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Jüdische Rundschau · 1934-06-29 · Heft 52 (29.6.1934) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 52 (29.6.1934)
Date
1934-06-29
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCH E RUNDSCHAU Nr, 52, 29, VI 1934 \"״f~"\ p ן! n ך״־׳׳ן ץ־—ן ך«ן'ץ-־ן 4 y C ...» d O v,3 y u״,,C Zur jüdischen Berufspolitik Das Bestehen der Jiidcufragc hat zu verschiedenen Aut• Worten im jüdischen l.agei selbst geführt. Schon sehr früh erkannten manche, dal) die Jmlenfrngo nicht zuletzt auch ein s o z i a 1 ־ w i r t s c h a f 11 i c 11 e s Problem ist, weil das ji'i* dische Volk als (ian/cs uml in allen seinen Teilen Gesellschaft• lieh und wirtschaftlich anormal aufgebaut ist. Andere bc• merkten, dal) das Judciiproblcin sieh in die großen Wau• dcruiigsfr a g e u ciuorduet, die in der Neuzeit zu Völker* Wanderungen bisher unbekaimten Ausmaltes geführt haben. Der Zion is m 11 s war es, der innerhalb seiner weitcrrelchcn• den Ideologie auch dies e beiden Seiten der Judenfrage in entscheidender Weise zusammeugefügt hat und einsah, dal) der Kampf gegen die Note des jüdischen Volkes durch Wan• derung und gleichzeitige Neukonstruktion der wirtschaftliehen und gesellschaftlichen Grundlagen der Judenhcit geführt werden müßte. Konzentration in Palästina, verbunden mit der Schaffung einer normal geschichteten Gesellschaft in diesem Lande wurde so zum zentralen Punkt der zionistischen Arbeit. Ls ist allerdings fest/ustellen, datl diese zionistische Crkenntnis sich nur sehr langsam bei den Juden des Westens durehgeset/t hat. Die Tatsache, dal) im 19. Jahrhundert ein wirtschaftlicher Aufstieg ungeahnten Umfanges auch für die dort lebenden Juden Lrüchte gebracht hat, führte dazu, dal) wirtschaftlich saturierte Juden nicht daran glauben wollten, wenn ihnen gesagt wurde, ihre l äge sei nur dem Grade nach von der Situation ries östlichen Judentums verschieden, uml es könne der Augenblick einlrctcu, an dein sich die Drüchigkeit ihrer ökonomischen Basis erweisen werde. So stiel) der Zionismus im Westen mit seiner Forderung der Um• sch i eil tu 11 g auf Widerstand, sowohl in der geistigen Aus• ciuanderset/uug mit denen, rlie für diese jüdischen Schichten sprachen, wie auch in der Praxis, da nämlich nur Verhältnis• mällig wenige den Weg ״;,ch Palästina gingen und persönlich Frust mit neuer beruflicher und sozialer Einstellung machten. Trotzdem hat der Zionismus niemals davon abgclasscn, dem deutschen Judentum zu sagen, dal) berufliehe Neugliedc• rung notwendig sei, und dal! es die Aufgabe der jungen Generation wäre, sie in Angriff zu nehmen. So gab cs immer eine, wenn auch quantitativ nicht sehr bedeutende Zahl von jungen Menschen im deutschen Judentum, die aus der zionistischeu Erkenntnis die K0nsr1|uc11z der Uhaluzluth, der Umschichtung zur körperlichen Arbeit, zu Landwirtschaft und Handwerk und der Uebeisiediung nach Palästina zogen. Diese kleine Zahl von Menschen, die einen solchen Weg ohne Schwanken gegangen ist, bat die Balm für Tausende und Zehntausendc vorbereitet, die jetzt in der Umschichtung»- arbeit stellen. Meute ist im deutschen Judentum zu konstatieren, dal) ohne Rücksicht auf die sogenannte ,,weltanschauliche" Diskussion der Zwang der Tatsachen dazu geführt hat, daß grundlegende zionistische Erkenntnisse zum Allgemeingut d e r d e u t s e h e 11 J u d e n geworden sind. Die Judenfrage in ihrer gesellschaftlichen und wirtschaftlicheil Auswirkung ist für die deutschen Juden evident geworden. So geht das dcut• sehe Judentum und insbesondere die junge Generation einen neuen Weg. Die übertriebenen und generalisierenden Vorstei• lungon der Umwelt von ״jüdischem Reichtum“ waren niemals zutreffend. Auch in Deutschland war die wirtschaftliche Lage der Mehrheit der Juden noch bis in die Mitte des 19. Jahrhuiulerts hinein eine sein1 bedrückte; besonders die Masse der aus den ehemals polnischen Provinzen stammenden Juden Preußens besaß nur eine kümmerliche Existenz, Gewiß hat sicli diese Lage in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts er• lieblich gebessert, und zahlreiche jüdische Familien sind zu Wohlstand gelaugt, so dal) etwa um das Jahr 1900 herum ein gewisser Höchststand des wirtschaftlichen Niveaus der dcut• sehen Juden erreicht worden ist. Aber man darf nicht übersehen, daß neben dieser wirtschaftlich nach oben gekommenen Schiebt eine breite Masse von deutschen Juden existierte, die einen schweren Lebenskampf zu bestellen hatte. Es waren kleine uml kleinste Existenzen des Mittelstandes, die nicht weniger schwer als ihre niclitjüdisclien Nachbarn um das tägliche Brot kämpfen mußten. Das wirtschaftliche Niveau 11 er deutschen Juden begann nicht erst im Jahre 19)3 zu sinken, sondern cs ist ein Prozeß, der schon mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts cinsetzt, bis zum Kriege langsam vor sich gellt und mir von wenigen scharfsichtigen Beobachtern erkannt wird, aber in den Nachkriegs• jalireu bereits vehemente Formen annimmt. So hat sich seit 15 Jahren ein ökonomischer Abstieg im deutschen J u d c 111 u m vollzogen, der sich mit zunehmender Wirtschaft«• krisc naturgemäß verstärkte. Gab cs eine allgemeine Arbeit!* losigkeil, so bestand unter den Juden eine ״zusätzlich c“ Arbeitslosigkeit, die aus der Tatsache des Judeseins und der damit verbundenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu erklären war. 0,111 es Sorgen des Mittelstandes, so erst recht Sorgen lies jüdischen Mittelslamles, weil dieser in seinen! Lehenskämpfe durch sein Judentum beeinträchtigt war. Dieser Prozeß ist durch die Entwicklung des Jahres 19)3 selbstverständlich zu einem rapiden Tempo gebracht worden. Schon aus dieser Situation folgt die Notwendigkeit einer neuen Richtung für die berufliche und ökonomische Vorbereitung. So gelangt man zwangsläufig zur Parole der Umschichtung. Man bezeichnet die Juden vielfach als ״Parasiten״, weil sie besonders stark im Handel und anderen vermit* telndcn Berufen vertreten sind. Gewiß ist es eine Tatsache, 11;1f) nur ein kleiner Prozentsatz der Juden In Landwirtschaft und Industrie mit der schaffenden Arbeit direkt verbunden ist. Wir können diese Tatsache aber nicht d׳;d:1r1!׳!!'.'greifen, dal) wir die P s y e 11 o I o g i c der J u d c 11 studieren und aus ihr eine ״Verachtung" der ehrlichen Arbeit herauslesen, die den Juden dazu führt, daß er die Arbeitcrfaiist entehrt, sondern nur durch die Kenntnis der geschichtlichen Ent* w i c k 1 u n g, ans der wir ersehen, daß den Juden von den anderen Völkern ein bestimmter Platz in der Wirtschaft angewiesen worden ist. Wir müssen Überhaupt Immer wieder bemerken, daß die Juden durch viele Jahrhunderte hindurch Im wesentlichen nicht selbst Gestalter Ihrer Geschichte gewesen sind, sondern daß Ihr Schicksal von den Völkern Europas bestimmt wurde. Wenn heute den Juden Vorwürfe über Ihr Verhalten — nicht zuletzt auf dem Felde der Wirtschaft — gemacht werden, so sollten die, die diese Vorwürfe aussprechen, daran denken, daß cs vielfach ihre eigenen Vorfahren waren, die die Juden In bestimmte Positionen hineinpesteilt haben — oft genug gegen den Willen der Juden, die sich ein ganz anderes Schicksal wünschten. So auch ist die Entfernung der Juden von der Urproduktion in Stadt und Land nicht ihr Werk, sondern das der Völker, die Ihnen bereits int frühen Mittelalter Ackerbau und teilweise Handwerk unnüiglicli machten. So auch begrüßte mau den Juden als Entwickler neuer wirtschaftlicher Zweige, Ja man rief Ihn sogar oft genug ins Land, damit er F.rwcrbszwcigc au!haue, die bisher noch nicht vorhanden waren. Dabei erkannte man mit sicherem Instinkt, dal) etwa die Schaffung eines verzweigten Zwischenhandels für die Gesamtheit der Volkswirtschaft von größtem Werte Ist, und niemand dachte daran, eine solche Tätigkeit als pnrasitär zu bezeichnen. Diese Klassifizierung trat immer erst dann auf, wenn die Wirtschaft voll ausgebildet und die Rolle der Juden in dieser Hinsicht ausgespielt war. Das grandioseste Bei• spiel dieser Art finden wir In Polen, wohin die Juden im Ausgang des Mittelalters gerufen wurden, um neben Bauern und Adel einen Mittelstand zu bilden und Handel und Gewerbe aiiszubildcn. Sie haben diese Aufgabe int Laufe einer jahr• hundertclangen Entwicklung in großartigstem Maße gelöst — bis das polnische Volk sie als überflüssig empfand, weil cs selbst die Möglichkeit hatte, diese Funktionen zu erfüllen. Und seitdem begann der wirtschaftliche Zerfall des polnischen Judentums, der auch heute noch unaufhaltsam fortschrcitet. Der Sturm, der über das jüdische Volk nunmehr seit fast 20 Jahren hinwcggegangcn ist, hat zu seiner wirtschaftlichen Verödung geführt. Immer wieder hat cs sich erwiesen, dal) der arbeitende Jude vor der Gefahr steht, dal) außcrwirtschaft• liehe, politische Fakturen seine Existenzgrundlage erschuftern. Er ist wirtschaftlich mitten in das Leben der Volker Europas hlneingesk'lit, all Ihre Sorgen und Note treffen ilu! mit gleichem Maße, Aber dazu kommt, Zeit wirtschaftlich zumeist entbehrt werd für ihn da ist oder neue Wirtschaftsform verliert er seine Basis zu einem Teil, und das, was übrigbleibt steht unter dem Schatten der inneren Konkurrenz die sich die Juden gegenseitig machen, wenn sie auf einen engen Sektor der Wirtschaft angewiesen sind, Die Sachlage hat zu einem dal) er in innerer 1 kann, weil Ersatz So 011 aufkommen. elementaren[ Streben nach Umbau und Neubau dei jtldlschcn Lebens geführt, Line wirkliche ökonomische Ncu-Struktur, die all! Arbcitskatcgorlcn umfaßt, wird wohl mir in Palästina zu er• zielen sein. Aber auch im üalutli bedarf es einer neuen Bcrufspolitlk. 111 den l.iimlern des Ostens hat seit dem Kriege die zionistische Erkenntnis vor allem rlie Jugend erlaßt; Auswanderung nach Palästina, Umschichtung in berufliehet und sozialer Hinsicht und Aufbau eines ncugcglicdcrtcn Volk», tums auf dem Boden der alten Heimat wurden die Parolen, unter denen Zehntausendc von Chalu/im nach Palästina gingen oder in die Vorbereitungsarbeit cintrateu. Auch die deutschen Juden sind sich Jetzt der Notwendigkeit neuer Wege bewußt geworden. Der Zentral aussc 11 uf) der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau hat in seiner letzten Plenarsitzung Richtlinien der jüdischen Beruf!, politik einstimmig verabschiedet, deren (iedankengärge auf der Erkenntnis der jüdischen Situation beruhen. Wir wissen, dal) die Umschichtmigsarbeit unter sehr großen äußeren und teilweise inneren Schwierigkeiten vor sich geht. Wir gehören nicht zu den Optimisten, die an einen hundertprozentigen Er• folg dieses Werkes glauben. Aber wir meinen, daß — abgesehen von dem praktischen Nutzen — auch der menschliche Anteil des deutschen Judentum! andern Aufbau neuen jüdischen Lebens in Pa• lästina, der aus dieser Arbeit herausströmen kann, ein wich• tiger Faktor ist, und daß durch den Umbau des jüdischen Lebens in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht, der hier an• gestrebt wird, auch eine Vertiefung des jüdischen Vcrantwor* tungsgcftihls und des Willens zum Judcscin bei all denen erfolgen muß, die am eigenen Leibe die Judenfragc erfahren und aus diesem Erlebnis die Konsequenzen für ihre äußere Lebcn&gcstaltung gezogen haben. K. L. Die Richtlinien Die Richtlinien des ״Z c!11 r a I a u s s c h u s ses der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau" zur jüdischen Berufspolitik haben folgenden Wortlaut; 1. Die jüdische Bcrufspolitlk hat zwei Aufgaben zu erfüllen: a) Normalisierung der Berufsverteilung der Juden durch Ausbildung der Jugend In landwirtschaftlichen und handarbeitenden Berufen (Berufsumschichtung); b) Erhaltung oder Schaffung der wirtschaftlichen Existenz (wirtschaftliche Eingliederung). Unsere Berufspolllik wird heute im wesentlichen eint Berufsumschlclitungspolitlk sein müssen, bei der das gemein• scbaftllchc Ziel einer Normalisierung der Beruf*Verteilung ebenso wie das individuelle Ziel der Schaffung einer wlrt• schaftllclicn Existenz bestimmend ist. Innerhalb der Berufs• Politik muß daher die Rcrufsumschlchtung Ln Vordergrund ztelicn neben den Maßnahmen für die in ihren Berufen be• drohten Existenzen. 2. Aus diesen beiden Aufgaben ergibt sich die Zielsetzung der Bcrufsumsrhichtuug. Sie muß so erfolgen, daß die Beruf!• uinschiehteiideii nach ihrer Ausbildung eine Möglichkeit zu wirtschaftlicher Eingliederung finden, wo immer sie nach ihrer Entscheidung diese wirtschaftliche Existenz suchen. 3. Berufsumschichtung 1111 Sinne einer Normalisierung der Berufsgliederung der Juden erfordert in erster Linie landwirt• schaftliche und handwerkliche Ausbildung. Die Herbeiführung einer normalen Berufsschichtung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland ist namentlich in bezug auf die Landwirtschaft außerordentlich gehemmt. Daher muß bei allein Streben nach einer normalen Beruf»• Verteilung der Juden in Deutschland die landwirtschaftliche und in gewissem Umfange auch die handwerkliche Ausbil• Pallenbei 1J Mit Max Pa IIlen borg, der bei einer Flugzeugreise tödlich verunglückt ist, ist ein Darsteller dahingegangen, der bis vor kurzem als einer der bedeutendsten, die auf deutschen Bühnen in den letzten Jahrzehnten auftraten, anerkannt war, Heute hei seinem Tode wird er in Deutschland nicht mehr wie früher eingesclüitzt werden; er war Jude; uns Juden obliegt es, dieses Künstlers zu gedenken, der ungezählten Massen verschiedenster VßlkcrStundcn p•״*»־—■■ der Erhcitc• | rung und auch t der Besinnlich• I keit gebracht J hat. Er war wie | kein anderer | gleich groß und ן unvergeßlich I im Tragischen | . wie im Komi- , I sehen. | Die junge• l re 11 Thcnterbc• | suclier werden f ihn wohl haupt- | sächlich als Ko■ 1 י miker im Gc* *' dächtnis bell,11־- f; ten. Viele Tau- I sende haben | über seine hin• | reißende L11uaitw» stigkeit iii allerlei modernen, wertlosen Sclnvänkcn, die erst durch seine Gestaltungskraft zu künstlerischen Ereignissen wurden, Tränen gelacht. Er hatte eine eigentümliche, nur bei ihm originell und unwiderstchlHi komisch wirkende Art, Worte zu ver• drehen und mit dem Text nichtiger Possen Ulk zu treiben, Et war ein Improvisator von ungewöhnlichem Talent, aber seine Wortscherze hatten doch etwas Sprachschöpferisches im Morgrnstcrnsclien Sinne. So sehr er sich über den Text leich• terer Stücke lustig machte, ein so strenger und ernster Diener an der Kunst war er bei Kunstwerken, vor denen er Achtung hatte. Dann zeigte er einen unermüdlichen Fleiß, machte alle Proben mit und fügte sieh restlos In das Ensemble ein. Aber wer Jahrzehnte lang den künstlerischen Werdegang dieses großen Könners verfolgte, wüßte und hat es sehr oft erlebt, dal) er als Erbteil seiner jüdischen Herkunft eine aufwühlende und bis ins Innerste ergreifende Melancholie mitbekommen hatte. Eine Traurigkeit, die als Unterton seines ganzen Wesens immer wieder zum Durchbruch kam. Ein wortloses Entsetzen uud unmittelbar tragisch wirkendes Grauen über das Ungctdigen uud das ewige Unrecht dieser Welt, Als jungen Menschen sah ich ihn einmal als -- Mare Anton in einer Studenten• auffühl 1111g; dieser Blick voll Verachtung und Widerwillen auf die fanatisierte und demagogisch nufgepcitsclife Menge blieb unvergeßlich! Ebenso eindrucksvoll wie die stumme Verzweiflung de« leidenden, undankbar belinmlrlteii Vaters in Molk■ res ״eingebildeten Kranken", den er später bei Max Reinhardt spielte, Seine Stimme vibrierte seltsam vor Trauer und Kummer und hatte etwas Suggestives an sieh. Die dar• stellerisclie Vielseitigkeit und Empfinduitgsskala des Künstlers waren beispiellos. Vor allein auch in grotesken Rollen. Er• schlitternd war er z. B. einst, vor dem Kriege, bei der Ver• körperung eines Zirkus-Mimen, tlcr sicli aus Not als Affe in ein zottiges Fell nähen lassen muß lind nun fortwährend sehn• süchtig die Arme ausbreitet, um aus seiner schrecklichen' l äge befreit zu werden, Seihst _ bei ausgesprochenen ״Lustigkeiten“, wie als Mi'iicl.ms in der ״Schonen Helena", oder als Mikado in der Sulllvanscltcn Operette, Im ״Schwcjk" - Immer schwang eine geheime Schwermut In seinem Spiel mit. Sein Schrei nach Wahrheit und Gerechtigkeit in dein Spukstlick von Pirandeiio war leise und verhalten; aber deshalb nicht weniger ein• drucksvoll. Und seine gedrückten, sehnsüchtigen, tragikomisehen Menschen (z. B. Ibsens Folclal, Hauptmanns Rentier Krüger im Biberpelz) blieben unnachahmlich. Dies nie zur Ruhe kommende Leid über das ״Unrecht an sieh׳' war ein ausgesprochen jüdischer Zug an diesem einzig* artigen Künstler. Er war 1877 geboren und entstammt einer kleinen, orthodox-jüdischen Familie namens Palmbautn, die ihm eine so tief jüdische Erziehung vermittelte, daß er Zelt seines Lebens ein sehr bewußter und aufrechter Jude blieb: er Nr. 52! ,)11111! so ‘ U X Da « (t!t1 }|d ln« Kudern ff trjffcllert, ul*' '"h r.« w f c ״ de» Aulb! 4. Be ״ebenen s fal1d wi ncutsclda׳ k a u f m ä!cktor zu!chaftspos Beim «Widers i Handwerl Reparatur Line fachausbl ״csclilo**» den dcut! 7u förder jüdischen 5. D« jüdischer sehen J u Berufen l In der Fc kktlvod irgend ar Eben! die bislit arbeitend politische au fg eben geben w Bei ׳ bcriicksic männlich» über )0- Rerufsum hinaus w Wahl de soll, sind von Fall 6. Di verbünde h e i 11 ii c lieh. Die! zelnen B stellen,! ipäterer Nebe jeden eit zuständig dischen ' der attgi sönllcher daß jede 1 r beherrschte die hebräische Sprache und konnte 1111111110$ die Bibel in der Ursprcchc lesen. Auf sein jüdisches Wissen war er stolz. Er äußerte einmal, «laß ihm nicht viel dazu fehle, um in der ״llahima", die er bewunderte, mitspielen zu können. (Wir bringen weiter unten eine Acußcrung Pallenbergs 1U diesem Punkt, — Red.) Seine Stellung als anerkannter und berühmter ״Prnml• nenter“ erreichte er ohne allzu große Umwege. Er ging sch״" als Achtzehnjähriger zur Bühne, wurde frühzeitig entdeckt (1904 Wiener Volkstheater, 1914 Reinhardt• Bühnen inBerlin) und bald von Max Reinhardt mit größten Rnl* len betraut. Eini• ge Jahre vor Am־ bruch des Welt• kriegen heiratete crFritziMas'ary. Pallen borg wir — imGcbeimen sehr wohltätig■ Unter den Ereig• uissen der ver• gangenen JÄ,,r* hat er sechs* schwer gelitten׳ Seine Anselm!• uitgcn von Juden und Judentum hatten «ich letzter Zeit zt°* nistisclien Oe• dankengängen angenähert. 193״ besuchte er mH seiner Oattin "v lästina, wo er»1cn Pa Ihn b «re nfj Aiihaila vor allem für da» Ein* Zeichnung von Arno Nadel Theaterweaen Foia: SonnmitU interessiert«• £ I ־5. 9־ \ öl ' 1'! fn eine Ansp Es f jüdl » 1 Die; | ii d i s c! ten Numi!es der; zur Z.V.' gründung uns zu dl daß e! n wir auf den, mit serer Zei front an Wir wer »uchen, « Juden •I Arbeit f< .1,; 1 Vt ';.j i, ' , ״De! d» nur *pielcrs » flössen,! •*«,Hers, ן ״rrzlichei ‘*recklic 11; In t . es ft״* «chreibt jl'arakte deutsche flie ohne rnmljc)״k wi’H den lt seh'״ on* יי׳" Liegen 1 u n p« Und der ilD1■ k 1'i für־11 ounst & '• ׳sdU 1UUllB,! d»״'׳'ulw ].* p«u» 1«rische s״ Im au,* Pal!־ ^Urt *, dun י״1?׳ i'hähr| 5׳>' ' ־ ־:j {11 11 ii.

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