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Jüdische Rundschau · 1934-07-06 · Heft 54 (6.7.1934) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 54 (6.7.1934)
Date
1934-07-06
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 Nr. 54. 6. VH. 1954 JÜDISG! ii AU Musikleben in Pari! Da.« Pariser Kemrerfieben befindet »ich seit langem In einer Krise, wie sie jedem GraiSüadtbctrieb seit Jahren bekannt ist. Es spielt sicli in den Formen ab, die sich aus dem 10. Jahrhundert hcnibcrgerdict haben wird in einer anderen Zeit, vor 11 mein Publikum nicht mehr sinnvoll sind. So geschieht es, dal* selbst die größten Künstler, die auf der I Hirchreise konvertieren, in vollen Sälen keine großen Einnahmen erzielen können, meist mit Defizit abschließen, und daß bei Veranstaltungen junger oder unbekannter Künstkr ein leerer Saal oder nur cingcladcnes Publikum da Ist. Die Pariser Konzcrrprograuiine haben durch das Hinüberkommen von Musikern, die früher in Deutschland wirkten, keinerlei Veränderung erfahren, weder die großen Abonnemenlskonzcrtc, noch die privaten Veranstaltungen, ln beiden aller finden wir eine größere Anzahl von Kompositionen jüdischen Inhalts oder jüdischer Komponisten. Am meisten aufgeführt findet mau Darius M i 1 h a u d, einen der größten lieut lobenden jüdischen Meister, Marie- Therese Hnlley brachte in der Ecole Normale van ihm als Uraufführung eine .,Liturgie Comtadine“ für_ Gesang und Kanmierorchcstcr (Dir.: Roger Deformiere), eine Suite von Gesungen nach traditionellen Melodien provencalisehcr Juden (Onitat-Venaissin), unter ihnen eine besonders eindrucksvolle, in ihrem Rhythmus merkwürdige Rasch-Haschanah-Wcise. ln einem privaten Konzert hörte man eine Orgelsonate, in einem anderen seine Musik zu ״Madame Bovarv“, von einem jungen Mädchen am Klavier hervorragend gestaltet, ferner kleine Vokalqimrtclte und Musik zur Dichtung ״Porte Etroife“ von Andre Gide. Im ״Trit:M1״-Konzert der Ecole Normale brachte man von ihm ״Un petit peu de mtisiipic“. A!1 demselben Abend wurde ein Duo für Violine und Cello von J. Fitelberg ■aulgcfülirt. 111 der Großen Oper gastierte Ida R 11 b i 11 s t e i n (eine russische Jüdin) mit ihrem Ballett. Obwohl man von ihren — fnr unseren Begriff allzu altmodischen, pomphaften — Aufführungen nicht restlos befriedigt sein kann, muß man sie doch bewundern und ihr dankbar sein, mit welcher Initiative sie Dichter und Musiker beauftragt und anregt. Früher Tragiidin, hat sic sich jetzt vollkommen dem Ballett zugewandt. Viele jetzt große Komponisten hat sic gefordert, als sie noch nicht bekannt waren; heute allerdings beauftragt sie mir noch die berühmtesten Dichter und Komponisten. Ihre bedeutsamste Uraufführung dieser Saison war die ״Persephone“ von Andre Gide und Igor Strawinsky. Ein Werk, das Strawinskis Hinkehr zur größten Einfachheit und Ausdruckskraft der Mittel zeigt und in seiner katholischmystisch-religiösen Tiefe (das Ganze ist als Kulthandlung gedacht) dem jüdisch-musikalischen Schaffen Anregung und leuchtendes Vorbild sein könnte. Eine der interessantesten Erstaufführungen sei noch erwähnt; Psalm 3, komponiert von Paul Dessau, ein hübsches Werk eigener Farbe, persönlicher Prägung, für Mezza• Sopran und Streichtrio. Sonstiges sei mir kurz vermerkt; Efrcm Kurtz dirigierte einen Teil der Ballettabende der ,,Ballets Kusses“, die unter der künstlerischen Leitung Rene Blums im Prachttheatcr Wer Champs Elystfes gastierten. Lhbeih Sam1m.Hcr7.berg gab einen Gcsatigsabcnel mit populären und Volks-Liedern, unter denen auch eine Reihe jüdischer und chn.• ־-.kti eher Melodien war. Der Rundfunk bringt in regelmäßigen Abständen eine jüdische Stunde, die vom Oberkantor Leon Algazi geleitet wird, der auch die künstlerische Direktion de* jüdischen Miisikverl.igc* ,,Mizmor“ in ne hat. Dieser Verlag ist das einzige mir im Augenblick bekannte Unter* nehmen dieser Art und bringt Bearbeitungen jiddischer und hebräischer Lieder und Originalkompositionen heraus. Das Unicrnclimeii eines anderen Verlages, eine jüdische Musik- Zeitschrift •erscheinen zu lassen, steckt noch in den Vorbereitungen. Peter Gradcnwitz. Neue hebräische Chöre Im Verlag O m a 11111 (Zagreb, Ivkanccva 31) ist eine wunderschöne Chorbearbcitung der Kol nidre* Melodie lierausgekommen. In ihr verbinden «ich alte, geheiligte, religiöse Gefühlswerte organisch mit neuen unverbrauchten musikalischen Mitteln. Eine synagogale einstimmige Weise für einen Chor von 4, 5 und 6 Stimmen und einzelnen solistisrbcn Partien unizuarbeiten, ist eine gefährliche Aufgabe. Der Komponist Jeh udi Kinor hat sie insofern gelöst, als er bei aller großen Aufmachung einen persönlichen Charakter bewahrt und jeden zu allgemeinen und äußerlichen Glanz vermeidet. Ganz richtig heißt cs im Vorwort: ״Diese Bearbeitung des ,Kol nidre'... beruht auf der traditionellen Auffassung des Gebetes und der Melodie. Geschrieben wurde sie unter dem Eindruck, einigermaßen auch im Geist des Singens, wie cs bei den orthodoxen Juden üblich ist.“ Die traditionelle Melodie tritt klar in Erscheinung, wenn sie auch nicht immer im Sopran liegt; sie w,liniert durch alle Stimmen. Auf sic mußte cs ja int wesentlichen aukcmiinen. Sie stimmt fast ganz mit der von Lewandowski im Kol Rinnah überlieferten Fassung überein. Sie folgt ihr — betrachten wir nur den ersten Teil der Kinorschcn Komposition —- 19 Takte lang fast wörtlich; einige rhvtlimische Veränderungen und die Versetzung eines kleinen Teils in eine andere Tonart sind fast alles, was sie von ihr unterscheidet. Sic überspringt dann einen Mittelteil bei Lewandowski und knüpft an den Schluß an. Die Harmonisierung Kinors ist nicht alltäglich. Kinor setzt nicht unter die Melodie Akkorde, die so selbstverständlich sind, daß sie trivial wirken müssen. Er entzieht sich aber auch nicht den latenten Forderungen der Harmonik; er deutet die Erfüllung oft nur an oder verschleiert sie, ohne sie beim ,,Namen“ zu neunen. So kann er Eigenes geben, ohne dach dabei die Melodie zu zerstören, wie cs Bearbeiter jüdischer Melodien zuweilen tun. Schon, daß er selten bei einem kampakten Satz bleibt, daß er auf kleine (Truppen aiifteilt, daß er nicht das hinschreibt, was jedermann innerlich hört, tritt er als Komponist und nicht mir als Bearbeiter auf. Er wendet die einfachsten Mittel an. Welche neuartige harmanische Belichtung vermag er am Anfang durch zwei Tenorstiminen zu gehen, die sich gegenseitig abwärts drängen, während die Melodie in den Sopranen, Alten und Bässen liegt! Oder durch den einfachen, strengen Gang des Bassel, der die Melodie ganz allein xtuf/f, im 14. Takt! Kinor achtet auf gute Stimmführung, und er weiß sie1 auch seinem künstlerischen!Unwillen dienstbar zu machen. Kurz nach dem Anfang treten die Bässe solotisch auf un4 übernehmen einen Ted der Melodie. Der Komp:«!ist bereitet diese Stelle sorgfältig vor. Zuerst läßt er die Basse (im 10. T.iki) die 3 Takte früher erfolgte Schlußformel des Soprans anfnebmen; der Hörer reagiert sofort auf etwas Bekanntes. Dann gibt er ihnen bewegte Dassügcn: eine G-dur- Tonleiter, danach eine lueh O transponierte phrygisc.be Leifej (G-As-B-c-d-cs-f-g). Nim ist die individuelle Kraft der Bässe _»o gestärkt, daß eine solixtische Wetterführung der Melodie berechtigt erscheint. Die ganze Komposition gliedert •sich in 3 Teile und eine Coda. Die beiden ersten Teile bringen die originale Synagogalmclodic, nur ohne die Lewandonskisrhe Mittclgruppe. Diese erscheint dann bei Kiiior im dritten Teil. Der vierte und letzte Teil ist ein kurzer Anhang; er wiederholt die Melodie in einer chorischcn Fassung des zweiten Teils. Die klare Disposition des ganzen Werkes ist der variierten dorischen Durcharbeitung zu danken. Im ersten Teil wird das Thema ״aufjiestcllt“; die Kol indre-McIodie erscheint, ganz eindeutig — fast einstimmig, mit schwacher akkordischer Stützung. |!n zweiten Teil wird sie mit Gegenstimmen, die aus ihr selbst gewonnen sind, umgeben. Diese Gegen «tim• men verdichten sich allmählich zu einem Zwischenspiel, bi« parallele Stellen des ersten Teils aufgenommeti werden. Der dritte Teil unterscheidet sich von den anderen zunächst durch sein neues motivisches Material, daun durch einen mehrmaligen Wechsel des Solisten (Tenor) und des Chur«. Bi» jetzt war der Solist nur kurz vor den ausgeprägte« Schlußformeln der beiden ersten Teile hervorgetreten, mit taktisch freien, chasonischen Mclisincn, die der originalen Melodie entnommen waren. Auch der letzte Teil hat solche Kadenz. In diesem dritten Teil nun wird der Solist in den Mittelpunkt gestellt. — Kinor ist mit äußerster Pietät vorgegangen. Er hat die Kol nidrc-Mclodie verarbeitet und sie doch in ihrer Ganz• heit bestehen lassen. Er hat sic geschickt in einen Bia verwoben, der nach rein künstlerischen Prinzipien entstanden ist; und er hat ihren »ynagogalcn Charakter niemals ange• tastet. Dies alles sind seltene Vorzüge. Die 4״ sephardischcn religiösen Volks• lieder", auch un Verlag Omanut erschienen, von Aron R. Roth initiier für gemischten Chor gesetzt, zeigen saubere und planvolle Arbeit. Die Harmonisierungen sind sehr einfach und volkstümlich. Aber daneben gibt cs Stellen mit verästelter Klanggruppicrung und herben Akkorden, wie in der mystischen Einleitung von ״Schalem Alcchem“. mit denen sich Rotbmüller als zeitnaher Komponist bekennt Von seinen Liedern sagt der Verfasser irn Vorwort: ״Dem Gottesdienst entstammend, sind sie in dieser Bearbeitung nicht für die synagogalc, sondern für die weltliche Aus• fiiltrung bestimmt.“ Sic sind wegen ihrer schönen Melodien, ihres schlichten Satzes, ihrer leichten Sangbarkcit allen Chor• gcnicinsehaften zu empfehlen. Dr. Hans Nathan. IS ״Weck-End" im Kulturbund Ros«! Valetti hat im Kulturbund ihre künstlerische iomrnerwolinung bezogen und dort ein herzliches Willkommen gefunden, mit vielen Zeichen einer Liebe und Anhänglichkeit, die während ihrer Abwesenheit schon zu einer Entbehrung geworden war. Hie Valetti hat eine merkwürdige und nicht van alten vorhcrgcsehcnc Laufbahn hinter sich; sie galt als Karikaturistin, als Kabaretthtin, als Grotcskfigur, als ein kleiner Bürgersdircck, Das sagte schon ihre brandrote Pcrücke, das sagte ihr gegen alle Schönheitsregein geschnittenes oder vielmehr gehauenes oder gehacktes Gesicht. Sic hat sich dann, auch gegen Vorurteile aller Art, auf den Rang der binhstlicglaiihigten Menschendarstellcr hinaufgespielt, denen nichts Menschliches fremd ist, oh es sich ins Tragische oder Komische hiniiberxpielt, oder ob sieh beide Farben — denken wir nur an die beste aller Frau Warren — zu der so echten und doppeldeutigen des Lebens mischen, die Lcssing das Changeant genannt hat. Es wurde einmal gesagt, daß die Juden sich für die Kunst des Theaters besonders eigneten, weil sic ein Mittelnicervolk, Händler, Mittler wurden, zu den Beweglichen und Nachgiebigen gehörten, die sich in alle möglichen Sprachen übersetzen, in vieler Linder Art schicken und darum gute Beobachter werden mußten. Diese Auffassung ist irrtümlich, schon weil sie von der Voraussetzung ausgeht, daß Schau- Spielerei nur eine reproduktive, auf Nachahmung beruhende Kunst sei. Große mul tiefe Schauspielkunst kommt immer von unten, aus volkhaftcii Untergründen, setzt einen noch keimtragenden Humus von primitiver Menschennähe und Wärme voraus. Die Herkunft der Valetti ist klar, sie reicht mit ihren Wurzeln ins jüdische Seelenleben hinunter. Daher ihr kritisclier und rebellischer Geist, der sieh zuerst bemerkbar machte, ihr einfallsreicher spielender Humor und dann vor allem das, was man Herz, nennt. Mit dem Bekenntnis zu diesem Organ ist die Künstlerin, die man zuerst für stachlig und ruppig, für großstädtisch plebejisch hielt, immer liebenswürdiger, immer wärmer geworden, schließlich auch mit einer Wuuie bekleidet, die man einem ergreifend mütterlichen Zuge ihres Wesens zpschreihcii mußte. ln diesem uns nicht neuen, aber von ihr liebenswürdig erneuten ,,W c e k - F. 11 d“ Noel Cowards ist die Valetti eine ehemalige Komödiantin und gegen sich rücksichtslos genug mit manchen kölnischen Beweisen, daß diese Inhaberin eines fürchterlichen Pathos mit Recht von der Bühne abgegangen ist. Reizend ihre Riieklällc in den trüberen Berut, wenn die alle Liebhaberin und Heroine die Erklärung eines Verehrers mit einer Tiratlc aus einer alten Rolle beantwortet, wenn sie mit großer mütterlicher Geste ihre ungeratenen Kinder segnet, die sich ebenso, schnell verloben wie enlloben. Die alte Ko- 1 mödiauliu ist eine junge Naive des Lehens geblichen; das | macht sie so menschlich, so unschuldig, so unterhaltend mit | dem Kinderlieben, das ihr so leicht kommt wie die Träne. Das anspruchslose Lustspielclicn, dessen komische Rührig• ,, kp-it erst am Schluß versickert, beruht wie die meisten eng• | iisclicn Familienstücke — schließlich auch die von Shaw — jmf der Tatsache, daß es auf dieser Insel lieben Europa י immer noch eine ״Society“ gibt, und daß daher die Leute! schon dadurch komisch werden, daß sie die vorgeschriebenen guten Manieren nicht haben. Es ist nach und vor vielen an• f 11'Ten das Stück der mangelhaft erzogenen Kinder, in ihrem | 1 all schon dadurch entlastet, daß die alte Komödiantin mit | einem alten und auch aus der Mode gekommenen Roman- ן Schriftsteller verheiratet ist. Soviel Menschen da zu ihrem j Wcck-End cingeladen werden, denen ein kleiner Flirt verj| sprochcn war, vom Vater oder von der Mutter, von Sohn ן oder Tochter, so wenig kümmert man sich um sie, so fest | halt die Boheme-Familie zwischen Zärtlichkeiten, Verbal- ן injurien und Ohrfeigen zusammen, so sehr freut man sich, 1 'vcnn J*'e korrekten und langweiligen Leute, die man eigentlich | pir nicht kannte, sich entrüstet davonmachen. Das ist harm* I יי׳» mit der üblichen Unschuld der englischen Clownerie, dieser heißesten Jahreszeit angemessen und trotz unvermcidliehen Wiederholungen schließlich noch als Erfrischung anzuerkennen. Für den Sommer hätte also der Kulturbund ge• sorgt, für eine Fcriemintcrhaltung, während der, wie wir aimclimen, die Leitung über die Errichtung eines bedeutenden, vor allem für uns bedeutenden Spielplans jiachdcnken und Beschlüsse fassen wird. Die Aufführung, mit leichter Hand geworfen, wurde mit Recht ins Karikaturischc getrieben, wobei allerdings die einzelncn Darsteller ziemlich verschiedene Quanten von Komik abgaben. Martin Brandt gibt einen steifen, langweiligen Attache; liier käme es darauf an, das Langweilige kurzweilig herauszugeben. Figuren von Noel Coward sind keine Heiligtiimer, und man darf mit ihnen flott losgehen. Nehmen wir an, daß ein so erfahrener Schauspieler wie Fritz Wlsten den väterlichen Romaufabrikanten sachlich und richtig dargestellt hat, ich möchte über ihn und mit ihm doch mehr gelacht haben. Lustiger gerieten der Valetti ihre ungeratenen Kinder, Ernst Lennart, lockerer als sonst, auch mit der Zunge, und Käthe Ford er mit einer sehr gutartigen und liebenswürdigen Ungezogenheit. Wenn sie doch einmal heiraten sollte, wird sie keinen unglücklichen Mann haben. Dann drei vorzügliche Figuren, der spinösen Jungfrau von Gerda Klein-Weismann, von Werner Herr mann al« Gentlctmnboxcr und von Lilly Kann als unstörbar phlegmatischem Stubenmädchen. Eine Ueberraschiing die blöd bürgerliche Oana von Mira Rosowsky in ihrer sturen Strohblondhcit; da« ganze Persönchen oder Piippchen mit den Glasaugen schien aus Stroh gemacht. Wenn sic einen Bruder hätte, würde es der Junker Christoph von Blcicltenwang sein. Ihre Komik der geistigen Armut war souverän und durfte «Ich daher mehr Zusammenhalten als ausgeben. Arthur Eloesser. Hindenburg, O.-S., den 4. Juli 1934, Sehr geehrte Redaktion 1 Die Behauptung des Herrn Wilenski in «einem Briefe an die ״Rundschau“ Nr, 53, daß es falsch sei zu lagen: ״ich fahre nach Erez“ statt ״nach Erez Israel“, Ist In dieser Firm nicht ganz zutreffend. Ich zitiere aus Oeseniua, hehr, Wörterbuch, 16, Aufl., den betreffenden Teil des Stiehworte«: ״Erez . . . steht auch vorzugsweise für das Land Israels“ (es folgen biblische Belegstellen). Wenn sich also in Deutsch•!and die Brcviloqueiiz Erez statt Erez. Israel im lebendigen Sprachgebrauch eingebürgert hat, dann liegt kein triftiger Grund vor, das als einen ״Mißbrauch aus zumerzen“. Rabbiner Dr. Saul K a a t z. KALENDARIUM 1934 — 27. Woche 5694 — 42. Woche Freitag 4• Juli 25. Tammut Samstag 7, M 24. . &rup Sonntag 6, M ״ ,25 Montag 9, M 24. - Dienstag 40, M 27. .. Mittwoch tt. ״ ״ .28 Donnerstag 12. H יום גפור קמו 29. m S»bb«t-Au*j«ng, Berlin •». Brtilau FruUwl a. M. 9"! M&ndtaa!• 11, jall UM! Richard Beer-Hofmaaa «cbortn. Die neue Stellung zur Antike Im Heft 4 der von Ernst Kricck heraus gegeben«! Zeit• Schrift ״Volk iin Werden“ beachäfligt sich W. A I y in einem Aufsatz ״Das griechisch-römische Altertum im Rahmen der nationalsozialistischen Erziehung'‘ mit der Frage, welche Stellung die neue au f rassischer Grundlage auf gebaut« Geschichtsauffassung zur An• tike haben müsse. Der Autor schreibt u. a.: ״Es läuft ein einheitlicher Strom geistigen Vermögens unbekümmert um äußere Veränderungen dtircii alle Zeitläufte hindurch von Homer, bis «r versandet irn Siege der christlich-hyzantiniseben Welt. Nicht daß ein fremdes, wenn auch entfernt verwandtes Volk in diesen Kreis eingetreten ist, ist das Entscheidende, sondern daß ein anderer Strom den Orient durchmischt, der irn Aittesfarnentlich-Christlichen den Weste« 'überflutet... Wir werten nicht Orient gegen Okzident oder Antike gegen Vorderasien, wir werden auch anderswo Großes und Größte« finden. Der alttestamentliehe Pro• phetUmus ist so etwas und die Psalmen wird kein Arierparagraph entwerten. Aber das, wa* wir Altertum nennen, ist ein geschlossener Kuihtrahhuf, für den europäischen Menschen der nächste, wenn wir den eigenen Kreis verlassen, ein Geschehen, dessen Ganzheit wir erkennen können, und das drei Eigenschaften besitzt, die unsere Stellung zu ihm grundlegend bestimmen; 1. Das Altertum steht uns zeitlich und räumlich fern genug, um der Gefahr aiiszuweiclicn, daß wir Anschauungen der Gegen• wart in unzulässiger Weise dahin übertragen.,. Das Fremd* heitsgcfiihl ist zu merklich. — 2. Das Altertum stellt un* aber auch nahe genug, denn die Träger, Griechen wie Römer, *ind uns verwandte Völker, deren geistige Haltung wir in einem viel tieferen Sinn verstehen können als etw« die des Volkes Israel...“ Radio. Dr, Felix Langer spricht am 10, Juli, 18.25 Uhr, im deutschen Programm des Brunner Radio-Senders über ״Die jüdische Hast“. Hiuptschrütlcitefi Dr. Robert Welt ich, Bcrlin-Charlotlfnburg 9• Stellvertreter! Kurt Locwcniteln, Berlin W16. Verantwortlicher Schriftleiter für den gesamten redaktionellen Teilt Kur! Loeven■ «tein, Berlin W 15. Anrcigcnlciterin und verantwortlich für de« Anzeigenteil! Helene Chintiner, Berlin N 54. Verlag und An• *elgcnverwallung! lüdische Rundschau, Berlin (V 16. McinrkcUr. Id D.-A. Juni 38 089 K»pl. Drtnk: Siegfried Scholeni, Ilcrlin-St liiincherg. StUcdH' B0de4* up twz IsmcI durch Spenden fOr den JadUchen Naßonedfondt Berlin5. Netnebestr.io Postscheck 38247 11 .. "j ■Hckzi* tc&i! Dl« not« «iooUtUch« BtoKklr».. Pr«U RH —,1• JJtcod&b Hctäl üh d&p JlkeiMud* D«t «av<r{i1t£l|ch« H«rjl-Bii<l. Pul. RM. —I* ^ויי 1 4 1 י* x VuW׳‘ CP

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