Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 55 (10.7.1934)
- Date
- 1934-07-10
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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[)er Verfasser schil- Sert f I־“ »־‘״ J11 “^'7 <>״ ,l i״׳v.-״״ler״״Ksfr״,e Jd KO״״* /u"r p '1 i; ‘‘ , 1! \ ) “ י s c h C n B 0 h mp. t«nlU". , .; *ן,® ,,}■ } "Y'1' lt'm Gesichtspunkt ,!er ^,^״oniiselH 1'! 01♦ des Lamles״ wäre eine (;rotiere I1rt11״i:r:lt״m *'1 r *1*• (,י י es er Maßstab aber!t״l1cl1 •teil englischen Regicrun 1J (|* keil■) I » bestellt kein d k ,,,.. ׳ ' ־׳if etil י (l.'ill Bie Bevölkerung!״־lost inas, diu /״ Kriegs- W)0(1011 betrug und )et/t etwa 1 2*>0 000 beträgt, nicht ״ -iiiioe״ Jahren zwei Millionen erreichen sollte, wobei alle hf f1ndc.11 können, l)ocl! hier tritt der poti• jischc I aktor hi״/«, Die <»(fentliehe Meinung der Ara• die siel! laut bemerkbar maclit, ist einer solchen Ent- ״.nur femdlieh, obwohl die Araber zweifellos in nintefidler Beziehung '1el gewonnen haben. Nach nrabiscbcii \״lMhcn sollen die a r a h 1 s c h v 11 1) 0 p <> s i t c 11 in den Banken etwa vier _ Millionen Pfund betragen. Aber die ״ciuhbmaiSii;« Ab11e1L;1111־);• gegen den Zionismus ist stärker jj4 das materielle I igeuinteresse. I)er Zionismus — so fuhrt Herbert Samuel fort — hat von Anfan(,׳ an die Be• je 11 tu in,11 ׳ er arabischen Trage unterschätzt, g-onzetitiiert atd seine eigenen internen Angelegenheiten und ״,f die (ieldaiif bringmig. Innerhalb des Zionismus gibt cs jic cvlreme Gruppe der Revisionisten, die besonjers in Polen stark sei, aber in Palästina und anderwärts Hnckliclterweise schwach. ״Wenn ihr Programm von der ״vi/cn Bewegung übernommen würde, dann würde sic dies zweifellos die Sympathie des britischen Volkes und die terstut/ung des Völkerbundes kosten und würde daher an/c t'iilernehiiien erst zu einer Stagnation und dann Zusaiiiiiienbnicb führen." ks bestehe aber keine einer solchen Uehernahmc des revisionistischen Pro-!!er "׳ei d" In ci ihr tu her, Tut das 711 einem (kl,ihr eii..., -;■;. frnmms durch die zionistische Bewegung. Dennoch sei die fcusionidivdie Propaganda, ebenso wie die Propaganda einer Randvoll kmninumsten, sehr abträglich, weil sic auch van ,Jen extremistischen Arabern ausgcinitzt wird. Herbert Sainuet schreibt dann weiter: ״Während meiner Amv־׳ enheit in Palästina hatte ich Besprechungen mit einer Anzahl führender Männer von gemäßigter Gesinnung sowohl unter den Arabern als auch unter den Juden. Ich fand einen allgemeinen Wunsch nach einem Ausgleich. Die gegenwärtige Lage wird als unbefriedigend anerkannt. Ls gibt aber keine genauen Vorschläge.“ Im weiteren Verlauf des Artikels betont Herbert Samuel die Bedeutung eines Aushaus des ElemcntarsdiuTwcsens für die Araber, insbesondere auch des Schulwesens für die weibliche Jugend, Dali die Araber noch keine formelle Teilnahme an der Führung der Regierungsgeschäfte hahen, sei ihre eigene Schuld, da sie alle Angebote der Regierung auf Schäftung gesetzgebender Körperschaften abgclchnt haben. Presseschau; 'i Anläßlich des Friedensschlusses zwischen Ihn Saud _ dem Im,־.in von Jemen veröficnllicht die ״Times“ einen Leitartikel ״Arabische Brüderlichkeit“, worin *1e bedeutende Stärkung des arabischen Flcmentes ilH'seti Lricdenssrhltill liervorheht. Dieser Fortschritt in mchtniig a״f ,!as /Je! einer arabischen Einheit dürfe auch )"11 den europäischen Mächten nicht mißachtet werden. Die 0c/c1eh!1cmle Tatsache einer gleichzeitigen Veröffentlichung des Fricdensmlragcs in den vier großen arabischen Haupt* Madtc״ verdiene, so sehreiht ״Times“ weiter, auch die ״c 3 c b t u 11 g der extremeren Z i o n i s t e 11, die nicht begreifen können oder wollen, daß Palästina noch ein arabiichcs Land ist, das von arabischen Ländern umgeben ist. Die Kundgebung der Reichsvertretung der deutschen Juden, in der sie sich gegen die (vom R.J.F, begonnene) iniierjuilische Polemik, die mit Vcrdächtigungcii des (iegners arbeitet, wandte, hat in der jüdischeu ()Öffentlichkeit lebhafte Zustimmung gefunden, die aber in der jüdischen Presse Deutschlands nicht deutlich genug /um Vorschein kommt. So z. B. verzichiet der ״Keichshimd jüdischer Frontsoldaten“ überhaupt darauf, in seiner Zeitschrift ״Der Schild'‘ seinen Mitgliedern von dieser Kundgebung Kenntnis zu gehen. Das (I c 111 e i n d c* blatt der Berliner Jüdischen Gemeinde bringt die Kundgebung der Reichsvcrtretung auf der (1, Seite (hinter drei verschiedenen Kunstfragcn gewidmeten Artikeln), beschäftigt sich jedoch im Leitartikel der gleichen Nummer ״Einigkeit — das Gebot der Stunde“ mit demselben Thema In einer Form, die eine Abschwäeliimg, wenn nicht geradezu Konter* k a r r i e r 11 n g d c s Aufrufs der Reichsvcrtretung genannt werden kann. In diesem Leitartikel wird dagegen gesprochen, daß ״der Versuch unternommen wird, jüdische Richtungen zu beeinflussen, damit sie von der Bekundung ihrer jüdischen Weltanschauung Abstand nehmen.“ Weiter heißt es dann, wir müßten ״dem■ ach den Richtungen ihr Lebcnsrccht lassen und dürfen es auch nicht als befremdend ansehen, wenn sie ihr Verhalten so cinrichtcn, wie es ihren Grundsätzen entspricht“, Das Gcmcindcblatt meint dann hinzusetzen zu sollen: ״Naturgemäß wird selbst diese These ihre Grenzen haben, und es wird keiner Richtung gestattet sein können, eine andere als minder jüdisch oder minder deutsch abzustcmpcln. Diese Selbstverständlichkeit vorausgesetzt, halten wir es für gut, wenn sich die jüdische Gesamtheit daran gewöhnt, daß es eine Solidarität des Denkens im Judentum nicht gegeben hat und nicht gibt,“ Wir voii unserem Standpunkt können hierzu nur sagen: Wir sind die letzten, die einer geistigen Auseinandersetzung im Judentum Fesseln atifcrlcgcn oder ihr ausweichen wollten. Wenn das Gcmcindcblatt den Aufruf der Reichsvcrtretung so kommentiert, so ist dies entweder ein gewolltes Mißverständnis, oder aber cs ist die Schuld der Reichsvcrtretung, die ihre Kundgebung nicht so eindeutig formuliert hat, wie cs wünschenswert gewesen wäre. Es handelt sich doch in dem Fall der Frontbund-Polemik um Zur Frage der Einwanderung nach Palästina nimmt ״The N'car Last and India“ am 3. Juli auf Grund der Debatte in1 Oberhaus am 27. Juni Stellung und bemerkt u. a.: Ls sei bisher die Beschränkung der jüdischen Einwanderung besonders wegen des Mißverhältnisses zwischen der Zahl der aiigefordcrten Arbeiterzertifikate und der bewilligten bemängelt worden. Eine gerechtere Beurteilung ergebe sieh aber aus dem Bericht, der jetzt über die Vcrwnltung von Palästina und Traiisjordanicn während des Jahres!,Hi dem Völ k e r b u n d r a t übermittelt worden sei. In dem Bericht wird u, a. erwähnt, daß eine unerwartet hohe Zulil i ü d i s e 11 e r Ei 11 w anderer illegal nach Palästina gekommen sei. Diese unkoiitrollierb.ire Aiisiedlung verhindere eine Auswahl, so daß cs keine Garantie gäbe, daß der Linv and c r e r t v p, d c n d a s Land braue 11 e, hineinkommt. Mit Bezug :111( die große arabische Einwanderung aus Trans j 0 rd a n i e 11 stellt der Bericht fest, daß nur geringe Grundlagen für diese Annahme vorhanden seien. Im Sommer seien höchstens 1000 Araber von Trans- Jordanien nach Palästina gekommen, und die meisten von iiiiien hätten es Linie des Jahres wieder verlassen. Ohne Erlaubnis der Rc״iert1!1g hätten sich nicht mehr als einige ״״Udert Araber aus Transjordanien angesicdelt. An illegalen jüdischen I iiiWiindtrt'rn hin^cficn seien in den letzten zwei ähren insgesamt 22 100 ins Land gekommen. The ״Ncar .1׳s!“ bemerkt zum Schluß: ״Wir hoffen, daß der Verlauf Ghcrliausdehatte dazu beitragen wird, wenigstens in I alasfina ein besseres Verständnis des Emwandc- NHigsprohlems zu erreichen.“ und sic durch der eine ganz konkrete, nicht in eine Wolke allgemeiner Forniulierung einzuhüllendc Verhaltungsweisc gegenüber anderen jüdischen Richtungen. Fs handelt sich nämlich nicht um den Nachweis der Richtigkeit oder Unrichtigkeit einer' — wie das (kmcimlchlatt so schön sagt — ״jüdischen Weltanschauung“, sondern cs handelt sicli um den Versuch, jüdische Gruppen vor der n i c h t j 1i d i s c h c 11 Umwelt bloßzustcllen und in einer mehr oder minder verhüllten Form der Entrcchtung bestimmter Juden wegen ihrer jüdischen Wettanseh,luung das Wort zu reden. Daß sicli die Leute, die solche Rciterkunststiickchcn unternehmen, oft gewaltig in der Beurteilung der politischen Faktoren tausehen, daß sic in itirer parteimäßig verblendeten Ueherkliighcit sogar die ganze judcriheit schweren Gefahren aussetzen, das ist eine Sache für sich; jedenfalls geht ei dabei um alles andere als um Fragen der ״jüdischen Welt- «nsch,niting“, und man sollte weder das Wort ״jüdisch“ noch das ״Weltanschauung“ in dieser Wehe mißbrauchen dürfen. Die Reichsvcrtretung kann von einer gewissen Mit- Verantwortung lür dieses Mißverständnis nicht freigesprochen werden, weil sie in einem an sich begreiflichen Wunsch, nach bciilcn Seiten zu balancieren, die Angriffe, um die es sich handelt, stilistisch ztis.immengcbracht hat mit der Frage der jüdischen Gesinnung und Treue gegen das Judentum. Darauf spielt auch der Artikel des Gemeindchl,altes an. Nach unserer Meinung ist aber ein großer Unterschied, ob man einer Gruppe vorwirft, sic habe kein rechtes Verhältnis zum Judentum bzw. kein Verständnis für die Judcntragc, oder ob man von einer Gruppe Juden sagt, sie sei vaterländisch unzuverlässig. Die Diskussion über das Verhältnis zum Judentum kann unseres Erachtens - hier stimmen wir mit dem Gemeindcblatt überein — ohne weiteres geführt werden, und es bleibt sogar jeder Gruppe unbenommen, ihre innerjüdischen Gegner als ״minderjüdiscli“ zu charakterisieren, wenn ihr das Spaß macht. W i r würden uns jedenfalls über einen solchen Vorwurf nicht erregen. Dagegen werden wir das Urteil der jüdischen Ocffentlichkeit anrufen, wenn in dieser schweren jüdischen Notzeit, unter der alle in gleicher Weise leiden, eine Gruppe den nach unserer Meinung unqualifizierbaren Versuch macht, durch eine — überdies vollkommen unbercchtigtc und widersinnige — Preisgabe von andern Juden, für sich selbst eine bessere äußere Situation zu erreichen. Dieser Versuch ist verwerflich, auch wenn er, wie wir überzeugt sind, mißlingen muß. Gerichtsverfahren gegen Zeitungen . Jerusalem, 6. Juli. (J.T. A.) Vom Obersten Gericht '''״öle den Zeitungen ״Doar Hajoin“ ״Haiarden“ und Jt3n Mejuchad“ die Vorladung zu einer Verhandlung in dem ^Cn sic weiien ״Mißachtung des Gerichts , bcpugen durch Veröffentlichung von Artikeln im Zusammen-!'״״g mit dem Urteil gegen Stavsky, eingelöteten Vcr- •ähren zugcstellt. Nichtfolgeleistung bedingt Strafe (Order "ls‘>. Es wird inkriminiert, daß in den Artikeln, ungeach et ac.s erflossaicn Gerichtsurteils behauptet worden war, »tavsKy SG unschuldig. Der im ״Hajardcn“ beanstandete Autkcl trug me Ueberscliritt ״Am Kreuzweg“ und stammte von Jawtinsky. , Indiskretion eines revisionistischen A. C.-Mitgliedes. Wie ״®s Büro der Zionistischen Exekutive in London meldet, hat das revisionistische Mitglied des Zionistischen Aktions-Komi- *ccs1 Dr. Josef S c h c c h t m a 11 n, vertrauliche Mitteilungen ״.Cr Zionistischen Exekutive, die ihm in seiner Eigenschaft als Mitglied des A. C. zugegangen waren, in der Presse veroffentucht. Die Exekutive hat dementsprechend nach früherer Ver- Tarnung verfügt, daß bis auf weiteres der Versand von vertr*ulichen Rundschreiben an Dr. Schechtmann eingestellt wird. Totaler Zionismus Von Simon Helfer und Heinzwerner Ooldstein Die folgenden Ausführungen, die uns von zwei Jungen Zionisten in Berlin zügelten, zeigen den in zionistischen Jugend• kreisen verbreiteten Wunsch, eine keinem Sonderverband zugehörige zionistische Jugendgnififtc zu bilden. Red. Theodor Herzls Auftreten m der jüdischen Welt bedeutete eine vollkommene Revolution. Setzte er doch 'der rein philanthropischen ״Judenhilfe“ den politischen Zionismus entgegen. Er brachte dadurch der Welt eine völlig neue Konzeption der Judenfragc. Der äußere Ausdruck der neuen Formen waren die Zionistische Organisation und der Zionistenkongreß. Auf dem Zionistcnkougreß wurde erstmalig vor den Augen der Welt und vor den Augen der Juden durch Juden die Judenfrage in ihrer gesamten Problematik aufgeroilt. Theodor Herzls Plan war cs, die Zionistische Organisation zu der jüdischen Vertretung zu machen, deren Leitung ihm das Recht gab, vor der gesamten Welt als Führer des jüdischen Volkes aufzutreten. Mit dem Tode Herzls war die zentrale Leitung und Autorität dahin, und es rührten sich Kräfte, deren Ziele sich nicht vollkommen mit denen Herzls deckten. Diesen Kräften ist cs gelungen, immer mehr Einfluß auf die Zionistische Organisation zu gewinnen, bis es ihnen geglückt ist, die Organisation sich unterzuordnen. Sic durchsetzten die zionistische Idee mit Ideologien, die im Grunde nichts mit ihr zu tun hatten. Heute müssen wir fcststcllcn, daß die von Hcrzl geschaffcne Organisation in der Tat nicht mehr existiert. Hcrzl wollte den Zionismus ״an sich“, den Zionismus um seiner selbst willen. Die Organisation umfaßte unter Hintanstcliung aller anderen Gcdniikcngängc alle Juden, die sich zur zionistischcn Idee ohne Bindestrich und ohne Einschränkung bekannten. Heute ist die Zionistische Organisation nur nacn der Dacliverband inncrzionistisch anderweitig festgclcgtcr Schckclzahler. Deren Disziplin bestimmen andere, deren Weltanschaiiüiig außerhalb der zionistischen Ideologie steht. Hier ist nicht irgendeine bestimmte Gruppe innerhalb des Zionismus gemeint, sondern wir meinen alle, die ihren Zionismus durch einen Bindestrich stützen müssen. Die Zionistische Organisation ist eine Vereinigung von Gruppen; der Zionistischc Kongreß ist das Spielfeld von Anschauungen geworden, der Zionismus ״an sich“ tritt zurück. Hinter diesen Auseinandersetzungen ist auch die Aufgabe des Zionismus in der jüdischen Welt zurückgetreten: der Kampf gegen die As similatkm. Wir glauben, daß der Aufbau im Lande und die zionistischc Arbeit in der Gotah in ernsteste Gefahr geraten werden, wenn nicht diesem Spiel verschiedener Kräfte Einhalt geboten wird. Wir setzen dein Minderwertigkeitskomplex ״Zionismus“ den totalen Zionismus entgegen, wir verstehen darunter die W c 11 a 11 s c 11 auun g des total jüdischen Menschen in allen Lebenslagen. Wir meinen, daß der totale Zionismus die Fähigkeit hat, jüdischen Menschen Lebensinhalt zu sein. Wir lehnen uns auf gegen die Assimilation innerhalb und außerhalb des Zionismus. Wir sehen im Zionismus an sich, den wir den totalen Zionismus nennen, die einzige Möglichkeit zur unverfälschten Verwirklichung der Ideen unseres Führers Hcrzl. Es ist gleich, wo man uns hinstellt, ob man uns rechts, in die Mitte oder nach links hinkonstruiert. Der totale Zionismus muß die Zionistische Organisation erfassen. Die Organisatan muß in Zukunft alte. Untcrorganisationen sich untcrordne«, zionistische Disziplin muß von der Zionistischen Organisatiou durchgesetzt werden. Wir wollen, daß die Zionistische Organisation wieder zu dem wird, was Hcrzl aus ihr gemacht hat. Wir wollen, daß der Zionistenkongreß wieder zu dem wird, was Hcrzl aus ihm gemacht hat: die Tribüne, von der aus das jüdische Volk zur Welt spricht. Aufgabe der jüdischen lugend ist es, Herzls Geist wieder wachzurufen und fremde Ideologien abzuschütteln. Jüdischsein muß uns Lebensaufgabe sein, deren Verwirklichung nur der totale Zionismus verbürgt. Wir bilden uns nicht ein, eine neue Ideologie zu bringen. Das wollen wir gar nicht, denn wir wissen, daß eben die vielen Ideologien den Zionismus völlig unterhöhlt haben. Wir glauben aber daran, eine für heute neue Konzeption des Zionismus zu haben, wenn wir daran( Hinweisen, was notwendig ist: Rückkehr zu Hcrzl, d. h. Kampf gegen die Assimilation, wie geartet sie auch sei. Denn gefährlicher für den Geist des Zionismus ist die zionistisch gefärbte Assimilation als die bewußt anti/ionistische. Das Ergebnis dieses Kampfes wird ein von allen Schlacken chemisch gereinigter Zionismus sein, der in seiner Totalität die Stärke haben wird, wie einst Generationen mit Lebenskraft und Lebensinhalt zu erfüllen. Eine Hcrzl-Bioßraphie. im Verlag Mizpa in Tel-Awiw erscheint jetzt die hebräische Ausgabe einer umfassenden Herzl-Biographic von Dr. Alex Bein, Jerusalem. Der Verfasser, der als langjähriger Zionist vielen unserer Leser nicht unbekannt sein wird, ist Schüler des Historikers Fr. Mcineke und war sechs Jahre am Reichsarchiv in Potsdam tätig. Er hat, wie uns mitgcteilt wird, seit Jahren Vorarbeiten in den einschlägigen Archiven gemacht, vor allem im Hcr/.l-Archiv in Wien, so daß seine Biographie wohl die erste auf genauer Kenntnis des Qucllcnrnatcrials basierte, nach wissenschaftlichen Grundsätzen bearbeitete und zugleich flüssig erzählte Biographie darstellen wird. Die deutsche Originalausgabe wird wahrscheinlich im Herbst erscheinen. Von dem Kinderdorf Ben Schemen (Palästina) wird uns geschrieben: Der große ״Kinus“ (Zusammenkunft) der Jugend ״Ins Dorf“ wird eröffnet werden durch eine festliche Vor- Stellung des Spiels ״Der Flug um die Welt" von Lola Land a u, in der Umarbeitung von Alfred Wolf. Die hebräische Bearbeitung besorgten: Abraham Schlonsky und Uri Jakobowicz. Musik: Hans Fisenstädt; Inszenierung: Alfred Wolf; Tänze: Tanja Wcllhocner. Mitwirkende: Das K'far Hanoar Ben Schemen. Palästina-Postkarlen. Man schreibt uns aus Jerusalem: Der Jerusalemer Verlag ״T m u n a“ bringt die ersten Serien seines Programms in Ansichtspostkarten, illustriertem Briefpapicr, Wandbildern u. a. heraus. Alle Vcrlagsarbciten werden erstmalig in Palästina im Tiefdriickvcrfahren hergestellt. Ferner erscheinen anläßlich des 30. Todestages Theodor Herzls farbige Faksimiledrücke eines vor kurzem von dem Jerusalemer Maler Ludwig Blum gemalten Herzlbildes. Der Keren Kajemeth Lcjisrael und der Keren Hajcssad haben dem Verlag ihre Unterstützung zugesagt. _ Vcrkchrsplänc. Zvi Friedlacndcr (Haifa, Kirjat Haim) gab soeben einen Plan der Autolinien und Hauptpunkte der Stadt Jerusalem mit hebräischer und englischcr Beschriftung heraus. Der Plan ist ebenso wie die vor kurzem in ähnlichem Format lierausgegebcnen Pläne von Haifa und Tcl-Avviw für die Förderung des öffentlichen Verkehrs bestimmt und wird in Buchhandlungen und an Zeitungsstiindeu für 5 mils verkauft. Religiöse Vereinigung ln Jerusalem. Wir erhalten nachstehenden Bericht: Am 21. April 1934 fand im Hause von Professor Samuel Klein in Jerusalem die Gründüng eines neuen Verbandes von Religiös-Intellektuellen, genannt ״Esriel“ (nach R. Esrid Hildesheimer), statt. Nach einer kurzen Begrüßung von Prof. Klein übernahm Dr. Grünberg die Leitung der Versammlung mit warmen Worten des Willkommens. Er schlug eine Zusammenfassung der im Heiiigen Lande vorhandenen ehemaligen Schüler des Rabbiner- Seminars vor, deren Zahl zurzeit fünfzig beträgt. In den Vorstand wurden gewählt: Als Vorsitzender Oberrabbiner Dr. Brody, als Vorstandsmitglieder die Herren Dr. Bleichrode, Dr. Gumpertz, Prof. Klein und Dr, Liebermann in Jerusalem. Für Tel-Awiw und Umgebung: Dr. Friedmann, für Haifa: Dr. Chononowicz, zum Schriftführer wurde Dr. E. Hildesheimer ernannt. Am 1. Juni fand bereits in Jerusalem die erste Mcssibah statt.