Petitionieren kann man nur für einen (111 a d c 11 a k t, nicht aber kann sich das Recht, das gesprochen werden muß, nach der Petition so oder so meinender Frauen richten. Wir sind überzeugt, daß die Vor• anstaltcr solcher Demonstrationen dem angcklagtcn Stavsky einen sehr schlechten Dienst erweisen. Denn nicht nur die englischen Richter, sondern auch die öffentliche Meinung des englischen Volkes, das einen sehr fein ausgebikleten Sinn für Recht und für die Funktion von Gerichten hat, werden diesem Tummcl ganz verstand״ 111 s I o s gegenüberstehen. Die Engländer stehen auf dem Standpunkt, daß gerichtliche Urteile nur der zuständige Richter zu fällen hat, nicht aber ein — auf anderem Gebiete vielleicht sehr bedeutender, — mit der Sache nicht amtlich befaßter Rabbiner, noch eine Frauenvcrsammlung, noch jüdische Gemeinden in Polen oder Amerika. Die Juden haben im Verlaufe ihrer Zusammenarbeit mit Engländern in Palästina schon viele psychologische Fehler gemacht, der ärgste psychologische F c 11 I c r scheint aber der vorliegende zu sein. Line Delegation hat sogar im p ilnischcn Aitlicnmi- 11 istcriuni Vv.rge prochen um! den Schutz. Polens für den ״polnischen Burger Stavsky" in Anspruch genommen. Die Revisionisten verlangen, Polen in Tgc einen Juden in Palästina vor der englischen Justiz schützen. Anscheinend glaubt die Mehrzahl der Juden, daß die Richter sich einem solchen Druck, wie er jetzt von allen Seiten ausgeiiht wird, beugen werden. Wir glauben, daß dies nicht der Fall sein wird, da die Eng- Wilder im Punkte der Unabhängigkeit des Richters sehr ernpfimllich sind. Fs besteht also die große Gefahr, daß die Pctitionisten das Gegenteil von dein erreichen, was sic erreichen wollen. Der einzige Effekt der mit einem so ungcheuren Aufwand betriebenen Aktion kann nur der sein, zu einer weiteren, in diesem Falle völlig unbegründete n V e r״ schärfung der Beziehungen zwischen Juden und Engländern in Palästina beizntragen. Ganz anders läge die Sache, wenn das Urteil gegen Stavsky bereits rechtskräftig wäre. Dann stünde es selbstverständlich jedem frei, sich für eine Begnadigung des Verurteilten einziisct/en. Bei einem Gnadenakt ist cs von Bedeutung, oh weite Kreise der Oeffenliichkcit ihn befür״ Worten oder nicht; bei einer Rechtsfrage ist eine Fürspräche außenstehender Kreise für einen Angeklagten natur״ gemäß völlig wirkungslos. Jerusalem, 12. Juli. (I. T. A.) In dem gegen die revisionistischc Tageszeitung ,,Hai,irden", das Organ der Juden- Staatspartei ״Iton Mejudiaii" und die Tageszeitung ״Doar Hajoin" heim Obersten Gerichtshof ciugclcitctcn Verfahren wegen Mißachtung des Gerichts, begangen durch Veröffentlichung von ArtiMn, in denen das Urteil gegen Abraham Stavsky kommen iert wurde, wurden folgende Strafen verhängt; Die Ta!:,, . mg; ״I Inj,irden" wurde zu 75 Pfund, ״Iton Mcjuchad“ zu T) Pfund und ״Doar Hajom“ zu 35 Pfund Geldstrafe verurteilt. Nene Selbslbezichfipunfi Abdul Mcdschlds? Jerusalem, 13. lull, ) Der Rechtsanwalt Dr. Elia sh hat dem Gericht eine beschworene Erklärung cingereicht, dcrzufolgc der Araber Abdul M c d s c It i d auf der Richtigkeit seines ursprünglichen Geständnisses bestellt, den freiwilligen Widerruf dieses Geständnisses in Abrede stellt und erklärt, Issa cl Derwisch sei der Mörder Arlosoroffs, er seihst der Bcglcitsniann. Die Polizei hat unter Leitung des Kommandanten Spiccr die Untersuchung in dieser Riclitung wieder aufgenommen. R.-A. Eliasli verteidigt Abdul Medschid in einer zweiten Mordsache. Oberrabbiner Kuk hat die öffentliche Aufforderung er• lassen, am Montag, dem 16. Juli, in den Synagogen nach dem Morgengchet B i 11 - P s a I m c n zu lesen, ״auf daß Gott den Richtern die Augen öffne". haben; wie verschlungene Bauinwiirzeln ragen sie von oben herunter und bilden Nischen und Höhlen. Unser Weg endete am Eingang einer Grotte. Wir zogen uns aus und schlüpften hinein. Der Boden dieser Grotte besteht aus vielen kleineren und größeren flachen Wasscrschalcn, über deren schön gleichmäßig geschliffene Ränder das Wasser von den höheren Schalen in die lieferen heruntcrpläfschcrt. Von oben ragen buntfarbig schillernde Tropfsteine herunter, unter denen man an einer Stelle auf allen Vieren hindurchkriccheii muß; überall rieselt und tropft es. Die Grotte hat einen türartigen und daneben einen fcnstcrartigen Ausgang; über diese Ausgänge hinweg stürzt in breiter Front der tosende Wasserfall. Die Felsen sind überwuchert mit triefenden Moosen und tropischen Schlinggewächsen, die wie Strickleitern ausschcn. Wir setzten uns vor die Grottenausgänge auf die moosbewachsenen Felsen und ließen uns eine Stunde lang von dem Wasserfall überschütten, der stellenweise warm, stellenweise kalt war, denn er wurde aus einer Warmen und einer kalten Quelle gespeist. Nvmphen und Faune waren das einzige, was in diesem lebendig gewordenen Bild romantischster Malerei fehlte. Ein junger Araber kam dazu und wollte uns bewegen, noch 10 Minuten weiterzugehen, dort sei eine noch viel schönere Grotte. Aber aus wieviclen Stunden bestehen nicht solche arabischen Zehnminuten I Nur ungern rissen wir uns von diesem Phantasiestück der Natur los und machten uns erfrischt und gekräftigt auf den Rückweg, den Bahndamm entlang. Unweit der Stelle, wo wir ihn zuerst erreicht hatten, kamen wir zur Station E I H a m m c. Auf ihr wehte die tränzösisciie Flagge, wir befanden uns also aut syrischem Gebiet. Gleich daneben war das Zeltlager des palästinensischen ״Transjordanischen Grenzkorps“ — dazwischen mußte die Grenze verlaufen, und zwar nicht nur die palästinensisch-syrische, sondern auch die transiordanischc (Dreiländerecke), aber wir sahen nichts von ihr. Wir überschritten sie so unangefochten, wie wir sie am Morgen beim Aufstieg überschritten hatten. El Hamme ist ein Badeort, der hauptsächlich von Arabern und nur von wenige״ Juden besucht wird. Die Hotels sind Holzbaracken und die Pensionen Blechhütten. Aber die Badeanlagc ist modern und schön, wenn auch nicht groß. Eine mächtige Heilquelle von 50 Grad Temperatur, geschmackvoll in Naturstein gefaßt, entströmt dem Boden und fließt, zum weitaus größten Teil ungenutzt, in den Jarinuk ab. Flintcr ihr erheben sich die Ruinen eines römischen Kaiscrpalastes, der sie einstmals überdeckt hatte. Weiter wamlerten wir auf dem Bahndamm flußabwärts. Das Tal wurde wieder eug und schluehtig. Die Trümmer einer der Brücken, die Lawrence gesprengt hatte, sahen wir unten im Fluß liegen. Bald trafen wir unsere Autos, die hoch über uns auf der von Setnach nach El Hamme führenden Straße 1ms entgegengekommeil waren. Wir fuhren talaufwärts. Wo das Jar'muktal in das Jordantal ausniiindct, südlich vom Tiheriassce, warfen wir einen Blick hinüber nach Tel Or, wo das Jord.nikraftwcrk von Rtitlienherg in der letzten Nachmittagssonne lag. Und dann ffiug's nach einem farbcnprfich* tigen, stets von neuem übetwiiltigcnden Sonnenuntergang über Tiberias in die Nacht hinein und heim nach Haifa. ^läßlich des Herr.l - Gedenktag« war das Hauptgebäude. de% Aeren Kajrmetft in Jerusalem illuminiert. Auf dem Dach war in. ‘,«mmenscJirift in hebräischer Sprache HersIs bekannter Ausspruch ״״eebracht; ״Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen". Fa 10; W1>1,;«riuoU» Amtlich wird von der Palüsli1׳a־Rcglcrung bekanntgege■ ben, daß im Monat Mai 2ICO Einwanderer, unter ihnen 2035 Juden, nach Palästina gekommen sind. Von diesen gehörten 355 der Kategorie der Einwanderer mit eigenem Kapital an, die ein Vorzeigcgeld von mindestens IfXXi Pfund besitzen müssen, so daß im Mal mindestens 355 00U Pfund jüdisches Kapital neu nach Palästina eilige• flössen ist. II Einwanderer gehörten zu der neu geschaffenen Kategorie der qualifizierten Handwerker mit einem. Eigen• kapital von je 250 Pfund. Bluttat in einer Versammlung Warschau, 12. Juli. (J.T. A.) Wie die Judcnstaatspartei berichtet, ist es in einer Versammlung des Brith Hakanaim, des Wehrverbamlcs der Judenstaatspartei, zu einem blutigen Zwischenfall gekommen. Ein Mitglied des revisionistischen Brith Tminpeldor stach den Angehörigen des Britli Hakanaim, Josef Chaimowicz, nieder. Dieser wurde in schwerverletztem Zustand ins Krankenhaus eingclicfcrt. Eine Meldung, daß Chaimowicz seinen Verletzungen erlegen sei, hat sich nicht bewahrheitet. ״Britli Hakanaim‘‘, d. 11. ״Bund der Fanatiker“, ist die Jugendorganisation, die hei der Spaltung der rcvisianisfiscl1en Partei von der revisionistischen Gruppe, die sich von labotiiisky gelöst hatte, gegründet worden ist. Zahlreiche Berichte aus Polen beweisen, daß der innerjüdisclie Kampf, insbesondere unter den Jugcndgriippcn, unerträgliche Formen angenommen hat, die von der gesamten jüdischen öffentlichen Meinung mit aller Schärfe mißbilligt werden müssen. Revisionistische Gewalttaten selbst gegen offizielle zionistische Funktionäre, Versammlungs-Sprengungen, Prügeleien, sind keine Seltenheiten. Der vorstehende Bericht zeigt, daß nunmehr auch die einzelnen revisionistischen Gruppen untereinander sich in dieser Weise befehden. Leider vermissen wir eine wirklich autoritative und entschiedene Hai* tung seitens der offiziellen jüdischen Instanzen gegenüber dieser Verwilderung. Bei entschlossenem und festem Willen könnte dem spukhaften Unfug sicherlich ein Ende gemacht werden. Der Status quo an der Klagemauer Jerusalem, 12. Juli. (J. T. A.) Der Distriktskommissar von Jerusalem hat angeordnet, daß die von den Mohammedanern vor einem halben Jahr in der Umfassungsmauer des Platzes vor der Klagemauer geöffnete Tür, die zu dem Platz führt, auf dem die Omar-Moschcc steht, wieder geschlossen werde. In dem Befehl des Distriktskommissars heißt es, die Oeffnung der Tür sei unzulässig, weil sie eine Verletzung des Status quo darstcllt. Gegen die baulichen Veränderungen an der Klagemauer, die 1928 begonnen haben, ist von jüdischer Seite immer wieder schärfster Protest erhoben worden. Durch die Oeffnung der Tür zum Platz der Omar-Moschcc war der Raum vor der Klagemauer, auf dem die Juden von alters her ihre Gebete verrichten, zu einem Durchgangsweg geworden, wo• durch die Andacht der Beter in erheblichem Maß gestört wurde. Misrachi und Waad Leumi Jerusalem, 13. Juli. (J. T. A.) In einer dieser Tage abgeh,iltenen Konferenz des Rates der Misrachi-Or• gaiusation Palästinas wurde eine Entschließung gefaßt, in der erklärt wird, daß der Misrachi zwar nicht in der Lage sei, an der Wahl der Exekutive des Waad Leumi teilzu• nehmen und für eine Vertretung de* Misrachi in der Exe• kutive sich einzusetzen, daß er aber seinen Mitgliedern die Teilnahme an den Sitzungen des Waad Leumi bis zu einer weiteren Erörterung und Entscheidung der schwebenden Fragen im Hinblick darauf Bestattet, daß der Waad Leumi vorgeschlagen hat, auf seiner nächsten Sitzung eine Unterkomm ission zu wählen, die die Möglich• keit einer Vertretung aller Elemente des J isc nu w in der höchsten legislativen Körperschaft der palästinensisch«! judenheit untersuchen soll, und daß auch andere grundsätz• liehe Fragen neuerlich aufgerollt werden sollen.

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