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Jüdische Rundschau · 1934-07-10 · Heft 55 (10.7.1934) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 55 (10.7.1934)
Date
1934-07-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Sehe 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 55, 10. VII 1934 Von Dr. J. Meitlis, Berlin. Das sich immer mehr differenzierende geistige wie gesell■ schaftlichc mul soziale Leben des jüdischen Palästina eröffnet der Literatur neue Aspekte mul neue schöpferische Möglich• keilen. In einigen Zeitschriften, besonders in denjenigen, die die junge Schriftstcllcrgcncration repräsentieren, fallen uns Ansätze auf, in denen wir den Willen nach neuer Oe st alt un!׳ und neuen Ausdrucksforincn wahriichiucn, Und etwas Erfreuliches zeigt uns so eine Zeitschriftcnschau: Die gegenwärtige schöpferische (iciieration Palästinas \v ■nvh j Üwll V £ r~״Y ־ v . fl c ו H I ' I fi*»■.» H ך^״ך j 1 י r ץי־ץ׳ין ך״י/יי* * #sAfc,,*iS C«■■■ •Jj. W f**“׳׳׳< Sk•*״. ' I '#»־־•'■ 4-,, 1 fl * י r ך—ay| ץ"*-׳" -!דיין TD,' וי״י), 1יל*# l"-** - י.< i /T ־ i Beeinflussung der gesicherten Ergebnisse der Mathematik durch Blut und Rasse Kein Geringerer als Ludwig Bicberbach, unbestritten einer der bedeutendsten Mathematiker der Gegenwart von sieh nicht in einen engen, abgezirkelte« Kreis selbstgefälliger Internationatem Ruf, Ordcutliclier Professor seine» Fachs an Parteilichkeit ein zwängen lassen, sie will sich womöglich der Universität Berlin, seit 1<)2I Mitglied der preußischen Akakeiner literarischen Scluilc oder kimstierischen Richtung vor׳ schreiben, sondern sie hat den Willen und den Mut, neue Wege der Gestaltung zu betreten timl die Probleme, eile das Leben iוו■ Lande täglich von neuem stellt, mit jugendlichem Elan kiilm anzupaeken, sie zu meistern und in neue Formen zu gießen. Wenigstens so will es scheinen, wenn man jene Zeit• Schriften durchhlättert, die uns in der letzten Zeit aus Palästina präsentiert werden, um ein paar Beispiele za nennen, etwa Jl/chak La m da ns Zeitschrift iiljcmofli“ und ״üa/ith“ des Gabriel T a I p 111 r. Wie weit dieser Wille etwas Neues zu schaffen imstande sein wird, muß noch dahingestellt hlclhcn. Scheu wir jedoch richtig, so dürfen wir aus diesem Kreise entscheidende Aemlerungen im Aufbau, in der Tendenz, Sprachgcstaitung 11ml Attsdritcksform, kurzum eine völlige Neuorientierung im Bereich tier zeitgenössischen palästincnsisclicn Literatur erwarten. Vielleicht liegen hier sogar schon die ersten Ansätze für ein geistiges ,,Los von Europa" vor, die mit der Zeit ni nicht geringen inneren Umstellungen auch auf anderen Gebieten fuhren können. Noch, will es uns scheinen, wird die literarische Produktion Palästinas und mit ihr der gesamten hebräischen Literatur zu sehr vom europäischen Ideengut entscheidend beherrscht und beeinflußt. Diese Abhängigkeit ist nicht mir eine rein formale, sondern vor allen Dingen eine substantielle, eine qualitative. Mau vergesse nicht, wie weit heute noch diese Literatur von Europa aus, sowohl zum Guten wie zum Schlechten beeinflußt wird. Das kommt nicht nur zum Aus• druck im Aufbau der Dichtung und in deren mannigfachen Aiisdrucksforiuen, im Snracligeist, im Gestaltungsvermögen und oft in der Vorliebe fiir die eine oder die andere Literaturgatfung, sondern, und das ist das Wesentliche, die hebräische Literatur ist in ihrer ganzen Problemstellung, in ihrem ganzen ethischen Zuschnitt, in der thematischen Bc• handlung mancher Motive, in Ermangelung einer Kontinuität mit der alten Literatur und einer lebendigen Verbindung mit der Idee des Judentums, wcsensverwamlt 1nit der abendländi• sehen Dichtung. Ls kommt noch hinzu, daß die hebräische Literatur in Ermangelung gehaltvoller Originahvcrkc eine Hochkonjunktur für Ucbcrset/tingslileratiir erlebt, die ihrerseits wiederum alles dazu tut, diesen abendländischen Einfluß zu verstärken. Es würde zu weit führen, wölben wir hier diesen Fragenkomplex von seiner psychologischen und kulturellen Seite erörtern, die Frage nach dem Für uml Wider in ihrer ganzen Breite und Tiefe aufrollen. Allein entscheidend fiir jede Kultur ist bekanntlich nicht das Was, sondern das Wie, nicht die Quantität einer Literatur, sondern ihre Qualität, ihr Gehalt, Solange kein homogenes jüdisches Lehen in Palästina, das sich aus mannigfachen naturmul crdgebumlenen Elementen zusammensetzt, bestand, konnte davon keine Rede sein, eine eigene Kultur in der Diaspora zu schaffen (wie weit sie dennoch vorhanden war, ist eine andere .und hier nicht zu erörternde Frage). Aber in Palästina sind nunmehr die Voraussetzungen hierfür vorhanden, und sie müssen genützt werden. Denn durch eine bloße Ucbc!nähme fremden Ideen* gutes, fremder Begriffe und deren Anwendung auf die Itebriiisrhe Kulfiir, ist noch keine hebräische Kultur erzeugt. Das jüdische Volk, besonders aber der ״wicdcrkeltrcndc Rest“ in Palästina, ist z.n anderem, Größerem berufen. 111m ist es zur Aufgabe gestellt, zu seinem eigentlichen Ursprung, zu seinem Urquell, zu sieh seihst ziirückzukchreu. Die Erneucrung muß von der hebräischen Klassik und von ihrem Sprarhgeist her erfolgen. Palästina kamt nur dam! eine wahre Renaissance des jüdischen Menschen lterbeiführcn, wenn sein Geist, der norh immer in der Fremde gefangen gehalten wird, erlöst wird. Die zeitgenössische lichriiische Literatur schafft noch zu sehr schattenhafte Gebilde, bodenlose, wurzellose, nackte Existenzen (um mit der feinfühligen Sprache der Kabbala zu sprechen), denen der lebendige Rhythmus, der Zusammenhang mit dem alten Geist des Landes und mit der nctiwerdeiidcn Wirklichkeit abgeht. Uml ihre Sprache? Sie versucht sic zuweilen zu sehr schematisch und itttellek* tualistisch zu meistern und schafft somit einen Fremdkörper, der unvereinbar mit dem semitischen Sprachgefühl ist. Sprache zieht die Fülle ihrer Kräfte aus dem Leben 111111 aus dem Boden. Wird aber Literatur in den Arbeitsstätten der Dichter gemacht, so bleibt sie seelenlos, ein leeres Gefäß, ihr fehlt dann die naturhediugte Bindung und innere Wärme, Die Lösung dieser Fragen liegt also nicht in der Nachbildurig einer vom Abcndlande 11er übernommenen Literaturgattung mit all den ihr eigenen positiven wie negativen Attributen, mit derselben Problemstellung und geistigen Hai• tung. Was iiotlut, und was unseres Erachtens ein Teil der Jungen mit Recht will, ist, um es auf einen Generalnenner zu bringen: Ein S i c 11 e i it o r d n e 11 in die semitischorientalische Kultur- und Gcistcswelt, aber nicht vorbehaltlos. Nur von hier aus können der er* neuerten hebräischen Literatur und Kirnst frische Säfte, neue Impulse und ungeahnte Kräfte in Hülle zuflielien, sic urbar und fruchtbar machen und ihr den verloren gegangenen Platz innerhalb der orientalischen Kultur wiedergehen. Sie kann nur aus dem Gefühl ihrer Andersartigkeit heraus groß uml wahrhaft werden mul dem jüdischen Menscheu auf dem Wege zu seiner Erneuerung die abendländisch* kulturelle Zwiespältigkeit zu überwinden helfen. Den ־ vielleicht ängstlichen Gemütern, die hier schon so *twas wie eine völlige kulturelle Isolierung befürchten, muß gesagt werden, daß niemand dabei an irgendein Aufgeben wahrer europäischer Kultur werte denkt, uml daß In dem ״Los von Europa“ nicht etwa ein Fliehen vor Europa in dile Wüste Judäas zu verstehen ist, sondern vornehmlich ein Sich* besinnen auf sich selbst, stärkere Betonung der jüdischen geistigen Haltung in der Kunst und in der Dichtung und letztlich eine Abkehr von solchen europäischen Gedanken- Rängen und Gedankenkategorien, die von den jüdischen diametral verschieden sind. Was man atifgchcn will und soll, Bt die Methode, die Bewertung, der Maßstab und die fremde geistige Haltung. Wir sind zu sehr im rationalen Denken des Abendlandes versunken, um noch jüdisch, das heißt zugleich _ orientalisch, umdenken zu können. Denn gerade der Orient zeichnet sich durch seinen Hang zum irrationalen, zum Metaphysischen aus (wie wollte man denn Ronst etwa die rein orientalische Heilbringererwartung, die oetmsucht nach der Erlösung am Ende der Tage sich ermären?). Seine Bestandteile sind das Religiöse und das organische, l)as sind auch zugleich die Hauptkennzeichen er hebräischen Klassik und jenes großen Schaffens, das Pc״odcn »uf dem Boden Palästinas entstanden ist. .*“* *st d|c Richtung für eine sich erneuernde schöpferische Literatur gewiesen. (lemie, gibt soeben Rechenschaft von seinen Gedanken und Erfahrungen über de» Einfluß von Volkstum, von Blut und Rasse, auf das mathematische Schaffen. Wenn man bisher geglaubt haben sollte, daß die Ergebnisse der Naturwissenschaften und der Mathematik von der Herkunft, der Nation und Rasse der Persönlichkeit, die sie gefunden hat, völlig unabhängig sind, so wird man durch Professor Bicberbach eines besseren belehrt. Zweierlei bleibt bei der Beurteilung dieser Lehre unentschieden: ob sie selbst der Naturwissenschaft und Mathematik Z.u/urcehnen ist um! zweitens, ob die hier vorgetragene neue Theorie mehr über eine Gcistcshnltinig als über einen wissenschaftlichen exakten Bcfand nussagt. Bicberbach hat seine Lehre von einem rassemäßigen arteigenen Stil der Mathematik in einem Vortrag vor dem Verein zur Förderung des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterriclits uiedergelegt uml einen Auszug daraus im letzten Heft des Nachrichfenblnttes ״F o r s c 1111!1 g e n und Fortschritte“ (21). Juni 1031) formuliert. Danach wirkt die rassische Herkunft auch auf den Stil des Schaffens beit« Mathe* niatiker. Der Vortragende bemerkt einschränkend ausdrück* lieh, daß die Einflüsse von Blut und Rasse nicht etwa so weit gehen, daß sie die Größe der Zahl n (pi) oder die Geltung des pvllingoräischen Lehrsatzes in der Euklidischen Geometrie beeinflußten. Fr zieht die Lehren der Marburger Psychologenschule heran, die unter der Führung von E, R. Jnensch bcsonders zwei große Typen geistiger Betätigung hcrausgearbeitet hat. Es ist der S-Typus, der Strahltypu«, der in den Dingen nur das wertet, was der Verstand in sie hincinlegt oder was kühle Berechnung 1111t Ihnen nnfangen kann. Dein steht der J-Typus gegenüber, der mit der Wirklichkeit und in sich integriert ist, d. 11. mit ihr und in allen seinen Eigenschaffen sich als ein Ganzes fühlt, der, mit allen Mitteln der Sinne und des Denkens der Wirklichkeit offen, sich ein Bild zu formen sucht von der bunten Wirklichkeit. Diese so ln den Gnindzügen beschriebenen Typen sind dann an verschiedenen Merkmalen zu erkennen, die sich bei verschiedenen ludividuen in verschiedener Stärke und ln verschiedener Zusammen- Stellung ausgeprägt finden, um so die Individualitäten des Typus zu ermöglichen. Namentlich linier großen Männern gibt es aber typische Gestalten, oft als Originale bekannt, die einzelncTypeinncrkmalc in allerdcutllchstcr Ausprägung aufweisen. ״Zur Erkenntnis der eigenen Arl ist cs lüUrlicH, sic fremder Art gegcnübcmisiellen. In dem Unbehagen, das fremde All hrrverruft, wird sich die eigene Arl ihrer selbst bewußt. So ist, um ein ganz aktuelles Beispiel *11 nennen, die inannlutfle Ablehnung, di« ein großer Mathematiker, Kdimtnd Landau, bei der Göttinger Slu• de1>*enN(־l1alt gefunden lull, letzten Ende« darin begründet, daß d;r lindem.sehe Stil die,es Mannes in Forschung und Lelrre deutschem Empfinden unerlriiglii h ist," ״Ein Volk, das Ungesehen hat, wie fremde llettscUafisgelüsie an M׳im׳m Minke nagen, wie Volkslrenide daran urbeitrn, ihm fremde' Arl uulmr.wingeti, muß Lehrer von einem il,m ’frentdeh Typus ablelmen. Der in seltenem Maß ausgeprägte .Stil von ׳ Kilmiind Landau zeigt deutliche Merkmale des S• Typus in der bewußten Ablehnung der Anschauung und des Intuitiven ab Mittel der Darstellung und als Quelle der Erkenntnis. Eine virtuose llamlhrrlrung des technischen Apparates, ein Jonglieren mit Begriffen sind Merkmale, die den lcbcnsfcindlirlirn unorganischen .S-Typus 'verraten, ln einer besonderen Form zeig(, sieh dieser S-Typm *. 11. bei ir.inzösisclien Ma'hemalikoni, Schon l’oincitrt'r hat auf das Unbehagen hingewiesen, das ein typisches Erzeugnis des J •Typus, Maxwell» Elektrizität und Magnetismus, einem französischen Geist ־verursacht. Für Maxwell ist der Ausgangspunkt die Erfahrung, und cs wird gesucht, sie mit begrifflichen Mitteln zu beschreiben. Bei den französischen Meistern werden Hypothesen atifgeslrlll, aus ihnen rin Gebäude errichtet, das hinter der WirklirhkeU aU einzig Wahre* stehen soll, und das dann mit der Erfahrung verglichen wird. Es gibt z. ii. ans der l’cdcr von Mathematikern des S-Typus Dar- Stellungen und Auffassungen der Theorie der imaginären Zahlen, die einem Angehörigen des J-Typus Unbehagen verursachen.“ Soweit Bieberbach. Die Wichtigkeit dieser Aufdeckung, vor allem für den Niclvtmathcinatikcr, ja schon ihre Bekannt• ״nbc, das bloße Referat über das wissenschntlich vorgdraKt,( bekcmifuis eines großen Mathematikers, kann kaum nbCf. trieben werden. Vor allem der jüdischen Welt darf Haltung nicht unbekannt bleiben, damit schädliche lllusionc» verschwinden. Glaubten wir doch bisher, dal) unsere So׳wlo. begabtitig aut diesem Gebiet überall unbestritten sei daß wenigstens der jüdische Mathematiker vor der Lg,, fungxkommission des Weltgerichts bestehen könne. Es ist aber wichtig, sich klar/mmtdien, daß diese Ablehnung nicht unter den Begriff ״Antisemitismus“ fällt, denn es werden ja au;! ״französische Meister“ von Bicberbach unter den S-Typus ן;, rechnet, und die ״Meisterschaft“ soll wohl auch Juden nicht aberkannt werden. Trotzdem bleibt die Theorie erstaunlich Wie Bicberbach die moderne Rnssenkundc auf reim Mathematik anwcmlct, zeigen seine speziellen Ausführung« zur ״A x i o in a t i k": ״Gauß Ist auch der Vater der Axiomatik, an deren Anfxng der o-slbiiltBcli-nordisrhe David Hilbert den Kantischen Hatz grste!!. hat s ,So fängt denn alle mrnschliclie Erkenntnis mit An«׳h»m1rtpt an, geht, von da zu Begriffen uml endigt in Ideen‘. Diese Kamivt* Auffassung gilt auch (dt Gauß und ist für den J-'l'ypns Isezeichrutd; und Hüben »teilt sie nn die Spitze einer Theorie, deren Ziel es in die lnpij.-hen Zusammenhäoge ntatlieniati-rhcr Wahrheiten restlot « klaren. Es ist kcmueirhnrml, ׳laß diese Theorie wc.entlirh Ax bänger gefunden hat unter Angehörige« de* Jl'vpti« in l)c'1t«hlt!d, England, Antetika, da# dagegen (ranzösiwlte Beitrüge zur Axiom»׳[, fehlen. Wohl ״her haben es aharaktc jüdische Denker fc S-Typus verstanden, die Axiomatik so unuiibiege«, daß man sic intellektuelles Variete brmiihcn kann. Undisziplinierte Verwendung der Anschauung hei mathem*!isdw Ueberlegungen hatte vor 50 Jahren die Kritik hcrattsgefotdert. L'«■ disziplinierte Anwendung formaler Denkopctatinnen hatte vor *0 JA. ren in der Mengenlehre m 1'nradoxirn gelührt. Aus dieser Lij. zieht der norditeh-dinnrische Felix Klein, in dem die verschieden« 1 Eigens׳ haften 11c« J-Typus zu einer schönen Harmonie vereinte >} sind, den Schluß, daß eine vom Deuker geschulte und disziplmitrtt ״ Anschauung uml dn von Anschauung und Intuition gelenktes Denkt! •8 das Ideal sind und uns fti'di.dtni von Ungereimtheiten. Für da » S-Typus liegt die Quelle jener Ungereimtheiten in der zu stark« .} Beteiligung der menschlichen Eigenart am inathrinatisetirn Srh»ti«, ] 111m gilt cs als Ziel, diese Eigenart au.otsi halten. So entsteht <1* f Vcrubsolutung und EntmcnschU׳ lumg des reinen Formalismus, ür sielt ober in seinen weitgehenden Bestrebungen schon selber יו absurdum geführt hat. Um so wichtiger scheinen mir die Folger» gen, die Klein selbst noch au» der um die Jahrhundertwende sch* drohenden Entwicklung gezogen hat. Seine l’liinc zur Reform des j mathemalisrhen Unterrichtes verfolgen bewußt die Absicht, in ü« f Gestaltung ries mathematischen Unterrichtes der vüikisthrn Eigen». > riie sich int J-Typus ausprägt, rntgegenzukontmen. wie denn sad. 5 Klein der erste war, der schon 1893 auf die rassenmiißige Hedingthr::, 4 des mntheimitisrlren Schaffens h;nwic«. ‘It would seent', sagt er 1!J einer Gastvorlesung in Amerika, ‘as if a streng naive späte-intuit«4 ״ wero an attrihntc pre eminentiy of the Tcntonic rnce, while tb|;,j cfitirnl purely Ingiral sense is more fttlly devcloped in the Lite' J and llchrcw rares. A full invcöig.ilion 0f this subjeet, somcslu ff on the llnes auggested l»y Francis Galton in his rcwarches o« W»• 4 ׳ dity, mighl be interesting’.“ ' ä Bicberbach schließt seine uns tief bewegenden Ausfiilirtitt■1 gen, die wie wenige andere Beispiele die nette Betrachtung!•; < weise des gesamten Geisteslebens widerspicgeln, mit folgen•; j den Sätzen: 1 *׳ ״Für die Formalisten d׳s S-'IVpus ist ilic Beobachtung der | gleichen logUrlicn Struktur verschiedener Gebiete ׳las Zeichen, dt» I keine der Briden Theorien Interesse verdient, sondern nur die ak f atrnkte logische Theorie, die ohne Beziehung auf die konkreten Dingr J zu entwickeln i*t. Daß gerade erst die anschauliche Deutung 11« ן Theorien Lebert uml Farbe gibt, ist ׳fieser Stilan fremd. Die Freude J an 11er Gestalt ist es, die den Geometer macht. Da, war der Standj punkt der großen deutschen Geometer, die von den S-Tvpen Ix- J drängt werden, indem diese ׳len Eindruck zu erwecken suchen, keine ן i mathematische Theorie sei etwas amte res #1* eine!«gische Komtrok■ '־! tion uml somit halte die Anschauung keinen rechten 1’laU in du ..} Mathematik. Ein typische« Beispiel ist, dies dafür, wie rassefromdc | Einfluß, wie rassefremde Verführung ׳lern Deutschen die Quellt | «einer eigenen Kraft versperrt,“ E. F. J Was der neuen hebräischen Literatur zum' Teil fehlt und was den Früheren, itt ihrer wundersamen Verwurzelung int jüdischen Leben nicht nur nicht abging, sondern selbstverständlich war, ist der Sinn fiir die Kontinuität, für die Fortsetzung, fiir das Nie-Abgeschlosscnscin der ewigen, schöpferischen Kräfte im Judentum. Natürlich hat sich der jüdische Geist Im Laufe der Zeit in verschiedenen Formen offenbart, aber sic alle halten den einen Grundsatz, gemein: die eine große, sichtbare Linie von immer Werdendem, nie Stillhnltcndcm, überall ist die Unmittelbarkeit des jü* sehen Geistes spürbar, ln der klassischen Zeit fand er im tiefergreitenden Ethos der Propheten schielt Ausdruck und Höhepunkt. Nicht unbedeutender aber ist eine zweite, wesentlich von der ersteren verschiedene Form, die wir unter vielen anderen hcrvorltebcn wollen, die Form der A g a d a. Es isi jene kurze, Rnannc, mit maitnigfachcn spielerischen und allerlei bunten Mitteln arbeitende Erzählung, die von Hause aus, wie alles im Orient, religiös-didaktisch akzentuiert ist, und in der noch der wache lind mahnende Geist der Prophetie fortlebt. Diese Welt des Märchenhaften und Phantastischen, getragen von einem starken religiösen Ethos, ist besonders in der Lage, den Hang des Orientalen, nun plastischen Denken und mittelbaren Erleben zu befriedigen. Hier, in dieser geschlossenen Welt, ist die abendlandisehc Trennung von Form uml Inhalt, von Geist und Hülle eine > vollkommen fremde, disharmonische Erscheinung, Dabei verfiel die Agada nicht etwa ins Unästhetische, iondent war immer auf die Reinheit ihrer Form und auf die Kraft des Wortes und der Schönheit des Ausdruckes bcdacht. Was für Wunder nun, wenn sie, trotz der Wechselvollen Geschicke, sich immer selbst treu blieb? — Sic hat sich nicht nur im Laufe der langen Jahrhunderte ihre alte Kraft und Fris 11c erhalten, sondern ihren Inneren Reich* tum dauernd vermehrt und an Gestaltungskraft zugenommen. Una nach zuletzt, als vor etwa zwei Jahrhunderten der Chassidismus auftrat, um das Judentum zu erneuern, griff er zu dem alten probaten Mittel der erzählenden Agada, besontlcrs aber R. Nachman von Bratziav in seinen vom Geist alter agadischer Tradition und volkstümlicher Ursprünglichkeit getragenen Geschichten. ״B.ial1i.k>tdcrt,Kr״ntc ,״ntcr den jetzigen Dichtem, der voll indischer Ursprünglichkeit und in der alten jüdischen Kultur tiefst verwurzelt ist, hat mit seinem dichterisch- C!' -BÄck ,dc״, .fi:r'j!5en. schöpferischen wie erzieherischen wert der Agada für die hebräische Literatur und Dichtung erkannt und da angesetzt. Auch Micha Josef Kn-Oorfat |»ä sich ein bleibendes Verdienst um die Erschließung die«« “ \ urjiidischcn Bornes erworben. Kann also die neue hebrs■ j 1 isclte Dichtung, die für *ich einen neuen Weg sucht, hier I 8׳ nicht attkmipfen, indem sic sich der Form und des Ik׳t dankensehatzes der Agada bedient, indem sie im Geist i ■ä dieser Sprache weiter schafft? Ware das nicht auch eis Weg zurück zur jüdischen Ursprünglichkeit, zum Sich-Ein• ordnen im orientalischen KtiHurkrcis, wo diese Formen de* Sdiaftcns noch heute lebendig sind und ihren Sinn noch nicht verloren haben? Dabei kann doch all das, was un» Europa an positiven und ideellen Werten bietet und biete« wird, in eine neuartige Form umgegossen und fp■ läutert werden, ohne da* Negative und Fremde mit nehmen und verarbeiten zu müssen. Kann das neue Palädi"* vielleicht die Synthese zwischen Abendland und Orient) ohne sich selbst untreu zu werden, ohne seine Andcrsgcst.it•. tigkeit auf/.ttgeben oder zu verleugnen, schaffen? Der jittÜscbe Genius hat noch nicht sein letzt cs Wort gesprochen. P*• lästina wird mit der Erneuerung des jüdischen Mensche» j* auch die Erneuerung des jüdischen Geistes bringen, Fliese* Oeistes, der einst bahnbrechend und richtunggebend für ei« lahrtauscndalte Kultur geworden ist. |« England alt Mandatarmacht | Johannesburg, 4. Juli, (j, T, A.) Auf einem zugunsten: der Keren HajcssoU-Kantpagne in Port Elizabeth veranstalteten , Bankett hielt neben dem Präsidenten der Jcwish Agency!!, Sok o| ow, auch der südafrikanische Justt/muiister und ehe• ן mahge Ministerpräsident, General Srnut», eine Ansprache, in dcr Tf *ick hauptsächlich mit der Rolle Englands als Mandatw• g macht befaßte.? Die britische Regierung, erklärte General Smttfs, werde t zwar stark kritisiert, er sei jedoch überzeugt, daß diese Regie• t rung i n h ö h e rem MaUcais jede andere die Fähig'!> ״״ ״.®״c,1,t*cj die Schwierigkeiten anderer zu verstehen.:; l aiasttna sei stets ein uneinheitliches Land gewesen; die Re• SLlb11? F^se den Arabern ebenso wie den Juden ihr Augen־ ״!f״ -u 'enkc,״• ,w*® keine leichte Aufgabe sei. Er sei da• I!״r.s.» rU׳R'«??®,*'6י Regierung gewiilt ist, Gerechtigkeit Lib"' ת {■\!* ifff Leute, fuhr der General fort, *P(*׳ irni0».״״" w 0 c h s c 1 der Mandatar macht; ehe* . '•u ^,lcs, wun*chten, begingen damit den schwersten ■ vnr7DäJ״rCrf LÄ\ ^is *hn anbelange, so würde er e» י wd«c CfJ{ ebt bt *sche ^cich hiflter *ic" zu haben, «U jed*

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