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Jüdische Rundschau · 1934-07-06 · Heft 54 (6.7.1934) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 54 (6.7.1934)
Date
1934-07-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 54, 6. VII. 1934 Pjt I ®מ ־ iM;ff* I וי: 1ד '1 | ■I 1 )1 Seite 4 dem Augenblick der Geburt cnfgogenliarrt. In dem Augenblick, da sielt der Abgeschiedene ungefährdet durch die enge Pforte des Todes hiiiilurcligezwüiigt hat, gibt cs gewiß dort tu lener Welt einen, der ihn empfangt und mit Jubclschalt verkündet: Glück und Segen! Lin Kind ist uns geboren worden! Ein Sohn ist uns geschenkt worden! Und die Freude in der Schar der I limniliscliert ist groif. Daher sagt das Sprichwort: Ein Greis gleicht einem Kinde. Je älter der Mensch wird, desto mehr geht er allmählich nach rückwärts — seiner Ge* burt zu. Sein Verstand verringert sich, seine Einbildungskraft wird mächtiger, seine Fälligkeit zu sprechen schwächt sich ab, bis ihm im letzten Augenblick die Rede ganz schwindet und der Mensel) wieder «las wird, was er im ersten Augen• blick gewesen ist. Sein Gehen ist ganz so wie sein Kommen. Er kommt durch Gehurt und geht durch Geburt. So plauderte leise der Greis mit sehr tiefem inneren '׳Vrtraucn, und der Abendliche! luillte ihn, seine Worte und ceit Kranz, seines weißen Haares ein und strßintc auf sic insgeheim Gnade und Erbarmen aus. Schweigend und ge- Ti»Irrt gingen wir neben ihm mul ahnten nicht, daß über eine Weile Gottes liaml dies kostbare alte Gefall anfassen werde, so daß es zerbrechen und rettungslos dahin sein wird. Was wir im Sommer nicht geahnt hatten, geschah im Winter danach. Gottes Hand kam über Mcndclc und machte seinen halben Leih verdorren. Wold gelang es den Aerztcn, ihn aus dem Bett und auf die Füße zu bringen und sogar für zwei Sommer aufs Land hinauszufiihrcn; doch der Engel des Alters hatte schon sein Werk vollendet: Das kostbare alte Gefäß zersprang und ward nicht mehr geheilt. Aus den Gedichten Wir geben nachstehend sivei Gedichte llialihs wieder, die der im Verfug Liiwit, ll’iVn, erschienenen Sammlung ent• nnrnmen sind. Es ist hierbei za bedenken, daß litalihs Gcdichte niemals mit letzter Vollendung in eine andere Sprache und besonders ins Deutsche übertragen werden leimten. Das zweite hier ohgedruehte Gedieht ״Segen des Volkes“ (hebräisch ״Teehesaltna“) wird als Hymne in den Kreisen der jüdischen Arbeiter in Palästina gesungen, Red, Nach meinem Tod ... (Gedenkblall) NACH meinem Tode sollt Ihr «Iso klagen. War ein Mann — der starb vor seiner Zeit, 5eln Lehenssang ward mitten unterbrochen. Und sdtad und wehl ein Lied noch hatte er. So starb das Ued tür ewig — Starb fdr ewig Und sdtad und wehl er halle eine Harfe, Die wie ein Wesen lebt' und sprach, Drauf könnt' er Jedes Rßlsel seines Herzen» kflnden — Auf allen Salten spielte seine Hand. Nur ein Geheimnis barg er ganz Im Innern. Die Finger hüpften nur an Ihm vorbei. Und so war eine Satte stumm geblieben. Bis heute stumm. — — Und wehl ach wehl Ein ganzes Lehen bebte diese Satte, Sie bebte stumm, sie bangte stumm Wie nach dem Liebsten: dem Erlöserlied — Wie sich ein Herz zum Angetrauten sehnt, Und zaudert er. so harrt es dennoch seiner •» Und hofft ln stummem Seufzen sein, Er aber zaudert. Ja er komm! nldtf mehr —• Komm! nicht mehr. Und groli Ist, grob der Schmerz. War ein Mann — Setn Lebenssang ward mitten unterbrochen. Und echt etn Lied noch halle er. So starb das Ued für ewig, Slarb fflr ewig — — — Segen des Volkes SEID starken Armes, Ihr BrOderl der Heimat Boden zu hegen, ward euer Teil! Nicht sink׳ euer Mull Nein, heller und Jubelnd Kommt, Schulter an Sdiulter, dem Volke zum Helll Wir zählen, siehe I der Wanderung Zellen, Da» Herz nach den Tränen, dem Schweifte gewandt, Die lauglelch Israels Seele erlaben, Die mall ist und hilflos nledergebannl. Und ewig heilig sei Jede der Tränen, Dem Volke gegeben, mehrend die Flut, Und Jeder Schweibestropfen, der Wege Des Herren bahnet, wie Opfer und Blut. Den Giebel noch nldil, wenn den Grund ihr nur grübet, War’s dennoch, Ihr Brüder, kein zielloses Möhn, Ihr Kommenden bauet mit Mörtel und Mauer, Um galt es genug, erst die Spuren zu ziehn. Ein Volk der Spuren! Hebt Urzeitruinen, Von Spur zu Spur ins Ew'ge zu baunl Einst zieht man von Meere zu Meere, um staunend De» wandernden Völkletn» Werk zu erschaun. Warum doch, Ihr Säumer, io zagende Schrille? Ist Israel noch nicht vom Knechtsinn erwacht? Auf, bindet und elnl euch, zerstobene Kräfte, Dient, Schüller an Schulter, mit sieghafter Macht! Sprecht nlchi: ,Wir sind schwach 1“ Die Ihr noch nicht den Der Schlechten, den Starken Jakob» erkannt? — (Führer Seit Serubabel nicht *chufen wir Gleiche», So herrliche» Werk mit eigener Handl Wer schmähe! eskiein? Die Schmach nur den Spölleml So schreitet redend dem Volke vor) Die Pflugschar bereitet - bi» mächtig von Bergen Schmellert ein göttliche! Rufen! Emporl Eine neue Sicdhasiäs^cscllschöfi _ Aeußcrungcn von Dr. Albert Land» berg und Dr. Herbert F o e r d e r. Auf Veranlassung der Jvwlsh Agency durch die bei ihr errichtete ,,Zentralstelle jilr die Anstedlung deutscher Juden in Palästina״ Ist in Palästina eine Sirdlungsgesetlschaft, die ״Rural and Suburban Svltlcment Company Ud.“ gegründet worden, i'cm derer» Shares die '/,ent reist eile die ersten LP 10 000 gexeichnet hat. Die Gesellschaft wird privates Kapital in erheblichem Umfange heranziehen. Die Herren Dr. L « n d s h e r g und Dr. P <> e r de r haben die Organi• siernng und weitere Finanzierung_ des Werkes übernonunen, Unser palästinensischer Korrespondent wandte sieh nach Gründling dieser neuen wichtigen Körper■ scha/t an ihr Direktorium um detaillierte Auskünfte über Ziele und Arbeitsmethoden der Gesellschaft, Wir bringen in folgendem das Interview unseres Karrespondenten: Frage: Was sind die Arbeitsgebiete der neuen Sied• lungsgesellscliaft? Antwort: Die ״Rural and Stiburbaii Settlement Com• ר,«־nv' I til." wird si-11 mit vorstädtlscher und ländlicher ,Sied- 1111g befasse». Sie marht cs sich zum Ziele, vor der Stadt Wohnviertel zu errichten, um Städtern eine billige und gute Unterkunft zu verschaffen. Damit kommt sie einem heute stark gefühlten Bedürfnis entgegen und hofft, besonders den neuen Einwanderern, denen sic eine erschwingliche und passende Unterkunft zur Verfügung stellt, die Einordnung zu erleichtern. An Stelle der setir erheblichen Ausgabe für Miete ä fomls perdu legt der Siedler das für den Erwerb der Siedhmgsstelle erforderliche Kapital wcrterhaltcnd an. Daneben ilant dic Gesellschaft die Anlage landwirtschaftlicher Siedungern, die sic für ihre Käufer vorbcreitcu will. Es war bisher gerade für mütdstäiulische Elemente schwierig, zu einer Siedlung zu kommen, Diese Lücke aus/ufüllen, betrachtet die neue Gesellschaft als ihre besondere Aufgabe. Im ersten Falle, also bei vorstädtischen Vierteln, fällt in den Arbeitskreis der Gesellschaft: der Erwerb des Bodens, seine Parzellierung und Umzäunung, Watscranlagc und Er- Stellung von Häusern. Bei landwirtschaftlich e n Siedlungen übernimmt die Gesellschaft den Erwerb des Bodens, die Beschaffung von Wasser, Amcliorationen, die Erstellung der Wohn- und Wirtschaftsßcbäude. Zugleich will die Gesellschaft Siedlung«* plane für verschiedene Wirtschaftstypen und Größen bereitstellen und dem Siedler die nötige Instruktion und Hilfe beim Aufbau seiner Wirtschaft garantieren. Frage: Wie wird die Gesellschaft finanziert? Antwort: Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt £P 50 00(\ Davon hat die Zentralstelle für die Aiisicdlung deutscher Juden in Palästina ein Promoting-Kapital von £P 10 000 zur Verfügung gestellt. Es ist zu erwarten, daß sich andere palästinensische Gruppen an der Gesellschaft bcteiligen. Die weiteren Beträge stehen dem Privatkapital offen. Damit wird dem iin Lande befindlichen und dem nach Palästina strebenden Kapital cinncucsgroßes Anlagef c 1 d geboten, was bei der starken Suche nach Invcstitions* möglichkciten von großer Bedeutung Ist. Frage: Welche Vorteile hat der Aktienbesitzer der Gesellschaft und welche Sicherheiten werden ibm bei »einer Anlage geboten? Antwort: Das gesamte Kapital der Gesellschaft wird in Boden und Gebäuden Investiert, so daß der Käufer der Shares die größtmöglichste Sicherheit seines Kapitals durch Sachwerte erhält. Die Unternehmungen der Gesellschaft werden auf den Sicdlcrbcdarf zugeschnitten, so daß die Gefahr, Siedlerstcllen nicht absctr.cn zu können, weitgehend vermieden wird. Die Verbindung mit dem zentralen Institut für die Ansiedlung deutscher Juden im Lande und damit mit der Jcwisli Agency und zugleich die Unterstützung und Mitarbeit der 1 litachdüth Olc Germania, der Gesamt- Organisation aller deutscher Einwanderer, öffnet den Zugang zu den weitesten Kreisen der Siedler, während zugleich eben diese Verbindung vor spekulativen Tendenzen schützt. Die »tarke Beteiligung des Privatkapitals hingegen und der Grundsatz, nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu arbeiten, sichert der Gesellschaft die notwendige kaufmännische Beweglichkeit. Frage: Wie sind die Qewinnausaichten der Oe* Seilschaft? Antwort: Es ist naturgemäß heute bei Beginn der Arbeit sehr schwierig, weitgehende Versprechungen zu machen. Die Kalkulation der Gesellschaft wird so angelegt sein, daß für die Aktionäre sich eine Dividende von mindestens 8 ׳״» ergibt. Dabei muß unterstrichen werden, daß die Gesellschaft nicht das Risiko für die Wirtschaften der Siedler zu tragen hat. Diese sind vielmehr von dem Moment, wo sie die Wirtschaften von der Gesellschaft übernehmen, seihst für ihren Betrieb verantwortlich, so daß die Gesellschaft als solche nicht an der Rentabilität der Einzclwirtschaften beteiligt ist. Frage: Für welchen Kreis der Siedler sind die Unternehmungen der Gesellschaft zugcschnittcn? Antwort: Die Siedluugsplätze kommen für Siedler des Mittelstandes in Betracht, die genügend Kapital besitzen, um eine vorstädtischc oder ländliche Wirtschaft aufzubauen. Für eine vorstädtischc Stelle mit einem Prciziminerhaus und Garten sind gegen ,CP 500 600 erforderlich. Für eine landwirtschaftliche Ansiedlung gegen .CP 12(X). Der Käufer der vorstädtischen Siedlung erhält eine Hypothek auf das Gebäude. . Frage: Warum ist, wenn cs sich um Siedler mit eigenem Kapital handelt, «Ile Gründung einer besonderen Ge- Seilschaft notwendig? Antwort: Es hat sich im Laufe der letzten Jahre 4Vlf? ^er Finzclsiedler, Insbesondere der «lem Mittelstand angehörende, ob es sich nun um eine vorstädtische oder landwirtschaftliche Aiisicdlung handelt, nicht imstande ist, allem mit den 111.1nnigfnlti.gen und komplizierten Vorarbeiten, die zur Siedlung notwendig sind, fertig zu werden. Allem die Z118 a m 111 c n f a s s u n g der Stedlimgskandidnten in geeigneter Weise, ihre Organisierung für die Kolonisation, kann von Einzelpersonen, die oft keinerlei Erfahrung besitzen, nicht geleistet werden. Ebenso ist es meistens fiir den einzcliien nicht möglich, den notwendigen Boden zu einem erschwingliclieu Preise oder überhaupt zu erwerben, da Bodenkaufe in Palästina zu den schwierigsten Unternehmungen gehören. Ganz anders liegt der Fall, wenn eine Gesellschaft größere Bodenllächen erwirbt, sic dann erschließt, und den einzelnen Siedlern ln einem Zustande zur Verfügung «teilt, dw ihn befähigt, sofort mit seiner Arbeit zu beginnen, Neben diesen praktischen Momenten ist auch ein pty• Chologisches in Betracht zu ziehen: Neue Siedler mit Kapital entschließen sich nur -höchst »eiten, sich allem in unentwickelte oder halbcntwickdtc Gegenden zu setzen. Sie sehen nur vor sich, daß heute nichts vorhanden ist, während ihnen die Phantasie fehlt, um sich vorzustcllcn, was morgen schon da sein kann. Die Gesellschaft will auch au dieser Stelle eingreifeu. Sie will nach dem Erwerb und Erschließung des Bodens die ersten Gebäude erstellen, damit der Siedler plastisch vor sich stellt, wie »kl! die ganze Anlage gestalten wird, welche Bedingungen er zu erwarten hat und was er für sein Geld erhält. Die Gesellschaft ilt der Meinung, daß damit die Bewegung zur Ansiedlung, sowohl außerhalb der Stadt wie auch auf dem Lande, einen neuen starken Anstoß erhalten wird. Frage: Welche Möglichkeit haben deutsche Juden, die noch nicht im Laude sind, sich an Investitionen der Ge• Seilschaft zu beteiligen? Antwort: Die Gesellschaft hat das Recht, Im Rahmen der bestellenden Transfercrlaulmlssc der deutschen Reichsregierung den In Deutschland aufgebrachten Teil des Share• knpitnls nach Palästina zu transferieren. Es kann somit auch deutsch-jüdisches Kapital diese Anlagemöglichkeit in Palästina für sich ansnützen. Deutsclio Juden, die in Palästina siedeln wollen, haben die Mügli ־hkeit, das zu diesem Zweck zu transferierende Kapilal auf ein Treuliandkonto der Gesellschaft ciuziizahleii und können »ich auf diese Weise alsbald einen Sicdlungsplatz sichern. Frage; Versprechen Sie sich von der Arbeit der Gesellschaft eine weitere Verstärkung der Beziehungen des deutsehen Judentums zu Palästina? Antwort: Wir sind davon überzeugt, <l:1ß die Arbeit der Gesellschaft diese Wirkung haben muß. Die Gesellschaft wird den im deutschen Judentum zahlreich vertretenen mittelständischen Kreisen die Möglichkeit sichern, sich auch mit beschränktem Kapital in Palästina wirtschaftlich einzuordnen. Technische Erziehung in Palästina Von unserem palästinensischen Korrespondenten. gl. Tcl-Awiw, 27, Juni I93r. Der Oberkommissar lud in diesen Tagen Vertreter der Juden und Araber zusammen mit Rcgierungsbeamten und Journalistcn auf den Karmel zu einer Zusammenkunft und setzte bei dieser Gelegenheit die Absichten der Regierung für die Hebung der technischen Erziehung j m Lande auseinander. Er gab eine Darstellung der Regierungsarbeiten zugunsten der Landwirtschaft, der Einrichtung, Erweiterung und Entwicklung der Versuchsstationen in den verschiedenen Bezirken, der Errichtung «Irr landwirtschaftlichen Schule für Araber in Tul Kcrcm, des gleichen Instituts für Juden (über «Iessen Eröffnung wir kürzlich berichteten) am Berge Tabor. Es ist 111 der Tat richtig, «laß sich die Regierung, besonders unter der Führung des jetzigen Oberkommissars, der ein spezielles Interesse an \lcm Lose «!er Fellachen beweist, uni die Intensivierung und Hebung der einheimischen primitiven Landwirtschaft verdient gemacht hat. Andererseits wären die beiden bedeutenden Erziehungsanstalten in Tul Kcrem und am Tabor wohl kaum gebaut worden, wenn nicht durch das grollzügige Testament des Bagdadcr Juden Kadoorie die Regierung eine große Summe für derartige Zwecke zur Verfügung gehabt hätte. Jetzt, nach der Eröffnung der zweiten Landwirtscliaftsschule, wendet sich die Regierung der Industrie und dem Hand* werk zu. Dieser Entschluß entspringt nicht ans theoretischen Erwägtmgen, sondern erwächst zwangsläufig aus der Ent- Wicklung des Landes. Palästina hat sich in den letzten Jahren in seiner Struktur stark geändert, ln einem ganz überwiegend agrarischen Lande ist durch das schnelle Wachstu in der Städte und «lnrcli die Entwicklung bedeutender liKlustricanfängc rin Umschwung eingetreten, so d.1/1 oereffs breite Schichten der Bevölkerung in ihrer Existenz auf sfädti-' sehen Berufen beruhen. Damit entsteht die Notwendigkeit, liehen der landwirtschaftlichen fiir eine technische und industrfeile Bildung der aufwachsenden Generation zu sorgen. .Staatliche technische Fachschulen bestanden bisher in Palästina überhaupt nicht. Hätte doch die Regierung, wenn sie mit Nachdruck sich der Hebung des Er/iclmngswesens hätte widmen wollen, zuerst viel elementarere Aufgaben zu erfüllen gehabt, insbesondere die Ausrottung des Analphabetentums, das im Lande unter den Fellachen und Beduinen noch weit verbreitet ist. Obwohl auf diesem Gebiete der Elementarerziehmtg noch sehr viel zu tim bleibt, hat sich die Regierung docli für die Gründung einer technischen Fachschule entschlossen, weil auch die Araber von tlcr durch die Juden initiierten Entwicklung mitgerissen werden und Handwerker aller Art, Techniker, Ingenieure für die städtischen, die Staatliehen und privaten Unternehmungen gebraucht werden. Es wurde ein Budget von £ 60 000 fUr technische Ausblldunß ausgeworfen. Davon entfallen £ 40000 für die Errichiiing einer arabischen Fachschule in Haifa, der ein Internat augcglicdert wird. Das Institut soll in vollem Betrieb 60—90 Schiller umfassen. Es wird in die Ebene der Haifa-Bay in die Nähe der Eisenbahnwerkstätten gelegt, damit die Schüler diesen Betrieb für Anschauung und nraktische Arbeit mit benutzen können. Außerdem wirsl Haifa Immer mehr zum industriellen Mittelpunkt des Landes und eignet sich *!aller mehr als jeder andere Ort als Sitz für technische Lehranstalten. Auf die Juden entfallen die restlichen £ 20000. Die Verteilung dieser Gelder hat die Regierung im Einvernehmen mit der Exekutive der Jcwisli Agency vorgcnomincn. Bei den luden schien cs verkehrt, ein neues Institut zu errichten, «ja hier wichtige Anfänge technischer Ausbildung Vorlagen, die es zu basieren und zu erweitern galt. An erster Stelle steht hier das Technikum in Haifa, aut das auch mit £ 10000 der Löwenanteil der Subventionen entfällt. Daneben erhielt die Haiidwcrkcrsdiule in Tel-Awiw £ 2000, die Kuustgewcrbe- Schule in Jerusalem £ 1500, die Werkscliulc der Arbeiter- Organisation in Tel-Awiw £ 750, Es seiden jedoch sowohl der Regierung wie auch der Agency angemessen, bet der Bedeutung der landwirtschaftlichen Erziehung unter den Juden einen Teil der Gelder bestehenden Schulen dieser Art zuzuieiten. So hat das Landcrziehirngsheiin Ben Schemen £ 1250 erhalten und die landwirtschaftliche Knabenschule der Alliance Israelitc In Mlkwcli Jisracl £ 451X). Es ist interessant, «Iah der Oberkommissar von seinem Plan erzählte, eine gemeinsame technische Schule für Araber und Juden zu gründen. Der Plan scheint von Sir Arthur Wmichone mit besonderem Interesse behandelt worden zu sein. Mail fst aber von der Idee »hgckonimen, und zwar — wie der Ohcrkommlssar mittcilte, weil die doppelte Lchrcrbcsetzung, die wegen der Sprachvcrsdiicdenheit notwendig wird, die Kosten der Anstalt kolossal hinaufgeschraubt hätte. Nach Kenntnis der Lamlesverlmltnissc wird man hinzufügen müssen, daß sich diesem Plan wohl auch noch andere — zum Teil politische — Befürchtungen und Widerstände entgegensteilten. Wächst doch die luftdichte Scheidewand zwl« sehen den beiden Völkern im Laude immer höher, und die Parallelität der lns׳i'־־.!oncn — zwei ncbeneinanderlaufende Schuiwcrkc, zwei entsprechende landwirtschaftliche, zwei entsprechende technische -chiilcn — ist ständig im Steigen. Der politische Leiter der Agency, Scnertok, berührte in seiner Antwortredc diesen Punkt der Parallclsehulen. Schertok gab der Hoffnung Ausdruck, daß das Technikum ln Haifa und die neu zu gründende arabische Anstalt in guten nachbarlichen Beziehungen stehen und sich Tn ihrer Arbeit gegenseitig stützen würden. ,J die' Hefe tuet aut gelt keit dealt sch» Frag des cnm halb glicc bede zwei nute setzt Fall« Witl nelin 111 itg lletri «lere geilt sclia 711 itg Ehr« zum 1min Zu gi sich bcrei de leget Mit A.nP eich Fern tcre der 1 beite so/la Seil 11 schal wohl gerie '»tin glieit schal Oll yi sin cs fliese! b 11 c Iler S | l'ctri. jfuclit" febi« Jietrif tue i!t Ijitwi filier .׳!

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