Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 53 (3.7.1934)
- Date
- 1934-07-03
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 53. 3. VII.!934 JÜDISCHE RUNDSCHAU Wni |,ll- 11:1» clrr ü k/uy ili'i kt'n, Ich hali« ihm i t'sf!■11 Koiiyreß in im (irilürhlnis!.׳״• I.IIIM'O, Sachen." »^111 I*•■ ihm »I, «in ״,lr.nvl..1ck״ •uffit-l, war di-, M'T"»"' Aull ״Mutig, 1,1 14 «;״|,;:,|,1 ״|, der »nlmUI «r cm,11־ deil.iiiki’ii i’rliilil hui, im Gebt aclmn di״ Verwirklich,״.« v,4,1 •״, «mhl. nml *,di nn An ul'1'1• llimlernme mcl l*iinva,.!״|,ing,.(, hi״w<׳L׳1«׳lzl,!,,,Hihisi htuiK 11111 l.nllliiiH! Inin^ »,׳Imint ii, ,In׳,er Ili11«i111t kein״ »1,11111יי ׳11111־ ,,'kling I.I'I ilmt |tem>1״/׳hri״f׳c11, I״.,!״;׳ niii'H, ralfl 11׳ sich 1'mcIi wieder auf, nm mit »!:irrer Z;iln1׳k1־ik (I1׳«nlll1• wieder zu leiTolyrii. |)«r!Mich i,l h. a|״) ■,.״., Srlnn IHgki'il, mit welcher er!lies ,,Oe«,1111,1||׳״ '־׳m ״|, Err1׳i1׳l1l1׳s" »or »i׳'h »iehl. verliert er, wie <׳» mir srhcml, h.ml'i)׳,’ ׳I;,» nehlico Amrenmnli für 1111• KI11I1, \ve|, Im Ih>m|i> ״ ן|י״,ןןineimmilei• Irennl, Die lliinlei’itivse ei'.״ lieim'i, ilnn lei,•hl tu Iih,׳rwi1״let1. Es iit wahr’, l׳״i K1״l.״'1<׳, iiiigewöhnliehen hnlenielmnmm, ״;,re «in tu vnrshh* lie,, Ahmigei, ״ml /.׳.)״er0׳,; ״ ,״ ei״« All Il;״״h׳l-Natur nicht .1,1 Kiilmea Wagen 111 imlwemlig, EIm״׳«i u״lw«nilig .her ist ,1׳, Möglichkeit de l'Vhlsehhigej in, Auge tu I'.wm'I,. Auel, mil ,len, I ״v,׳״her(.׳,׳,ehe״,•n wird ein große,• St.,;,!״״<:״״ m|,-r Feldherr rrrlineu, ״ml für de,sei, Emlritl ,ich den Df. Ilcr/I, 1,1, ich mil ihm im Jahre 11.״ Jlerlin tnsnnnneHrnl', die Worte \\'.׳,|l,11׳,l1׳in, rufen: ..I,eil'111 heieilHUlder Wulmel! die de! I)ucl, hart im Raume stoßen *ich die Die Berufung des ersten hiingre•,«.« (in lh«׳״|>, die des vierlen in Ii.mlni, ('1,1 ,(li'iUt(׳ einer kiilun'1, Idee, und liier gi'hilhr: ihm d;,s h״e!,,|e I.eli. Er halle de,, /edjmnkl. die Siinonung jüdischer Kreis« mit riehlii'em Rliek erfaßt. So war aurh di»׳ Idee der Gründling einer ]ihIimIm•!, Knlonialbank euie ynte, obwohl ich e, für rirldiyrr ,,־«hallen halle, eine t »esHlsehai I Dir jüdische t\olnnisa!ion in, Eeben 711 rillen, alter hier ,er,11״le meiner Ansicht naeli da, richtig« Angellmal’, l'iir die Siluiilmn. Als die Ihilliu'luld, und lindern groß« jiiilnelie l'aukier, ihre Milhille u1na«l«11, w.nidle er sieh in einem Aufruf In der ,A\ <11׳' an i!;h jMihsth•' \o!k - nu<l! 11,1h war wirhii^״, um1.1> ־ Ia ־וי tl׳׳n l'.Hnlkf pin/litli i11*1׳rsrl1i1l/l<', I Cr!sah •״!fori itn titlet i'uu־ gntldi’ Ih'lt'ihgune. uml in <h<«<'r (»vfmtlung חייוח־י I .ikluf, mil ihm» Dnt('t־s umiihlKir \\;ir<׳. hs *ollUn zwei MilÜnmii l’ininl <las nominrll(' hapilal hilthn.;»Im i* <1 י>ו Hnnk schon 1h i 1 •11111־* Kinz.ihhing von!! Million in \\ i rk^,u1!k<־il In־l<־n. Als wir w ilintal ihn nu'iUn k<mpn׳ssus,;ml' w1־lrh»'m dio (inintlunu: Im wiinli1 — <’i!n־s \h!־mh im VtMilml tlus i 1 ol01h mil vorhi Itiril' u•'!! lltTivn mul Damm /us;1mt11t11־N,tluun und di׳* Ih do auf dif kH״lan Ihinkhausfr. nannnlluh Holhst liild, kam, rief <־r aus! ,.Mir wmlrn Hfilist liiltl ztTschimt h־rn! * * - Kr hallo niohl das ri<l1lip' \ 1! 'laudnis für tlio nalurliolioü!ln]11׳׳k<>11 d**r Hankhüus־׳r v וי י » «,mojidiM 1h׳iu talor gar \N01lr»1f, für die nmralisehc Voraiilwurllit i»k» 11, flio v'w, ganz altg<־s1־hon \<m d<M׳ finan/iollon, ührrii' lmi' ii, ifiilt'in sio ihm» tVmiou <־in«־m l 'nlrrm׳Innen lioh׳׳n, d־׳sH»־n Rohm ijtirn/i-n sich iituli gar nit hl uhoro hmi li<־faon, hr üln־r- M'lial/11' dir finanziollou llilfsmitlel d*־r grolhrj Massim dos OhIoiis, «lio 0|>fcrw1lligkoil »h־r heiser Sihiierlen d׳s Westens, Das Ihvsidlat der Aufrnh* in <hr ,.Well“ war tnmierhih, wenn mau lM’ch'nkl, rl d't k» inos IkmkhauHOH iName ihn unlorstülzle und dalf» kein rogolr<th!׳r l*n»H|־״kl vorlag, tun ganz respokhhlos. Im April 1HDH ן hrndile die ״Well* di« erMr Millt'ihmg. Bis hepiomhor warf'n : urojol iln vier Millionen Fratit's ge/eirlmel, davon ca. 90 ״י 0'ה Kurland. f־l» H! 1111 I iit ,*ז ׳'III l'iis, in«. ׳■er |0!1׳ t ntin;m iiitid Jaul, limd (m'tt 1.111 J־MS,!Diu urle rk!׳mir I r/1* -10 ,itf’l מיו!der lle'n ח IV, Iriff, Inno, |״»g liden alt rheti der ftters, Erinnerungen an eine Zionistin Cs war vor iialuvu vicr/ii» Jahren, wir wohnten dantals noch in Strallhur(j im alten Hause, als eines NachmiOatrs eine jiiiiije IJamc ankaiii, klein, dunkelhaarig, auffallend tiroffc Au«en, klare, sehr hohe Stirn. Sie iiberbr,aride meiner .Milder ein Handschreiben von dem berühmten Rio- 1״KC11 Jatuies Loci) aus Amerika, dem lernen Freund des j Hauses. Fr empfahl sie als eine jm1״c, sehr begabte Stu- (iieremle. Ihre deutsdicn Spraehkennlnisse waren Reriii״, en״- lisilt spradi sic fliehend, aber, da mein Vater es u״״cru sprach, war sie auf den Umpanp; mit meiner Mutier an״ewiesen. Sie jH'Kepncton sich in ihren philosophisch-natur-; wissenschaftlichen Anschauungen, aus den beiden Frauen , wurden bald Frcnndiititcn. Sie /ng zu uns tmd wohnte etwa i zwei Jahre im Hause. Die Litern suchten ihr die \X'c״c /tun Studium zu ebnen und ihre Zulassung wurde schlichlieb erreicht. Sic dürfte die oder eine der ersten Frauen pewesen sein, die cs zur Promotion brachten. Sic pebörtc allmählich zum Hause, ich nahm enplisclicn Unterricfit bei ihr, meine Mutter horte zu und wir lasen zusammen cinipc Schriften und Aufsätze von Prof. Mamlclstamm. der wohl damals mit als erster für einen Judenstant eintrat. Miß Mvde, später Ordinarius au Kansas Universitv. bekannte Pbvsiolopin, bekam nämlich einirc zionistische Zeitschriften von ihren Verwandten aus Amerika gesandt, und wir fingen au, mehr aus persönlichen als ans sachlichen (iründen uns fiir die nodi sehr in den Anfängen steckende zionistische Bewegung zu interessieren, die uns stark Assimilierten allerdings Jm Wesenskcrn fremd blieb. Dann aber trat cir. Ereignis ein, das 1ms nufrüttelte; Miß Ilyde kam mit ge• röteten Wangen aus der Stadt, den weiten Weg gelaufen, sie hatte Theodor Ilerzls Schrift ״Der Judenstaat“ in der ״zoologischen Mappe“; Darwin mul liertwi־״, Weißmann mul Huxlcy waren für diesen Tag vergessen. Wir saften auf dem kleinen eisernen Balkon und lasen abwechselnd den ״Judenslaat“ vor. ־- Am Abend war große Diskussion, mein Vater sprach ein non liquet, er sagte in Abwandlung von :■ Blaisc Pascals denkwürdigem Ausspruch: ״Die Wahrheit äst , dieselbe in Paris wie in Toulouse“, ״Die Mathematik ׳ ־־ t er war Mathematiker — ist die gieidic in Deutschland wie j in Palästina.“ Mein Vater neckte sie noch und meinte scherz* 1 haft, ganz aus der Luft gegriffen: ״Na, dann können Sie ja | Professor in Jerusalem werden.“ Sie erwiderte schlagfertig: J ״|a, wenn Jerusalem eine Universität hat, daun werden dort | aber die Frauen bestimmt /,!gelassen.“ Dreißig Jahre später י war Jerusalem Universität. Die Frauen waren /tun Studium 1 zugelassen und Miß Hydc wäre beinahe in Palästina Pro- :׳ fcssor geworden. Aber das Klima erwies sich ihrer Gesund- | heit nicht zuträglich, und sie mußte den zweimal unter- 4 nommenen Versuch, uiii/usicdelit, aufgeben. ' _ Sie lebt jetzt fern an der Küste des pazifischen Ozeans; ihr otium cum dignitate; immer aber, wenn ein Brief von ihr; kommt, muß ich in den letzten Jahren an die Szene auf i dem kleinen eisernen Balkon in Strnßburg denken. J I)r. T. Simon (Wannsce). *i״•*!5״ ״%* KeiMtcr»e*B1 WlKW |<euwt««**, tu%ut*r» ■״ tt,?.* , ✓ t ( .J ' ׳׳» V # > •14 ־ י'•*^׳'י * * . ״ty 4.-,» ׳ 4*! f */ ><+.'. i). _־.־ ,/#*•** י י *»»/ Z/// '..».*U »*>׳' , 4, «i , .,.t > *> ‘׳־י -»*״%• «״#»•יי•; 4• 4/,,'..יי ־.'• * , 4-1* dil , » t ’ * 4 ■4k *s4f t ״»'י׳ *~4,f •(׳*״־״״M/ י^״ <״•׳’-«“'*» /.l* l •W.M jt g - HA tHS,< i y «HA,«.,>/ it4u , '»•-?«> « , <..,־. Va^׳.׳ , M , t י »* k 4 * -*J t *M , v V r*-/». / •> *» •י .C.y.y -'Z-u. י' ׳,״... י'*1'• »'■>׳ u «•••*־״ , -y.. ,'N ^vx.Zv,',״, J A*'« } " . , . / p4.W4־׳*־t4 *1 ,*y t, / v »»f AhytM’.h *M W* m4 י % 4 ■ ך ■*}>’'** 4 t fi 1 f, *, ״ t. -■, < y« * *< <%.• 4 £ ** *. * ** * ך V* י¬ ׳ # ׳ 4 .4 •'.>׳ י■.״־ •**{ ״ \ ^-4 »4a , 4 d* י/י , ' Z.//y« .*.Z»y 141* / +* 4 v 4 » *׳יי'"/ I /. ' tj €4 i A*. 4 * * 4׳ * «» , ‘ / «»4/ « /« * / — < ־. ./׳>* •*4m*4 ־ * ״־' .4• ™4s * ־ .4׳* 0 ׳•’* ׳'י־ י' 4־♦ * W* J44fZ ' י־ H.’!,f f .«<1 4»*| Z., fc. — . 4k. *M.4׳.y 4■ *44 +*. ״ r 44 ,»*♦־ •** י * ׳* y >’׳ 4« «w,.4׳< tfr «y-« ־** **.* 4•'-׳♦« -444^.״ 4,) •״. # « y*^• « *4 ׳ * —*« *י J i 444• '׳A/y,.׳•־־״* ׳■״/ 4 ׳״״י ״■ 1 *Ri* t •■>* •>« A\ , 1 ) ■') ״ ׳ ״,,־.ןt A v< J*', , . . •44; t ,ft, ׳ »*״ J4• ♦ « <•'* «4׳ ,*«.*#- ״ t ״T'י/ «־'• Z « .. , j. ״־ ׳4׳ /,־׳ ׳.w . . & ♦ ״•jt *J&—9 * I* ' y,./״ ~U »Vy.4«. M ו * f*׳•־ z ־* *4 1 », U •» r 4 ‘ »* 4 » y־ •״«. ■ # <4 ±4> יי■ **' V־ ־ ׳ y/' •ZI,/,/ £cJ, t .4 י' .%י ** ■׳A׳/ 9.1 * J . (1.4/ «t» r44L m&i . t*, ׳♦׳4* 9 ' *4 , f* ~f 4-4. 4 t» 4'׳ i Ü « »W-y y* * 44 «'■ JhMiJV* aV ^Ay Ein Freund unseres Blattes stellt ms das Faksimile eines Briefes von llerzl aus den ersten Tagen seines Auftretens zur Verfügung, Der Brief ist datiert vom 20. Februar 1896 und ist gerichtet an den Redakteur Willteim des ״Wiener Frcmdenblattes", damals Organ des österreich-ungarischen Außenministeriums. Der Brief zeigt, wie Ilerzls fournalistischc Kollegen auf seine zionistischen Pläne reagierten und wie wenig sich llerzl durch ihre Einwände stören ließ. Die im letzten Absatz erwähnte Broschüre ist natürlich der datnals gerade erschienene ״Judenstaat", Der Text des Briefes lautet: Verehrter und ebenso lieber Freund! Ihre charmante Mitthcilung aus dem Publicum hat mich auf das Angenehmste erheitert. Man hält mich für verrückt. Ich müßte es gewesen sein, wenn ich das nicht vorausgescheit hätte. Jeder, der für verrückt gehalten wird, behält zwar nicht nach dreißig Jahren Recht; aber uin nach dreißig Jahren Recht zu behalten, muß Liner jedenfalls in den ersten Wochen für verrückt gehalten werden. Die Schusterhuben und Pülcher müssen ihm narhlaufcn, und gute alte Freunde wie Sie müssen ihn bekümmert ansehen, wenn sie es nicht vorziehen, ihn leise zu froz/cln, etwa durch übertriebene Adressierung eines Briefes od. dgl. Daß sie sich aber bei mir selbst erkundigen, verräth eine betrübende Unkenntniss der Umnachtung, von der Sic mich schon befallen glauben. Jeder Tollhüusler hält seine fixe Idee für vernünftig. ״And so do I.“ Also: momentan bin ich, wenn ich nicht irre, noch nicht iibcrgcschnappt. Was nicht ist, kann freilich noch werden. Aber dem sind selbst Leute ausgesetzt, die sich nie um arme leidende Mitmenschen kümmerten. Halten Sic mich für was Sie wollen, wenn Sie mich mir nicht fiir einen schlechten Kerl halten. Dies scheint aber nicht der Fall zu sein, da Sic mich noch immer ״aufrichtig lieben". Jetzt lesen Sie noch gefälligst die Broschüre aufmerksam durch, über die Sie sich schon lustig gemacht haben. Diese Mühe sind Sie mir jetzt schuldig. Und wenn Sie in Ihrem Spott erschüttert sind, so schämen Sie sich nicht, es mir zu sagen. Herzlich grüßend Ihr ergebener Th. Hcrzl. Kundgebung des Gemeindcblaiies Das G c m c in d c b f a 11 der Jüdische n Gemeinde zu Berlin, amtliches Organ des Qemcindcvorstandes, widinet dem 30. Todestag von Theodor Hcrzl einen Nachruf, worin ausgesprochen wird, daß sich die Beziehung der hier vertretenen Kreise (gemeint sind offenbar die in .der Berliner Gemeinde heute noch die Mehrheit bildenden l iberalen) zu llerzl gewandelt habe. Cs heißt in dein Aufsatz: ״Wir 111,11(11 (»«lonil, uiw'1'0 l'lrki'imlni* ist vi«lfn<׳lt gewnc'luou, und 1וי)יוויו*. W m׳!li|!t11!K des ZtouUtims als c.utM, Fnklorti, der für da» Ziikuiiflwhii'ksnl Israels nicht vermißt werde« darf, »lelit fest. Wir 1״'keimen mit Danklmrkcil, daß Tniisende von deutschen Juden im Lande der Vlllcr eine Zuflucht gefunden linlici,, und wir wissen, (laß ein Teil der jungen G111׳e1׳nlum ihnen imehfnlgen wird. Sin werden irnler der würmemlen Smmn de» allen Lande», von einem Arlieilsfimatisum» nlmegleiehcu ׳beseelt, am Aufhau de» Laudes teilnehmen, das vielen Menschen unaorca Slamme» eine cdlo und würdige Ställe der Arbeit hielet. Wir lialien Theodor llerzl noch ein andere« zu dnnke|1, und das »teilt für diejenigen, welche mit ihrem Vaterland« verwachsen sind, auf gleicher Hohe, Er hat gelehrt, daß Flucht au» dem ר־ fs. /t / G 1 Eiiie Aufsatzreihe Herbert Samuels. Der Londoner ״Oh- Server“ beginnt in seiner Ausgabe vom 1. Juli an leitender Stelle mit der Veröffentlichung einer Artikelserie von Sir Herbert Samuel unter dem Titel ״Wiedersehen mit Palästina“. Herbert Samuel, der erste High Commissiouer von;Palästina, ist bekanntlich soeben von einer Palästina-Reise 1zuriickgekchrt. Er schildert in dem ersten Artikel den ökono- : mischen Aufschwung Palästinas, der vor allem der jüdischen i j Einwanderung ztt/uschreiben ist. Er hebt hervor, daß in den '1 letzten 15 Jahren die Bevölkerung Palästinas sich verdoppelt }und das Volkseinkommen sich verdreifacht hat. Innerhalb Ides allgemeinen Wohlstandes sei freilich die Lage der arabi-;!sehen Ackerbauern höchst beklagenswert. Palästina, so hebt!]der Verfasser mit Rücksicht auf eine gewisse Agitation in!England hervor, koste den englischen Steuerzahler heute .gar!nichts, vielmehr habe England allen Grund, in ökonomischer ■*Hinsicht mit dem Verlauf der Dinge in Palästina zufrieden zu;sein. Wie es in politischer, nationaler und religiöser Hinsicht steht, will der Autor in einem künftigen Artikel darlegen. llerzl besuchte im Jahre 1903 den russischen Minister Plchwc, um mit ihm über den Auszug der Juden aus Rußland zu verhandeln. Die Juden standen bekanntlich im zaristischen Rußland unter schweren Sondergeselzen. Plehwe hat llerzl überaus freundlich aufgenommen, ein konkretes politisches Resultat wurde jedoch nicht erzielt. Auf der Reise durch Rußland war llerzl Gegenstand überschweng• lieber Kundgebungen seitens der im Anstcdlungsrapon zu• sammengedrängten jüdischen Massen. Unser (bisher unbe• kannlcs) Bild, das Hcrzl auf der Fahrt ln Rußland zeigt, wurde im Nachlaß David W01 ffsohns gefunden, (Pah Preii-Photo.) Jmlrntum und Verbergen imiercr Abkunft nur ein« SrbcingrHutig liedt/ri!. Wenn narb Jalir/rimtcn einer Abkehr vom Judentum, di» wir immer al* *rlimaihvoll liezeirtiiiet haben, ein« I׳״wr1! Einsicht Platz greift und ji'1di»che Würde aurh der Anteil derer wird, dit» ihr 1' il^ene» und 1111» nnfgr£<׳l>en hatten, dann ist diese Wandlung mit eine Folge von llerzl» Ideen. Die Früchte der Hingabo an «eine Gemeinschaft sind noch im Werden, (!er,ade in Zeiten, in denen unsere Situation |1rol11m1i1ti«rh »!, muß aurh da» Verständnis »ieh durrhsel/en, daß wir Juden — *o versrhieilrn und iM'rediligt die einzelnen Jüdin lirn VVehnnsrhauungen »rin mögen — an» innerer Pelierzcugmig zmanimenerliftn-ii. Dazu gehört auch die Achtung vor im« »eil,st und die Ehrfurcht vor unserer eigenen Arbeit. Wenn ,Theodor llerzl ah eil: einzelner Mansch es vermocht hat, das jüdische Leben »!! s| u׳k umzugestalten, dann gibt er der» nicht Wenigen, die über l'irkciuitni« 1md Seelenkraft vertilgen, ein heroische» Vorbild. Er hat ein Ideal zur Wirklichkeit erhoben, und wii» vielen imiuöglicli «cliieii, i«t durch ihn Leiten geworden. Parum l11׳״gt «ich in |,i«(;tlv oller Huldigung auch die Jüdische Gemeinde zu Berlin vor dem Andenken tliesei Großen in ljracl, vor Theodor Herzl,“ Dreißig Jahre nach dem Torfe Theodor Hcrzls spricht das offizielle Organ des Berliner Gemeimlevorstnndes diese Meinung aus. In der Einleitung des Aufsatzes heißt es: ״Am liilern der Zioiiismu» aus der Welt der Theorie in die der (Wirklichkeit getreten ist, und die Balfotir-Deklaralion dio Ansied- 11mg einer immer *teigenib'11 Zahl von Juden möglich gemacht hat, halien wir deutschen Juden eine klarere Stellung zu Hcrzl und »einein Ideal gewonnen." Der Aufsatz spricht von ״wir deutschen Juden“, Fs wäre aber noch dankenswerter gewesen, wenn das Gemeindeblatt seinen Lesern auch mitgeteilt hätte, daß es unter den deutschen Juden eine immerhin sehr an- (sehnliche Gruppe gab, deren Stellung ru Hcrzl auch schon ״klarer“ war, bevor die Balfour-Dcklaration erlassen worden ist. Wäre dies nicht der Fall gewesen, dann wäre es wahrscheinlich weder zur Balfour-Deklaration noch zu der ״Ansicdlung einer immer steigenden Zahl von Juden“ gekommen. In ganz Dcti'ächlaml haben die Gemeinden ihr׳: Synagogen für große HerzlFciern zur Verfügung gestellt. So fanden und finden Herzl-Feiern statt in den Synagogen der Gemeinden Bcuthcn, Elbing, Köln (hier in sämtlichen Synagogen Kölns während des Abendgottesdienstes Hcrzl-Gedcnkfeiern), Königsberg, Leipzig, Mannheim, Tilsit, Stuttgart usw. Die Berliner Jüdische Gemeinde hat die Bereitstcllung der Synagogen für Herzl-Feiern abgclclmt. Sie hat aber den Gcmeinderabbincrn mitgeteilt, daß sic nichts dagegen eitmiwenden habe, wenn während des regtdären Gottesdienstes in Predigt und Ansprache der Bedeutung Hcrzls gedacht werde. Dieser Anregung sind eine große Anzahl von Berlinern Rabbinern gefolgt. In vielen Synagogen wurde in Predigten die Persönlichkeit und die Bedeutung Herds ein• gehend gewürdigt.