Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 52 (29.6.1934)
- Date
- 1934-06-29
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 5 Nr. 52, 29. VI. 1934 1111tikf ץ ihn e!11 salz. So!Hit, ne ח hat Ile er- :U1־n dem aßt: eher 11«. •len, •gen dien rußt י e ״ *len I s. auf ■seit, mul iren Erabder 1 m s Pa- ׳ich• elien an. iv or״ .'neu hrcn ßere L. der zur laut: zu 11 den und i h en eine nein• lunß wlrtrulsrimd bc- Mine׳ ruls• t;11 ihrer der wirt• ׳ der :11 in 1 m t. :ruf»• :liehe 1s bi!• s die war 11111 ,׳ nn1״, s zu rnmi• ic in m deckt 'irner •er, mrd(• erlin) von h״״it 1 Kol- Eini• r Aus• Wellrat He ssary• war neu ־!tätig. Ereiß• ver״ Jahre eliscli lilicit. icliau• Juden •ntitni ״• 11! I /io- Oeng "יי ■, 1<0C •r mit in Pa״ ersieh 3r das esen srte. 1» ״> erfolgen, «laß sie die Berufsumsehichtcwlcn befähigt, ־״״״rlemU'it beruf auch außerhalb Deutschlands df״ ji i״ der Weit aus/ufüllen. ״ na eine Normalisierung der jüdischen BcrufsvertclUmf* ״Sinne einer Bertifspoiiük auf lange Sicht) nur In Pa- MäcAna möglich ist, hat Palästina unter den Einwanderung»- ״ , rn für diejenigen, die einen landwirtschaltliclicn Beruf Ereilen sowie für die, die ein Handwerk erlernt haben und Hit in’ Deutschland bleiben können, ein besonderes fcw icht. Daher verdient die Bcrufsnmschlchtung Im Dienst jc5 Aulhauwerks Palästinas eine besondere Förderung. Berufspolitik im Sinne der Eingliederung in die ge״ hciien wirtseliaftliehen Existeii/mögiiehkeitcn in Deutsch• f9r1d wird sich auf eine Einordnung in die den Juden in nrutscliland zugänglichen Berufen, also in erster Linie in den unf י ״ ״ י: 1״ s e 11 e 11 und h a 11 d w e r k 1 i C h c 11 Berufs• ecktor zu erstrecken haben, wo cs die vorhandenen Wirt• jclialtsposilionen m halten gilt. Beim Handwerk werden folgende Möglichkeiten bc• (onrlcrs in Betracht zu ziehen sein: die individualisierten jlamlwcrksarten des sogenannten ״ewigen“ Handwerks, das Rcpirahir-I laudwerk 11ml das Ind11strie-I landwerk. 1 jne solche Eingliederung erfordert eine entsprechende fgdiausbikhmg all derer, die jetzt aus anderen Berufen aus• erschlossen worden sind, und die eine Ncuciuglicdcrung in Jrn deutschen Wirtschaftskreis suchen. Diese Fachausbildung JI, )ordern ist die zweite wichtige Aufgabe der gegenwärtigen jiidBi heu lkrufspolitik. 5. Da Berufsiiinsdiicbtung die gegenwärtige Hauptaufgabe jüdischer Berufspolillk bedeutet, ist das Bestreben der jiidi• sehen Jugend, sich aus eigenem Entschlußhandarbeitenden gerufen aller Art zuzuwenden, in jeder Weise zu begrüßen, |n «1er Form der Erstausldldim“ in regulären Lehrstellen (Kol• Vktlv- oder Einzelausbildung) ist dieses Bestreben so weit als Irgend angängig ideell und materiell zu fördern. t betiso zu (ordern ist das Bestreben derjenigen Acltcren, die bisher in anderen Berufen tätig gewesen sind, sicli liand• arbeitenden Berufen zuznweiideii, sei cs, daß sic im Zuge der politischen lind wirtseliaftliehen Entwicklung ihre Position anfgeben mußten, sei cs, daß sic ihre bisherigen Berufe auf• gcben wollen. Bei den Acltcren werden allerdings zwei Momente zu berücksichtigen sein: Die obere Altersgrenze für männliche Berufsnmschichtcndc wird im allgemeinen nicht 111*1-r lö '15 Jahre ausgedehnt werden können; bei weiblichen Bcrufsumsrhichtciidcii bestehen auch über diese Altersstufe hinaus weitere Möglichkeiten beruflicher Umschulung. Bei der Wahl der Bernfsart, zu der bin eine Umschichtung erfolgen soll, sind die Möglichkeiten der wirtschaftlichen Eingliederung von Fa'l zu Fall sorgfältig zu prüfen. ft. Die Förderung der Bcriifsumsrhirhtung und der damit verbundenen Fachausbildung macht eine fortlaufende ein• heit liehe Planung durch den Zentralausschuß erforder• lieh. Diese Planung bezieht sich auf die Verteilung der ein•?einen Bcrtifsgrupncn, auf die Fiurichtung der Ausbildung«• stellen, sowie auf die genaue Erforschung und Schaffung späterer Berufs-Einordmingsmöglichkeitcn. Neben der einheitlichen zentralen Planung stehen für jeden einzelnen zur Beratung seines Berufsweges die hierzu zuständigen jüdischen Stellen (Wirtsehaftshllfsstellcn der jü• disclicn Gemeinden) zur Verfügung, die ihren Rat im Rahmen der allgemeinen Richtlinien, unter Berücksichtigung aller per• *önlirhcn Momente gehen. Es ist grundsätzlich zu fordern, daß jeder, der vor. seiner Bcriifsentsclieiilnng stellt, fliesen Rat in Anspruch nimmt. Es ist selbstverständlich, daß die Berufsausbildung durch «Jne jüdische Erziehung vertieft werden muß. ' ״ ׳Der jüdische Welifcind״ Die Zeitung ״Der Mitteldeutsche“ vom 21. Juni veröffentlicht einen Aufsatz: ״Nieder mit dem jüdliehen Welt•' feindl", in dem einleitend auf die internationale Verbreitung des Antisemitismus liingewiescn wird. Da» Blatt würdigt folgt: cigcivirtige Tut »ach« dos lllieratt entstehenden lidi-idte Volk zu erklären? Viele Volker He. fiogen keines von ihnen richtet sieh eine Allein die Inden sind es, gegen die sieh Vcm.'lil ung, rier Absehen und der Zorn aller wie diese Tatsache ״Wie ist die• Ktunples gegen (hu wohnen den ICrdh.1l Well kampthewegung. der llutJ und dir 2. V. f. D. und R.I.F. Die Z. V. f. D, teilt mit: Das Organ des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten veröffentlicht in seiner letz• teil Nummer ,,grundsätzliche“ Aufsätze anläßlich des Beschlus• «es der Z.V.f.D. über die Unvereinbarkeit der Mitgliedschaft rtir Z.V.f.D. und zum R.J.F. Wir haben bereits in der Bc• Gründung dieses Beschlusses (״J. R.“ Nr. 47) alles gesagt, was uns zu diesem Thema zu sagen erforderlich schien. Wir glauben, dsß cs nicht im Interesse des deutschen Judentums läge, wenn wir auf einen Angriff, den wir als unqualffizierbar empfin• den, mit einer langen Polemik antworteten. Die Spalten 1111• serer Zeitung dienen wichtigeren Zwecken, Wir können getrost an das Urteil der jiidis׳'hcn Ocffentlichkcit appellieren. Wir werden auch in Zukunft unbeirrt von derartigen Vcr• «liehen, die im gegenwärtigen Augenblick von den deutschen Juden als besonders unzeitgemäß empfunden werden, unsere Arbeit fortsetzen. Volker re hten. Urborall finden Demnn,Oral innen MuH, dir rietfach in Llutigrn Kämpfen ernten. Ks denmnitrlercn Studenten und Arbeiter, H.mrrn und Oosehäft•.!!•!!(«:, Ho hallt schon aUge. mein der Schlachtruf durch die Welt: ״Nieder ml( dem jüdischen \V e 11 f e i n d I Fort mit diesem Ausw ii r f I i n ״ t F. r ist ein Mörder und ein V * ן b ז e e h e ז I Er ist der Teufel unter den Menschen. Rottet sie aus, diese 11 ö 11 e n b r u 11" Itn weiteren Verlauf bemüht sich der Aufsatz, die Juden als ״Parasitcnvol k" zu charakterisieren. Allerdings vcr• rät der Verfasser keine gute Kenntnis der jüdischen Cie• samtgeschiclite und auch der heutigen Bestrebungen de» jüdi• sehen Volkes, wenn er folgendes sagt: ״Im Oe.;er,.!1/ alten anderen Völkern haben die Juden keine }leim;1t, kein Vaterhmd, Unstet riehen sie in der Wett umher. Aber sie sind keine Siedler, keine KoInnUatoren. Sie. rmtrhen nicht den Porten urhar. sie hauen keine Parier und Städte. Sie haben da־, nodr niemals getan. Hie Juden können nicht leben im eigenen l.amle, auf eigenem Bnden. Sie kftn• non sieh nicht selbst ernähren. Hie stetige, ehrliche, wrtirsrhaffende Arbeit können sie nicht «uslhhren. sie Ist ihnen fremd und verächtlich. Muti locht den Juden weder beim Ackerhau, noch bei der Viehzucht, noch beim Handwerk, nnrh bei der Ealirikaibeit. Man sieht ihn nicht wirf dem Hau und nicht im Bergwerk, nicht als l׳'dr-!cr im Walde, nicht als Schiffer auf der See, nicht als Schaffner Im Eisenhufmrng. nicht ala Brief. It.äger bei der l’ost. Man sieht den Juden nur dort, wo er di« Arbeiisfriieht und den Verdienst, da«!lab und (int der Nicht• judrn an sich reil'.en kann." Wenn das jüdische Volk durch den Zwang der hlstorl• sehen Entwicklung von der heimatlichen Scholle und der Urproduktion verdrängt worden Ist, so ist dies nl'ht seine Schuld, sondern die Schuld der historischen Mächte, die dies gegen den Willen der Juden herbeigeführt haben. In vielen Ländern /. B. fies Ostens sind Juden in allen manuellen und nhvsh־׳hct1 Berufen tätig: zahlreiche luden wären nnrh in Deutschland zweifellos bereit, in den von dem Arfikefschreiher atifgc/iililtcn Berufen zu arbeiten, falls man sie akzeptierte. In Palästina werden alle diese Berufe heute von luden ausgeübt; seine Fälligkeit zu kolonisatorlsrlicr Arbeit hat das jüdische Volk in unserer Zeit auf dem Boden Palästinas nach Ansicht objektiver nlchtiüdischer Be- Urteiler bewiesen. Eine aufgehobene Versammlung Der Berliner ״A ngri ff“ vom 27. Juni berichtet unter der Ueberschrift: ״Wieder jürllsehe Gehelmversammlung ausgehoben“ über ein Rundschreiben der Jitnggrupnc Friedrichs• halft der Berliner Zionistischen Vereinigung ,In der Hl einigen Veranstaltungen dieser Ornppo eingefallen wurde. Wie der ״Angriff“ weiter mehlet, ist eine Versammlung dieser Jutir׳• gruppe von der Polizei aufgehoben worden. Das Rlatt versieht diese Meldung mit einem Kommentar, in denn es u. a. sagt: ״Es handelt sich hier nicht um eine zufällige Zusammenkunft einer einzelne״ Grutme oder Interessengemeinschaft, sondern um eine geheime Organisation, die über ganz Berlin ein Netz gezogen hat, um ihre dunklen Ziele zu verfolgen.“ Wie uns die Berliner Zionistische Vcretni• gttng zu dieser Meldung mitteilt, war die vom ״Angriff“ erwähnte Veranstaltung der junggruppe: eine Zusammen• kunft, die nicht anmeldepflichtig war, well cs sich «m eine Sitzung einer heim Reichsjugendführer ordnungsgemäß angemcldeten und von diesem bestätigten Jugendorganisation bandellc. Die Meldung des ״Angriff" über geheime Zusammenkünfte und die Behandlung hochpolitischer Themen bei diesen entbehrt daher jeder Grundlage. _ Der Hamburger Polizei wurde angezeigt, daß auf dem jüdischen Grindel Friedhof an der Rentzelstraße 10 Grabsteine umgeworfen und zum Teil zer* broclien worden sind. Auf dem Grabstein de! Vorkämpfers der ludenem.iiizipntion, Gabriel R I e ß e r, wurde eine Juden* feindliche Losung eingeritzt. Die Friedhofswärterin und der Gärtner führen darüber Klage, daß sie In letzter Zelt bei der Arbeit durch Schmähungen und Steinwürfe gestört wur« den, Von den Tätern fehlt jede Spur. Sondcr-Rcsllmmiiop für jüdische Bucliliiintllcr ln einer Bekanntmachung vom Iß. Juni 103t teilt die R c i 0 h s s c It r i 111 u m s k a m m e r mit: . In dieser Bekamitmachimg (nämlich vom 5. März 1031) wurde es für unzulässig erklärt, daß Warenhäuser, warenhau«al1״Iiel!e Be• triebe, wie ganz allgemein jüdische Firmen Symbole der nationalsozialistischen Bewegung zeigen, anbieten und vcr• kaufen. Al» Symbole der naiionalso/ialistischen Bewegung wurden ausdrücklich alle auf die nationale Rcivc• g u n g Bezug habenden Gegenstände bezeichnet. Auf Anfrage der Rcichsschrifttumskammcr hat nunntehi Reichlicher Bonn an bestätigt, daß Bücher und חסי• * t i g e Druckschriften nationalsozialistischen Inhaltes selbstverständlich eben falls nutet die ״auf die nationale Bewegung Bezug haben• den Gegenstände“ fallen, die von Warenhäusern und jüdischen Firmen nicht vertrieben werden dürfen. Die Reichssclirifttuniskammer macht darauf aufmerksam, daß e» damit auch für Verleger und Zw ischenhändler 11 ״statt• halt ist, Bücher und Druckschriften der be/eirhncten Art an Warenhäuser, warcnhniisähnlrhe Betriebe und jüdische Fir• men zu liefern; und daß auch das Verbreiten nationalsoziali• »tischen Schrifttums durch jüdische Vertreter und Leih• bürhrreiinhaher unzulässig ist. Zu den Büchern und sonstigen Druckschriften national■ sozialistischen Inhaltes gehören solche, die Fragen der na• tlonalsnziallstisrhrn Weltanschauung oder Stoffe aus der Ge■ schichte der Bewegung behandeln sowie solche, die durch Titel oder Ausstattung als nationalsozialistisch ausgegehe« werden.“ Die neue Verordnung trifft insbesondere die jüdischer I eihhlieherei-lnhaber schwer. Die Umstellung des Bücher best,amles der I eilibii hereien im nationalen Sinne war Vor■ bedingt!ng zur Aufnahme in die F.1 ,׳lisch,1ft, außerhalb dcrei keine Leihbücherei existieren darf. Die jüdischen Inhaber triff: es heute wirtschaftlich aufs schwerste, wenn sie einen Toi ihres eben ergänzten Bücherbestandes wieder ausmer/eti müisen. _________ Der berühmte Gynäkologe und frühere Professor .1n dei Universität Berlin, l)r. Bernhard Zondek, hat die Stellung eines Leiters der Hadassah-Fr.iiicnklinik in Jerusalem an■ genommen. Auch seine beiden Brüder, die Internisten Her mann und Samuel Georg Zondek, werden sich in Palästina niederlassen. Bei dem Flugzeugunglück, dem P,1!Icnberg ztun Opfet fiel, war der zweite Passagier Moritz Skernik, Vorsitzender der liidisclien Gemeinde von Heisinglors und Vorsitzendei des Keren Hajessod für Finnland, der ebenfalls tödlich ver• ungliicktc. Nach Schluß der Redaktion Ein Briet der *C.-V.-Zeitun#״ Wir erhalten nachstehende Zuschrift mit der Bitte am Abdruck, Berlin, den 28. Juni!034. Sehr geehrte Redaktion! Der ״Angriff“ vom 28. Juni 1031 beschäftigt sieh an leitender Stelle unter den Ueberschriften ״Unerhörter Angriff auf den Führer“ und ״Wer ist der Mephisto?" mit dem Ar• tikcl ״Fluch oder Segen", der in der ״C. V.-Zeitung“ Nr, 2ft vom 28. Juni 1034 erschienen ist. Der ״Angriff“ erblickt in diesem Artikel ,,eine unglaublich unverschämte Anspielung auf Ultlcr", Unser rabhlnlscher Mitarbeiter behandelte die Bileam- Stelle des vorliegenden Wochenabschnitts (4. Buch Mose Kapitel 22) und verglich dabei u. a. Bileam mit Mephisto. Unvcrständlichcrwcisc sicht der ״Angriff“ hierin den ״unerhörten Angriff auf den Führer". Weder bei dem Verfasser des Aufsatzes, noch bei der Schriftleitung der ״C. V.-Zeitung" konnte die Vorstellung bestehen, daß ein derartiger Aufsatz so aufgelegt werden könnte, Der Verfasser wollte lediglich erläutern, daß Erclgnisse, die von ihren unmittelbaren Zeitgenossen als Last und Leid empfunden werden könnten, später auch ihre segensreichen Wirkungen für die Entwicklung einer Gemeinschaft erweisen können. Da Ich diese Klarstellung In der ״C. V.-Zeitung“ erst später vornehmen kann, bin ich Ihnen sehr dankbar, daß Sie sie in der ״Jüdiichen Rundschau“ zur Unterrichtung׳ des jüdischen Leserkreise» veröffentlichen. Mit kollegialer Hochachtung Ihr sehr ergebener Dr. Alfred Hirschberg, Hauptschriftleiter der ״C. V.•Zeitung“. ״Dem Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze“... und <h nur die um die unvergleichliche Leistung eines Schau• Spielers wirklich etwas wissen, die sie miterlebten und -ge• twssen, wollen wir Noch-Ileutigen dieses überragenden Dar• Meilers, der uns so viel unvergeßliche Stunden schenkte, in l'erzlieher Dankbarkeit gedenken. Und sein vlelzufrühes und Khrcckliches Ende betrauern.... Dr. Ludwig Davidsohn, Berlin. In «incm Teil der deutschen Presse wird Pallen״ *ffRs Bedeutung als deutscher Schauspieler gewürdigt. So *fhrejht das ״Berliner Tageblatt“: ״Max Pallenberg war als '1׳*fakterspielcr und Komiker eine Erscheinung, die auf der wutschen Bühne einsam dastamj. Sein grotesker Humor, der J1e °hne tragische Züge war, sprengte alle Grenzen des Her■ 1׳״mmliclien.“ Die ״Frankfurter Zeitung“ erklärt, die Nachricht “,ח dem jähen Ableben Max Pailenbcrgs werde in aller ״'״ »ehr bedauert werden. Er sei nicht nur ein großer Komi־ fr, sondern auch ein großer Charakterdarsteller gewesen. UaKegcn wiral der Künstler von der ״Deutschen Z ei “nR■‘* 31s eine ״aliasvcrische Clownsnatur“ gekennzeichnet 11*;J;.Angriff“ erklärt, mit Max Pallenncrg sei einer j11^r J!kllsVlK’11 •Schauspieler gestorben, der schon für Ku'"t *1r .Wl־sc״sfrt'",lJh1׳it 1*1'י־ Judentums einer deut ich ״■ — ״! uilwisensiremuiK'ir uc Judentums einer deutschen l!hu kTk'cuiiber sprach. Wahrem! Reinhardt, schreibt das , j,׳ sich als Vertreter einer künstlerisch vertieften An• auh!1U״PWl^?®!י und seine mit Hilfe eines riesigen Geld• n nS glitzernde Bühnenweit aufstellte, verhöhnte hrischc Eth׳'gKSCl1C ",י* hrutale׳' Albernheit jede künst- * 1u» pny!I1re *,»t Max Pallcnbcrg nach seiner Rückkehr «klärt ,?;'?* in, ei"fr Besprechung mit Journalisten folgendes ä*rt (sl<*c ״J. R.« vom I. 8. 1030): * ^8 l!h .al'ßcmc׳nen haben nur wenige Kenntnis davon, lehnri»!.6 •b1n* 0^gleich ich nichts dazu tue, meine Zu- ״*senteir« u1״* ,zum Judentum zu verheimlichen. Im k'*ter j״ . Juhle mich als überzeugter, guter Jude. Mein » arme, jüdische Kaufmann aus Odessa, war, der Jahrhunderte währenden Not und Bedrückung seiner Familie überdrüssig, schließlich nach Wien gewandert. Ich wurde hereits in ()esterreich geboren. Mein Vater bewahrte auch hier die jüdischen Famiücntraditioncn und ließ mir eine acltr gute jüdische Erziehung zuteil werden. Ich lese auch heute noch flott Hebräisch, verstehe auch den größten Teil der hebräischen Texte, und Ich glaube, cs würde mich nicht viel Mühe kosten, nt eine Kenntnisse In Bibel und Talmud aus meiner lugend aufzufrlschcn. Ich hin auch heute aut jede Art bemüht, die lebendige Verbindung mit «lern Judentum aufreehtziierlinlten, Ich kenne die Arbeiten der jüdi. sehen Schriftsteller, verfolge die verschiedenen Bewegungen Im Judentum und bin bestrebt, unsere Institutionen zu unterstützen. Eine alte Sehnsucht ging mir in Erfüllung, als Ich im vorigen Jahr mit meiner Frau, Fritzl Massarv, die gleichfalls dem Judentum angehört, die Reise Ins Fl eilige Land unternehmen konnte. Hier sah ich endlich mit eigenen Augen die biblischen Erinnerungsstätten, durfte ich den geheiligten Boden meiner Vorfahren betreten und unmittelbar empfinden, daß das Judentum jünger und tatkräftiger '8,t׳d5"״ Je• •יי« herrlichsten Erinnerungen und mächtigsten Erlebnisse meines ganzen Lebens sind mit dieser meiner Pa• Jastinarcisc verbunden, mit den Naturichönhciten des Heiligen Landes und nicht zuletzt mit dem wundervollen Spiel de* indischen Schatispielcrcnscmblcs ״Hablmnh". Mit Politik befasse Ich mich als Künstler grundsätzlich nicht.“ Emanzipation und geistige Haltung In einer gründlichen und sorgfältigen Untersuchung über ,,Oelstespcschichtllchc Grundlagen der Wissenschaft des ju. dentums' (Motive des Kulturvereins vom Jahre 1819), die Dr. Siegfried Ucko ln der ״Zeitschrift für die Geschichte der Juden m Deutschland“ erscheinen läßt (5, Jahrgang, . Heft), gibt uns der Verfasser neue Aufschlüsse über die Moive und Bestrebungen des Kulturvercins. Der Begriff ״Wissenschaft des Judentums" stammt bekanntlich aus jenem Kreise und hat die geistige Haltung de» deutschen Juden, tums maßgebend bestimmt Dr. Ucko versucht aut der ״spezlfischcn Geistigkeit der Männer..., die in Bestimmtheit zu! ersten Male den Gedanken der Wissenschaft des Judentum erfaßten und zur Geltung zu bringen suchten“ und aus d< allgemeinen geistigen Zeitlage heraus diese Institution z verstehen. Am 7. November 1810 erfolgt die Gründung dt Vereins durch foel Abraham List lind Eduard Gatt Mitglieder sind ferner unter anderen Leopold Zun z, Mos« Moser, Isaak L c w I n A u e r b a c h. Sehr klar zeigt dt Verfasser, wie diese Menschen selbst ״schon fast Kinder tü Assimilation, von Ihren Eltern im Geiste der Aufklärung od! halber Aufklärung erzogen" waren. Das Judentum bedeut darum für sie nicht eine Selbstverständlichkeit, sondern c Problem. Insbesondere die Stellungnahme von Gans wii «m letzten Teil der Arbeit in ihrer Bceinfiußthcit dureh Heg dargcatetlt. Berücksichtigt man, daß zu jener Zeit in der deu sehen Philosophie die Ratio abgelöst wird durch den Begri des Geistes, so versteht man die innere Notwendigkeit, d jene Menschen empfanden, auch das Judentum unter eine neuen Gesichtswinkel zu sehen. Fragte man nach dem Wes« des Judentums, so ergab sich der innere Widerstreit zwischc einem Totaljudentum mit all »einen großen und kleinen G aetzen und einem vergeistigten Judentum, das auf das ״Ethr>! beschränkt blieb. Aus diesen Konflikten erwuchsen allmähli« im 19. Jahrhundert die verschiedenen Strömungen im Jude tum. Im wesentlichen führt die Haltung der Kulturvercinl •zu e'tter Säkularisierung des Judenprohlems. Der Vere beschränkt sich bewußt auf eine wissenschaftliche Tätigke kann sielt aber bestimmten praktischen Tendenzen der Z< doch nicht entziehen. So muß er sich einmal mit de unausgcrciften Plan eines Medizinstudenten befassen, der eit Reise nach Abcssynien antreten will, weil er dort die Res ursprünglicher jüdischer Volkskultur bei den Fallaschas st tlleren möchte. Wenn auch der Plan als undurchdacht zurik gewiesen werden muß, so ist doch der Verein prinzipiell v< g״r Notwendigkeit solcher folkloristischer Untersuchung( Die Bedeutung einer solchen historischen Untersuchui liegt vor allem darin, daß sie uns zeigt, wie die Problemat (״,״chen «־eben! ln der Oaluth zu allen Zeiten die glele